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UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET

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NUMMER 164

MITTWOCH 27. DEZEMBER 1950

6. JAHRGANG

Friedensappell des Papstes

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»Für die Kirche stellen West und Ost keine Wesensgegensätze dar“

VATIKANSTADT . Einen dringenden Friedensappell richtete Papst Pius XII. in seiner diesjährigen Weihnachtsbotschaft an die Welt. Die Kirche ersehne den Frie­den nach innen und nach außen. Die erste große Aufgabe der heutigen Zeit sei die Herstellung des inneren Friedens in den einzelnen Völkern. Alle Glieder des Vol­kes müßten als Subjekte und nicht als Ob­jekte des sozialen Lebens gewertet wer­den. Bemühungen um eine wohlverstan­dene soziale Sicherheit seien die unerläß­liche Vorbedingung für einen inneren Frie­den. Deshalb habe die Kirche auch mit wachsender Eindringlichkeit immer wieder auf den notwendigen Kampf gegen die Ar­beitslosigkeit hingewiesen. Alle, die ihre eigenen Interessen über die der Gesamt­heit stellten, gefährdeten den inneren Frieden, den die Völker nur von Menschen, Regierenden oder Regierten, Führern oder Gefolgschaft, erwarten könnten, die ihre Ziele dem Wohle der Gemeinschaft an­paßten. Die große Zahl der engen und kleinlichen Geister, der Egoisten und Er­folgjäger stellten bei den unleugbar vor­handenen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Gefahr dar. Die Grundlagen der industriellen kapitalisti­ schen Ordnung hätten sich gewandelt und die Gemeinsamkeit der Unsicherheit sollte das Bewußtsein der gegenseitigen Mitver­antwortlichkeit wecken. Der Papst forderte insbesondere, daß man sich der Nöte des Flüchtlings annehme. „Solltet ihr euch nicht eipsfühlen mit ihm, dessen trauriges Los von heute das eurige von morgen sein könnte?“, fragt der Papst. Der Geist der Solidarität müsse zum Angelpunkt der so­zialen Ordnung werden.

Nicht nur der innere, sondern auch der äußere Frieden werde durch Menschen ge­fährdet, die mit der Gegenwart unzufrie­den sind. Diese Unzufriedenheit sei für die :. Gewaltgläubigen, das Recht und die Liebe ißachtender Angreifer eine mächtige äffe. Wem das Wohl aller Völker ehrlich äm Herzen liege, der müsse danach trach­ten, daß alle Völker, die Herren ihres Ge­schickes sind, in enger Solidarität zusam- r Inenstehen, denn ihre Einigung und wech­selseitige Hilfe sei das einzige Mittel zum Schutz des Friedens und die beste Gewähr • für seine Wiederherstellung. Heute sei der Weltfrieden in größter Gefahr. Ein neuer Krieg aber würde in einem solchen Aus­maß Tod und Verderben bringen, daß die i .Erde wüst und leer würde, eine Einöde und ein Chaos. Zur Ueberwindung des .Mißtrauens zwischen den Völkern sei es erforderlich, daß die Schranken geöffnet und die Drahtverhaue beseitigt würden, die die Völker heute voneinander trenn­ten. Jedem Volke solle freier Einblick in

das Leben aller anderen gegeben werden.

Der Papst bedauerte, daß viele Millio­nen gläubiger Katholiken durch den Eiser­ nen Vorhang die Verbindung mit dem gei­stigen Zentrum der Kirche verloren haben, von denen viele schwere Verfolgungen er­leiden müßten. Ihnen sandte der Papst be­sonders seine väterlichen Grüße. Es sei der heiße Wunsch der Kirche, fuhr Papst Pius fort, an der Beseitigung der Schranken zwischen den Völkern mitzu­helfen. Für die Kirche stellten Ost und West keine Wesensgegensätze dar, sondern beide seien Teilhaber an einem gemein­samen Erbe, zu dem sie machtvoll bei­gesteuert hätten und berufen seien, auch in Zukunft beizusteuern.

