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| Ausgabe B Nummer 4

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Haslach, Mittwoch, den 6. Januar 1943

19. Jahrgang

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Japanischer Besuch an der Ostfront. In Hock- •tellung, denn dieser Geländeabschnitt kann vom Feind eingesehen werden, werden dem japani- achen Oberst, der die Hauptkampflinie an der deutschen Ostfront besucht, die notwendigen Er­klärungen gegeben. — PK.-Kriegsberichter Paul (Atl/Sch)

Ir Afrika kommandiert heute schon Roosevelt

Ueber die Pläne der USA . in Afrika - England ist in iedem Fall der Verlierer

DNB: Rom , j. Jan. Ueber die Ziele, die die USA . in Europa und Nordafrika verfolgen, schreibt die vom Unterriditsminister Bottai herausgegebene Zeitschrift „Chritica Farcista“ in einem „Adricano" gezeichneten Artikel:

Der Begriff „E u r a f r i k a“ hat in der letzten Zeit vor allem während des Krieges heftige Fort­schritte gemacht. England, das seit Jahrhunderten in Afrika große Interessen zu vertreten hat, sieht sich heute der Hegemonie des außereuropäischen Verbün­deten unterworfen, wie es schon früher in Mittel­ amerika der Fall war. In Afrika kommandiert heute Roosevelt . Es ist kaum anzunehmen, daß die Ver­ einigten Staaten sich in ein derartiges Abenteuer, wie die Landung in Nordafrika , nur aus militärischen Gründen begeben haben, ohne ein weiteres Ziel im Auge zu haben. Einerseits besteht die Meinung, daß zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritan­ nien ein Programm der Zusammenarbeit in Afrika aufgestellt worden ist, nach welchem Großbritannien unter General S m u t s die politische und die Ver­ einigten Staaten die wirtschaftliche Oberherrschaft im schwarzen Erdteil ausüben sollten.

Voraussetzung zu diesem Plan ist folgendes:

Anstelle eines in enger wirtschaftlicher Beziehung mit dem Nachkriegseuropa stehenden Afrika , dem sogen. „Eurafrika“, soll Afrika geistig und po­litisch von Europa losgelöst werden. Die verschie­denen afrikanischen Gebiete sollen zu einer „Völ­kerunion“ zusammengeschlossen werden, die von Europa vollkommen unabhängig ist, abgesehen

Fortdauer der schweren Abwehrkämpfe an der Ostfront

Feindliche Stützpunkte in Tunesien genommen — Acht Flugzeuge abgeschossen

DNB. Aus dem Führerhauptquartier , 5 Jan. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im West-Kaukasus wurde in überraschen­dem Zugriff ein feindlicher Stützpunkt ausgehoben. Kampfflieger griffen die Hafenanlagen von Ge- lendshik an und zersprengten Transportkolonnen auf der Küstenstraße. Feindliche Angriffe im Te- rekgebiet wurden abgewiesen. Die schweren Ab- wehrkämpfe im Don-Gebiet halten an.

Im mittleren Frontabschnitt verloren, die So­wjets bei den Kämpfen bei Welikije Luki wieder 14 Panzerwagen

Angriffe feindlicher Infanterie südöstlich des Hmensees und Ausbruchsversuche schwächerer feindlicher Kräfte, die in den vergangenen Kämp­fen eingeschlossen wurden, braAen zusammen Auch am Wolchow und vor LeniU|prad wurden vereinzelte feindliche Vorstöße abgewiagen.

An der Kandalakscha -Front scheiterten Angriffe der Sowjets unter hohen blutigen Verlusten. Meh­rere feindliche Kampfgruppen, darunter ein Ski- Bataillon, wurden eingeschlossen und vernichtet, zahlreiche Waffen als Beute eingebracht.

In Tunesien wurden bei Stoßtruppunternehmun­gen Stützpunkte des Feindes ausgehoben und eng­lische Gefangene eingebracht. Die Luftwaffe setzte ihre Angriffe gegen feindliche Flugstützpunkte fort und erzielte dabei umfangreiche Zerstörungen. Zum Begleitschutz eingesetzte deutsche Jagdflug­zeuge schossen ohne eigene Verluste acht feind­liche Flugzeuge ab. -

Angriffe britischer Flugzeuge auf westdeutsches Gebiet verursachten Gebäudeschäden und Verluste unter der Bevölkerung. Vier mehrmotorige Flug­zeuge wurden abgeschossen.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen bei Tage militärische Anlagen an der britischen Süd­ostküste an. Sicherungsstreitkräfte der Kriegs­marine und Marineflak schossen vor der französi­ schen und niederländischen Küste am 3. und 4 Januar drei Flugzeuge ab.

