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brachten uns ohne Verluste eine Anzahl Gefangene. Nachts versuchten feindliche Abteilungen südlich von Com- bres, östlich von St. Mihielund im Parroy-Walde in unsere Gräben einzudringen; sie sind überall sofort vertrieben worden.

Oestlicher Kriegsschauplatz:

Keine wesentlichen Ereignisse.

Mazedonische Front.

Die Lage ist unverändert.

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Unsere Flieger brachten zwei Fesselballons brennend zum Absturz und bewarfen Truppenlager im Cerna- Bogen wirkungsvoll mit Bomben.

Der erste Generalquartiermeister von Ludendorff .

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Die starke s)inctenburgUnre.

Der „Times"'-Korrespondent in Frankreich schreibt über die Lage der Ententetruppen:

Alle Dörfer zwischen uns und der sogenannten Hindenburglinie sind in Forts umgewandelt. Eine grobe Anzahl von Maschinengewehren bestreicht das dahinter liegende Gebiet. An den Wegkreuzungen befinden sich Minentrichter von durchschnittlich 4V Fuß Tiefe. Die Zugänge zu den ^Dörfern sind mit Stacheldraht ver­sperrt.

Britische Militärschriftsteller beharrpten, daß die neue deutsche Linie zwischen Cambrai —St. Quentin—La Före liegt.

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ktreife cieutscker kriegslckiffe im Sperrgebiet.

Amtlich. Berlin . 30. März.

In der Nacht vom 88. zum 89. März haben Teile unserer Seestrettkräfte das Sperrgebiet vor der Südostküste Englands abgestreift. Auster dem bewaffneten englischen Dampfer „Mascottc", 1097 Br.-Reg,-To., der acht See­meile» östlich Lowestoft angetroffen und durch Artillerie­feuer versenkt wurde, find weder feindliche Gtreitkriifte noch Handelsschiffe gesichtet worden. Sieben Mann der Be­satzung des Dampfers „Mascotte" wurden gefangen­genommen.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Französischer Zerstörer und Transportdampfer gesunken.

Laut „Baseler Anzeiger" sind der französische Zer­störer „Boutefeu" und der Transportdampfer „Senegal " auf dem Wege von Swansea nach Cherbourg durch Auf­läufen auf Minen gefunken.

„Boutefeu" ist im Jahre 1909 gebaut worden, hat eine Wasserverdrängung von 703 Tonnen, eine Geschwin­digkeit von 31 Seemeilen und im Frieden 81 Mann Be­satzung. „Senegal " ist ein kleiner Dampfer von 73 Tonnen. Swansea liegt am Nordufer des Bristol -Kanals. Torpedierung eines englischen 15000 To. -Dampfers.

Wie der Kapitän des am 10. Januar morgens im Atlantischen Ozean von einem deutschen U-Boot versenkten norwegischen Dampfers „Bergenshus" erzählte, war er Augenzeuge, als dasselbe U-Boot einen bewaffneten eng­lischen Transportdampfer von 15000 Tonnen durch Tor­pedoschuß mit Mann und Maus versenkte. Der Engländer hatte auf den Warnungsschuß des deutschen U-Bootes durch wirkungsloses Feuer geantwortet. Seine Ladung bestand aus Munition.

Amsterdam . 30. März. Reuter meldet aus London : Der britische Dampfer „Aluwick Castle" (5900 Tonnen) wurde am 19. März im Atlantischen Ozean torpediert. Der Dampfer batte vorher die Mannschaft eines anderen britischen Schiffes gerettet. Die Passagiere und Mannschaften beider Schiffe ver­ließen die „Aluwick" in fünf Booten, wovon eines mit 29 Passagieren, darunter die Stewardeß und ein Kind, an der spanischen Küste landeten: 8 von diesen starben, andere leiden an erkorenen Gliedern. Drei andere Boote mit 27, 20 und 29 Überlebenden sowie 6 Toten wurden ebenfalls aufge­fischt. während ein fünftes Boot noch vermißt wird.

Christian,«. 30. März. Die Gesandtschaft in London drabtet, daß der norwegischelDamvfer „Marshall" aus Narvik laut einer Mitteilung der Admiralität in der Nordsee versenkt worden ist. Der Vizekonsul in Werdeen meldet, daß der Dampfer „Sandvig" und der Bergener Dampfer „Nova" ver­senkt worden find.

