SÜDKURIER

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Nr. 114 / Seite 3

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bett 25. 3uti 1851

Unter bem Hunöeftern

Vier Wochen lang leben wir Mittel­europäer unter einer Sonne, die so tut, als wäre sie von den Tropen ausgeliehen, um uns ein Kabinettstück Prärie und Wüste vorzuführen. Nach Kalendermaß soll diese Leihperiode vom 24. Juli bis 24. August sein. Das sind die Hundstage. Es ist, als wäre die Welt auf den Hund gekommen.

Doch das ist eine willkürliche Ableitung. Auch hat der Namensgeber nicht an die Hunde gedacht, die in solchen Wochen kühlelechzend die Zunge heraushängen lassen. Vielmehr ist es so, daß der Hunds­stern, auch Sirius genannt, in dieser Zeit in Griechenland mit der Sonne auf- und untergeht.

In den Häusern schonen die Rollos die sonnengefährdeten Plüschmöbel. Daneben kreischt eine Maschine durch die offene Hallentür. Im Büro schimpft ein Buch­halteranwärter auf den urlaubabwesenden Hauptbuchhalter. Seine Sekretärin fächelt sich mit dem Stenogrammblock frische Luft zu. Eine Hausfrau trägt ihre Ein­kaufstasche durch den Häuserschatten. Im Türrahmen hächelt ein Köter den Atem ein und ahnt nicht, daß ein ganzer Monat seinen Namen trägt. Dicke Gewächshaus­luft steht in den Omnibussen.

Die Gedanken fliegen träge wie dicker Rahm . Jeder Schritt ist eine Leistung Manchmal klebt der Schuh auf aufge­weichtem Asphalt. Trotzdem — so ist es recht. Das Jahr hat seine Ordnung, und sonne ist besser als Schneesturm. Wir purzeln schnell genug den Längengrad des Jahres herab, und dann wird es schlotternd kalt. Darum loben wir uns — doch die Hundstage.

Paraöiefer Brunnen roirö renootert

Das Hochbauamt läßt zur Zeit eine be­sonders dankbare, denkmalspflegerische Arbeit mit der Renovierung des schönen Paradieser Brunnens austführen. Dieser Brunnen, der ehemals auf der Marktstätte an Stelle des heutigen Kaiserbrunnens

„Wohtiungetaufch": ttooo DM ftufgelO!

Konstanzer verkaufte seine Wohnung an einen Hamburger

Herr Alexander X. bewohnte an der Marktstätte eine schöne Vier-Zimmerwoh­nung mit Küche und Bad. Im April er­scheint er auf dem Wohnungsamt und er­klärt, er habe die Absicht nach Hamburg zu ziehen. Eine Hamburger Familie wolle nach Konstanz . Man könnte doch die Woh­nungen tauschen. Das Wohnungsamt gibt, vorbehaltlich der Genehmigung durch den Wohnungsausschuß, seine Zustimmung. Das Wohnungsamt Hamburg ist nicht so­fort einverstanden; denn der Hamburger Tauschpartner hat keine eigene Wohnung, er ist Untermieter. Wenn aber Herr Alexander X. aus Konstanz sich damit zu­frieden gebe, hätte das Hamburger Woh­nungsamt gegen den Tausch nichts einzu­wenden. Das Wohnungsamt Konstanz will sicher gehen. Es verlangt Unterlagen über den Hamburger , der an den Bodensee über­siedeln will (Vermögensverhältnisse usw.). Es will ferner wissen, ob der Konstanzer auch wirklich in Hamburg zu einer Woh­nung kommt. Die Schreiberei braucht Zeit.

