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istag, 21. Februar 1060

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Nr. 22 / Seite 7

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Schweix muß nach Abflauen der Konjunktur ausländische Arbeitskräfte entlassen

Z ii r t ch. (p.-Eigenbericht.) Seitdem im Sommer 1949 die ersten Anzeichen für ein Abflauen der Ueberkonjunktur der Nach­kriegsjahre aufgetreten sind, verfolgen die an den sozialen Verhältnissen in erster Linie beteiligten Behörden und Verbände der Schweiz mit wachsender Aufmerksamkeit die statistischen Berichte vom Arbeitsmarkt. Noch sind zwar die wichtigsten Fabrikationsunter­nehmungen des Landes voll beschäftigt, und in der Maschtnenindustrie reichen die erheb­lichen Aufträge sicherlich noch weit in das Jahr 1951 hinein; aber es gibt kaum ein Un­ternehmen, das nicht gelegentlich die Frage prüfen muß, wie lange es die Gesamtzahl . seiner Arbeiterschaft noch voll beschäftigen i kann, bis die Entwicklung der Konjunktur »ntweder Arbeiterkündigungen oder Kürzung der Arbeitszeit notwendig macht.

Dabei muß man sich daran erinnern, daß die Beschäftigung im Durchschnitt in allen Produktionszweigen (außer dem Fremdenver­kehr) über dem Normalen liegt. Der größte Teil der Schweizer Industriezweige beschäf­tigte noch Anfang 1949 wesentlich mehr Ar­beitskräfte als zehn Jahre vorher; in der Maschinenindustrie betrug die Beschäftigten- tahl 1948/49 rund 132 000 (gegenüber 76 000 vor Kriegsausbruch), in der Uhrenindustrie 50 000 (37 000), in der Textilindustrie 66 000 (57 000), ln der chemischen Industrie 26 000 (13 000).

Dieses gewaltige Anschwellen der Beschäf­tigtenzahlen setzte vor allem nach Kriegs­ende ein, als der Ansturm der durch den Krieg von allen Vorräten entblößten Länder auf die Exportfabrikätion der Schweiz be­gann. Dabei zeigte sich bald, daß das In­land, obgleich die ungelernten Arbeitskräfte in Massen vom Lande in die Fabriken ström­ten, nicht genügend Nachwuchs zur Ver­fügung hatte. Unter Zurückstellung der noch aus dem Kriege übernommenen politischen und psychologischen Bedenken erteilten die Fremdenpolizei-Behörden schließlich ihr Ein­verständnis, daß ausländische Arbeitskräfte in größeren Massen hereingelassen wurden, um in fast allen Industriezweigen die leeren Arbeitsplätze zu besetzen.

Der Widerstand gegen die Zulassung von ausländischen Facharbeitern ging vor allem von den Gewerkschaften aus, die ihre in den Kriegsjahren errungene Position im Lohn­

kampf nicht durch ausländische „Preisdrük- ker“ gefährden lassen mochten. Es kam dann schließlich zu einer Verständigung, indem sich die Arbeitgeber verpflichten mußten, ihren ausländischen Arbeitskräften niedrigere Löhne als den schweizerischen zu bezahlen. Auch wurde stillschweigend zwischen Arbeit­geber- und Arbeitnehmer-Verbänden im Ein­vernehmen mit der Fremdenpolizei verein­bart, daß bei einem Rückgang der Konjunk­tur unter allen Umständen zuerst die Aus­länder zu entlassen seien, bevor irgendwelche Entlassungen oder Lohnbeeinträchtigungen gegenüber schweizerischen Arbeitnehmern wirksam werden dürften. Aeußerungen au* Verbandskreisen lassen darauf schließen, daß dieser kritische Punkt der schweizerischen Arbeitsmarkt-Politik nun gekommen ist

