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Brachland unter dem Vierscharpflug

Eine Erzählung aus einer MAS ln der Deutschen Demokratischen Republik

wenn man nicht zwingt, was man sich vor­nimmt. Im nächsten Jahr wird der erste Hafer hier grünen. Her ausgeruhte Humus-

Tn _. _ . , v boden wird, wenn er etwas Stickstoff be-

laaon ,’^! urcfld ringhc±ien Schwaden sten Schnecken und den dicken Engerlin- kommt, einö gute^Ernte bringen. Wir wer- »v* v» -----, - -

„mcrfJrv? 18 en i »T Stfrühn€bel im gen. Schlau stolzierte der große Kohlrabe den den letzten örachlandstreifen umbre- Alexander Herzen , einer der bedeutendsten er 1854 die „Freie russische Druckerei“ grün- Ajucn, umscnncnen cias Moor und klam- gemessenen Schrittes üh«»* vH« hrannon ohon «Tar,i^ ruecicni^n voTTAintinnöron numnkrfltpn dp« dptp und Hip revolutionären Zeitschriften

Ein Wegbereiter für den Sozialismus

Zur 80. Wiederkehr des Todestages von "Alexander Herzen Vor 80 Jahren, Ende Januar 1870, starb sich ausbreitende f.eaktion nach London , wo

mertpn «ich j. - --—“— **'-• über die braunen dien, werden ihn kultivieren, damit das russischen revolutionären Demokraten des dete und die revolutionären Zeitschriften

trioon zartblat- Schollen und äugte nach dem stinkenden Stück Brot gttißer wird für uns alle.“ vorigen Jahrhundert, die von der revolutio- „Polarnaja Swesda“ (Polarstem) und „Ko-

den Hohl nnr X ei_ Un 8, etum . da s einen so gewaltigen Krach Auf der Station erwarteten ihn der tech- nären sozialistischen Bewegung nicht zu lokol“ (Die Glocke) herausgab. Sie setzten

SSÄÄrÄi CTC _ __ _ nischJ KÄ e Ä n te r«J| r 2. trennend. Er wurde am 6. April 1812 als die Traditionen der Dekabristen -der Re-

hielten die Weiden ‘ ' --

Hohl, nur auß^e Rinde mit dem dün- machte. _

Mit d S n . f SIS kam ® e 8 en Mittag der KameradenT^^^oiT anderen^'oeTlandstrei- Sohn eines liberal gesinnten russischen Ad- volutionäre . des Dezemberaufstandes von

Beim dtetaniSS « “”“2 Werkstattleiter, brachte Petroleum und das fe^r ihren Traktoren’“ sdionlängst »gen in Moskau geboren In die Zeit seiner 1825 - fort, brandmarkten die zaristische

SLn tanzende, flimmernde Nebelbrut Essen mit der Milch. Doch Freds Pause heimeTkommen waren friihen geistigen Entwicklung fiel der De - Unterdrückung und kämpften heiß und lei-

gefangen. Ihre gnomhaft struppigen Köpfe dauerte nicht lange. Gar bald hatten er „ g , waren - ..7_ 7._* H ßr RmiPm

grüßten wie Trolle in den frühen Morgen und sein Traktor sich den Bauch vollge- ” Ha ® t du es 8 eschafft . Fred?“ fragte ihn

n i nm n Tiaa ««.n m «.i. _i _ i_ _ t_ i i . . _. _ o nai* PKat

„Klar, was denn sonst“, gab er etwas verärgert über die ihm überflüssig erschei­nende Frage zur Antwort.

.Dann hast du heute einen Stations-

zemberaufstand von 1825 und die ihm fol- denschaftlich für die Befreiung der Bauern gende noch schärfere Unterdrückung jeder und die revolutionäre Umgestaltung Ruß- fprtschrittlichen Geistesregung, Das machte lands.

Herzen zum bewußten Revolutionär. 1834, Zu den Besonderheiten der klassischen noch während seiner Studienzeit, geriet er russischen Philospphen gehört es. daß sie in zum erstenmal in die Fänge der zaristischen ihren Erkenntnissen zwar viel weiter gin-

Geheimpolizei und in die Verbannung. Als ihm 1840 die Rückkehr nach Moskau gestat­tet wurde, fand er sich sofort wieder zu ei­nem revolutionären geistigen Kreis, zu dem u. a. auch Belinskij gehörte.

