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Nr. 56 / 13. 5. 49

„DAS NEUE BADEN»

Für die Heimatlosen eine Heimat

120 000 Flüchtlinge für die französische Zone — 30 000 kommen nach Südbaden

ausBoöen

In den drei Ländern der französischen Zone sind bis heute noch nicht allzu viele Flücht­linge untergebracht. In Südbaden stellen die Ostvertrj ebenen mit 53 000 Menschen nur 4 Prozent der Gesamtbevölkerung dar, und mit 78 000 sonstigen Zugewanderten erhöht sich der Anteil auch nur auf 10 Proz. Im benach­barten Südwürttemberg-Hohenzollern . bilden 58 000 Ostflüchtlinge 5,2 Proz. und zusammen mit den übrigen Evakuierten 8,5 Proz. der gesamten Bevölkerungszahl. In Rheinland- Pfalz liegen die Dinge ähnlich. Der durch­schnittliche Prozentsatz der Flüchtlinge liegt dagegen in der anglo-amerikanischen Zone zwischen 18—20 Prozent. Es entspricht also nur einem Gebot der Gerechtigkeit, wenn jetzt in absehbarer Zeit größere Flüchtlings­transporte aus dem überbelegten Gebieten der Doppelzone in die französische Zone geleitet werden.

General Koenig hat seine generelle Zusage für die Aufnahme von 300 000 Flüchtlingen iin französischen Besatzungsgebiet gegeben. Als erste Rate sollen schon in den nächsten Wochen 29 000 Arbeitskräfte, zusammen mit ihren Familien 120 000 Flüchtlinge, aus Schles­ wig-Holstein , Niedersachsen und Bayern in die französisch besetzten Länder umgesiedelt werden. Für Rheinland-Pfalz sind dabei 15 000, für Südwürttemberg-Hohenzollern 8000 und für Südbaden 5000 Arbeitskräfte jeweils mit ihren Angehörigen zur Aufnahme vorgesehen. Für Südbaden sind das zunächst 30 000 Neubürger. Eine zweite Umsiedlungs­aktion, in deren Verlauf nochmals 180 000 Flüchtlinge in der französischen Zone unter­gebracht werden sollen, davon 45 000 in Süd­ baden , wird wohl erst im nächsten Jahre, und somit wohl auf Bundesebene, in Angriff ge­nommen werden. Zunächst einmal sind die gegenwärtig in Frankfurt zwischen den bizo- nalen Verwaltungsstellen und der französi­schen Zone schwebenden Verhandlungen über die Umsiedlung der ersten 120 000 Flüchtlinge noch nicht abgeschlossen. General Koenig hat seine Zusage nämlich von der Bedingung ab­hängig genlacht, daß den ohnedies finanziell schwächeren Ländern seiner Zone bei der Umsiedlungsaktion keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen. Tn Frankfurt ist man jetzt bemüht, in der Finanzierungsfrage eine allen Teilen gerecht werdende Lösung zu finden. Wie es scheint, hat man in einem Vorschlag der F ( lüchtlingsämter der westdeutschen Län­der, 'wonach die Bizöne den Ländern der französischen Zone einen zinslosen Kredit von 24 Millionen DM — das würde je Flüchtling 200 DM für Unterbringung und Eingliederung in den Arbeitsprozeß bedeuten — gewähren soll, der dann bei einem künftigen Finanz­ausgleich innerhalb des Bundes verrechnet werden soll, zumindest eine erfolgverspre­chende Diskussionsgrundlage gefunden. Zu einer endgültigen Einigung ist man aber hoch nicht gelangt, und während in Frankfurt die Verhandlungen weitergehen, benützt man in den Südwestdeutschen Ländern die Zeit, um sich auf die Aufnahme der Flüchtlinge vorzu­bereiten.

