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Nr. 56 / 13. 5. 49
„DAS NEUE BADEN»
Für die Heimatlosen eine Heimat
120 000 Flüchtlinge für die französische Zone — 30 000 kommen nach Südbaden
ausBoöen
In den drei Ländern der französischen Zone sind bis heute noch nicht allzu viele Flüchtlinge untergebracht. In Südbaden stellen die Ostvertrj ebenen mit 53 000 Menschen nur 4 Prozent der Gesamtbevölkerung dar, und mit 78 000 sonstigen Zugewanderten erhöht sich der Anteil auch nur auf 10 Proz. Im benachbarten Südwürttemberg-Hohenzollern . bilden 58 000 Ostflüchtlinge 5,2 Proz. und zusammen mit den übrigen Evakuierten 8,5 Proz. der gesamten Bevölkerungszahl. In Rheinland- Pfalz liegen die Dinge ähnlich. Der durchschnittliche Prozentsatz der Flüchtlinge liegt dagegen in der anglo-amerikanischen Zone zwischen 18—20 Prozent. Es entspricht also nur einem Gebot der Gerechtigkeit, wenn jetzt in absehbarer Zeit größere Flüchtlingstransporte aus dem überbelegten Gebieten der Doppelzone in die französische Zone geleitet werden.
General Koenig hat seine generelle Zusage für die Aufnahme von 300 000 Flüchtlingen iin französischen Besatzungsgebiet gegeben. Als erste Rate sollen schon in den nächsten Wochen 29 000 Arbeitskräfte, zusammen mit ihren Familien 120 000 Flüchtlinge, aus Schles wig-Holstein , Niedersachsen und Bayern in die französisch besetzten Länder umgesiedelt werden. Für Rheinland-Pfalz sind dabei 15 000, für Südwürttemberg-Hohenzollern 8000 und für Südbaden 5000 Arbeitskräfte jeweils mit ihren Angehörigen zur Aufnahme vorgesehen. Für Südbaden sind das zunächst 30 000 Neubürger. Eine zweite Umsiedlungsaktion, in deren Verlauf nochmals 180 000 Flüchtlinge in der französischen Zone untergebracht werden sollen, davon 45 000 in Süd baden , wird wohl erst im nächsten Jahre, und somit wohl auf Bundesebene, in Angriff genommen werden. Zunächst einmal sind die gegenwärtig in Frankfurt zwischen den bizo- nalen Verwaltungsstellen und der französischen Zone schwebenden Verhandlungen über die Umsiedlung der ersten 120 000 Flüchtlinge noch nicht abgeschlossen. General Koenig hat seine Zusage nämlich von der Bedingung abhängig genlacht, daß den ohnedies finanziell schwächeren Ländern seiner Zone bei der Umsiedlungsaktion keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen. Tn Frankfurt ist man jetzt bemüht, in der Finanzierungsfrage eine allen Teilen gerecht werdende Lösung zu finden. Wie es scheint, hat man in einem Vorschlag der F ( lüchtlingsämter der westdeutschen Länder, 'wonach die Bizöne den Ländern der französischen Zone einen zinslosen Kredit von 24 Millionen DM — das würde je Flüchtling 200 DM für Unterbringung und Eingliederung in den Arbeitsprozeß bedeuten — gewähren soll, der dann bei einem künftigen Finanzausgleich innerhalb des Bundes verrechnet werden soll, zumindest eine erfolgversprechende Diskussionsgrundlage gefunden. Zu einer endgültigen Einigung ist man aber hoch nicht gelangt, und während in Frankfurt die Verhandlungen weitergehen, benützt man in den Südwestdeutschen Ländern die Zeit, um sich auf die Aufnahme der Flüchtlinge vorzubereiten.