1847 verließ Herzen Rußland, wo er zwei­

gen, als s. B. die Vertreter der klassischen deutschen Philosophie, daß sie nahe heran­kamen an den dialektischen Materialismus, aber sich doch nicht zu ihm erheben konn­ten. Sie blieben utopische Sozialisten. Aber sie unterschieden sich da'durch weitgehend von den anderen, besonders den westeuro-

Die sozialistische Kultur ist überlegen

hinein. Das war die Zeit, wo sie sich wohl- schlagen und voller Tatendrang ratterten fühlten, wo sie sich sättigten an Wasser Pferd und Reiter wieder über die weite und Tau von unten und oben. Fläche.

Von der nahen Maschinen-Ausleihstation Die Sonne war längst hinter dem fer- erklangen die ersten Schritte der Trak- »en Wald verschwunden, als Fred seine

toristen, schallten die ersten Hammer- letzte Runde drehte. In ihm pulsierte das rekord aufgestellt. Ich gratuliere dir!“

schlage auf den hell klingenden Amboß heiße Blut der Jugend. Durch Anstren- Als der Chef dann noch weitere Ausfüh-

hemieder. gung, Arbeitsfreude und innerer Selbstzu- rungen machen wollte, unterbrach ihn Fred.

„Mußt noch warten, Fred“, vernahm man friedenheit über das Geleistete des Tages, „Gratuliert nicht mir, gratuliert dem da“,

aus der silhou^ttenhaft daliegenden Sta- verspürte er nicht die heranbrechende sagte er. Dabei zeigte er auf seinen eiser-

tion, „wirst auf deinem Traktor den Weg Abendkühle. Vom Sitz seines eisernen nen Freund, den Traktor aus der Sowjet- ucawluuä

nicht finden in das Moor.“ Freundes aus überschaute er nochmals die unlon, der im vorigen Frühjahr viele tau- mal verbannt worden war, und kam über , n „t OD i SC hen Sozialisten däß sie nicht

„Ich werde wie der Deubel selbst fahren stattliche Fläche, die er heute geschafft send Kilometer hierher verfrachtet worden Deutschland und Italien 1848 in das revolu- ? — • p ... - 1 «—•-«-

und den Nebel auseinanderjagen“, hörte hatte, spuckte dann kräftig aus und sagte war, um dem deutschen Menschen sein tionär brodelnde Paris . Nach dem blutig nie-

man, jugendhaft lachend, die Antwort. vor sich hin: „Müßte doch gelacht sein, Brot sichern zu helfen. H. E. Siegrist dergeworfenen Juniaufstand trieb ihn die „Wirst mit der Maschine in den Graben fahren und dir Hals und Knochen brechen“, erscholl wieder die Stimme einer der Un­sichtbaren von der Station.

„Den Gefallen tu“ ich weder dir, noch

dem Nebel. Ich hab’ mir in den Kopf ge- . . „ , . . . rw

setzt, das letzte Stück da hinten an der Angesitch des heutigen Kampfes der bei- jeder Barbarei und Bestialität, zu jedem den, Demokratie und Sozialismus, der Kampf chen noch starker .ervortreten. uer /.usam-

Wegscheide heute zu umbrechen. Sieh mal, den Lager, des Lagers der Demokratie und Verbrechen bereit ist, uni die untergehende gegen Krieg und Imperialismus gleichzeitig Timfip

wie mein alter Freund, der wackere Rau- des Sozialismus und des Lagers der imperia- kapitalistische Sklaverei zu erhalten“. auch der Kampf der beiden Kulturen — der *

penschlepper, darauf wartet, hinaus zu listischen Ausplünderung, kommt der Lehre Die moderne Entwicklung beweist, wie demokratischen und sozialistischen Kultur kommen.“ _ Lenins von den beiden Kulturen eine beson- recht Lenin hatte. Vor keiner Barbarei und einerseits und der sterbenden bürgerlichen

Fred, der junge Traktorist, einer der er- ders große Bedeutung zu. Lenin widerlegte Bestialität schreckt der Imperialismus zu- Kultur andererseits. Dieser Kampf wird folgreichsten der Station, erklomm darauf die bürgerlich-nationalistische Theorie von rück, um seine Existenz weiter zu sichern, aber auch innerhalb der kapitalistischen - ,

den Sitz seines eisernen, starkpferdigen der einheitlichen Kultur in den kapitalisti- Noch ist der Donner des zweiten Weltkrieges Länder ausgetragen. Was hat z. B. die Kul- sie jahrelang in der gleichen Stadt, in J-,on Freundes. sehen Staaten und lehrte, daß es in einer in nicht verhallt, und schon haben die imperia- tur eines Romain Rolland und Louis Aragon , don, lebten.

