„Stuka zu Fu6“ - Eine neue deutsche Waffe enthüllt

Landsername für unsere Werfer —Feuerschweif über den Gräben

wie sein Lehrmeister —, dem deutschen Volke ge­genüber verzichtet er schon heute auf die Maske der Heuchelei und zeigt unverhüllt das brutale Gesicht des Henkers.

Am Beispiel Italien haben die Völker Europas gesehen, wie der Feind mit Leuten umspringt, die schwach werden. Auch Nichtkriegführende und neutrale Völker scheinen an diesem Beispiel zu be­greifen, daß von den Engländern und Amerikanern nichts erwartet werden darf, schon deshalb nicht, weil sie vom moskowitischen Bolschewismus ab­hängig sind. Um so mehr weiß das das deutsche Volk.

Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Ver- nichtungswillss die Elemente des Sieges gegen­übergestellt. Was er von der Vergeltung sagte, daß es sich dabei nicht um ein rhetorisches oder propagandistisches Schlagwort handele, sondern daß England diese Wirklichkeit eines Tages ken­nenlernen werde, das gilt von den ganzen Fest­stellungen seiner Rede: es sind Wirklichkeiten, die unsem Sieg verbürgen. Realistisch denkende Engländer und Amerikaner mögen diese Rede ne­ben das Dokument vom 5. Oktober 1918 legen und aus dem Vergleich ermessen, daß nach fast gleicher Dauer des Krieges ihnen ein Deutschland gegen- übersteht, das nicht nur kein 1918 duldet, sondern mit seinen Verbündeten sogar stärker ist als das von 1939, ein Deutschland , das nur noch ein „Vor­wärts" kennt und dem aus dieser Gesinnung un­aufhaltsam der Kommende große Sieg zuwächst.

Massenversammlung der Inder ln Bangkok

dnb. Bangkok , 5. Okt. Am Samstag wurde eine Massenversammlung anläßlich Gandhis Geburtstag in Bangkok 'abgehalten, zu der sämtliche Inder in Bangkok erschienen. Subhas Chandra Bose hielt eine Ansprache, in der er auf die Opfer und die tatkräftige Hilfe hinwies, die Mahatma Gandhi der Unabhängigkeitsbewegung in Indien gebracht hat und die das indische Volk niemals vergessen werde. Bose appellierte dann an die Inder in Thailand und in ganz Ostasien , sich zu erheben, um die Mission zu erfüllen, für die Mahatma Gandhi sein Leben lang gekämpft habe. Eine offizielle Erklärung der provisorischen Freien Indischen Regierung ln Ostasien steht unmittelbar bevor, erklärte Subhas Chandra Bose .

Im britischen Kerker erkrankt

d. Stockholm , 5. Okt. Schon wieder ist ein indi­scher Kongreßführer, der von den Engländern ver­haftet worden war und seit Monaten hinter Ker­kermauern saß, schwer erkrankt. Die Provinz­regierung von Bihar gab bekannt, daß Kroshna Singh ehemaliger Ministerpräsident von Bihar und bekannter Kongreßführer, wegen „unzuneh­mender Verschlechterung seines Gesundheitszu­standes" aus dem Gefängnis entlassen werden mußte. Singh befand sich seit dem 10. August 1942 im Gefängnis.

Tokio . Der frühere Eisenbahnminister und bis- hergie Oberste Berater der japanischen Militärs bei der Verwaltung der Philippinen, Shego Murato, wurde am Dienstag zum Botschafter für die Phi­lippinen ernan"*.

dnb. Hannover , 5. Okt. Gelegentlich der Amtseinführung des neuen Oberfinanzpräsidenten von Hannover , Dr. Rudolf Rinkefeil, sprach Reihsminister der Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk über die Aufgaben der Finanz­verwaltung im Kriege.' Sie könnten nur gelöst werden, wenn in der gesamten Verwaltung die denkbar größten Vereinfachungen durchgeführt würden. Jeder Vorschlag, der diesem Ziele diene, werde geprüft. Als entscheidend bezeihnete es der Minister, die Mittel der Kriegsführung her­beizuschaffen und die Währung stabil zu erhalten. Die Frage, ob dies möglich sei, müsse mit einem eindeutigen Ja beantwortet werden. Auf alle hiermit in Verbindung stehenden Probleme hin­weisend zeigte Reihsminister Graf Schwerin- Krosigk den Weg der Rationierung und der Preiskontrolle auf. Durch diesen Weg verliere das Geld zwar einen Teil der Kaufkraft, werde aber auf der'anderen Seite zwangsmäßig gehortet. Das Geld behalte seinen Wert, so daß wir vor dem Phänomen stehen, eine sinkende Kaufkraft bei einem gleichbleibenden Wert des Geldes zu haben. Es werde sich zeigen, daß die­jenigen gehandelt haben, die ihr Geld gespart haben, und umgekehrt diejenigen verkehrt gehan-

