SUDKURIER
Nr. 160 / Seite t
Soldateniriedhol in Badenweiler Badenweiler
. Am Totensonntag wurde in Badervweiler der erste größere Soldatenfriedhof ein Oberrhein feierHdi eingeweiht. Trotz des strömenden Regens war die Bevölkerung des ganzen Markgräflerlandes zahlreich ersthdenen ond audi viele Angehörige der hier begrabenen Soldaten aus dem ganzen Bundesgebiet. Ueber dem Kurort Badenweiler , auf einem Ausläufer des Schwarawaldes, liegt das schlichte Gräberfeld, das aus Mitteln der Bevölkerung geschaffen worden ist.
Freiburg . 332(7 Tote forderten Fliegerangriffe während des Krieges in der etwa 103 000 Einwohner zählenden Stadt Freiburg im. Breisgau, die am 217. 11. 44 durch einen Angriff besonders schwer getroffen wurde. Nach eiaer Aufstellung des Statistischen Amtes der Stadt wurden während des Krieges 3(7 Fliegerangriffe mit Bombenabwurf oder Bordwaffenbeschuß auf das Stadtgebiet gezählt. Bei 28 Angriffen waren Personenschäden zu beklagen. Beim Angriff vor 6 Jahren wurden nach einer aus der Kriegszeit stammenden Aufzeichnung 2000 Personen getötet, 4000 verwundet und 20 000 obdachlos. Dabei waren allerdings die unter Trümmern verschütteten Personen und die außerhalb der Stadt in Kanken- ääusem aufgenommenen Verletzten nicht restlos festgestel'lt und berücksichtigt worden. Nach später vorgenommenen Ermittlungen kamen während das Krieges insgesamt 2870 Personen ums Leben, von denen 113 nicht identifiziert werden konnten. Ungewiß ist ferner das Schicksal von 457 Vermißten, über die seit den Luftangriffen Angaben fehlen. Bei der Mehrzahl dieser Vermißten muß damit gerechnet werden, daß sie nicht mehr am Lehen sind. Nach dem jetzigen Stand dar Nachforschungen ist die Gesamtzahl der Fliegeropfer Freiiburgs auf 3327 angestiegen.
Fabrikant Emil Kern f
Ottenburg. Der dn ganz Südwestdeutschland bekannte Inhaber der Firma Offenburger Seifenfabrik und deren Schwasterfirma Dreik&rn-Werk GmbH. Chemische Produkte in Offenburg , Fabrikant Emil Kern, ist im hohen Alter von 78% Jahren gestorben.
Geständnis oder Geltungssucht!
Offenburg . Im Laufe seiner weiteren Vernehmung erklärte der 53jährige Händler Josef Ritter aus Lahr , der wegen grauenvoller Ermordung eines jungen Mädchens und einer Frau festge- nornmen wurde, daß er als krimineller Häftling in einem KZ seinerzeit noch etwa 60 Menschen umgebracht habe. Er will andere Häftlinge gegen die Hochspannungsleitungen des iCZ’s getrieben haben, um sich an Auren Leiden zu erfreuen. Die Untersuchungsbehörden werden die
Herders Volkslexikon, Vertag Herder, Fretburg
Ans dem dreibändigen „Neuen Herder" entwickelt, auf den neuesten Stand des Wissens gebracht, enthält dieser handliche Band im Oktav- fonnat über 2000 Spalten Text, 2700 Abbildungen, 50 Bildseiten, zum Teil in Vierfarbendruck und eine große sechsfanbcige Kartenbeilage, ferner 175 Tabellen. Die eingestreuten Bilder sind zum großen Teil drucktechnisch ausgezeichnete Wiedergaben von Fotografien. Das Lexikon, das den katholischen Standpunkt vertritt, kann als umfassend im weitesten Sinne bezeichnet werden und wird auch abweichenden Standpunkten in hohem Maße gerecht (siehe etwa die Stichworte Luther oder Sozialismus). Sogar der vielumstrittene russische Züchtungsforscher Lyssenko wird als lexikonreif empfunden. Das Werk .ist gine Jubiläumsgabe des Verlages zu seinem 150jährigen Bestehen. Da die erste Auflage bereits vor Erscheinen vergriffen war, befindet sich ene Neuauflage im Drude.
