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Schenke und kern Cafe ist geöffnet, und alle Läden müssen abends um 8 Uhr geschlossen sein. Großes Gewicht hat man auf die Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse gelegt. Im weiten Umkreise sind alle Typhushsrde sorg­fältig ausgetilgt worden. Dank einer umsichtigen Inten­danz hat die Verpflegung Belforts bisher weniger Stö­rungen durchgemacht als selbst diejenige der Hauptstadt. Zucker und Salz, Mehl und Kohlen sind reichlich vor­handen. Selbstverständlich ißt man lediglich Militärbrot. Die Zeitungen langen mit zweitägiger Verspätung an. Dafür trist jeden Abend die amtliche Mitteilung des Ge­neralstabs ein, die in Paris um 3 Uhr nachmittags her­ausgegeben wird. Es war für den Berichterstatter je­weilen ein feierlicher Augenblick, eine Art Tischgebet, wenn nach Schluß der Äbendtafel sich der mit dieser Aufgabe betraute Geniekommandant erhob und unter all­gemeinem Stillschweigen mit lauter Stimme das Nach­mittagsbulletin verlas.

Die industrielle Bedeutung der Stadt Lodz .

Lodz , das nunmehr von deutschen Truppen besetzt wurde, ist eine der größten Städte Rußlands und die erste Industriestadt in Russisch-Polen. Zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts war Lodz noch ganz ulnbe- deutend, und im Jahre 1860 hatte die Stadt bloß 60 000 Einwohner. Tann nahm aber die Stadt einen raschen Aufschwung, und heute ist ihre Einwohnerzahl von einer halben Million gar nicht entfernt. Lodz ist der Mittel­punkt der Textilindustrie Polens , in der eine wirtschaft­liche Kraft in erster Linie ruht. Ter Wert der Textil-

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Produkte wird auf 150 Millionen Rubel ims Jäher ver­anschlagt. Sehr bedeutende Fabriken in ständig anwach­sender Zahl erzeugen baumwollene Stoffe, halbwollene und halbseidene und seidene Produkte. Außerdem besitzt Lodz eine bedeutende Leinen- und Hanfindustrie sowie ganz modern eingerichtete Färbereien und Appreturan­stalten. Weiteren Ursprungs ist auch die Brauereiindust­rie in Lodz . Ter große Bedarf der Stadt Lodz und Rus­ sisch -Polens überhaupt an maschinellen Einrichtungen hat auch die Entwicklung einer bodenständigen Maschinen­industrie sehr gefördert. In Lodz befinden sich mehrere große Banken. Auch die russische Reichsbank unterhält dort eine Filiale. Von anderen Kreditinstituten sind die Kommerzbank in Warschau und die Azow-Donsche Bank vertreten. Lodz steht durch die Bahn über Kalisch mit Breslau in Verbindung. Außerdem zweigt Von Lodz eine Zweigbahn nach Koluszki ab, einer Fabrikstadt im Gou­vernement Petrikau , die mit Lodz rege geschäftliche Be­ziehungen unterhält. Die Stadt Lodz ist nicht nur selbst industriell hoch entwickelt, sondern auch in der Umgebung befinden sich große Fabrikszentren, die alle nach Lodz gravitieren. Zu ihnen gehören Zgierz , Widzew, Kon- stantinow und Alexandvow.

Bou den Kämpfen i« Oberelsatz

GKG. Basel, 9. Dez. Tie „Basl. Nat.-Ztg." schreibt: Es wird berichtet, daß die Deutschen am Freitag die Ortschaft Pfetterhausen beschossen haben, sodaß sechs Häuser in Flammen aufgingen. Aus dem Lommunique des schweizerischen Armeestabes ging letzte Woche hervor, daß die Franzosen zwischen Pfetterhausen und Rechesy neue Artillerie aufgestellt haben. Damit ist offenbar auch der französische Jnfanterieangriff gegen die Ortschaft Moos vom letzten Mittwoch in Verbindung zu bringen, denn von dem Wälde zwischen Pfetterhausen und Moos mußte von den Franzosen ein Teil niedergehauen werden, um der neu aufgestellten Artillerie besseres Schußfeld zu verschaffen. Es wurden deshalb schon am Dienstag stär­kere französische Patrouillen durch den Wald geschickt, die mehrmals mit deutschen Patrouillen zusammen stießen. Das find die Scharmützeln, von denen in mehreren Zei­tungen die Rede war. Bon „heftigen" Kämpfen" kann jedoch nicht gesprochen werden, soweit es die Zusammen­

