Donnerstag, 8. November 1851

SÜDKURIER

Nr. 175 / Seite 8

Wiedersehen mit Saussouei

Vormittag in Potsdam — Eine rassische üarnisonstadt — „Seite wieder frei**

Von einer Berliner Mitarbeiterin de* „SOdkurler"

Freunde aus der Ostzone, die man öfter einmal zu einem Kurfürhendammbummel eingeladen hat, wollen sich revanchieren und laden einen zu einem Spaziergang und anschließendem Mittagessen in Sanssouci ein. Erst wehrt man entsetzt ab: seit Jah­ren hat man dien Ostsektor, geschweige denn die Ostzone nicht mehr betreten und jetzt soll man nach der russischen Gamisonstadt Potsdam , zu dem Sitz der 6owjetzonalen Zentralverwaltung? Aber man läßt sich beschwichtigen, seit Wochen haben keinerlei Bahn- und Paßkontrollen mehr stattgefunden. Die Erinnerung an den Park von Sanssouci im Herbst aus früheren glücklicheren Jahren, als die schöne Umgebung Berlins dem „Inselbe­wohner“ noch kein verschlossenes Para­dies war, tut ein übriges.

Der Auftak* ist nicht sehr vielverspre­chend. Der Zug nach Potsdam , der früher alle zehn Minuten fuhr, fährt jetzt alle vierzig Minuten über die Stadtbahn. Auf der Station Griebnitzsee (der einst welt­bekannte Name Babelsberg -Ufastadt ist längst verschwunden) darf er seit einem halben Jahr nicht halten, aus ungeklär­ten politischen Gründen. Erschütternd ist die Ankunft auf dem Bahnhof in Pots­ dam . Er ißt schmutziger denn je, die grellbunten Plakate, die blutroten und blitzblauen Transparente mit Friedens­tauben verdecken die Trümmer nicht, sie unterstreichen nur. Die verwitterte Baracke auf dem Bahnhofsvorplatz trägt immer noch den stolzen Namen „Mitropa - Gaststätte“. Ein solcher Dunst schlägt dem Besucher aus dem ungepflegten Raum entgegen, daß er auf eine einge­hendere Besichtigung verzichtet.

Die Bahn rattert über die Stadtbrücke. Frischer grüner Rasen blinkt von der Freundschaftsinsel herüber. „Vor vier Wochen war das noch ein Trümmerfeld“, erzählt der Einheimische. Stadtschloß, Gamisonskirche, Stadtkirche sind immer noch Ruinen, umgeben von unaufgeräum­ten Trümmerstätten. Im Lustgarten machen sich anscheinend die buntbemal­ten Wagen eines Rummelplatzes breit, nachher erfährt man, daß sich dahinter eine „Factibuchausstellung“ verbirgt.

Am „Platz der Einheit“, dem ehema­ligen Wilhelmplatz, steigt man aus. Und nun umfängt einen das Leben und Trei­ben dies neuen Potsdams. Viel sowjeti­sches Militär mit kahlgeschorenen Schä­deln, in den dicken flauschigen Winter­mänteln, viel ländliche Bevölkerung in derber Kleidung, dicke Joppen, Kopf­

tücher, plumpes Schuhwerk, eigentlich viel zu warm für das schöne Herbstwet­ter. Dazwischen die Städter, viele, deren Schuhwerk, deren elegantem Mantel­schnitt man die Westberliner Herkunft änsieht, aber überwiegend die anderen Grauen, Dürftigen, die noch immer nach der Parole „Aus alt mach neu“ sauber, aber ärmlich gekleidet sind.

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Das alles drängt sich ohne Unterschied vor den Auslagen der Geschäfte. Und hier stellt dier Fremde, dter seit zwei Jahren nicht in Potsdam war doch einen gewis­sen Fortschritt fest. Zwar können die Auslagen weder an Reichhaltigkeit noch an geschmackvoller Aufmachung mit westlichen Schaufenstern konkurrieren, aber es ist doch vieles, wenn auch in min­derer Qualität wieder da. Der Ostzonen­bewohner, der nicht auf die Qualität ach­tet, kann sich doch schon besser helfen. Die Mäntel und 1 Anzüge, die Stoffe sind zwar nur aus Zellwolle, aber es gibt sie doch wenigstens, dazu auch erschwinglich. Seidenstoffe fehlen allerdings gänzlich.

