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BADISCHES

WOCHENBLATT DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI DEUTSCHLANDS / LANDESBEZIRK BADEN

Jahrgang 4 / Nr. 13 Mannheim , 31. März 1949 Preis 15 Pf*.

Wir wollen leien/

„Wenn in dem kommenden Kampf um die Weltmärkte schon jemand ster­ben muß, so sollen es die Deutschen sein.“

(Erklärung eines britischen Beamten «n einen Korrespondenten der »New York Herald Tribüne“)

Wir wollen aber leben als gleich­berechtigte Nation und teilhaben am friedlichen Wettbewerb. Deshalb der Vorschlag des Deutschen Volksrates, eine Zusammenkunft einzuberufen zur Besprechung unserer deutschen Lebens­fragen.

Der Atlantik -Pakt

Das Weltecho auf den Atlantik - Pakt war unmißverständlich. Er ist von allen begrüßt worden, die Churchills in Fulton und Zürich im Jahre 1946 proklamierten Atomfeldzug gegen die Sowjetunion als die letzte Rettung ihrer untergehenden Welt ansehen. Er ist leidenschaftlich abgelehnt worden von allen, die der Menschheit die Katastrophe eines Atomkrieges ersparen wollen. Der Atlantik -Pakt steht am Ende feiner Entwicklung die durch Truman-Dok- trin und Marshall-Plan eingeleitet wurde. Er ist der i-Punst über eine Politik, die bis­her den Völkern Europas von amtlichen und nichtamtlichen Handelsreisenden in ameri­ kanischen Waren als „Wiederaufbaupro­gramm“ angepriesen wurde, und die sich jetzt als nacktes Militärbündnis entpuppt.

Die Losungen des Erzimperialisten Chur­chill, des wütenden Feindes der Sowjet­ union , der nach dem ersten Weltkrieg sei­nen „Feldzug der 14 Nationen“ gegen die russische Revolution organiserte, haben bei der Schaffung dieses Paktes Pate gestan­den, Jedem, der Ohren hat zu hören, konnte die Begleitmusik der Non-stop- Flüge amerikanischer Riesenbomber, der Landung des ersten Atom-Geschwaders auf einem der amerikanischen Luftstützpunkte in Großbritannien , der Rede Forrestals über die biologische Kriegführung nicht verborgen bleiben. Und wenn es der Ton ist, der die Musik macht, so haben die Völ­ker Europas ' diesen Ton und- diese Mu­sik noch nicht vergessen.

Mit dem Atlantik -Pakt wird der Ver­such unternommen, der Organisation der Vereinten Nationen und allem, was sie für die Menschheit an Hoffnungen verkörperte, den Todesstoß zu versetzen. Der Kampf um die Erhaltung des Friedens und der Ver­ einten Nationen fällt deshalb zusammen mit dem Kampf gegen den Atlantik -Pakt. Die Unterzeichnermächte geben den Pakt als eines der in der Charta der Vereinten Nationen vorgesehenen „regionalen Abkom­men“ aus. Aber welche „regionale“ Ver­wandtschaft besteht zwischen den USA und solchen Paktunterzeichnern oder noch ein­zubeziehenden Mitgliedern wie Belgien , Ita­ lien und der Türkei ?

Im Artikel 53 der Charta der Vereinten Nationen wird bestimmt, daß in regionalen Abkommen keine Schritte ohne Autorisie- rung des Sicherheitsrates ergriffen- werden sollen, mit Ausnahme von Maßnahmen ge­gen ehemalige Feindstaaten, wie sie zum Beispiel im anglo-sowjetischen und im anglo-französischen Vertrag vorgesehen sind. Aber weder der Text des Atlantik - Paktes noch die Aeußerungen des amerika­ nischen Außenministers lassen den gering­sten Zweifel darüber aufkommen, daß die Unterzeichnermächte sich in ihren Ent­scheidungen nicht durch den Sicherheitsrat gebunden fühlen.

