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Samstag, 21. Juni 1952

SODKURIEB .

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Nr. 97 / Seite 12

Für öle öffentliche Fürforge roeröen 1910160 DM benötigt

Ein großartiger

lieber 131 000 DM erhält das Stadttheater — Rosgarten-Museum braucht mehr Mittel— 508 000 DM für Straßen, Plätze und Anlagen

»Alles über Eva “ (GloriaJ

Wir setzen heute die Betrachtung über die

verschiedenen Einzelpläne des Konstanzer

Haushaltsplanes 1952 fort.

Daß die Stadt Konstanz auch auf kul­turellem Gebiet bemüht ist, ihrer Tradition und ihrer Stellung als Bodensee -Metropole gerecht zu werden, spiegelt sich in den Zah­len des städtischen Haushaltsplanes wider. Für die Bodenseeforschlungsanstalt, die im letzten Jahr ihr 2Sjähriges Bestehen feiern konnte, werden 11 910 DM bereit gestellt. Die Wessenberg-Bibliotfr.ek benötigt einen Zuschuß von 18 900 DM; für die Unterstüt­zung besonders begabter, bedürftiger Kon­ stanzer Hochschulbesucher sind wieder 2500 DM vorgesehen. Der Zuschuß zur För­derung des wissenschaftlichen Vortrags­wesens wurde um 1000 auf 1500 DM erhöht. Erstmalig in Erscheinung tritt in diesem Jahr ein Betrag von 500 DM zur Förde­rung des Internationalen Instituts Schloß Mainau . Ein Betrag, der eingespart werden könnte, ist der Zuschuß an die Volkshoch­ schule mit 600 DM, da diese Institution nach einem vielversprechenden Anfang inzwi­schen ihre Tätigkeit fast vollkommen ein­gestellt hat.

Für die Musikpflege sind in diesem Jahr 31 600 DM vorgesehen gegenüber 24 300 DM im Rechnungsjahr 1951. In dieser Summe sind enthalten das Gehalt des städtischen Musikdirektors, die Zuschüsse an die Stadt­kapelle, an das Städt. Orchester u. a. sowie ein Betrag von 6500 DM zur Unterstützung künstlerischer, musikalischer und gesang­licher Aufführungen. Mittel für die Be­schaffung neuer Uniformen für die Stadt-

Zufcbuß an öae Stäötifcb

Einen erheblichen Anteil an den Aus­gaben des ordentlichen Haushalts machen die Leistungen der öffentlichen Fürsorge aus, die für das Rechnungsjahr 1952 mit 1 910 160 DM veranschlagt sind, von denen die Stadt 971 010 DM aus eigenen Mitteln zu tragen hat. Nicht berücksichtigt ist dabei der Verwaltungsaufwand des Soforthilfe­amtes und des Kreisamtes für Umsiedlung, da dieser in voller Höhe vom Land wieder ersetzt wird. Für Fürsorgeleistungen der offenen Fürsorge wurden 379 850 DM, für die Tuberkulosenhilfe 21 810 DM und für Leistungen der geschlossenen Fürsorge 235 740 DM bereit gestellt. Zur Unterstüt­zung der Arbeit der freien Wohlfahrtsver- bända wie Caritas, Innere Mission u. a. stellt die Stadt Mittel in Höhe von 6040 DM bereit

Die Aufwendungen für die Kriegsfolge- kcsten des Fürsorgewesene, darunter für Hstmatvertriebene, Evakuierte, Kriegsbe­schädigte und für Angehörige von Kriegs­gefangenen und Vermißten beziffern ©ich auf 829 080 DM, die allerdings — mit Aus­nahme der Kosten für die allgemeine Ver­waltung und einem Anteil von 15 Prozent an den Aufwendungen für Kriegsbeschä­digte und Hinterbliebene aus beiden Welt­kriegen — vom Bund getragen werden. Das Jugendamt benötigt einen Zuschuß von 78 510 DM; für die Fürsorgeerziehung muß die Stadt noch einen Betrag von 10 550 DM beisteuern. Zur Unterhaltung und zum Be­trieb der Walderholungsstätte gewährt die Stadt auch in diesem Jahr einen Zuschuß an den Caritasverband in Höhe von 8000 DM; während für die Kindergärten 14 540 DM aüfgewendet werden.

