ad

nie un-'i Sriigiger': das der :rt wird, •mg au» Walter ent der ier und ch nidit : Sowjets kürzlidi freiheit" rohl die Öffnung ad Mit- eligiösen len Kir- »eispiels- i 1900a den ge- : Staats­dienste Wortlaut, ■thodox« «ranzig“

lungssaal Alfred nstdenk- nn, daß mg zum

s bedeo?

Klieb les deut«

. i« g*>

Bomber- r Briten i es gebt tsdialten, näler zv ai. Tau« »worden, »esuditea dieser ten Kai- tart und e wissen ie Haben 5 in Er-

Off enburger Nachrichten

Die Augen auf!

Wie oft geschieht es alle Tage, daß sich allerlei kleines Mißgeschick ereignet, das bei einem biß­chen Aufmerksamkeit hätte vermieden werden können! Manchmal betrifft es uns selber, dann empfinden wir es besonders unangenehm, manch­mal trifft es andere, und wir müssen uns, wenn wir ganz ehrlich sind, sagen, daß wir selber durch rechtzeitiges Eingreifen den Schaden eigentlich hätten verhindern können. Manchmal sieht man auf der Straße ein kleines Kind gefährliche Klet­terkunststücke an einem Gartenzaun unternehmen, während die Mutter vielleicht im nächsten Laden einkauft. Man geht vorüber und dreht sich einen Augenblick entsetzt um, wenn gellendes Wehge- #cbrei .ertönt — das Kind ist abgestürzt und hat «ich vielleicht schwer verletzt. Zu spät kommt jetzt die Überlegung: Hätte ich rechtzeitig einge­griffen, wäre das Kind nicht, verunglückt!

In einer Zeit, in der 6ir alle außerordentlich mit Arbeit belasset und die Nerven oft bis zum äußersten angespannt sind, hat mancher nicht Immer alle Sinne beisammen, ist vergeßlich oder unvorsichtig. Darum müssen wir gegenseitig auf einander achtgeben. Hier läßt'jemand in seinem Geschäft seine Aktenmappe liegen, dort ist einer . Frau die Handtasche aufgegangen und die Lebens­mittelkarten machen gerade Miene herauszufallen, ein Dritter will gerade tief in Gedanken über den Fahrdamm gehen — wie gut, wenn ihn eine ret­tende Hand noch vor dem Herannahen des näch­sten Kraftwagens zurückreißt!

Man kann auch sonst einander in vielen Dingen helfen. Bei mancher Lehensmittelverteilung ist «ne kleine Erinnerung an die Nachbarin ange­bracht: „Haben Sie schon die Zuteilung auf Ab­schnitt X. abgeholt? Er gilt nur noch diese Wo­che!“ Oder »Haben Sie Ihren Jungen eigentlich schon zur Schule angemeldet? Es muß jetzt er­ledigt werden!“ Wie dankbar ist jeder von uns für solch einen kleinen helfenden Hinweis. Er macht uns das Leben leiehter und bewahrt uns vor manchem kleinen und großen Schaden.

Das Fahrrad nur für die Schaffenden

I Verteilung von Zuckerwaren. Wie aus der heutigen Bekanntmachung' ersichtlich, kommen auf den Abschnitt Nr. 35 der 50 . Zuteilungs­periode der rosa und blauen Nährmittelkarten Zuckwaren für Jugendliche zur Verteilung.

Das neue Filmprogramm. Ueber das Wodienende läuft in den Park-LiAtspielen der Film: „ Ge-, fährtin meines Sommers", in dessen Mit­telpunkt Paul Hartmann als einfacher, verantwor­tungsvoller und pflichttreuer Landarzt steht. Seine Partnerin ist Anna Dammann . — In der Stadthalle haben wir Gelegenheit, nochmals den ausgezeichneten Terra-Film „F ro n 11 h e a t e r“ zu sehen, in dem Lothar Firmans vom Badischen Staatstheater Karls­ruhe spielt. Beide Filmte sind für Jugendliche über 14 Jahre zugelassen.

Bei Fliegeralarm!

Niemals die Mitnahme der Lebensmittel­karten, Kleiderkarten und sonstiger Be­darf snadi weise in den Luftschutzraum vergessen! Erfahrungen der Wirtschafts- und Ernährungsämter in allen von feindlichen Fliegerangriffen heimge- suditen Teilen des Reiches lassen es dringend not­wendig erscheinen, an die Bevölkerung immer wieder die Mahnung zu richten, beim Aufsuchen des Luft­schutzraumes infolge Fliegeralarms unbedingt die Lebensmittelmarken, die Kleiderkarten und die an­deren Bedarfsnaihweise mitzunehmen..