Mit aller Leidenschaft wandte sich Papst Pius XII. gegen den Vorwurf, daf} die Kirche den Krieg wolle und zu diesem Zwecke mit den „imperialistischen Mäch­ten“ zusammenarbeite. Auf eine so bit­tere Kränkung könne er nur antworten.-. „Durchforscht die stürmischen zwölf Jahre unseres Pontifikates, überprüft jedes über unsere Lippen gekommene Wort, jeden von unserer Feder geschriebenen Satz: Ihr werdet dort nichts finden als Ansporn und Anregung zum Frieden“.

Zu Beginn seiner Botschaft hatte der Papst die Auffindung des Grabes des Apo­stels Petrus bekannt gegeben, das genau unter dem Hochaltar des Petersdomes liege. Die geschichtliche Wirklichkeit des Grabes sei erwiesen. Man habe aber am Rande des Grabes aufgefundene Gebeine nicht mit Sicherheit als die sterblichen Ueberreste des Apostels nachweisen kön­nen.

Zum Heiligen Jahr erklärte der Papst, daß es alle Erwartungen der katholischen Kirche voll erfüllt habe.

Kalenderreform in Prag PRAG

. Das neue Jahr wird allen Zwei­gen der tschechoslowakischen Wirtschaft, den Regierungsstellen und Verwaltungs­behörden einen neuen Kalender bescheren, mit dem den Interessen der tschechoslowa­ kischen Planwirtschaft gedient werden soll. Grundlage der Kalenderednteilung sind nicht die Monate, sondern die Wochen. Das Jahr 1951 wird in vier gleiche Ab­schnitte zu je 91 Tagen aufgeteilt. Der Ka r lender sieht also nur 364 Tage vor. Ueber den 31. Dezember 1951, den Silvestertag, ist noch nicht verfügt Die Monate tragen die Kennziffern eins bis zwölf und heißen im Gegensatz zu den herkömmlichen „Wirtschaftsmonate“. Jeder Wirtschafts­monat hat genau vier oder fünf Wochen zu je sieben Tagen. Alle Monate beginnen mit einem Montag und enden mit einem Sonntag. Der dritte Monat hat 5 Wochen.

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45 000 Gläubige wohnten am Heiligen Abend der Mitternachtsmesse bei, die Papst Pius XH. im Petersdom zelebrierte.

. In Bethlehem fanden am Weihnachtstage die traditionellen religiösen Feiern statt. Zahl­lose Wallfahrer pilgerten zur Geburtskirdie, wo der Patriarch von Jerusalem den Gottes­dienst abhielt.

Der Präsident der pfälzischen Landeskirche, D. Stempel, hat von der französischen Re­gierung die Erlaubnis erhalten, über Weih­ nachten und Neujahr deutsche Gefangene in französischen Gefängnissen zu besuchen.

Das Schwurgericht in Jever (Niedersachsen ) verurteilte fünf ehemalige Nationalsozialisten xu Zuchthausstrafen. Sie wurden für schuldig befunden, eine Synagoge niedergebrannt und jüdische Wohnungen geplündert zu haben.

Die kanadische Regierung hat das Parla­ment um Genehmigung ersucht, ein Expe­ditions-Corps in Stärke von 10 000 Mann nach Europa zu senden.

Das französische Innenministerium hat einen Gesetzentwurf über den Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten ausgear­beitet, der in einer der nächsten Kabinetts- Sitzungen beraten werden soll.

Der amerikanische Senat bewilligte das neue Zivil-Verteidigungsprogramm, das die Bevölkerung vor Atombombenangriffen schüt­ten soll. Das Programm wird 3,1 Millionen Dollars kosten.

In Washington wurde mitgeteilt, daß die Vereinigten Staaten etwa 30 Bomber vom Baumuster „Z 36“ zur Unterstützung der französischen Streitkräfte nach Indochina schicken würden.

