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SUD KUBIER

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Uniformstücke sofort abliefern te. Es wurde festgestellt, daß trotz des Verbots immer noch Zivilisten miliärische Kleidungs- und Ausrüstungsgegenstände tragen. Die französische Polizei und die Gendarmerie haben Befehl erhalten, alle Zi­vilisten, die eine Militäruniform oder ein Uniformstück tragen, sofort festzunehmen. Auch wer zu Hause Uniformstücke zurück­hält hat bei Ermittlung mit Verhaftung zu rechnen.

Kriegsgefangenenseelsorge in Frankreich Im Aufträge des Herrn Erzbischofs von Freiburg begibt sich Vikar Josef Hall in Ueberlingen am See nach Chartres in Frankreich , um den dortigen kriegsgefan- genen Theologen Vorlesungen über Bibel­wissenschaft zu halten. Vikar F. Hall hat seine theologischen und bibelwissenschaft­lichen Studien an den Universitäten in Innsbruck und Freiburg zurückgelegt. Nach der Priesterweihe (1937) war er in Kon­ stanz (Konradihaus), dann in Offenburg , seit. 1945 in Ueberlingen am See angestellt 1929 war er Abiturient am Gymnasium in Konstanz . Seine Heimat ist Aasen bei Do­ naueschingen .

Ansprüche auf Buhegehalt Die Arbeiter, die ein rückständiges Ruhe­gehalt bei einer Schweizer Firma beanspru­chen, werden aufgefordert, der Militärregie­rung Baden (Finanzabteilung) in Freiburg , sofort folgendes bekanntzugeben: Name und Adresse, Name der Firma und Sitz, Höhe der jährlich geschuldeten Pension.

„Der Befehlston mul verschwinden“

Dieser zeitgemäße Artikel im „Südku­rier“ muß noch ergänzt werden. Auch die Form vieler Behördenmitteilungen ist un­gehörig und entspricht nicht der Art, wie anständige Menschen unter sich verkehren. Wenn das XY-Amt „der Marie Maief“ er­

öffnet, daß sie . so ist das absolut un­gehörig, denn es handelt sich um die .j’rau Marie Maier“, wie sie von allen anständigen Menschen angeredet wird. Und daß dei Eröffnung gleich eine Dro­hung beigefügt wird, falls die Marie Maier der Aufforderung nicht zur festge­setzten Stunde nachkommt, ist gleichfalls ungehörig und auch ganz unnötig. Andere Menschen bedrohen sich auch nicht gleich, wenn sie sich etwas zu sagen haben.

Wir sind gewohnt, unsera Behörden höf­lich zu schreiben und mit „Hochachtungs­voll“ zu unterzeichnen Unsere Behörden haben diese in der ganzen Welt übliche Höflichkeitsform nicht nötig. Da haut irgend ein Gewaltiger seinen unleserlichen Namen darunter, ohne jede Anrede, ohne Schluß­formel. Diesen Kasemenhofton vertragen wir nicht mehr. Auch daß Behörden Ein­gaben in Aktenformat usw. vorschreiben, ist unnötig. Jedei Privat- und Geschäfts­mann nimmt Mitteilungen so an, wie sie kommen und erledigt sie. Was andere Leute können müssen auch unsere Beam­ten können.

Auch die Briefköpfe „Der Bürger­meister“. “Der Landrat“ können ver­schwinden. Wir wenden uns an das Bür­germeister a m t und an das Landrats amt Die Person des jeweiligen Inhabers inter­essiert in den seltensten Fällen.

Dann noch etwas D e l'i k a t e s. Es gibt manchmal heikle und intime Angele­genheiten da schickt man nicht ein­fach einen x-beliebigen Gendarmen ins Haus. So viel Taktgefühl sollten auch Be­hörden haben

Unsere Behörden, die wir uns in Zukunft genau ansehen werden, müssen sich daran gewöhnen, daß sie für uns da sind, nicht wir für sie. Wir bezahlen sie ja auch mit unseren Steuern.