Zwar kann man noch nicht ernstlich von einer beginnenden Kündigungswelle spre­chen, aber die im Herbst noch ganz beschei­dene Zahl der gänzlich Arbeitslosen von 6000 ist Ende Januar auf 30 000 gesprungen. Der größte Teil davon stammt zwar aus der vom Wetter abhängigen Bauwirtschaft, aber es mehren sich in bedenklicher Weise auch die Stellensuchenden in den anderen Industrie­zweigen, so namentlich in der unter Auf­tragsmangel leidenden Baumwollindustrie, die namentlich aus Italien und Oesterreich Arbeitskräfte eingestellt hatte. In mehreren größeren Betrieben der Textilindustrie hört man bereits von umfangreichen Rückwande­rungen ausländischer Arbeiter, aber die Un­ternehmer zögern doch mit allgemeinen Ent­lassungen. Teils hoffen sie, daß die Kon­junktur sich doch noch halten werde, teils haben sich gerade die aus dem Auslande hereingelassenen Kräfte inzwischen unge­wöhnlich gut an ihre neue Umgebung und an die Besonderheiten der in der Schweiz üblichen Arbeitsweisen und Maschinen ge­wöhnt, so daß eine bürokratische Handha­bung fremdenpolizeilicher Rechte von beiden Seiten als eine unerwünschte Härte empfun­den werden würde. Erst wenn eine wirklich kritische Situation auf dem Arbeitsmarkt auftreten sollte, sollen Landesverweisungen auch gegen den Widerstand der betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ausgesprochen werden.

Bis dahin möchte man versuchen, inner-

Margarine, Schmalz und Oelknchen

Oelmühlen gegen Subventionierungen Gewerkschaftsbund für Senkung der Preise

Düsseldorf . Zum Schutz der deutschen Margarineindustrie gegen ausländische Unter­bietung soll die Bundesregierung ersucht werden, illegale Margarineimporte durch ver­stärkte Grenzkontrollen zu erfassen. Wegen der großen Einfuhren der vergangenen Wo­chen hat die deutsche Margarineproduktion ohnehin praktisch nahezu stillgelegt werden müssen. Die Absatzmöglichkeiten haben sich zwar durch eine Abnahme der Vorräte des Handels wieder etwas gebessert, doch be­reiten die für das laufende Quartal angekün- digten Schmalzimporte in Höhe von 55 000 Tonnen bereits wieder neue Sorgen.

Der deutsche Margarineverband hat ferner 'beschlossen, die Bundesregierung zu er­suchen, die Rohstoffkontingentierung für die Margarineindustrie wieder einzuführen, da etwa 20% der importierten Fettrohstoffe zu doppelten Weltmarktpreisen aus den Ver­ einigten Staaten bezogen werden müssen. Eine kontingentmäßige Verteilung dieser überteuerten Rohstoffe auf die einzelnen Margarinehersteller sei somit un­erläßlich geworden.

Die deutsche Oelmühlenindustrie will bei der Bundesregierung die Aufhebung der Subventionierungsbestimmungen erwirken. Den Anlaß hierzu gaben verstärkte Absatz­schwierigkeiten bei Oelen für die Marga­rineherstellung. Die Oelmühlen haben die Auflage, gewisse Nebenprodukte wie Oel- kuchen der Landwirtschaft als Kraft­futter zu stark verbilligten Preisen zu über­lassen. Sie können daher nicht so günstig kalkulieren wie die ausländischen Oelmüh­len und liegen mit ihrem Oelpreis um 20 DM je hundert kg über dem Weltmarktpreis. Des­wegen sind die Margarinefabriken in größe­rem Maße dazu übergegangen, billige Aus­landsöle einzukaufen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert eine Senkung der Margarinepreise um 20%. Dabei wird auf die erhebliche Erhöhung der Produktion und die damit verbunden gün­stigere Ausnutzung der Kapazität im Durch­schnitt des letzten Jahres hingewiesen. Außerdem wird erklärt., daß in dem der­zeitigen Margarinepreis ein Betrag von sle -

Die neuen Zigarrenpreise

Nach Senkung der Steuer ist eine wesentliche Preisermäßigung für Zigar­ren und Stumpen in Kraft getreten. Vom 20. Februar ab gelten neue Kleinver­kaufspreise. Nachstehend werden die alten und neuen Preise einander gegen­übergestellt:

Früher:

12 und 15 Dpf.

18 Dpf. 20 und 22 Dpf. 25 Dpf. 30 Dpf. 35 Dpf. 40 Dpf. 50 Dpf. 60 Dpf. 70 Dpf. 80 Dpf. 1.00 DM 1.50 DM 2.00 DM

Es ist damit zu

Jetzt:

10 Dpf.

12 Dpf.

15 Dpf.

17 Dpf.

20 Dpf.

25 Dpf.

27 Dpf.

35 Dpf.

40 Dpf.

50 Dpf.

60 Dpf.

80 Dpf.

1.20 DM 1.50 DM

rechnen, daß diese

ben Pfennig je kg enthalten sei, der als Stützung der Preise für Futterölkuchen der Landwirtschaft zugute komme. Die Marga­rineindustrie arbeite also Hand in Hand mit der Landwirtschaft, die gleichfalls an hohen Margarinepreisen interessiert sei, um den Drude auf die Butterpreise abzufangen.

