Der Führer hat oft genug davon gesprochen, wel chen Ewigkeitswert große Bauten zu allen Zeiten der Geschichte besessen haben. Das deutsche Volk und darüber hinaus die ganze Welt wird in künftigen Jah­ren das Parteitaggelände, die Neugestaltung Ber­ lins und Münchens und anderer deutscher Städte als die höchsten Bauschöpfungen der Welt anerkennen — aber gerade diese Bauten, die ihr Entstehen den ureigensten Plänen des Führers verdanken, können nicht aufgeschoben werden, da sie nicht zu trennen sind von der Person unseres genialen Führers. Diese kulturellen Baumaßnahmen nehmen im Jahre 1939 und in den folgenden Jahren den bescheidenen Um­fang von 10 bis 14 % unseres gesamten, sonst mate­riellen Bauschaffens in Anspruch. Die Bedeutung für unser kulturelles und politisches Leben, unser An­sehen in der Welt, unser Selbstbewußtsein ist ein Vielfaches dieses bescheidenen Prozentsatzes unserer sonst materiellen Bauaufwendungen. Kein National­sozialist wird an diesem Prozentsatz etwas kürzen wollen.

Für das Jahr 1 939 ergibt sich für die

wichtigsten Baustoffe etwa folgen­des Bild:

Beim Zement war es möglich, die Produktion von 15 Millionen Tonnen im Jahre 1938 auf 17 Mil­lionen Tonnen im Jahre 1939 zu steigern. Die Pro­duktion muß weiter gesteigert werden. Die beson­dere Aufgabe liegt dabei darin, ohne einen Mehr­verbrauch von Kohle noch mehr Zement zu machen. Eine bessere Versorgung der Baubetriebe mit Zement läßt sich auch noch dadurch erreichen, daß für ein­faches Mauerwerk mehr Kalk statt Zement verwen­det wird. Jedenfalls erlaubt der Baustoff Zement ohne weiteres eine Steigerung der Gesamtleistung der Bauwirtschaft um etwa 20 %.

An Eisen stehen der Bauwirtschaft im Jahre 1939 ungefähr 6,6 Millionen Tonnen zur Verfügung gegenüber 6 Millionen Tonnen im Jahre 1938; also hier eine Steigerung von etwa 10 %. Weitere 5 bis 10 % können durch zweckentsprechende technische Konstruktionen eingespart werden. Als besonders erfolgreiche eisensparende Konstruktion wurde der Stahlsaiten beton entwickelt, der bei ganz ge­ringem Eisengewicht die gleichen Aufgaben erfüllt wie stark bewehrter Eisenbeton.

Holz ist für das Baujahr 1939 der knappste Baustoff. Es steht ungefähr die gleiche Menge wie im Jahre 1938 zur Verfügung. Hinter der 15- bis 20 %igen Steigerung von Zement und Eisen bleibt daher Holz zurück. Aber gerade im Holz ist die Einsparungsmöglichkeit außerordentlich groß. Es ist gelungen, den Holzbedarf pro Wohnungs­einheit von 8 bis 10 cbm auf 6 bis 7 cbm im Reichs­durchschnitt zu senken. Durch Aufklärung, Schu­lung, durch Ilunderttausende von Plakatanschlägen wurde bei jedem einzelnen Holz Verbraucher bis hin­unter zum letzten Zimmermann sparsames Umgehen mit Bauholz erreicht.

Ungünstig steht es mit den Ziegelstei­nen. Im Jahre 1938 wurden 8 Milliarden Ziegelsteine

erzeugt. Aus der Produktion des Jahres 1938 fehlen aber leider 2 Milliarden Rohlinge für die Erzeugung des Jahres 1939. Aus Mangel an Arbeitskräften kann dieser Produktionsausfall nicht eingeholt werden, daher stehen im Jahre 1939 statt 8 Milliarden wie im Vorjahr, nur 6 Milliarden Ziegelsteine zur Verfügung. Die Erzeugung von andern Hintermauerungssteinen, wie Kalksandsteine usw. bleibt mit 3 Milliarden Stück die gleiche wie im Jahre 1938. Der Verbrauch an Ziegelsteinen muß daher im Iahre 1939 eingeschränkt werden, unnötige Verkleidungen von Betonbauten (Silos; mit Ziegeln sind daher vorläufig zu unter­lassen. Die Ziegelindustrie verlangt aber mehr als andere Gebiete der Bauwirtschaft energische Maß­nahmen der Rationalisierung und Mechanisierung.

Die Bauindustrie selbst und das deut­sche Baugewerbe besitzen noch Reser- v e n. Eine Steigerung der Leistungen ist hier durch­aus möglich. Voraussetzung dafür ist eine noch stär­kere Ausrüstung mit leistungsfähigen Baumaschi­nen und eine vermehrte Leistungsertüchtigung des aufsichtsführenden Personals und der gesamten Ge­folgschaft. Ein vermehrter Maschineneinsatz ist ein­geleitet.

Die wichtigste Aufgabe des Generalbevollmächtig­ten und der Organisationsglieder der Bauwirtschaft ist es nun, den Gedanken der Leistungssteigerung, Rationalisierung, planvoller Menschenführung mit allen nur möglichen Mitteln zu fördern und vor­wärtszutreiben. Dies ist eine Aufgabe auf lange Sicht, für die besonders der deutsche Bauingenieur neu erzogen und geschult weiden muß, weil er in seiner früheren Ausbildung hierauf nicht ausgerich­tet war. Die ersten Anfänge sind befriedigend und haben erfreuliche Ansätze zur weiteren Entwicklung- gegeben. Der Generalbevollmächtigte hat hierfür neben den Stellen der Bauwirtschaft auch die Stel­len der Partei, den Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik und die Deutsche Arbeitsfront zur Mitarbeit aufgerufen, denn es handelt sich hier um eine geistige Aufgabe, in der die Akti­visten der Bewegung mit Feuer und Begeisterung die materiellen Überlegungen der mehr wirtschaftlich Denkenden ergänzen müssen.

Mitteilungen.

Der Verein deutscher Ingenieure veranstaltet in der Zeit vom 23. bis 30. Juli 1939 eine Studienreise für Ingenieure nach Belgien . Der Besuch gilt in er­ster Linie der Internationalen Wasser-Ausstellung in Lüttich ; es werden aber auch Brüssel, Antwer­ pen und Flandern besucht.

Die Gesamtkosten der Reise werden von Aachen bis Aachen etwa 150 RM. betragen.

Die Zahl der Teilnehmer ist beschränkt,. Anmel­dungen werden durch die Akotech., Arbeitsgemein­schaft für Auslands- und Kolonialtechnik im VDI., Berlin NW 7, Hermann-Göring Straße 27, entgegen­genommen.

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