Einem dringenden Aufruf des amerikani- *chen Roten Kreuzes zu "Blutspenden für die ÜN-Truppen in Korea folgten über dieWeih- ■achtsfeiertage nur zwei Personen.

Der schwedische Ministerpräsident Erlander erlitt mit seiner Familie einen Autounfall.

: Bei einem Straßenbahnunglück in Bochum ms. -W urde ein 24jähriger Mann getötet, vier Fahr- |Xäste schwer und 16 leicht verletzt.

Der mexikanische Staatspräsident Aleman Bberwies dem mexikanischen Kongreß eine Vorlage über verschärfte Maßnahmen gegen Spionage und Landesverrat.

Das von der tschechoslowakischen National- - Versammlung angenommene »Friedensschutz- Gesetz“ wird auch gegen Lebensmittelham- •terer und Nahrungsmittel-Verschwender an- ; tewendet werden. Das Gesetz sieht Gefäng- itrafen bis zu 35 Jahren vor.

Die bulgarische Nationalversammlung nahm ein Friedensschutz-Gesetz einstimmig an, das Gefängnisstrafen bis zu 35 Jahren für „Kriegs-Propaganda“ vorsieht.

Das Fürstentum Liechtenstein hat nach einer Volkszählung im Dezember eine Wohn­bevölkerung von 13 571 Personen.

Mit den Stimmen aller anderen Parteien lehnte der Schweizer Nationalrat einen kom­munistischen Antrag ab, die für die Flücht­lingshilfe in der deutschen Bandesrepublik vorgesehenen eidgenössischen Staatsmittel zu streichen.

Der Chefredakteur der „Basler Nachrich­ten“, Dr. Albert Oeri , ein Großneffe Jacob Burckhardts , starb in Basel im Alter von 75 Jahren.

In dem brasilianischen Staate Espiritu Santo entgleiste ein überfüllter Eisenbahnzug und stürzte in einen Abgrund. 17 Personen wurden getötet und über 166 verletzt.

Die Cholera-Epidemie, die in der indischen Provinz Bihar ansgebrochen ist, hat in den letzten drei Tagen weitere 566 Todesopfer gefordert. Insgesamt wnrden bisher 1506 Per­sonen durch die Epidemie getötet.

Im Himalaja -Staat Nepal sind die Aus­einandersetzungen zwischen der aufständi­schen Kongreßpartei und den Anhängern der- herrschenden Rana-Familie in den Weih­nachtsfeiertagen wieder aufgeflammt.

Ein 1566 Tonnen großer bri ischer Frachter geriet im westlichen Mittelmeer in Brand und mußte von der Besatzung aufgegeben werden. Die Besatzung wurde durch ein französisches Schiff gerettet.

Polizeistreitkräfte töteten bei einem An­griff auf einen Urwaldstützpunkt der Auf­ständischen im Staate Ohore in Malaya sechs Gorillas. Die Polizisten hatten einen Toten und fünf Verwundete.

Die Vnlkanforscher am Aetna melden wie­der unaufhörliches Hervorquellen weiterer Lavamassen aus mehreren Nebenkratern des Vulkans.

15 666 Mark Unterstützungsgelder, die an Arbeitslose ausgesahlt werden sollten, wur­den in einer Bankstelle in Gerrel im Land­kreis Oldenburg geraubt. Ein maskierter Bandit, der durch ein Kellerfenster in das Bankgebäude eingedrungen war, hatte den Leiter der Bank mit vorgehaltener Pistole zur Herausgabe des Tressorschlüssels ge­zwungen.

Am 34. Dezember feierte die Witwe Eme- renzfit Hintereicher aus Altötting in Bayern , ihren 86. Geburtstag. Die Jubilarin hat 33 Kindern das Leben geschenkt.