Inzwischen gibt Herr Alexander X. beim Wohnungsamt Konstanz die Erklärung ab, er verzichte in Konstanz auf jede unter Wohnungsbewirtschaftung stehende Woh­nung. Darauf wird das Wohnungsamt miß­trauisch. Etwa um die gleiche Zeit er­scheint ein Mann auf dem Wohnungsamt, der sich mit juristischen Dingen befaßt; es ist aber kein Rechtsanwalt. Er machte seine Sache sehr spannend: In Wollmatin­ gen stehe ein Haus, das so baufällig sei, daß es schnellstens geräumt werden müsse. Das Wohnungsamt möge sofort das Nötige veranlassen. Er komme im Aufträge des neuen Hausbesitzers. Der Name des Haus­besitzers wird aber eisern verschwiegen. Das Wohnungsamt wird noch mißtraui­scher. Zwei seiner Vertreter machen sich auf den Weg nach Wollmatingen und be­trachten das baufällige Haus. Sie erkun­digen sich nach dem Hausbesitzer und er­fahren zu ihrer Ueberraschung, daß das Haus erst vor kurzem von Herrn Alexan­der X., der doch nach Hamburg ziehen wollte, gekauft wurde. Sie erfahren ferner, daß Herr Alexander X. inzwischen nach Wollmatingen umgezogen ist und dort mit Familie in einem möblierten Zimmer wohnt.

Nun interessiert sich das Wohnungsamt auch noch dafür, wer in die Wohnung in der Marktstätte eingezogen ist. Es ist die

Konitanz im Runöfunh

Der Südwestfunk wird am 31. Juli, 11.30 Uhr, die Schoeck-Matinee senden, mit der am 8. Juli die Konstanzer Internationalen Musiktage im Weißen Saal des Schlosses auf der Insel Mainau eröffnet wurden. Ebenfalls am 31. Juli wird im Südwest- funk um 18 Uhr eine Reportage über die Ausstellung des Badischen Kunsthand­werks im Konstanzer Wessen berghaus zu hören sein. Am 3. August, 17.30 Uhr, folgt dann eine Sendung über die Konstanzer Ausstellung von Handzeichnungen des 16. bis 18. Jahrhunderts.

Familie aus Hamburg . Sie ist sehr über­rascht, als ihr bedeutet wird, sie habe diese Wohnung zu Unrecht bezogen. Schließlich stellt sich heraus, daß Herr Alexander X. dem Hamburger Tauschpartner die schöne Summe von 11 000 DM abgenommen und ihm dafür seine Wohnung überlassen hat. Das Wohnungsamt erklärt: Es ist streng verboten, bewirtschafteten Wonnraum zu kaufen oder zu verkaufen. Die Familie aus Hamburg muß also die Wohnung an der Marktstätte räumen. Wann, wird der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag bestimmen.

Herr Alexander X. aber sitzt in Wollma­ tingen und freut sich, daß er sein Geld in einem Grundstück angelegt hat. Ob sich nicht auch der Staatsanwalt für dieses „Wohnungsgeschäft“ Interessieren wird?

Am Donnerstag Stadtratssitzung

Bereits am kommenden Donnerstag findet wieder eine Stadtratssitzung statt. Es wird über das Theater am Bodensee gesprochen, ferner Auskunft gegeben über eine Kritik, die von einem Stadtrat an der Abteilung für Lungenkranke imStädt. Krankenhaus geübt wurde und außerdem das Problem der Wanderer-Fürsorge be­handelt.

Dankbar aufgenommene Spende

15 Kinder von Heimatvertriebenen, die in Konstanz wohnen, ist durch eine Spende des Landeskommissars Pöne ein vierwöchentlicher Erholungsaufenthalt in Blasiwald am Schluchsee ermöglicht wor­den. Die Kinder sind diese Woche in den Schwarzwald abgereist und freuen sich mit ihren Eltern über diese schönen Ferien.

Handarbelten-Ansstellung Im Wallgut

Am Seimstag von 9—12, 14—18 und Sonn­tag 10—012 Uhr ist in der Wallgutschule eine Ausstellung von Handarbeiten usw., die die Schülerinnen des sogenannten Haus­ wirtschaftlichen Vodljahres angefertigt haben. Das ist ein Jahrgang, der noch ein 9. Schuljahr absolviert hat, eben das Hauswirtschaftliche Volljahr, weil die Schülerinnen keine Lehrstellen gefunden hatten.

Wie kann man Kaffee sparen?

