Blick in die Ortenau
3t. Waltersweier. (Todesfall.) Nach mehr als zehn Leidensmonaten trat der Tod als Erlöser an das Krankenlager von Josef Stahlberger und befreite diesen ehemals starken, kräftigen Mann von seinen starken Schmerzen, die ihn an das Bett fesselten. Geboren am 19. August 1883 »n Kuppenheim bei Rastatt , verheiratete er sich am 20. November 1909 mit Frieda Benz. In glücklicher Ehe durfte er sich mit seiner Gattin freuen an vier Kindern, von denen alle drei Söhne drauSen im Felde stehen. Der Verstorbene selbst machte den Weltkrieg 1914/18 vom ersten Tage an mit Er war ein tapferer Soldat, kämpfte stets in vorderster Linie und erhielt das EK. II die silberne bad. Verdienstmedaille. Ferner wurde er zum Unteroffizier und später zum Sergeanten befördert. In der Gemeinde selbst erfreute er sich allgemeiner Wertschätzung und großer Beliebtheit. Mehrere Jahre war er auch auf dem Ratbause als Gemeinderat tätig. Da der Verstorbene ein eifriger Leser guter Bücher war, vor allem liebte er die Geschichte, sah man ihn immer gerne in Gesellschaft. Gearbeitet hatte Josef Sahlberger viele Jahre beim Elektrizitätswerk in Ackern und später bei K. Martin, Offenburg . Nebenbei betrieb er noch Landwirtschaft. Die ganze Gemeinde nimmt innigen Anteil an dem Leid, das die Familie Stahlberger betroffen. ,
r. Rammersweier. (Generalversammlungen.) Am Sonntag hielt in der „Blume“ die Mikhgenossen- sdiaft ihre Generalversammlung ab. Sie stand unter Leitung des Vorstandes Bernhard Bieser, der die Erschienenen begrüßte und der verstorbenen Mitglieder gedachte. Der Rechner der Genossenschaft, Bürgermeister Emil Hurst, erstattete den Geschäftsbericht, aus dem u. a. zu entnehmen war, daß die Genossenschaft 67 Mitglieder zählt. Der Bericht und der Jahresabschluß fanden einstimmige Annahme, ebenso der Vorschlag über die Verwendung des Reingewinns von 370,65 RM. Dem Vorstand und dem Verwaltungsrat wurde Entlastung erteilt, Für das auf dem Felde der Ehre gefallene Verwaltungsratsmitglied Franz Bieser wurde das Mitglied Karl See in den Verwaltungsrat gewählt. Mit großem Interesse wurden sodann noch die Ausführungen des Vorstandes Bernhard Bieser und des Rechners Emil Hurst über Mildiablieferung und Prämien usw. entgegengenommen. — Ansckiießend an diese Versammlung legte die Spar- und Darlehenskasse ihren Mitgliedern Rechenschaft ab über ihre Verwaltung. Nach Ehrung der verstorbenen Mitglieder durch den Verwaltungsratsvorsitzenden Wilhelm K i 111 gab der Rechner der Kasse, Bankbeamter Hügle von der Sparund Kreditkasse in Offenburg , den Geschäftsbericht bekannt. Es wurde ein Reingewinn von 677,94 RM. erzielt. Die Spareinlagen der 261 Sparer hätten sich um 36000 RM. gegenüber dem Vorjahre erhöht. Die Genossenschaft zählt 116 Mitglieder. Rechner Hügle machte dann zum Jahresabschluß noch einige ergänzende Ausführungen. Das Sparen hätte in der Gegenwart doppelten Wert, denn der Sparer nützt sich schließ
lich damit nickt nur selbst, sondern auch dem Vaterlande und helfe mit an der Erringung des endgültigen Sieges über unsere Feinde. Der Vorstand der Genossenschaft, Bürgermeister Emil Hurst, sprach sodann dem Rechner Hügle wärmsten Dank aus für seine gewissenhafte Arbeit. Eine Dividende von 4 Prozent kam zur Verteilung, der restlicke Teil des Reingewinns wird zur Stärkung der Rücklage verwendet. Der Jahresabschluß wurde einstimmig genehmigt und der Verwaltung Entlastung erteilt. — Im Anschlüsse an die beiden Genossenschaftsversammlungen machte der Vertreter des Bürgermeisters, EmÜ Hurst, noch einige wichtige Mitteilungen über die neuen Bestimmungen der Hausschlachtungen, sowie über die Kartoffelablieferungen und noch über verschiedenes andere.
m. Zell-Weierbach. (Kaninchenausstellung.) Am Sonntag war der Sonnensaal das Ziel vieler Interessenten der Kaninchenzucht. Der hiesige Ka- ninchenzuchtverein hatte eine Ausstellung veranstaltet, in der viele und wertvolle Tiere gezeigt wurden. Der Verein kann mit dem erreichten Erfolg zufrieden sein. Die vielen Besucher haben sickerlick manches Wissenswertes zur eigenen Verwertung mit nach Hause genommen.