An den Kosten für die Schulgesundheits­pflege beteiligt sich die Stadt durch Bezah­lung der Schulschwester und eines Ange­stellten mit 14 500 DM. Das ist eine frei­willige Leistung der Stadt, da an sich die Schulgesundheitspflege Aufgabe des Staa­tes ist. Das Bad. Rote Kreuz soll auch in diesem Jahr den üblichen Zuschuß von 1000 DM erhalten neben einer einmaligen Zuweisung von 4000 DM für die Anschaf­fung eines neuen Krankenkraftwagens.

Beim Städt. Krankenhaus wirkt sich im diesjährigen Haushaltsplan — wie schon erwähnt — die Erhöhung der Pflegesätze aus, so daß der Zuschuß an die Spitalstif­tung von 152 920 DM im Jahre 1951 auf 135 250 DM vermindert werden konnte. Der Zuschuß für die Kinderklinik beläuft sich

kapelle sind im Haushaltsplan nicht vorge­sehen und wenn nicht an einer anderen Stelle Geld dafür freigemacht werden kann, muß sich die Konstanzer Stadtkapelle wohl oder übel noch ein weiteres Jahr in ihrem bisherigen Kleid präsentieren.

Für das Stadttheater müssen in diesem Jahr 131 980 DM aufgewendet werden ein­schließlich 60 000 DM Bar-Zuschuß, für die Stadtbücherei 27 520 DM und für den Lese­saal am Rheinsteig 3450 DM. Mit einem Zuschußbetrag von 29 860 DM für das Ju­gendbildungswerk dürfte die Stadt Kon­ stanz in der Förderung dieser Einrichtung wohl an erster Stelle in Baden stehen. Von diesem Betrag werden allein 6000 DM für die Leiter der Arbeitsgemeinschaften und 2000 DM für Veranstaltungen des Jugend­bildungswerkes benötigt. Angesichts dieser* Summen ist die Frage berechtigt, ob nicht auf diesem Gebiet mehr auf ehrenamtlicher Basis getan werden kennte oder ob man einen Teil dieser Aufgaben nicht der Ini­tiative der einzelnen Jugendorganisationen überlassen sollte.

Für das Europa-Haus ist ein Zuschuß von 5000 DM vorgesehen. Eine Erhöhung des Zushiußbetrages von rund 11 000 DM auf 32 590 DM ist beim Rosgartenmuseum fest- zustellen. Ursache: die umfangreichen bau­lichen Maßnahmen, die infolge Einsturzge­fahr durchgeführt werden müssen. Von dem Zuschußbetrag an das Stadtarchiv in Höhe von 45 110 DM sind für die Heraus­gabe des Konstanzer Stadtrechits und an­derer Werke zur Konstanzer Geschichte 6050 DM und für die Fortführung des Häu- eerbuches 2400 D(M vorgesehen.

Kranhenhaue oerrlngcrt

auf 29 750 DM, derjenige für die Frauen­klinik auf 29 450 DM. Etwas überraschend ist, daß bei der Frauenklinik trotzdem es sich um ein neues Gebäude handelt, für die bauliche Unterhaltung 8000 DM auf gewen­det werden müssen.

Das Chemische Untersuchungsamt erfor­dert im Gegensatz zu den Vorjahren erst­mals einen Zuschuß von 10 970 DM, der sich dadurch ergibt, daß zur Deckung der Kosten für die Verlegung in die ehemalige Infektionsbaracke, für die Instandsetzung undjEinrichtung derselben Darlehensmittel in Anspruch genommen werden mußten. Diese sind mit einem jälhrlichen Betrag von 10 840 DM zu tilgen.