Angaben genauester^ prüfen, um festzustellen, oh die Selbstbezichtigung nicht auf ein krankhaftes Geltungsbedürfnis zurüdezuführen ist.
Siebenjähriger zündet Kirche an Kehl . Als der Pfarrer der katholischen Jeanne- <TAre-Kirche auf der Straßburger Rheinserite in den Nadimitt.agBstunden das ganz aus Holz erbaute Gotteshaus betrat, mußte er zu seiner Bestürzung feststellen, daß an mehreren Stellen am Altar und im Kirchenschiff selbst Feuerherde sich zu entwickeln drohten. Die alarmierte Feuerwehr konnte glücklicherweise den inzwischen um sich gegriffenen Brand in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder eindämsnen. Der angerichtete Schaden ist dennoch außerordentlich hoch. Die Vermutung, daß hiev nur Brandstiftung vorliegen konnte, erwies sich im Laufe der Untersuchung als richtig. In einem siebeajährigen Knaben, der in unmtitelbarer Nähe der Kirche wohnt, ermittelte man den Brandstifter. Er gab auch ohne weiteres seine Tat zu mit der Begründung, daß er einmal „ein schönes Feuer sehen wollte". Zu diesem Zweck hatte er in erster Linie rund um den Altar mehrere Feuerstellen angelegt und sie dann auch zur Entzündung gebracht. Für die Eltern des Kindes dürfte dieses „Feuerchen- Spiel" Aires Sohnes noch ein unangenehmes gerichtliches Nachspiel haben.
Stromeinsparung und Weihnachtsdeikoration Mannheim . Die Stadtverwaltung Mannheims fordert die Bevölkerung und die Wirtschaft der
Stadt auf, den Stromverbrauch so stark wie möglich einzuschränken. (Die Gefahr eines Zusammenbruches der Stromversorgung liege bereits nahe. Der Kohlenvorrat des Mannheimer Dampfkraftwerkes reiche nur für wenige Tage aus. Zur gleichen Zeit aber montiert die Mann heimer Stadtverwaltung für die Adventswochen in den Hauptverkehrsstraßen Liehterketten mit Hunderten, von Birnen.
Nene Kasernen für Amerikaner
Heidelbeng. In Heidelberg -IRohrbach ist vor wenigen Tagen mit dem Bau neuer Kasernen für amerikanische Truppen begonnen worden. Außerdem sollen in Rohrbach in Kürze ein Warenhaus, ein Schulgebäude, mehrere Wohnhäuser und ein Schwimmbad für Amerikaner gebaut werden. Erst vor kurzem war in diesem Stadtteil in unmittelbarer Nachbarschaft des europäischen Hauptquartiers der amerikanischen Truppen ein großer Wohnblock für Angehörige von ßesatzungssol- daten fextiggestellt worden.
Falsch geschaltet
Frankenthal . Mit einem eigenartigen und bis jetzt wohl einmaligen Fall der Steuerhinterziehung wird 6ich in der nächsten Zeit das hiesige Landgericht zu befassen haben. Ein 24 Jahre alter Student hatte sich dn den Rahmen einer 20O-acm- Maschine den Motor eines 500-cem-lBMIW-Motor- rades eingebaut und konnte so auch fast ein Jahr lang die Polizei und die zuständigen Stellen düpieren. Allerdings wird der schlaue Student, der aus Geldnot auf diese Idee gekommen war, nun bitteres Lehrgeld zahlen müssen.