„Schmeiß den Hengst an“, rief er in den Klassen gespaltenen Gesellschaft keine ein- deren Krieges begonnen und drohen allen die die besten Traditionen der französischen Dennoch ist Herzen zeitlebens konsequen- frühen Morgen hinein. heitliche Kultur gibt und auch nicht geben listischen Machthaber der USA und Englands National- und Weltkultur pflegten, mit der f® r Demokrat und Revolutionär geblieben.

Ein lautes Knattern zerbrach die Stille, kann. Er schrieb im Jahre 1913: „Es gibt in mit der Vorbereitung eines noch verheeren- verächtlichen, durch und durch korrupten Ein Jahr vor seinem Tode, als er mit Ba- Aufbäumend und vibrierend, schluckte der jeder modernen Nation zwei Nationen . . . freien Völkern mit dem Verlust der natio- ,.Kultur“ eines Sartre und anderer Handian- kunin und dessen anarchistischen Ideen ge- Hotor seinen ersten beißenden Trank und Es gibt in jeder nationalen Kultur zwei na- nalen Unabhängigkeit und der Vernichtung ger des Imperialismus gemein? Welche Be- brochen hatte, „wandte er seine Blicke nicht knallte freudig aus dem Ausnuff wie zum tinn»ie rrnit,,«« « ihrer nat ilen Kulturen. Ziehungen haben die amerikanischen Schrift- dem Liberalismus ^ s^

Aber die Gefahr, die der Kultur von sei- steiler Howard Fast und Albert Maltz zu der " T

ten des Imperialismus droht, besteht, nicht großen Zahl der amerikanischen „Auch- nur darin, daß der Kapitalismus nicht ohne Schriftsteller“, die den kapitalistischen Kriege bestehen kann. In den Wirtschaft- Markt mit pornographischen Büchern und

liehen, politischen und sonstigen Verhält- Gangsterromanen übersc’ wemmen? Die eine

er heute geschafft send Kilometer hierher verfrachtet worden Deutschland und Italien 1848 in das revolu- den Illusionen verfielen, der Sozialismus

könne auf dem Weg über Reformen, ohne Umsturz, ohne Revolution „kommen“ Für Herzen, wie für Belinskij, Tschemischewskij u. a. war die Revolution der einzige Weg zum gesellschaftlichen Fortschritt.

Der Zusammenbruch der Revolution von 1848 ließ Herzens Begrenzungen und Schwä-

Zusammenbruch der bürgerlichen Illusio­nen Im Sozialismus“ (Lenin ). Diese Schwä­chen und das Beharren darin verhinderten auch, daß es zu einer Zusammenarbeit zwi­schen Marx-Engels und Herzen kam, obwohl

knallte freudig aus dem Auspuff wie zum tionale Kulturen.

Dank die Gase. Fred gab Vollgas und ließ .

den Motor auf Leerlauf arbeiten. Dumpf Die eine Kultur ist die, dip unter dem und grollend stöhnten die Kolben Im Zy- Druck des Kapitals von der Arbeiterklasse, linder, es schien, als ob sie den Block und ihren Ideologen und Vertretern geschaffen das ganze Gehäuse des Motors sprengen wird. Die andere ist die Kultur der aus- wollten. beuterklasse. Die erste existiert in der Ele-

„Sachte, alter Junge, wirst heute noch mentarform einer neuen Kultur, da die herr- genug Gelegenheit haben, zu brummen", sehenden Klassen ihr alle Möglichkeiten zur sagte Fred und' streichelte den Gashebel Weiterentwicklung versperren. Die zweite

tionale, jener Internationale, die von Marx geführt wurde — „jener Internationale, die begann, die Heere zu sammeln, die Heere des Proletariats“ (Lenin ).