Die Antwort der itälienischen und fran­ zösischen Arbeiter hat gezeigt, daß es schwer sein wird, die Wachsamkeit fried­liebender Menschen einzuschläfern. Aber selbst die Freunde der amerikanischen Po­litik in Europa sind nicht imstande, ihre Besorgnis zu verhehlen.

„ . . .. viele anständige Menschen, .... konnten sich in gutem Glauben fragen, ob es sich nicht um eine Art von Pro­vokation handelte und ob versucht wurde sie in ein Abenteuer zu stürzen“, schrieb die halboffizielle Pariser Zeitung „Le Monde “ am 17. März 1949.

„Je mehr aber die Länder an der sowje­ tischen Grenze liegen, desto mehr macht sich eine gewisse Besorgnis beferkbar“, ließ sich die „Welt am Sonntag“ am 20. März 1949 berichten.

Am stärksten ist die Besorgnis in West­deutschland, das auf Grund der Entschei­dung der westlichen Besatzungsmächte in den Atlantik -Pakte einbezogen werden soll, ohne daß das deutsche Volk Gelegenheit ge­habt hätte, sich dazu auch nur zu äußern. Professor Geiler, Heidelberg , der frühere hessische .Ministerpräsident, hat für alle Deutschen gesprochen, die sich einen Sinn für die Wirklichkeit bewahrt haben, als er sagte, wir könnten uns nicht den Luxus er­lauben, diesem Pakt beizutreten.

Nur Wahnsinnige und unverbesserliche Abenteurer könnten inmitten unserer Trümmer und angesichts von Millionen trauernder Witwen und Waisen bereits ver­gessen haben, was der anti-sowjetische Raubzug des größten Feldherm aller Zei­ten das deutsche Volk gekostet hat. Kein Volk ist durch den Atlantik -Pakt mehr be­droht als das deutsche , denn der Krieg würde mitten in Deutschland beginnen. Im Rahmen des Atlantik -Pakts ist für West­deutschland nur die Rolle einer Aufmarsch- und einer Rüstungsbasis anerkannt. Wer das nicht glaubt, der lese was das FDP - Biatt „Westdeutsche Rundschau“ am 19. März 1949 schreibt:

„Man scheint dabei jedoch davon ab­gekommen zu sein, das Ruhrgebiet zur Rüstungswerkstätte der Atlantik -Pakt- Mächte zu machen und mehr die Absicht zu haben, daß das Ruhrgebiet die Zubrin­geraufgabe für die eigene Rüstungsindu­strie der einzelnen Länder erhält.“

Mit dieser Deutlichkeit ist die den Deut- -chen in den Westzonen zugedachte Auf­gabe selten dargelegt worden. „Zubringer“ für die Rüstungsindustrie der europäischen Atlantik -Pakt-Staaten — das ist die Zu­kunft, die der westdeutschen Wirtschaft zugedaeht ist. Die letzten Wochen haben gezeigt, daß die Zahl derer wächst, die sich die deutsche Zukunft anders vorstellen.

Das deutsche Volk darf nicht für fremde Tnteres-sen in den Krieg getrieben werden. Jeder Deutsche, dem der Frieden und die

Die Menschheit braucht Frieden!

Delegierte aus aller Welt auf der Weltfriedenskonferenz der Geistesschaffenden in New York Organisiert die Friedensfront gegen die Kriegshetzer!

Die Weltfriedenskonferenz der Geistes­schaffenden, die vom amerikanischen Na­tionalrat für Kunst, Wissenschaft und gei­stige Berufe einberufen worden war, nai mehr als 2000 Delegierte aus aller Welt ver­einigt. Der britische Philosoph Dr. Olaf Stapledon führte in seiner Eröffnungs­ansprache aus, daß das britische Volk in einem dritten Weltkrieg nicht gegen dio Sowjetunion kämpfen werde. Die Teilneh­mer hätten sich zu der Konferenz zusam­mengefunden, um die einfache, uralte Frage zu erörtern, wie die Menschen in Frieden leben könnten. Nach polnischen und jugoslawischen Rednern sprach der so­wjetische Komponist Schostakowitsch , der von den Anwesenden lebhaft gefeiert wurde: „Ich bin überzeugt, daß diese Kon­ferenz unserer gemeinsamen Sache Nutzen und Segen bringen wird.“ Henry Wallace , der Vorsitzende der amerikanischen Fort­schrittspartei, sagte: „Ich persönlich glaube, daß eine kommunistische und kapitalisti­sche Welt nebeneinander in Frieden leben können. Ich werde jedoch nicht glücklich