PK. Hinter einem Waldstück sind sie aufge­fahren: seltsame Gestelle auf Rädern, kleine un­scheinbare Rohre, mehrere zu einem Bündel zu­sammengefaßt, den französischen Mitrailleusen gleich, den im Kriege 1870/71 verwandten Vor­läufern der Maschinengewehre. Lediglich das Ka­liber ist ein anderes. Meßlatten sind vor ihnen in die Erde gerammt, elektrische Kabel führen von ihnen weg zu einem kleinen Deckungsgraben, einige .. zig Meter rückwärts.

Ein Nimbus des Geheimnisvollen umgibt diese Waffe. Wenn die Grenadiere die gedrungenen seltsamen Werfer sehen, die gleichsam ein Sperr­kreis von der Umwelt abschließt, dann gehen be­deutungsvolle Worte durch die Reihen: Holla, die „Stuka zu Fuß" sind.da! Da gibt es ja bald Zunder.

„Stuka zu Fuß", unter diesem Namen sind die Werfer in der Truppe bekanntgeworden. Der Name ist aus zwei Eigenschaften dieser seltsamen Waffe entstanden: aus dem nervenaufpeitshen- den Heulen, mit dem die Geschosse ihre Bahn durchmessen, und aus der vernichtenden Wirkung, die sie am Ort ihres Einschlages hinterlassen.

Doch darf der Name keineswegs zu irrigen An­schauungen führen. Die Nebelwerfer sind eine Waffe des Heeres. Ihr Prinzip beruht auf Ra­ketenwirkung, d. h., ihr großkalibriges Geschoß wird durch einen Raketensatz durch die Luft getriebep, nicht wie bei der Artillerie durch die Entzündung der Kartusche abgeschossen. So ist auch das Bild beim Abschuß ein ganz anderes. Auf eine beherrschende, von den Bolschewisten stark befestigte und als Artillerie-Beo^acfatungs- punkt benutzte Höhe sind die gedrungenen Rohre der Werfer eingerichtet. Die letzten Handgriffe an den Rohren.

„Fertig!“ brüllt von dorther ein Unteroffizier dem Gefreiten am Zündapparat zu. Dann eilen die Grenadiere von den Werfern weg zu ihren Deckungslöchern.

„Feuer!" befiehlt der Führer der Nebelwerfer­batterie Sekunden später. Der Gefreite drückt den Knopf des ZünBapparates. Nun entwickelt sich an den Werfern ein einzigartiges Bild. Ge­schoß nach Geschoß' entzündet sich, einen meter­langen Feuerschweif ausstoßend, beginnen sie ihre Bahn zu ziehen. Mit freiem Auge kann man den feurigen Kometenschweif verfolgen. Schauriges Heulen, den niederstürzenden Stukas ähnlich, nur um vieles heller und greller, schwingt den ent­eilenden Geschossen nach.

Vorn in den Gräben ducken sich die Grena­diere, als mit einemmal dieses urwelthafte Heulen über sie hinwegzieht, dann aber verfolgen. sie gespannten Auges die Bahn der Geschosse, die nun den Höhepunkt ihrer Bahn erreicht haben und dem Ziel zustürzen.

Hohe, schwarze Rauchwolken gehen auf der Höhe hoch, Rauchwolken, ähnlich denen schwer­ster Bomben. Und auch im Getöse der Schlacht, im vielfachen Detonieren der Artilleriegeschosse, gehen diese Einschläge nicht unter! Auf brüllen

delt haben, die heute versuchten, ihr Geld „wert­beständig" anzulegen.

Der Minister setzte sich dann auch mit allen Fragen der Steuererhöhung im Krieg aus­einander und wies auf die Gefahren hin, die vom Gelde drohen, das sich einer gesunden Hortung entzieht. Er vermittelte in diesem Zusammen­hang einen umfassenden Einblick in alle Fragen unserere Kriegsfinanzierung, wobei er sich mit Nachdruck gegen alle Gerüchte wandte, als ob das Aufkommen des WHW. zur Finanzierung des Kriegs verwandt würde. Diese Mittel werden selbstverständlich den Aufgaben zugeführt, für die sie bestimmt sind.