Süddeutsche Umsehau
Autojagd mit Hindernissen Stuttgart . Am Montagnadraiittag hatte in Stutt - gar ein Kriminalbeamter den Fahrer eines Personenwagens, dessen Papiere nicht in Ordnung waren, festgenommen. Der Beamte, der den Mann zur weiteren Ueberprüfung der Ausweise zum Polizeipräsidium bringen wollte, benutzte dazu den Wagen des Festgenomunenen. Vor dem Präsidium in der Dorotheenstraße stieg der Kriminalbeamte ans. Der Lenker des Kraftwagens aber gab Vollgas und raste davon. Der Kriminalbeamte klammerte sich an dem Wagen fest und wurde eine Strecke weit mitgesdileift. Ein Taxifahrer, der den Vorfall beobachtet hatte und annahm, daß es sich um einen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht handle, verständigte den nächsten Verkehrssdiutzmann und verfolgte mit diesem zusammen in seiner Taxe den flüchtigen Fahrer. Sie konnten ihn auch bald einhole.i. Der Ver- kehrsposten nahm den Fahrer jetzt wegen des angeblichen Verkehrsunfalles und Fahrerflucht fest. Der Fahrer stritt alles ab, worauf ihn der Verkehrsiposten aufforderte, zur „Unfallst-eflle” zurückzufahren.. In der Nähe der Gördelerstraße fingierte der Fahrer einen Motordefekt. Der Festgenommene bat den Verkehrsiposten, doch auszusteigen und den Wagen etwas anzuschiie- ben. Der Polizeibeamte tat ihm den Gefallen. In diesem Augenblick gab der Fahrer Gas und brauste davon. Der Verkehr&postsn nahm nun mit einem anderen Fahrzeug erneut die Verfolgung auf. Er konnte jedoch nur nodi den leeren Wagen auffinden. Von dem Fahrer fehlt einstweilen jede Spur.
63 Millionen DM Soforthilfe Stuttgart . Im Landesbezirk NordiWürttemberg sind im August und September dieses Jahres insgesamt 8 603 240 DM aus der Soforthilfe ausgezahlt worden. Wie aus einem Bericht des würt- tembergisch-badischen Innenministeri ums hervorgeht, gliedert sich diese Summe, wie folgt auf:
lOO iJVTTJhterhaftislurfen, 2 ’$ 471 cfl 5 M! Unter- ~ haltszusdiü-sse, 1110 (MO DM Hausratshilfen, 402 150 DM Existenzaufbauhilfen, 163 290 DM Ausbildungshilfen, 51950 DM für Jugendheime
RCUtdfCUtU
Südwestfunk (SWF); Stuttgart (St) Beromünster (Be); Vorarlberg (V)
DONNERSTAG, 30. November: SWF ; 6.45 Marktberichte; 9.00 Prof. Heisenberg , Atomforschung (Schulfunk); 11.30 Schwäbisch gschwätzt ond gsonge (Tübingea); 11.50-ßaura- poscht! (Tübingen ); 12.00 Tuberkulose -Bekämpfung beim Rind (Freiburg ); 16.00 Sang und Klang dm Volkston (Tübingen ); 16.45 Julius Bahle , der geniale Mensch; 17.40 Mir lachet (Tübingen ); 16.00 Alemannische Chronik (Freiburg ) 18.20 Jugend spielt füg Jugend;
20.30 Hab oft im Kreise der Lieben; 21.00 Racine, der Dichter des Sonnenkönigs, Hörfolge;
22.30 Ordiesterkonzeit, Haydn , Mozart Grieg . Chabrier . — St: 6.40 Von Andreas bis Wodn ra*c (Hedimatpost); 9.05 Marktrund9chau; 11.45 Gespräch auf der Ofenbank (Landfunk); 15.30 Orgelkonzert; 17.45 Aus einem alten Handwörterbuch; 18.25 Melodien aus Wagner- Opern? 20.05 ,,Halben wir gelacht" — aus bunten Veranstaltungen; 22.05 Gertrud Eysolöt erzählt von Max Reinhardt ; 23.50 Nacht-Feuilleton. — Be: 10.20 Bei den : Tocana-Indfianern (Schulfunk); 11.55 Französische Volkslieder;
16.30 Klavierquintett op. 23 von Pfitzner? 19.05 Akkordeon-Musik; 20.00 Leichte Musik; 20.45 Die WoHsmildnwirfeschaft, Hörsipiiel; 22.05 Lieder von Krenek , gesungen von Julius Patzak ;
22.30 österreichische Bauerntänze und Walzer. — V; 16.00 Pariser Symphonieo-rchester;
18.00 ,,Der neue Assistent”, aus Roman von A. J. Cronin.; 18.30 Lieder von Schuman und Franz; 20.15 „Der Irre von Chaillot”, Hörspiel nach Giraudoux ; 22.20 Sinnvolle Zusammenarbeit neuzeitlicher Verkehrsmittel; 22.35 Tanz.