Eine zeitgemäße Mahnung

In diesen Tagen und Wochen beherrscht der Spankorb in seinen verschiedenen Größen nicht nur die Expreßgutabfertigungen der Reichsbahn, sondern auch die Abteile der Personen- und D-Züge. Oben im Gepäcknetz verstaut fahren sie auf kürzerer oder längerer Strecke ihrem Verwendungszweck ent­gegen. Dabei schenkt aber der Besitzer dieser mit frischem Obst gefüllten Körbchen der Verwahrung der Früchte sehr oft nicht die notwendige Aufmerk­samkeit. Unter dem Druck des eigenen Gewichts be­ginnen die empfindlichen Früchte bereits auf der Reise zu „saften“ und wehe dem Fahrgast, der dann das Unglück hat, unter einem leck gewordenen Spanfcorb zu sitzen uAd tropfenweise den Fruchtsaft auf die heute so kostbare Kleidung fallen zu sehen.

(eld) Das Fahrrad ist für zahlreiche Schaffende Um diesen Mißstand erst gar nicht aufkommen zu das unentbehrliche Verkehrsmittel, sei es, daß sie lassen, ist es notwendig, die Körbchen vor der Fül - zu einer Zeit der Arbeit nachgehen, in der mit " öffentlichen Verkehrsmitteln der Arbeitsplatz nicht

ten Vor* sdeutsch- gruppen- DAP. in Professor stag da* in einer jßer dea isten aut Tschienen unen de» An der r.Easdii- eiter der hielt di*. \ .torbenea luslands- inn, dem

IVarew-

deutsch» i ß haben igung in llaß vor- e ersten ; ing, daß sich in kelt und itraume* j aber den 3 wurde 1 ;erechnet; s Jahre» irtsohaf- rd. Die nig, daß , >eidersei-

ibel Heimat« i ; Johann ler Deut» ;hter der j ie Grim« 1 für di» : »res ale* ] geschri*- j «nwärtig j n Hebel- „Hebel. und Be-* r großer ; scheinen ammlung i Wagner, fentlicht» 1

ter Rehm gleicher aiversität

Pfalzoper , konnte geborene 1 tätig.

geleistet iberhaupt München ;

lacht)

if f enburg» j Stellver* j Haupt» j

erreicht werden kann, sei es, daß die Landstraße die eizige oder kürzeste Verbindung, von der Woh­nung zur Arbeitsstätte ist. Ihnen allein steht es zu, das Fahrrad zu benutzen. Unnötig und zu verur­teilen aber sind Radfahrten, die allein dem Ver­gnügen dienen. Wer das Fahrrad zu unnötigen Zwecken benutzt, der handelt den Erfordernissen unserer Zeit entgegen. Wir wissen, auch mit dem Gummi müssen wir als einem wichtigen Rohstoff haushalten. Es ist deshalb auch in keiner Weise zu rechtferigen, wenn Kinder nutz- und planlos mit dem Fahrrade herumfahren. Wenn körperliche Be­tätigung als Entschuldigungsgrund angeführt wer­den sollte, so sei nur gesagt, daß der Sportplatz als 1 6 Zi geeignete Stätte dafür zur Verfügung steht. Auch die Schönheit' unserer Heimat läßt sich besser er- .«HfciWandern, als daß unbedingt das Fahrrad bei Aus-, flügen benutzt werden müßte.

Bei dieser Gelegenheit noch eins: Man behandle die Fahrradreifen zweckmäßig. Auch sie verlangen ihre Pflege wie die empfindlichen Teile des Rades. Das weiß jeder Radfahrer, und wer sein Fahrrad stets startbereit »haben will, handelt dement­sprechend. Dazu gehört auch, daß die Bereifung im Hochsommer nicht unnötig lange der Sonnenbe- Strahlung ausgesetzt wird.

Kurse Stadtmetdungen'

42 280 KM für das DRK.

Wie wir erfahren, betrug das Ergebnis der, 4. Haussammlung für das Deutsche Rote Kreuz am letz­ten Sonntag für den Kreis Offenburg 42 280,06 Reichsmark, wieder ein schöner Beweis für die Opferfreudigkeit des Kreises Offenburg .