Die Arbeiten der Umsiedlungsämter — unter dem Gesichtspunkt möglichst niedriger Verwaltungskosten mit wenig Personal durchgeführt — werden dabei von der Erkenntnis geleitet, daß es sinnlos wäre, die Flüchtlinge von einem Massenlager in Norddeutschland in ein südwestdeutsches Massenlager, sie von einer Arbeitslosigkeit in die andere, zu überführen. Die ankommenden Transporte sollen daher nur für wenige Tage in Lagern untergebracht bleiben. Dieser Vorsatz wird teilweise insofern zur zwingenden Notwendigkeit,
als das Hauptduvchgangslager in Offenbürg kürzlich mit französischen Truppen belegt wurde und ein neues Lager zwar zugesagt, aber noch nicht verfügbar ist. Ueber die Kreisdurchgangslager sollen die Flüchtlinge dann in kurzer Zeit an ihre neuen Wohnorte gebracht werden. Dabei soll von dem bisherigen Verfahren, den Kreisen Flüchtlingen in prozentualem Verhältnis zur Bevölkerungszahl zuzuweisen, abgegangen und die Aufteilung nach den Verhältnissen der örtlichen Arbeitsmärkte gerichtet werden. Ganz allgemein soll überhaupt darauf geachtet werden, daß die Flüchtlinge beruflich in die wirtschaftliche Struktur des Aufnahmelandes hineinpassen. So sollen in Südbaden vor allem Land- und Forstarbeiter, Hausgehilfinnen und in kleinerem Umfange auch Metall- und Chemiearbeiter aufgenommen werden. Südwürttemberg-Hohenzollern wünscht im großen ganzen die gleichen Berufe, nur legt man darüber hinaus dort besonderen Wert auf die Ansiedlung bislang im Lande noch nicht vertretener Industrien, so beispielsweise der Glasindustrie. In Rheinland-Pfalz verlagert sich das Schwergewicht der Wünsche naturgemäß mehr auf die industriellen und handwerklichen Berufsarten.
Ein besonders heikles Problem der kommenden Umsiedlung stellt die Transportfrage dar. Während die in den ersten Nachkriegsjahren aus Dänemark und Oesterreich eingetroffenen Flüchtlinge ihr Hab und Gut in wenigen Gepäckstücken mit sich trugen, muß
Das Badische .Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung schreibt uns.:
In den letzten Tagen ist in zahlreichen Metzgereien' Südbadens Schaffleisch frei verkauft worden. Dies gibt dem Badischen Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung Veranlassung zu dem * Hinweis, daß es sich dabei um eine verfrühte Ausnützung des Landtagsbeschluß handelt, der die. Aufhebung der Bewirtschaftung für Schafe und Ferkel forderte. Um Käufer und Verkäufer ,vor . unangenehmen Folgerungen zu bewahren und keine .Verwirrungen aufkommen zu lassen,' erläutert das Ministerium den Weg,,der geschritten werdbij. muß, üm die auch von . ahm befürwortete Freigabe des Schaffleisches zu erreichen. Eine definitive Entscheidung über die Fragen der Bewirtschaftung kann in Südba den weder von den badischen noch von den französischen Stellen getroffen werden, da sich das Zweimächtekontrollamt in Frankfurt , das ausführende Organ der Alliierten Militärregierungen der Westzonen, die letzte Entscheidung über die Bewirtschaftung der wichtigsten Lebensmittel, Getreide, Fleisch, Milcherzeugnisse, Fette und Zucker; Vorbehalten hat. '
Im Interesse der einheitlichen Lebensmittelversorgung in der Trizone, wie sie seit dem 1. Mai durchgeführt wird, ist es darum notwendig, für den Beschluß des Badischen Land tages zunächst die Befürwortung des Frankfurter Wirtschaftsrates einzuholen, der dann das Votum des Landtags an die Militärregierungen weiterleitet. Erst wenn diese Stelle ihre Zustimmung erteilt hat, ist die freie Bewirtschaftung statthaft.
Es darf darauf verwiesen werden, daß der Frankfurter Wirtschaftsrat auch für die Bi- zone die Aufhebung der Bewirtschaftung des
diesmal mit großem Gepäck gerechnet werden. In .Schleswig-Holstein hat man bereits die Erfahrung gemacht, daß man, um die Habe von 2 bis 3 Familien zu transportieren, einen ganzen Güterwagen braucht. Es ist daher notwendig, die Umsiedlung in kleinsten Transporten durchzuführen.
