BADISCHES
Wir wollen leien/
„Wenn in dem kommenden Kampf um die Weltmärkte schon jemand sterben muß, so sollen es die Deutschen sein.“
(Erklärung eines britischen Beamten «n einen Korrespondenten der »New York Herald Tribüne“)
Wir wollen aber leben als gleichberechtigte Nation und teilhaben am friedlichen Wettbewerb. Deshalb der Vorschlag des Deutschen Volksrates, eine Zusammenkunft einzuberufen zur Besprechung unserer deutschen Lebensfragen.
Das Weltecho auf den Atlantik - Pakt war unmißverständlich. Er ist von allen begrüßt worden, die Churchills in Fulton und Zürich im Jahre 1946 proklamierten Atomfeldzug gegen die Sowjetunion als die letzte Rettung ihrer untergehenden Welt ansehen. Er ist leidenschaftlich abgelehnt worden von allen, die der Menschheit die Katastrophe eines Atomkrieges ersparen wollen. Der Atlantik -Pakt steht am Ende feiner Entwicklung die durch Truman-Dok- trin und Marshall-Plan eingeleitet wurde. Er ist der i-Punst über eine Politik, die bisher den Völkern Europas von amtlichen und nichtamtlichen Handelsreisenden in ameri kanischen Waren als „Wiederaufbauprogramm“ angepriesen wurde, und die sich jetzt als nacktes Militärbündnis entpuppt.
Die Losungen des Erzimperialisten Churchill, des wütenden Feindes der Sowjet union , der nach dem ersten Weltkrieg seinen „Feldzug der 14 Nationen“ gegen die russische Revolution organiserte, haben bei der Schaffung dieses Paktes Pate gestanden, Jedem, der Ohren hat zu hören, konnte die Begleitmusik der Non-stop- Flüge amerikanischer Riesenbomber, der Landung des ersten Atom-Geschwaders auf einem der amerikanischen Luftstützpunkte in Großbritannien , der Rede Forrestals über die biologische Kriegführung nicht verborgen bleiben. Und wenn es der Ton ist, der die Musik macht, so haben die Völker Europas ' diesen Ton und- diese Musik noch nicht vergessen.
Mit dem Atlantik -Pakt wird der Versuch unternommen, der Organisation der Vereinten Nationen und allem, was sie für die Menschheit an Hoffnungen verkörperte, den Todesstoß zu versetzen. Der Kampf um die Erhaltung des Friedens und der Ver einten Nationen fällt deshalb zusammen mit dem Kampf gegen den Atlantik -Pakt. Die Unterzeichnermächte geben den Pakt als eines der in der Charta der Vereinten Nationen vorgesehenen „regionalen Abkommen“ aus. Aber welche „regionale“ Verwandtschaft besteht zwischen den USA und solchen Paktunterzeichnern oder noch einzubeziehenden Mitgliedern wie Belgien , Ita lien und der Türkei ?
Im Artikel 53 der Charta der Vereinten Nationen wird bestimmt, daß in regionalen Abkommen keine Schritte ohne Autorisie- rung des Sicherheitsrates ergriffen- werden sollen, mit Ausnahme von Maßnahmen gegen ehemalige Feindstaaten, wie sie zum Beispiel im anglo-sowjetischen und im anglo-französischen Vertrag vorgesehen sind. Aber weder der Text des Atlantik - Paktes noch die Aeußerungen des amerika nischen Außenministers lassen den geringsten Zweifel darüber aufkommen, daß die Unterzeichnermächte sich in ihren Entscheidungen nicht durch den Sicherheitsrat gebunden fühlen.
Die Antwort der itälienischen und fran zösischen Arbeiter hat gezeigt, daß es schwer sein wird, die Wachsamkeit friedliebender Menschen einzuschläfern. Aber selbst die Freunde der amerikanischen Politik in Europa sind nicht imstande, ihre Besorgnis zu verhehlen.
„ . . .. viele anständige Menschen, .... konnten sich in gutem Glauben fragen, ob es sich nicht um eine Art von Provokation handelte und ob versucht wurde sie in ein Abenteuer zu stürzen“, schrieb die halboffizielle Pariser Zeitung „Le Monde “ am 17. März 1949.
„Je mehr aber die Länder an der sowje tischen Grenze liegen, desto mehr macht sich eine gewisse Besorgnis beferkbar“, ließ sich die „Welt am Sonntag“ am 20. März 1949 berichten.