Ausgabe der Lebensmittelkarten. Am morgigen Samstag von nachmittags 13.30 bis 19 Uhr findet in den üblichen Lokalen gegen Vorlage des Haus­haltausweises die Ausgabe der Lebensmittelkarten statt. Für diejenigen Offenburger , die verhindert sein sollten, erfolgt die nachträgliche Ausgabe am Donnerstag, den 22. Juli, von 17—19 Uhr, in der Oelbergschule. Näheres in der heutigen Bekannt­machung.

• • T’

lung mit einer undurchlässigen Einlage zu versehen

und im Zugabteil nicht über den Köpfen der Rei­senden zu verstauen, sondern unten zu ebener Erde. Auf diese Weise wird jede Mißstimmung und jeder Aerger von vornherein vermieden.

Blick in die Qr?*nau

Fessenbach. (Dienstappell.) Zu dem heute abend 21 Uhr stattfindenden monatlichen Dienst­appell ist das Erscheinen für alle Gliederungen der Partei und angeschlossenen Verbände Pflicht.

Gengenbach . (Geburtstage.) Am heutigen Freitag vollendet Frau Nelli Gigglberger Ww., Kirchgasse 9, in körperlicher und geistiger Rüstig­keit das 80. Lebensjahr. Als stille Wohltäterin er­freut sich die Jubilarin nicht nur bei allen den­jenigen, die ihre segensreiche Hand spüren durften, herzlicher Verehrung, sondern genießt darüber ln der ganzen Bevölkerung höchste Achtung und Wert­schätzung. Aus diesem Grunde nehmen ihre Mit­bürger und Mitbürgerinnen an dem Ehrentage der Jubilarin herzlichen Anteil und wünschen ihr auch weiterhin einen besonnten und gesegneten Lebens­abend. — Am gleichen Tage kann Emu Anna Müller, Höllengasse 13, ihren 60. \ 3 eburtstag feiern. Auch ihr gelten unsere herzlichen Geburts­tagswünsche.

Bermersbach . (Besuch von Verwundeten.) Ein Ereignis für unsern Ort war der Besuch von Ver­wundeten eines Reserve-Lazaretts am Sonntag Politische Leiter und BDM.-Mädel geleiteten die Gäste zu ihren Gastgebern, wo sich bei Sp.eis und Trank und teils ernster, teils heiterer Unterhaltung bald ein herzliches Verhältnis bildete, so daß die schönen Stunden nur zu rasch vergingen,

I ch e n h e i m. (Geburtstagskinder.) Ihren 70. Geburtstag feiert heute Frau Katharina H e i t z geh. Schwarz. Am 12. Juli war Em ; l Jäger 75 Jahre alt. Beide Jubilate sind noch rüst'g und stellen ihren Mann in der landwirtschaftlichen Arbeit.

A 1 1 d o r f/Lahr . (80 Jahre alt.) Frau Wendelin Bauer, die Mutter des Pfarrers Otto Bauer , Kidilinsbergen am Kaiserstuhl , wird am 18. Juli 80 Jahre alt. Sie verbringt in voller Rüstigkeit ihren Lebensabend bei ihrem Sohn und arbeitet noch frisch im Haushalt und Garten mit. In unserer Ge­meinde steht sie in angenehmer Erinnerung.

Ravensburg . (Viehmarkt.) Zugeführt waren 3 Earten, verkauft 3, Preis 320—450 Mk., 1 Arbeits­oder Anstellochse, Preis 71 Mk. je Zentner, 2 Milchkühe, verkauft 1 zu 480 Mk., 3 trächtige Kühe, verkauft 2 zu 570—630 Mk., 8 hochtr. Kalbinnen, verkauft 7 zu 730—900 Mk., 3 fühlbar trächtige Kalbinen, verkauft 2, Preis 600—800 Mk., 8 An­stelrinder von 6—12 Monate, verkauft 4, Preis 180—280 Mk., t2—18 Monate alt 6, verkauft 3, Preis 270—380 Mk., 18—24 Monate alt, 8, verkauft 4, Preis 380—300 Mk. Der Handel war flau.

