länder daraus ausgeht, den Nebergang eines Teils der Murmanküste an Finnland zu hindern und sich selbst den vollen Einfluß über das Murmangebiet und ins-
Ss/V^Io
S'UerÄllk'g
^ ^ ^7 «72! LSA-
lüe ^luk'MN-KÜLkö
besondere die Mnrmanbahn zu sichern. Ferner ist die Frage der event. Einverleibung des ganzen russischen Ostkareliens mit Finnland für England Grund genug, militärische Vorbereitungen zu treffen. Diese bestehn in der Ansammlung von Truppen und Kriegsschiffen in der Petschengabucht, die an dem im Norden von Finnland gelegenenen Küstenstrich liegt. Auch in Kandalakscha , einer .Station der Mnrmanbahn an der Nordwestecke des Weißen Meeres , sind Ententetruppen angekommen, und die Station Kem, am südwestlichen Teil des Weißen Meeres , hat eine englische Garnison und wurde von dieser stark befestigt. Ostkarelien umfaßt sowohl die Kolahrlbinsel wie den bis zum Ladogasee reichenden, an Finnland grenzenden Landesteil, durch den die Murmanbahtt geht. Von letzterem Landesteil weiß man längst, daß die Anwohner fchaft eine Einverleibung in Finnland wünscht.
Zürich , 8. Juni. Der „Magdeb . Zeitung" wird von hier telegraphiert: Das „Pariser Journal" meldet, die Regierung der Alliierten sei in Moskau vorstellig geworden, auf Jnnehaltung der den Alliierten an der Murmanküste und in Archangelsk gegebenen Vertrags- rechte. Auf Grund dieser Bertragsrechte würden di« Truppenlandungen fortgesetzt. > v ...
Zur Ermordung des deutschen Gesandten in Moskau .
Ueber die Ermordung des Grafen Mirbach liegen noch folgende Einzelheiten vor:
Um sicher in die Gesandtschaft und zum Grafen Mirbach selbst zu gelangen, ließen sich die Mörder auf Grund eines gefälschten Ausweises, den sie sich zu verschaffen gewußt hatten, als Beauftragte der Kommission zum Kampfe gegen die Gegenrevolution melden. Dabei brachten die den Prozeß eines ungarischen Offiziers, des Grafen Robert Mirbach, zur Sprache Erst nach einiger Zeit zogen beide die Revolver und schossen auf den Grafen Mirbach sowie auf den Legationsrat Riezler und den Leutnant Müller. Sofort nach Abgabe der Schüsse sprängen sie aus dem Fenster des zu ebener Erde liegenden Zimmers und warfen im Springen noch Handgranaten nach dem bereits verwundeten Ge»» sandten. Andere Mitglieder der Gesandtschaft wurden nicht verletzt. Die Verbrecher entkamen in einem bereit stehenden Automobil, auf das die überraschten Wachen vergeblich feuerten. 'I: ^
Äms der Borgeschichte des Mords.
Berlin , 8. Juli. Ein Mitarbeiter der „Deutschen Lagesztg." der kürzlich aus Rußland zurückgekehrt ist, meldet, daß schon längere Zeit Gerüchte von einem Er> mordungsplan gegen den deutschen Gesandten in Mos kau umliefen. Er schreibt: Der deutsche Gesandte in Moskau erfreute sich bald herzlicher Sympathien auch russischerseits. Mer es gab deutschfeindliche Elemente, die mit baßstarrenden Augen auf alles sahen, was sich zugunsten und im Interesse der Mittelmächte vollzog und schon Mitte Mai dieses Jahres sagten mir Anarchisten, junge Bürschchen, die im Gelde wühlten und m Genüssen schlemmten, die ihnen unsaubere Geschäfte eingebracht haben dürften, daß der Plan bestünde, durch Ermordung des deutschen Gesandten Deutschland gewaltsam zu brüskieren.
Bon langer Hand vorbereitet.
Berlin , 8. Juli. Die über den Gesandtenmord an- gestellte Untersuchung hat weiter ergeben, daß das Verbrechen offenbar von langer Hand vorbereitet worden ist. Der ungarische Graf Mirbach wurde nämlich vor ungefähr 4 Wochen Äs Bewohner eines . Hotels, in dem
eine schwedische Artistin m angeblich gegenrevolutionärem Zusammenhang Selbstmord verübt hatte, verhaftet. Er war wie die übrigen festgenommenen Hotelbewohner völlig unschuldig, indessen blieb er, während die anderen frei gelassen wurden, verhaftet. Die ganze Angelegenheit ist höchst wahrscheinlich von Mitgliedern der Kommission zur Bekämpfung der Gegenrevolution kürzlich geschaffen worden, um einen Vorwand zu haben, zu dem Gesandten Vordringen zu können.