Alle Vorbereitungen sollen aber trotz der auftretenden Schwierigkeiten getroffen sein, wenn voraussichtlich bereits Ende Juni die .ersten Transporte bei uns ein treffen werden. Die Menschen, die unschuldig heimatlos wurden, sollen dann endlich wieder Arbeit und Unterkommen, sollen eine neue Heimat finden. . «•
Zuzugsregelung für Heimkehrer
Frankfurt . In der französischen Zone können Heimkehrer, die in anderen Zonen beheimatet sind, nur dann die Arbeit aufnehmen, wenn sie seitens der französischen Militärregierung die Zuzugsgenehmigung erhalten, teilt die Verwaltung für Arbeit, in einer Schrift über „Die Betreuung der Heimkehrer durch die Arbeitsämter“ mit. Für die aus der Kriegsgefangenschaft Entlassenen gelte . in Württemberg-Hohenzollern die von der Militärregierung der französischen Zone ausgesprochene Befreiung von der Zuzugssperre, wenn sie entweder im Lande geboren, am 1. September 1939 im Lande ansässig waren, ihre Familie (Ehefrau oder Eltern) in Württemberg -Hohenzollen haben oder
innerhalb von 8 Wochen nach ihrer Entlassung mit einem Unternehmen im Lande Württemberg-Hohenzollern einen vom Arbeitsamt bestätigten schriftlichen Arbeitskontrakt abschließen. Die Nachziehung von Familien aus anderen Zonen bedürfe jedoch der besonderen Genehmigung der Militärregierung, die bisher nur in Sonderfällen erteilt worden sei, heißt es in der Erklärung der Verwaltung für Arbeit. Im Landteil Baden werde in der Regel der Zuzug genehmigt, wenn das Arbeitsamt ihn befürwortet und die Entlassungspapiere des Heimkehrers in Ordnung seien.
Schaffleisches empfahl, die dortigen Militärregierungen jedoch ihr Veto einlegten.
Aus alledem ergibt sich, daß auch in Süd baden das Schaffleisch noch nicht frei verkauft und angekauft werden kann und die Strafbestimmungen, die sich aus der allgemeinen Bewirtschaftung ergeben, auch für diese Fleischsorte Anwendung finden.
Die Frage des badischen Haushalts Freiburg . Die badische Sparkommission, die Seit mehreren Wochen unter dem Vorsitz des Finanzministers am Werk war, um bei den einzelnen Verwaltungen Einsparungen vorzunehmen, hat jetzt ihre Tätgkeit beendet, so däS -an Hand ihren Ereignisse' nunmehr die Aufstellung des Staatshaushaltes 1949/50 in Angriff genommen ' werden kann. Wie verlautet, sind an den Voranschlägen der verschiedenen Ministerien und Behörden teilweise erhebliche Abstriche vorgeschlagen worden; die durch die schwierige Finanzlage des Landes bedingt sind. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es der Regierung möglich sein, den ordentlichen Haushalt in den Einnahmen und Ausgaben auszugleichen. Prekärer gestaltet sich dagegen die Lage bei dem durch die Besatzungskosten stark in Anspruch genommenen außerordentlichen Haushalt, für den ausreichende Mittel kaum verfügbar gemacht werden können. Die Haushaltspläne sollen nun. beschleunigt ausgearbeitet werden, damit der Landtag Ende Mai oder Anfang Juni die Beratungen über diese wichtigste Frage seiner Zuständigkeit aufnehmen kann.
Häute-Auktionen in der französischen Zone Baden-Baden . Am 25. Mai findet in Offen burg eine Häute-Auktion statt. Eine weitere Versteigerung von Rohhäuten ist für den Monat Juni in Reutlingen vorgesehen.
Konstanz . In den kommenden Monaten sind in Konstanz folgende Tagungen und Veranstaltungen geplant:
24.—31. Mai interzonale Statistikertagung. Dabei werden 30 Experten auf dem Gebiet der Statistik aus allen vier Zonen erwartet, die unter anderem auch Vorarbeiten für die im kommenden Jahr stattfindende Weltzählung. besprechen werden.
Vom 22.—26. Juni steht Konstanz im Zeichen eines französischen Ingenieurkongresses. Man rechnet damit, daß zu dieser Veranstaltung 600 Ingenieure aus Frankreich , der Schweiz , England, den USA , Benelux-Län- dern und Deutschland erscheinen werden. Der Kongreß steht unter dem Motto „Der Mensch und die moderne Welt“. Für die Dauer des Kongresses ist eine Ausstellung der franzö sischen Luftfahrtgesellschaft „Air france " vorgesehen.