stöße Von Jnfanterieabteilungen b. trifft, d,nn es g b aus deutscher Seite nur etwa 15 Leichtverwundete. Tie Ver­luste der Franzosen sind uns nicht bekannt. Es wäre aber verfrüht, die kleineren Einzelerscheinungen aus dem östlichen Ende der großen Schlachtfront als die Einl itun- gen zum Angriff auf Beifort zu bezeichnen, denn erstens ging die Initiative von den Franzosen aus und nicht von den Deutschen , und zweitens, weiß man auch in Bel- fort, daß zur Zeit ein Angriff auf die Festung noch nicht geplant ist. Wenn auch der Generalgouverneur von Bel- fort den Zeitpunkt noch nicht für gekommen hält, dem vielfachen Verlangen der Bevölkerung nach Wiederauf­nahme der üblichen Tätigkeiten zu entsprechen, so wird doch in einem offiziellen Kommunique in der Belforter Zeitung „L'Alsace" betont, daß sich die Lage wesentlich gebessert habe.

Unsere Hilfskreuzer an der Arbeit?

GKG. Rotterdam, 9. Dez. Laut einer Reuter­meldung aus Santiago de Chile hat der deutsche Hilfs­kreuzer „Prinz Eitel Friedrich" bei Puerto de Corral dm englischen Dampfer „Charcas" in den Grund gebohrt. Er landete die Besatzung in Puerto de Papudo bei Valparaiso .

Der gefangene Gouverneur von Warschau .

GKG. Berlin , 8. Dez. Der seinerzeit bei den Kämp­fen in Polen von unseren Truppen gefangen genommene Gouverneur von Warschau , Baron von Korff, stieg gestern abend, unter militärischer Bewachung von Küstrin kom­mend, in einem hiesigen Hotel ab und wurde heute vormittag nach Celle weitertransportiert.

Ein englisches Flugzeug herabgeschossen.

WTB. Amsterdam, 9. Dez. (Nicht amtlich.) Nach einer Blättermeldung aus London wurde Lord Annes- ley mit einem englischen Offizier am 5. ds. Mts. während eines Fluges über Ostende von den Deutschen herab­geschossen. Beide Flieger wurden getötet.

Die englischen Verdächtigungen finden keinen Glauben mehr

< GKG. Kiel, 8. Dez. Die Verdächtigung der briti­schen Wmiralität, daß der deutsche Hilfskreuzer „Ber­ lin " das tiefe Fahrwasser der nördlichen Nordsee durch Musstreuen von Minen Vor dem Einlaufen in Drontheim gefährdet habe, findet selbst in Kreisen, die noch an eine sachliche Beurteilung militärischer Vorgänge durch die höchste Miarinebehörde Englands glauben, keine volle Zu­stimmung mehr. So schreibt das norwegische Handels­und Schiffahrtsblatt, es sei kaum glaublich, daß die Ber­ lin Minen über Bord geworfen habe, ohne dafür zu sor­gen, daß sie sofort zu Boden sanken.

Noch ein unglücklicher General k GKG. Gens, 8. Dez. Der Brigadegeneral Foucart ist vom Kommando des Nordflügels enthoben worden.

Der Typhus in der belgischen Armee.

, WTB. London , 9. Dez. (Nicht amtlich.) In der „Times" berichtet ein medizinischer Korrespondent aus La Panne in Belgien über die Typhusepidemie in der belgischen Armee: Tie ungeheuren Anstrengungen des Feldzugs. verursachen eine dauernde Nervenanspannung, die die natürliche Widerstandskraft gegen Krankheiten ver­ringert und den Boden für die Epidemie verbreiterte. Dies ist auch der Grund, warum die Typhusepidemie gegenwärtig so gefährlich ist. Das beste Heilmittel gegen die Krankheit wäre die Aufbringung neuer Soldaten. Die Auffrrschung des Menschenmaterials ist aus medi­zinisch en Gründen nötig. .

Eine österreichische Proklamation in Serbien .

WTB. Budapest, 9. Dez. Das österreich-ungarische Armeekommando in «Serbien hat nach einer Meldung des Nepszava zwei Proklamationen erlassen. Nach der ersten ist das Waffentragen streng verboten und alle Waffen und Munition sind dem nächsten Militärkom­mando abzuliefern. Die zweite Proklamation ordnet an, daß mit Rücksicht auf den Umstand, daß serbische Soldaten in Zivilkleidung sich unter die zurückkehrende Bewoh­nerschaft mischten und aus österreich-ungarische Soldaten r schossen, jeder waffenfähige 'Derbe von 16 bis 60 Jahren verpflichtet ist, sich beim nächsten Militärkommando zu melden, widrigenfalls er mit dem Tode bestraft wird.

Die Lage in Polen .