Am stärksten ist die Besorgnis in Westdeutschland, das auf Grund der Entscheidung der westlichen Besatzungsmächte in den Atlantik -Pakte einbezogen werden soll, ohne daß das deutsche Volk Gelegenheit gehabt hätte, sich dazu auch nur zu äußern. Professor Geiler, Heidelberg , der frühere hessische .Ministerpräsident, hat für alle Deutschen gesprochen, die sich einen Sinn für die Wirklichkeit bewahrt haben, als er sagte, wir könnten uns nicht den Luxus erlauben, diesem Pakt beizutreten.
Nur Wahnsinnige und unverbesserliche Abenteurer könnten inmitten unserer Trümmer und angesichts von Millionen trauernder Witwen und Waisen bereits vergessen haben, was der anti-sowjetische Raubzug des größten Feldherm aller Zeiten das deutsche Volk gekostet hat. Kein Volk ist durch den Atlantik -Pakt mehr bedroht als das deutsche , denn der Krieg würde mitten in Deutschland beginnen. Im Rahmen des Atlantik -Pakts ist für Westdeutschland nur die Rolle einer Aufmarsch- und einer Rüstungsbasis anerkannt. Wer das nicht glaubt, der lese was das FDP - Biatt „Westdeutsche Rundschau“ am 19. März 1949 schreibt:
„Man scheint dabei jedoch davon abgekommen zu sein, das Ruhrgebiet zur Rüstungswerkstätte der Atlantik -Pakt- Mächte zu machen und mehr die Absicht zu haben, daß das Ruhrgebiet die Zubringeraufgabe für die eigene Rüstungsindustrie der einzelnen Länder erhält.“
Mit dieser Deutlichkeit ist die den Deut- -chen in den Westzonen zugedachte Aufgabe selten dargelegt worden. „Zubringer“ für die Rüstungsindustrie der europäischen Atlantik -Pakt-Staaten — das ist die Zukunft, die der westdeutschen Wirtschaft zugedaeht ist. Die letzten Wochen haben gezeigt, daß die Zahl derer wächst, die sich die deutsche Zukunft anders vorstellen.
Das deutsche Volk darf nicht für fremde Tnteres-sen in den Krieg getrieben werden. Jeder Deutsche, dem der Frieden und die
Die Menschheit braucht Frieden!
Delegierte aus aller Welt auf der Weltfriedenskonferenz der Geistesschaffenden in New York Organisiert die Friedensfront gegen die Kriegshetzer!
Die Weltfriedenskonferenz der Geistesschaffenden, die vom amerikanischen Nationalrat für Kunst, Wissenschaft und geistige Berufe einberufen worden war, nai mehr als 2000 Delegierte aus aller Welt vereinigt. Der britische Philosoph Dr. Olaf Stapledon führte in seiner Eröffnungsansprache aus, daß das britische Volk in einem dritten Weltkrieg nicht gegen dio Sowjetunion kämpfen werde. Die Teilnehmer hätten sich zu der Konferenz zusammengefunden, um die einfache, uralte Frage zu erörtern, wie die Menschen in Frieden leben könnten. Nach polnischen und jugoslawischen Rednern sprach der sowjetische Komponist Schostakowitsch , der von den Anwesenden lebhaft gefeiert wurde: „Ich bin überzeugt, daß diese Konferenz unserer gemeinsamen Sache Nutzen und Segen bringen wird.“ Henry Wallace , der Vorsitzende der amerikanischen Fortschrittspartei, sagte: „Ich persönlich glaube, daß eine kommunistische und kapitalistische Welt nebeneinander in Frieden leben können. Ich werde jedoch nicht glücklich
sein, so lange die beiden Systeme nicht im friedlichen Geist der Zusamenarbeit einander finden, gerade so, wie zwei Gruppen von Wissenschaftlern Zusammenarbeiten — oder sogar wetteifern —, wenn sie die Lösung eines Problems suchen.
Die Dichter George B. Shaw und Tho mas Mann , der indische Ministerpräsident Pandit Nehru , der Protektor des bevorstehenden Weltfriedenskongresses in Paris , Boyd, der französische Atomwissenschaftler Joliot Curie , der Bischof von Birming ham , der berühmte mexikanische Maler Diego Rivera , der Dichter Arnold Zweig und viele andere bekannte Geistesschaffende begrüßten in telegraphischen Erklärungen den Kongreß.