Als man die Armensuppe von Offenburg ins Rebgebirge trug

Notzeiten vor 100 Jahren — 37 Liter Wein für 70 Kreuzer — 38 Gulden für einen Sack Weizen

Es ist heute fast nicht zu glauben, daß der Winzei in früherer Zeit kaum in der Lage war, sich und die Seinen zu ernähren. Die Ursachen dieser Not sind bereits in früheren Abhandlungen erläutert worden. Die sogenannten „Herrschaften“ und die Klöster haben den Ertrag der Arbeit der Winzer auf das Mindestmaß herabgeschraubt. Dies geschah insbesondere auch durch die Festsetzung des amt­lichen Weinschlages. Was dieser dem Winzer für seine Arbeit bot, war fast zum Sterben zu wenig. Man bedenke, daß das Oehmlein Wein (37,3 Liter), das war damals das gangbare Weinmaß, vom Jahre 1700 bis 1817 im Preise nur einmal über 4 Gulden hinausgekommen ist. Das war in diesen 117 Jahren der höchste Weinpreis. Nicht selten kostete das Oehmlein nur einen Gulden und noch weniger. In den Jahren 1719, 1720, 1729, 1730 usw. blieb der Preis sogar unter 30 Kreuzer. Man bedenke: 50 Kreuzer für 37 Liter Wein! In jenen Zeiten waren die Rebgebirgler arm und abhängig. Das blieb lange so. Den Beweis Jiierfür geben uns die Pröto- kolle der Kirchen- und Schulsynoden, die im Jahre 1827 erneut eingeführt wurden. Wenn im Schul­hause zu Weingarten sich die Eltern verantworten sollten, weil ihre Kinder die Kirche im Winter nicht besuchten, so war es meistens die Ursache, daß diese Kinder keine Schuhe und Kleider hatten. Man ließ die Armen schuldig werden.

Erstmals im Jahre 1817, einem der Hungerjahre, kam der Weinpreis über vier Gulden hinaus. Es kostete der Rotwein 14 und der Weißwein .13 Gulden. Was sich aber unsere Vorfahren für dieses Geld kaufen konnten, das zeigt uns ein alter Chro­nist aus dem Riedle namens Josef Dufner auf. In dem genannten Jahre kostete ein Laib Brot, sechs Pfund schwer, 1 Gulden 12 Kreuzer, das

„Mäßle“ Weißmehl (1 Liter) 36 Kreuzer, das glei­che Maß an gedörrten Kartoffeln 12 Kreuzer, „dürre Schnitz“ 24 Kreuzer, Bohnen 48 Kreuzer usw. Ein Viertel Mahlfrucht stand vier Monate lang im Preise von 58 Gulden.

In diese Zeit fallen auch die Termine der großen Aus wa nderungen. . Die Leute packten zu­sammen und gingen fort, manchmal ohne sich ge­nügend zu überlegen, ob es anderswo besser sei. Die Menschen wurden zu Sklaven des Hungers und der gewissenlosen Agenten, die den Armen goldene Berge im Auslande versprachen. Viel deutsches Blut ging verloren und ging im Kampf ums Leben in der Ferne unter. Erst in der Mitte des vergange­nen Jahrhunderts besserten sich die Verhältnisse, obwohl in den fünfziger Jahren noch einmal die Hungersnot an die Türen des Winzers pochte. In Bottichen trug man die Armensuppe von Offenburg ins Rebgebirge, um die Menschen zu speisen. Die ganz Alten der Gegenwart wissen noch davon zu erzählen. Mit der Verbesserung der Verkehrsver­hältnisse, der wachsenden Einsicht der Regierenden und vor allem mit der Erkenntnis der Winzer selber, trat nach und nach eine Wendung ei Heute wäre eine so sinnlose Arbeitsentlohnung des Winzers nicht melr denkbar. Die Genossenschaften, der Reichsnährstand und die Gesetzgebung sorgen dafür, daß Zustände jener Art, wie sie hier ge­schildert wurden, endgültig der Vergangenheit an­gehören. Der Gegenwart und den kommenden Ge­schlechtern aber gibt die Vergangenheit doch die Verpflichtung, alles zu tun, was sie sich, den Seinen und der Gesamtheit schuldig sind. Treue zur Scholle, Gemeinschaftssinn und Opferbereitschaft geben hierzu die Grundlagen. L. M., Zell-Weierbach.