sein, so lange die beiden Systeme nicht im friedlichen Geist der Zusamenarbeit ein­ander finden, gerade so, wie zwei Gruppen von Wissenschaftlern Zusammenarbeiten — oder sogar wetteifern —, wenn sie die Lö­sung eines Problems suchen.

Die Dichter George B. Shaw und Tho­ mas Mann , der indische Ministerpräsident Pandit Nehru , der Protektor des bevorste­henden Weltfriedenskongresses in Paris , Boyd, der französische Atomwissenschaft­ler Joliot Curie , der Bischof von Birming­ ham , der berühmte mexikanische Maler Diego Rivera , der Dichter Arnold Zweig und viele andere bekannte Geistesschaf­fende begrüßten in telegraphischen Erklä­rungen den Kongreß.

Thomas Mann gegen Acheson

Auf der Schlußsitzung des Kongresses in Madison Square Garden , unter Beteili­gung von etwa 20 000 Personen, wurde eine Botschaft des deutschen Dichters Thomas Mann verlesen, in der es heißt, der ameri­ kanische

Außenminister Dean Acheson habe viel getan, die gerade von ihm so gerühmten Ideale in Mißkredit zu bringen.

Der Kongreß bekannte sich zur Unter­stützung der Vereinten Nationen , zur Zu­sammenarbeit mit allen anderen Friedens­bewegungen der Welt und will das auf der Konferenz begonnene Werk fortsetzen. Er richtete an alle Künstler und Wissenschaft­ler der freien Berufe in aller Welt die Auf­forderung, die Freiheit der Meinungs­äußerung zu verteidigen.

Schwierigkeiten für die Teilnehmer

Die Delegierten wurden bei ihrer An­kunft in den USA außergewöhnlich langen Verhören durch die Einwanderungsbehör­den unterzogen, die mitunter zwei bis drei Stunden dauerten. Einer Gruppe Intellek­tueller in Philadelphia wurde die Be­nutzung des Rathauses für eine Friedens­kundgebung abgelehnt, auf der der sowjeti­sche Komponist Schostakowitsch ein Kla­vierkonzert geben sollte. Vielen Delegierten aus Westeuropa war die Einreise in die USA verweigert worden.

Herausreißen deutschen Landes im Westen

Im Zuge der Verwirklichung der Londoner Empfehlungen wird Westdeutschland mehr und mehr zerrissen.

An insgesamt 31 Stellen der deutschen Westgrenze gegenüber den Niederlanden , Belgien , Luxemburg , dem Saarland und Frankreich werden Aenderungen an der deutschen Westgrenze durchgeführt. Sie stützen sich auf ein Kommunique der west­lichen Militärregierungen. In diesem ist von „Korrekturen“ die Rede.

Die Landesregierung von Nordrhein- Westfalen bezeichnet die Grenzänderungen als „Annexionen politischer und wirtschaft­licher Art“, die einseitig befohlen wurden und das Selbstbestimmungsrecht der deut­ schen Bevölkerung verletzt haben,

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Die Gebietsabtrennungen im Westen können dadurch, daß sie mit der Bezeich­nung belegt werden „Verwaltungstechnische Grenzkorrekturen“ nicht bagatellisiert wer­den. Es handelt sich um eine reine An­nexion, die in keinem internationalen rechts­gültigen Abkommen eine Grundlage hat.