Freiburger Weinniarkt

Freiburg . Vom Bodensee bis in die Ortenau waren auf dem 12. Weinmarkt in Freiburg fast alle badischen Weinorte ver­treten. Von 160 Ausstellern wurden 366 Weine angeboten. In der Hauptsache schwankten die geforderten Preise zwischen 3 und 4 DM pro Liter. Einzelne Spitzenweine, wie Ru- länder Spätlese und Spätburgunder, wurden zu 6 bis 12 DM die Flasche angeboten. Den Höchstpreis von 30 DM für die Flasche wies eine Trockenbeerenauslese der Winzergenos­senschaft Varnhalt auf.

Von einem erheblichen Rückgang der Wein­preise war auf dem Freiburger Weinmarkt nichts zu merken. Nur bei den geringeren Weinen waren die Preise etwas niedriger gegen voriges Jahr, aber die Preise der bes­seren Sorten blieben stabil.

Getreidescbauen in Sfidwfirttemberg

Tübingen. Um den Erzeugern und Ab­nehmern von Getreide einen Ueberblick über die besten Züchtungen des letzten Jahres aus Nord- und Südwürttemberg zu geben, veranstaltet das Landwirtschaftsministerium von Württemberg-Hohenzollern am 25. Fe­bruar in Rottweil , am 4. März in Tübingen und am 6. März in Ehingen Getreideschauen, auf denen die besten Proben von Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Hülsenfrüch­ten, Oelfrüchten und Futtersämereien mit Preisen ausgezeichnet werden. Das Preisge­richt setzt sich aus Vertretern der Erzeuger, der verarbeitenden Industrie, der Genossen­schaften, des Handels und der Landwirt­schaftsämter zusammen.

„Imme^-Exportroodell för Deutschland

Wie die Riedel-Motoren-AG. Immenstadt mitteilt, ist das nach den Vereinigten Staaten gelieferte Exportmodell der „Imme“ R 100 nun auch auf dem deutschen Markt lieferbar.

Preisermäßigung' den Zigarrenabsatz stark beleben wird. Gerade in der südwest­deutschen Zigarrenfabrikation war in­folge der überhöhten Steuer die Ar­beitslosigkeit besonders stark.

halb der einzelnen Branchen und Landschaf­ten einen Ausgleich zugunsten derjenigen Orte und Industriezweige einzuleiten, die im Verlaufe der Ueberkonjunktur viele Arbeits­kräfte verloren hatten. Grundsätzlich zeigen sich aber die fremdenpolizeilichen Organe der Kantone und der Eidgenossenschaft und einige Gewerkschaftsleitungen fest entschlos­sen, bei einer drohenden Ueberbelastung des Arbeitsmarktes zunächst einmal „aus­ländischen Dampf abzulassen“. Freilich Ist man sich bewußt, daß solche autonomen Maßnahmen eines reichen Landes, falls sie vom Mutterland der ausländischen Arbeiter als unbillig empfunden werden sollten, viel­leicht nicht unbeantwortet bleiben.

Im Verhältnis Deutschland-Schweiz wird dieses Problem vermutlich keine große Rolle spielen, da in der beiderseitigen Grenzwirt­schaft keine nennenswerte Aufblähung der Grenzgängerei vorliegt, im übrigen aber in­folge der noch bestehenden alliierten Be­stimmungen nur in Ausnahmefällen deutsche Arbeitskräfte, außer Dienstboten, in die Schweiz ziehen konnten.

Vieh- and Schweinemärkte

Ravensburg . 72 Stück Nutzvieh wurden am letzten Samstag aufgetrieben und 49 verkauft. 7 Farren (530 bis 850 DM) wurden zugeführt und 5 gingen ab. Von 13 Arbeitsochsen (650 bis 980 DM) sind 10 verkauft worden, von 8 Milch­kühen (550 bis 800 DM) 5. 12 hochträchtige Kalbeln kamen auf den Markt und 9 wurden abgesetzt (670 bis 1000 DM). Von 7 fühlbar trächtigen Kalbeln (450 bis 650 DM) wurden 4 an den Käufer gebracht, von 14 Anstell-Rindern (200 bis 330 DM) sind 8 zum Verkauf gekommen und von 11 Anstell-Rindern, 12 bis 24 Monate alt, i 8. — Das gesamte Angebote von 287

Ferkeln wurde zum Stückpreis von 55 bis 67 DM abgesetzt.