Immer wieder hob Herzen in seinen

nissen des Imperialismus liegt die Ursache Kultur ist Leben und Fortschritt, die andere Schriften, die ihrn einen europäischen Ruf

für die Entartung der Kultur. Eine beson­ders unrühmliche Rolle in der Beschleuni-

mit seinem Fuß. „Ich fahre“, rief er seinem Kultur ist die herrschende, denn. sie dient gu J! g GPpfP!i 4 y e - r l? 11 I ? die ^rnerikani-

Chef zu. „Bring mir mein Mittagessen mit, den Interessen der bürgerlichen Klassen un€' * n v^ lr n* Menschen-

wenn du nachher raus kommst.“

Fauchend setzte sich der Traktor, nach­dem Fred die Kuppelung getreten hatte, in Bewegung. Ueber den holprigen, zerfurch­ten Feldweg ratterte das Ungetüm, der weiche Boden des Moores zitterte und stöhnte unter seiner Last. Erst als der

hat alle Möglichkeiten, ihre Stellung zu be­haupten.

Lenin sagte: In jeder nationalen Kultur gibt es — wenn auch unentwickelte — Eie­rrente demokratischer und sozialistischer Kultur, da jede Nation eine werktätige und ausgebeutete Klasse besitzt, deren Lebens-

verdummtmg, mit fhVer bewußten Zielset­zung, die niedrigen Instinkte des Menschen zu wecken und die ganze Vielfalt der Ge­fühle, Gemütserregungen und Interessen der Menschen unter den dürftigen Standard der „amerikanischen Lebensweise“ zu bringen. Der moderne amerikanische Kosmopolitis­mus ist nichts anderes als das Bestreben

Tod und Verfall,

Lenin und Stalin lehren alle Werktätigen, die an einer neuen Blüte der Kultur brennend interessiert sind, daß es nur einen Weg zur Rettung der Weltkultur vor der Barbarei der imperialistischen Bourgeoi­sie gibt. Es ist der Weg des konsequenten Kampfes gegen den Kapitalismus, die Besei­tigung der bürgerlichen Ordnung und die Schaffung einer neuen sozialistischen Gesell­schaft. Nur wenn die Fesseln des Imperia-

einbrachten, die Einheit der Wissenschaft, die Einheit von Philosophie und Erfahrungs­wissenschaft. von Theorie und praktischer Anwendung hervor. „Der Mensch aber darf sich nicht mit der Betrachtung der ihn um­gebenden Welt begnügen, er muß handeln“, sagte er darin u. a. Der Vorwurf von Marx gegen Feuerbach: Die Philosophen erklär­ten nur die Welt auf die verschiedenste Weise, indes es darauf ankäme, sie zu ver­ändern. trifft also auf Herzen nicht zu.

Die Bedeutung Herzens auch für unsere

iss ääää iäsr s«£ ss äswreÄfS. '£»*ärÄ *«

hatte, und auf die weite Fläche des Moo- tische und sozialistische Ideologie erzeugen, res einbog, drückte er den Gashebel Aber in jeder Nation gibt es auch eine bür- voUends hinunter. Der Traktor wiegte sich ge rliche Kultur (und in der Mehrzahl der nach redits und links auf den Sdiollen des p^lle eine noch erzrektionäre und klerikale), grobgepflügten Neulandes. Watschelnd ent- utl( j zwar nicht nur in der Form von ,Ele- Sr? 11 ® m *8el querfeldein, • der ln seiner men t en * sondern als herrschende Kultur.“ Mäusejagd gestört worden war.

„Morgen, Swinigel!“ rief Fred ihm zu, Lenin lehrte die Arbeiterklasse, daß, ob- ,hättest beinahe die letzte Maus gefressen, wohl die demokratische und sozialistische Wäre schade um dich gewesen, du stach- Kultur in der bürgerlichen Welt nur in der liger Geselle!“ Form von „Elementen“ existiert, gerade die-

An seiner Arbeitsstelle angekommen, ser Kultur die Zukunft gehört, und zwar

Völker zu unterwerfen und nach Vernich­tung ihrer nationalen Kultur auf dem gan­zen Erdball die „Kultur“ der amerikani­ schen Sklavenhalter zu errichten.