In seinen weiteren Ausführungen faßte der Mi­nister die Aufgaben der Finanzverwaltung in drei grundsätzlichen Punkten zusammen: 1. Unbe­dingte Gerechtigkeit. Es müsse die volle Gewähr dafür gegeben sein, daß unter gleichen Verhältnissen niemand mehr oder weniger Steuern zahlen müsse als anders 2. Wirtschaftliches Verständnis für gegebene Notwendigkeiten; 3. Soziales Verständnis für alle Nöte und Leiden der Menschen. Diese Haltung müsse sich auch in den täglichen Formen des Verkehrs zeigen.

dort drüben die Sprengladungen der gefürchteten Waffe der Deutschen , verbreiten Tod und Ver­derben um sich.

Stunden später, als nach hartem Angriff die „Höhe“ in unserer Hand ist, können wir die Wirkung der Geschosse unserer Nebelwerfer betrachten. Metertiefe Trichter haben sie gerissen, viele Tote und unkenntliche Trümmer liegen in ihrem Umkreis. Ein Bunker hat einen Volltreffer bekommen. Nur mehr ein paar Hölzer sind von ihm übrig, nicht eingedrückt, sondern zerfetzt ist seine Decke.

Zweimal hat die Nebelwerferbatterie nur ge­schossen. Kurz hintereinander. Nach der zweiten Salve eilen die Grenadiere an ihre Werfer, im Nu haben sie die beweglichen, Geräte abgebaut und aufgeprotzt. Stellungswechsel!

Nicht zu früh war es. Kaum sind sie fort, sind sie in Deckung, liegt auf dem Platz, von dem sie eben gefeuert haben, der Feuerüberfall so­wjetischer Batterien, zerfetzt die Stellungen, reißt schwarze Trichter in die Erde und schmettert mit tödlichem Splitterregen in die knickenden Baum­kronen.

Nur wenige Kilometer hinter der Hauptkampf­linie stehen die Werfer. Den Ort ihres Abschus­ses zeichnet eine dichte schwarze Qualmwolke. Leicht sind sie daher für die Beobachter der so­wjetischen Batterien zu erkennen.

Aber sie wissen schon, die Grenadiere von den Nebelwerfern, daß dann, wenn sie ihr feuriges Wort gesprochen haben, die Antwort der Bolsche­wisten nicht lange auf sich warten läßt. Zu gut kennen sie die vernichtende Wirkung ihrer Ge­schosse, vermehrt durch die moralische Wirkung, die dieser sichtbar durch die Luft heranheulende Tod in jedem hinterläßt, auf den es niedergeht und der es lebendig übersteht, um nicht zu wissen, daß sie damit wütendstes Abwehrfeuer auf sich ziehen. Das sind sie: unsere Nebelwerfer, die oft im Osten schon ein entscheidendes Wort ge­sprochen haben. Kriegsberichter Jürgen Darmer

Siuberungsaktionen in Hankau Wutschang

d. Hankau, 5. Okt. Die vorgeschobenen japani­schen Truppeneinheiten im Frontabschnitt Hankau —Wutschang haben bei einer Reihe von Säuber­ungsaktionen gegen den Feind insgesamt 76 Ge­fangene gemacht und 52 Gewehre sowie ein Ma- schiengewehr erbeutet. Der Feind ließ insgesamt 187 Tote zurück.

Ereignisse aus aller

Berlin , Ein deutscher Nachtjäger brachte in der Nacht zum 4. Oktober einen britischen Terrör- bomber durch Rammen zum Absturz. Die deutsche Flugzeugbesatzung konnte sich durch Fallschirm­absprung retten.

Berlin . Am 1. September 1943 ist Ritterkreuz­träger, Unteroffizier George Wyozisk, Zugführer in einer schlesischen Panzerjäger-Abteilung, bei den Kämpfen im Osten gefallen.

Berlin . Reicksminister Dr. Goebbels hat dem Leiter der Münchener Kammerspiele , Staatsschau­spieler Otto Falckenberg , und dem Maler und Graphiker Prof. Heinrich Hoenich in Prag , zur Vollendung ihres 70. Lebensjahres die herzlichsten Glückwünsche übermittelt.

