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gamstag, 15. Dezember 1951

SÜDKURIER

Nr. 196 / Seite 15

Bücherbrief

Wie gut begreife ich Deine Bitte, liebe ^freundin, ich möchte Dir doch fürs dies- ■ jährige Weihnachtsfest ein paar Bücher nennen, die sich als Geschenke für Deine Lieben eignen! Fangen wir gleich mit de­nen an, die, wie ich denke, besonders für Deinen Mann wertvoll sind.

Die Christen im Staat

Ich weiß, daß ihn schon oft die Frage beschäftigt hat: wie steht es eigentlich mit dem Christen im Staate? Mannigfach sind die Versuche, sie zu beantworten. Einen ganz neuartigen macht der bekannte Vor­kämpfer für den Friedensgedanken unter den deutschen Katholiken, der Dominika­ ner P. Franziskus Stratmann. Als Studen- tesiseelsorger in Berlin focht er schon nach dem ersten Weltkrieg manchen Strauß mit den farbentragenden Verbindungen aus, die damals, wie heut wieder, einem fibersteigerten Nationallismus huldigten. Ein Wunder scheint es, daß er den Hä­schern entging und nun mit der Weisheit eines alten Gottesmannes, von Christus ausgehend, durch die Jahrhunderte ver­folgt, wie sich die Heiligen zum Staat ge­stellt haben. Bis jetzt sind drei Bände erschienen; Augustinus ist der Letzte, den er zu Worte kommen läßt. Pater Strat- manns lebendige Darstellung, seine klu­gen Erwägungen, werden jeden christ­lichen Staatsbürger in seinem Verant- wortungsbewußtsedn für das Ganze klären und stärken. Das Werk ist kein Erbau­ungsbuch landläufiger Art. Der Kunst­historiker Heinrich Lützeier hat die älte­sten Zeugnisse über Franziskus v Assisi übertragen und in einem handlichen Band vereint. Es sind die Zeugnisse derer, die ihn gekannt haben, den ,,braunen Bru­der” von Gottes Nachtigallen, sie atmen ganz die Nähe und Frische der persön­lichen Begegnung, herb und klar zeichnen sie, wie Cimabue und Giotto , sein Wesen.

Biographien und Lebensberidite

Zwei Biographien liegen vor mir: sie eignen sich wohl am besten für Vetter Hans, den klugen Betrachter der Men­schen. Die eine stellt, aus der Feder von Rudolf Grabs, das Leben Alberts Schweit­zers dar, des bedeutenden evangelischen Theologen, großen Musikers und Missions­arztes: sein Denken, Musizieren und sein Wirken bei seinen Patienten in Lamfoa- rene. Auch wenn man seinen und des Bio­graphen Standpunkt in theologischer Hin­sicht nicht teilt, freut man sich dieses Le­bensbildes.

Euer guter Freund L. sollte sich wohl herzlich mit dem „Buch von Axel Munthe ” freuen. Ein Vetter Munthea und seine langjährige Uebersetzerin haben es ge­schrieben. Wer schon Munthes „Buch v. San Michele” besitzt, den wird es beson­dere interessieren. Bei uns werden beson­ders jene Abschnitte beachtet werden, in denen Munthes Tätigkeit als Leibarzt der schwedischen Königin Viktoria geschildert wird, die ja eine badische Prinzessin war und sich viel in Karlsruhe und auf der Mainau aufhielt.

Einen besinnlichen Leser, der auch für die stillen und geheimnisvollen Reize der niedenrsächsttschen Landschaft ein Organ besitzt, verlangt das zarte, herbe Buch „Grüne Zweige”, in dem Friedrich Georg Jünger , der Bruder Emst Jüngers, seine Jugend erzählt. Wer bereits die Dichtun­gen, der Brüder kennt, wer insbesondere den neuesten Band Erzählungen Friedrich Georgs dazu nehmen kann, — er gehört zum Schönsten, was ich im vergangenen Jahr las, ob ich mir nun die Geschichte von den weißen Walen vergegenwärtige oder den Zauber der Dalmatinischen Macht — der, liebe Eva, wird in diesen beiden Bänden etwas besitzen, das ihn noch beschäftigen und beglücken wird, wenn vieles, was der laute Tag preist, längst vergessen ist. In den Brüdern Jün­ger sind uns Deutschen bedeutende Schriftsteller, Dichter jener Generationen erhalten geblieben, die in zwei Weltkrie­gen ihren Blutzoll entrichten mußten.