FREITAG, 1. Dezember: SW!F: 6.45 Marktberichte; 11.30 Für den Heimatfreund (Freiburg ); 12.00 Zeit im Gespräch (Freiburg ); 12.10 Für die Landfrau (Riheinfunk) ? 15.45 Helene von Nostdz, eine wahre Europäerin; 16.30 Pem berichtet von seiner Deutschlandreise; 17.30 Welt und Wessen. ; 18.00 Schwäbische Kunde (Tü bingen ); 18.20 Die ideale Mitarbeiterin; 20.00 Bunte, klingende Fiilmschau; 20.45 Kinder, die Angst haben? 21.00 Crchesterkonzert: Franck und Dvorak ; 22.30 Kammermusik: Prokofieff und Miaskowsky; 23.15 Die Iden des März? 23.35 Paris im Chanson. — St: 9.05 Markt- rundisdiau; 15.00 Aus dem Dreißigjährigen Krieg (Schulfunk)? 15.30 Der Kalendermann (Kinderfunk); 17.45 Uhrmacherschule Furtwan- gne; 20.05 Symphociflekonzert, Werke von Bu- soni, Raspighi, Rossini; 21.10 Der Mensch in der Zeit, Gespräche; 22.05 Tanz; 22.45 Schmun- zelecke. — Be; n.45 Südamerikanische Musik; 14.00 Frauenstunde; 15.20 Aus Mürcbendichter Andersens Jugend; 16.30 Klaviarwerke von Scriabine ; 20.00 Lieder im Volkston, gesungen vom Zürcher Radiochor; 20.45 Blechbläser- quartett? 22.05 Kunstecke. — V: 16.55 Berufskrankheiten in der Textilindustrie; Iß.OO Gedichte von Hermann Hesse ; 19.15 Stunde der Wirtschaft 1 ; 20.15 Tiroler 3auemkalendea? 21.00 Orchester der Welt? 22.20 Kleiner Melodienreigen.
und 46 000 DM für Schulinternate. Seit Beginn der Soforthilfe sind in Nordwürttembeig insgesamt 63 134 600 DM ausgezahlt worden.
Maul- und Klauenseuche In Stuttgart Stuttgart . In den SchLadilihöfen Stuttgart und EßHngen ist am Montag bei mehreren Tieren die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Wie vom Landw’irtsdiaftsmimisteriuim Stuttgart bekannt wurde, ist die Seuche mit einem Viehtransport aus Norddeutschland eingeschleppt worden.
Düsenjäger abgestürzt
Schwäbisch-Hall . In unmittelbarer Nähe der Gemeinde Ilshofen dst ein amerikanischer Düsenjäger abgestürzt. Die Maschine, die auf dem Flugplatz Neubiberg bei München , stationiert war, explodierte beim Aufschlag. Der Pilot wurde über 400 Meter aus dem Flugzeug herausgeschleudert und getötet. Er hatte versucht, notzulanden, war aber mit der rechten Tragfläche seiner Maschine an einem Baum am Ortsrande von Ilshofen hängengeblieben. Infolge des Absturzes wurden in der Ortschaft zahlreiche Bäume geknickt, eine Scheune aibged-eckt und ein Gebäudieschaden von 6000 DiM verursacht.