Linz . Als 1.9. Institut im Verband der Tech­nischen Hochschulen Großdeutschlands wurde am Montag durch Reichsminister Rust eine Technische Hochschule in Linz eröffnet, die als Schöpfung des Führers errichtet wurde und berufen ist, auf dem Wege des Hochschulstudiums völlig neue Wege zu gehen.

Stockholm . Der australische Premierminister Gurtin erklärte, die Kriegskosten Australiens be­trügen bis Ende August 1194 000 000 Pfund Ster­ling.

. Stockholm . Ein Reuterbericht aus Kalkutta ent­hält weitere Einzelheiten über die Hungersnot in Indien . Die Bilder des Elends in Bengalen und Kalkutta , gibt Reuter selbst zu, . seien herzzer­reißend.

Genf . Der Befehlshaber der USA. -Luftflotte in China , Generalmajor Chennault , erklärte, die Ja­paner hätten in Südchina in letzter Zeit ihre Luft- macht um 200 bis 300 Prozent gesteigert.

Madrid . Am Montag fand im Madrider Palast der schönen Künste ein internationales Schachtur­nier statt. Der erste Tag brachte einen Sieg von

Zu den Kämpfen bei Saporoshje

dpz. Das Hinderniss des Dnjepr -Flusses, der gegenwärtig über mehrere 100 km den Frontver­lauf im Osten markiert, beherrscht zurzeit den größeren Bereich der sowjetischen Offensive. Hier nimmt der Kampf gegen die deutschen Brücken-

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köpfe aitf dem Ostufer seinen Fortgang durch immer wieder, wenn auch vergebliche neue Ver­suche der Sowjets, das Westufer zu erreichen. Die schwersten Kämpfe spielen sich dabei im Raume südöstlich und östlich von Saporoshje ab. Hier hat die Sowjetische Heerführung sehr starke Kräfte massiert und führt immer wieder neue Divisionen heran, um in den Raum zwischen dem unteren Dnjepr und der Küste des Asowschen Meeres einzudringen uhd zugleich den großen Dnjepr -Bogen und den Landzugang zur Krim - Halbinsel flankierend zu bedrohen. Sie setzt des­halb ihre Truppen immer wieder aufs neue in schonungslosem Angriff ein. An der Entschlos­senheit ( der deutschen Abwehr sind jedoch alle Durchbruchsversuche der Sowjets gescheitert. Ebenso scheiterten ihre Versuche, an einigen Stellen des mittleren Dnjepr auf dem westlichen Ufer Boden zu gewinnen.

Welt kurz gemeldet

Ingelmi über Perez und von Gomez über Alonso sowie ein Unentschieden zwischen Medina und dem Esten Keres.

Madrid . Der aus London zurückgekehrte demo­kratische Abgeordnete Will Roberto erklärte, die anglo-amerikanischen Verluste bei den Luftangrif­fen gegen Deutschland seien erschreckend hoch.

Lissabon . Ausgrabungen, die seit einiger Zeit in Romarize Duas "Egrejas in Nordportugal im Gange sind, führten zur Auffindung von Iteber- resten einer römischen Siedlung. Auch wurden Spuren einer späteren westgotischen Siedlung ent­deckt.

Vigo . USA .’-Marinesekretär Rnox ist über­raschend iri brasilianischen Luft- und Flotten­stützpunkt Pernambuco eingetroffen. Offenbar will er die Kriegsvorbereitungen Brasiliens kon­trollieren.

Istanbul . Am Strand von Ayasch bei Alexan- drette ist ein 20 Meter langer und 13 Tonnen schwerer, einem Walfisch ähnlicher großer Fisch, aufgefunden worden. In seinem Innerrf-befanden sich die Achselstücke eines fremdeiyKapitäns und der lange Knochen eines menschlichen Armes.

Der Bohrer in der Lunge

Während einer zahnärztlichen Behandlung war einer Frau in Stockholm ein Bohrer durch die Luftröhre so tief in eine ihrer Lungen geglitten, daß er unterhalb des Herzens saß. Nachdem die Lage durch Röntgenaufnahmen festgestellt wor­den war, wurde der Eingriff bei Röntgenbeleuch­tung vorgenommen, wodurch es ermöglicht wurde, sowohl den Bohrer zu sehen, wie die Zange, mit welcher dieser entfernt werden sollte, zu verfol­gen. Die Operation gelang.