Dr Otto Schenz, Oehningen.

kleidungsstücke, Hasen, Hühner, ein Fahr­rad. Auf der Schwenningerstraße wurden zwei Frauen überfallen, vergewaltigt und beraubt Gefunden wurden u. a. mehrere Geldbeutel und ein Koffer mit Inhalt, v. Den Nachforschungen der Kriminal-

ungewöhnlicher geistiger Beweglichkeit Klarheit und Kraft Besonders dankenswert auch seine Wiedergabe der Sonate 1 von Ernst Pepping , eines ebenso unbeschwert- musikantischen wie einfallereich-witzigen zeitgenössischen Werkchens. Beide Künst­ler ernteten reichen Beifall.

St Georgen L Schw. Nach der Auflösung der Industriearbeitsgemeinschaft hat die Stadt sämtliche Wohn- und Wirtschaftsba­racken, sowie das Inventar der Industrie-

Der Wintereinbruch im SchroarzroalO

Triberg. Auf dem Hochschwarzwald hatte die Schneehöhe in den letzten Tagen 85.cm erreicht. Ein sturmartiger Wind peitschte die Schneewehen bis zu zwei Meter Höhe. Die einsam gelegenen Schwarzwaldhöfe in den engen Tälern stecken teilweise bis zum Dach im Schnee. In den Straßen der Stadt türmten sich die beiseite geschaufel­ten Schneemassen zu hohen Dämmen Ein Heer von Schauflern war bemüht im Ver­ein mit größeren Schneeschlitten die Fahr­bahn frei zu halten. Mehrfach konnten die Bauern der abgelegenen Höfe ihre Milch nicht an die Sammelstellen abliefern, da ein Durchkommen durch die gewaltigen Schneemassen unmöglich war. Diese Schnee- lacje hatte viele Sportler mit ihren Brettern in die Berge gelockt. Am Dienstag war Tauwetter eingetreten.

Triberg . Auf Einladung von Stadtpfarrer Dr. Heiler versammelten sich die Mütter der diesjährigen Erstkommunikanten zu einer Besprechung im Pfarrsaal. Dr. Heiler wies in seiner Ansprache darauf hin, daß seitens des Pfarramtes alles getan werde, um den Eltern der Erstkommunikanten Hilfe zu leisten zur Ueberbrückung der ge­genwärtigen Notzeit. Von der darauffol­genden Aussprache wurde verschiedentlich Gebrauch gemacht. — Nach dem strömen­den Regen der letzten Tage hat im Hoch­schwarzwald starker Schneefall, verbunden mit zeitweiligen Verwehungen eingesetzt, so daß die Täler und Höhen in ein dichtes Winterkleid gehüllt sind. — Frau Josefine Hug geh. Eschle vollendete am 20. Februar ihren 71. Geburtstag.

Triberg . In den sich zur Zeit in städti­scher Regie befindlichen Kronenlichtspielen wurde vom Bürgermeister eine durchgrei­fende Maßnahme zur Regelung der Platz­frage vorgenommen. Es wurde ein Vorver­kauf für alle Vorstellungen eingelegt, bei dem neben der Eintrittskarte auch eine Platzkarte zur Ausgabe gelangt, die jedem Inhaber seinen numerierten Sitzplatz zu­sichert, ohne daß ein langes Anstehen er­forderlich ist. Das gleiche System findet künftighin auch bei Konzerten und sonsti-, gen Veranstaltungen Anwendung. — Die Sammlung für unsere Kriegsgefangenen hatte wiederum einen vollen Erfolg zu ver­zeichnen.

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Flirtwangen. Im Verlauf der 88. Jahres­hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr wurden Neuwahlen vorge­nommen, die folgendes Ergebnis hatten: Er­ster Kommandant Kaufmann Erwin Schüler,

zweiter Schmiedmeister Franz Hng, Kassen­wart Karl Winterhaider, Schriftführer und Kammefverwalter Anton Hermann. Durch die Ueberalterung und die starken Kriegs­verluste bedarf der Mannschaftsbestand der Wehr dringend der Auffrischung, weshalb der Bürgermeister an die jungen Männer die öffentliche Aufforderung zum Eintritt in die Feuerwehr erlassen bat. Falls dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wird, muß eine Pflichtfeuerwehr errichtet werden. — Der katholische Frauenverein wählte in einer zahlreich besuchten Generalversamm­lung eine neue Verwaltung und zwar zur ersten Präsidentin Frau Maria Weiser geb. Diemer, zur zweiten Frau Josefine Diemer geb. Kaltenbach, zur Rechnerin Frau Kirnet geb. Hettich, zum Beirat Buchdruckereibe­sitzer Hugo Uttenweiler.