Für die erste Hälfte des Monats August sind ein internationales Studententreffen, eine internationale Ruder- und Segelregatta sowie ein Baskettball- bzw. Fußballspiel zwischen französischen und Schweizer Mannschaften vorgesehen. Außerdem führt der badische Hotel- "und Gaststättenverband im September seine Jahreshauptversammlung durch.
Internationale Kurse in Wahlwies
Im Pestalozi-Kinderdorf in Wahlwies am Bodensee werden im Sommer vom Freiburger Institut für internationale Begegnungen laufend Kurse von vierwöchiger Dauer abgehalten werden, an denen jeweils 50 Gäste aus zehn verschiedenen Nationen teilnehmen sollen.
Evangelischer Männertag lehnt Spielkasino ab
Meersburg . Bei dem am vergangenen Sonntag in Meersburg stattgefundenen Männertag wurde in Anwesenheit V4#g Landesbischof D. J. Bender die Errichtung von Spielkasinos abgelehnt.
Zwei Verkehrsunfälle
Singen. Ein Landwirt aus Rietheim fuhr mit der Zugmaschine und Anhänger durch die Hegaustraße. Der auf dem Anhänger sitzende Vater des Fahrers wurde beim Einbiegen in eine Straße heruntergescheudert und blieb mit einem Schädelbruch bewußtlos liegen. — Ein weiterer Unfall ereignete sich, als ein einachsiger Anhänger sich von dem PKW löste und einen Eisenbahnangestellten verletzte.
Todesfall beim Aussteigen aus dem Omnibus
Das Opfer eines Verkehrsunfalles wurde der 27 Jahre alte Martin Moßbrucker von Mottschiß. Beim Aussteigen aus einem Omnibus wurde er von einem überholenden Lastkraftwagen angefahren und so schwer verletzt, daß er noch am selben Tage verstarb./!
Das Augustinermuseum in Fröifiurg i. Br.
veranstaltet unter der Schirmherrschaft Sr. Exzellenz des Herrn Erzbischofs von Frei burg , in der Zeit vom 4. Juni bis 14. August eine Ausstellung „Christliche Kunst unserer Zeit“. Es werden Werke von deutschen, französischen und Schweizer Künstlern gezeigt auf den Gebieten der kirchlichen Architektur, der Bildhauerei, Malerei, Glasmalerei, Graphik, der Paramentik und der Goldschmiedekunst. In einer umfassenden Schau wird ein eindrucksvolles Bild von der Situation unseres heutigen Christentums und der Verkündigung christlicher Lehre und gläubiger Haltung in unserer Zeit gegeben.
Dr. Nunier Ministerialrat im Kultusministerium
Freiburg . Der bisherige Staatskommissar für die politische Säuberung, Dr. Nunier, ist zum Ministerialrat im Ministerium des Kultus und Unterrichts ernannt worden, wo er an die Stelle des pensionierten Ministerialrats Weber tritt.
„Bravo Bogoljubow Siegen in Bad Pyvmoni
Mit einem Punkt Vorsprung vor Dr. Troger-Augsburg — Freiburg mit München -Gladbach und Bad Pyrmont in der engen Wahl in der deutschen Meisterschaft 1950
Dichtgeschlossene Spitzengruppe nach der achten Runde. Dr. Troger führte mit dem Triberger das Feld an. Mit dem letzten Drittel — drei Runden sind noch zu spielen — beginnt das Rätselraten um den Ausgang des Turniers. Den Kombinationen: Altmeister oder Jugendmeister? ist der nur erdenkliche Spielraum gelassen.
Bogoljubow traf in der neunten Runde auf Max Eisinger-Karlsruhe, hier triumphierte der. Tri berger mit einer schön gespielten Partie.
Dr. Troger war noch ohne Niederlage, er wurde überraschend von Kieninger geschlagen, während Lothar Schmid den Berliner Meister Gerhard Pfeifer besiegte.