Die Arbeiten der Umsiedlungsämter — unter dem Gesichtspunkt möglichst niedriger Verwaltungskosten mit wenig Personal durch­geführt — werden dabei von der Erkenntnis geleitet, daß es sinnlos wäre, die Flüchtlinge von einem Massenlager in Norddeutschland in ein südwestdeutsches Massenlager, sie von einer Arbeitslosigkeit in die andere, zu über­führen. Die ankommenden Transporte sollen daher nur für wenige Tage in Lagern unter­gebracht bleiben. Dieser Vorsatz wird teil­weise insofern zur zwingenden Notwendigkeit,

als das Hauptduvchgangslager in Offenbürg kürzlich mit französischen Truppen belegt wurde und ein neues Lager zwar zugesagt, aber noch nicht verfügbar ist. Ueber die Kreisdurchgangslager sollen die Flüchtlinge dann in kurzer Zeit an ihre neuen Wohnorte gebracht werden. Dabei soll von dem bishe­rigen Verfahren, den Kreisen Flüchtlingen in prozentualem Verhältnis zur Bevölkerungs­zahl zuzuweisen, abgegangen und die Auf­teilung nach den Verhältnissen der örtlichen Arbeitsmärkte gerichtet werden. Ganz allge­mein soll überhaupt darauf geachtet werden, daß die Flüchtlinge beruflich in die wirt­schaftliche Struktur des Aufnahmelandes hin­einpassen. So sollen in Südbaden vor allem Land- und Forstarbeiter, Hausgehilfinnen und in kleinerem Umfange auch Metall- und Che­miearbeiter aufgenommen werden. Südwürt­temberg-Hohenzollern wünscht im großen ganzen die gleichen Berufe, nur legt man dar­über hinaus dort besonderen Wert auf die Ansiedlung bislang im Lande noch nicht ver­tretener Industrien, so beispielsweise der Glasindustrie. In Rheinland-Pfalz verlagert sich das Schwergewicht der Wünsche natur­gemäß mehr auf die industriellen und hand­werklichen Berufsarten.

Ein besonders heikles Problem der kom­menden Umsiedlung stellt die Transportfrage dar. Während die in den ersten Nachkriegs­jahren aus Dänemark und Oesterreich einge­troffenen Flüchtlinge ihr Hab und Gut in wenigen Gepäckstücken mit sich trugen, muß

Das Badische .Ministerium der Landwirt­schaft und Ernährung schreibt uns.:

In den letzten Tagen ist in zahlreichen Metzgereien' Südbadens Schaffleisch frei ver­kauft worden. Dies gibt dem Badischen Mini­sterium der Landwirtschaft und Ernährung Veranlassung zu dem * Hinweis, daß es sich dabei um eine verfrühte Ausnützung des Landtagsbeschluß handelt, der die. Aufhebung der Bewirtschaftung für Schafe und Ferkel forderte. Um Käufer und Verkäufer ,vor . unan­genehmen Folgerungen zu bewahren und keine .Verwirrungen aufkommen zu lassen,' erläu­tert das Ministerium den Weg,,der geschritten werdbij. muß, üm die auch von . ahm befür­wortete Freigabe des Schaffleisches zu errei­chen. Eine definitive Entscheidung über die Fragen der Bewirtschaftung kann in Südba­ den weder von den badischen noch von den französischen Stellen getroffen werden, da sich das Zweimächtekontrollamt in Frankfurt , das ausführende Organ der Alliierten Mili­tärregierungen der Westzonen, die letzte Ent­scheidung über die Bewirtschaftung der wich­tigsten Lebensmittel, Getreide, Fleisch, Milch­erzeugnisse, Fette und Zucker; Vorbehalten hat. '

Im Interesse der einheitlichen Lebensmit­telversorgung in der Trizone, wie sie seit dem 1. Mai durchgeführt wird, ist es darum not­wendig, für den Beschluß des Badischen Land­ tages zunächst die Befürwortung des Frank­furter Wirtschaftsrates einzuholen, der dann das Votum des Landtags an die Militärregie­rungen weiterleitet. Erst wenn diese Stelle ihre Zustimmung erteilt hat, ist die freie Bewirtschaftung statthaft.

Es darf darauf verwiesen werden, daß der Frankfurter Wirtschaftsrat auch für die Bi- zone die Aufhebung der Bewirtschaftung des

diesmal mit großem Gepäck gerechnet wer­den. In .Schleswig-Holstein hat man bereits die Erfahrung gemacht, daß man, um die Habe von 2 bis 3 Familien zu transportieren, einen ganzen Güterwagen braucht. Es ist daher notwendig, die Umsiedlung in kleinsten Transporten durchzuführen.