Auf der Schlußsitzung des Kongresses in Madison Square Garden , unter Beteiligung von etwa 20 000 Personen, wurde eine Botschaft des deutschen Dichters Thomas Mann verlesen, in der es heißt, der ameri kanische
Außenminister Dean Acheson habe viel getan, die gerade von ihm so gerühmten Ideale in Mißkredit zu bringen.
Der Kongreß bekannte sich zur Unterstützung der Vereinten Nationen , zur Zusammenarbeit mit allen anderen Friedensbewegungen der Welt und will das auf der Konferenz begonnene Werk fortsetzen. Er richtete an alle Künstler und Wissenschaftler der freien Berufe in aller Welt die Aufforderung, die Freiheit der Meinungsäußerung zu verteidigen.
Schwierigkeiten für die Teilnehmer
Die Delegierten wurden bei ihrer Ankunft in den USA außergewöhnlich langen Verhören durch die Einwanderungsbehörden unterzogen, die mitunter zwei bis drei Stunden dauerten. Einer Gruppe Intellektueller in Philadelphia wurde die Benutzung des Rathauses für eine Friedenskundgebung abgelehnt, auf der der sowjetische Komponist Schostakowitsch ein Klavierkonzert geben sollte. Vielen Delegierten aus Westeuropa war die Einreise in die USA verweigert worden.
Herausreißen deutschen Landes im Westen
Im Zuge der Verwirklichung der Londoner Empfehlungen wird Westdeutschland mehr und mehr zerrissen.
An insgesamt 31 Stellen der deutschen Westgrenze gegenüber den Niederlanden , Belgien , Luxemburg , dem Saarland und Frankreich werden Aenderungen an der deutschen Westgrenze durchgeführt. Sie stützen sich auf ein Kommunique der westlichen Militärregierungen. In diesem ist von „Korrekturen“ die Rede.
Die Landesregierung von Nordrhein- Westfalen bezeichnet die Grenzänderungen als „Annexionen politischer und wirtschaftlicher Art“, die einseitig befohlen wurden und das Selbstbestimmungsrecht der deut schen Bevölkerung verletzt haben,
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Die Gebietsabtrennungen im Westen können dadurch, daß sie mit der Bezeichnung belegt werden „Verwaltungstechnische Grenzkorrekturen“ nicht bagatellisiert werden. Es handelt sich um eine reine Annexion, die in keinem internationalen rechtsgültigen Abkommen eine Grundlage hat.
Die westlichen Nachbarn Deutschlands verfolgen mit der Losreißung deutscher Gebiete sehr reale materiellen Interessen. Es geht ihnen vor allem darum, der Kohlen
vorräte und Vorkommen in den umstrittenen Gebieten habhaft zu werden.
Nach Angaben des Bentheimer Grenzlandausschusses, handelt es sich allein im Südteil des Selflandgebietes um Kohlenvorkommen von über 100 Millionen Tonnen.
Je weiter sich die westlichen Alliierten vom Potsdamer Abkommen entfernen, um so deutlicher wird der Geist sichtbar, der nach dem ersten Weltkrieg im Versailler Diktat seinen Ausdruck gefunden hat.
Milliardenschiebung
„Grenzberichtigung“ im Westen:
Spekulationsfeld der Industriellen
Daß man wieder dabei ist, unter dem Stichwort der „kleinen Grenzberichtigung“ Teile aus Deutschland .£» Westen herauszureißen und zu annektieren, hat unsere großen Industriellen, Spekulanten und Schieber auf den Plan gerufen. So wird aus den pfälzischen Grenzgemeinden Waldmoor und Kübelberg berichtet, daß in den letzten Monaten Maschinenteile, Motoren, Kugellager im Werte von mehr als 1 Milliarde D- Mark eingelagert worden sind. Die Speku
lation ist dabei: wenn die Grenzveränderung kommt, hat man diese Riesenmenge von Waren unverzollt ins Saargebiet gebracht. Jetzt soll durch das Landesflnanzamt Pfalz eine Anordnung erlassen worden sein, daß diese Waren unter Zollaufsicht gestellt werden.
Das Unglück Deutschlands kann gar- nicht groß gerfug sein, um nicht doch unseren „bewährten“ Industriellen die Grundlage abzugeben, eine Ausplünderung und Bereicherung größten Stiles auf Kosten des Volkes vorzunehmen. Man stelle sich vor: innerhalb weniger Monate wird nur cm dieser einzigen winzigen Stelle, für eine Milliarde D- Mark Waren verschoben. Um wieviel Milliarden Werte handelt es sich aber insgesamt entlang der deutschen Westgrenze? Denn nicht nur am Saargebiet, sondern überall sind Annexionen geplant und zum Teil auch durchgeführt worden. Der schwarze Export scheint angesichts der Milliardenziffer den legalen deutschen Export durch den Flaschenhals JEIA bei weitem zu übertreffen. Unsere jammernden Großindustriellen wissen sich in jedem Fall zu helfen.