VILLINGEN

Stadtnachrichten

v. Es ist damit zu rechnen, daß bis Mitte März die ersten Ostflüchtlinge in Villingen eintreffen. Zu ihrer Aufnahme wurden die entsprechenden Vorbereitungen getroffen. Drei Auffanglager wurden eingerichtet und zwar im Hotel „Deutscher Kaiser", im Gast­haus „Zum Lindenhof" und den Baracken an der Rietheimer-Straße. Auch für Ver­pflegung ist qesorgt In den Auffanglagern können im ganzen 700 Flüchtlinge unter­gebracht werden.

v. Zu dem Bericht über die Kreisfeuer- wehrtagung ist nachzutragen, daß Kreis­wehrführer Görlacher über ein Referat des Oberregierungsrates Kistner, das die Neu- aufstellung der Wehr zum Gegenstand hatte, berichtete, das Letzterer auf einer Tagung in Freiburg gehalten hatte. In Vil- lingen war Oberregierunqsrat Kistner nicht anwesend.

r. Sedt einiger Zeit werden auch hier die Briefkästen in den Straßen der Stadt wieder täglich geleert Selbstverständlich müssen alle eingeworfenen Sendungen frankiert sein.

Die Tage nach dem 17. Februar brachten im Schwarzwald bei stürmischem Wetter eine ziemlich hohe Schneedecke. Infolge der Straßenglätte fuhr auf dem Marktplatz ein Kraftwagen einem Pferdefuhrwerk in die Seite. Der Zusammenstoß erfolgte dicht hin­ter den Pferden, sodaß der Unfall noch verhältnismäßig glimpflich ablief, wenn auch das Auto etwas beschädigt wurde, v. Der letzte Polizeibericht verzeichnet wieder eine Reihe von Diebstählen: Be-

polizei ist es gelungen, die Mutter des j werkskantine Deutsches Haus erworben, um

diese Einrichtungen, soweit sie noch brauch­bar sind, für die zu erwartenden Ostflücht­linge zu verwerten. — Zur Unterstützung des Leiters des Wohnungsamtes wurde eine Wohnungskommission gebildet mit: Karl Grieshaber, Konstrukteur, als Vertreter der Hausbesitzer Hermann Hingher, Uhrmacher, als Vertreter der Mieter Karl Deusch, Uhr­macher und Adam Göbel, Glasermeister, sind als Stellvertreter bestimmt — Der Bei­rat für das Jugendbildungswerk wurde ge­bildet Die Jugendlichen im Alter von 10— 20 Jahren werden in Arbeitsgemeinschaften zusammnegefaßt. Gewerbeschul - Direktor Härdle hat die Organisation der Arbeitsge­meinschaften übernommen. — Als Gemein­deräte sind ernannt: Georg Glenz, Fritz Esslinger, Willi Heinzmann, Wilhelm Heine­mann, Heinrich Pfaff, Josef Reiser, Josef Wittmann und Khrl Wintermantel.

St Georgen 1. Schw. In voller körperli­cher und geistiger Frische begeht Frau Frie­dericke Ulmer Wwe. (am Ulmerweg) am 1.

kürzlich in einem Anwesen in der Brigach Straße ausgesetzten Kindes ausfindig zu machen. Es handelt sich um eine Frau aus Frankfurt , die zuletzt bei Rottweil wohn­haft war. Ihr Mann ist in Gefangenschaft v. Irrtümlicherweise wurde dieser Tage gemeldet, daß 600 RM. gefunden worden seien statt verloren. Die angeblich gefun­dene Summe wurde nun von mehreren Per­sonen beansprucht die gleichfalls 600 RM. verloren zu haben erklärten. Daraus ist er­sichtlich, wie genau das Fundbüro bei der Feststellung eines Verlierers verfahren muß und welch präzise Angaben der Verlierer über die näheren Umstände bei dem Ver­luste machen zu können hat.