Für die allgemeine Betreuung der Lei­besübungen in Form von Zuschüssen und sonstigen Leistungen wurden 7930 DM be­reitgestellt. Die laufende Unterhaltung und der Betrieb der Bodenseekampfbahn erfor­dert einen Zuschuß .von 23 790 DM neben den Kosten, die im letzten Jahr für die Wie­derinstandsetzung des Spielfeldes in Höhe von 30 000 DM genehmigt wurden. Im Hin­blick auf die Hohe dieser Beträge wäre es wohl kein unbilliges Verlangen der Stadt­verwaltung, wenn sie bei Wiedereröffnung von den Benutzern des Stadions angemes­sene Gebühren erheben würde und damit den städt. Etat etwas entlasten könnte. Auch die städtische E’sbalhn auf dem Eis­döbele ist ein Zuschußbetrieb, für den die Stadt rund 10 000 DM aufzubringen hat, da den Ausgaben mit 11 510 DM nur Gebüh­reneinnahmen in Höhe von 1800 DM gegen­über stehen.

Trotzdem bei der .Jugendherberge die Gebühreneinnahmen von 14 000 DM im Jahre 1951 auf 20 000 DM veranschlagt wurden, ergibt sich noch ein Zuschußbedarf von 5060 DM. Für die bauliche Unterhal­tung sind allein 8000 DM vorgesehen. Es wäre wünschenswert, wenn im Zuge der Bauunterhaltungsarbeiten auch der längst notwendig gewordene Neuanstrich der Au­ßenfassade gemacht werden könnte. Der außerordentlich gute Besuch des Zeltlager­platzes ließ auch hier eine Erhöhung der Benützungsgebühren von 1300 DM auf 2500 DM zu, so daß sich der Zuschußbedarf auf 1530 DM gegenüber 4940 DM im Vorjahr ermäßigt hat.

Der Aufwand der städtischen Planungs­abteilung beziffert sich auf 66970 DM ein­schließlich der Aufwendungen für die Bau­

platzumlegung im Gewann Thal mit 7600 DM. Damit dürfte die Möglichkeit gegeben sein, eine ausreichende Planung in der zu­künftigen Gestaltung des Stadtbildes und der baulichen Weiterentwicklung der Stadt Konstanz durchzuführen. Die übrigen tech­nischen Aemter benötigen in diesem Jahr folgende Zuschüsse: Vermessungsamt

94 520 DM, Hochbauamt 81100 DM, Tief­bauamt 25 080 DM. Bei letzterem jedoch nur für die allgemeine Verwaltung, wäh­rend für die Unterhaltung und Instandset­zung der Straßen, Wege, Plätze und An­lagen außerdem 508 660 DM bereit gestellt wurden, denen an Einnahmen aus Miete, Pacht u. a. 13 860 DM gegenüber stehen. Zuschußbetrag somit 494 800 DM gegenüber 435 860 DM im Rechnungsjahr 1951. Da­neben sind im Unterabschnitt „Wasser­läufe“ in einer Ausgabensumme von 41 740 DM vorgesehen: für die Reinigung des Grenzbaches 100 DM, für die Unterhaltung und Reinigung des Gondel- und Yacht­hafens sowie der Motorbootliegestelleri 5100 DM und 9000 DM für die Unterhaltung der Uferbauten, Anbindepfähle, Seezeichen usw. am Bodensee und Rhein .