Wer trinkt nicht gern eine Tasse guten Bohnenkaffee? Der schmale Geldbeutel bei vielen zwingt hier manchesmal zu einem Verzicht. Denn die kostbaren Bohnen sind

Photo: Jack

stand, wurde im Jahre 1897 abgebrochen und vor der Kapelle im Paradies aufge­stellt. Früher krönte ihn, im Mittelpunkt des Konstanzer Marktlebens, ein schöner Merkur, der einen gefüllten Geldbeutel in der Hand hielt, heute steht der hl. Lien- hard, der Schutzpatron der Landleute, Gärtner und Haustiere, im Schatten zweier prächtiger Linden auf der Brunnensäule. Kunstsinnige Steinmetze einer mit der Re­novierung betrauten Konstanzer Firma ha­ben der schönen kanelierten Brunnensäu'le, die einzustürzen drohte, neuen Halt gege­ben und die stark verwitterte Ornamen- tur ausgebessert oder ergänzt. Besonders interessant ist der große Brunnentrog, der aus einem Stüde gearbeitet ist. Er trägt das Konstanzer Stadtwappen. Ein letzter Zeuge der einst brunnenreichen Stadt ist somit vor weiterem Verfall bewahrt. Eine kleine gärtnerische Anlage wird den Reiz dieses Brunnenidylls noch besonders un­terstreichen. G. J.

recht teuer und das Geld ist rar. Wie man Kaffee sparen kann, das zeigt die prakti­sche Vorführung des Meditta-Kaffee- Schnellfllters in den Geschäftsräumen der Firma Ernst Straub, Marktstätte 13, zu der sich seit Samstag stets zahlreiche Haus­frauen einfinden. Heute Mittwoch ist letzt­mals Gelegenheit, sich von den Vorzügen dieses Kaffee-Schnellfilters zu überzeugen.

Ab Samstag Internationale Eis-Revue

Schon mehrmals hat die Internationale Olympia-Eis-Revue ihren Besuch in Kon­ stanz angesagt. Am kommenden Samstag wird er nun Tatsache werden. Der Eis- Revue geht ein ausgezeichneter Ruf vor­aus. Sie mußte ihr Gastspiel in den mei­sten Städten verlängern. Am kommenden Samstag finden zwei Vorstellungen statt und zwar um 19 Uhr (Ende 21.15 Uhr) und um 23.15 Uhr. Damit soll auch' den Be­suchern des Seenachtfestes Gelegenheit gegeben werden, der Eis-Revue beizu­wohnen.

Starke 6tabtnad)rfd)teit

Ihren 83. Geburtstag beging am Montag Frau Anna Muchenberger, Schweden­schanze 7 b.

Sein 83. Lebensjahr vollendet heute Mittwoch Stadtrat i. R. Otto Sendke, Kreuzlinger Straße 66.

Landrat i. R. Dr. Pfister sprach an Hand von Farbdias auf einer Vortragsreise in Westdeutschland über Bodensee und Schwarzwald . Das Interesse an den Schön­heiten beider Reisegebiete war in Ham­ burg , Westfalen und dem Rheinland über-

Die neuen Filme

„Die "wunderschöne Galathee* (Roxy)

„Die schöne Galathee “ — das ist ein von den Älteren noch nicht vergessener Operet- ten-Einakter aus dem vorigen Jahrhundert von Franz von Suppe . Die „Wunderschöne Galathee“ aber, ein von Rolf Meyer gestalte­ter Film aus dem vorigen Jahre, hat, außer im Titel, wenig damit gemein. Die Geschichte spielt vor fünfzig und mehr Jahren, angeblich in Paris , doch spricht die „Wunderschöne“ den Dialekt der echten Berlinerin, und der Berliner Franz Grothe hat die eingängige Musik dazu geschrieben.