Rietheim bei Villingen . Eine hiesige Frau kam im Stall so unglücklich zu Fall, daß sie einen Knöchelbruch davontrug.

Rietheim (bei Villingen ). Bei den kürz- lichen starken Regengüssen war auch, wie schon so oft, die Straße von Rietheim nach Marbach wieder durch die Brigach über­

schwemmt. Einwohner, die zur Bahn muß- März ihren Geburtstag.

ten, wußten sich dadurch zu helfen, daß sie das Wasser mit Stelzen durchschritten.

Königsfeld . Wiederum hatte die „Geistige Nothilfe" zwei auswärtige Künstler von höchstem Rang an unseren Ort geführt Prof. Gustav Scheck (Flöte) und Carl See­ mann (Klavier) spielten in einem überaus genußreichen „Kammermusik-Abend" vor zahlreicher Hörerschaft ein weitgespanntes, aus vorklassischer, klassischer und moder­ner Muäik wohlüberlegt gefügtes Pro­gramm. Zwei Meister von sich glücklich ergänzender Eigenart haben sich zu einem in solcher Reinheit und Vollendung selten erlebten Zusammenspiel vereint. Sie began­nen in baumeisterlicher Strenge mit J. S. Bachs Sonate g-moll für Flöte und Klavier und schlossen in schmelzender Me­lodik mit Schuberts Introduktion und Va­riationen über das Lied „IhrBlümlein alle“. In der im Mittelpunkt stehenden, eigens für Scheck geschriebenen Sonate 1936 mach­ten sie sich mit großer Hingabe zu Inter­preten Paul Hindemiiths. In Prof. Scheck, dem der Ruf des derzeit bedeutendsten deutschen Flötisten vorausging, lernten wir einen wahrhaft unumschränkten Beherrscher seines Instrumentes kennen, der ebenso durch virtuose Technik hinzureißen wie durch liebevolle Innigkeit und zauberhaften Wohlklang zu entzücken weiß. Carl See­ mann bestach als überaus feinfühliger Be­gleiter und nicht minder — in Beethoven « Sonate E-dur — als ein großer Solist von

Wolfach . Wie in anderen Orten, so wurde auch hier bereits im November vo­rigen Jahres unter dem Vorsitz von Bür­germeister Fadßt ein Kulturausschuß ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Schätze des kulturellen Lebens zu erschließen. Dem Ausschuß ge­hören ferner Georg Straub, Josef Kraus- beck, Hans Vivell, Kapellmeister Alb. Schmifeder und Hans Hermann an. Die erste Veranstaltung war in jeder Beziehung ein unbestrittener Erfolg. Die Vortragsfolge (Arien und Duette aus beliebten Meister- opem) war glücklich zusammengestellt und stand auf einem künstlerisch beachtlichen Niveau. Die Vortragsweise unserer ein­heimischen Sängerin Anneliese Werrlein hat seit ihrem letzten Auftreten an Klang­schönheit und Gestaltung gewonnen. In Giovanni Damolin vom Staatstheater Karls­ ruhe lernten wir einen Bariton mit schöner Stimme kennen Unser einheimischer Bassist Hans Hermann hatte besonders in dem Duett mit Anneliese Werrlein aus der Oper „Der Wildschütz " wie in der nachfolgenden „Fünftausend-Taler”-Arie Erfolg. Die Be­gleitung der Künstler hatte Kätie Buß- Schmitz (Köln ) übernommen und hatte an dem Erfolg des Abends bedeutenden Anteil.