Diesem Werk sei ein weiterer Lebens­bericht angefügt, der auch über dichte­rische Qualitäten verfügt. Nur daß bei Karl Heinz Waggerl in seiner reizvollen autobiographisch en Kindheitsgesdhichte alles leichter gestaltet ist, heiterer, mit dem unwägbaren Charme des Oesterrei- chers. Das solltest Du Dir selbst schenken oder schenken lassen, diese Geschichte von der „Fröhlichen Armut", die doch so man­che bittre Seite hat. Die Erwachsenen werden als dichterisch im wahrsten Sinne das Bild finden, das der Verfasser von dem greisen Pfarrer zeichnet, und die Ge­schichte der armen Dorfschullehrerin Jo­hanna mutet an wie ein wehmütiges Volkslied.

In gleicher Ausstattung gab der Verlag (O. Miller in Salzburg ) noch einen Band Erzählungen des gleichen Verfassers her­aus „Die Pfingstreise”, die durch die glei­che Anmut der Erzählkunst und den Zau­ber der Salzburger Landschaft, in die das Geschehen gebettet ist. den Leser an­spricht.

Endlich legt in einem ähnlichen Bande der im gleichen Jahr 1897 ganz in Wag­gerls Nähe geborene Dichter Josef Leit­ geb die zweite Auflage seines beschwing­ten Werkleins „Von Blumen, Bäumen und Musik” vor. Ein feines Geschenk für eine musikalische Persönlichkeit.

Ein mütterliches Lied

Schwermütig singt die Russin Alja Rachmanowa ihr mütterliches Lied von Jurka, ihrem einzigen Sohne, dem sie noch in der Heimat, mitten im roten Sturm, das Leben geschenkt hat. In ihren früheren Ränöon, die Du alle besitzest, hat sie ge­schildert, wie er mit den Eltern das Schick­sal der Ausweisung erlitt und Nöte der ersten Jahre in Wien . Ale endlich der Gatte in Salzburg einen Poeten als Gym­nasiallehrer bekommt, beginnt der müh­same Aufstieg der Familie, der auch dem Knaben eine frohe Jugend ermöglicht ln

Große Frauen in Deutschland und Frankreich

Lebensbilder auibewegten Jahrhunderten

Man hat die 1074 geborene, zweihundert Jahre später heilig gesprochenen Herzogin Hedwig die „Landesmutter“ Schlesiens ge­nannt. Kaum der Kindheit entwachsen, wurde sie Heinrich I. von Schlesien ange­trant und in die harten Kämpfe um das heue Kulturland hineingestellt. Für Hed­wig war es eine Zeit menschlicher Bewah­rung. Wie ihre Nichte, die hl. Elisabeth von Thüringen , ging sie in die Hütten der Bauern und suchte überall die Wunden zu heilen, die Feuer, Pest und Hunger ge­schlagen hatten. In seiner Erzählung .Hed­wig, Mutter und Herzogin“, zeichnet Wil­helm Hänermann ein eindrucksvolles Bild dieser menschengütigen Frau, Das Buch wurde vor allem für die Vertriebenen des schlesischen Landes geschrieben als Trost und Stärkung in heimatloser Zeit.