Es ist noch nicht lange her, daß man in Käutners feinem Film „Unter den Brücken“ Hannelore Schroth aufrichtig bewundern konnte; da war sie auf dem Kahn zweier Spreeschiffer ein ganz stilles, schlichtes Men­schenkind. Auch hier ist sie ein Kind aus dem Volke, doch durch Zufall erkennt ein Künstler die Schönheit ihres Körpers, und nach langem Widerstreben läßt sie sich „ganz ohne was“ von ihm als Galathee modellieren, ein „Denkmal von sich“ machen, wie sie in ihrer Naivität sich ausdrückt. Als dann der Bildhauer, den sie liebgewonnen hat, nach vollendeter Arbeit sich von ihr abzuwenden und ihr auch Grund zur Eifersucht zu geben scheint, als gar die Plastik, die sie als ein für sie geschaffenes Geschenk ansieht, öffent­lich gezeigt wird, da schleicht sie sich nachts mit einem Beil in die Ausstellung und — ein nicht ganz wahrscheinlicher Effekt — zertrümmert das Bildwerk. Sie findet auch diesmal manche rührende Töne, so wenn sie *um erstenmal im Theater sitzt oder vor dem Gericht sich verteidigt: „Ich hab auch eine Seele — wenn’s auch bloß ’ne kleine ist!“ Es überwiegt aber hier die kesse Seite £tfes Talents, schon geshalb, weil der ganze •üm, weniger Komödie als Schwank, immer

wieder in die laute Übersteigerung massiver Massenszenen gerät und Geschmack und Niveau, deren die Junge Film-Union sich rühmt, manchmal vermissen läßt Viktor de Kowa , älter nicht nur, sondern reifer geworden, ist ein sehr liebenswürdiger Künst­ler, Willy Fritsch ein wahrhaft taktvoller Kapellmeister und ehrlicher Freund. Ein neuer Gewinn für den deutschen Film Gisela Schmidting , hier als Operettensängerin, über­legene Frau von Welt doch mit Herz und Güte. In kleineren Rollen u. a. sehr lustig Margarete Haagen , Florath . Waldow, Hans Schwarz jun. Das Publikum lachte viel. C. W.

„Diamantenjagd im Urwald“ (Capitol)

Ein Film mit Johnny Weißmüller — und das Kino ist auch an Sommertagen mit Ju­gendlichen aller Altersklassen voll besetzt. Ob er nun Tarzan spielt oder sonst einen Freund und Bezwinger der Natur und ihrer Geschöpfe wie in diesem Columbia-Film z. B., in dem er, auch nicht zum erstenmal, der „Dschungel-Jim“ ist Was ihn für jugend­liche Gemüter so anziehend macht? Es ist seine kraftvolle Männlichkeit und trainierte Sportlichkeit auf Grund der er, vom Glück, und hier zudem von seinem Hündchen und seinem Raben unterstützt mit allen Fährnis­sen fertig wird, die ihm bei seinem immer guten und hilfreichen Tun von bösen Tieren und bösen Menschen drohen. Auch diesmal ist wieder zu unserer Freude die ganze Wildnis aufgeboten, soweit sie in afrikani­schen Naturparks lebt um Held Johnny-Jim ins rechte Licht zu rücken. Schurkige Wider­sacher, die sich imrechtmäßig eines verbor­genen Schatzes bemächtigen wollen und die weder List noch Gewalt scheuen, sind auch vorhanden. Aber das happy end, diesmal so­gar eins ganz ohne Liebesglück, obgleich zwei schöne junge Damen mit von der Partie sind, ist uns von Anfang an gewiß. So schont man also obendrein unsere Nerven. Dr. EH

raschend groß. Die Vortragssäle waren durchweg überfüllt.

Am Dienstagvormittag entstand in der Hafenstraße ein Wasserrohrbruch. Der Schaden konnte nach kurzer Zeit wieder behoben werden.

Gestern nachmittag sprang ein sechs Jahre altes Kind im Taborweg in ein vor­beifahrendes Motorrad. Das Kind erlitt einen Nasenbeinbruch und vermutlich eine Gehirnerschütterung.

Die Marburger Studenten, die vom 26. bis 31. Juli in Konstanz weilen, treffen am Donnerstag um 20.16 Uhr in Konstanz ein. Das Verkehrsamt bittet die Quartiergeber, um diese Zeit in ihren Wohnungen zu sein.

Heute abend veranstalten die Stadtka­pelle unter Leitung von Werner Zimmer­mann und der Männergesangverein „Froh­sinn“ Petershausen ein Doppelkonzert im Stadtgarten. Der Gesangverein „Frohsinn“ wird dabei unter Leitung von A. Klink sie­ben ausgewählte Chöre vortragen.