Aus diesem Grund ist der Kampf für Frie-

drückung beseitigt ist, kann das befreite Volk auf der Grundlage aller Errungenschaf- ti ■ der Vergangenheit eine in ihren Prinzi­pien und ihren Entwicklungsmöglichkeiten einzig dastehende neue sozialistische Kultur schaffen. Dr. Mark Rosenthal. ■

LACHEN IST GESUND

Trost

ein paar Tage später einen Boten mit dem

den, als durch die Worte Lenins aus seinem Artikel „Herzen zum Gedächtnis“: „Die Ar­beiterpartei muß Herzens gedenken, nicht spießbürgerlicher Lobgesänge wegen, son­dern um ihre eigenen Aufgaben zu klären.

— Indem das Proletariat Herzen feiert, lernt es an seinem Beispiel, ... daß die unver­brüchliche Treue zur Revolution und-deg^e- volutionäre Appell an das, Volk guch dann - - nicht vergeblich sind, wenn ganze Jahr­

hing Fred den stählernen Vierscharpflug an ^deshalb, weil gerade sie die besten Tradi- Verstand ist mein Vermögen.“

„Geld habe ich nicht, mein Fräulein. Mein gewünschten Werk zum Kunden. Doch der zehnte die Ernte von der Saat trennen.“

„Trösten

nicht!“

Sie sich — Armut

und klopfte seinem Eisenpferd ziemlich un - tionen der nationalen Kultur unterstützt und sanft mit der flachen Hand auf den Bauch- weiterentwickelt, weil gerade sie dem Ver- „Mach’s gut, alter Freund, und laß midi fall und der Dekadenz der ausbeuterischen nicht im Stich“, rief er ihm zu. /Kultur der Bourgeoisie in der Epoche des

Runde um Runde des weitdehnenden/' Imperialismus zu widerstehen vermag.

Feldes zog der Traktor. Dünne Sträuchen Beispiel des ersten imperialistischen ttidit einmal ausgelernt, und da wagen Sie

und krüpplige Birken, hochgewachsene Weltkriege g zeigte Lenin auf. daß das Fort- es - ein Lehrmädchen zu küssen? Das erlaubt Blumen und kleine weiße Vollgräser ver- bestehen S des Kapitalismus eine riesige Ge- si* nicht einmal mein erster Buchhalter schwanden unter den breiten Sdiollen des d ie Weltkultur darstellt. Er sagte: der schon dreißig Jahre im Geschäft ist.“

schwarzschimmemden Moores. Fred pfiff p Mpn«*.heit vor das

eine lustige Weise vor sich hin. Der Nebel ”i?, ieser Krieg stelltdieMensdiheit vor flas

zerbarst plötzlich und zerstob in die Uchte Dilemma: entweder °Bfening: der «aMen Helle der Weite Kultur oder Abwerfen des kapitalistischen

Gläsern und wässrig erschien der flim- Jochs auf revolutionärem mernde Ball der Sonne und brachte die der Herrschaft der Bourgeoisie Eroberung

der sozialistischen Gesellschaft und eines dauernden Friedens.“ Lenin wies darauf hin,

Bote bringt das Buch zurück mit den Wor- schändet ten: „Ich kam zu spät, er sitzt schon.“

Wärme. In dem umliegenden Gestrüpp er­scholl das Gezirpe der Meisen und das

Lehrzeit

Der Chef zum Lehrling: „Sie haben noch

Eine Freude -

„Früher spielte meine Frau immer Kla­vier. Aber seit wir das Kind haben, hat sie keine Zelt mehr zum Klavierspielen.“ „Ja Kinder bringen viel Freude.“

freche Schilp-Schilp der Moerspatzen, die- daß der historische Augenblick gekommen ser Proleten der Vogel weit. Gar bald wa- sei, wo die Bourgeoisie aus Furcht vor ihrem

Das Erbe

Er (stolz): „Wir haben.das Genie unseres Vaters geerbt.“

Sie: „In wieviele Teile ging denn die Erbschaft?“

Verschnappt

„Herr Lehrer, Hans kann heute nicht zur Schule gehen. Er ist stark erkältet.“

„Wer ist am Telefon?“

„Mein Papa.“

Der gute Sohn

„Haben Sie auch Kinder, gnädige Frau?“ „Ja, einen Sohn.“

„Sicher ist's ein guter Sohn.

Alice Stettiner.

Wußten Sie schon . ..

. . . daß schon die alten Aegypter Brut­apparate benutzten, auf denen sie gleichzei­tig 7000 Eier ausbrüten konnten? Die Appa­rate wurden mit Dünger oder Stroh geheizt.