Wolfach . Mit der Abhaltung seiner Gene­ralversammlung hat der Kleintierzuchtver- eln seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Zum 1 Vorsitzenden wurde H. ArmbrusteT,

Umfchau im baöilchen Lano

Ein SchillerabenD in Villingen

„Kabale und Liebe "

▼. Ein fast volles Haus sah im Theater am Ring in Villingen der Auflührung von Schillers „Kabale und Liebe " ducch das Stadttheater Villingen entgegen, rin Zeichen dafür, wie sehr auch heute unsere Klassiker geschätzt werden. Die Erwartun­gen de6 Publikums wurden erfüllt Die Re­gie Friedrich B e u g s sicherte eine ge­schlossene Darstellung, die das Geschehen zusammenballt und alle Längen vermeidet Sie hielt im Gesamten eine sichere Mittel­linie fest, ohne übertreibendes Pathos, aber auch ohne naturalistischen Werktagston. Das klassische Liebespaar gaben Ruth Kie­sel und H. Kurtenbacfa. Erstere war eine schlichte und innige Luise, lieblich und an­mutig, die alle Saiten eines leiderfü’lten weiblichen Herzens erklingen ließ, wenn auch mitunter die Register der Leidenschaft und der Verzweiflung etwas stärker hätten gezogen werden dürfen. Der, Ferdinand zeichnete H. Kurtenbach als den Idealisten und jungen Stürmer bei aller Verhaltenheit seiner Ausbrüche. Der alte Miller ist d’e geschlossene Figur des Schauspiels. G. Mayerhofer gah ihn in derbbürgerlicher Art und wuchs von Szene zu Szene zur inner­lich gefühlten ergreifenden Gestalt heran. Dina Grande gestaltete die MlUerin zu der

vom Dichter vorgezeJchneten eitlen und eingebildeten Frau. Marliese Fritz gab die Lady Milford mit Ueberlegienheit und Gra­zie und Josef Radag schuf einen mit be­rechnender Kälte ausgestatteten Wurm Paul Isenfels entwickelte die Gestalt des Präsidenten in steter Steigerung zu dem brualen, rücksichtslosen Intriganten. Die schwierige Rolle des Hofmarschalls von Kalb hatte W. Reichelt übernommen. Er war ganz der pfauenhaft gespreizte Geck, dessen Gehaben allerdings nicht selten an das Possenhafte streifte. Margret Spitzer war eine frische, resolute Kammerjungfer. Mit starker Spannung füllte nicht zuletzt Fritz Selig seinen kurzen Auftritt als Kam­merdiener. Die Bühnenbilder Alfred Fah­renbachs zeigten Stube, Staatszimmer und Salon in geschmackvoller Ausstattung. Ee war wohl die Zeitnot, die der Schlußszene allerdings einige starke dramatische Ak­zente nahm. Die Zuschauer spendeten außerordentlich herzlichen Beifall. Doch sollte sich das Publikum endlich daran qe- wöhnen, pünktlich zur Stelle zu sein, wo­mit es sowohl den Schauspielern wie auch sich selbst einen Dienst erweisen würde. — Die Sonntagsvorstellung konnte infolge Stromstörungen nicht durch geführt werden.

Die Umsiedlung in Südbaden

Nach einer kürzlich gemachten amtlichen Mitteilung beherbergt Freiburg jetzt wie­der 92 000 Einwohner. Wenn man berück­sichtigt, daß bei dem Luftangrif' im Novem­ber 1944 fast die Hälfte des Wohnraumes vernichtet wurde, so begreift man die Größe der Wohnungsnot. Man beabsichtigt nun­mehr eine Erleichterung dadurch herbeizu­führen, daß man die Ortsfremden, die aus einem Ausweisgebdet nach Freiburq gekom­men sind, aus der Stadt heraus auf das Land umguartiert. Insbesondere sollen da­für die Kurorte benutzt werden. In einer Sitzung der „Badischen Landeszentrale für soziale Arbeit" erstattete der Landesbeauf­tragte für die Umsiedlung in Südbaden einen Bericht, aus dem hervorging, daß die nöti­gen Feststellungen über die Möglichkeit dieser Umguartierung bereits gemacht sind, sodaß der für jeden Landkreis Beauftragte für die Umsiedlung im Einvernehmen mit dem dafür zuständigen Landrat eine gute Grundlage für seine Arbeit bekommt.

Zur Aufnahme der Ostflüchtlinge im Breisgau wurde in einem Bericht von Land­rat Köpfler mitgeteilt, daß in Rücksicht auf den Mangel an Unterkunft, hervorgerufen durch die Ausbombungen in Freibung und Breisach , die Zahl der für den Landkreis F r e i b u r g vorgesehenen Ostflüchtlinge auf nur 3000 festgesetzt ist. — Nach einer Mitteilung des Oberbürgermeisters von Freiburg wird die aus Holz geplante Stadt­balle auf dem Meßplatz 2800 Sitzplätze und eine Bühne erhalten.