Die Reformation trägt ein durchaus männliches Gepräge, wo aber Frauen in

das Ringen um letzte Glaubensfragen ein- griffen, da waren es Frauen von starker geistiger Selbständigkeit. In ihrem neuen, auf eingehenden Studien beruhenden Buch „Das unüberwindliche Wort“ vereinigt Ma­ria Heinsius die Lebensbilder von fünf be­deutsamen Frauen aus der Reformations­zeit. Als Beispiel für das Wirken dieser hochgesinnten, mutigen Frauen, meist aus dem oberdeutschen Raum, stehe hier nur ein Name, der uns besonders naheliegt: Margareta Blarer , die „diaeonissa eodesiae Constantiensis“, die nach einem Leben in vorbildhafter Liebestätigkeit im Pestjahr 1541 in Konstanz starb, wo einer ihrer Brüder als Bürgermeister amtierte.

Frankreichs .großes Jahrhundert“, wie die Franzosen die Zeit des „Sonnenkönigs“ nennen, ist reich an geistvollen und bedeu­tenden Frauen, die, kämpfend und leidend im Schatten der männlichen Weit, ihr

Jahrhundert nicht weniger vertreten als die Männer. Sechs solcher Frauengestalten zeichnet Olga Gräfin Taxis-Bordogna in Ihrem Buch ,Heist und Anmut“, darunter die derb-anmutige Liselotte von der Pfalz und Madame de Sevigne , deren reicher Briefwechsel sie zur Chronistin ihrer Zeit werden ließ. Mit historischem Wissen ver­bandet die Autorin, die sich mit ihren „Frauen von Weimar“ bereits einen Na­men gemacht hat, frauliche Einfühlung und

eine künstlerisch gestaltende Feder. p.

*

Wilhelm Hänermann, „Hedwig, Mutter und Herzogin", Verlag Herder, Freiburg , 367 S., i. L. 9,50 DM. — Maria Heinsius, „Das unüberwind­liche Wort, Frauen der Reformationszeit“, Ver­lag Chr. Kaiser, München , 164 S„ i. Hl. 8,75 DM. — Olga Gräfin Taxis-Bodogna, „Geist und An­mut, Frankreichs Frauen im großen Jahrhundert“, Verlag Franz Ehrenwirth, München , 225 S., i. L. 12,80 DM.

Abbildungen aus „Schweizer Architektur“: links Wohnsiedlung in Luzern ; rechts Kantonalbank in Lausanne .

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SCHWEIZER ARCHITEKTUR erfreut sich heute in der Welt eines ähnlichen Rufes wie die deutsche zu jener Zeit, als von ihr seit der Jahrhundert­wende maßgebende Impulse für modernes Bauen sieghaft in die Welt wirkten. Die Entwicklung in Deutschland wurde durdi die abwegige Kultur­politik des ,.Dritten Reiches“ geknickt, und Deutschland schied damals aus dem Wettbewerb der fortschrittlichen Nationen aus. Heute muß un­ter unvergleichlichem Aufwand an Mühe und wirt­schaftlicher Kraft nachgeholt und nachgelernt wer­den, was so leichtfertig und stur vergeudet wurde. Die Schweiz lehrt durch ihr Gegenbeispiel, was eine stetige Entfaltung, Wachstum ungestört von Jahrzehnt zu Jahrzehnt aufbauend, fortschritt­licher Bürgersinn, vernünftige Aufklärung und ebenso maßvolles Beharren wie sicheres Augen-

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zwei dicken Bänden berichtet die Mutter nun von Jurka® Heranblühen bis zum b itterenEnde unten Hüter. Ln tiefstem Leid, das nur die Religion etwas zu lindem ver­mag, bleiben die Eltern einsam zurück. Ein herzbewegendes Buch, recht für Frauen und Mütter!

Kleine Buchreihen

Nun ein paar kleine Bändchen, zum Verschenken geeignet, wenn der Geldbeu­tel nicht viel enthält: Da hat der Christo- phorueverlag eine fein ausgestattete Kleinbuchreihe herausgebracht, in der die „Magnuslegende” von W. Meyerhoff und die mit zarten Zeichnungen der Verfas­serin reizvoll illustrierte Novelle „Die Müdigkeit ” von Ruth Schaumann neu er­schienen sind. Die erste wird Deinen 15jährigen Sohn begeistern, die zweite eignet sich gut für Deine 17jährige „Große". Deiner Schwester, die eine so begeisterte Tante ist, weiß ich ein reizendes Geschenk: Gertrud Bäumers Büchlein „Sonntag mit Silvia Monica”. Sie wird Dir’© danken.