(Fortsetzung folgt)

Vom Ruhestandsbeamtenverein

Der Verein der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen hielt in ,3t. Johann“ seine Jahreshauptversammlung ab. Im Mittel­punkt der Erörterungen stand die Forde­rung, daß die für die aktiven Beamten in Aussicht genommene Einkommensverbes- ©erung auch den Versorgungsberechtigten zuteil werden müsse. Die Versammlung nahm in diesem Sinne nachstehende Ent­schließung an: „Wie im Vorjahr bei der Erhöhung der Beamtenbezüge vom 16. Okt. 1951 die aktiven und pensionierten Beam­ten sowie die Witwen gemäß dem Grund­satz im Paragraph 33 des Grundgesetzes als ein untrennbares Ganzes betrachtet und bei­den eine gleichmäßig hohe prozentuale Er­höhung der Einkommensbezüge zuteil wurde, so besteht bei der fortgesetzt glei­chen Rechts- und Wirtschaftslage logäscher­weise auch jetzt bei der in Aussicht stehen­den „Kleinen Bssoldungsreform“ die unab­dingbare grundrechtliche Verpflichtung, die Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen in jede und auch in die jetzige so nötige Verbesserung der Einkommensbezüge ein- zubezielhen.“ — Die Neuwahl des Verstan­des hatte folgehdes Ergebnis: 1. Vorsitzen­der Pestamtmann a. D. Maier; 2. Vorsitzen­der Postinspektor a. D. Greber, Schriftfüh­rer Eisenbahn-Oberinspektor a. D. Schäf- fauer; Kassier Eisenbahn-Inspektor a. D. Grieshaber.

„Die ewige Wiederkehr“, das könnte der Untertitel dieses Filmes sein. Sein Inhalt: die alternde Schauspielerin, die von der jun­gen verdrängt wird; die ehrgeizig erfüllte Jagd nach Erfolg und Ruhm, die diesen Menschen gleichbedeutend sind mit Glück; bittere Resignation am Ende, als der jungen Schauspielerin der Triumph geglückt ist, und hinter ihr, gewissermaßen auf das Stichwort wartend, schon wieder eine andere steht.

Hollywood , das mit dem Film „Boulevard der Dämmerung “ in fast brutaler Offenheit den Betrieb hinter den Kulissen der Film­ateliers darstellte, hat in „Alles über Eva “ nicht minder rücksichtslos das Fragwürdige des Allzumenschlichen in der Theaterwelt vor die Kamera gezogen. Und munter wer­den die Hiebe nach allen Seiten verteilt. Es ist verständlich, daß auf solche Wgise das komödiantische Pathos einen brüchigen Klang erhält, daß Intrigen und üble Schliche,, die zur großen Rolle führen sollen, mehr Raum einnehmen als die legitimen Mittel echter Schauspielkunst Eines darf man aber bei diesem Film nicht vergessen: er zeigt den Betrieb des weltstädtischen Boulevard-Thea­ters, das ssine besonderen Gesetze hat, die meist mehr vom Geld als von der Kunst diktiert werden. Deshalb sind die Verhält­nisse. die hier gezeigt werden, nicht typisch für das Theater schlechthin.

Aber es ist nicht so sehr wichtig, was der Film als Inhalt gibt. Entscheidend ist die überzeugende künstlerische Form, mit der menschliche Schicksale gezeichnet werden. Das fängt mit dem sicher aufgebauten Dreh­buch an. von Joseph L. Mankiewicz geschrie­ben, der auch als Regisseur dafür sorgt, daß sich die Handlung in wohlausgewogenem Rhythmus von Spannung und Ent-Spannung dramatisch steigert, und der dabei dis psy­chologischen Feinheiten ebenso beachtet wie die Nuancen und Halbtöne im Spiel.

Seine Absichten werden dabei aufs treff­lichste unterstützt und durchgeführt von einer Anzahl hervorragender Schauspieler: Batte Davis, die der alternden Schauspiele­rin erschütternde Züge gibt. Anne Baxter , die das junge Luder mit katzenhaftem Charme spielt. George Sanders erfüllt die Rolle des Kritikers mit mephistophelischem Zynismus, indes, als kontrapunktische Figur dazu, der Ragisseur Gary Merrills die herz­lich-menschliche Wärme eines echten Künst­lers ausstrahlt.