Alle Vorbereitungen sollen aber trotz der auftretenden Schwierigkeiten getroffen sein, wenn voraussichtlich bereits Ende Juni die .ersten Transporte bei uns ein treffen werden. Die Menschen, die unschuldig heimatlos wur­den, sollen dann endlich wieder Arbeit und Unterkommen, sollen eine neue Heimat fin­den. . «•

Zuzugsregelung für Heimkehrer

Frankfurt . In der französischen Zone kön­nen Heimkehrer, die in anderen Zonen be­heimatet sind, nur dann die Arbeit aufneh­men, wenn sie seitens der französischen Mili­tärregierung die Zuzugsgenehmigung erhal­ten, teilt die Verwaltung für Arbeit, in einer Schrift über „Die Betreuung der Heimkehrer durch die Arbeitsämter“ mit. Für die aus der Kriegsgefangenschaft Entlassenen gelte . in Württemberg-Hohenzollern die von der Mili­tärregierung der französischen Zone ausge­sprochene Befreiung von der Zuzugssperre, wenn sie entweder im Lande geboren, am 1. September 1939 im Lande ansässig waren, ihre Familie (Ehefrau oder Eltern) in Württemberg -Hohenzollen haben oder

innerhalb von 8 Wochen nach ihrer Ent­lassung mit einem Unternehmen im Lande Württemberg-Hohenzollern einen vom Ar­beitsamt bestätigten schriftlichen Ar­beitskontrakt abschließen. Die Nach­ziehung von Familien aus anderen Zonen be­dürfe jedoch der besonderen Genehmigung der Militärregierung, die bisher nur in Son­derfällen erteilt worden sei, heißt es in der Erklärung der Verwaltung für Arbeit. Im Landteil Baden werde in der Regel der Zu­zug genehmigt, wenn das Arbeitsamt ihn be­fürwortet und die Entlassungspapiere des Heimkehrers in Ordnung seien.

Schaffleisches empfahl, die dortigen Militär­regierungen jedoch ihr Veto einlegten.

Aus alledem ergibt sich, daß auch in Süd­ baden das Schaffleisch noch nicht frei ver­kauft und angekauft werden kann und die Strafbestimmungen, die sich aus der allge­meinen Bewirtschaftung ergeben, auch für diese Fleischsorte Anwendung finden.

Die Frage des badischen Haushalts Freiburg . Die badische Sparkommission, die Seit mehreren Wochen unter dem Vorsitz des Finanzministers am Werk war, um bei den einzelnen Verwaltungen Einsparungen vorzu­nehmen, hat jetzt ihre Tätgkeit beendet, so däS -an Hand ihren Ereignisse' nunmehr die Aufstellung des Staatshaushaltes 1949/50 in Angriff genommen ' werden kann. Wie ver­lautet, sind an den Voranschlägen der ver­schiedenen Ministerien und Behörden teil­weise erhebliche Abstriche vorgeschlagen wor­den; die durch die schwierige Finanzlage des Landes bedingt sind. Unter diesen Voraus­setzungen dürfte es der Regierung möglich sein, den ordentlichen Haushalt in den Ein­nahmen und Ausgaben auszugleichen. Pre­kärer gestaltet sich dagegen die Lage bei dem durch die Besatzungskosten stark in Anspruch genommenen außerordentlichen Haushalt, für den ausreichende Mittel kaum verfügbar ge­macht werden können. Die Haushaltspläne sollen nun. beschleunigt ausgearbeitet werden, damit der Landtag Ende Mai oder Anfang Juni die Beratungen über diese wichtigste Frage seiner Zuständigkeit aufnehmen kann.

Häute-Auktionen in der französischen Zone Baden-Baden . Am 25. Mai findet in Offen­ burg eine Häute-Auktion statt. Eine weitere Versteigerung von Rohhäuten ist für den Monat Juni in Reutlingen vorgesehen.

Konstanz als Tagungsort

Konstanz . In den kommenden Monaten sind in Konstanz folgende Tagungen und Veran­staltungen geplant:

24.—31. Mai interzonale Statistikertagung. Dabei werden 30 Experten auf dem Gebiet der Statistik aus allen vier Zonen erwartet, die unter anderem auch Vorarbeiten für die im kommenden Jahr stattfindende Weltzäh­lung. besprechen werden.

Vom 22.—26. Juni steht Konstanz im Zei­chen eines französischen Ingenieurkongresses. Man rechnet damit, daß zu dieser Veranstal­tung 600 Ingenieure aus Frankreich , der Schweiz , England, den USA , Benelux-Län- dern und Deutschland erscheinen werden. Der Kongreß steht unter dem Motto „Der Mensch und die moderne Welt“. Für die Dauer des Kongresses ist eine Ausstellung der franzö­ sischen Luftfahrtgesellschaft „Air france " vorgesehen.