Amsterdam . 30. März. Wie der „Maasbode" vernimmt.

grauen Kerzen.

Vou 2st. Eit N er. (Nachdruck verboten.)

Falkenberg kam täglich, um Erkundigungen einzuziehen. Er war der Einzige, den Christa empfing, auch wenn der Vater beschäftigt war. Und jedesmal, wenn- er kam, hatte sie ein Gefühl, als wenn die Sorge, die auf ihr lastete, ihr leichter zu tragen wurde. Es lag etwas so wunderbar Beruhigendes in seinem Wesen, im Klang seiner Stimme, und wie ein Freudenstrahl glitt es über ihr Gesicht, wenn er zu der Zeit kam, da die Krankenschwester da war, sie sich selbst schleunigst zu einem Spaziergang rüstete, und wenn er mit einer Festigkeit, die keinen Widerspruch zu­ließ, erklärte: „Jetzt fahre ich Sie eine Stunde spazieren, Fräulein Christa. Ich habe landrätliche Erlaubnis zu diesem Verfahren."

Bald wurden diese Spazierfahrten zur täglichen Ge­wohnheit, und Christa freute sich darauf.

Auch die Kranke lächelte zufrieden, wenn sie hörte, Falkenberg hole Christa ab zuin Spazierenfahren.

Das beste, was sein Treibhaus an Blumen aufwies, brachte er jetzt täglich für die Kranke mit.

Für jeden war sein Kommen etwas Gutes, das speziell jeder empfand.

„Wie es einem doch gut tut, wenn Sie in der Nähe sind," sagte Christa eines Tages, als sie den Platz neben ihm im Schlitten einnahm, und der Vater ihr noch ein Lebewohl zuwinkte, ehe sie durch den großen Torweg fuhren.

Sie sah nicht, daß Falkenbergs Augen aufleuchteten, merkte nicht, daß seine Hand fester die Züge! griff und die ohnehin feurigen Pferde zu noch schnellerer Gangart an- trieb. Sie sah nicht, wie der alte Kutscher, der hinten auf der Pritsche saß, schmunzelte, und ahnte nicht, daß er dachte: „Wenn die beiden nur immer zusammenblieSen!"

„Fehlt es Ihnen nicht, Fräulein Christa?" fragte Falkenberg bei einer solchen Fahrt, „daß Sie jetzt aller Ge­selligkeit fern bleiben müssen )"

wie wandte ihm ihr schönes, ernstes Gesicht zu und entgegncte: „Wenn das Fernbleiben von der Gesellia-

ist der norwegische Dampfer „O. A. Tudsen" (3532 Br.-Neg.- To.) auf der Reise von Vortland nach Rotterdam mit 6000 Tonnen Getreide auf eine Mine gelaufen und schwer be­schädigt. Es ist noch ungewiß, ob das Schiff geborgen werden kann.

Amsterdam , 30. März. Reuter meldet aus London , daß ein britisches U-Boot zwei Rettungsbooten eines holländischen Dampfers begegnet sei. der 24 Stunden vorher torpediert worden war. Das U-Boot nahm die Boote in Schlepptau und übergab sie einem norwegischen Schiff, das in Sicht kam.

Ein Seegefecht der „Möwe".

Dänische Seeleute, deren Schiffe von der „Möwe" versenkt wurden und die dann an Bord des deutschen Hilfskreuzers genommen worden waren, erzählen jetzt nach ihrer Freilassung von den Abenteuern, die die „Möwe" auf ihrer Fahrt zu bestehen hatte. So berichten sie von einem Kampf zwischen der „Möwe" und dem englischen bewaffneten Dampfer „Otaki", bei dem dieser schließlich besiegt wurde, nachdem der Kapitän, der erste Steuermann, der erste Maschinist sowie zwei Mann der Besatzung ge­tötet worden waren. Aber auch die „Möwe" hätte sieben Treffer erhalten und sechs deutsche Matrosen und zwei der gefangenen Hindus seien getötet worden. Auf der „Möwe" brach ein Brand aus. der erst nach drei Tagen gelöscht werden konnte. Die zahlreichen englischen Gefangenen auf der „Möwe" waren von den anderen ab­gesondert worden. Als der Kampf mit der „Otaki" be- gann, sprengten die Engländer die eiserne Tür ihres Ge­fängnisses, aber deutsche Matrosen standen mit Hand­granaten bereit und hinderten die Engländer, auf Deck zu kommen. Auf ihrer Fahrt sei die „Möwe" sowohl in der Nähe Kapstadts als auch am Rio gewesen. Die Heim­reise sei über Neufundland und durch den nördlichen Teil des Atlantischen Ozeans gegangen.