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Kommunistischer Vorstoß nach Südkorea erwartet

Spähtrupptätigkeit am 38. Breitengrad - Brückenkopf Hungnam geräumt - Zivilbevölkerung verläßt Soeul

amerikanische X. Korps, befinden sich auf hinweg durch die See- und Luftmacht fest dem Wege, nach Südkorea , wo sie die Front mit dem amerikanischen Kontinent ver- der zur Abwehr des erwarteten kommuni- bunden. stischen Vorstoßes am 38. Breitengrad neu gruppierten UN-Truppen verstärken wer­den.

TOKIO . Di« erwartete Offensive der kommunistischen Truppen gegen die Ver­teidigungslinie der UN - Streitkräfte am 38. Breitengrad wird im Hauptquartier der amerikanischen 8 . Armee stündlich erwar­tet. Die nordkoreanischen und chinesischen Divisionen in einer Gesamtstärke von 80 0000—100 000 Mann haben ihren Auf­marsch abgeschlossen. Während der Weih­nachtsfeiertage kam es um den 38. Brei­tengrad nur zu örtlicher Spähtrupptätig­keit.

In einem Kommunique der amerika­nischen 8 : Armee wurde mitgeteilr, daß kleinere Gruppen rotchinesischer Einhei­ten mehrere Kilometer südlich des 38. Brei­tengrades unmittelbar gegenüber den Stel­lungen der UN-Truppen festgestellt wor­den sind.

Während an der Front um den 38. Brei­tengrad die Ruhe vor dem Sturm herrscht, wird die südkoreanische Hauptstadt Soeul von der Zivilbevölkerung geräumt. Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee hat die 700 000 Einwohner der Stadl aufgefordert, Soeul zu verlassen. Wenige Stünden nach dieser Aufforderung hatten bereits Zehntausende von Zivilisten den Han-Fluß im Süden der Stadt überquert Das sikfkoreanische Parlament ist nach der Hafenstadt Pusan übergesdedelt

Den - 7 seit Wochen hart umkämpften Brückenkopf Hungnam in Nordostkorea haben die amerikanischen Truppen ge­räumt. Nordkorea befindet sich damit wie­der in der Hand der kommunistischen Streitkräfte.

Wenige Minuten, nachdem die letzten UN -Einheiten den Hafen der Stadt ver­lassen hatten, und noch während der Sprengung der Hafenanlagen tauchten die Vorhuten chinesischer und nordkorea­nischer Einheiten in den Straßen von Hungnam auf. Die Kommunisten fanden im Hafen nur noch Trümmer vor.

Von militärischen Beobachtern wird die Räumung des Hungnam-Brückenkopfes als eine der hervorragendsten Leistungen der Militärgeschichte bezeichnet. Insgesamt wurden 105 000 Mann UN-Truppen sowie 100 000 Zivilisten, 350 000 Tonnen Material und 17 500 Fahrzeuge auf dem Seewege abtransportiert. Die aus dem Brückenkopf evakuierten AN-Verbände, darunter das

Die erwartete kommunistische Offensive, die das Ziel haben soll, über den 38. Brei­tengrad hinaus nach Südkorea vorzustoßen, wird von entscheidender Bedeutung für die weitere Entwicklung der Lage der UN - Truppen auf dem Kriegsschauplatz Korea sein. Will man die militärische Bedeutung des Zusammenstoßes amerikanischer Trup­pen mit den rotchinesischen Verbänden im richtigen Verhältnis sehen, so muß man das geopolitische Gesamtbild Ostasiens vor | Nachfolger Walkers ist Generalleutnant

Dieses System von Flotten- und Luft- basen hat seinen Kern vor der Küste Ost­ asiens . Korea stellt in diesem System nicht mehr als einen Außenposten dar, der gegen eine überlegene Landmacht auf die Dauer nicht zu halten ist.