Haienanlagen von Algier angegriffen

DNB. Rom, 5. Jan. Der italienische Wehr- machthcT-ipht vom Dienstag hat folgenden Wort­laut: Das Hauptquartier der Wehrmacht gibt be­kannt: An der Syrtefront erschwerte auch am

4. Januar das andauernde schlechte Wetter die Tätigkeit zu Lande und in der Luft.

Im Wüstengebiet Südlibyens verstärkte sich der Druck gegen unsere vorgeschobenen Stellungen.

In Tunesien dauert die Verstärkung der kürz­lich eroberten Stellungen 'an. In den Kämpfen des 3. Januar wurden ungefähr dreihundert Ge­fangene gemacht, darunter sechs Offiziere. Eine deutsche Angriffsgruppe zerstörte bei einem gelun­genen Handstreich zwei Bunker und nahm zwei britische Offiziere und 28 Soldaten gefangen: ' •

Acht feindliche Flugzeuge wurden in lebhaften Luftkämpfen von deutschen Staffeln abgeschossen, vier weitere am Boden in Brand gesetzt.

In der vergangenen Nacht wurden die Hafen­anlagen und Lagerhäuser des Hafens von Algier von unserer Luftwaffe angegriffen.

Eines unserer Unterseeboote ist nicht an seinen Stützpunkt zuiaickgekehrt. Die Familienangehö­rigen der Besatzung wurden unterrichtet.

Ein Luftangriff auf Lampedusa verursachte un­beträchtliche Schäden.

Das Ritterkreuz erhalten

DNB. Berlin , j. Jan. Der Führer verlieh das Riterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Oberst Her­ mann von Oppeln-Bronikowski , Kom­mandeur eines Panzer-Regiments, und auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmar­schall Göring , an Leutnant S di m i d, Staffelkapi­tän in einem Sturzkampfgeschwader.

von England, das politisch und USA . das wirt­schaftlich die Leitung dieser Union hat. Der Ur­sprung zu diesem Plan liegt in der amerikanischen Auffassung von der Dekadenz Europas einschließ­lich Englands. Europa kämpft diesen Krieg, um sein wirtschaftliches Potential mit Hilfe der Roh­stoffe des schwarzen Kontinents zu stärken. Die USA . versuchen nun, Europa schon vorher von diesen Wurzeln seiner Kraft abzuschneiden, so daß sich die europäische Wirtschaft auch nach dem Kriege nicht mehr erholen kann Denn die Europäer würden sich dieser Hilfsquellen nur be­dienen, um die politische Initiative in der Hand zu behalten und so neue Konflikte heraufzube­schwören. Die Engländer, die die USA . in diesem Plan unterstüzen, verraten damit nicht nur Euro­ pa , sondern sich selbst. Das übrige Europa wird sich durch einen gewonnenen Krieg retten können, währden England in jedem Fall der Verlierer sein wird.

Wenn Nordafrika den Vereinigten Staaten ge­hören wird, dann wird auch Europa den Vereinig­ ten Staaten gehören. Die USA . sind in Afrika entlang einer Linie eingedrungen, die von Bat­hurst in Britisch-Gambia ausgehend, über Fran- züsisch-Westafrika, den Tschad-See , Khartum bis nach Massaua am Roten Meer führt. Die Strecke beträgt 6000 km. Im April 1941 fuhren ameri­kanische Schiffe ins Rote Meer . Im August des­selben Jahres errichtete die Panamerican Airwav eine transafrikanische Linie und im Dezember 1941 traf General Maxwell in Kairo ein, um den Ausbau des Stützpunktes Massaua zu leiten. Un­ter dem Vorwand, daß Bathurst von Dakar aus bedroht sei, erreichte Roosevelt von England die Erlaubnis, weitere Stützpunkte in Freetown (Sierra Leone ), Aerä (Goldküste), Lagos (Nigeria ), Duala (Kamerun ), Brazzaville (Französch-Aequa- torialafrika) und schließlich in Leopoldsville (Bel- gisch-Kongo) zu errichten.