In demselben Verlag und gleicher Aus­stattung liegt noch eine kleine und doch große Kostbarkeit vor: Jules Supervielie, der französische Dichter und Freund Ril­ kes , schenkt uns die Meine Dichtung von „Ochs und Esel bei der Krippe". Nur ein wahrer Dichter vermag es, die stille Größe dieses wichtigsten Geheimnisses unserer Erlösung, die Menschwerdung Gottes in dem Kindlein von Bethlehem , im Spiegel der. unvernünftigen Kreatur aufleuchten zu lassen.

Deinem Aeltesten, der sich gelegentlich selbst schon am Gedicht versucht hat, schenkst Du vielleicht einen Band Lyrik. Ich fand da einen schönen Zyklus „Ster- nenmusik” von Wolf v. Niebelschütz , dem Verfasser des „Blauen Kammerherm" und ein entzückendes Büchlein über Mörike .

Proven^alischer Weibsteulel

Einen besonders kräftigen Magen ver­langt der soeben in deutscher Sprache er­schienene Roman von Rene Schickele , dem elsässischen Dichter. In der Provence entstanden, ist der Roman von der „Witwe Bosca” eine scharfigewürzte, südländisch feurige Speise, die eines reifen Manns­bilds als Lesers bedarf. Doch Anmut und hohe dichterische Schönheit hat diese wilde Saga von der jungen Witwe, einem pro- verujalischen Weibs teuf eL

Johanna in England

Nun ein Werk, das Aufmerksamkeit zu verdienen scheint. Als ich es zu­erst aufschlug, tat ich es mit einem gewis­sen Mißtrauen. .Johanna in England ” heißt das Erstlingswerk der jungen (Schriftstellerin Maria Baitz. Wie denn? Jeanne d'Arc , die Jungfrau von Orleans, die Nationalhedlige Frankreichs , in Eng­ land ?

Die Verfasserin fand im Staatsarchiv in Paris eine Notiz, die sie zu ihrem Buche anregte: Im Jahre 1461 seien in Paris vier Frauen erschienen, von denen jede be­hauptete, die Jungfrau von Orleans zu sein. Eine von ihnen sagte aus, eie sei in der Nacht vor ihrer Hinrichtung aus dem Kerker in Rouen von einem engli­schen Edelmann nach England entführt und statt ihrer der Leichnam eines Mäd­chens aus dem Spital verbrannt worden.

Die Frage, was der jungen Dichterin die innere Berechtigung zu der Vision gibt, daß die Heilige damals wirklich nicht

maß für das Neue in einer Nation erreichen und verwirklichen können. Der Otto-MaieT-Verlag in Ravensbuig hat das Verdienst, in einem vorbild­lich ausgestatteten Werk: „Schweizer Architektur“ von Hans Volkart einen lichtvollen „Überblick über das schweizerische Bausdiaffen der Gegen­wart* vermittelt zu haben. Bezwingend ist der Eindruck schon beim Durdiblättem des großforma­tigen Buches. Von den 334 Fotowiedergaben {auf 224 Seiten mit 264 Plänen) strahlt so viel Hellig­keit, Gesundheit, Vernunft, Aufgeklärtheit, Mut zum Dasein und Gegenwartsbejahung, daß es ein wahres Augenlabsal ist. Der Verfasser des Textes, ■Prof. Hans Volkart , Lehrer für Gebäudelehre und Entwerfer an der Technischen Hochschule in Stutt­ gart , selbst gebürtiger Schweizer , ist ein sach­kundiger und von der Richtigkeit seiner Sache

durch die Flammen hindurch gleich einem Vogel Phoenix zum Vater im Himmel zu­rückgekehrt sei, beantwortet diese mit einer ganz verinnerlichten. Darstellung des Geschehens. Wir wissen aus den Prozeß­akten, wie schwer Johanna um das Einver­ständnis mit ihrem furchtbaren Schicksal zu kämpfen hatte. Die Dichterin nun zeich­net sie als ein träumendes Kind, das durch das Geschehen hindurchgegangen, treu ih­rer Mission, aber als Mensch unentfaltet. Gott gewährt ihr in einer Vision, daß eie gerettet wird und noch eine Zeitlang auf Erden weiterleben darf. Dies erleben wir nun in einer Darstellung voller Kraft, die nirgends ins Banale oder Sentimentale