Die westlichen Nachbarn Deutschlands verfolgen mit der Losreißung deutscher Ge­biete sehr reale materiellen Interessen. Es geht ihnen vor allem darum, der Kohlen­

vorräte und Vorkommen in den umstrit­tenen Gebieten habhaft zu werden.

Nach Angaben des Bentheimer Grenz­landausschusses, handelt es sich allein im Südteil des Selflandgebietes um Kohlenvor­kommen von über 100 Millionen Tonnen.

Je weiter sich die westlichen Alliierten vom Potsdamer Abkommen entfernen, um so deutlicher wird der Geist sichtbar, der nach dem ersten Weltkrieg im Versailler Diktat seinen Ausdruck gefunden hat.

Milliardenschiebung

„Grenzberichtigung“ im Westen:

Spekulationsfeld der Industriellen

Daß man wieder dabei ist, unter dem Stichwort der „kleinen Grenzberichtigung“ Teile aus Deutschland .£» Westen herauszu­reißen und zu annektieren, hat unsere großen Industriellen, Spekulanten und Schieber auf den Plan gerufen. So wird aus den pfälzischen Grenzgemeinden Waldmoor und Kübelberg berichtet, daß in den letzten Monaten Maschinenteile, Motoren, Kugel­lager im Werte von mehr als 1 Milliarde D- Mark eingelagert worden sind. Die Speku­

lation ist dabei: wenn die Grenzverände­rung kommt, hat man diese Riesenmenge von Waren unverzollt ins Saargebiet ge­bracht. Jetzt soll durch das Landesflnanzamt Pfalz eine Anordnung erlassen worden sein, daß diese Waren unter Zollaufsicht gestellt werden.

Das Unglück Deutschlands kann gar- nicht groß gerfug sein, um nicht doch unseren „bewährten“ Industriellen die Grundlage abzugeben, eine Ausplünderung und Berei­cherung größten Stiles auf Kosten des Volkes vorzunehmen. Man stelle sich vor: innerhalb weniger Monate wird nur cm dieser ein­zigen winzigen Stelle, für eine Milliarde D- Mark Waren verschoben. Um wieviel Milli­arden Werte handelt es sich aber insgesamt entlang der deutschen Westgrenze? Denn nicht nur am Saargebiet, sondern überall sind Annexionen geplant und zum Teil auch durchgeführt worden. Der schwarze Ex­port scheint angesichts der Milliardenziffer den legalen deutschen Export durch den Flaschenhals JEIA bei weitem zu übertref­fen. Unsere jammernden Großindustriellen wissen sich in jedem Fall zu helfen.

Die Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion kehren heim

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Laufendes Eintreffen der Transporte in Frankfurt a. d. Oder. — Bis Ende April das Eintreffen von 50 000 gemeldet.

Guter Gesundheitszustand der Heimkehrer.

Allein vom Freitag bis Samstag mittag trafen im Brandenburgischen Heimkehrer­lager Gronenfelde bei Frankfurt a. d. Oder 5074 ehemalige deutsche Kriegsgefangene aus der Sowjetunion ein. Inzwischen sind weitere Transporte angekommen. Der Auf­enthalt im Durchgangslager erstreckt sich auf ein Mindestmaß an Zeit. Bereits sind Transporte im Lager Ulm in Württemberg- Baden eingetroffen.

Für die Zeit bis Ende April wird die Zahl der zurüdtkehrenden Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion mit 50 000 beziffert.

Die Moskauer Regierung hat Wort ge­halten. Auf die internationale Hetze hatte sie damals geantwortet, daß verkehrstech­nische und klimatisch bedingte Schwierig­keiten Rücktransporte in den Monaten Dezember und Januar verhinderten.

Die eintreffenden Kriegsgefangenen kom­men aus den russischen Gebieten Odessa . Moskau . Ihr Gesundheitszustand wird im allgemeinen als äußerst befriedigend be­funden. Es ist dabei zu erinnern, daß in den vergangenen Jahren die Sowjetunion nur erkrankte Kriegsgefangene zur Entlassung brachte, nunmehr aber die Rückführung aller Kriegsgefangenen in Gang gekommen ist. Die Heimkehrer unterstreichen ihr gutes Einvernehmen mit der russischen Zivilbe­völkerung.