Seid sparen ist vorteilhafter, als es „wertbeständig“ anlegenl

Der Reichsminster Uber die Kriegs auigaben der Finanzverwaltung

Freiburger Theaterbrief

Die Eröffnung des Großen Hauses mit einer klassischen Oper entsprach alter Tradition, Mo­ zarts „Don Giovanni " kommt von der Opera buffa her und verleugnet diesen Ursprung, unge­achtet einer unermeßlichen Vertiefung, nickt. Um die Tragödien des Helden lachen und tollen die Geister beschwingter Heiterkeit, burlesker Komik. Diese Gegensätze, im Text leicht angedeutet, sind in der Musik ausgeschöpft; sie sind zugleich itt der Sphäre des Mozartschen Genius jeglicher Er­denschwere entkleidet und zu einer Einheit von göttlicher Grazie verschmolzen. Vom Musikali­schen aus hatte die Leitung (Generalmusikdirektor Vondenhoff und Regisseur Arthur Schneider) den Gehalt des Kunstwerks nach allen Richtungen hin erfaßt und ließ ihm eine mustergültige Wiedergabe zuteil werden (mit einziger Ausnahme der erstaun­lichen und ernüchternden Höllenfahrt durch die Zimmertür). Eugen Grimm entfaltete in Stimme, Spiel und Erscheinung den diabolischen Charme, der die mythisch gewordene Gestalt des Don Juan kennzeichnet. Auch eine zweite große Oper steht bereits auf dem Repertoire: Smetanas „Die verkaufte Braut “. Kapellmeister Ueter brachte die rassige Musik zum Leuchten und Klingen. Die Instrumentierung dieser Oper wächst an Fülle des Ausdrucks und an Umfang vielfach weit hinaus über die von dem Stoff ihr dargebotenen Anlässe. Spielleiter Matuszewski begegnete manchen Un­stimmigkeiten der Handlung mit einer besonders feinsinnigen und einfallreichen Aktivierung bis in kleine hübsche Einzelheiten hinein. Seine In­tentionen wurden mit Geist und Laune von der Künstlerschar aufgenommen, die sich um das stets von neuem herzgewinnende junge Paar, Hanne Schmitz und Hans Heinrich Hagen, bewegte.

Würdig reiht sich das Schauspiel an, das gleich­falls in die Sterne griff, und sich den funkelndsten

von allen hemnterholtd, Schillers „Wallenstein " (vorderhand nur den Tod). Im Rahmen des von Alfred Gabel geschaffenen, ungewöhnlich groß­zügigen Bühnenbildes, das die ganze Tiefe der Bühne auswertet, baute der Gastregisseur Dr. Adolf Rott vom Burgtheater Wien , die gewaltige politische Tragödie auf. Der Spielleiter faßte die Darsteller, die teilweise bewährte alte Typen spiel­ten, teilweise, ihrer Eigenart entsprechend, neue Wege suchten, mit fester Hand zu einem Ganzen zusammen. Schillers Wallenstein gilt als Aufgabe des Heldendarstellers: in den Händen eines Cha­rakterspielers von Format, Carl Heinz Emmerich, wurden der Rolle, die sich durchaus dazu hergab, neue interessante Seiten abgewonnen.

„Wiener Blut“, die entzückende Operette von Johann Strauß , darf gewiß als eine glückliche Wahl gepriesen werden. Auch wirkte die von großer Sorgfalt deri Leiter (Georg! Konstantinoff und Oskar Orth) ebenso wie von gutem Können deri eingesetzten, vielfach neuen Kräften getragene Vorstellung durchaus erfreulich. Doch erinnern wir uns noch wohl einer, erst wenige Jahre zu­rückliegenden, überdurchschnittlichen Vorgängerin, während andererseits gar manche Straußsche Ope­retten in Freiburg noch ungespielt sind. Der Wunsch, auch den letzteren nach und nach auf unserer Bühne zu begegnen, dürfte daher nickt unberechtigt sein. — Die Kammerspiele haben teil­weise das Repertoire der vergangenen Spielzeit bei­behalten, um zwei heitere Neuigkeiten bereichert. Paul van der Hurk geht in seinem Lustspiel „Wie heirate ich meine Frau?" von einer vielverspre­chenden Voraussetzung aus und hat es verstan­den, sie im bunten Wirbel verwirrender Situatio­nen fruchtbar zu machen. Ein berühmter Mann heiratet eine Millionärin; aber in Wirklichkeit ist er gar nicht der berühmte Mann, als der ihn die entwendeten Papiere ausweisen, sondern ein Aben­teurer, und die Millionärin ist nicht die Millio­