Die russische Entwicklung.

In Frankreich beginnt man in weiten Kreisen an dem Nutzen der russischen Umwälzung für die Sache der Entente zu zweifeln. So heißt es in dem Blatt „Nouvelliste de Bordeaux" in einem leitenden Artikel:

„Man weiß jetzt, welche Wendung dir russische Revo­lution nimmt, die sich ganz wie die Revolutionen von 1830, 1789 und 1793 entwickelt. Wir können

deshalb den Vorgängen in Rußland keinen Beiftill zollen und glauben vielmehr, daß die russische Re­volution für dringende Fragen, wie die Führung und den Erfolg des Krieges, sehr ernste Folgen haben kann. Man hat jedenfalls alle Ursache, beunruhigt zu sein. Fraglos stellt die Revolution die militärischen Maßnahmen der russischen Heeresleitung an allen Fronten in Frage. Für gewisse Kombinationen des deutschen Generalstabes dürste das eine wesentliche Erleichterung bilden. Wir haben uns nur zu leicht dem Glauben an eine antideutsche Revolution hingegeben: Zweifel mußten aber bald auftauchen, und heute bewahrheiten sich unsere Befürchtungen.

Wie in Frankreich fühlt man auch in England die Besorgnisse wachsen ob des Zieles, dem die russische Ent­wicklung zutreibt. Die Anstrengungen, dieser Besorgnisse

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Herr zu werden, schildert das Kopenhagens Blatt „Social­demokraten" und weist auf die Bestrebungen der englischen Presse hin, die ruhige Entwicklung der russischen Revolu­tion zu stören, erwähnt dann die von England ver­breitete Meldung über einen angeblich beabsichtigten deutschen Offevsivvorstoß an der Nordostfront gegen Peters­ burg und führt darauf aus: Über die Absicht dieser Mel­dungen kann man sich nicht täuschen. Rußland soll zu wildem Deutschenhaß aufgehetzt werden ... Es war ja immer die Politik des imperialistischen England, das europäische Festland zu zersplittern. Ein russisch­deutsch-französisches Friedensbündnis wäre der Untergang des englischen Imperialismus.

Von der Gnade der Arbeiter und Soldaten abhängig.

Im Kopenhagens Blatte „Politiken " spricht sich ein dänischer Rechtsanwalt, Augenzeuge der Petersburger Reoolutionstage über die gegenwärtige Lage folgender­maßen aus: Jetzt ist die Lage so, daß die Regierung bis auf weiteres von der Gnade der Arbeiter und der Sol­daten unbedingt abhängt. Die Soldaten verlangen, ihre Offiziere selbst wählen zu dürfen; die unbeliebten Offiziere sind erschossen worden. Die Soldaten wollen selbst auf die Oberste Heeresleitung Einfluß haben, und die Re­gierung ist bereit, ihnen darin nachzugeben, aber die Mehrheit der Minister will diese Änderung bis nach dem

keit nicht den Grund in Musters Krankheit hätte, würde ich es geradezu freudig begrüßen. Das einzige, was ich entbehre, ist die Musik. Wie gern möchte ich mal wieder mit Ihnen die Kreuzer-Sonate zur Ausführung bringen."

„Das wird alles wiederkommen, Fräulein Christa."

In der Stadt herrschte großes Bedauern darüber, daß die landrätliche Familie durch Krankheit an gesell­schaftlichem Verkehr verhindert wurde.

Ueber Rabenau, Christa und Lutka wurde hier und La noch für eine Weile gesprochen, aber da diesem Ge­sprächsstoff keine weitere Nahrung gegeben wurde, war er bald, als nicht mehr zweckentsprechend, beiseite geschoben worden.

Rabenau trat ohnehin jetzt aus dem Kreis heraus. Sein Vater war gestorben. Er war um Verlängerung des Urlaubs eingekonr.nen, hatte zugleich beantragt, für ein Jahr L la suiie des Regiments gestellt zu werden. Man sprach davon, daß er der Vermögensverhältnij'e wegen die militärische Laufbahn aufgeben würde und entweder sich in das große Bankgeschäft eines Vetters in Hamburg einarbeiten oder sich dem Auswärtigen Amt zur Verfügung stellen, zur Verwendung in den Kolonien.

