dienten die Boulevards. Das Hauptziel der Verschwörung der anglo-französischen Diplomaten war eine neue Kriegserklärung an Deutschland . Die anglo-französischen Diplomaten waren überzeugt, daß jede andere Gewalt in Rußland außer der Rätegewalt ein gehorsames Werkzeug in den Händen des anglo-französischen Imperialismus sein werden und auf Befehl das russische Volk in ein neues Schlachten schicken werde. Die Diplomaten waren besonders bestrebt, die urkundlichen Texte der Verträge !mit Deutschland in die Hand zu bekommen, die dann gefälscht werden sollten, damit dem russischen Volke gezeigt werden könne, daß die Räteregierung Rußland an Deutschland verraten habe. Diese Anfertigung gefälschter Verträge war in mehreren Sitzungen, die von der englischen Gesandtschaft berufen waren, festgesetzt worden. Außerdem sollte ein gefälschter Notenwechsel zwischen der deutschen und der Aovjetregierung hergestellt werden.
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Aus Stadt und Lauv.
— Gedenktage S. September. 1917 Scheitern englischer Angriffe auf Roelkapelle, Zonnebeke. Scheitern französischer Am griffe bei Pargny, Filain, gegen Rois Soulains. Beschießung von Scarborough in England durch ein deutsches U-Boot. Räumung der Stellungen bei Friedrichstadt seitens der Russen. Niederlagen der Russen bei Neukaipen, Nitau im Baltenlande. Scheitern rumänischer Angriffe bei Muncelul. Erfolgreiche Kämpfe auf dem Balkan am Prespa- und Doiransee. Erfolgreiche Kämpfe mit den Italienern um den Besitz des Monte San Gabriele im Isonzogebiet. — 1916 Scheitern der Angriffe von englisch. -frauzösischen Divisionen nördlich derZsSomme. — 1919 Ueberschreitung der Putylowka-Niederung. — 1914 Versenkung des englischen Kreuzers „Pathfinder" in der Nordsee durch „U 21 ". — 1909 Frieden zu Portsmouth zwischen Rußland und Japan . — 1870 Ankunft des Kaisers Napoleon 8 . auf Wilhelms höhe .
— Mutmaßliches Wetter. Der Hochdruck nimmt weiter zu, verspricht aber noch keine Dauer. Immerhin ist am Freitag und Samstag nach kühler Nacht trockenes und tagsüber milderes Wetter zu erwarten.
— El» Gewitter mit kräftigem Regen, der hoffentlich länger anhalten wird, zog heute früh über unsere Gegend und brachte Feld und Garten die notwendige Erfrischung und Feuchtigkeit.
— Auszeichnung. Dem Dragoner Hermann Haag, ein Sohn des Oberpostschaffners Haag in Adels heim , der beim hessischen Leib-Dragoner-Regiment Nr. 24, im Felde steht wurde die hessische Tapferkeitsmedaille verliehen. Unfern Glückwunsch!
— Die deutsche » Sparkassen. Fm Monat Juli betrug die Zunahme der Spareinlagen in den deut schen Sparkassen schätzungsweise 650 Millionen Mark gegen 300 bzw. 255 Millionen Mark im Juli der beiden Vorjahre. Damit hat der Zuwachs der deut schen Sparkassen seit Jahresbeginn die Summe von 4300 Millionen Mark erreicht, gegen 2160 bzw. 1830 Millionen Mark in der gleichen Zeit der beiden Vorjahre, alles ohne Berücksichtigung der Zeichnungen der Sparer auf die Kriegsanleihen. ' > . !
— Der Deutsche Psarrertag war Ende August in Eisenach versammelt, der die 15000 Mitglieder zählenden evangelische Psarrervereine vertritt. Aus den Verhandlungen wird mitgeteilt, daß vor allem eine Entschließung gefaßt wurde, die einen engeren Zusammenschluß der einzelnen Landeskirchen durch gemeinsame Vertretung d. h. eine Reichssynode mit Laienbeter- ligung anstrebt. Ferner soll ein einheitliches Gesangbuch geschaffen werden, für dessen Grundlage das 1915 erschienene „Deutsche evang. Gesangbuch für die Schutzgebiete und das Ausland" empfohlen wurde. Tie Zahl der Lieder soll etwas vermehrt, die Melodie der einzelnen Gesänge soll möglichst nach der Urform einheitlich festgelegt, der Gemeindegesang mehr rhythmisch gestaltet werden. — Zur wirksameren Vertretung äußerer Standesintereffen wurde der Anschluß an die in der Bildung begriffene „Arbeitsgemeinschaft höherer Berufe" (Sitz Berlin ) beschlossen.