Sie müssen immer plumper lügen Josef Reimann antwortet.

Die Lügenmaschine des „Telegraf “ ver­suchte eine neue Ente zu fabrizieren und in den Dienst ihrer Hetze gegen die Sowjet­ union und die Kommunisten Westdeutsch­ lands zu stellen. Sie streute die plumpe und freche Lüge aus, daß der Sohn von Max Reimann , der jetzt mit einem Kriegsgefan­genentransport aus der Sowjetunion heim­kehrte, angeblich „durch seine Erlebnisse als deutscher Kriegsgefangener in der UdSSR gründlich von allen kommunistischen Ideen kuriert sei und nicht in sein Eltern­haus zurückkehre“.

Diese Lüge hatte sehr kurze Beine. Josef Reimann, der mit einem der letzen Heifn- kehrertransporte über Gronenfeld in/ Bqrlin eintraf, erklärte, die feste Absich^ zu haben,

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nationale Existenz Deutschlands ajp Her­zen hegt, der unser Land rticfy m eine Wüste verwandelt sehen will, Imuß km das Recht auf Selbstbestimmung, Sun) die na­tionale Einheit und Unablmnmgkeit kämp­fen. Denn nur in diesem/Kampfe Werden wir uns auch den Friede« erobe/n. 1 }

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in Zukunft mit seinem Vater für ein einiges demokratisches Deutschland zu kämpfen.

Josef Reimann, der heute 23 Jahre alt ist, geriet 1945 in russische Kriegsgefangen­schaft und kam über das Lager Obereifel/ Tilsit nach Nowgorod inß Kriegsgefangenen­lager und arbeitete dort in einer Ziegelei. Von Beruf ist er Bergmann wie sein Vater. Er will auch heute wieder als Bergmann arbeiten, aber er will, daß die Kohlen für Deutschland verwendet werden und der Kumpel nicht für ausländische oder inlän­dische Blutsauger schuftet. Er erzählte, daß er in der Sowjetunion als Kriegsgefangener im Grunde nicht schlechter gelebt habe als die Bevölkerung, die noch immer unter den Nachwirkungen des Krieges und der unvor­stellbaren Zerstörung des Landes durch den deutschen Fachismus zu leiden habe.

Chinesische Delegation zur Pariser Welt-Friedenskonferenz

Eine chinesische Delegation wird an dem im April stattfindenden Welt-Friedenskon­greß in Paris teilnehmen. An der Spitze der in Peiping gewählten Delegation steht der berühmte chinesische Gelehrte Kuo Mo Jo , der nach seiner Ausweisung aus Kuo­mintang-China sich in Peiping nieder­gelassen hat.

Zweitausend Delegierte für Friedenskongreß

Zum Pariser Welt-Friedenskongreß ha­ben bereits über 2000 Delegierte aus aller Welt ihre Teilnahme zugesagt

Demokratische Volksarmee vor Hankau

Wie aus Nanking berichtet wird, drangen Einheiten der demokratischen Volksarmee bis auf 50 km an Hankau heran. Die um Hankau stationierten Kuomintangtruppen haben sich auf das südliche Ufer des Jangtseflusses zurückgezogen. Auf dem Nordufer ist lediglich einer der Brücken­köpfe verblieben.

Kommunisten alleinige Gewinner

Trotz Terror Zunahme der Kommunistischen Partei-an der Saar

Als einzige Partei hat bei den Saarlän­dischen Gemeindewahlen am 27. März 1949 die Kommunistische Partei ihre Stimmen­zahl auf 37 936 bei den Landtagswahlen 1947 (8,4 Prozent) auf 39 672 (8,6 Prozent) erhöhen können. Alle anderen Parteien erlitten Verluste, die freien Listen zugute kamen. In Saarbrücken konnte die Kommunistische Partei ihre Stimmenzahl auf 4 202, bei den Landtagswahlen auf 6 854 erhöhen. Ihr Stimmenanteil ist damit von 8,4 Prozent auf 13,4 Prozent angestiegen.