Die Paarungen für die zehnte Runde versprachen interessante Kämpfe. Kieninger gegen Bogol jubow , Unzfcker gegen Lothar Schmidt, Dr. Troger gegen Machate. »
Kieninger als Anziehender hatte „Bogol“ überspielt, die Kiebitze reckten die Hälse, die Sensation lag in der Luft — ,matt in wenigen Zügen — Der Kölner vergab seine Chance durch ungenaues Spiel. Die Duplizität der Fälle:
Essen 1948': Unzieker — Kieninger.
Kieninger hätte mit diesem Gewinn den Triberger um die Meisterschaft gebracht.
Dr. Troger gegen Machate blieb unbeendet, der Augsburger hat die bessere Stellung, er dürfte bei Wiederaufnahme auch diesen Punkt buchen. Deutschland -Meister Unzieker remisierte mit Lo thar Schmid .
Stand der Spitzengruppe: Bogoljubow 8»/« Punkte. Lothar Schmid 7Vs Punkte. Dr. Tröger und Machate je 6Vs Punkte, plus Hängepartie. Kieninger, Rellstab je 0“/2 Punkte. Schmidt, Eisinger, Unzieker, Dr. Lange, Niephaus, je 6 Punkte. Pfeiffer SV« Punkte.
Vorschlußrunde;
Bogoljubow siegte über Machate nach' langem Kampf, der Mehrbesitz des Bauern, den der Großmeister vortrefflich verwertete, brachte den Gewinn. Jugendmeister Schmidt hatte eine Total
chance in der Partie gegen Kieninger. Sein fehlerhaftes Endspiel rettete den Kölner vor einer Niederlage, remis war der Ausgang. Dr. Tröger war in seiner Partie gegen Rellstab durch gutes Kombinationsspiel im Vorteil, das Endspiel war klar gewonnen.
Stand der Spitze vor der Schlußrunde: Bogoljubow 9»/« Punkte. Dr. Tröger 8>/t Punkte.
Lothar Schmid 8, Kieninger 7, Eisinger, Machate, Dr. Lange, Niephaus, Rellstab, Paul Schmidt, Unzieker je 6V« Punkte. Pfeiffer 6. Punkte. In den Abendstunden des Freitags fiel die letzte Entscheidung.
Bogoljubow, der haushoher Favorit war, stand vor der zwölften Runde als Meister fest — selbst' ein Verlust der Partie konnte ihm die Meisterschaft nicht streitig machen — auch wenn der Fall eintrat, daß Dr. Tröger gewann, war durch totes Rennen Punktgleichstand erreicht. Ein Stichkampf war dann unnötig, da beide in der dritten Runde sich unentschieden getrennt hatten, Bogoljubow in der Bewertung der Rundenkämpfe nach dem Wertungssystem besser stand.
Meister Rellstab (1942) hätte fast für eine Ueber- raschung gesorgt, er brachte den Großmeister in der Partie in eine glatte Verluststellung. Wie sich Bogoljubow aus der Schlinge zog, den kritischen Punkt überwand und wie er gewann, das war schon mehr als „tragisch“ für „Schachprofessor Ludwig den Zweiten“.
Dr. Tröger gewann über Niephaus, während Jugendmeister Lothar Schmids Unentschieden gegen Eisinger dem Bamberger den dritten Platz einbrachte. Ferner spielten Paul Schmidt gegen den Titelverteidiger Unzieker, Pfeiffer gegen Dr. Lange — hier. übersah der Essener, eine Gewinnfortsetzung —, Czaya gegen Gilg, Siegel — Ahues Richter — Sämisch, Archipoff — HeiniCke, Brinck- mann — Lohmann, Dr. Rödl — Hönlinger, Gum- priCh — Wittenberg, Kieninger, der gegen Machate remisierte, wurde sicherer vierter Preisträger.
Schlußstand; 1. Bogoliubow-Triberg 10».'- aus 12 Partien. 2. Dr. Tröger-Augsburg 9Vä Punkte. 3. Lothar SChmld-Bamberg 8V« Punkte. 4. Kienin-
ger-Köln 7 Vs Punkte. 5. bis 9. Eisinger-Karlsruhe, Dr. Lange-Essen, Maehate-Stuttgart, Paul Schmidt- Heidelberg , Unzicker-München , je 7 Punkte. Niephaus, Czaya, Pfeiffer, Rellstab, je Punkte.