Wohnungen für Amerikaner
Schwäbisch Hall . Die am Ortsrand von Hessen thal für amerikanische Familien errichteten zwei Wohnblocks wurden den amerikanischen Besatzungsbehörden übergeben. Die beiden Gebäude, von denen jedes rund 500C00 DM gekostet hat, sind in der Rekordzeit von fünf Monaten errichtet worden. Bauherr ist das Land Württemberg- Baden, dem vom Bund die Errichtung der beiden Wohnblocks zur Auflage gemacht worden war. In jedem der Häuser können 12 Familien untergebracht werden. Diie Inneneinrichtung ist ganz in amerikanischem Stil gehalten.
Nichts Neues um Monika Gwinner Ludwigsburg . Die Ludwigsburger Poliizeid4rek- ticm veröffentlichte eine Erklärung zum Fäll Monika Gwinner, dem siebenjährigen Mädchen, da« seit mehreren Monaten vermißt wird. In der Erklärung hedßt es, daß sich keine neuen Momente ergeben hätten, die zur Aufklärung dieses Falles dienen könnten. Die Polizei befaßt sich weiterhin mit dem Fall.
Ehrenmal für die Opfer des Luftkriege« Ulm . Am Vorabend dies Totensonntags wurde von Oberbürgermeister Pfizer auf dem Gelände des ehemaligen „Sonnenbunkers” in Söflingen ein Ehrenmal für dde Opfer des Luftangriffes vom 22. 2. 1945 eingeweiht. Damais wurde der Sonnenbunker, in den über 200 Personen geflüchtet waren, durch einen Volltreffer zerstört und 146 Menschen, zum größten Teil Frauen und Kinder, getötet. Das Ehrenmal wurde von den Ulmer Bildhauern Gebrüder Scherer geschaffen.
Die Dorischelle kommt ins Miuseum Balingen. Allgemein hat sich bei uns noch immer die seit Generationen geübte Sitte erhalten, daß der Dorfbüttel die Rathausneuigkeiten in allen Landorten „aussdiellt”. Sie dürfte aus der Zeit stammen, da Lesen und Schreiben noch nacht zur Allgemeinbildung gehörten. In den beiden Albdörfem Lautlingen und Laufen im Kreis Ba lingen fanden wir eine moderne Einrichtung, die große Vorteile in der ach so schwierigen Abwicklung der dörflichen Amtsgescfaafte mit stich bringt und — den Bewohnern viel Aerger erspart: den Gemeinderundfunk. Mittags und abends schallt durch die ländlichen Straßen eine Stimm« aus dem Aether: „Häer spricht der Bürgermeister” und gibt das Neueste vom Tage — Vereinsnachrichten, Mitteilungen der Sparkasse, Unglücks- fälle usw. — bekannt. Eilige Rufe an die Feuerwehrmänner werden natürlich zu jeder Tagesund Nachtzeit durchgegeben und zwar mit einer Lautstärke, die auch den verstocktesten Schläfer weckt. Die Dorfschelle aber wird als Museumsstück ihre Würdigung finden.
Was stimmt da nicht?
BUdertcherz Nx. 25 des SOdkurier: Kupfer, Messing und Zinn ist knapp — Metallsa mm lu ng im ersten Weltkrieg, im Oktober 1915. Zu Bergen häufen sd* die abgelieferten Mörser, Kessel, Kannen, Wannen, und selbst Vogelkäfige dienen der Rüstung. (Aufnahme aus dem Besitz des Rosgartenmuseums, Konstanz .)