Es gab in der nächsten Umgebung immer wieder neuen Stoff zur Unrerhnlrung, daß man den ferner Liegen­den völlig entbehren konnte.

Acht Tage vor Weihnachten durfte Frau von Bredow zum erstenmal ausstchen. Es fiel ihr doch etwas schwer, daß sie so gar nichts schaffen und besorgen konnte für das Weihnachtsfcsi, sie wußte aber, daß sie getrost Christa alles überlassen konnte. Ihrem Mann vertraute sie alle Aufträge in bezug aus Eyristas Weihnachtsgeschenke an. und lächelte dankbar, wenn ihr versichert wurde, daß das schönste Weihnachtsgeschenk für alle ihre beginnende Ge­nesung sei.

Der Weihnachtsabend wurde in stillerer Weise als sonst gefeiert, durste Frau von Bredow doch noch in keiner Weise angestrengt werden.

Falkenberg kam wie immer. Ohne ihn war bei Land­rats keine Frier auszudenken. In seinem Schloß richtete er die Feier etwas früher ein und sorgte dafür, daß die Leute im Schloß und aus dem Hof einen fröhlichen Weih­nachtsabend hasten.

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Kriege verschieben, während Justizminister Kerenskt uns seine sozialistischen Kollegen mit ihrem Rücktritt drohen, falls die unerfüllbaren Forderungen dtzx Soldaten nicht erfüllt werden. Die Sozialisten verlangen eine Aufteilung des ganzen russischen Bodens unter das Volk, nicht nur des zarischen und großfürstlichen Grundbesitzes, sondern aller großen Güter.

Trc frühere Zarenfamilie.

Die „Times" melden aus Petersburg , daß alle Groß, fürsten und anderen Mitglieder des Hauses Romanow der provisorischen Regierung den Treueid geleistet haben. Der frühere Zar und seine Familie befinden sich noch in Zars­koje Sselo. Die auf Wache stehenden Soldaten grüßen den Zaren wie einen gewöhnlichen Offizier und sprechen ihn mit „Herr Oberst" an. Russische Blätter melden, daß der Zar den Wunsch ausgesprochen habe, daß sein Sohn gesundheitshalber nach Norwegen reise. Beim Gottes­dienst in der Schloßkirche am letzten Sonntag soll der Zar der erste gewesen sein, der die Knie beugte, als das Gebet für die provisorische Regierung gesprochen wurde.

Weitere Mitteilungen.

Petersburg, 30. März. Der Kriegsminister bat die Auf­hebung der Kriegsgerichte angeordnet.

Petersburg, 30. März. Der Sturm der Arbeiter und Soldaten auf das Gefängnis kam um eine Stunde zu späh denn unmittelbar vorher waren dost vierhundert am Tage zuvor wegen ihrer Kundgebungen verhaftete Studenten gehängt worden.

Petersburg, 30. März. Die provisorische Regierung bat eine Kommission zur Regelung der polnischen Angelegen­heiten eingesetzt.

Amsterdam , 30. März. Reuter meldet aus Petersburg : Der gestern auf Befehl der provisorischen Regierung in Kiew verhaftete General Iwanow wird nach Petersburg übergcführt. Die Generale Lilorinow und Gobukowski. die an der Front größere Verbände befehligten, sind abgesetzt worden.

Die Kan2!erreäe.

(Von einem parlamentarischen Mitarbeiter.)

Berti», 30. März.

Gegen Schluß einer nahezu neunstündigen Sitzung er­griff gestern der Reichskanzler im Reichstag das Wort. Er sprach über Fragen der äußeren und inneren Politik. Die Ausführungen über die äußere Politik wurden offen­sichtlich im Namen der Reichsregierung oorgetragen, denn der Kanzler las sie größtenteils von einem Manuskript ab; die Gedanken über die Jnlandspolitik trugen mehr den Charakter eines persönlichen Bekenntnisses, das in der Stunde während der Reichstagsoerhandlung geboren wurde, denn der Redner sprach in freier Rede.