WTB. Wien, 9. Dez. (Nicht amtlich.) In einer Besprechung der Kriegslage sagt die „Neue Freie Presse": Tie durch den deutschen Sieg bei Lodz geschaffene Lage bedarf noch der Klärung. Es dürfte sich bald zeigen, ob die russische Führung noch Kraft zu einer die schweren Mißerfolge der letzten Zeit ausgleichenden Initiative be­sitzt. Sie, die gestützt auf eine ungeheure Streiterzahl, gewaltige Räume souverän beherrschte und selbst nach wochenlangen Kämpfen stets noch bedeutende in Reserve gehaltenen Massen zum entscheidenden Einsatz bringen konnte, scheint nun ihre Kraft überschätzt und überspannt zu haben. Tie geistige Ueberlegenheit der österreichisch­ungarischen und der deutschen Führung setzt sich all­gemach durch. In Westgalizien drangen die Russen bis in die Gegend südöstlich von Krakau vor. Sie gerieten mehrfach in den Feuerbereich des Fortsgürtels und er­litten dabei schwere Verluste. Es war ein Przemysl im Kleinen. Ob sich die Russen ernstlich mit dem Gedanken trugen, Krakau zu belagern, wissen wir allerdings nicht. Nach den letzten Darstellungen des Generalstabs wurden die Russen in Galizien aus zwei Fronten angegriffen. .Das Ergebnis hat sich mich sofort eingestellt. Wie weit ihr Rückzug geht, ist noch unbekannt. Manche Anzeichen deuten auf die Wahrscheinlichkeit weiterer und beträcht­licher russischer Verluste. Die Anlage dieser Operation scheint mehr zu versprechen, als bisher mitgeteilt wer­den konnte.

WTB. London , 9. Dez. Die „Times" besprechen in einem Leitartikel die Lage in Polen und schreiben, man könne nicht glauben, daß die Russen tatsächliech der An­sicht seien, es sei besser, die Schlachten in Russisch- Polen zu liefern als auf deutschem Gebiet. Keine große und stolze Nation würde sich auch nur für einen Augen­blick der Invasion in eine reiche Industrieprovinz aus­

setzen, wenn sie das verhindern könnte. Tie Russen hz^ sich entschlossen, der ersten großen deutschen JnvaA nach Zentralpolen an der Weichsel entgegenzutreten, ^ dem einfachen Grunde, weil sie die Konzentration st Streitkräfte nicht rechtzeitig vollenden konnten, um Grenze zu schützen. Es gelang ihnen, die Deutschen ^ den ersten Gefechten zurückzudrängen, aber während große Streitkräfte nach Krakau schickten, zog Hindenbq die deutschen Streitkräfte aufs neue zusammen und dra von neuem gegen Warschau vor. Jeder russische nm tärische Sachverständige gebe zu, daß das vollstär. unerwartet gekommen sei, so unerwartet, daß betrU liche Zeit verging, bis neue Kolonnen, die ihm Widerst leisten sollten, in Marsch gesetzt werden konnten. W? die Russen die Deutschen an der Wartha-Linie hat festhalten wollen, so hätten sie sie nicht vorher Russisch-Polen hinaus gedrängt.

Ein Schweizer an Oesterreich .

WTB. Wien, 9. Dez. (Nicht amtlich.) Die „Rest Post" erhielt von einem Schweizer Publizisten eine schrift, in der es heißt: Wenn in der deutschen Schv die Herzen auch bei Deutschland und Oesterreich sst so bemühen wir unS doch, neutral zu sein. Leider ist bei unseren welschen, d. h. den französisch sprechest»^ Landsleuten in der Westschweiz nicht so. Ihre Presse allzusehr von der französischen abhängig und so st, men sie auch zu harten und ungerechten Urteilen üb Oesterreich . Sie sind hauptsächlich erbost über die Ver^ letzung der belgischen Neutralität und deklamieren geg den deutschen Militarismus, als ob nicht die deut Waffentüchtigkeit und die heldenmütige österreichist Tapferkeit aller Volksstämme auch für uns einen Dan> bilden würde gegen die östliche Barbarei. Aber glaubt uns, Oesterreichcr: wir Schweizer gedenken eurer Tapst keit und unermeßlichen Opfer. Wir ziehen ehrfurchtsvoll den Hut vor euren Taten. Wir fühlen mit unter eur tausendfachen Not des Krieges. Wir Republikaner bet, für euren alten Kaiser, der alles getan hat, um Unglück zu vermeiden. Seid versichert, Oesterrcicher, es auch bei uns Männer und Jünglinge gibt, die lie mit euren Steierern und Tirolern zum Sturm vorging«.