Belagerungszustand in Moskau .
Moskau , 8. Juli. In Moskau ist der Belagerungszustand erklärt worden. Die gestern nacht von den linken Sozialrevolutionären besetzte Telephon- und Telegraphenstation ist von den Bolschewisten einige Stunden später zurückerobert worden. Die in ihren Quartieren mit Artillerie beschossenen linken Sozialrevolutionäre haben im Laufe des Tages Parlamentäre geschickt. Die Bolschewiki haben bedingungslose Unterwerfung gefordert. Gerüchte, daß in Petersburg , Jaroslaw und anderen Städten der Aufstand losgebrochen sei, werden von der Regierung als unbegründet bezeichnet.
Moskau , 8. Juli. Die linken Sozialrevolutionäre haben gestern ein Bulletin heraus gegeben, in dem sie mitteilen, daß Graf Mirbach von der Terroristen Aktion der linken Sozialrevolutionäre getötet worden sei. Nach einer Mitteilung der Nehrung haben die bisher verhafteten Führer der linken Äzialrevolutionäre, worunter sich Spiridonowa befindet, zugestanden, daß das Attentat mit Wissen der Parteileitung ausgeführt worden ist, um den Bruch des Brester Friedens zu erzwingen. Soweit bisher sestgeftellt, haben das Attentat, und die seitens der Gegenrevolutionäre ausgegebene Parole „Krieg gegen Deutschland " diesen viele Anhänger und Helfer abspenstig gemacht. Indessen besteht begründete Aussicht, daß die Bolschewiki der Lage in Moskau Herr werden.
l
k-
^ ' BerNn, 8 . Juli.
Präsident Febrenbach eröffnet die Sitzung um ILO Uhr. An Stelle der erkrankten, bzw. verhinderten Schriftführer Dr, Be lzer (Z.) und Dr. Neumann-Hofer (F. B. - werden die Abgeordneten Dr. Pfeiffer und Doormann (F. B.) ju Hikfsschristführern berufen. Zunächst wird über die Verringerung der Legislaturperiode des Reichstags in erster Lesung beraten.
Abg. Scheidemann (S.):- Wir müssen notgedrungen die Verlängerung billigen. Neuwahlen und die notwendig vorangehende Aufklärungsarbeit sind praktisch einfach nicht möglich. Wir stimmen daher für die Vorlage.
Aba. Alb reckt sU. S-): Wir können nicht einsehen, weshalb wir nicht wählen sollten. Der Belagerungszustand muß aufhören. Die Verlängerung ist verfassungswidrig. Wir lehnen die Vorlage ab, ebenso die Verlängerung des elsaß -lothringischen Landtags.
Die Vorlage wird in allen drei Lesungen angenommen, desgleichen die Verlängerung des elsaß -lothringischen Landtags.
Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über dt« Zusammensetzung des Reichstags und di« Verhältniswahl in große» IreichülWlwahlkreitz«. _ , - -,
Abg. Landsberg <Soz.): Wir stehen der Vorlage durchaus kühl gegenüber. Andere Staaten gehen zu einer Ausdehnung des 'Wahlrechts auf Soldaten und Frauen über.
Abg. Dr. Müller- Meiningen (F. B. ): Die Vorlage ist gut denn sie ist klar und Vas ist für die Verhältniswahl das Wichtigste.
Abg. Hr. Bell sZ.): Auch wir halten die Vorlage aut, Sie war es aber schon vor der K Verhältniswahl für einige Wahlkreise, zuseyen, ist ein Sprung ins Dunkle.
Graf Westarp (K.): Wir können dem Gesetz nicht zu- tmmen. Die Veränderungen .die die Kommission vorgenommen at, bedeuten eine wesentliche Bevorzugung der großstädtischen Bevölkerung und der organisierten Arbeiterklasse. Wir sind »rundsätzliche Gegner der Verhältniswahl. Der Vizekanzler hat die Verhältniswahl entgegengesetzt eine Probe genannt, das kann dock, nur bedeuten, daß das Gesetz weiter ausgedehnt werden soll, wohl auf das ganze Deutsch« Reich. Das halten wir für »Mg ausgeschlölleo.
wir halten die Vorlage für ;r Kommissionsberatung. Die eise, die festgelegt sind, vor-
Ms Stadt und Land.