Die Bewirtschaftung von Saatgetreide
Durch eine Anordnung der Saatgutstelle und der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermittelwirtschaft vom 30. Oktober 1943 wird die' Bewirtschaftung von Saatgetreide geregelt. Danack darf anerkanntes Saatgut und zugelassenes Handelssaatgut von Hafer und Gerste dem Verbraucher nur geliefert werden, wenn dieser die gleiche Menge Hafer oder Gerste gegenliefert Die Gegenlieferung soll möglichst Zug um Zug gegen die Lieferung des Saatgetreides erfolgen. Die Bestimmungen gelten nicht für Elitesaatgut, das zu
Die Verdnnkelungszeiten vom 14. bis 20. Novbr.: Von 17.40 bis 7.10 Uhr
Vermehrungszwecken geliefert wird. Saatgetreide darf beim Letztverteiler nur bezogen und von diesem nur geliefert werden, wenn der Käufer einen tatsächlichen Bedarf an diesem Saatgut in seinem Betriebe hat. In Zweifelsfällen hat der Letztverteiler die Entscheidung des für den Käufer zuständigen Ortsbauemführers 'inzuholen. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieser Anordnung werden mit Ordnungsstrafen bis zu 100 000 RM im Einzelfalle bestraft Die Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Sie gilt auch für bereits abgeschlossene Verträge, die hinsichtlich der Lieferung noch nicht erfüllt sind.
Gengenbach . (Geburtstage.) Wieder können in diesen Tagen zwei Kameraden der hiesigen Kriegerkameradschaft ihren 70. Geburtstag feiern. Am 17. November vollendet Zimmermann a. D. Karl Weber, Grabenstraße 15, das 70. Lebensjahr. Als Pionier des Pionier-Batl. 14, bei dem er in den Jahren von 1894—1896 seiner aktiven Dienstpflicht genügte, hat er den ganzen, Weltkrieg mitgemacht. Der hiesigen Kriegerkameradschaft gehört er als reges Mitglied seit dem Jahre 1897 an. Am 19. November folgt ihm in der Reihe der rüstigen 70er sein Kriegerkamerad Josef Huber, Engelgasse 8. Auch Kamerad Huber ist Weltkriegsteilnehmer und war in seiner Aktivdienstzeit von 1894—1896 Angehöriger des IR. 112. Als alter Soldat gehört er mit ganzem Herzen seiner Kriegerkamreadschaft an. an deren Veranstaltungen er stets lebhaften Anteil nimmt. Körperlich rüstig, ist er trotz seiner 70 Jahre noch heute als Stadtarbeiter tätig. Die Kriegerkameradschaft nimmt an den Ehrentagen ihrer beiden Kameraden herzlichen Anteil und wünscht ’hnen, daß sie noch reckt lange in ihrer Reihe stehen dürfen. Wir schließen uns den Glückwünschen herzlich an.