Putsch auf Probe In Argentinien

Offiziere revoltieren gegen Revue-Star

Ein Putsch auf Probe dürfte wohl nir­gendwo in der Welt —. außer in Argen­ tinien Sinn haben. Die dramatischen Hin­tergründe der fehIgeschlagenen argentini­schen Revolte lassen niun erkennen, daß dort tatsächlich versucht wurde, einen Probe-Putsch zu inszenierein, um die Re­gierung nervös zu machen und- das argen­tinische Volk auf größere Dinge vorzube­reiten, die in etwa einem halben Jahr be­vorstehen.

Die wirklichen Anstifter, die dem Probe- Putsch tatsächlich nur eine Erfölgschance von 1:5 gaben, sind nicht gefaßt worden. General Benjamin Menendez und andere frühere Offiziere, die sich jetzt in Haft befinden, hatten sich nur als freiwillige Strohmänner für dein Putschversuch zur Verfügung gestellt.

Was ist nun in Wirklichkeit vorgegan­gen? Die ablehnende Haltung gegenüber den Perons, die schon lange in der Elite des argentinischen Offizierkorps aller Waffengattungen glomm, flackerte zu ak­tiver Opposition auf, als Eva Peron , Gat­tin des Diktators und früherer Revuestar, sich bei den kommenden Wahlen um die Kandidatur für den Posten des Vizeprä­sidenten bemühte.

Im Grunde ist diese Haltung mehr ge­sellschaftlicher Natur als politischen Ur­sprungs. Die Offiziere des Heeres und der Flotte wurden traditionsgemäß von den „besseren“ Familien Argentiniens gestellt, und diese stehen Eva Perons Vergangen­heit mit bitterer Ablehnung gegenüber. Die Gefahr, daß Evita die Stellung eines

a. D. Evita — Peron tappt im Dunkeln

Vizepräsidenten ednnehmen könnte, und die Befürchtung, daß sie Herrscherin des Landes werden könnte, falls ihrem Gatten etwas zustößt, war mehr, als diese Gruppe ertragen konnte. Einflußreiche Sprecher des Heeres stellten Peron ein Ultimatum, und Eva war gezwungen, ihre ehrgeizigen Pläne aufzugeben.

Während die Radikale und Sozialistische Partei während der letzten fünf Jahre Peron offen bekämpft haben, nahmen die Konservativen bisher eine passive Rolle ein. Jetzt aber entschlossen sie sich zum Handeln und fanden bei dem Heer Wider­hall General Menendez , ein ehemaliger Offizier, der in allen Teilen des argentini­schen Heeres größtes Ansehen genießt, er­klärte sich bereit, während des ersten Versuches als Strohmann zu fungieren.

Die Revolution schlug fehl, wie mit ziemlicher Sicherheit voruszusehen war; aber das Nahziel wurde erreicht Indem sie die Initiatve zu einer offenen Revolte ergriffen, hatten die Konservativen ge­zeigt daß sie auf Unterstützung innerhalb des Heeres und der Flotte rechnen kön­nen, und sie gelangten dadurch in eine vorteilhafte Position in den Verhandlun­gen mit anderen Oppositionsparteien über einen zweiten und größeren Schlag.

Der nächste Schlag soll etwa ein halbes Jahr nach den November-Wahlen erfolgen. Inzwischen tappt Peron noch immer im Dunkeln, wer der Mann ist der an der Spitze der gegen ihn gerichteten Ver­schwörung steht.

„Seife frei“ steht groß an einem Schau­fenster. Unvorstellbar für den Wiestbe- wohner, daß man sich hier noch bis vor ein paar Wochen mit kümmerlichen Kriegsseifenzuteilungen begnügen mußte.