Waldshut . Auf dem Nutzvieh- und Schweinemarkt am Donnerstag wurden 142 Schweine und kein Nutzvieh aufgetrieben. Verkaufspreise: 4—6 Wochen 45 bis 55 DM, 6—8 Wochen 60 bis 70 DM, 8—10 Wochen 70 bis 90 DM, Läufer 100 bis 120 DM, jeweils das Paar. Von den 4—6 Wochen alten Tieren wurden 25 Stück, von den 6—8 Wochen alten 25 Stück, von den 8—10 Wochen 16 Stück und von den Läufern 6 Stück aufgetrieben. Alle Tiere wurden verkauft.

Schopfheim . Der Schweinemarkt am vergangenen Mittwoch hatte wieder einen ansehnlichen Auftrieb mit 62 Schweinen zu verzeichnen. Leider war diesmal im Gegensatz zur vorhergehenden Woche der Marktverlauf nur flau und am Schluß verblieb wieder ein größerer Ueberstand. Für 5—8 Wochen alte Milschweine wur­den 50—55 DM verlangt und 6—8 Wochen alte Milchschiweine wurden für 55—65 DM verkauft. Läufer waren keine angefah­ren.

Freiburg . (W. S.-Eigenbericht.) Ein ba­discher Beauftragter für das öffentliche Auf­tragswesen ist im Einvernehmen mit dem Wirtschaftsministerium, den Industrie- und Handelskammern und den in Frage kom­menden Wirtschaftskreisen nach Bonn ge­fahren, um dort bei den auftraggebenden Stellen die Interessen der badischen Betriebe bei der Vergebung von Aufträgen wahrzu­nehmen.

Industrieerzeugnng - Preise - Export

Freiburg . (W. S.-Eigenbericht.) In den ersten Wochen des neuen Jahres war die Kapazitätsausnutzung der Industriebetriebe des Landes Baden nach einem Bericht der badischen Industrie- und Handelskammer größer als im Durchschnitt der zweiten Hälfte 1949. Es scheine jedoch, daß diese Ent­wicklung, die nicht nur in den einzelnen Industriezweigen, sondern euch in den Un­ternehmen der gleichen Branche recht unter­schiedlich sei, bereits Ihren Höhepunkt er­reicht habe. Produktionssteigerungen könn­ten nur noch durch straffe Rationalisierungs­maßnahmen ermöglicht werden.

Uneinheitlich gestaltete sich in den letzten Wochen die Entwicklung im Textilsektor. Vorwiegend Dienstbekleidungsstücke her­stellende Betriebe erhalten keine Aufträge, da der Etat der Behörden für diese Zwecke zur Zeit kein Mittel freiläßt Die meisten Betriebe der lederverarbeitenden Industrie sind unter dem Durchschnitt beschäftigt Da bei den hohen Rothautpreisen nicht mehr der notwendige Lederpreis erzielt werden kann, haben einzelne Betriebe bereits die Verarbeitung neuer Rohware eingestellt. In der metallverarbeitenden Industrie zeigt sich, daß Spezialerzeugnisse krisenfest sind, wäh­rend der Existenzkampf in einer Reihe an­derer Unternehmen schärfere Formen an­nimmt In der Uhrenindustrie gab es, mit Ausnahme der Kuckucksuhrenherstellung, den erwarteten Rückgang. Die Auftrags­bestände sind zurückgegangen. Die Betriebe arbeiten vielfach auf Lager. Die Lage der Sägewerke hat sich weiter gebessert. Die Betriebe der Papierindustrie sind durch­schnittlich etwa zu siebzig Prozent, zum Teil sogar zu hundert Prozent ausgenutzt

Die Bauindustrie hat einen nicht nur sai- j sonbedingten Produktionsrückgang zu ver- j zeichnen. Durch den Kreditmangel waren I die Aufträge der öffentlichen Hand und die j private Bautätigkeit so gering, daß die Be­triebe schon vor Einbruch des Frostwetters schlecht beschäftigt waren, In der Nahrungs­

mittelindustrie wird zum erstenmal über stärkere Rückgänge der Umsätze geklagt Bei den Mühlen ist durch den Weizenmangel die Produktion unterbrochen worden. In der Tabakindustrie sind immer noch stärkste Produktionsdrosselungen notwendig, weil die Aufträge ausbleiben und schon bedeutende Lager vorhanden sind.