Roman von Hans Maria lux:

TanzmädcheH Tanja

<■

•*

Urheberrecht: Dr. Arthur von Dorp, Korrespondenz-Verlag, Ereital

5 . Fortsetzung

In solchen Augenblicken fühlte ich mich sehr unglücklich ijnd verfassen. Er hatte mich vor die Türe seines Herzens geführt, dann aber mir mit rauher Hand den Eintritt verwehrt. Ich litt dar­unter und sehnte mich immer mehr nach seiner Liebe.

Ich ging an solchen Tagen- auf den Zehenspitzen an seinem Arbeitszimmer vorüber, meine Finger schlugen zaghaft die Tasten des Flügels an, und als er einmal seinen Burschen IIja prügelte, weil dieser ihm einen wichtigen Brief verlegt hatte, zitterte ich tagelang vor ihm.

Wir aßen in der Woche nur selten zusammen, da er sehr viel auf Inspektionsreisen war. Wenn ich ihm aber gelegentlich beim Mittagsmahl gegen­über saß und er ohne Aeußerung eines gütigen Zuges blieb, so würgte ich nur mühsam die Bis­sen hinunter. Meine Augen waren voller Furcht, und alles an ihm belebte in mühsam verhaltener Angst, seinen Zorn zu wecken.

Ich war froh, an solchen Tagen dicht mit ihm sprechen zu müssen. Ich war dankbar dafür, daß er mich unterhielt. Er erzählte mir Geschichten großen Soldatenmutes, er ließ mich an seinen täg­lichen Erlebnissen teilnehmen, und mit vergnüg­tem Poltern erklärte er mir die neuesten Modelle von Maschinengewehren und Fouragewagen. Oder er malte mit dem Finger die Linien der Schlacht­front auf den Tisch. Sehr oft gab ef helle Aus­blicke in die Zukunft Rußlands : der Sieg sei ge­wiß. er müsse aber um so erfoglreicher sein, je mehr man die Kräfte des Volkes und der russi­

schen Erde bis zur letzten Möglichkeit in den hei­ligen Dienst des Krieges stelle.

„Glaube mir, mein Kind: gewisse Kreise um den Zaren sind zu nachgiebig, ja zu schlapp! Es muß durchgegriffen werden, Angst, Furcht und Feigheit sind im Keime zu ersticken, Verräter und Rebellen gehören an die Wand gestellt. Dieser Krieg darf nur mit einem bedingungslosen Siege Rußlands über die babarischen Preußen enden. Das sollte die Parole des ganzen Volkes sein!“

Ich verstand nicht allzuviel von dem Inhalt seiner Reden, denn die Furcht vor der Lautheit und dem Groll in seiner Stimme rührte zu heftig an meine Sinne und überdunkelte sie. Und doch empfand ich immer stärker, immer tiefer das köstliche Gefühl eines großen Geborgenseins.

Ich begann mehr und mehr seine Stärke und Groblinigkeit zu lieben. Oft überlegte ich mir tagelang eine Frage, die ich an ihn stellen wollte. Aber in den ersten Wochen meines Aufenthaltes gelang es mir nicht, in seiner Gegenwart unauf­gefordert zu sprechen.

Erst als er mir — es war gegen Ende des zwei­ten Monats meines Sibirienaufenthaltes — ausein- anderesetzte, daß auch die Jugend mithelfen müs­se, am Siege teilzuhaben, fand ich den Mut zur ersten Frage. Ich öffnete die Lippen und hörte mich plötzlich kühn und hastig sprechen. Ich er­klärte-ihm, daß ich in der letzten Zeit oft für den Sieg des Zaren bete. Er sah mich verwundert an. Da fügte ich schnell in liebkosender Verlegenheit hinzu:

„Ich bete nicht nur für den Vater, auch für dich, Onkel Leonid, und . . . auch dafür, daß der Zar dich endlich an die Front rufen möge!“

Noch immer schaute er erstaunt zu mir herüber. Ich hielt seinen fragenden Blick aus und sagte mit fester Stimme:

„Wenn du zu befehlen hättest, wäre der Aufruhr in meiner Heimat sicher nicht ausgebrochen. Du

hättest ihn schon im Keim erstickt und nichP so lange gewartet . . . wie ... die anderen . . .“

Der Onkel stand auf und fuhr mit der schweren Hand mir über das Gesicht- „Du bist ein gutes Kind! He, he, mein Täub­chen: du hast mehr Verständnis für die große Sache als ein Dutzend dieser aufgeweichten Etap­penschranzen! Bete du weiter, kleines Wolga­mädchen, während wir Männer treu an unserem Platze Weiterarbeiten wollen!“