Ein paar Schritte hinter dem Branden­ burger Tor ebbt der Verkehr plötzlich ab: Man steht am Parkeingang von Sanssouci. Weder in kaiserlichen Zeiten, noch unter der Weimarer Republik , nicht einmal unter den Nazis wurde hier Eintritt erho­ben. Das blieb der Volksrepublik Vorbe­halten. Man geht die gepflegte Linden­allee hinunter, die Blätter leuchten gold­gelb ln der Herbstsonne. Rechts schim­mert die Marmorstatue vom Alten Fritz. Selbst die haben sie unangetastet gelas­sen. „Du glaubst gar nicht, was das für uns bedeutet in der Ostzone, daß hier noch eine Stätte ist, die das Historische be­wahrt. Ueberall wo anders wird es ver­folgt, zerstört, ausgemerzt. Warum sie es hier hegen und pflegen, ist unverständ­lich, aber es siei ihnen gedankt“, schüttet der ostzonale Begleiter sein Herz aus.

Dann liegt das Schlößchen vor einem mit den vielen Stufen, die hinaufführen, gegen den Hintergrund flammend roter und gelber Herbstbäumie. Im Goldfisch­teich schwimmen die Goldfische, die Taxushecken sind sauber verschnitten, der Rasen kurz geschoren, die Gewächshäuser verglast. Eine Schulklasse steht herum, die Lehrerin verstummt in ihren Erläu­terungen, als wir uns nähern, sonst ist niemand zu sehen. Die historische Mühle liegt in Trümmern, das scheinen die ein­zigen Trümmer hier zu sein, denn die Orangerie ist wohlerhalten und all die Marmorbüsten und Götterbilder lugen aus dem umgebendien Gelb und Grün unver­sehrt hervor, vielleicht ein bißchen ver­witterter, aber um so lieblicher in die Landschaft passend. Hele

Kalter Krieg auf Kohlen

Auf Spitzbergen , der norwegischen In­selgruppe im nördlichen Eismeer, sind seit einiger Zeit geheimnisvolle Dinge im Gange: Die sowjetischen Kohlengruben beschäftigen trotz ihrer geringen Produk­tion mehr Arbeiter als je, alles junge Leute im militärpflichtigen Alter. Die rus­sischen Schiffe, die eigentlich nur Kohlen holen sollen, treffen gelegentlich vollbe­laden in Spitzbergen ein. Zahlreiche Stol­len der sowjetischen Gruben wurden still­gelegt und sollen als Lager für Kriegs­material benutzt werden. Andere Meldun­gen besagen, daß es sich bei den Berg­werksdirektoren in Wirklichkeit um hohe Offiziere der Roten Armee handle...

Diese Vorgänge bilden den Hintergrund zu der neuen offiziellen Moskauer Forde­rung nach Revision des Spitzbergen -Ab­kommens von 1920. In dem internationa­len Vertrag erkannten die Großmächte Norwegens Oberhoheit über das Eiland an. Die Sowjetunion erhielt zu besonders gün­stigen Bedingungen das Recht, in be­stimmten Gebieten Kohle abbauen zu dür­fen. Jetzt beanspruchen die Russen außer­dem eine 50prozentige Beteiligung an der Verwaltung.

Denn die Inselgruppe hat heute eine große strategische Bedeutung. Sowjetische Flugplätze, deren Anlage das Internatio­nale Abkommen strengstens untersagt, wären ein Gegengewicht gegen amerika­ nische Luftbasen auf Island und Grön­ land . Spitzbergens Fjorde könnten im Som­mer auch den größten Schlachtschiffen Unterschlupf gewähren. Der Besitz der In­selgruppe würde die Sowjets in die Lage versetzen, die Zufahrt durch die „Nörd­liche Durchfahrt“ weitgehend zu sperren.

Diese Stützpunkt - Bedeutung Spitzber­ gens hat einen anderen Anziehungswert in den letzten Jahren völlig in den Schat­ten gestellt: Die reichen Kohlenvorkom­men. Sie sind bereits im 17. Jahrhundert entdeckt worden. Aber niemand wagte sich an den Abbau. Spitzbergen war noch vor 50 Jahren das Paradies der Pelztierjäger,

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dessen Einsamkeit nur selten von Europa- Müden und Nordlicht-Hungrigen gestört wurde. Erst 1905 ging Mr. John M. Longyear aus Bosten mit modernen Ma­schinen an den Kohlen-Abbau heran. Er entfesselte einen Kohlenrausch, der dem Goldfieber in Alaska nicht nachstand. Denn die Spitzbergen -Kohle ist wertvoll. Die Flöze sind von einer Mächtigkeit, wie sie der Kontinent nicht kennt