Hermannßroch: „Der Tod des Ver- gil“. Roman, 467 Seiten. Rhein-Verlag, Zürich . Preis 24 DM. (Ein apokalyptisch­dichterisches Buch, die bannend-visionäre Schilderung von Vergils, des römischen Dichters, letztem Lebenstag. Dieser Roman ist wie ein% Nachtaeerfahrt in die Ewig­keit.)

Oskar Walter Cdeek: „Vor dgp Toren“. Roman. Suhikamp-Verlag, Frank­ furt a. M. Preis 11-50 DM. (Hier wird die Geschichte eines reifenden Knaben erzählt, der, heimat- und elternlos, im sommerlich heißen Rumänien verwildert vor den To­ren der Bauernhöfe und sehnsüchtig vor den Toren des Lebens steht.)

Rudolf Krämer-Badoni : „Der arme Reinhold“, Roman , 207 Seiten, Wolf- gang-Krüger-Verlag, Hamburg . In Ganz­leinen 12,80 DM. (In Tagebuchform Le­bensbeichte, Bekenntnisse und Erinnerun­gen einer starken, grüblerischen Persön­lichkeit aus unserer Zeit nach dem zwei­ten Weltkrieg. Ein Buch für anspruchs­volle und gebildete Leser).

Hans J. Rehfisch : „Die Hexen von Paris“. Roman. 623 Seiten. Verlag J. G. Cotta, Stuttgart . In Ganzleinen 16,50 DM. (Ein historischer Sittenbildroman aus dem Paris Ludwigs XIV . und der Marquise de Montespan . Von einem Dramatiker blut­voll lebendig geschrieben. Für reife Men­schen mit kulturhistorischen Interessen.)

Frank B. Gilberth und Erne­stine Gilberth-Carey: „Im Dut­zend billiger“. 274 Seiten. Lothar-Blan- välet-Verlag, Berlin . In Ganzleinen 9,50 D-Mark. (Bezaubernd humorvolle Erinne­rungen an einen Vater, der zwölf Kinder großzog — ... im Dutzend billiger! — und eine Mutter, die diese Kinder erzog.

begeisterter Führer durch die Schweizer Wohn-, Geschäfts- und Repräsentations-Straßen. Das Werk wird nicht nur Architekten, sondern als Leitbild besonders auch allen Bauherren, privaten und öffentlichen Charakters, treffliche Dienste leisten. (Das Werk kostet in Ganzleinen 46 DM.) — Im gleichen Verlag erschien, ebenso sorgfältig aus­gestattet und in gleichem Format ein Werk »Das eigene Heim“ von Guido Harbers , das einen lehr­reichen Überblick, gibt über die neuzeitliche Ent­wicklung des Wohnbauens in den verschiedenen Landschaften Deutschlands und ergänzend auch in Schweden , Schweiz , England , Italien , Belgien , Dänemark , Frankreich . Österreich und USA . Es zeigt mehr als 200 Arbeiten von insgesamt 140 Architekten. (192 Seiten. 738 Abbildungen, ln Ganzleinen 36 DM.)

abgleitet. Alles, was Johanna geschieht: das Erwachen ihrer Mütterlichkeit, ihrer Liebesfähigkeit, wächst ganz schlicht aus ihrem Innern, das gleichsam das, was ihr geschieht, auf sie herabzieht. Die Dichte­rin bleibt weder dem irdischem Geschehen noch den mystisda-reüdgiösen Vorgängen in Johannas Seele etwas schuldig. Bis zum bittersüßen Ende hält sie die gleiche Höhe, um in der Schlußszene wahre dichterische Größe zu erreichen. Erst in dem erschüt­ternden Wiedersehen mit ihren alten Kampfgenossen geht es der Jungfrau auf, daß jetzt die Heimkehr ins himmlische Vaterland kommt. Ganz schlicht vollzieht sich das Ende. Dr. M. B. H.