Hohe Strafen wegen Bntterversdüebung

Vor dem Amtsgericht Freiburg hatte sich der frühere Leiter des Laboratoriums im Freiburger Milchhof, Heinrich Himmels­bach, zu verantworten, weil er die ihm zur Untersuchung zugehenden Butterproben von täglich rund 20 Pfund in der Küche und Kan­tine des Milchhofes verwenden ließ, oder an sich nahm, um sie in Tauschgeschäften anzulegen. Das Gericht erkannte auf zehn Monate Gefängnis, unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft sowie 1000 Mark Geldstrafe.

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Mit einer Feier im Konzerthaus wurde die Technische Hochschule Fri- dericiana, die älteste in Deutschland , wie­der eröffnet Major« William R. Hyde über­brachte die Grüße der Militärregierung, während Landesdirektor Prof. Dr. Schnabel über die Aufgaben der Hochschule im neuen Deutschland sprach. Der Rektor der Hochschule Professor Dr. Plank stellte in den Mittelpunkt seiner Rede die Frage „Ein Ende oder ein Anfang?" und beantwortete sie im Sinne Goethes, indem er dem Stirb das Werde gegenüberstellte. Die akademi­sche Jugend solle sich bemühen, neben ihrem Fachstudium, das sich auf die sichere Beherrschung der naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen beschränken sollte, eine gute Allgemeinbildung zu er­werben, zu der auch die Erlernung fremder Sprachen gehöre.

Das Badische Staatstheater und die Hei­

delberger Städtische Musikbühne werden im Monat März verschiedene Austausch­gastspiele durchführen. Während die Karls­ ruher in Heidelberg mit Verdis „La Tra- viata" gastieren, kommen die Heidelberger mit Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt " nach Karlsruhe .

In ‘ihrem Heim auf dem Mönchsberg in Salzburg feierte die weltberühmte Kolora­tursängerin Bianca Pollini-Bianchi ihren 92. Geburtstag. Ihr Name ist eng ver­bunden mit der Karlsruher Bühne, wo sie mit 16 Jahren ihre erfolgreiche Künstler­laufbahn begann, die sie dann über Lon­ don , Paris , Petersburg und Moskau wieder nach Karlsruhe zurückführte. Von hier aus ging sie nach Wien , wo ihr Johann Strauß seinen Walzer „Dorfschwalben in öster-

Fr. Dischstr. 50, zum 2. Vorsitzenden K. Ho- dapp gewählt — Nach langem schwerem Leiden starb Sdbuhmachenneister Rieh. Zan­ger im Alter von 75 Jahren.

DONAUESCHINGEN

d. Wie der Südkurier schon gemeldet hat, wird die alte, abgebrochene Tradition Donaueschingens in der Musikpflege durch die Neugründung der „Gesellschaft der Mu­ sikfreunde " unter Präsident Georg Mall wieder aufgenommen. Aus der örtlichen, kulturellen Befruchtung und der Pflege des Lieberhabenmisizierens sollen auch zur För­derung zeitgenössischer Tonkunst wie frü­her unter Heinrich Burkard , Paul Hinde- mith und Joseph Haas internationale Mu­sikfeste unter dem Titel „Neue Musik Do- naueschingen" wieder stattfinden. Diese' stehen wieder unter der Protektion des Hauses Fürst zu Fürstenberg und der Stadt Donaueschingen . Die musikalische Leitung i wurde dem bekannten schwäbischen Kompo­nisten Hugo Hermann übertragen. Für das diesjährige Musikfest am 28. Juli sind Ur­aufführungen in- und ausländischer Kom­ponisten vorgesehen. Es wird gebeten, an die Adresse Musikhaus Hermann Kanitz, Donaueschingen , Ansichtsmaterial einzusen­den. Es kommen nur Kammermusikwerke für Streichinstrumente, auch mit Klavier oder Gesang, in Frage. Der Musikausschuß besteht aus Hugo Hermann , Emst Lothar von Knorr und Heinz Trefzger.