Das Wahlergebnis ist besonders deshalb bemerkenswert, weil die Kommunistische Partei während des Wahlkampfes durch wiederholtes Zeitungsverbot, durch Vorent­haltung einer allen anderen Parteien ge­währten Benzinzuteilung und durch sonstige Terrormaßnahmen benachteiligt wurde, während die anderen Parteien einen kon­zentrierten antikommunistischen Wahlfeld­zug führten. Die Stimmenzunahme fällt noch mehr ins Gewicht, wenn man berück­sichtigt, daß die Kommunistische Partei bei den Landtagswahlen eine Landc-sliste aufgestellt hatte, während sie bei den Ge­meindewahlen infolge des klerikalen Druk- kes nur in 111 von 340 Gemeinden eigene Listen aufstellen konnte. Hinzu kommt, daß auf vielen „freien Listen“, die 17 720 Stimmen auf sich vereinigten, Kommu­nisten kandidierten.

Des Pudels Kern

Ruhrstahl für Rüstung

Der gewichtigste Grund, mit dem man dem deutschen Volk und vor allem dem Kumpel und Stahlarbeiter im Kohlenpott das Ruhrstatut schmackhaft machen will, ist bekanntlich die Behauptung, durch die Abtrennung des Ruhrgebiets vom deutschen Wirtschaftskörper und durch die alliierte Kontrolle solle verhindert werden, daß das Ruhrgebiet jemals wieder für Rüstungs­zwecke mißbraucht werden könne. Der deutsche Arbeiter hat selbstverständlich angenommen, daß mit dieser vorbeugenden Maßnahme nicht nur deutschen „Aggres­soren“ das Handwerk gelegt werden soll und daß die Bodenschätze und Arbeitskräfte des Ruhrgebiets in Zukunft nur noch friedlichen Produktionszwecken dienen sollen. Das ist leider ein grausamer Irrtum. Ein Artikel „Europas Sicherheit und Deutsch­ land “ in der von der amerikanischen Mili­tärregierung herausgegebenen „Neuen Zei­tung“ untersucht die Frage, wie trotz des ausdrücklichen Verbots der Herstellung von Waffen oder Kriegsmaterial in Deutschland das Ruhrgebiet doch für die Aufrüstung im' Rahmen des Atlantik -Paktes ausgenutzt werden könne. Der Verfasser, es ist der USA -Korrespondent Vincent Wilber der „Neuen Zeitung“, zeigt den Weg, wie man das Verbot umgehen könnte. Er schreibt: „Die betreffenden Verordnun­gen sind hinsichtlich einer Ver­wertung von in Deutschland her­gestellten Materialien zur An­fertigung von Waffenin anderen Gebieten viel weniger ausdrück­lich. Es wäre daher zum Beispiel möglich an der Ruhr erzeugten Stahl zur Herstellung von leich­ten Waffen in Belgien zu ver­wenden. Ferner dürfte die Möglichkeit bestehen, größere Mengen von inDeutsch- land geförderter Kokskohle für die französische Rüstungsindu­strie in Lothringen verfügbar zu machen. In verschiedenen Kreisen Washing­tons ist man der Ansicht, die Franzo­sen würden eine solche Ab­machung begrüßen“.