Trotzdem arbeiten die Gesellschaften oft mit Verlust. Denn der Transport ver­schlingt riesige Summen. Und die Berg­leute in Spitzbergen sind die bestbezahlten der Welt Sie verdienen monatlich zwi­schen 900 und 1000 DM. Wäre es nicht so, würde niemand in Spitzbergen arbeiten, denn auf diesen Inseln, die nur 650 Kilo­meter vom Nordpol entfernt liegen, herrscht fast ein halbes Jahr lang tiefe Nacht Dann sinkt die Temperatur bis zu 60 Grad unter Null. Zwischen November und Juni gibt es keine Zeitungen und der Rundfunk-Empfang ist schlecht Wenn die Nächte heller werden, überkommt eine Art Föhnstimmung die Menschen. Es gibt Nervenzusammenbrüche, sogar Selbst­morde. L. M.

Staatsbesuch, nicht Modenschau - sagt Prinzessin Elizahetli

Die offizielle Rundfahrt des britischen Thronfolgerpaares — Keine Kleinigkeit für eine Fünfundzwanzigjährige

Von unserem Mitarbeiter in Toronto

Prinzessin Elizabeth9 Staatsbesuch in Kanada begann mit einem Rätselraten un­ter den amerikanischen Journalisten: Wae trägt die Thronfolgerin unter ihrem Nerz- mantel? Ein Kleid oder ein Kostüm, In welcher Farbe? Blau oder grau? Man er­kundigte sich bei der Begleitung der Prin­zessin. Schließlich ließ man bei Elizabeth selbst anfragen. Die Antwort war nicht er­mutigend 1 : „Ich bin auf keiner Modenschau, sondern auf einem Staatsbesuch in Ka­ nada .“

Auf einer „Marathon-Reise“, -wie die Fahrt von der Weltöffentlichkeit getauft wurde. Sie nähert sich jetzt ihrem Ende. In den nächsten Tagen werden die briti­sche Thronfolgerin und ihr Gatte wieder nach England fliegen. Sie haben in Ka­ nada 15 000 Kilometer zurückgelegt, 70 Städte besucht und rund 20 Ansprachen ge­halten, ganz abgesehen davon, daß sie am laufenden Band Besichtigungen Vornah­men, Kränze niederlegten und Hände schüttelten. Es war eine anstrengende Reise, obwohl der Sonderzug mit seinen zehn Wagen allen erdenklichen Komfort enthielt. Ein Schlafzimmer, einen Anklei- deraum und ein Bad in Muschelrosa für die Prinzessin, ein cremefarbenes Schlaf­zimmer für ihren Gatten, einen birken- holz-getäfelten Salon.

Aber zu selten hatte das Paar Zeit, sich dieser Annehmlichkeiten zu erfreuen. Während der Herzog von Edinburgh als Seeoffizier an Strapazen gewöhnt ist, sah die Prinzessin bereits in der zweiten Woche der über einen Monat währenden Fahrt ermüdet aus. Dazu mag auch die Tatsache beigetragen haben, daß dieser Staatsbesuch nicht nur körperlich, sondern auch große seelische Anforderungen an die britische Tihronfolgerin stellte. Es war ihr erstes of­fizielles Auftreten in Amerika , ihr erster repräsentativer Staatsbesuch, den sie völ­lig ohne väterliche Unterstützung durch­führen mußte. Keine Kleinigkeit für eine Fünfundzwanzigjährige. Und es gab Augenblicke, in denen spürte man das.

Sie gab keine Pressekonferenzen oder Interviews. Und Reporter, die trotzdem

versuchten, mit ihr in ein Gespräch zu kommen., mußten erleben, daß sie sofort von der Bildfläche verschwand. Als in Ottawa ein dreijähriges Mädchen ihr Blu­men überreichte und dabei — von der Be­geisterung ringsum verwirrt — zu weinen anfing, wußte Elizabeth nur das übliche „Thank you dear“ (Danke, Liebes), zu sa­gen. Ihre Mutter, die das gleiche bei dem Staatsbesuch 1930 erlebt hatte, nahm da­mals das weinende Kind auf den Arm und beruhigte es — erinnerten die amerikani­ schen Zeitungen.