Für die erste Hälfte des Monats August sind ein internationales Studententreffen, eine internationale Ruder- und Segelregatta sowie ein Baskettball- bzw. Fußballspiel zwischen französischen und Schweizer Mannschaften vorgesehen. Außerdem führt der badische Hotel- "und Gaststättenverband im September seine Jahreshauptversammlung durch.

Internationale Kurse in Wahlwies

Im Pestalozi-Kinderdorf in Wahlwies am Bodensee werden im Sommer vom Freiburger Institut für internationale Begegnungen lau­fend Kurse von vierwöchiger Dauer abge­halten werden, an denen jeweils 50 Gäste aus zehn verschiedenen Nationen teilnehmen sollen.

Evangelischer Männertag lehnt Spielkasino ab

Meersburg . Bei dem am vergangenen Sonn­tag in Meersburg stattgefundenen Männertag wurde in Anwesenheit V4#g Landesbischof D. J. Bender die Errichtung von Spielkasinos ab­gelehnt.

Zwei Verkehrsunfälle

Singen. Ein Landwirt aus Rietheim fuhr mit der Zugmaschine und Anhänger durch die Hegaustraße. Der auf dem Anhänger sitzende Vater des Fahrers wurde beim Einbiegen in eine Straße heruntergescheudert und blieb mit einem Schädelbruch bewußtlos liegen. — Ein weiterer Unfall ereignete sich, als ein einachsiger Anhänger sich von dem PKW löste und einen Eisenbahnangestellten ver­letzte.

Todesfall beim Aussteigen aus dem Omnibus

Das Opfer eines Verkehrsunfalles wurde der 27 Jahre alte Martin Moßbrucker von Mott­schiß. Beim Aussteigen aus einem Omnibus wurde er von einem überholenden Lastkraft­wagen angefahren und so schwer verletzt, daß er noch am selben Tage verstarb./!

Das Augustinermuseum in Fröifiurg i. Br.

veranstaltet unter der Schirmherrschaft Sr. Exzellenz des Herrn Erzbischofs von Frei­ burg , in der Zeit vom 4. Juni bis 14. August eine Ausstellung „Christliche Kunst unserer Zeit“. Es werden Werke von deutschen, fran­zösischen und Schweizer Künstlern gezeigt auf den Gebieten der kirchlichen Architektur, der Bildhauerei, Malerei, Glasmalerei, Graphik, der Paramentik und der Goldschmiedekunst. In einer umfassenden Schau wird ein ein­drucksvolles Bild von der Situation unseres heutigen Christentums und der Verkündigung christlicher Lehre und gläubiger Haltung in unserer Zeit gegeben.

Dr. Nunier Ministerialrat im Kultusministerium

Freiburg . Der bisherige Staatskommissar für die politische Säuberung, Dr. Nunier, ist zum Ministerialrat im Ministerium des Kultus und Unterrichts ernannt worden, wo er an die Stelle des pensionierten Ministerialrats We­ber tritt.

Schaffleisch in Südbaden noch nicht frei

Eine Stellungnahme des Landwirtschaftsministerium

„Bravo Bogoljubow Siegen in Bad Pyvmoni

Mit einem Punkt Vorsprung vor Dr. Troger-Augsburg — Freiburg mit München -Gladbach und Bad Pyrmont in der engen Wahl in der deutschen Meisterschaft 1950

Bad Pyrmont .

Dichtgeschlossene Spitzengruppe nach der achten Runde. Dr. Troger führte mit dem Triberger das Feld an. Mit dem letzten Drittel — drei Runden sind noch zu spielen — beginnt das Rätselraten um den Ausgang des Turniers. Den Kombinatio­nen: Altmeister oder Jugendmeister? ist der nur erdenkliche Spielraum gelassen.

Bogoljubow traf in der neunten Runde auf Max Eisinger-Karlsruhe, hier triumphierte der. Tri­ berger mit einer schön gespielten Partie.

Dr. Troger war noch ohne Niederlage, er wurde überraschend von Kieninger geschlagen, während Lothar Schmid den Berliner Meister Gerhard Pfeifer besiegte.