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im Wetteifer, wer besseres zu leisten im Stande war,

Ja wahrhaftig, wie die Deutschen habt ihr nächst keine Hilfe als die eigenen Kräfte. Gott erhalte Fr« den Kaiser! Er segne eure Waffen, er gebe euren Käm fern Zuversicht und DodesmUt wie bisher; er sei mH den Verwundeten, den Gefangenen und den Vermißt«

Irrige franz. Verdächtigungen der Schweiz Bern , 9. Dez. In einem Artikel des schweizeris, Handlungsdepartements heißt es: Tie Behauptung „Gaulois", Deutschland verproviantiere sich größtenteils aus der Schweiz , ist aus der Luft gegriffen. Dires Transitsendungen abzulehnen, hat die Schweiz kein,

Grund. Daß neben diesem regulären Transit ein irreg> lärer durch unzulässige Mittel an der Grenze organff siert werde, gehört in das Gebiet der Fabel. Das Ho» delsdepartement legt an der Hand der Tatsachen dar, daß die Schweiz nichts weniger als eine Verprovianti, rungsbasis für Deutschland sein könne. MIan sollte gegrr die Schweiz nicht Beschuldigungen erheben, die keine» anderen Zweck haben könnten, als das gute Einverneh­men mit den Nachbarn zu trüben. ^ '

Schlimme Folgen dex Arbeitslosigkeit in Italien

Mailand , 9. Dez. (Nicht amtlich.) Ter „Cornea della Sera" meldet: Die Lage in Apulien ist infolge der Arbeitslosigkeit und der steigenden Lebensmittelprei­se ernst. In Barletta wurde der Generalstreik erklärt- Es kam zu Tumulten, in deren Verlauf die M'nge dir Unterpräfektur mit Steinen bewarf. Eine Frau wurde durch einen Revolverschuß verletzt.

Vergeblicher Angriff auf die Dardanellen.

GKG. Mailand, 9. Dez. „Unione" meldet, ein neuer englisch -französischer Angriff auf die Dardanellen­forts sei gescheitert. Die englisch -französische Flotte Haie die türkischen Küstengewässer verlassen.

Der heilige Krieg und seine Folgen in Arabien GKG. Frankfurt, 9. Dez. Die „Franks. Ztg" meldet aus Konstantinopel : Die unzweifelhafte Wirkung der Erklärung des heiligen Krieges greift auch in Ara­ bien um sich. Die beiden größten zentralarabischen Für-Drei ser sten Jbn el Reschid und Jbn et Sand, die bisher «s j> zu der Fehde lagen, versöhnten sich dank hiesiger Vermittlung-' »n die Beide stellten ihre Krieger zur Verteidigung des Istans y, Laza zur Verfügung. Jbn el Saiid hat gegen Basra lOOöl vüßjgur Reiter und 3000 Kamelreiter in Bewegung gesetzt, wäh »Falle i rend die S-treitkräfte Jbn el Reschids nach einer anderes ! ihrer Richtung Verwendung finden. Für England muß d<A ytzen. Abschwenken Jbn el Sands eine große Enttäuschung be- (-) gjo deuten. Er galt als einer der getreuesten Vasallen Al-! »chhrie bions in Arabien . - " t» Leit

Die Kämpfe in Südafrika . A"rn

WTB. London, 9. Dez. Nach einer Reuter-Melst ^ 3 «: düng aus Pretoria sind auf dem Streifzug Bothas bck ^ . Reitz insgesamt etwa 820 Buren gefangen genommra , .

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Der Burengeneral Beyers gefallen ? tzchde ^ GKG. Köln, 9. Dez. Tie „Kölnische Zeitung " nrck^ A ange det von der holländischen Grenze: General Beyers, der^ ich des Führer der Aufständischen in Transvaal ist, wie dcw tzpagm Reuterbureau aus Pretoria meldet, durch einen Schutz) üen—zg getroffen worden. Man glaubt, daß er tot ist. ) K 365,2

Die Vereinigten Staaten und der Weltkrieg ) Hch vo WTB. Washington, 9. Dez. In seiner gestrig Klung Botschaft an den Kongreß sagte Präsident Wilson , «W' M.m d Krieg vernichte eine erschreckend große Zahl von ryren

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schenleben und wirtschaftlichen Hilfsquellen. Die euro­ päischen Völker rechneten auf den Handel und die Indust­rie der Vereinigten Staaten , um ihre erschöpften räte wieder zu ersetzen. Wilson sprach den Wunsch au»- daß Amerika Gelegenheit finden möge, durch sein vrl' mittelndes Auftreten den Frieden wieder herzustellen-

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