Gengenbach . (Tapferer Soldat.) Obergefreiter Paul Breunig. Sohn des vor Jahren hier verstorbenen Justizinspektors Adolf Breunig, wurde mit dem EK. I ausgezeichnet. Dem tapferen Sohne unserer Stadt unseren herzlicken Glückwunsch I
Gengenbach. (Tag der deutschen Hausmusik.) Die NSDAP , beging den Tag der deutschen Hausmusik mit einer gutbesuchten musikalischen Feier
stunde am Samstagabend im Festsaal der Gehörlosenschule. Nach Begrüßungsworten des Vertreters des Ortsgruppenleiters, Pg. Boden, sprack Pgn. Waldbauer über Sinn und Bedeutung des Musizierens im deutschen Hause, wobei sie hervorhob, daß die Musik nickt eine reine Angelegenheit des Geistes, sondern vielmehr eine Sache des Herzens sei, die als Voraussetzung die innere Harmonie habe. Die Pflege der Musik sei eine unserer wertvollsten Kulturaufgaben. Sie bringe Frieden und Freude in Haus und Familie und verdiene deshalb weitghendste Förderung. Im Anschluß an die gedankenreichen Einleitungsworte wurde von ausschließlich einheimischen Musikfreunden ein reichhaltiges und gut gewähltes musikalisches Programm instrumentaler und gesanglicher Darbietungen abgewickelt, die die Liebe der Musizierenden zu Fräu musica ebenso wir ihr reifes Können erkennen ließen. Die Freude und Anerkennung der begeisterten Hörergemeinde fanden ihren Ausdruck in reichem Beifall wie auch in den Dankesworten des Hoheitsträgers, der darin die Einsatzbereitschaft und die hohen Verdienste der Klavierlehrerin Frl. Vogel und ihres Violip- partners Pg. Höge rieh auch bei anderen Anlässen lobend hervorhob. Weitere Dankesworte richtete Pg. Boden auch an den Direktor der Gehörlosenanstalt, der den für solche Anlässe besonders geeigneten Festsaal in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hatte. Mit dem Gruß an den Führer fand die genußreiche musikalische Feierstunde, die geeignet war, dem musikalischen Leben unserer Stadt neuen Auftrieb zu geben, ihren Abschluß.
Aus der Heimat am Oberrhein
. Sinsheim a. E. (Tod durch scheuende Pferde.1 Im nahen Steinsfurt wurde der 70jährige Bauer 8treib durch scheuende Pferde eine Strecke weit mitgeschleift. Er erlitt so schwere Verletzungen daß bald nach dem Unfall der Tod eintrat. '
Baden-Oos. (Tödlicher Verkehrsunfall.) Verwaltungsinspektor Braunnagel von hier wurde auf dem Wege nach Sandweier, wo er eine Besorgung erledigen wollte, von einem Personenwagen erfaßt und tödlich verletzt. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung.
Wasenweiler. (Schwerer Verkehrsunfall.) Auf dem Heimweg wurden zwei Frauen von einem Lastwagen angefahren und schwer verletzt. Eine der Frauen ist in der Freiburger Klinik ihren Verletzungen erlegen.
Mänsefamilie im Radioapparat
In Hörbach nistete im Radioapparat einer Familie ein Mäusepaar mit sechs Jungen. Der Sckrek- ken bei der Entdeckung dieser Tatsacke war umso größer, als das Nest aus Teilen von Lebensmittelkarten bestand. *
Fast zur Spionin geworden
Dannstadt Wie bei verbotenem Umgang mit Kriegsgefangenen durch Leichtfertigkeit und Gedankenlosigkeit schwere Gefahren für kriegswichtige Reichsinteressen und für die Sicherheit der Bevölkerung entstehen können, zeigt der nachstehende Fall. Die in der ftpnzösischen Sprache nicht bewanderte Barbara G. vermittelte aus Gutmütigkeit wiederholt den in französisch geführten Briefwechsel zwischen einer im Reihsgebiet im zivilen Arbeitseinsatz stehenden Französin und einem französischen Kriegsgefangenen. Sie ahntt nicht, daß sie damit dem feindlichen Geheimdienst beinahe wehrwirtschaftliches Nachrfchtenmaterial in die Hände gespielt und auf diese Weise unter Umständen nicht abzusehenden Schaden angerichtet hätte. Die von der Französin unter Ausnützung der Unüberlegtheit der deutschen Arbeiterin geschickt eingefädelte Nachrichtenverbindung scheiterte erst kurz vor dem Gelingen der beabsichtigten Uebermittlung ins feindliche Lager an der Aufmerksamkeit eines deutschen Wehrmackt- angehprigen. Das Sondergericht Darmstadt verurteilte die G. wegen verbotenen Umgangs mit Kriegsgefangenen zu acht Monaten Gefängnis, wobei ihre Unbestraftheit und auch ihr anerkennenswerter Einsatz in der Kriegsindustrie sie vor schwerer Strafe bewahrte. ' Mögen die ernsten Fölsen der Leichtfertigkeit der G. für jeden, insbesondere alle im Kriegseinsatz der inneren Front Stehenden Abschreckung und Warnung, aber auch Mahnung zugleich sein, mit wachsam geschärftem Blick allen Möglichkeiten feindlicher Spionageversuchen entgegenzutreten rmd keinesfalls auch nur fahrlässigerweise zu Mithelfern des Gegners zu werden.