Auflösung von Bilderscherz Nr. 24: Der Vogel links neben dem Dach des Modells der drei- hundertjährigen Meersiburger Schloßmühle ist ins Bild hineinietuschiert.
Den Preis von DM 10.— erhält: Dorle Fuchs, Mühlhausen (Hegau )
Ferner ermittelte das Los zehn weitere Einsender richtiger Lösungen, die durch Nennung ihrer Namen an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Bruno Schmidt, Ueberlingen a. B.; Hermann Berchtold, Singen, Am Graben 22 1 Anni Peschek, Bodnegg , Krens Ravensburg) Josef Qsenäpy, Konstanz , Brauneggerstraße 16) August Bösinger, Mönchweiler , Königsfelder Straße 7; Fritz FluhT, Erzingen , Kreis Waldshut ) Josefine Schmiedel, Brenden (bei Tiengen ), Hans Nt. 10, Robert Apel, Hegne, Haupts!:.; Komel Kaltenbach, Schonadi; Emma Schwarz, Stockach , Radolfzeller Str. 5.
Mensch — oder Vogel
Die Lösung der Aufgabe war das letzte Mal wieder etwas schwieriger, obwohl die Aenderung, die wir an dem Bild angebracht hatten, darin bestand, daß etwas ins ©ild hineingemogelt wurde, das offen vor aller Augen lag. Schon, als wir vor der Veröffentlichung des Bildes ein paar Stichproben machten, merkten wiir, daß es dieses Bild „in sich" hat. Wenn wir unseren „Versuchspersonen" dann den Vogel zeigten, faßten sie sich an den Kopf und sagten: „Ja, daran habe ich gar- nicht gedacht... Ich hatte mir die Losung schwerer vorgeste’Ht!" — So ergeht es uns oft: Das, was ganz offen vor einem liegt, wird nicht genauer untersucht — eben deshalb, weil es so frech vor unserer Nase steht.
Woran knüpften nun aber die Ueberlegungen vieler Leser an? An den Mann, der rechts neben der Mühle steht. Es ist der Erbauer des Modells, der Mechanikermeister Robert Walter aus Mühlhofen. Das stand fest. Aber hatte er die „rich
tige” Größe? Er stand bei der Aufnahme näher zur Kamera als das Mühlrad, also dst es kein Wunder, daß er ziemlich groß erscheint. (Es ist ähnlich wie bei den Riesenschuhen eines liegenden Menschen auf Scherzfotografien, wo die Schuhe deshalb so groß erscheinen, weil sie dem Objektiv näher sind als zum Beispiel der Kopf dieser Menschen).
Und nun zum Vogel, einer Schwalbe: Es ist unwahrscheinlich, daß im Museum edae Schwalbe fliegt, und würde sie fliegen, so wäre es unwahrscheinlich, daß sie zufällig mit auf die Aufnahme kommt. Wäre aber dieser Fall wirklich einge- treten, so würde die Schwalbe, aus so naher Entfernung aufgenommen, niemals so scharf auf der Fotografie abgebildet sein können, und schon gereicht im Jahre 1906) Denn sie fliegt in 1/100 Sekunde 10 bis 20 Zentimeter wedtl (Versucht mal, mit einer gewöhnlichen Kamera einen Fußball im „Schuß” aus 3—4 m Entfernung zu knipsen). Also: Die Schwalbe ist ins Bild hinein- kopiertl
Blick über die Orenze
Internationale Taubenauss teilang
Römanshorn. Zftft 1. Internationalen Tau*' benausstellung, einer großen Sdiau mit 3000 Tieren aiis aller Welt, fanden sich an drei .Tagen mehr als 2500 Besucher ein. Der Katalog mit der Bewertung der Tiere wurde von überallher gewünscht, sogar aus Bombay, Kapstadt und andern fernen Städten. Zur österreichischen und deut schen Delegation, die bereits anläßlich der offiziellen Eröffnung begrüßt werden konnten, gesellten sich noch eine französische und eine italienische Abordnung. Auch in diesen Kreisen wurde der 1. Internationalen Taubenausstellung sowohl hinsichtlich ihrer Reichhaltigkeit wie der Qualität des Ausstellungsgutes hohes Lob gezollt.