Der Mutter Sühne.
Roman von H. Courths-Mahler . 29
Wie er das nun aufnehmen würde? Sie erzitterte, wenn sie an seine herrischen, zwingenden Augen dachte, die dock so heiß und innig nm Liebe flehen konnten. Was sollte sie ihm sagen! Sollte sie ihn belügen, ihn glauben machen, sie liebe ihn nicht? O, er würde ihr diesen Glauben verweigern. Nein, das beste war, sie sagte ihm die Wahrheit, dann müßte er doch einsehen, daß sie ihm nicht angehören konnte.
So saßen sich die beiden Menschen gegenüber. Neben ihm die zarte, blonde Gabi, die mit glänzenden Angen an seinen Zügen hing, neben ihr Horst Wendenbnrg, der sich kaum noch zu beherrschen vermochte. Auch in ihm drängte alles zur Entscheidung. Voll brennender Ungeduld erwartete er Bernhards Werbung nm Gabi. Worauf wartete dieser noch? Zeigte er ihm nicht deutlich genug, daß er als Freier willkommen war? Das Zusammenleben mit Eva war dem gereiften Manne, den die junge Liebe noch einmal gepackt hatte, zur Qual, freilich zu eine?Qual, die ihn berauschte.
Es erschien ihm nur grausam gegen sich selbst, daß er seine Liebe verschweigen sollte, bis Gabi verlobt war. Das junge Volk brauchte freilich nicht mit der Zeit zu geizen, aber er, jede verlorene Minute war ihm kostbar und unersetzlich.
Und war es nicht auch für Eva besser, wenn er sich erklärte? Ernähr» sich fest vor, die nächste Gelegenheit zu benutzen. Mochte sich Gabi dann mit der Tatsache absurden, daß Eoa ihre Stiefmutter rvurde.
Und Horst Wendenburg wiegte sich in süße Träume. Eva mußte dann sehr bald sein Weib werden, schon weil sie bei ihm im Hause war. Er würde ohnedies während des Brautstandes nicht viel in Billa Anna leben können. Eoa fortzu- schicken während dieser Zeit, ging nicht an. Wo sollte sie hin?
Ihre Mutter lebte allerdings noch und zwar in Berlin , aber selbst, wenn er seinem sterbenden Freund, Evas Vater, nicht gelobt hätte, Eva ihrer Mutter fernzuhalten, so hätte er nie darein gewilligt, daß Eva diese Frau aufsnchte. So viel er über sie in Erfahrung hatte bringen können, hatte sie an einer kleinen Berliner Vorstadtbühne ei» Engagement, welches ihr sehr wenig einbrachte, denn sie hatte sich nicht entblödet, Wen-
Der Fliegerhclv. Ter im Tagesbericht am 2. September genannte Vizefeldwebel Günther, der einen feindlichen Panzerwagen vom Flugzeug aus vernichtete, ist der Sohn des Oberhauers und Kirchengemeinderats Jos. Günther in Wiedenbronnen bei Freu denstadt . Er gehörte dem Jus.-Regt. 125 an.
— Gesetzliche Sicherung der Invalidenrenten- Zulagen. In der kommenden Herbsttagung des Reichstages wird die Reichsregierung einen Gesetzentwurf vorlegen, durch den die Rentenzulagen der Jnvalititäts- versicherung eine gesetzliche Grundlage erhalten sollen. Durch Bundesratsverordnung vom 3. Januar ds. Js. wurde auf Grund des Ermächtigungsgesetzes den Empfängern einer Invalidenrente und einer Witwen- oder Witwerrente eine Zulage gewährt, die einen teilweisen Ausgleich für die allgemeine Teuerung bieten soll. Die Geltung dieser Bundesratsverordnung erreicht mit Ablauf dieses Jahres ihr Ende. Durch den Gesetzentwurf sollen nun die Rentenzulagen in das Jüval'd-täts- und Mtersversicherungsgesetz hineingearbeitet werden und gleichzeitig soll eine Erhöhung der Beiträge zur Tek- kung der gesteigerten Leistungen dürchaefübrt werden.