Nur ganz selten wagte sie bei diesem Staatsbesuch, aus sich herauszugehen. Die Argus-Augen der Oeffentlichkeit entdeck­ten die Tränen, die ihr in die Augen stie­gen, wenn sie nach ihrem schwer kranken Vater gefragt wurde. Sie bemerkten die stolze Aufregung, die sich ihrer bemäch­tigte, als man ihr aus London mitteilte, daß die ersten Gehversuche der kleinen Anne erfolgreich verlaufen seien.

Der Herzog von Edinburgh spielte bei diesem Staatsbesuch überhaupt eine wich­tige Rolle. Denn er hat die Fähigkeit, rasch mit Menschen in Kontakt zu kom­men. Eine Gabe,die besonders in USA sehr geschätzt wird. Der Herzog würde, so schrieben die amerikanischen Berichter­statter, das Zeug dazu haben, beispiels­weise einen Wahlkampf in Texas zu ge­winnen. Wichtiger aber als all das war sein Bemühen, Elizabeth bei ihrer schwie­rigen Aufgabe zu helfen. Wenn sie müde und nervös erschien, verstand er es mit wenigen Worten, sie aufzumuntern und zum Lächeln zu bringen. Deshalb ist es zu einem guten Teil dem Herzog von Edin­ burgh zu verdanken, daß Elizabeth nicht nur die Achtung und Sympathien der ka­nadischen Bevölkerung, sondern auch ihre Liebe gewann. Millionen jubelten dem jun­gen Paar ziu.

Die Reise war genauestens eingeteilt. Jede Minute war ausgenutzt. Kein Wun­der also, daß die jungen königlichen Gäste manchmal den Wunsch niederkämpfen mußten, diesen Stundenplan zu durchbre­

chen. Vielleicht betonten sie deshalb so oft, sie seien zum erstenmal in Amerika und sie möchten das sehen, was die Touristen anzieht. Man zeigte ihnen daraufhin die kanadischen Fünflinge, die amerikanische Kongreßbibliothek, deren Fassade ebenso wie die des Kapitols vorher von der Feu­erwehr saiubergewaschen worden war. Aber ihre Eindrücke vom nordamerika - nischen Kontinent blieben spärlich: Indi­aner-Kanus, die den Zerstörer umringten, der das Paar zur Insel Vanicouver brachte. Eis, das die Autostraße blockierte und zu Umwegen zwang. Regen, der den Anblick der Rockie Mountains verwehrte und Phi­lip um die geplante Entenjagd in Britisch Columbia brachte.

Aber das ist wohl auch nicht möglich, wenn man mit einem Stab von mehreren hundert Menschen reisen muß. Allein 4000 Journalisten waren bei Elizabeth „akkre­ditiert“. 150 folgen dem Sonderzug ständig. Sie berichteten über alle Einzelheiten der Reise. Sie beschrieben spaltenlang das Staatsbankett von Montreal , bei dem ge­rösteter Fasan serviert wurde. Sie notier­ten sämtliche Geschenke, die Elizabeth be­kommen hat: Von den zwei silbernen Kin­derbestecken bis zu den 500 Büscheln Wei­zen, die ihr in Regina, der „Königin“ de.s Weizenlandes überreicht wurden. Uncj sie unterrichteten den amerikanischen Kon­tinent gewissenhaft über die Garderebe der Prinzesisn, die in dieser Frage später nicht mehr so ablehnend war wie zuerst. Im Gegenteil. Sie wählte unter ihren 18 Kostümen jeden Morgen sehr bedächtig das aus, was ihr am geeignetsten für den Stundenplan erschien; Das dunkelrote Kleid für die Reise zu Truman , das Ko­stüm mit dem Fischgrätenmuster für den Empfang in der Stadt Calgary , den brau­nen Samtmantel mit dem Kutscherkragen für die militärischen Vorführungen in Trenton . Vielleicht hat sich die Prinzessin an das umfangreiche Kleiderprogramm der Madame Auriol erinnert, deren Staats­besuch im Frühjahr ein riesiger Erfolg der französischen Haute Couture in Amerika war.

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