Der für Mittwochabend angekündigte Missionsvortrag „Das Christuszeugnis in der Sudan-Pioniermission“ findet erst am Donnerstagabend im Saal der Stadtmis­sion, Schottenstraße 19, statt.

Die in der Zeit vom 1. Juli 1896 bis 30. Juni 1897 geborenen ehemaligen Schüler veranstalten am 4. August, abends, im Ho­tel „Falken“ ein Schülertreffen. Da die Schülerlisten beim Schulamt nicht mehr vorhanden sind, wird um Meldung gebeten an Konrad Einhart, Neugasse 33.

Die Betriebsratsvorsitzenden und die Ju­gendvertreter aller Konstanzer Betriebe sind auf morgen Donnerstagabend zu einem Ausspracheabend in der Gebhards­halle in Petershausen eingeladen. Veran­stalter ist der Deutsche Gewerkschafts­ bund , Kreisausschuß Konstanz.

Die Gewerkschaft Holz hält am Freitag­abend im „Bauhof“, Schottenstraße, ihre Monatsversammlung ab. Bezirksleiter Lipp-Freiburg wird über die Lohnver­handlungen in der holzverarbeitenden In­dustrie und im Handwerk berichten.

Im Fußpflege-Institut Seyfried, Hussen­straße 14, ist vom Donnerstag bis Samstag eine kostenlose Fußprüfung und Beratung durch einen erfahrenen Fußspezialisten.

Wa$ iuirt> aue Den oiereinhalb Millionen Zigaretten?

Berufungsinstanz hält Beschlagnahme aufrecht — Verteidigung meldet Revision an

Auf dem Richtertisch liegen einige Stan­gen amerikanischer Zigaretten in Original­packung, uribanderoliert, Marke „Chester­field“ und „Camel“. Sie stammen aus der ominösen Ladung von 52 Kisten mit 4Vt Millionen Zigaretten, die sich auf dem Wege von Lausanne nach Tel Aviv im Staate Israel befand. Der Waggon sollte, wie aus den Begleitpapieren hervorging, im Transit durch Deutschland , und zwar über München , gehen. Er nahm denn auch seinen Weg von Lausanne über St. Gallen nach Rorschach , wo er am 10. November 1950 eintraf. In Rorschach aber fiel zu­fällig an diesem Tage infolge einer Repa­ratur die Fähre nach Friedrichshafen aus; so wurde der Waggon umgeleitet und kam nach Konstanz .

Unsere Leser werden sich des weiteren Verlaufs der Angelegenheit noch erinnern. Die Zollbehörden in Konstanz sahen sich die Begleitpapiere an. Es kam ihnen merk­würdig vor, daß eine für den Staat Israel bestimmte Sendung mit Zigaretten aus den USA den gewaltigen Umweg über Deutsch­ land nahm und daß sie zudem in München umgeladen und vorläufig in das Lager einer Speditionsfirma gebracht werden sollte, übrigens einer Firma, die schon ein­mal in einer Kaffee-Affäre genannt wor­den war. Zollfahndungsbehörde hielt den Waggon mit der kostbaren Sendung an. Der Absender und vermutliche Eigen­tümer in Lausanne wurde aufgefordert, den üblichen Besitznachweis zu erbringen.

Als sich nach Verlauf eines halben Jah­res niemand als Eigentümer gemeldet hatte, wurde vor dam Amtsgericht Kon­stanz eine Verhandlung anberaumt, um eine Entscheidung über die Beschlagnahme der Ware herbeizuführen. Wie erstaunt war man, als zu dieser Verhandlung ein Anwalt aus Straßburg erschien, der sich als Bevollmächtigter einer Firma Patron Ccmmers in Lausanne — eben jener Firma, die als Absender der 52 Kisten ge­nannt war — auswies. Im Auftrag seines Mandanten, eines gewissen Herrn Skwindo aus Lausanne , und dessen Kompagnon, eines gewissen Herrn Kaplan, forderte er die Freigabe der Sendung.