General Walker tödlich verunglückt

TOKIO . Der Oberkommandierende der 8 . amerikanischen Armee, Generalleutnant Wal ton Walker, ist bei einem Autounfall in Korea ums Leben gekommen. Der Ge­neral .befand sich auf einer Inspektions­fahrt an die Front. Sein Jeep stieß mit einem Lastkraftwagen zusammen. Zum

Augen haben. Dies zeigt unsere Karte, and zwar so, wie es sich "vom Pazifik her dar­bietet. Vor der ungeheuren Landmasse des asiatischen Kontinentes zieht sich die Kette der amerikanischen und britischen Insel­stützpunkte hin; sie ist über den Pazifik

Matthew Ridgway ernannt werden. Rid- gway, der 55 Jahre alt ist, nahm im zwei­ten Weltkrieg an den Feldzügen in Sizi­ lien , Italien , der Normandie und Deutsch­ land teil. Seit August 1949 war er stell­vertretender Generalquartiermeister.

Keine sofortige Entscheidung in Bonn

Zollfreier Tabak im Kleinen Grenzverkehr von „grundsätzlicher Bedeutung"

WALDSHUT . (Eigenbericht.) In einem unter dem 21. Dezember 1950 datierten Schreiben an den Bürgermeister von Waldsttiut, Landtagsabgeordneten Dietsche, nimmt Bundes finanzmindster Schäffer- Bonn Stellung zu den durch die Ein­schränkung der zollfreien Wareneinfuhr im Kleinen Grenzverkehr in der Bevölke­rung entlang der Schweizer Grenze ent­standenen Protesten. In dem Schreiben heißt es;

.Meine Referenten haben mir nach Rückkehr aus Waldshut noch einmal ein­gehend über den Sachverhalt berichtet, ins­besondere aber die Stimmung der Grenz­bevölkerung geschildert und die Ausfüh­rungen, die von den Teilnehmern der Ver­sammlung am 19. Dezember 1950 gemacht worden sind, vorgetragen. Bei aller Wür­digung der besoBgieren Verhältnisse der Grenzbevölkerung bin ich aber nicht in der Lage, sofort eine Entscheidung im Sinne der Entschließung vom 19. Dezem­ber 1950 'herbeizuführen. In nächster Zeit

Audi der Friedfertige muß Kräfte sammeln

Die Weihnachtsbotschaft Adenauers an das deutsche Volk

BONN . Bundeskanzler Dr. Adenauer übermittelte am ersten Weihnachtsfeiertag über alle Sender der Bundesrepublik den Deutschen in der Welt ehe Weibnachts­grüße der Bundesregierung. In keinem Augenblick des Jahres werde die Bedeu­tung und die Notwendigkeit des Friedens stärker empfunden, als in den Tagen die­ses Weihnacbtsfestes. Der Frieden sei einer sehr ernsten Bedrohung auagesetzit und auch der Friedfertige müsse seine Kräfte sammeln und sein Herz bereitmachen zur Verteidigung seiner entscheidenden Le­hensgüter. „Es ist das natürliche Recht des ednzeflmen. wie der Völker, die eigene Existenz zu halten und zu sichern. Es wäre-verantwortungstos, wenn die deutsche Bundesregierung dieses Recht nicht ver­teidigen würde und nacht bereit wäre, in Gemeinschaft mit anderen friedliebenden Völkern hierfür eanzustehen.

Der besondere Gruß des Bundeskanzlers galt den deutschen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitem und ihren Angehörigen fa. Deutschland . „Ihnen allen möchte ich sagen, daß das uilfcngeschränkte Mit­gefühl unseres gesamten Volkes ihnen ge­hört und daß die Bundesregierung nichts unversucht lassen wird, um ihr Schicksal zu wenden.“ Auch den Hecmatvertriebe- nen solle mit allen Mitteln geholfen wer­den. Es sei zu hoffen, daß der Bundestag in den nächsten Monaten das lastenaus- gleichsgesetz verabschiedet. Die Sorge der

Bundesregierung gelte aber auch im glei­chen Maße allen, die als Opfer eines totali­tären Maditsfca ates neben ihrem Vermögen häufig Freiheit und Gesundheit eingebüßt haben.