närin, sondern ein kleines Alltagsmädel. Und es ist nur gut, daß der wirkliche berühmte Mann und die wirkliche Millionärin, die sich solchermaßen ohne ihr Zutun miteinander verheiratet finden, damit schließlich ganz einverstanden sind; ebenso wie auch das andere Paar, das einander nichts vorzuwerfen hat, auf der neuen, wesentlich be­scheideneren Basis gern beisammen bleibt. — Für die „Bagatellen“ von Willy Grüb ist die Gattungs­bezeichnung „Lustspiel“ viel zu gewichtig. Ein Zwei-Personen-Stük, ein amüsantes Geplänkel zweier Gatten, die ihren Lebensstil noch nicht an­einander angepaßt haben, das stofflich zu zer­gliedern sich nicht lohnt.

Das kleine Haus sah auch bereits zwei der ganz besonders schönen und reizvollen musikalischen Veranstaltungen, die sich dort allmählich eingebür­gert haben. Ein Sonaten- und Liederabend bot .Werke von Schubert, Mozart und Schumann. Ein * Onhesterkonzert hatte eine interessante Folge von seltener gehörten Werken aufzuweisen. Bei- denfalls Kammermusik besser Art. mit erlesener Kultur und entzückender Grazie Aargeboten.

Dr. E. Gottlieb.

Zwei Uraufführungen in Mülhausen L Eis.

okn. Die Uraufführung des Schauspiels „Die drei Liebesabenteuer Karls XII ." von Walter Etro pal durch die Städt. Bühnen Mülhausen i. Eis. findet am 7. Oktober in Gegenwart des in Berlin lebenden Dichters statt und diejenige des Kam­merspiels „Drei im Leuchtturm" von Toni Fabri und Carl Heinz Wolff am 20. Oktober im Kleinen Haus .der Städt. Bühnen.

Paul von Klenaa-Uraufführung in Heidelberg

okn. Im ersten Sinfoniekonzert der Stadt Hei­ delberg hörte man, von der Frankfurter Altistin Luise Richartz meisterlich interpretiert und von

Musikdirektor Bernhard Conz. mit dem Städt. Orchester klangschön begleitet, als Uraufführung vier Lieder nach Gedichten Friedrich Hölderlins von Paul von Klenau . Der in Kopenhagen gebür­tige Komponist, der in Deutschland längst Heimat- rechte erworben hat, hat sich ganz in den Geist der Hölderlin ’schen Dichtung versenkt und gibt in seinen Kompositionen die gleiche schlickte Feierlichkeit, von der die Hymnen Hölderlins er­füllt sind. Einfache Harmonien begleiten die klangvolle Sprache des Dichters und geben ihr gerade dadurch ihren tiefen geistigen Gehalt.

Dr. Werner Schmidt.

Denkmal für einen Sundgauforsdier

okn. Dem verdienstvollen Sundgauforscher, ver­storbenen Schulleiter Eugen Wacker, wurde eine der beiden als Naturdenkmäler sichergestellten großen alten Buchen inr Baselwald gewidmet. Sie wird eine Tafel mit folgendem Inhalt tragen: „Zum Gedenken an Eugen Wacker, geh. in Knöringen am 23. 10. 1878, verst. in Reihweiler am 9. 1. 1943, dem verdienstvollen Sundgauforscher, wird diese Bucke „Eugen-Wacker-Bucke" benannt.

Erfolge eines Karlsruher Malers

okn. Der Karlsruher Kunstmaler Kar! Oertel 'hatte in Kollektivausstellungen in den Kunst- | vereinen Darmstadt , Jena und Kassel sowie Kon­ stanz scköne Erfolge erzielt. Eine Reihe seiner Werke sind angekauft worden. Im Oktober ver­anstaltet das Kunsthaus Straßburg eine Kollek­tivausstellung Oertel s

Verleger: Alfred Reiff (bei der Wehrmacht ) Druck und Verlag: A. Reiff & Cie, Offenburg . Verlagsleiter: R. Hack (bei dei Wehrmacht ), Stell­vertreter und Anzeigen’eitrr Rudolf Berten; Hauptschriftleiter: Carl Fürst. * (Preisliste Nr. 8),

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