Die heutige Ausgabe umfaßt 4 Seiten
Georg Meier
Statt eines frohen Wiedersehens er- hielten wir die unfaßbare, schmerzliche "Mk" Nachricht, daß unser zweiter unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager und Onkel
Gefreiter In elftem Gebirgejiger-Regimeot
im Alter von 20 Jahren, bei den schweren Kämpfen im Osten am 24. Oktober 1943, den Heldentod erlitten hat. Gottes Wille ist gestehen, unser Trost ist Wiedersehen.
In tiefer Trauer:
Familie Friedrich Meier and Verwandte.
Stadelhofen, Geudertheim (Eisass), den 15. November 1943.
4
Todesanzeige
Der Herr über Leben und Tod hat neck langen, schweren Leidensmonaten meinen herzensguten, treusorgenden Mann, unseren lieben, unvergeßlichen Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel
Josef Stahlberger
Inhaber des EK, II. Kl, der Bad. silbernen Verdienstmedaille n. a. Ehrenzeichen Im Alter von 60 Jahren, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, zu sich in den ewigen Frieden abgerufen. In tiefer Trauer: Frau Frieda Stahlberqer, geb. Benz Obergsfr. Adolf Schmidt, z. Z. I Felde n. Familie Uffz. Rudolf Stahlberger, z. Z. i. Felde u. Familie Uffz. August Stahlberger, z. Z. i. Felde u. Familie Elsa Stahlberger und Verwandte.
Die Beerdigung ist Donnerstagnachm. 2 Uhr.
Waltersweier, den 16. November 1943.
Die Betriebsgemeinschaft verliert in Joaef Stahlberger einen ihrer besten Arbeita- kameraden, dem sie zu allen Zeiten eia ehrendes Andenken bewahren wird
Seine Betriebefflhrung and Sefoigiehaft
Todesanzeige
Nach Gottes hl. Willen verschied am 15. Nov. nach längerem Leiden, ganz unerwartet rasch mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Sdiwag. u. Onkel
Ludwig Wörner SÄntanuw«
im Alter von 69 Jahren, verteilen mit den hl. Sterbesakramenten.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Halaaa Werner, Kinder e. alle Aaverwaadte.
Beerdigung, Donnerstag 18. Nov., vorm. 9 Uhr. Lautenbach , den 16. November 1943.
Gott der Herr nahm uns kurz nach glückt. Urlaubstagen unser L-ebstes u Bestes, was wir hier auf Erden besaßen. Durch schweren Unfall wurde mir mein innigstge!, treuerOatte, d. beste Vater seines lb., einzig. Kindes, mein lb. Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Onkel u.Pate
Willy Schneckenburger
im schönsten Mannesalter von 36'/, Jahren rasch von uns gerissen, in schwerster Trauer: Die Gattin: Frau Josafina Sehntakenburgar geb Ludäscher und Kind Thea Martin, die Mutter: Maria Schneckenburger eeb Meier, Karl Schneckenburger, zimOsten u. Familie, Sigmund Schneckenburoer, b. d. Wehrmacht u.Famiiie, Alfons Schneckenburger, z.Z.i.Osten and Familie, Josef Schneckenburger, Ernst Schneckenburger, z. Z. im Osten, die Schwiegermutter: Anna Ludäscher, geb. Lipp«, Schutterwald , Karl Riehla, z. Z im Süden und Familie, Farn. Friedrich Seissrt, Schutterwald , Julias Ludäscher z. Z.Kriegsmarine n. Familie, Roman BOrkls, z. Z. im Osten nnd Familie und alle Anverwandte. Elgersweier, 17.11.43. Auch wir trauern um unseren lieben Arbeitskameraden. Betriehsführunq und Gefolgschaft.
Gott der Herr über Leben und Tod hat heute morgen unsere liebe Tante und Großtante
Helena Busam clmis)
nach langem schwerem, in Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den heiligen Stecbe- sakramenten, im 82. Lebensjahre, zu sich in die ewige Heimat abgerufen.
Um das Gebet für die liebe Verstorbene bitten.
Familie Ziriak Halter und Verwandte. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. November, vormittags 9 Uhr mit darauffolgendem Seelenamte statt.
Abgang vom Trauerhause '/ 4 9 Uhr. Gaisbach , den 16. Novembers1943.
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In tiefer Trauer:
Familie Wilhelm Mayer Familie Rudolf Mayor,» Halbwelt Familie Otto Schwarz, Rosenhof Familie Bettfried Mayer, Sägewerk 6efr. Josef Mayer, z. Z. im Felde and Familie, Schutterwald und Anverwandte Beerdigung Freitag ',/10 Uhr.
Pischerbadi, den 16. November 1943.
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