Das amerikanische Einflußgebiet in Afrika bildet daher ein riesiges Dreieck, dessen Grundlinie von Bathurst nach Leopoldsville führt, während die Spitze in Massaua liegt. Zwischen den beiden afrikanischen Küsten entstanden in kurzer Zeit Flugplätze, meteorologische Stationen, Rund- funkstatipnen.. Amerikas Einfluß greift von__ Lagos , nach Takoradi* von Cookhouse bis zum Tschad- See , von Ondurman nach Aethiopien , von Dakar nach Algier . Afrika ist die Verteidigungsstellung Europas . Unter diesem Gesichtspunkt erkennt man die große Gefahr, die Europa von den USA . droht. Aus der Erkenntnis dieser Gefahr allein kann auch der europäische Widerstandswille erwachsen. Wir befinden uns heute augenblicklich, so schreibt „Cri- tica Fascista“ in einer Verteidigung historischer Werte, die die Existenz Europas bedingen. Es ist jetzt zu einem Krieg der Kontinente gekommen. Der amerikanische Kontinent versucht, den euro­ päischen Kontinent, der augenblicklich nur durch Italien und Deutschland repräsentiert wird, zu unter­werfen.

USA . hat mit Vorbedacht den Kampf auf afri­kanischem Boden begonnen; denn ohne Afrika wäre Europa verstümmelt und von der übrigen Welt abgeschnitten. Der Kampf zwischen „Eurafrika“ und Amerika gipfelt in dem Wort Tunis , das auch in der Vergangenheit schon für die Geschicke Ita­ liens von Bedeutung war.

Wichtige Parole für das Jahr 1943: Sicherung des Preisstandes

Ein Aufruf des Preiskommissars — Keine Milde für Preissünder

(ew.) Der Reichskommissar für die Preisbildung, Staatssekretär Dr. F i s ch b ö ck, hat in einem Auf­ruf an seine Mitarbeiter für die Arbeit der Preis­behörden des Reiches vier Grundsätze aufgestellt. Dank der bei dem weit überwiegenden Teil des Volkes vorhandenen Disziplin und der durch die autoritäre Führung gegebenen Möglichkeiten, heißt es in seinem Aufruf, ist es gelungen, trotz der durch die unabwendbaren Bedürfnisse der Kriegswirt­schaft entwickelten gewaltigen Gegenkräfte die Stabilität des Preisniveaus auch im abgelaufenen Jahre im großen und ganzen aufrecht zu erhalten.

„Wie anders sind doch die deutschen Seeleute..

Ein uruguayischer Seemann über seine Erlebnisse auf einem deutschen U-Boot

DNB. Lissabon, 5. Jan. Der Kapitän des uruguayischen Schiffes „Maldonado “, Mario Giam- b r u n o, ist, mit einem Lufthansa-Flugzeug aus Deutschland kommend, in Lissabon eingetroffen. Sein Schiff war am 1. August von einem deutschen U-Boot versenkt worden. Giambruno selbst wurde von dem U-Boot übernommen und in Deutschland aij Land gebracht. Man habe ihn in Berlin unter­gebracht, berichtete der uruguayische Kapitän, wo er völlig frei in einer Pension gelebt habe. Von den deutschen Behörden und Seeleuten sei er mit Zuvorkommenheit behandelt worden und könne sich in keiner Weise beklagen Man habe ihm sofort berichtet, daß alle Mitglieder der Besatzung seines Schiffei gerettet worden sind. Seiner Rückreise habe man keine Schwierigkeiten bereitet.

Ferner berichtete Giambruno, daß die Versenkung seines Schiffes durchaus berechtigt war und nach internationalem Kriegsrecht vor sich ging, nach vor­heriger Warnung und Rettung aller Besatzungs­nitglieder. Ueber seine Eindrücke an Bord des J-Bootes äußerte sich Giambruno: Wie anders und -ie menschlich sind doch die deutschen Seeleute im

'Gegensatz zu dem, was uns eingetrichtert wird. Besonders eindrucksvoll, so erklärte er, sei, wie fabelhaft alles in Deutschland organisiert ist. Die Stimmung der Bevölkerung sei durchaus zuversicht­lich, die Soldaten an der Ostfront seien ausge­zeichnet für den Winter ausgerüstet. — Von Lissa­ bon aus wird Giambruno nach Uruguay zurüdc- reisen. Er ist der Bruder des uruguayischen Er­ziehungsministers.