Wenn dieser Film, der mit Recht .viele Filmpreise erhalten hat. auch in der deut­ schen Fassung so starke Wirkung erzielt, so ist das diesmal das Verdienst der Synchroni­sation: die deutschen Texte schrieb Erich Kästner mit viel Einfühlung, nicht etwa in das Amerikanische, sondern in die mensch­liche Problematik des Films. Kästners Ver­deutschung der Texte ist nicht einfach eine Uebersetzung. Sie ist eine künstlerisch selb­ständige Leistung, die durch ihre geistrei­chen Dialoge ebenso entzückt wie sie mit ihrer Ausdeutung des tragischen Lebensge­fühls erschüttert. W. M.

„Der blaue Stern des Südens“ (Capitol)

Dieser über die Wien -Film von der Vin­ dobona in Geiselgasteig gedrehte Film hat

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Das sah in Waldshut schlimmer aus als es war Ein auswärtiger Fahrer reparierte auf einem leicht abschüssigen Platz in Waldshut seinen Omnibus, zog zwar die Bremsen an, versäumte es aber, die Räder mit Bremsklötzen zu sichern. Die Reparatur war beendet, der Fahrer war gerade dabei, das Werkzeug zu ver­stauen, als der schwere und zum Glück leere Wagen ins Rollen kam. Es gelang nicht mehr, die Bremsen nachzuziehen. Das Heck des Wagens durchbrach das aus Steinklötzen und Eisenstangen gebildete Geländer und überrollte bis zur Hälfte die etwa zweieinhalb Meter hohe Mauer. Als die Hinterräder in der Luft hingen, begann sich das schwere Fahrzeug in die Mauer einzugraben, riß zahlreiche Steine mit sich und blieb schließlich mit der Karosserie in der Mitte der Mauer hängen.

Film in Konftanz

etwas von dem schillernden Diamanten in sich, der in dieser Kriminalkomödie die Hauptrolle spielt; Er schillert inj Stil eines Wiener Wildwest in Oberbayern. Die Hand­lung, die in Paris beginnt und in Südafrika endet, ist ein Gemisch aus Wienerischem Charm mit oberbayrischer Derbheit, im Kern jedoch ein Gangsterabenteuer. Was den Kri­minalfilm-Enthusiasten in dem Film — neben anderem — immer wieder quält, ist die Frage: Ist der echte Stein nun echt oder umgekehrt? Eine Komödie ist der Film kaum: Das Verwechslungsspiel, das viele Lustspiele beherrscht, ist auf den Stein, den blauen Stern des Südens, übergegangen: und. wenn . der auch unter Brüdern seihe 20 000 Pfund wert ist, so ist er doch tot. Jedoch hat der Film etwas Komödiantisches. Nicht nur deshalb, weil Viktor de Kowa und Gu­ stav Knuth sich in vielen Verwandlungen zeigen, während diejenigen Gretl Schörgs sich mehr im Garderobenwechsel erschöpfen. Wolfgang Liebeneiner hat zwar für Tempo ebenso gesorgt, wie der Drehbuchautor für Abwechslung. Aber das Spiel selbst ist bis­weilen amüsanter als die Spannung, die es erzeugt. Der Schluß — geprellte kleine Gauner, erfolgreicher großer Gauner — ist eher ein Tragödienschluß nach dem Leben als die Fermate eines Lustspiels. Im ganzen ist der Film eine gut, für dieses leichte Stück vielleicht sogar fast zu ernsthaft fotogra­fierte leichte Sommerunterhaltung -ng

„Jesse James, Mann ohne Gesetz“ (Scala)