Die Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion kehren heim
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Laufendes Eintreffen der Transporte in Frankfurt a. d. Oder. — Bis Ende April das Eintreffen von 50 000 gemeldet.
Guter Gesundheitszustand der Heimkehrer.
Allein vom Freitag bis Samstag mittag trafen im Brandenburgischen Heimkehrerlager Gronenfelde bei Frankfurt a. d. Oder 5074 ehemalige deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion ein. Inzwischen sind weitere Transporte angekommen. Der Aufenthalt im Durchgangslager erstreckt sich auf ein Mindestmaß an Zeit. Bereits sind Transporte im Lager Ulm in Württemberg- Baden eingetroffen.
Für die Zeit bis Ende April wird die Zahl der zurüdtkehrenden Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion mit 50 000 beziffert.
Die Moskauer Regierung hat Wort gehalten. Auf die internationale Hetze hatte sie damals geantwortet, daß verkehrstechnische und klimatisch bedingte Schwierigkeiten Rücktransporte in den Monaten Dezember und Januar verhinderten.
Die eintreffenden Kriegsgefangenen kommen aus den russischen Gebieten Odessa . Moskau . Ihr Gesundheitszustand wird im allgemeinen als äußerst befriedigend befunden. Es ist dabei zu erinnern, daß in den vergangenen Jahren die Sowjetunion nur erkrankte Kriegsgefangene zur Entlassung brachte, nunmehr aber die Rückführung aller Kriegsgefangenen in Gang gekommen ist. Die Heimkehrer unterstreichen ihr gutes Einvernehmen mit der russischen Zivilbevölkerung.
Sie müssen immer plumper lügen Josef Reimann antwortet.
Die Lügenmaschine des „Telegraf “ versuchte eine neue Ente zu fabrizieren und in den Dienst ihrer Hetze gegen die Sowjet union und die Kommunisten Westdeutsch lands zu stellen. Sie streute die plumpe und freche Lüge aus, daß der Sohn von Max Reimann , der jetzt mit einem Kriegsgefangenentransport aus der Sowjetunion heimkehrte, angeblich „durch seine Erlebnisse als deutscher Kriegsgefangener in der UdSSR gründlich von allen kommunistischen Ideen kuriert sei und nicht in sein Elternhaus zurückkehre“.
Diese Lüge hatte sehr kurze Beine. Josef Reimann, der mit einem der letzen Heifn- kehrertransporte über Gronenfeld in/ Bqrlin eintraf, erklärte, die feste Absich^ zu haben,
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nationale Existenz Deutschlands ajp Herzen hegt, der unser Land rticfy m eine Wüste verwandelt sehen will, Imuß km das Recht auf Selbstbestimmung, Sun) die nationale Einheit und Unablmnmgkeit kämpfen. Denn nur in diesem/Kampfe Werden wir uns auch den Friede« erobe/n. 1 }
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in Zukunft mit seinem Vater für ein einiges demokratisches Deutschland zu kämpfen.
Josef Reimann, der heute 23 Jahre alt ist, geriet 1945 in russische Kriegsgefangenschaft und kam über das Lager Obereifel/ Tilsit nach Nowgorod inß Kriegsgefangenenlager und arbeitete dort in einer Ziegelei. Von Beruf ist er Bergmann wie sein Vater. Er will auch heute wieder als Bergmann arbeiten, aber er will, daß die Kohlen für Deutschland verwendet werden und der Kumpel nicht für ausländische oder inländische Blutsauger schuftet. Er erzählte, daß er in der Sowjetunion als Kriegsgefangener im Grunde nicht schlechter gelebt habe als die Bevölkerung, die noch immer unter den Nachwirkungen des Krieges und der unvorstellbaren Zerstörung des Landes durch den deutschen Fachismus zu leiden habe.
Chinesische Delegation zur Pariser Welt-Friedenskonferenz
Eine chinesische Delegation wird an dem im April stattfindenden Welt-Friedenskongreß in Paris teilnehmen. An der Spitze der in Peiping gewählten Delegation steht der berühmte chinesische Gelehrte Kuo Mo Jo , der nach seiner Ausweisung aus Kuomintang-China sich in Peiping niedergelassen hat.