USA. -Flieger lohen unsere Jagdflieger

DNB. Stockholm, y. Jan. USA.-Fliege r , die in England stationiert sind, berichteten nach einer uordamerikanischen Agenturmeldung, daß die deut­ schen Jagflieger außerordentlich tüchtig und zahl­reich wären und eine „neue Taktik“ bei der Be­kämpfung der mehrmotorigen Bomber entwickelt hätten, mit der sie schon „ganz gute Erfolge“ ge­habt hätten. — Der schwere Schlag, der den feind­lichen Luftstreitkräften am Sonntag durch den Ab­schuß von 16 mehrmotorigen Flugzeugen an der at­lantischen Küste zugefügt wurde, scheint dem Geg­ner an die Nieren gegangen zu sein.

Aber es besteht auch weiter die Pflicht, das Ver­trauen der breiten Massen unseres Volkes zu recht- fertigen, die auf Grund der ihnen wiederholt ge­gebenen Versicherungen ihrer Sparpflidit nachge­kommen sind. Die erste und wichtigste Parole des Preiskommissars für 1943 lautet daher: Sicherung des Preisstandes.

Dabei ist nach dem Aufruf des Preiskommissars den Bedürfnissen der Wirtschaft, soweit das mit dem Ziel der Preisstabilität vereinbar ist, Rechnung zu tragen. Insbesondere ist die Form des Auf­tretens der Ueberwachungsorgane von großer Wich­tigkeit für den Erfolg ihrer Tätigkeit. Die Härte in der Wahrung der grundsätzlichen Linie — das ist der zweite Grundsatz- den der Preiskommissar aufstellt — erforderte eine verständnisvolle Hal­tung in der Durchführung.

Anders freilich sind nach dem Aufruf des Preis­kommissars die Fälle zu betrachten, in denen bös­williges Verhalten erwiesen ist. Diese Preissünder sollen wissen, daß sie mit ihrem gemeinschädlichen Verhalten letztlich auch ihr persönliches Interesse, das sie so rücksichtslos zur Durchsetzung bringen wollten, aufs empfindliche geschädigt haben. Keine Milde gegenüber volksschädigenden Preissündern! ist daher der dritte Grundsatz, den der Preiskom­missar aufstellt.

Zwei neue Eichenlaubträger

DNB. Berlin , 5. Jan. Der Führer hat dem Oberst Reiner S t a h e 1, Kommandeur einer Luft- waffen-Kampfgruppe, als 169., und dem Oberleut­nant d. R. Fritz Feßmann, Kompaniechef in einem Kradschützen-Bataillon, als 170. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und beiden folgendes Telegramm übersandt: „In dankbarer Würdigung Jhres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreu­zes. gez. Adolf Hitler “.

Die Schweiz an der Jahreswende

Von unserem E. S.-Miiarbeiter

So sehr sich die Schweiz bemüht, das insulare Dasein eines vom Krieg nicht direkt berührten Landes möglichst lange weiterzuführen, gibt es kaum Eidgenossen, die daran zweifeln, daß in Zukunft „sehr vieles anders werden wird.“ Um so größer ist der Wirrwarr der Meinungen über die Einzelheiten der kommenden Neugestaltung des staatlichen, wirtschaftlichen und sozialen Le­bens. Eine Fülle von Vorschlägen wirbt hier um die Gunst des Schweizervolkes. Man sucht über­eifrig nach sog. „schweizerische Lösungen“ der umstrittenen Probleme. Als ob ein kleines Land mit etwas mehr als 4,2 Millionen Einwohnern seinen eigenen Weg gehen könnte, wenn sich di« übrigen Völker des Kontinents zum gemeinsamen Werk des europäischen Neuaufbaus zusammen­finden. Im allgemeinen bewegt sich die schwei­zerische Politik auch zu Beginn des Jahres 194® im Rahmen der traditionellen Grundsätze: Neu­tralität nach außen, Aufrechterhaltung der liberal­demokratischen Einrichtungen, soweit es di« kriegsbedinglen Erfordernisse zulassen, * Zurück­haltung gegenüber allen ausländischen Reform­bestrebungen. Die Anpassung an die veränderten Verhältnisse des Krieges geschieht nur zögernd und schrittweise, vielfach unter dem Druck un­abänderlicher Tatsachen. Immerhin ist bemer­kenswert, daß beispielsweise die Entwicklung auf dem Gebiete der planwirtschaftlichen Lenkung der Produktion, des Handels und des Verbrauchs heut« viel weiter fortgeschritten ist wie vor einem Jahr.