Lenzkirch . Die Volkszählung ergab eine Einwohnerzahl von 1 853 Personen. Gegen­über der Persorienstandsaufnähme vom Ok­tober 1945 ist eine Abnahme um rund 200 Personen zu verzeichnen. Dies ist ein Be­weis dafür, daß inzwischen viele Evakuierte in ihre Heimat zurückkehrsn konnten. — Bürgemeister Pfeiffer hatte die Landwirte zu einer Besprechung eingeladen, in der Fra­gen des Ablieferungssolls behandelt wur­den. — Im Schwarzwald hat sich nun der Winter doch noch mit ganzer Wucht ein­gestellt. Andauernder Schneefad hat Schnee massen gebracht, wie man sie in diesem Winter bisher nicht gekannt hat. Bahnshlit- ten und Schneeräumungskommando waren eifrig am Werk, um der Gefahr drohender Verkehrsschwierigkeiten zu begegnen.

AUS DER NACHBARSCHAFT

Trossingen . Im Alter von fast 85 Jahren ist der Leiter der weltberühmten Harmo­nika-Fabriken hier, Kommerzienrat Jakob H o h n e r gestorben. Als der älteste der fünf Söhne des Begründers der Firma Ma­ thias Hohner , war er am Uebergang von der handwerksmäßigen Herstellung von Harmonikas zum ausgesprochenen Fabrik­betrieb maßgebend beteiligt. Der Verstor­bene, der in glücklicher Mischung Techni­ker, Kaufmann und Organisator in einer Person vereinte, konnte den von ihm ge­leiteten Betrieb zu einer Höchstleistung füh­ren, an der schließlich nahezu 5000 Men­schen beteiligt waren. Auch im öffentlichen Leben war Kommerzienrat Jakob Hohner maßgebend tätig, er war u. a. Vorsitzender der Handelskammer Rottweil , Vorsitzender des Gesamtverbandes deutscher Hannonika- Fabriken und Vorsitzender des Gewerbe­vereins Trossingen .

Totentafe

Konstanz: Lokführer Bugen Altheimer, 60 Jahre; Rentner Karl BechtoM, 52Vi J.; Uhr- madiermeister Werner Zirk, 35 J.; Kaufmann Bernhard Sauter, 65 J.; Karl Friedrich- Fritz, 81 J.; Julie Wengert geb. Müller, 65 J.; Kapell­meister Alfons Utz, 23‘/i J. Singen: Luise Heppeler, 78 J.; Regina Rozeck, 79 J.; Otto Denzel, 32 J. Rielasingen : Schuhmacher­meister Friedrich Midceß, 72 J. Engen : Wil­helm Deicher, 65 J. Böhringen : Öbergefr. Gustav Graf, 24 J., gest. im Feldlazarett in Dan­ zig . Ohningen : Johann Baptist Stumo, 82J, Überlingen : Alfons Utz, 23 l /z J Alts- hausen: Theresia Reck, 34 J. Markdorf i Verwaltungsangestellter Leo Rager, 23 J. Mim­ menhausen : Sattler- und Tapeziermeister Karl Schafheutle, 38 J. Kalkofen: Gefr Josef Rigger, 38 J., gest. in einem russ. Gefangenen-

^ lager Stockach : Uffz. Heinz Baur, 23 J.

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widmete. Anläßlich ihres Geburtstages schenkte sie dem Salzburger Museum alle ihre künstlerischen' Erinnerungsstücke.

Zu einer nicht alltäglichen Hochzeitsfeier kam es in einem Karlsruher Polenlager. Die Hochzeitsgäste gerieten in Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Dabei wurden drei Polen getötet und zwei verletzt.

Mit einem Hochamt wurde die Notkirche der Stadtgemeinde Bruchsal eingeweiht, die den Namen St. Josefskirche erhielt.