k. Seuufeld, 4. September. Einen plötzlichen Tod fand der aus Hirschlanden stammende und seit einigen Jahren hier wohnhafte Schreinermeister Fischer. Der brave und fleißige Handwerksmann, der mit epileptischen Anfällen behaftet war, sprang heute Morgen, nachdem er wieder einen solchen Anfall überstanden hatte, in die Seckach und konnte, trotzdem sich gleich rettende Hände nach ihm ausstreckten, nur als Leiche geborgen werden. Der Bedauernswerte hinterläßt eine Frau mit zwei Kindern.
h. Anterkefsach, 5. Sept. Dem noch nicht 19jährigen Musketier Karl Frank , Sohn des Landwirts und derzeitigen Landsturmmannes Friedrich Frank hier, wurde für Mut und Unerschrockenheit bei einer erfolgreichen gewaltsamen Erkundung das G »s er ne Kreuz 2. Klasse verliehen. Außerdem erhielt er als weitere Anerkennung auf Regimentsbefehl einen außerordentlichen Urlaub von 14 Tagen. Dem tapferen Soldaten unfern Glückwunsch!
v. Schlierstadt » 5. Sept. Heute früh 2 Uhr schreckte die Bewohner Feueralarm aus dem Schlafe. Inmitten des Dorfes standen die gefüllten Scheunen der Landwirte Karl Müller, Joseph Ebel und Joseph Wallmann Witwe in Flammen. Dank der sofortigen tatkräftigen Hilfeleistung der Einwohnerschaft, der sich bald die Feuerwehren Eberstadt , Seckach und Zimmern, später noch Adelsheim und Osterburken anschlossen, gelang es, im Verein mit der sich in tadellosem Zustande befindlichen Wasserleitung, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Scheunen brannten mit ihrem wertvollen Inhalt auf den Grund nieder und kamen dabei noch 2 Schweine und 16 Hühner um. Der Gebäudeschaden ist 5000 Mark, der Fahrnisschaden ist 7000 Mark. Tie Geschädigten sind leider nur schwach versichert, sodoß sie eine empfindliche Einbuße erleiden. Die Ursache des Brandes ist noch unaufgeklärt und liegt der Verdacht der Brandstiftung nahe, da die Ernte in gutem, trockenen Zustande eingebracht wurde.
h. Schillingstadt , 5. September. Und täglich das dunkelste Rätsel; von allen sind es die Besten, die fallen. Wiederum hat ein feindliches Geschoß eines Kriegers Herzblut gefordert. Einer unserer Besten ist tot. Em alter sturmbewährter Kämpfer hat sein Leben geopfert: Der Sergeant Wilhelm Ohnsmann. Als Freiwilliger trat er mit 18 Jahren in ein Seebataillon ein, wurde in Kiautschau als Seesoldat verwendet. Mit den Ersten rückte er in das Feld und schlug sich als Held. Für einen gefährlichen Gang durch den Granathagel erhielt er das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Verschiendene- male verwundet, kämpfte er immer wieder in vorderster Stellung. Das Eiserne Kreuz 1. Klaffe war der Lohn für eine unter schwerster Feindbeobachtung zurückgebrachte Meldung.' In einem belgischen Seebad rettete er einen
denburg vor kurzer Zeit in einem Briefe anzubetteln. Er hatte ihr einige Hundertmarkscheine eingeschickt mit der Bedingung, daß sie nie versuchen sollte, sich Eva zu nähern.
Eigentümlicherweise hatte gerade in letzter Zeit Eva einigemal« nach ihrer Mutter gefragt. Weudeuburg bat sie jedoch stets, sich in Gedanken nicht mit der Mutter zu befassen. Sie lebe noch immer als Schauspielerin in Berlin . Eva möge an den letzten Wunsch ihres sterbenden Vaters denken und die Frau zu vergesse» suchen, die seinem Leben zun: Fluch geworden sei.
Als sich Bernhard von Eva verabschiedete, ließ er seine Lippen länger und fester als sonst auf ihrer Hand ruhen, und ei» leises: „Auf morgen!" tönte an ihr Ohr.
„Auf morgen!"
Sie sagte es immer wieder leise vor sich hin, als sie sich zur Ruhe begab, und ihr Herz schwankte zwischen heißer Glückseligkeit und tiefein Schmerz.