Unter den gegenwärtig aktuellen Themen der schweizerischen Innenpolitik sind es vor allem finanz- und preispolitische Fragen, die den Bürger interessieren. Das Bundesbudget (ordentlicher und außerordentlicher Haushalt) für das Jahr 1943 sieht einen Rekordfehlbetrag von rd. 1200 Mill. Franken vor (Einnahmen 783 Mil­lionen und Ausgaben 1986 Millionen); von den Ausgaben entfallen allein 1480 Millionen auf kriegsbedingte Aufwendungen (Verstärkungen der Landesverteidigung, Aktivdienst, kriegswirtschaft­liche Organisation). Ende 1942 beträgt die kriegs­bedingte Bundesschuld allein rd. 4,5 Milliarden Franken, nachdem bereits 1,2 Milliarden durch Steuern getilgt werden konnten. Um diese Schuld völlig abzutragen, muß der schweizerische Steuer­zahler mindestens 20 -Jahre lang die bereits be­schlossenen bezw. neuerdings erhöhten Abgaben (u. a. Wehrsteuer, Warenumsatzsteuer) entrichten. Der von Churchill und Roosevelt angezettelte Krieg belastet das Schweizervolk mit Steuern, deren Ausmaß beispielsweise weit höher ist wie im ersten Weltkrieg und in den folgenden Jahren. Damals blieb eine kriegsbedingte Bundesschuld von „nur“ 1,2 Milliarden zurück, die in 17 Jahren getilgt wurde.

Der steuerliche Druck, der vom Winter 1942/43 an seinen Höhepunkt erreicht, wirkt sich um so empfindlicher aus, als die Preise für die lebens­wichtigen Verbrauchsgüter weiter ansteigen und damit ein ständig wachsender Anteil der Einkom­men der Teuerung zum Opfer fällt. Symptoma­tisch ist die kürzliche Erhöhung des Fleischpreises um 30 Rappen je Kilo­gramm. Handelt es sich um überseeische Erzeug­nisse, so erschweren die außerordentlich hohen Beförderungskosten alle Bemühungen, das Preis­gebäude in Ordnung zu bringen. Fracht, Um­schlagsspesen und Versicherungsbeiträge für ein­zelne Importgüter betragen insgesamt bis zu 320 v. H. des Kaufpreises! Die fonschreitende Teue­rung vermindert zwangsläufig die Kaufkraft des Franken , obwohl die Goldreserven der National­bank mit über 3500 Millionen einen Rekordbetrag erreichen, so daß das schweizerische Währungs­geld über eine verhältnismäßig hohe Golddeckung verfügt. Manche Schweizer geben ihrem Miß­trauen gegenüber dem Franken dadurch Aus­druck, daß sie sich rege an der Sachwertspekula­tion beteiligen, u. a. mit Vorliebe Goldmünzen kaufen. Gegen diese inländische Goldhortung richtet sich die kürzlich angeordnete Kontrolle des stjkweizerischen Goldmarktes (Bewilligungs­pflicht für den Handel mit Gold, Höchstpreise für das Inlandsgeschäft, die Ein- und Ausfuhr von Gold) ebenso sehr wie gegen die ausländische Spekulation, die vor allem in der Nähe der fran­ zösischen Grenze ihr Unwesen trieb Andererseits bestehen auch gewisse Zusammenhänge zwischen der starken Vermehrung des Notenumlaufs (z. Zt gegen 2500 Mill. Franken, mithin 12 v. EL mehr als im November 1941) und der Preisent­wicklung. Ein erheblicher Teil der Banknoten wird freilich gehamstert, insbesondere von inter­nationalen Schiebern und Spekulanten. In wel­chen Kreisen diese Leute zu suchen sind, zeigt die Tatsache, daß vor kurzem an der schweizerisch- französischen Grenze 500 000 Franken in Schwei­ zer Banknoten gefunden wurden, die jüdische Emigranten auf der Flucht zurückließen.

Zu Tausenden kamen die Juden über die westliche Grenze und betteln mitleiderweckend um das schweizerische Gastrecht. .diliionenbeträge aus staatlichen Krediten für die 1 Viehüingslager, öffentlichen und privaten Samm! ; i n werden für diese landfremden Elemente v wndet. Aber wenn sie unbehelligt ihren dunkeln Geschäften nachgehen können, betätigen sie sich als gewissen­lose Spekulanten gegen das Land, das ihnen jetzt Zuflucht gewährt. Jeder Eidgenosse sieht heute die Folgen des von den Juden vorbereiteten Krie­ges, die die Urheber mit der wohlverdienten Härte treffen, aber auch die Schweiz selbst, trotz ihrer Neutralität, in Mitleidenschaft ziehen. Die kürz- lichen Bombenabwürfe britischer Flieger in den