— Gedenktag»: 9. Juli 1917 Scheitern englischer Angriffe bei Hollebeke. — 1916 Schwere Verluste der Engländer bei Trones der Franzosen bei La Maisonnet. Gest. Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe , Schwager Kaisers Wilhelm 8. — 1915 Kapitulation der südwestafrikanischen Schutztruppe bei Grootfontein. — 1857 Geboren Großherzog Friedrich 2. von Baden. — 1807 Frieden zu Tilsit. Verkleinerung des preußischen Staates um die Hälfte.
— Grotzherzog » Geburistagsspende. Die am
Sonntag vom Roten Kreuz veranstaltete Geldsammlung zugunsten unserer Feldgrauen ergab in Adelsheim die schöne Summe von 433 Mark. — Den Gebern und Sammlerinnen für ihr Werk der Nächstenliebe und Dankbarkeit gegenüber den tapferen Beschützern von Heimat, Haus und Fluren, herzlicher Dank!
— Das amtUche Berküudigungsblatt enthält u. a. Bekanntmachungen die ministerielle Verordnung über den Fremdenverkehr 1918 mit einem Anhang des Kommunalverbandes Adelsheim auf diese wir besonders Hinweisen.
— Schiffsjungen-EErstellung in der Kaiserliche» Marine. Das Kommando der Schiffsjungen- division beabsichtigt, im Oktober 1918 wieder Schiffsjungen einzustellen, und zwar kommen für diese Anstellung nur die Jahrgänge 1902 und 1903 in Frage. Die Altersgrenze ist also: für Mindestalter: Oktober 1903 --- 15 Jahre, für Höchstalter: November 1901 --- 16. Jahre 11 Monate. Die im Oktober 1901 und früher geborenen Jungen kommen für diese Einstellung nicht in Betracht. Anmeldungen müssen möglichst schnell beim zuständigen Bezirkskommando erfolgen, ha der Bedarf voraussichtlich bald aedeckt ist.
- Glück mutz der Mensch haben. Einem in unserer Nähe wohnenden Landwirt wurde das von ihm schon längst erwartete Paket zugestellt. Nach Oeffmmg
desselben zeigte aber der Inhalt — 3 Pfund Käse. 2 Ballen Butter und ein Laib Brot — daß diese genußreiche Sendung nicht für ihn bestimmt sein konnte. Mit der nächsten Post kam noch ein Paket an ihn — diesesmal war es das richtige. Der Sachverhalt klärte sich bald auf. Auf einer der Stationen fiel nämlich die Adresse des richtigen Pakets ab und der dienstbeflissene Stephansjünger klebte sie einfach auf ein anderes — eben auf das zuerst angekommene. Man suchte nun nach der Adresse zu dem Lebensmittelpaket, fand sie — an Polizei- kommissär G. in D. —' und schickie nun den jehnsüchtig Harrenden die wahrscheinlich mit Hangen und Bangen erwartete Leibesatzung. Ob wohl — der sonst vielleicht Gestrenge — von der Irrfahrt dieses Liebespakets erfahren wird? Auf jeden Fall hat die süddeutsche Gutherzigkeit wieder ein schönes Beispeil dafür geliefert, daß sie wohl versteht, was es heißt: „Leben und leben lassen"!
(-) Bödigheim , 7. Juli. Im Auftrag des Großherzogs überreichte heute Herr Bürgermeister Grämlich in feierlicher Weise mit einer Ansprache dem Kreisstraßen- wart Heinrich Kunz mann für 30jährige treugeleistete Dienste das allgemeine Ehrenzeichen. Möge sich der Ausgezeichnete noch viele Jahre in Frieden und Gesundheit dieser landesväterlichön Huld erfreuen.
x. Bödigheim , 9. Juli. Die spanische Krankheit hat auch hier bedauerlicher Weise ihren Einzug gehalten. Bis jetzt ist alles gut verlaufen.
x. Bödigheim , 9. Juli. Letze Woche wurden am hiesigen Bahnhof innerhalb 3 Tagen 18 Waggon Heu von hier und Eberstadt verladen.
h. Schillittgstadt, 8. Juli. Vergangenen Sonntag fand hier eine kleine Großherzogs-Geburts- tazsfeier unter den Friedenslinden vor dem Schulhaus statt. Nach einigen Liedern und Gedichtvorträgen durch die Schuljugend unter der Leitung des Herrn Lehrer Heybach sprach Herr Pfarrer Specht herzergreifende Worte von Heimat. Vaterland und Fürstentum. Die alte badische Hymne: Heil Friedrich unserm Großherzog schloß die kleine, eindrucksvolle Feier.