Rückläufige Preisentwicklung

F r e i b u r g. (W. S.-Eigenbericht.) Allge­mein besteht auch in Baden die Tendenz einer rückläufigen Preisentwicklung; die Ur­sachen sind verschieden. Im Handel liegen große Posten von Baumwollgewebe noch un­verkauft und lösen einen spürbaren Preis­druck aus. In der Elektroindustrie sind die Preise durch die starke Konkurrenz so sehr gedrückt, daß sie kaum noch die Herstellungs­kosten decken. Lediglich bei Spezialmaschinen und im Apparatebau ist eine merkliche Preisstabilität eingetreten.

Schwierigkeiten im Export

F r e i b u r g. (W. S.-Eigenbericht.) Die Be­mühungen vieler Industriegruppen, Aus­landsaufträge zu bekommen, haben nach einem Bericht der Industrie- und Handels­ kammer , von Ausnahmefällen abgesehen, noch keinen Erfolg gehabt. Immer wieder werde darauf hingewiesen, daß die erste Voraussetzung für den Export die Reise­möglichkeit ins Ausland sei. Bereits seit längerem exportierende Firmen der Textil­industrie berichten neuerdings über Schwie­rigkeiten, die wegen der Zollvorschriften beim Verkauf nach Südamerika aufgetreten sind. Dort wird der Zoll vom Bruttogewicht berechnet, und es ist bis jetzt noch nicht gelungen, eine geeignete leichte Verpackung zu schaffen. Die metallverarbeitende Indu­strie klagt darüber, beim Export wenig günstige Preise zu erzielen, der Landmaschi­nenexport wird durch Zollerhöhungen in einzelnen europäischen Ländern erheblich beeinträchtigt.

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Immer noch Wohnungsnot in Winterthur

Winterthur. Während. in der jüngsten schweizerischjein Volksabstimmung die Forderung des Wohnungsbaues durch dien Bund abg*eiebnt worden ist, müssen die Kantone und besonders die entwicklungsfähigen gröberen Städte in der Schweiz sich immer wieder zu weiteren Subven­tionen für Neubauten entschließen, weü die Wohnungsnot hier immer noch anhält. So sind m Winterthur 70 Familien mit rund ISO Erwach­senen und 180 Kindern noch in Notwohnungen untexgebracht, und zahlreiche neuvermählte Ehe­paare warten auif die Möglichkeit, eine eigene Wohnung zu beziehen. Der nichtsubventionierte Wohnungsbau kann der Nachfrage nicht in ge­nügendem Maße entsprechen. Der Stadtrat hat daher deim Großen Gemeinderate zu Händen der Stimmberechtigten ein achtes Kreditbegehxen zur Förderung des privaten Wohnungsbaues unterbreitet. Es handelt sich um die Fortset­zung der 1943 eingedeiteten Aktion, ihr die ins­gesamt 7,5 Mili. Franken vom Volk zur Ver­fügung gestellt wurden. Diese Kredite sind heute aufoiebTaucht: 2138 Wohnungen wurden damit subventioniert. Der neue Kredit von einer halben Million Franken soll erlauben, die wei­tere Bautätigkeit sidierzustellen.

Deutscher Experte für Züricher Bahnhofsausbau

Zürich . Der Regierungsrat und der Stad trat von Zürich sowie die Schweizerischen Bundes­ bahnen haben im Vorjahr beschlossen, das von den SBB. in engem Einvernehmen mit den Be­hörden des Kantons und der Stadt Zürich auf­gestellte Rahmemiprojekt für den Ausbau des Bahnhofes Zürich durch einen neutralen Ver- kehrsfadilmann begutachten zu lassen. Als Ex­perte wurde der bisherige Verkehrsdiiektor der Bi-Zone Deutschlands . Professor Dr. Frohne, Of­ fenbach , bestellt. .Er hat diesem Rufe Folge ge­leistet und den Auftrag vor kurzem angenom­men. Prof. Dr. Frohne ist ein Verkehrsfachmann von europäischem Ruf.

Grenzverkehr Deutschland—Schweiz

Z ü r i ch. Die Devisenbestimmungen im Klei­nen Grenzverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland sind seit Kriegsende so vielfach ge­ändert worden, daß sich die Beamten selbst nicht mehr durchfinden konnten und eine völlige Unsicherheit entstand. Wie die Schweizerische Deipaschenagentur nun mitteilt oder bestätigt, sind zur freien Ein- und Ausfuhr 5 Mark und 4,20 Franken oder D-Mark zugelassen. Auch das kann natürlich selbst für kurze Ein- oder Zwei­tagsreisen deutscher Grenzanwohner in die Schweiz nicht genügen: wünschenswert wäre ein Mindestbetrag von etwa 30 DM im Monat.