Sie überlegte, daß sie Bernhard um die Mittagszeit des nächsten Tages in den Park bestellen wollte. Onkel Horst pflegte dann in seinem Zimmer sein Schläfchen zu machen, und Gabi mußte ebenfalls nach Tisch ruhen. So konnte sie sich unbemerkt auf ein Stündchen entfernen. Dann sollte Bernhard die Wahrheit erfahren, es war das beste.
Darüber hinaus dachte sie nicht, wie Blei lag ihr dieser Entschluß auf der Seele. Wie würde er ihre Eröffnung auf- faffen? — — — — — — — — — — —
Am nächsten Abend kam Bernhard mit Wendenburg wieder herüber. Gabi forderte ihn auf, vor Tisch noch eine Partie Tennis mit ihr zu spielen. Trotz seirier Ungeduld, von Eoa in einem unbewachten Moment Zeit und Ort eines Zusammentreffens zu erfahren, mußte er mit Gabi den Tennisplatz hinter dem Hause aufsuchen.
Inzwischen stand Eoa im Speisezimmer und oxdnete Blumen in der Schale. Sie sollten die Tafel zieren. Als sie fertig war. überblickte sie prüfend ihr Werk. Da trat Horst leise ein und stellte sich hinter sie.
„Alles in Ordnung, eifriges Haus Mütterchen?" fragteer leise mit seltsam heiserer Stimme und legte beide Arme um ihre Taille. Sie schrak heftig zusammen und lehnte dann zitternd in seinen Armer,, als sie merkte, daß es Horst war, der sie umfaßte.
Werftbeamten aus den Fluten des hochgehenden Kanals unter Einsetzung des eigenen Lebens und erhielt dafür die Rettungsmedaille. Er schien gegen die Kugeln gefeit. Mit welcher Begeisterung sprach er von seinen Kameraden von Kampf und Sieg! Um ihn weinen nicht nur die Angehörigen, um ihn klagt eine Kompagnie, die nach den Aussagen des Führers einen, wenn nicht den Besten verloren hat. Um ihn trauert auch die Gemeinde, die einen ihrer Tapfersten mit ihm dahingab. — Möge er in fremder Erde so gut ruhen wie daheim in dem mit Trauer linden beschatteten Gottesacker. Vergessen wird er nie I
(-) Karlsruhe, 4. Sept. Tie Lehrer, die im Jahre 1878 das Lehrerseminar I in Karlsruhe verlassen haben, beabsichtigen ihr 40jähriges Tienstjubiläum mit, einer kleinen Feier am 4. Oktober in Karlsruhe oder im Lehrerheim Bad Freyersbach zu begehen.
' (-) Karlsruhe , 4. Sept. Nachdem in letzter Zeit
wiederholt durch mutwillige Beschädigung der Isolatoren erhebliche Störungen auf der Albtalbahn zwischen Frauenalb und Herrenalb verursacht wurden, die sich bei der beschränkten Zahl der Betriebsmittel auf das ganze Bahnnetz übertragen, wird die Bevölkerung ersucht, die Behörden bei der Ermittlung der Täter zu unterstützen, weil, abgesehen von den sonstigen üblichen Folgen solcher Störungen zahlreiche Arbeiter um Verdienst und Ruhestunden gebracht werden.
(--) Heidelberg , 4. Sept. Ter Straßenbahnverkehr aus der schon seit geraumer Zeit fertiggestellten Strecke zwischen Heidelberg und Eppelheim soll, wie uns mitgeteilt wird, noch im Laufe dieses Monats ausgenommen werden. Wie wir weiter hören, hat der Gemeinderat Plankstadt sich in einer Eingabe an den Heidelberger Stadtrat gewandt, in der die alsbaldige Weiterführung dieser Strecke bis Plankstadt und Schwet zingen im Interesse dieser Gemeinden dringend empfohlen wird.
(-) Heidelberg , 4. Sept. Zu der gestrigen Notiz, daß der Wirt vom Kümmelbacherhof verhaftet worden sei, ist noch nachzutragen, daß auch gegen die Pensionäre, denen in der fleischlosen Woche fast täglich Fleisch vorgesetzt worden ist, ein Strafverfahren eingeleitet ist.