Aus dem Amerikanischen übertragen von Susanna Rademacher . Bisher in zwölf Sprachen überall gleich erfolgreich.)

Arthur Weigall : „Sapjpho auf Lesbos “. Ihr Leben und ihre Zeit. 264 Sei­ten. Paul-Lost-Verlag, München . Aus dem Englischen übertragen von Dr. Ruth Wei­land Freemann. In Ganzleinen 11,80 DM.—

Wolf gang Schadewald: „Sappho “. Welt und Dichtung. Dasein in der Liebe. 191Seiten. Verlag von Eduard Stichnote, Darmstadt . Ganzleinen 7J0 DM. (Die be­deutenden Ergebnisse der Forschung aus den letzten Jahrzehnten mit ihrer Ent­deckung und Erschließung verschollener Handschriften ermöglichten die Gestal­tung eines neuen, vertieften Bildes der großen lyrischen Dichterin im griechischen Altertum und ihres bisher fast völlig verlorenen Werkes.)

Hugo Busch: , .Das Testament Arthur Schopenhauers “. Verlag Eberhard Brock­haus, Wiesbaden . 172 Seiten mit 25 bisher unveröffentlichten Abbildungen und einem Facsimile der Handschrift des Testaments. In Ganzleinen 9,- DM. (Für Leser mit philosophischen Interessen und insbeson­dere für die Gemeinde der Schopenhauer­freunde: ein höchst schätzbares Quellen­werk biographischen und geistesgeschicht­lichen Charakters.)

„Satipatthana. Der'Heilsweg Buddhistischer Geistesschu­lung. Die Lehrrede von der Vergewalti­gung der Achtsamkeit“. Text und Kom­mentar übersetzt, eingeleitet und erläutert von Nyanaponika , Mönch auf Ceylon . 239 Seiten. Verlag Christiani, Konstanz . In Ganzleinen 8,75 DM.

Georg Grimm : „Ewige Fragen. Die religiösen Grundprobleme und ihre Lö-

Verzeicfanis der besprochenen Bücher

1. P. Franziskus Stratmann O.P. „Die Heiligen und der Staat“, 3 Bände, Leinen, jeder Band 7.— DM. Verlag Josef Knecht , Frankfurt a. M. 2. „Franziskus.“ Der heilige Franziskus, die älte­sten Urkunden, übersetzt von Heinrich Lützeier, Vorwort von Alois Dempf . Thomas-Verlag, Kem­ pen , Niederrhein . 7,50 DM. 3. Rudolf Grabs „Albert Schweitzer “, Steuben Verlag Paul G. Esser, Berlin . 4. Gustaf Munthe-G, Uexküll- Schwerin: „Das Buch von Axel Munthe ", Paul List Verlag, München , 12,50 DM (Ganzleinen). 5. Friedrich Georg Jünger : „Grüne Zweige“, Ein Erinnerungsbuch. Carl Hanser Verlag , Leinen 10,80 DM. 6. Friedrich Georg Jünger : „Dalmati­nische Nacht“, Erzählungen. Heliopolis Verlag, Tübingen . 7. Karl Heinz Waggerl: „Fröhliche Armut“. 8. „Pfingstreise”, Erzählungen. Jeder Band 6,50 bzw. 6,90 DM. Otto Müller Verlag ,