Der rote Punkt an der Windschutzscheibe
Zürich . Die Zürcher Autofahrer wollen durch einen roten Punkt an der Windschutzscheibe bekunden, daß sie. „doch bessere Menschen” sind. Dieser rote Punkt ist vom Sekretariat des Automobilklubs käuflich zu erwerben, und der Fahrer verpflichtet sich, in jenen Tagen, wo er ihn an die Scheibe heftet, sich nach Kräften zu bemühen, keine Fußgänger anzufahren.
Zum Reiseverkehr Deutschland —Schweiz
Zürich . Um irreführenden Vorstellungen in Kreisen des Fremdenverkehrsgewerbes über den deutsch -schweizerischen Reiseverkehr zu begegnen, teilt die Schweizerische Zentrale für Ver- kehnsförderiing auf Grund einwandfreier Informationen mit, daß gemäß den Beschlüssen der OEICE die Bundesrepublik Deutschland fortan Devisen im Rahmen einer Jahreskopfquote von 600 DM für Erwachsene und 300 DM für Kinder unter M Jahren für den nichtgeschäftlichen Reiseverkehr nach allen Mitgliedsstaaten der OECE , also auch der Schweiz , bewilligen wird, vorerst aus Devisengründen allerdings nur für Einzelreisen. Schwierigkeiten in der Zuteilung von Reisedevisen seien bisher nicht aufgetreten und auch nicht zu befürchten. Die Wjederzulassung
von Gesellschaftsreisen zum frühestmöglichen Zeitpunkt ist vorgesehen. Üebrigens befinden sich in den Händen der deutschen Reisebüros noch ansehnliche Devisenbeträge aus dem ehemaligen deutsch -schweizerischen Reiseabkommen, die der schweizerischen Wintersaison bis in die ersten Monate des Jahres 1951 zugute kommen werden. Ein Anlaß zur Befürchtung einer Spene für die Zuteilung von Devisen liegt nicht vor. Für geschäftliche Reisezwicke werden wie bisher Devisen von Fall zu Fall je nach Bedeutung des Geschäftes bewilligt. Aus alldem schließt man m der Schweiz , daß der deutsch -schweizerische Reiseverkehr nicht nur keine Unterbrechung erfahren, sondern sich vielmehr im Rahmen des bestehenden freundnachbarlichen Verhältnisses weiter normalisieren wird.
Bern . Wie günstig die Sterbeverhältnisse in der Schwedz zur Zeit liegen, geht u. a. daraus hervor, daß die Zahl der Gestorbenen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um nahezu 3000 oder 9,5 Prozent gegenüber dem bereits vorzüglichen Stande von 1940 zurückging. Neben der Bekämpfung der Alterskrankheiten hat dazu insbesondere auch die Tuberkulose-Erkrankungen beigetragen, denn, so schließt eine Mitteilung des Eidgenössischen Statistischen Amtes, die Tuberkulose-Sterblichkeit verminderte «ich in den letzten Monaten ungewöhnlich stark, im Durchschnitt um rund 20 Prozent.
Neuer Fall von Kriegsdienstverweigerung
Bern. Ein unbescholtener Schafhirte, Angehöriger der „Zeugen Jehovas ”, der während des letzten Krieges noch als Flak-Kanonier eine in die Schweiz einfliegende deutsche Jagdmaschine abgeschossen hatte, wurde jetzt zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er sich weigerte, je wieder Militärdienst zu leisten. Vom Richter gefragt, wer für seine Frau sorgen werde, wenn eT ins Gefängnis komme, erwiderte der Dienat- verweigerer: „Jehova wird für sie soigen.”
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