. . . daß mit dem bloßen Auge 3000 Sterne sichtbar sind? Mit dem Teleskop erblickt man aber eine Menge, die auf drei Milliarden geschätzt und in 50 Helligkeitsklassen einge­teilt werden.

. . . daß die Weichsel und die Oder bis zur Eiszeit in die Elbe flössen?

. . . daß die Hälfte des Meeresgrundes über 4000 m tief unter der Oberfläche liegt?

. daß das Eis bei vier Zentimeter Stärke

Zu spät

ser rruictcu uer vusaweu. vrnr u»i U v...- —.--- , Der Großkaufmann Hamburger bestellt „- = --- - - . , ,

ren auch die ersten Raben und Saatkrähen Untergang „alles Rückständige, Absterbende, beim Buchhändler ein Strafgesetzbuch. Da bummelt nicht, geht abends zeitig zu Bett trägt? Bei 40 Zentimeter Dicke widersteht da suchten in den Furchen nach den fei- Mittelalterliche unterstützt“ und daß sie „zu es nicht vorrätig ist, schickt der Buchhändler und ist morgens früh wach.“ es dem Druck schwerster Lasten.

„Aber gewiß. Er trinkt nicht, raucht nicht, das Gewicht eines Mannes mittlerer Schwere

DIE GOLDENE

m

Roman von LUDWIG TUREK

Copyright Dletz-Verlag Berlin

2. Fortsetzung

„Und bei „o was wird unsereiner aufs leere Gleis geschoben! Versauen einem da­mit die schönste Arbeit. — Wir müssen klug sein, dürfen uns nicht alles über den Haufen werfen lassen . . . Das ist nicht nur der Alte, dahinter stecken der mickrige Fernand Allain, die Misanto-Chemical sowie Westinghouse , Standard Oil.'General Elec­ tric , Bethlehem Steel und viele andere. Sie sir-’ eifersüchtig auf den Stern. Der Rund­funk faselt von romantischem Zauber. Be­fohlene Ablenkung. Die wollen nichts als Krieg. Auch um das Mikrophon halten sie ihre Spinnenfinger ^gekrallt.“

Sin war froh, däß Bill so seine Sorgen hatte und weniger an sie dachte. Sie nickte zustimmend. Im übrigen war er im Recht. Er war gewissenhaft bei seiner Arbeit und wollte nicht immer unbedingt alles schluk- ken. Das gefiel ihr sehr an Bill. Es war das einzige, was ihr an Bill gefiel. Leider mußte sie diesen freiheitlichen Zug bei Jimmy ver­missen. Ja, leider, das fehlte dem ganz. Er war lediglich ein gehorsamer Diener des Alten. Vielleicht mußte er es sein, um über­haupt an seinem Platz sitzen zu können. Sicherlich? Nein! Es gab auch andere Ar­beit. Jimmy war feige. Trotzdem er in sei­ner Heimat den Fraser bei Mondlicht auf schwimmenden Eisschollen überquert hatte. Hier bei der Arbeit war er ausgesprochen felge. Er hatte Angst vor seiner Frau, ob­wohl er sie nicht mehr liebte. .Warum ver­lieben wir Frauen uns immer nach falschen Gesichtspunkten, auf irgendwelche mystin- schen Gefühlsanwandlungen oder sogar lä­cherlichen Nebensächlichkeiten hin 1 , dachte

Sin und betrachtete die strohblonden Haare Bills, 'sein bartloses, s mmersprossiges Ge­sicht. Das alles war für sie ausschlaggebend, um sich ihn vom Halse zu halten. Dabei war Bill viel mehr Mann als Jimmy. Er konnte was. Jimmy lebte fast von ihm. Bill war jetzt wütend, weil er nicht über diesen Stern schreiben durfte. Jimmy begnügte sich da­mit, den Willen des Alten zu respektieren. Er hatte offenbar keinen eigenen Willen, arßer dem gegen seine Untergebenen. Seine ganze Erschütterung über den Stern ent­sprang nur der Angst, etwas zu tun, was den Alten verstimmen könnte.