Das also ist des Pudels Kern! Deutsch­ lands „Waffenschmiede“, die von den west­lichen Alliierten als die Keimzelle der bei­den grauenhaften Weltkriege bezeichnet wurde und nach dem Morgenthau-Pian in Ackerland verwandelt werden -sollte, darf und soll auch weiterhin Waffen­schmiede bleiben — allerdings für die politischen und militärischen Ziele der westlichen Demokratien und die kapitalisti­ schen Interessen der Schwerindustrie der Siegermächte. Daß Frankreichs Stahlmag­naten und Kohlenbarone eine solche Ab­machung begrüßen würden, wußten wir aus der durch eine Indiskretion vor einiger Zeit bekanntgewordenen Fühlungnahme zwischen französischen und deutschen Ver­tretern der Schwerindustrie und aus den Sirenenklängen des Ex-Premiers Paul Rey- naud, des Vertrauensmannes der franzö­ sischen Schwerindustrie Es dreht sich ja bei dem schon monatelang währenden Rin­gen um Ruhrstatut, Trizone, Besatzungs­statut, Weststaat usw. im Grunde genommen nur darum, welche von den Schwerindu- strieen der westlichen Demokratien im Ruhrgebiet die Oberhand behält und „Seniorchef“ werden soll. Mit der billigen deutschen Arbeitskraft und den billig zu erhaltenden deutschen Rohstoffen — Kohle, Koks und Stahl — läßt sich ja ein glänzen­des Rüstungsgeschäft machen. Außerdem ist es ja auch vorteilhafter, wenn im Ernstfall die Atombomben auf das Ruhr­ gebiet abgeworfen werden, anstatt auf Schneider-Le Crquzot in Frankreich , auf Armstrong-Elswick in England oder auf Bethlehem-Steel in USA . Deutschland hat ja so wenig Bedarf an Kohle und Stahl für seine eigene Wirtschaft und seinen Wieder­aufbau, daß es gerne diese Grundstoffe für (Fortsetzung auf Seite 2)

Churchill braucht Polizeischutz

Eine nach Tausenden zählende Menge von Männern und Frauen hat Winston Churchill bei seiner Ankunft in New York mit dem Ruf: „Geh nach Hause, Churchill !“, „Wir wollen den Frieden!“, empfangen. Beamte des Geheimdienstes des „Weißen Hauses “ und eine große Anzahl von Poli­zisten wurden zum Schutz Churchills ge­stellt. Sein Auto wurde von motorisierten Polizisten begleitet.

Friedensvertrag, „eine tödliche Falle“

Dem konservativen Abgeordneten Harold Mc Millan erscheint, nach seiner Erklärung im britischen Unterhaus, ein sowjetisches Angebot, mit Deutschland einen Friedens­vertrag abzuschließen, als eine „tödliche Falle“.

In der gleichen Sitzung äußerte Außen­minister Bevin , die Luftbrückenaktion sei sehr billig. Die Luftbrücke koste in einem Jahr nur soviel wie ein Kriegstag.

Schwerer Zusammenstoß in Osaka

Wie aus Tokio berichtet wird, ist es in der japanischen Großstadt Osaka zu schwe­ren Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Teilnehmern einer Gewerkschafts­kundgebung gekommen. Die Polizei hatte versucht, die Kundgebung gewaltsam zu sprengen.

Nadolny will gegen Euler klagen

Gegen den Vorsitzenden der FDP in Hessen , Martin Euler , will der frühere deut­ sche Botschafter in Moskau , Rudolf Nadolny Klage erheben. Martin Euler hatte behaup­tet, Nadolny empfange täglich Sonder- kurriere der SMV.

Keine Genehmigung für VVN-Ratstagung in Koblenz

Die französische Militärregierung hat die in Koblenz festgelegte Ratstagung der WN verboten. Mit der Ratstagung in Kob­ lenz sollte eine öffentliche Kundgebung verbunden sein, für die namhafte Sprecher aus allen Zonen Deutschlands vorgesehen waren.

Die französische Militärregierung hat keine Gründe für das Verbot der Veranstal­tung der Verfolgten des Naziregimes ange­geben.

Bisher konnte der Rat der WN seine Tagungen in allen Zonen ungehindert durchführen. In der französischen erfolgte nun dies Verbot. Die WN wird entschieden gegen die Maßnahme der französischen Mili­tärregierung protestieren. Es ist zu erwar­ten, daß die FIAPP, die internationale Or­ganisation der ehemaligen Gefangenen Hit­ ler -Deutschlands , der auch die WN ange­hört. die französische Regierung wegen die­ses Verbotes interpellieren wird.