Er sah mich recht freundlich an:

„Ich beurlaube dich für heute vom Nachmit­tagsunterricht. Dein Französisch kannst du auf morgen verschieben. Um fünf Uhr erwarte ich dich an der Alexanderkaserne. Sei pünktlich! Wir wollen ein wenig spazieren gehen.“

In dieser Stunde, an die ich nur mit Tränen zurückdenken kann, zerbrach die letzte Mauer der Furcht zwischen seiner großen harten Männlich­keit und meiner Scheu. Ich wußte mit einem Male, daß ich ihn liebte. Ich verstand, daß er gar nicht andere sein konnte, daß in ihn die Fülle der tapferen Härte seiner Vorfahren eingegangen war, seiner und meiner Ahnen, die sich mit den Schwertern in lie Geschichte Rußlands einge­schrieben haben.

Von meiner Erzieherin erfuhr ich gelegentlich, wie wenig der General von seinen Soldaten geliebt wurde. Sein ehrliches Wort, daß nur der blinde Gehorsam den Krieger zu soldatischer Fruchtbar­keit erziehe und daß er, der Gouverneur und Kom­mandant der Festung, freudig und ohne je nach den Gründen zu fragen, auf einen Wink des Zaren ein einfacher Frontsoldat werde, zündete keinen Widerhall in den Herzen Die Sehnsucht der ein­fachen russischen Menschen war auf andere Ziele gerichtet als auf^das unzerbrechliche Ideal ihres adligen Generals. Die Schlußworte der Ansprache bei einer Rekruten Vereidigung, daß der Soldat nicht Vater noch Mutter kennen dürfe, wenn dies

äelne eigenmächtige Wohnungsbeiegung

Die Stadtverwaltung teilt uns folgendes mit:

Es wird nochmals nachdrücklichst davor gewarnt, über unterbelegten Wohnraum ohne zuvorige Rück frage bei der städtischen Wohnun^s - tolle zu verfügen. Es liegt dies weder im Interesse der Offen­ burger Wohnungs : nh;>''er, noch im Interes­se von Personen, deren Umquartierung beabsichtigt ist.

Eine Wohnungsbelegung, die ohne zu­vorige Rückfrage bei der städtischen Woh­nungsstelle vorgenommen wird, kann unter Umständen bei der Quartierzuteilung auf­grund des Reichsleistungsgesetzes nicht be­rücksichtigt werden, ranz gleichgültig, ob durch die eigenmächtig vorgenommene Wohnungsbelegung bereits erhebliche Un­kosten entstanden sind oder nicht.

Erdstoß in der Schwäbischen Alb Der kurze, aber kräftige Erdstoß, der ; n der Frühe des M ttwoch in weiten Teilen des Reichs und in der Schweiz verspürt bzw. von den Erdbebenwarten registriert wurde, hatte seinen Herd w eder im Erd­bebengebier der Schwäbischen Alb . Er wurde, wia wir aus Ta lfingen und Onstmettingen erfahren, dort und in den Ortschaften der Umgebung kurz nach 6,13 Uhr a's kurzer, aber sehr heftiger Ruck wahrgenommen. Schäden von Bedeutung sind nidit zu verzeichnen, jedoch vergrößern sich bei jedem dieser in der letzten Zet so häufigen Erschütterun­gen an vielen Häusern che R : sse und sonstigen Schäden, che die großen Beben des Frühjahrs verur­sacht haben. Da und dort sind auch Kamine, d a nach den vorangegangenen Erdstößen bereits auf_ schwachen Füßen standen, vollends abgestürzt.

Um die Rüdegabe der Verpackungsmittel Wer Waren bezieht, deren Verpackung dem Leih­oder Rückgabeverkehr unterliegt, hat die Ver­packungsmittel zurückzugeben, bestimmt der zu­ständige Reichsbeauftragte in einer AO. II/43. Dia Rückgabe hat innerhalb der vereinbarten oder an­geordneten Frist zu erfolgen. Ist eine Frist nicht festgesetzt, ,so sind die Verpackungsmittel unver­züglich nach Entleerung zurückzugeben. Leihverkehr liegt vor, wenn Waren unter Vereinbarung der Rückgabe der Verpackungsmittel geliefert werden, aber auch dann, wenn das Eigentum an den Ver­packungsmitteln auf den Empfänger übergeht, doch — entgeltlich oder unentgeltlich — auf den Lieferer zurückzuübertragen ist. Rückgabeverkehr liegt vor, wenn Waren unter der Vereinbarung geliefert wer­den, daß der Empfänger Verpackungsmittel gleicher Art und Güte — entgeltlich oder unentgeltlich — zurückzugeben hat. Dem Leih- oder Rückgabever­kehr ist gleichgestellt, wenn Verpackungsmittel ohn» Füllgut mit Rückgabevereinbarung überlassen wer­den.