Der Bundeskanzler gedachte dann der Kriegsversehrten, deren äußere materielle Not durch das Versorgungsgesetz gelindert werden soll. Den Arbeitslosen, Ausgebomb­ten und Evakuierten versicherte er, daß ihnen das unermüdliche Streben der Bun­desregierung im kommenden Jahr gelten wird. 1950 sei es gelungen, über eine Mil­lion neuer Arbeitsplätze zu schaffen und mehr als 330 000 neue Wohnungen zu bauen.

„Mit besonderem Schmerz blicken wir über eine Wand, die mitten durch deut­sches Land geht.“ In der Sowjetzone werde versucht, den Deutschen die Feier des Weihnachtsfestes unmöglich zu machen. Das könne aber den Wunsch nach Frei­heit und nach einem ungeteilten Deutsch­ land nicht ersticken.

Am Schluß seiner Botschaft rief der Bundeskanzler alle politischen Parteien auf, sich immer vor Augen zu halten, daß das glanze Volk in Zeiten äußerster Ge­fahr zusammensteben muß. „Der Frieden im eigenen Land ist nötig, wenn Deutsch­ land sich mit ganzer Kraft für die Erhal­tung des Friedens in der Welt einsetzen soll.“

werden nämlich auch an den übrigen Aus- iandsgrenzen des Bundesgebietes paßrecht­liche Erleichterungen eingeführt werden. Damit erhalten die Fragen, die bisher nur an der Schweizer Grenze aufgetaucht sind, grundsätzliche Bedeutung für das ganze Bundesgebiet. Ich habe aber den Leiter meiner Zollabteilung beauftragt, im neuen Jahr sofort mit den Bundestagsabgeord­neten aus dem Grenzgebiet die erforder­lichen Maßnahmen zu besprechen."

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Weihnachtseinkaufe drückten Kurs

BASEL. Die freie DtM-Notienung in der Schweiz , die sich Monate hindurch stabil gehallten hatte, war in den Weihnachts­tagen deutlich abgebröckelt. So wurden kurz vor dem Fest in Basel für 76 Schwei­zer Franken 100 Deutsche Mark bezahlt, während der Kurs lange Zeit vorher über 80 lag. Die Kursverluste sind nach Auf­fassung Schweizer Bankkreise durch das starke DM-Angebot bedingt, zu dem die Weihnachtseinkäufe der deutschen Grenz- beVölkern ng in den Randgebieten der Schweiz geführt haben.

Eisenbahnunglück bej Reutlingen REUTLINGEN

. Ein fahrplanmäßiger Persanenzug auf der Strecke Tübingen -— Stuttgart stieß bei Metzingen auf freier Strecke mit einer Lokomotive zusammen. Der Postwagen des Personenzuges wurde zusammengedrückt, einige Wagen aus den Schienen geworfen. Der Lokführer und der Heizer der alledmfahrenden Lokomo­tive wurden getötet. Drei Mann vom Per­sonal des Personenzuges wurden schwer, einige Reisende leicht verletzt. Das Unglück ist nach einer Mitteilung der Eisenbahn­direktion Karlsruhe auf einen Fehler des Fahrdienstleiters in Metzingen zurückzu­führen.

Ein Schottenstreich ?

LONDON . Der historische Krönungsstein der schottischen und englischen Könige wurde am frühen Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages aus der Westminster- Abtei gestohlen. Der Stein, der über 150 Kilo wiegt und mindestens 1100 Jahre alt sein soll, wurde unter dem Krönungs­stuhl in der Abtei aufbewahrt. Vierhundert Jahre lang war dieser Stein bei den Krönungszeremonien der schottischen Könige verwendet worden, bis ihn König Eduard I. von England im Jahre 1296 von Schottland nach London brachte. Anfang dieses Jahres war bereits eine anonyme Drohung eingegangen, den Stein zu ent­führen, falls er nicht wieder nach Schott­ land zurückgebracht würde.