Indes war die Zollfahndung nicht müßig gewesen und hatte inzwischen in München einen Herrn Pape ausfindig gemacht, der vor Gericht aussagte, er habe den Auftrag gehabt, in München unter Umgehung der Zollbehörde die Zigarettenkisten mit ande­ren, äußerlich und im Gewicht ähnlichen Kisten zu vertauschen. Das sollte in den Räumen jener Speditionsfirma geschehen. Seine Absicht, sagte Pape, sei es jedoch von vornherein gewesen, das Geschäft, be­vor es zum Klappen kam, auffliegen zu lassen. Er habe sich durch diesen Verrat an seinen Auftraggebern am Judentum für gewisse Verluste, die seinen Eltern ent­standen, rächen wollen. Wesentlich auf Grund dieser Aussage verfügte das Amts­gericht damals die Beschlagnahme der Zi­garetten, die ganz offensichtlich für den deutschen Schwarzen Markt bestimmt ge­wesen seien. Gegen diese Entscheidung legte die Verteidigung Berufung ein, so daß der Fall jetzt vor der Strafkammer III des Landgerichts Konstanz erneut zur Verhandlung kam.

Auch in der ersten Verhandlung hatte die Frage, ob die Zollbehörde in Konstanz bereits einzugreifen berechtigt gewesen sei, das Gericht beschäftigt. In der Be­rufungsverhandlung wies der Sachverstän­dige der Zollbehörde darauf hin, daß er­fahrungsgemäß gerade auf dem Wege vom Eintritt einer Ware in Deutschland bis zum Empfänger Unregelmäßigkeiten auf­träten, so daß der Zeitpunkt also richtig gewählt sei. Der Verteidiger, Dr. Engelsing, der davon ausging, daß es sich um ein ordnungsgemäßes Transitgeschäft gehan­delt hat, mähte demgegenüber geltend, daß, selbst bei Unterstellung unlauterer Absichten des Absenders der Ware, juri­stisch gesehen die Vofbereitungshandlung in dem Augenblick, als der Waggon sicher- gestellt wurde, noch niht begonnen habe.

Die Zigaretten hätten sich noch in einem „legalen“ Zustand befunden, als die Zoll­behörde schon eingeshritten sei, sie habe also zu voreilig gehandelt. Außerdem hatte sich die Münchener Speditionsfirma nur unter der Voraussetzung zur Einlagerung bereit erklärt, daß die zollrehtlihen Vor­schriften eingehalten wurden. Wenn eine Manipulation beabsichtigt war, hätte aber die Firma mit im Komplott sein müssen. Der Verteidiger bezweifelte auch die Glaub­würdigkeit des Zeugen Pape, der z. B. nichts darüber zu sagen gewußt habe, wer denn die Zwillingskisten liefern sollte, gegen weihe Waren die Zigaretten hätten ausgetausht werden sollen. Der Verteidi­ger stellte verschiedene Beweisanträge, ü. a. den Beweisantrag, daß der Staat Israel keine Lizenzen für Importe aus den USA und der Shweiz, wohl aber solhe für Waren aus Deutshland erteilt, worüber das Konsulat in Zürich zu hören sei. Alle Beweisanträge wurden von Vertretern der Staatsanwaltshaft als wahr unterstellt, auh der, daß der gewisse Herr Kaplan (der übrigens inzwischen aus Deutshland verschwunden ist) Inhaber der Firma Patron Commers in Lausanne und Eigen­tümer der Sendung ist.

Das Gericht konnte sich indes zur Auf­hebung des erstinstanzlichen Urteils (Be­schlagnahme der Zigaretten) niht ent­schließen. Es ließ sih dabei von der Überzeugung leiten, daß es von Anfang an die Absicht der Firma Patron Com­mers gewesen sei, die Zigaretten nah Münhen zu schaffen, um sie von dort aus dem Schwarzen Markt zuzuführen. Das er­gebe sih daraus, daß Kaplan, der schon einmal in eine ähnliche Sähe verwickelt war, sih niht sofort als rechtmäßiger Eigentümer der Zigaretten gemeldet und auh keinen urkundlichen Beweis als Eigentümer erbraht habe. Die strafbare Vorbereitumgshandlung sei bereits mit Verbringung der Waren über die Grenze überschritten.