Ahues, Archipoff, Brinckmann, Gumprich, Hei- nicke, Hönlinger, Lohmann, Rautenberg, Richter, pr. Rödl, Sämiscl) und Siegel, je 6 Punkte. Gilg, Kübarth 5V«, Carls, Hermann, Nürnberg , Nüsken und Wittenberg , je 4V«, Maicherczyk und Steger 4 Punkte. Markus 3 Punkte. Nonnenmacher 2»/« Punkte.
Durch diesen Sieg sicherte sieh Großmeister Bo- goljübow zum dritten Male den Titel (Swinemünde 1931 und 1933 Bad Aachen ).
- Sein Sieg war ebenso eindrucksvoll wie verdient. Er unterlag nur in einer Partie (L. Schmid, 8. Runde). Zwei Begegnungen — gegen seine schärfsten Rivalen (Kieninger, 10. Runde und Reil- stab 12. Runde waren zwar glatte Verluststellungen) steuerte er doch noch zum Gewinn. Der Stil des Großmeisters Ist von bestechender Klarheit, hat jedoch sein Spiel gegenüber dem Vorjahr — 2 . Südbadischer SchaChkongreß, Konstanz — an Sicherheit, Fantasie und Kraft bedeutend gewonnen, und sein stolzer Erfolg ist um so höher einzuschätzen, als die Meister, die in Pyrmont vertreten waren, nicht schlechter gespielt haben, als in Essen .1948 und in Weidenau 1947.
Nach zwei Wochen Turnierschlacht setzten sich am Sonntag die Organisatoren aus allen Landesverbänden an den Beratungstisch. Die Arbeits- gemeinschft übertrug dem Landesverband Süd baden die Ausrichtung der deutschen Schachmeisterschaften 1950. Mit Nachdruck unterstrichen die Teilnehmer den unveränderlichen Willen aller deutschen Schachkreise in einträchtigem Zusammenwirken über alle Zonengrenzen.
. Die vier Preisträger nehmen am ersten internationalen Turnier in Heidelberg teil, das in der Zeit vom 6. bis 11. Juni stättfindet. Von internationalen Meistern sind: Rosselimo, Frankreich der Sieger von Hastings, O’Kelly de Galway der englische Schachjournalist und Herausgeber von Cheß , London , Wood Wotkowsky, Polen der in Württemberg beheimatet und als starker Blindspieler bekannt ist, vertreten. Mit Wade, Neuseeland. der sich auf einer Tournee befindet sind die Verhandlungen wegen seiner Teilnahme noch nicht abgeschlossen. Es ist die erste Veranstaltung, auf der sich unsere Meister Bogoljubow Dr
Tröger, Lothar Schmid, Kieninger und Paul Schmidt mit den Ausländem zu einem Kräftevergleich stellen.
Die einzige Verlustpartie Bogoljubow*
Weiß: Bogoljubow: Schwarz: Lothar Schmid
1; e 4 e 5 2 . Sf 3Sc6 3. S c 3 S f 6 4. d 4 e:
d 4 5. S f 4; d 4 S f; e 4!! 6. S d: e 6 S e: c 3 7.
S c: d 8 s c: d l 8. s d: f 7 S d: f 2 9. S f: h 8
S f: hl (siehe Diagramm) 10. L d 3 L c 5 11.
Ld:h7Shl — i 2 12. L f 4 d 6 13. L g 6 +
Kf8 14. L g 3 S f 7 ? (Besser war 15. L e 4 und 16. S g 6 +) 15. ... S e 3 16. K d 2 L f 5 17. s g 5 ? L: g 6 18. S e 8 + K e 7 19. S: c 5 S:
a 1 23. S: g 6 Ta — e 8 24. L f 2 ? Sei 25 . S f 4 c 2 20. L h 4 + K e 81 21. S e 6 K d 71 22 . S f 4 S: S b 4. Hier gab Bogoljubow auf, der S a 1 (24. L g 3 — f 2 ? S a 1 — c 2) war auf keinem Wege zu gewinnen. Der Originalität wegen: „Springertanz um die Königin“ wäre diese Partie einen Schönheitspreis wert. Der weiße S f 3 schlug Dame, einen Turm, zwei Läufer, einen. Springer und zwei Bauern, der schwarze Antipode dagegen Dame, 2 Türme, einen Springer und drei Bauern.
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