Der Rundfunk am Samstag

Reichsprogramm: 12,33 bis 12,45 Uhr: Der Be­richt zur Lage. 14,13 bis 15 Uhr: Jan Hoffman » sp-elt. 15 bis 15,30 Uhr: Melodienstrauß der Ka­pelle Hans Busch. 16 bis .18 Uhr: Bunter Samstag- Nachmittag. 18 bis 18,30 Uhr: Vorschau auf das Rundfunkprogramm der Woche. 18,30 bis 19 Uhr: Der Zeitspiegel. 19,15 bis 19,30 Uhr: Frontberichte. 20,13 bis 21,30 Uhr: Heitere und verträumte Wei­sen zur guten Laune. 21,30 bis 22 Uhr: Beliebt» Unterhaltungsklänge. 22,30 bis 24 Uhr: Das deut­sche Tanz- und Unterhaltungsorchester. — Deutsch­landsender: 11,30 bis 12 Uhr: Ueber Land und Meer. 17,10 bis 18,30 Uhr: Musik im Grünen. 20,13 bis 22 Uhr: „Der Reiter der Kaiserin “, Operett» von Nestlberger.

Anordnungen der NSDAP . u.dereivGliederungen

Ortsgruppe Offenburg -Ost. Heute Freitag findet um 20 Uhr im Singsa^l der Schillerschule der mo­natliche D : enstappell statt. Es haben sämtliche Po­ litischen Leiter, Walter und Warte der DAF., der NSV. und die Amtsträgerinnen der NS.-Fn»uen- schaft sowie die Führer der Gliederungen und der angeschlossenen Verbände daran teilzunehmen. Er­scheinen in Uniform. Zivilisten tragen Hakenkreuz- armßinde.

die Notwendigkeit der Staatserhaltung gebiete, wurden zynisch und mit wachsendem Haß' von Mund zu Mund getragen.

* ,

Da ereignete sich ein Geschehnis, das ungeahnt» Folgen haben sollte.

„Hochgeborenes Mütterchen“, sagte eines Tage» eine Frau aus dem Volke zu mir, als ich an der Toreinfahrt unseres Hauses saß, „Sie müssen Seiner Exzellenz, dem Väterchen General , sagen, daß Gott ihn verdammen wird wenn ev den Blin­den erschießen läßt. Der arme Baue? ist genug gestraft. Der heilige Erzengel Michael wird sein Schwert auf euch alle Niederschlagen, wenn ihr den Blinden an di^Wand stellt!“

Ich war aufs äußerste bestürzt und zitterte am ganzen Leib. Als! ich mich ängstlich aus dem Tore hinausneigte, war die Frau verschwunden. Gleich darauf sah ich einen Trupp Bauern an unserem Garten vorübergehen. Einer der Männer wies auf unser Haus, dann bekreuzigten sich alle und eilten schimpfend davon.

Ich lief schnell zu meiner Erzieherin und er­zählte ihr. was ich erlebt habe. Sie gab lange Zeit keine Antwort. Dann schnalzte sie gleich­gültig vor sich hin und schaute zum Fenster hinaus:

„Ich habe keine Meinung zu äußern, Fräulein Tanja. Das kann allerdings -nicht verhindern, daß ich ganz bestimmte Ansichten in mir verber­gen darf. Sie kennen das russische Sprichwort: .Wenn im Ural die Bäume stürzen, ist es nicht immer Schuld de« Sturmes!* Das ist alles, was ich zu sagen habe. Und nun nehmen Sie Ihr Buch, wir wollen über den Lehrsatz de« Pytha­goras sprechen!"

IIja, der Bursche, lief mir in den Weg.

.,11 ja, sag’ du mir, was mit dem Blinden los istl Warum soll der Bauer erschossen werden?“

(Fortsetzung folgt)