Es war nicht mehr möglich, solche tief­gründigen Gedanken nachzuhängen. Die Meute an den Fenstern tobte. Man behaup­tete, eine deutliche Annäherung des Plane­ten an den Mond feststellen zu können. Rechnungen wurden gemacht. Ein sehr jun­ger Mensch wollte wissen, daß seine Stun­dengeschwindigkeit 13 920 Kilometer be­trage. Eine Woge laut schallenden Geläch­ters folgte dieser Behauptung. Von allen Ferngläsern war das des jungen Mannes das größte, ein Rohr von fast einem Meter Län­ge, in blendendem Weiß und mit blinkenden Messingringen. Es bildete sich eine Gruppe, die Partei für ihn nahm. Das waren jedoch durchweg Leute, die selbst kein ausreichen­des Glas besaßen und den Planeten über­haupt noch nicht gesehen hatten. Sie hoff­ten alle auf einen Blick durch das große Rohr. Der junge Mann fühlte sich sehr ge­schmeichelt und schrieb inzwischen mit wahnwitziger Eile Zahlen ln ein Buch. Er schwitzte, band die Krawatte ab und schmiß sie kurzerhand durch das Fenster auf die Straße hinunter.

Plötzlich schrie er laut: „In 27 Stunden erfolgt die Landung auf der Erde!“ Ein dicker älterer Herr verabfolgte ihm still­schweigend eine Ohrfeige. Sin wunderte sich. Warum waren die Menschen heute so gewalttätig? Und welches Publikum zeigte sich hier, wo sonst fast ausschließlich Jour­nalisten und Literaten verkehrten? Einige Betrunkene mochten die etwas heisere Stimme des Jünglings für eine Radiosen­dung gehalten haben und wiederholten schreiend seine Meinung von der Landung in 27 Stunden. Schon raste das Gerücht wie ein wildgewordener Stier durch alle Raume der Bar, stieg Im Fahrstuhl auf die Straße hinunter und überrahftte alle Ihm entgegen­kommenden anderen Gerücljte. die. weniger kühn, den Landungstermin auf einen ferne­ren Tag verlegten. Der dicke ältere Herr hatte sich zu seinem größten Aerger von der Wirkungslosigkeit seiner Ohrfeige über­zeugt, kam zurück zu dem Jungen und be­stand auf einer rechnerischen Erklärung der Behauptung von der Landung.

Mit glühenden Augen begann der Junge seinen Vortrag:

In einer Viertelstunde bewegt sich der Pla­net um einen Monddurchmesser vorwärts.“

Aber schon hier machte der Dicke einen Einwand:

„Woher wollen Sie das wissen?“ Die Ant­wort blieb dem Jungen erspart. Ein großer, respektabel aussehender Mann baute sich drohend vor dem kleinen Dicken auf, knirschte mit den Zähnen und fauchte ihn an:

„Das dürfte für einen denkenden Men­schen nicht schwerfallen, der Mond steht da­neben, Herr!“ Alles lachte. Der Junge erhob in schulmeisterlicher Manier den Finger, den der Dicke sofort ergriff und schwungvoll zur Seite schleuderte.

„Der Monddurchmesser beträgt 3480 Kilo­meter“, begann der Junge wieder, „diese Strecke legt der Planet in einer Viertelstunde zurück, macht pro Stunde das Vierfache, gleich 13 920 Kilometer. Die Entfernung vom Mond zur Erde Ist 384 750 Kilometer. Also: 384 750 durch 13 920 Ist 27 und etwas. Auf Minuten kommt es nicht an.“

Begeisterte Zustimmung und dröhnende Abfuhr des Dicken. Es nützte nichts mehr, daß er wutentbrannt brüllte:

„Haben Sie die Entfernung vom Mond ge­messen, Sie Lauselümmel?“ Er schob los.

Ein langer, hagerer Mensch mit einem rie­sigen breitkrempigen Strohhut trat an den Jungen heran, legte die Hand an sein Ohr und flüsterte: „Ihre Maße stimmen, aber Sie haben vergessen, die Eigengeschwindigkeit des Mondes und der Erde in Rechnung zu stellen. Die von Ihnen errechnete Geschwin­digkeit des Planeten beträgt in der Sekunde noch nicht ganz vier Kilometer. Ein etwas langsamer Omnibus im Kosmos. Die Erde zum Beispiel saust mit über 29 Kilometer in der Sekunde durch den Weltenraum. Wie soll also hier der Igel den Hasen fangen?“ Der Junge erblaßte, schämte sich seiner leicht­fertigen astronomischen Rechnung, nahm sein Fernglas und verschwand.