Salzburg . 9. Josef Leitgeb : „Von Blumen, Bäu­men und Musik", 2. Auflage, Otto Müller , Salz­ burg , 6,90 DM. 10. Alja Rachmanowa: „Einer von Vielen", „Das Leben Jurkas“, 2 Bde., Ver­lag Rascher und Cie., Zürich , 13,70 DM je Lei­nenband. 11. Walter Meyerhoff : „Magnus­legende“ und 12. Ruth Schaumann : „Mündigkeit“, Kleinbuchreihe des Christophorus-Verlages je 2 DM. 13. Gertrud Bäumer : „Sonntag mit Silvia Monica“ und 14. Jules Supervielie: „Ochs und Esel bei der Krippe", Verlag F. A. Herbig, Ber­ lin . 15. Wolf von Niebelschütz : „Sternenmusik“, Gedichte 1942—1951. Suhrkamp-Verlag , Frankfurt a. M., 9,50 DM. 16. Rene Schickele : „Die Witwe Bosca", Roman. Claassen Verlag , 14,80 DM. 17. Maria Baitz: „Johanna in England “, Roman. Ganzleinen DM 6,50. Verlag Deutsche Volks- Ganzleinen 36 DM.) R-

Für den Weihnachtstisch

Gute Bücher, die wir noch empfehlen

sung im indischen Geiste“. 83 Seiten. Ver­lag Christiani, Konstanz . In Ganzleinen 3,80 DM. (Beide Werke dienen der Unter­weisung echt wissensdurstiger, reifer Ge- ©ter in Lehre und Lebenspraxis des Buddhismus .)

Franzis Jordan: „In den Tagen des Tammuz — Altbabylonische Mythen“. 212 Seiten mit 18 Abbildungen. R.-Piper- Verlag, München . In Ganzleinen 9,50 DM. (Die monumentalen Götterepen der archa­ischen Kulturen in Mesopotamien , vor­bildlich sorgfältig verdeutscht; eine „Ge­schichte des Zweistromlandes“ und er­läuternde Nachworte zu den einzelnen Epen aus der Feder der Forscherin, die an den Ausgrabungen in Mesopotamien selbst beteiligt war, erfüllen den Wunsch aller Gebildeten nach einem authentischen, ge­schlossenen Ueberblick über die Ergeb­nisse der neuesten Entdeckungen und Forschungen auf diesem Gebiet.)

Heinz Hilpert : „Gedanken zum Theater“. 202 Seiten. Hainbund-Verlag, Göttingen . (Betrachtungen, Aufsätze, Re­den aus dem Themenkreis eines Lebens für das Theater und aus der Feder eines der entscheidenden Regisseure der deut­ schen Bühnen.)

Christopher Fry : „Venus im Licht“. Ein Spiel. Deutsch von Hans Feist. Mit Nachwort des Uebersetzers . 108 Sei­ten. S.-Fischer-Verlag , Fränkfurt. Bro­schiert 5,- DM. (Das schnell berühmt ge­wordene poetische Schauspiel des engli­schen Dramatikers, das zur Zeit allenthal­ben in Deutschland gespielt wird.)

Paul Gauguin : „Noa Noa“. Deutsch von Luise Wolf . 158 Seiten. Verlag Edu­ard Stichnote, Darmstadt . In Ganzleinen 12,50 DM. (Des berühmten französischen Malers Aufzeichnungen über sein Leben mit den Eingeborenen auf Tahiti in einer vorbildlich schönen Ausgabe.)

Dr. William Brunner: „Pioniere der Weltallforschung“. 296 Seiten. Verlag der Büchergilde Gutenberg, Zürich . In Ganzleinen. (Ein Wissenschaftler von Rang schreibt die heroische Geschichte der gro­ßen Astronomen und Erforscher des Welt­raums. Ein herrliches Buch für verständige Jugend aller Alter.)

Alfred Weidenmann : „Kaul­quappe — Der Boß der Zeitungsjungen“. 176 Seiten. Verlag Kurt E. Schwab, Stutt­ gart . In Halbleinen 5,80 DM. (In Form einer spannenden Erzählung aus dem Le­ben der Halbwüchsigen von heute eine Einführung in den Betrieb einer Tages­zeitung. Ein Buch für geweckte Jungens.)