Zweitausend Delegierte für Friedenskongreß
Zum Pariser Welt-Friedenskongreß haben bereits über 2000 Delegierte aus aller Welt ihre Teilnahme zugesagt
Demokratische Volksarmee vor Hankau
Wie aus Nanking berichtet wird, drangen Einheiten der demokratischen Volksarmee bis auf 50 km an Hankau heran. Die um Hankau stationierten Kuomintangtruppen haben sich auf das südliche Ufer des Jangtseflusses zurückgezogen. Auf dem Nordufer ist lediglich einer der Brückenköpfe verblieben.
Kommunisten alleinige Gewinner
Trotz Terror Zunahme der Kommunistischen Partei-an der Saar
Als einzige Partei hat bei den Saarländischen Gemeindewahlen am 27. März 1949 die Kommunistische Partei ihre Stimmenzahl auf 37 936 bei den Landtagswahlen 1947 (8,4 Prozent) auf 39 672 (8,6 Prozent) erhöhen können. Alle anderen Parteien erlitten Verluste, die freien Listen zugute kamen. In Saarbrücken konnte die Kommunistische Partei ihre Stimmenzahl auf 4 202, bei den Landtagswahlen auf 6 854 erhöhen. Ihr Stimmenanteil ist damit von 8,4 Prozent auf 13,4 Prozent angestiegen.
Das Wahlergebnis ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die Kommunistische Partei während des Wahlkampfes durch wiederholtes Zeitungsverbot, durch Vorenthaltung einer allen anderen Parteien gewährten Benzinzuteilung und durch sonstige Terrormaßnahmen benachteiligt wurde, während die anderen Parteien einen konzentrierten antikommunistischen Wahlfeldzug führten. Die Stimmenzunahme fällt noch mehr ins Gewicht, wenn man berücksichtigt, daß die Kommunistische Partei bei den Landtagswahlen eine Landc-sliste aufgestellt hatte, während sie bei den Gemeindewahlen infolge des klerikalen Druk- kes nur in 111 von 340 Gemeinden eigene Listen aufstellen konnte. Hinzu kommt, daß auf vielen „freien Listen“, die 17 720 Stimmen auf sich vereinigten, Kommunisten kandidierten.
Des Pudels Kern
Ruhrstahl für Rüstung
Der gewichtigste Grund, mit dem man dem deutschen Volk und vor allem dem Kumpel und Stahlarbeiter im Kohlenpott das Ruhrstatut schmackhaft machen will, ist bekanntlich die Behauptung, durch die Abtrennung des Ruhrgebiets vom deutschen Wirtschaftskörper und durch die alliierte Kontrolle solle verhindert werden, daß das Ruhrgebiet jemals wieder für Rüstungszwecke mißbraucht werden könne. Der deutsche Arbeiter hat selbstverständlich angenommen, daß mit dieser vorbeugenden Maßnahme nicht nur deutschen „Aggressoren“ das Handwerk gelegt werden soll und daß die Bodenschätze und Arbeitskräfte des Ruhrgebiets in Zukunft nur noch friedlichen Produktionszwecken dienen sollen. Das ist leider ein grausamer Irrtum. Ein Artikel „Europas Sicherheit und Deutsch land “ in der von der amerikanischen Militärregierung herausgegebenen „Neuen Zeitung“ untersucht die Frage, wie trotz des ausdrücklichen Verbots der Herstellung von Waffen oder Kriegsmaterial in Deutschland das Ruhrgebiet doch für die Aufrüstung im' Rahmen des Atlantik -Paktes ausgenutzt werden könne. Der Verfasser, es ist der USA -Korrespondent Vincent Wilber der „Neuen Zeitung“, zeigt den Weg, wie man das Verbot umgehen könnte. Er schreibt: „Die betreffenden Verordnungen sind hinsichtlich einer Verwertung von in Deutschland hergestellten Materialien zur Anfertigung von Waffenin anderen Gebieten viel weniger ausdrücklich. Es wäre daher zum Beispiel möglich an der Ruhr erzeugten Stahl zur Herstellung von leichten Waffen in Belgien zu verwenden. Ferner dürfte die Möglichkeit bestehen, größere Mengen von inDeutsch- land geförderter Kokskohle für die französische Rüstungsindustrie in Lothringen verfügbar zu machen. In verschiedenen Kreisen Washingtons ist man der Ansicht, die Franzosen würden eine solche Abmachung begrüßen“.