Herr von Bethmann Hollweg wandte sich zunächst den Vorgängen in Rußland zu. Er widerlegte verschiedene Unwahrheiten, die zum Teil in Rußland selbst entstanden, zum Teil in das Zarenreich hineingetragen worden sind. Seit vielen Jahren wird nämlich in Rußland seitens der Linksparteien behauptet und geglaubt, daß während der Revolution von 1905 der deutsche Kaiser den Zaren Nikolaus beeinflußt habe, die von dem russischen Volke geforderten Freiheiten abzulehnen. Mit Nachdruck be­tonte der Reichskanzler, daß das gerade Gegenteil wahr ist. Unser Kaiser hat Nikolaus Ü. dringend geraten, sich den berechtigten Reformwünschen seines Volkes nicht zu widersetzen. Und von seiten unserer Feinde wird jetzt in Rußland verbreitet, Deutschland wolle die kaum errungene Freiheit des russischen Volkes vernichten, der deutsche Kaiser wolle die Herrschaft des Zaren wieder- herstellen. Mit erhobener Stimme erklärte der Kanzler: „Diese Äußerungen sind eitel Lüge und Verleum­dung". und fügte hinzu: „Wie sich das russische Volk ein« richtet, ist ausschließlich seine eigene Angelegenheit, in die wir uns nicht einmengen."

Der lebhafte Beifall, der hier einsetzte, zeigte, daß der Deutsche Reichstag hier eines Sinnes mit der Reichs- regierung ist.

Bedeutsam war der Schluß des Absatzes in der Kanzler« rede, der sich mit Rußland beschäftigte.

„Das russische Volk " — sagte Herr von Bethmanu, den Gcdaukeu der Nichteinmischung uoch einmal unter­streichend. — „das diesen Krieg gewiß nicht gewollt hat, kau« ohne Sorge vor irgendwelcher Einmischung von unserer Seite sein. Wir begehren nichts anderes, als möglichst bald wieder tu Frieden m»t ihm zn leben, in einem Frieden, der auf einer für alle Teile ehrenvolle« Grundlage aufgebaut ist."

Auch diese Worte wurden von lebhaftem Beifall deS

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Er brachte ein wundervolles Arrangement von Christ­rosen und erzählte lächelnd, daß der Gärtner ihm nicht gestattet habe, eine einzige dieser Blumen vorher zu ver­wenden, mit der Bemerkung: „Die müssen alle am Weih­nachtsabend zu Landrats. Das gnädige Fräulein liebt die Christrosen ganz besonders."

Mit Frau von Bredows Genesung wollte es nicht recht vorwärts gehen. Es war ein mühseliges Durch­schleppen von einem Tag zum anderen, von einer Woche zur anderen, und gegen Ende Januar kam ein schwerer Rückfall.

Von neuem herrschte die Sorge, die jetzt um so größer war, da zu wenig körperliche Widerstandskraft bei der Patientin vorhanden war.

„Gott sei Dank, Bernhard, daß man dich hat," er­klärte der Landrat eines Tages, als er nach langen Amts­stunden eine kurze Zeit neben dem Bett seiner Frau ge­sessen hatte, und zu neuer Arbeit in sein Zimmer zurück­kehrte, wo eben Falkenberg eingetreten war. „Meine arme Frau verzehrt sich nun auch noch in Sorge um Christa. Es liegt zu viel auf den jungen Schultern. Oft kann ich es kaum glauben, daß sie noch so jung ist. Ein Ernst und eine Reife vereinigen sich in ihr, die ihren Jahren kaum angemessen sind. Ob wirklich ein Reif in ihre Frühlings­nacht hineingefallen ist, damals, als Lutka Werner unser Gast war?"

„Das war auch meine Sorge, aber ich sagte mir dann, daß deine Christa ganz genau wissen muß, daß der Mann, der sie wirklich liebt, nicht auch nur vorübergehend einer anderen den Hof machen kann."

„Es muß so etwas sein, aber wir tasten da nicht an. Meine Frau und ich haben uns das Wort gegeben, in Christas inneres Leben nie voreilig einzugreifen, nie an irgend etwas zu rühren, das ihr Herz bewegt. So leicht kann man einem Frauenherzen dadurch ein Leid antun, das nicht wieder gut zu machen ist. Möchte Gott der Herr ihr mal ein Glück geben, das sie voll befriedigt."

Falkenberg hätte am liebsten des Freundes Hand ge­faßt und gesagt: „Gib sie mir, ich will sie auf Händen tragen," aber er schwieg._... _.

(Fortsetzung fo:gt.)