Alfred Gymnich: „Der Segelflug- Modellbau in Theorie und Praxis“. 164 Seiten, mit vielen Bildern und Zeichnun­gen. Verlag Otto Maier, Ravensburg . Preis 8,75 DM. (Der bekante Flieger und Kon­strukteur gibt hier die Grundlagen für erfolgreiches Entwerfen und Bauen von Segelflugmodellen. Eine reiche Fülle von Anregungen und das geistig-theoretische wie handwerklich-praktische Rüstzeug er­möglicht dem Modellflieger zu selbständi­gem Planen und Bauen.)

Hans Jacobs : Werkstattpraxis für den Bau von Gleit- und Segelflugzeugen. 350 Seiten, mit vielen Abbildungen und Zeichnungen. Verlag Otto Maier, Ravens­ burg . Preis 15 DM. (Der Schöpfer der be­kannten Segelflugtypen wie „Reiher “, „Kranich “, „Habicht “ u. a. m. vermittelt in seinem Buch, das jetzt in der 5. Auflage erscheint, alle Erfahrungen aus seiner Praxis als Segelflugzeugbauer. Dabei sind der neueste Stand der aerodynamischen Erkenntnisse und die Ergebnisse der neuen Technik vollauf berücksichtigt.)

Theodor Storms Werke

Eine vierbändige Ausgabe von Theodor Storms Werken, ausgewählt und kritisch bearbeitet von Prof. Karl Hoppe , brachte der Verlag Georg Westermann in Braun­ schweig (Ganzleinen je Band 8.— DM). Sie enthält wirklich alles Wesentliche und Be- wahrenswürdige aus de® großen norddeut­schen Erzählers Lebenswerk. Ein umfang­reicher Anhang mit Anmerkungen macht die Ausgabe nicht etwa schwerfällig; diese Anmerkungen, die in der Hauptsache den Charakter von Erläuterungen haben, er­höhen vielmehr den Genuß des Lesens. Brauchen sie doch nicht jeweils der Text­folge nach gelesen zu werden. Nachträglich aufgenommen aber erschließen sie vieles, was sonst unbeachtet geblieben wäre, vie­les an Schönheiten und Eigentümlichkeiten der Sprache, aber auch an historischen oder lebenspsychologischen Beziehungen; man braucht dies zwar nicht unbedingt zu wissen, weiß raan’s aber, verstärkt es den Tiefgang der Pflugschar, die der Erzähler über das Erdreich der Seele zieht. Das bio- gaphische Nachwort Prof. Hoppes wirkt im gleichen Sinn. — Drucktechnisch verdient die schöne, in mattgrünes Leinen gebun­dene Ausgabe bei künftigem Neudruck noch mehr Sorgfalt Aumeister

Erzählte Historie

Im Pilgrim-Verlag Salzburg wurden Mirko Jelueichs „Cäsar“ und „Hannibal“ neu aufgelegt. Mirko Jelusich hat für seine historischen Romane einen eigenen Er­zählerstil, indem er alles, was ihm unter die Hände gerät, flott dialogisiert und da­mit zu beleben versucht. Daß allerdings die vermittelte Substanz an geschichtlichem Wissen nicht über das hinaus geht, was in jedem Nachschlagewerk in Stichworten zu finden ist, wird peinlich sichtbar, wenn er in seinem neuesten Buch „Die Wahrheit und das Leben“ Christus selbst zum Mit­telpunkt eines Romanes machen will.

Um wie vieles reicher angelegt ist da Walter von Molos Buch über „Eugenio von Savoy “, über Prinz Eugen den edlen Rit­ter! Europäische Höfe um die Wende des 17. zum 18. Jahrhundert sind da mit der gleichen Farbigkeit gezeichnet wie die Schlachtfelder jener Zeit. Im ebenmäßigen Fluß einer gepflegten Sprache sind Schil­derung und feine psychologische Charak-» terzeichnung in eins verwoben, und nicht zuletzt besticht das Buch durch die Reife seiner politischen Urteile.