Das also ist des Pudels Kern! Deutsch lands „Waffenschmiede“, die von den westlichen Alliierten als die Keimzelle der beiden grauenhaften Weltkriege bezeichnet wurde und nach dem Morgenthau-Pian in Ackerland verwandelt werden -sollte, darf und soll auch weiterhin Waffenschmiede bleiben — allerdings für die politischen und militärischen Ziele der westlichen Demokratien und die kapitalisti schen Interessen der Schwerindustrie der Siegermächte. Daß Frankreichs Stahlmagnaten und Kohlenbarone eine solche Abmachung begrüßen würden, wußten wir aus der durch eine Indiskretion vor einiger Zeit bekanntgewordenen Fühlungnahme zwischen französischen und deutschen Vertretern der Schwerindustrie und aus den Sirenenklängen des Ex-Premiers Paul Rey- naud, des Vertrauensmannes der franzö sischen Schwerindustrie Es dreht sich ja bei dem schon monatelang währenden Ringen um Ruhrstatut, Trizone, Besatzungsstatut, Weststaat usw. im Grunde genommen nur darum, welche von den Schwerindu- strieen der westlichen Demokratien im Ruhrgebiet die Oberhand behält und „Seniorchef“ werden soll. Mit der billigen deutschen Arbeitskraft und den billig zu erhaltenden deutschen Rohstoffen — Kohle, Koks und Stahl — läßt sich ja ein glänzendes Rüstungsgeschäft machen. Außerdem ist es ja auch vorteilhafter, wenn im Ernstfall die Atombomben auf das Ruhr gebiet abgeworfen werden, anstatt auf Schneider-Le Crquzot in Frankreich , auf Armstrong-Elswick in England oder auf Bethlehem-Steel in USA . Deutschland hat ja so wenig Bedarf an Kohle und Stahl für seine eigene Wirtschaft und seinen Wiederaufbau, daß es gerne diese Grundstoffe für (Fortsetzung auf Seite 2)
Churchill braucht Polizeischutz
Eine nach Tausenden zählende Menge von Männern und Frauen hat Winston Churchill bei seiner Ankunft in New York mit dem Ruf: „Geh nach Hause, Churchill !“, „Wir wollen den Frieden!“, empfangen. Beamte des Geheimdienstes des „Weißen Hauses “ und eine große Anzahl von Polizisten wurden zum Schutz Churchills gestellt. Sein Auto wurde von motorisierten Polizisten begleitet.
Friedensvertrag, „eine tödliche Falle“
Dem konservativen Abgeordneten Harold Mc Millan erscheint, nach seiner Erklärung im britischen Unterhaus, ein sowjetisches Angebot, mit Deutschland einen Friedensvertrag abzuschließen, als eine „tödliche Falle“.
In der gleichen Sitzung äußerte Außenminister Bevin , die Luftbrückenaktion sei sehr billig. Die Luftbrücke koste in einem Jahr nur soviel wie ein Kriegstag.
Schwerer Zusammenstoß in Osaka
Wie aus Tokio berichtet wird, ist es in der japanischen Großstadt Osaka zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Teilnehmern einer Gewerkschaftskundgebung gekommen. Die Polizei hatte versucht, die Kundgebung gewaltsam zu sprengen.
Nadolny will gegen Euler klagen
Gegen den Vorsitzenden der FDP in Hessen , Martin Euler , will der frühere deut sche Botschafter in Moskau , Rudolf Nadolny Klage erheben. Martin Euler hatte behauptet, Nadolny empfange täglich Sonder- kurriere der SMV.
Keine Genehmigung für VVN-Ratstagung in Koblenz
Die französische Militärregierung hat die in Koblenz festgelegte Ratstagung der WN verboten. Mit der Ratstagung in Kob lenz sollte eine öffentliche Kundgebung verbunden sein, für die namhafte Sprecher aus allen Zonen Deutschlands vorgesehen waren.
Die französische Militärregierung hat keine Gründe für das Verbot der Veranstaltung der Verfolgten des Naziregimes angegeben.
Bisher konnte der Rat der WN seine Tagungen in allen Zonen ungehindert durchführen. In der französischen erfolgte nun dies Verbot. Die WN wird entschieden gegen die Maßnahme der französischen Militärregierung protestieren. Es ist zu erwarten, daß die FIAPP, die internationale Organisation der ehemaligen Gefangenen Hit ler -Deutschlands , der auch die WN angehört. die französische Regierung wegen dieses Verbotes interpellieren wird.