Mit allen Vorbehalten geht man in diesen Streifen aus der amerikanischen Pionierzeit, in dem wieder einmal ein Einzelner mit un­beugsamem Rechtsgefühl sich nicht der Ord­nung der Gemeinschaft fügen will, die sich selbst erst in vagen Umrissen zu formen be­gann. Farmer im Mittleren Westen werden von skrupellosen Agenten der neuen Mis­ souri -Bahn betrogen und können vor einem korrupten Gericht kein Recht finden. Jesse James und sein Bruder nehmen gezwunge­nermaßen den Kampf auf. werden aber bald selbst zu Banditen und tollkühnen Despera­dos. Diesmal ist aus dem dutzendfach in ähnlicher Form abgewandelten Stoff ein Film geworden, der sich sehen lassen kann, ein Film, der packende Spannung gewinnt, weil er mit scharf gezeichneten Charakteren auf­wartet, die auch psychologisch überzeugen. Die ungewöhnlich dichte Atmosphäre, die Kamera schafft und die noch von keiner bun­ten Farbe gestört wird, läßt es auch glaub­haft erscheinen, daß der Film in Missouri wirklich unter den Augen von „Oldtimern“ gedreht wurde, die die echten „James-Brü­der“ noch kannten. Sogar die Liebe des jünglingbaft vom Leben verbitterten Hel­den Jesse zu Frau und Kind ist mehr als das übliche sentimentale Beiwerk, bei dem sich empfindliche Gemüter von dem ständi­gen Geschieße erholen sollen. Henry King ist ein Regisseur, der sein Handwerk ver­steht und auch Schauspieler'wie Tyrone Po­ wer und Henry Fonda wirkungsvoll einzu­setzen wußte. -enz-

„Hotel Sahara“ (Roxy)

Der zweite Weltkrieg als Filmburleske? Das geht einem zunächst gewiß gegen den Strich. Doch ausdrücklich heißt es: „Den Sol­daten aller Nationen gewidmet“: versichert wird überdies, daß die Handlung frei erfun­den ist. Verletzt also braucht sich niemand zu fühlen, und wer für anderthalb Stunden zu vergessen vermag, daß auch der Krieg in Nordafrika Tausende und Abertausende Opfer gefordert hat, der mag an diesem Ulk im Wüstenhotel sein Vergnügen finden. Das Publikum jedenfalls kommt aus dem La­chen kaum heraus, und wirklich ist dieser englische Rank-Film mit viel Witz gemacht. Ein sehr komischer Typ der rundliche, schlot­ternde, aber schlaue Besitzer des Phantasie­hotels, Slawe offenbar (Peter Ustinow ); für sämtliche ..Besatzungsmächte“, die der Reihe nach einmarschieren, hat er schon die ent­sprechenden Fahnen und „Führer“-Bild3r bereit und weiß schließlich sein Haus aus dem Kriegswirbel fast heil zu retten. Ent­scheidende Hilfe leistet ihm seine sehr hüb-

Augen auf im Straßenverkehr l

sehe Braut (Yvonne de Carlo ), die all ihre unleugbaren Reize spielen läßt, um die un­terschiedlichen Captains, Majore und Leut­nants (darunter als Deutscher auch Albert Lieven ), milder zu stimmen, und die es da­bei mit der Treue nicht ganz genau nehmen kann. Gegen das Ende wird tüchtig geknallt, doch keiner getötet, und man nimmt die Sa­che um so weniger Ernst, als auch die ganze Sahara nicht e<*t, sondern geschickte Ku­lisse ist. Daß in Zürich der Film monatelang gespielt werden konnte, muß einen wohl et­was wundem: Neutralität ist ihm freilich nicht abzusprechen. cw

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Auch das Rauchen muß verstanden sein. Der wirkliche Kenner raucht seinen Villi- ger-Senior in kurzen, gleichmäßigen Zü­gen und läßt einen kleinen Teil des duf­tenden Räuchleins durch die Nase glei­ten. Der Sandblatt-Stumpen Villiger-Se- nior .beißt* nicht in der Nase, er ist mild und angenehm wie ein alter Wein eines guten Jahrganges. Man kann den Senior auch inhalieren wie eine Zigarette, doch kommt sein blumiges Aroma auch ohne diese gesundheitlich nicht empfehlens­werte Gewohnheit voll zu Geltung.

Mit freundlicher Empfehlung Hans und Max Villiger

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