Die Menge war neugierig zu erfahren, wo­mit der Junge vertrieben wurde. Der Hagere mit dem Strohhut sagte sachlich: „Warten Sie noch ein wenig, und Sie werden ein wah­res Wunder erleben!“

Bevor er ging, hängte sich ein alter, weiß­haariger Neger in seinen Arm und fragte mit tränenerstickter Stimme:

„Ist das die Offenbarung Gottes?“

„Auch das“, sagte der Lange und lächelte freundlich.

Ein Betrunkener ergriff einen Stuhl, hob ihn hoch über den Kopf, brüllte wie ein Lö­we: „Amerikca first!“ (Amerika zuerst) und hätte den Neger sicherlich erschlagen, wäre Bill nicht dazwischengesprungen.

Es bildeten sich sofort zwei Parteien, eine für den Totschläger, und eine für Bill. Die erste war laut und brauchte die kräftigsten Worte, die zweite, Bills Partei, war größer, aber sie blieb fast stumm.

Bill sagte nur: „Warum den Toiletten­mann der ,Rojas Bari totschlagen? Er ist der letzte, der es verdient hätte, und wir brau­chen ihn noch.“

Sin bewunderte Bill. Ganz ruhig stand er da und sah durch das Glas auf den Plane­ten. Niemand von der Totschlägerpartei wagte ihn anzufassen.

Eine neue Radiomeldung wurde gegeben: „Der Le-Jeune-Planet steht unter dem Ein­fluß des Mondes. Seit 23 Uhr 3 Minuten be­obachten alle Sternwarten der USA ein kur­venartiges Abschwenken des Planeten auf den Mond zu. Die Berührung der Mondober­fläche dürfte bei gleichbleibender Geschwin­

digkeit gegen 0 Uhr 40 Minuten zu erwarten sein. Abweichungen von dieser Tendenz sind jedoch durchaus wahrscheinlich. Die Möglichkeit, ein Aufschlagen des Planeten auf den Mond und die damit verbundene Eruption zu beobachten, ist aller Voraussicht nach nicht gegeben, da diese in dem Apo­gäum 1 erfolgen und sich auf der uns unsicht­baren Seite des Mondes vollziehen. Das größte Rätsel bleibt nach wie vor die dau­ernd steigende Einflußnahme des sehr klei­nen Himmelskörpers auf unsere Radiotech­nik. Ununterbrochen angestellte Versuche, mittels Radargeräten mit Le Jeune in Ver­bindung zu kommen, sind gescheitert. Ra­darverbindungen mit dem Mond weisen starke Störungen auf, die in dem Maße zu­nehmen, wie sich die Entfernung Le-Jeune- Planet—Mond verringert. Alle diese Be­obachtungen lassen den Schluß zu. daß der Le-Jeune-Planet trotz seines geringfügigen Volumens mit gigantischen, uns unbekann­ten Kräften geladen ist.“

Die nur noch mühsam verständliche, von einem unheimlichen Knistern fast übertönte Sendung war zu Ende.

Bill warf die Zigarette in hohem Bogen über die Köpfe der Planetenbeschauer auf die Straße hinunter und zog Sin dem Aus­gang zu. Der abstUrzende Tabaksfunken pro­vozierte den gellen Aufschrei einer Frau, die bisher vergeblich mit dem Theaterglas nach dem Planeten forschte.

Im Fahrstuhl sagte Bill:

„Weißt du. wer der lange Hagere mit dem großen Strohhut war, der von einem Wun­der sprach?“ Sin schüttelte den Kopf. Die beiden verließen den Fahrstuhl.

„Das war Upton Britten! Ich möchte ver­suchen, herauszukriegen, was er weiß.“ Sin blieb einen Schritt lang stehen.

„Das war Upton Britten?“ Sie schien groß c-ttäuscht.

„Mit einem solchen riesenhaften lächer­lichen Strohhut?“

Bill grinste, wobei die Sommersprossen um den Mund herum größer wurden.

„Große Dichter können es sich leisten, lä­cherliche Strohhüte zu tragen“, sagte er und schob Sin schnell durch die Menge

i) Erdferne, der von der Erde am weitesten entfernte Punkt der Mondbahn.

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