h. Schillingstadt , 8. Juli. Die erledigte Steuereinnehmerei, die vertretungsweise der Gemeinderechner Emil Englert übernommen hatte, ist heute dem Kriegsverletzten Julius Kaibel übertragen worden. Kurbel ist Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Bad. Silbernen Verdienstmedaille. Im Kampfe hat er jedoch seinen linken Arm eingebüßt durch einen Granatsplitter.
h. Schistingstadt, 8. Juli. Wiederum schmückt einen unserer Heldensöhne das schlichte schwarze Kreuz von Eisen 1. Klasse. In den gewaltigen Kämpfen im Mai hat sich der erst kürzlich zum Unteroffizier beförderte Ernst Weber, Sohn des Bezirksrats Weber von hier, so hervorragend bewährt, daß ihm das Eiserne Kreuz
1. Klasse verliehen werden konnte. Glückliche Heimkehr dem Helden!
h. Schillingstadt , 8. Juli. Die Post hat uns schon wieder gute Nachricht gebracht. Gefreiter Jakob Fxeudenberger Geometergehilfe, Sohn des hiesigen Ortsdieners Freudenberger, Inhaber des Eisernen Kreuzes
2. Klasse wurde zum Unteroffizier befördert. Wir beglückwünschen den Beförderten!
ft Schlierstadt , 8. Juli. Letzten Samstag versammelte sich die hiesige Einwohnerschaft, um einem jungen Manne, ver stillen Hoffnung seiner Eltern, das letzte Geleite zu geben und dadurch seinen Angehörigen ihre aufrichtige Teilnahme an dem schweren Verluste zu bezeugen. Vizewachtmeister und Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe, TheodorStich, Sohn des Gemeinderats Valentin Stich, starb ganz rasch in seinem 24. Lebensjahre. Im Juli 1915 wurde er zu den Waffen gerufen und stand bis zu diesem Frühjahr an der russischen Front. In Karlsruhe setzte eine heftige Lungenentzündung dem hoffnungsvollen Leben seinem irdischen Dasein ein Ziel. Seine sterbliche Hülle wurde hierher überführt und von hiesigen Kameraden zu Grabe getragen. Er ruhe in Frieden!
(-) Schlierstadt , 9. Juli. Der Opfermut der hiesigen Einwohnerschaft zeitigte gelegentlich der Sammlung zur Großherzoqs - Geburtstags spende durch Mädchen des obersten Schuljahres das schöne Ergebnis von 130 Mark.
(-) Karlsruhe , 8. Juli. Der Großherzog und dtz GroMerzogin haben dem Stadtrat hier die Summe von 3000 Mk. zur Unterstützung von Kriegersfrauen rinderen Familien zur Verfügung gestellt. Aus Anlaß seines Geburtstages hat der Grohhrrzog einer größeren Reih« von Personen das Kriegsverdienstkreuz und das Kriegs» hilsskreuz verliehen. ^ ^
(-) Karlsruhe , 8. Juli. Im Anschluß an dr« von uns veröffentlichte in der bad. Ersten Kammer er» b bmen Forderung „weg mit den fremden Jagdpächtern" wird der ,Kö !n. Ztg." berichtet: Aus meiner persönlichen Kenntnis'vermag ich einen Beitrag zur Beleuchtung der deutschen Weitherzigkeit — man könnte auch einen anderen Ausdruck gebrauchen — in diesen Dingen zu geben, der vielleicht die Oeffentlichkeit interessiert. Mehrere Jahre hindurch hatte vor dem Kriege einer der fanatischsten und einflußreichsten Deutschfeinde eine große Jagd in unmittelbarer Nähe von Breisach , also eine der wichtigsten Uebergangspunkte vom Elsaß nach Baden , gepachtet. Es handelt sich um den französischen Botschafter in Rom . Er Pflegte sein Quartier in einem Städtchen am Kaiserstuhle aufzuschlagen und hatte meist eine größere Gesellschaft geladen, die in einer Reihe von Antos angezogen kam. Daß darunter sich wohl mancher höhere französische Offizier befand, kann man sich leicht denken. Möchte die Anregung dazu beitragen, daß wenigstens in den deutschen Grenzgebieten mit diesem Unfug aufgeräumt wird!
(-) Karlsruhe , 7. Juli. Am Samstag vormittag Hürde in Anwesenheit des Großherzogs im Orangeriege- jäude die Kurlandwanderausstcllung de- De t-