Wie wir hören, wird die Verteidigung gegen dieses Urteil der zweiten Instanz Revision anmelden. Aber den Interessier­ten Rauchern darf gesagt werden, daß die Zigaretten kaum das Ergebnis dieser drit­ten Verhandlung abzuwarten brauchen; sie dürften inzwischen, um sie vor dem Verderb zu bewahren, für den Verkauf freigegeben werden, jedoch kaum für Konstanz und Umgebung. Allerdings be­darf es zu dieser Freigabe noch einer richterlichen Entscheidung. drp

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Beim Baden ertranken

Hegne. Am Montagnahmittag ist am Hegner Strand der in Ferien weilende Student der Theologie Ulbrich Hilber beim Baden ertrunken. Er war niht weit vom Ufer entfernt untergegangen. Der im 29. Lebensjahr stehende Student stammte aus Dresden und war zuletzt als Student in Freiburg i Br.

Wallfahrtetag öcr Jungmänner

Birnau . Der Festsonntag des seligen Markgrafen Bernhard von Baden, der 29. Juli, ist der Tag der großen Standeswall­fahrt der Jungmänner des Bodensee­gebietes zur Gnadenmutter von Birnau . Von 7 Uhr an werden in der Wallfahrts­kirche heilige Messen gelesen, außerdem besteht dann Beihtgelegenheit. Im Hoch­amt vor ausgesetztem Allerheiligsten mit Segen, das um 9 Uhr beginnt, hält der Diö- zesan-Jugendkaplan P. Wollmann aus Frei­ burg die Predigt. Daran schließt sih die letzte heilige Messe. Nahmittags ist um 13.30 Uhr Rosenkranz und um 14 Uhr Shlußfeier mit Predigt, Te Deum und Segen. Die Wallfahrtsleitung hat Geist. Rat J. Bähle in Altheim, Kreis Ueberlingen.

Konstanzer Hafenpegel: 24. Juli: 463 cm. Wasserwärme am 24. Juli, 12 Uhr: Rhein­strandbad: 15 Grad; Freibad Horn: 19 Grad

Zorn Schwimmsport gehört nicht unbedingt ein Hallenbad

Bezirks meistersefaaften der Schwimmer in Villingen

(J. Sch. - Eigenbericht.) Ein kleiner Kreis von Idealisten, der vor Jahresfrist den Schwimmklub Villingen aus der Taufe hob, hatte sich die Durchführung der diesjährigen Bezirksmeister­schaften (Bezirk Schwarzwald -Bodensee ) zur Auf­gabe gestellt. Diese erste Veranstaltung des jun­gen Klubs im Villinger Militärbad war ein vol­ler Erfolg und stellte eine eindrucksvolle Wer­bung für den Schwimmsport dar. Bemerkenswert war ferner die starke Beteiligung der Vereine aus Königsfeld , Villingen , Donaueschingen , Sin­gen und Konstanz, die insgesamt 150 Einzel- und 30 Staffelpieidungen abgegeben hatten und er­füllten. Auch diese Feststellung spricht im Ver­gleich zu den Vorjahren für einen erstaunlichen Aufschwung des Schwimmsports im Bezirk Schwarzwald -Bodensee .

Die Titelkämpfe der Herren fielen erwartungs­gemäß sämtlich an die Spitzenschwimmer aus Konstanz . Ein ganz anderes Bild entwickelten die Damenkämpfe, wo Konstanz wenig zu bestel­len hatte und dafür die Schwimmerinnen der Vereine ohne Winterbad aus Donaueschingen und Singen mit Ueberraschungen aufwarteten.

Auch in den Kämpfen des männlichen und weiblichen Nachwuchses fehlte es nicht an Ueber­raschungen. Die meisten Siege wurden hier von Singen und Donaueschingen errungen, während der Konstanzer Nachwuchs nur in einigen Ein­zelrennen und zwei Staffeln zum Zuge kam. Wertvolle Platzerfolge sicherten sich der SC Villingen und ASV Königsfeld.