Internationales Kinderheim

Appenzell . Das am Sitze der UNESCO versammelte Exekutivkomitee der ..Föderation Internationale die6 Communautds d’Enfants" hat beschlossen, in der 6chweiz und in Luxemburg je ein Kinderheim zu gründen. Dementspre­chend soll in Trogen, dem Orte des Pestalozzi­dorfes. ein internationales Haus eröffnet wer­den, für dessen Bau che UNESCO einen vom

kanadischen Wiederaufbaiurat gestifteten Betrag von 2ö 000 Dollars ziur Verfügung stellen wird.

Volksbad und Volkspark ln Basel Basel . Einem im Großen Rat eingereichten Anträge entsprechend, gibt die Regierung von iBasel-Stadt ihre Pläne zur Umgestaltung des ge­gen. 100 000 gm umfassenden Areals des Kan- nemfeld-Gottesackers bekannt. Die Regierung schlägt die Schaffung eines Volksbades und eines Volksparkes vor. Ein Plamwettbewerb mit 20 000 Fr. Preisen soll der endgültigen GeMnrie- aufteilung voraufgehen.

Sittliche Verfehlungen eines Lehrers Basel. Vor dem baseWanöscfaaftikhen Strafgericht hatte sich ein 29 Jahre alter Lehrer wegen fortgesetzter unzüchtiger Handlungen, mit Kindern zu verantworten. Der Angeklagte hat in den letzten Jahren gegenüber mehr als einem Dutzend seiner Schüler sich sittlich schwer ver­gangen. Das Gericht berücksichtigte aber den

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unseres großen Roman - Preisausschreibens ■werden etwa innerhalb der nächsten 8 Tage zuqesandit. Die Namen der ersten 50 Gewin­ner veröffentlichten wir bereits am Samstag- Alle anderen, die richtig gelöst haben, über 8000 an der Zahl, erfahren den. Lohn ihrer Bemühungen in aller Kürze.

ausgezeichneten Leumund, den der Angeklagte im übrigen sowohl als Lehrer wie auch als Mensch genoß. Er wurde zu einer Gefängnis­strafe von 20 Monaten verurteilt.

Ein Buch von Degrelle vor der Beschlagnahmet Bern. Der ehemalige belgische Resisten» fü'hrer Leon Degrelle hat in der Schweiz ein Buch „La cohue de 1940) drucken lassen, das angeb­lich gegen Staatsoberhäupter und Regierungen (nicht schweizerische) Angriffe enthält und des­wegen in Belgien beschlagnahmt worden ist. Auf belgischen Antrag sind vorläufig die Druckplatten in der Schweiz beschlagnahmt worden. An sich würden Angriffe auf fremde Staatsoberhäupter und Regierungen kaum eine Handhabe zur Be­schlagnahme eines Buches in der Schweiz bieten, doch prüft die Bundesamwaltschaft z. Zt., ob in dem Buch Degrelles, der 6icb in Spanien aufhal­ten soll, auch Angriffe gegen die demokrati­sche Staatsordnung enthalten sind, was dann allerdings zur Beschlagnahme führen könnte.

Trio von Taschendieben

Genf . Der Untersuchungsrichter nahm ein Trio von italienischen Taschendieben ins Ver­hör, die im Januar nach zahlreichen Taschen- diebstählen verhaftet wurden. Sie haben 35 Diebstähle in Bern , 8 in Zürich , 6 in Lausanne und 15 in Genf auf dem Gewissem und dabei etwa 3000 Franken erbeutet. Es handelt sich un einen älteren Italiener und dessen lTjährigei Sohn sowie um einen dritten Komplizen. Du Bande war ähnlicher Diefostähle halber bererti in Paris einmal verurteilt worden.

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Kappel, den 20. Februar 1950 In tiefem Leid:

Die Gattin Berta Heine geb. Krachenfels; Familie Alfons Seemann, Zimmermeister, Fischbach, z. Zt. vermißt; Fam. Josef Reinbold, Landwirt und Baum­wart, Kappel; Der Bruder David Heine, Landwirt, und Familie, Kappel, nebst Anverwandten.

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