Nach langer Unterbrechung de6 Schulbe­triebes wurden die Bruchsaler Schulen mit einer Feierstunde wieder eröffnet

geb

Furtwangen : Agathe Dold geb. Mari 80 J. Kirchen-Hausen : Andreas Keller, 69 J. Immendingen : RBO.-Schaffner a. D. Ludwig Liebermann, 66 J. Hüfingen : Oberfeldw Karl Münzer, 49 J., gefallen beim Luftangriff in Hefl- bronn am 4. 12. 1944. Riedböhringen: Karl Reidi-le, 37 1 /« J., gest. in einem Kriegsgefangenen­lager am 16. 12. 1945. Villingen : Theresia Fömbacher geb. Grösser, 69 J. Oberkir- nach: Soldat August Schneider, 18 J. O ber­es c h a c h : Martin Weisser, 25 J. Oppenau : Josef Kimmig, Öbergefr. Rheinfelden : Al­bert Eckert, 49 J. Tiengen : Karl Emmenegger, 51 J. W y h 1 e n : Stabsgefr. Ludwig Kaiser, 26 Jahre, gefallen bei Klebsch am 16.4.1945 öf- lingen : Georg Goller, 67 J Tiengen : Otto Binninger, 67 Jahre.

Vom ßoOenfee zum SchroarzroalO

Im Alter von 51 Jahren ist der langjäh­rige Direktor und erste Vorstand der Volks­bank Tiengen , Karl Emmenegger gestor­ben.

Das Einfache Militärgericht inKonstanz verurteilte drei Polen zu euer Gefängnis­strafe von sechs und drei Monaten, weil sie einen schwunghaften Schwarzhandel mit be­wirtschafteten Lehensmitteln getrieben hat­ten Die Polen kauften die Lebensmittel im Kreis Ueberlingen ein, reisten nach Offen­ bach am Main , tauschten sie dort qegien Le­derwaren um und setzten den Handel mit diesen Waren wieder im Kreis Ueberlingen fort

In Radolfzell begann am 27. Februar für die Lehrerschaft der Volksschulen in den Schulkreisen Konstanz und Stockach eine amtliche Konferenz, an der etwa 450 Lehrer und Lehrerinnen teilnehmen. Auf der Ta­gung, die bis zum 2. März dauert, werden verschiedene Referate gehalten. — In den Wäldern der Umgebung von Singen hat der Fichtenborkenkäfer größere Schäden her­vorgerufen.

In Meersburg ereignete sich ein schwe­rer Unfall, als-ein 20jähriger Radfahrer in schneller Fahrt die „Neue Straße" hinunter­sauste. Da ihm ein Kraftwagen entgegen- kam, fuhr der junge Mann auf eine Mauer auf und erlitt dabei einen schweren Schä­delbruch. — Ein 46jähriger Landwirt aus

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lern und Stefansfeld von einem Lastwagen überfahren; er war auf der Stelle tot — Nach amtlichen Mitteilungen sind 4000 Ost­flüchtlinge zur Aufnahme im Kreis Ueber­lingen vorgesehen.

Von den 1300 Handwerksbetrieben im Kreis Ravensburg sind fast alle größ­tenteils für die französischen Besatzungs­truppen beschäftigt. — Auf den unmittelbar bei der Stadt Ravensburg gelegenen Werner­hof wurde von vier bewaffneten Uniformier­ten ein Raubüberfall verübt. Den Täter fie­len Eier, Eindünstgläser mit Inhalt sowie Bargeld in die Hände. — Im Alter von 84 Jahren ist ln Ravensburg Landgerichtspräsi­dent i. R. Karl Kiederlen gestorben. Er stammte aus einer der ältesten Familien Ra­ vensburgs und war von 1924 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1929 als Landge- riefatspräsident tätig. — In seiner letzten Sitzung hatte sich das Mittlere Militärgericht in Ravensburg in der Haupsache mit von Ausländem begangenen Straftaten zu befassen. Der Vorsitzende betonte, daß un­ter den Angeklagten sich nur drei Deutsche befänden, während alle anderen Angeklag­ten Polen seien. Er brachte zum Ausdruck, daß auch gegen die Ausländer energisch eingeschritten werde.

In Lindenberg im Allgäu fanden spie­lende Jungen in einem Abfallhaufen eine Handgranate, die sie zur Explosion brach­ten. Zwei der Jungen wurden lebensqefähr»