(-) Wiesloch , 4. Sept. Eine Diebesbande, deren Tätigkeitsfeld sich über den ganzen Amtsbezirk und die benachbarten Orte Reilingen und Nußloch , ja sogar bis nach Unteröwisheim bei Bruchsal erstreckte, wurde von der Gendarmerie aufgehoben. Die Diebe sind die 16jährigen Taglöhner Krauß, Eletsch und Kaufmann aus Walldorf und ihr 25jähriger Genosse FrohmMer. Sie stahlen überall Hühner, Gänse, Feldfrüchte aller Art, und trieben mit ihrer Beute einen schwungvollen Handel in Heidelberg .
(-) Baden-Baden , 4. Sept. Aus eine Anfrage des Gemeinderats ist vom Ministerium des Jstnern der Bescheid eingegangen, sie erwäge, ob die gewünschte Erhöhung der Bra'ndversicherungssumme ohne Nachtragsschätzung möglich oder ob eine Erhöhung der bisherigen Zuschläge zu den Entschädigungen von 20 bis 60 Prozent zuzubilligen sei. Der Gemcinderat regte an, bei nachgewiesenem-Verlust die Erhöhung auch für rückliegende Fälle eintreten zu lassen.
(-) Lahr , 4. Sept. Auf dem oberen Teil des Ehrenfelds im neuen Friedhof, wo zurzeit Grabarbeiten vorgenommen werden, fand man dieser Tage den Backenzahn eines Mammuts.
(-) Freiburg , 4. Sept. Im Stadtteil Wiehre wurde eine Geheimschlächterei entdeckt. 10 Zentner geräuchertes Rindfleisch, 7 Ztr. gepöckeltes Ochsenfleisch und 75 Pfund Rindstalg wurden beschlagnahmt.
(--) Engen , 4. Sept. Bei seinem Bienenstand wurde am Samstag Gendarmerieobcrwachtmeister Waldvogel tot aufgefunden. Ein Herzschlag hatte den Tod herbeigeführt. Der Verdorbene stand im 69. Lebensjahr und war seit über 40 Jahren im Gendarmeriedienst tätig-
„Hast Du mich erschreckt, ich hörte Dich nicht eintreten durch die offene Türe," sagte sie mit schwachem Lächeln »ul legte ihren Kopf traulich an seine Schulter.
Er stand ganz still und hielt sie fest. „Wir können zu Tisch gehen, Onkel Horst," sagte sie nach einer kleinen Weile.
„Es eilt ja nicht, Eoi. Unser künftiges Brautpaar ist noch beim Tennis."
Ihr Herzschlag stockte. So deutlich hatte Horst noch nn ausgesprochen, daß er in Gerold seinen künftigen Schwieger- sohn sah.
Sie glättete mechanisch am Tischtuch. „Dann warten wir Noch," sagte sie langsam und schwer.
Horst zog Eoa mit sich in den kleinen Salon nebenan
„Komm, Eoa, ivir haben noch eine Weile Zeit. Setz Dich zu mir. Ich möchte etwas mit Dir besprechen, was mir schon längst am Herzen liegt," sagte er scheinbar ruhig. Aber dar Blut jagte ihm unruhig durch die Adern.
Sie sah unsicher zu ihm auf.
„Was ist es, Onkel Horst?"
Er zog sie neben sich auf einen Diwan. Durch die offenst» hende Türe, die ebenfalls über die Veranda nach dem Garten führte, hörte man Gabis und Bernhards Stimmen bei» Spielen zählen.
Wendenbnrgs Atem ging gepreßt. Er wollte seine Wer. bnng so ruhig wie möglich Vorbringen, um sie nicht zu ec. schrecken. Jni Anfang gelang es ihm auch, aber dann riß ihr die Leidenschaft fort.
„Evä, Du hast nun schon seit Jahren meinem Haushalt vorgestanden, hast Behagen und Bequemlichkeit.,»» mich verbreitet und mich verwöhnt."
Sie lächelte und ließ es willig geschehen, daß er den Arm fest um sie legte.
„Mit dem Verwöhnen warst Du mir entschieden über. Onkel Horst, Du hast mich viel mehr verwöhnt, als ich Dich. Und wie soll ich Dir anders meine Dankbarkeit beweisen ?"
„Sprich nicht von Dankbarkeit. Schenk mir Deine Liebe, das ist mir tausendfach mehr wert."
Sie ahnte nicht, von welcher Liebe er sprach, war viel zi, viel mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, um zu bemerken, wie unruhig und seltsam Wendenburg war. Sie preßte seine Hand fest zwischen den ihren. 240.2V