Ergebnfsse: 100 m Brust, Herren: 1. Hug, VfL Konstanz 1:26,4; 2. Auer, VfL Konstanz

1:26,8. 100 m Brust, Jugend: 1. Bilz, VfL Kon­stanz 1:29,3; 2. Kiffe, SV Donaueschingen 1:32. 50 m Brust, Knaben: 1. Lunkenbein, TV Singen 0:44,2; 2. Möhrle, TV Singen 0:44,6. 50 m Brust, Mädchen: 1. Murzin, TV Singen 0:49,5; 2.

Schmied, SV Donaueschingen 0:49,8. 100 m Brust, Damen: 1. Heiß, SV Donaueschingen 1:40; 2. Dürrschnabel, TV Singen 1:40. 100 m Rücken,

Herren: 1. Dannedcer, VfL Konstanz 1:33; 2. Au- berle, VfL Konstanz 1:35. 100 m Brust, Damen,

Jugend: 1. Stadel, SV Donaueschingen 1:42,3, 2. Speidel, TV Singen 1:45. 50 m Brust, Herren (Altersklasse I über 32 Jahre): 1. Scheuber, SC Villingen 0:39; 2. Mall, SV Donaueschingen

0:43,5. Alterkslasse II: 1. Otto Haeberle, SC Villingen 0:43,6. 50 m Kraul, Knaben: 1. Gilbert, TV Singen 0:37,6; 2. Albrecht, TV Singen 0,41,3. 100 m Kraul, Herren Jugend: 1. Vetter, VfL Kon­stanz 1:16,1; 2. Möhrle, TV Singen 1:17. 100 m Kraul, Damen: 1. Gerda Traber, VfL Konstanz 1:31,4; 2. Marga Hörtner, VfL Konstanz 1:36,2. 4x50 m Brust, Knaben: 1. Mannschaft: TV Sin­gen 3:09,4; Z SV Donaueschingen 3:26,5. 100 m Kraul, Herren: 1. Wolf, VfL Konstanz 1:12,2; 2. Dannecker, VfL Konstanz 1:12,2. 100 m Kraul, Damen Jugend: 1. Kiefer, TV Singen 1:33,6; 2. Herth, V£L Konstanz 1:42,1. 100 m Rücken,

Herren Jugend: 1. Sauter, VfL Konstanz 1:36,6; 2. Küstler, VfL Konstanz 1:40,9. 50 m Kraul, Herren (Altersklasse über 32 Jahre): 1. Mall, SV Donaueschingen 0:35,1; 2. Scheuber, SC

Villingen 0:35,4. 100 m Rücken, Damen Jugend: 1. Herth, VfL Konstanz 1:50,4; Z Kiefer, TV Singen 1:52,4. 4x100 m Brust, Herren: 1. I.

Mannschaft VfL Konstanz 6:09, 2. I. Mannschaft SC Villingen 6:51,2. 4x100 m Brust, Damen: 1.

1. TV Singen, 6:58; 2. I. VfL Konstanz 7:01,4. 4x100 m Brust, Herren Jugend: 1. I. VfL Kon­stanz 6:24,4; 2. I. TV Singen 6:36. 4 X100 m Brust, Damen Jugend: 1. I. SV Donaueschingen kampflos zugesprochen. 4x50 m Kraul, Knaben: X. I. TV Singen kampflos zugesprochen. 4x50 m Brest , Mädchen: 1. I. SV Donaueschingen 3:35,2;

2. II. SV Donaueschingen 3:42,5. 4 X 100 m Kraul, Herren: 1. I. VfL Konstanz 5:33; 2. I. SV Donau­eschingen 6:35,3. 3 X 100 m Damen-Lagenstaffel:

1. I. SV Donaueschingen kampflos. 4 x 100 m Kraul, Herren Jugend: 1. I. VfL Konstanz 5:25,2:

2. I. TV Singen 5:26,1. Herren - Lagenstaffel 3X100 m: 1. 1. VfL Konstanz 4:20,5; 2. IV. VfL Konstanz 4:35,2. Kunstspringen Herren: 1. An- berle, VfL Konstanz 54:30; Z Weber, SC Villin­gen 39,64. Altersklasse IV: 1. Schlaf, SC Vil­lingen 31:84; Damen: F. Mayer, VfL Konstanz 43:23.