Die Paarungen für die zehnte Runde verspra­chen interessante Kämpfe. Kieninger gegen Bogol­ jubow , Unzfcker gegen Lothar Schmidt, Dr. Tro­ger gegen Machate. »

Kieninger als Anziehender hatte „Bogol“ über­spielt, die Kiebitze reckten die Hälse, die Sensa­tion lag in der Luft — ,matt in wenigen Zügen — Der Kölner vergab seine Chance durch ungenaues Spiel. Die Duplizität der Fälle:

Essen 1948': Unzieker — Kieninger.

Kieninger hätte mit diesem Gewinn den Tri­berger um die Meisterschaft gebracht.

Dr. Troger gegen Machate blieb unbeendet, der Augsburger hat die bessere Stellung, er dürfte bei Wiederaufnahme auch diesen Punkt buchen. Deutschland -Meister Unzieker remisierte mit Lo­ thar Schmid .

Stand der Spitzengruppe: Bogoljubow 8»/« Punkte. Lothar Schmid 7Vs Punkte. Dr. Tröger und Ma­chate je 6Vs Punkte, plus Hängepartie. Kieninger, Rellstab je 0“/2 Punkte. Schmidt, Eisinger, Un­zieker, Dr. Lange, Niephaus, je 6 Punkte. Pfeiffer SV« Punkte.

Vorschlußrunde;

Bogoljubow siegte über Machate nach' langem Kampf, der Mehrbesitz des Bauern, den der Groß­meister vortrefflich verwertete, brachte den Ge­winn. Jugendmeister Schmidt hatte eine Total­

chance in der Partie gegen Kieninger. Sein fehlerhaftes Endspiel rettete den Kölner vor einer Niederlage, remis war der Ausgang. Dr. Tröger war in seiner Partie gegen Rellstab durch gutes Kombinationsspiel im Vorteil, das Endspiel war klar gewonnen.

Stand der Spitze vor der Schlußrunde: Bogol­jubow 9»/« Punkte. Dr. Tröger 8>/t Punkte.

Lothar Schmid 8, Kieninger 7, Eisinger, Machate, Dr. Lange, Niephaus, Rellstab, Paul Schmidt, Un­zieker je 6V« Punkte. Pfeiffer 6. Punkte. In den Abendstunden des Freitags fiel die letzte Ent­scheidung.

Bogoljubow, der haushoher Favorit war, stand vor der zwölften Runde als Meister fest — selbst' ein Verlust der Partie konnte ihm die Meister­schaft nicht streitig machen — auch wenn der Fall eintrat, daß Dr. Tröger gewann, war durch totes Rennen Punktgleichstand erreicht. Ein Stichkampf war dann unnötig, da beide in der dritten Runde sich unentschieden getrennt hatten, Bogol­jubow in der Bewertung der Rundenkämpfe nach dem Wertungssystem besser stand.

Meister Rellstab (1942) hätte fast für eine Ueber- raschung gesorgt, er brachte den Großmeister in der Partie in eine glatte Verluststellung. Wie sich Bogoljubow aus der Schlinge zog, den kritischen Punkt überwand und wie er gewann, das war schon mehr als „tragisch“ für „Schachprofessor Ludwig den Zweiten“.

Dr. Tröger gewann über Niephaus, während Jugendmeister Lothar Schmids Unentschieden gegen Eisinger dem Bamberger den dritten Platz ein­brachte. Ferner spielten Paul Schmidt gegen den Titelverteidiger Unzieker, Pfeiffer gegen Dr. Lange — hier. übersah der Essener, eine Gewinn­fortsetzung —, Czaya gegen Gilg, Siegel — Ahues Richter — Sämisch, Archipoff — HeiniCke, Brinck- mann — Lohmann, Dr. Rödl — Hönlinger, Gum- priCh — Wittenberg, Kieninger, der gegen Ma­chate remisierte, wurde sicherer vierter Preis­träger.

Schlußstand; 1. Bogoliubow-Triberg 10».'- aus 12 Partien. 2. Dr. Tröger-Augsburg 9Vä Punkte. 3. Lothar SChmld-Bamberg 8V« Punkte. 4. Kienin-

ger-Köln 7 Vs Punkte. 5. bis 9. Eisinger-Karlsruhe, Dr. Lange-Essen, Maehate-Stuttgart, Paul Schmidt- Heidelberg , Unzicker-München , je 7 Punkte. Niep­haus, Czaya, Pfeiffer, Rellstab, je Punkte.

Ahues, Archipoff, Brinckmann, Gumprich, Hei- nicke, Hönlinger, Lohmann, Rautenberg, Richter, pr. Rödl, Sämiscl) und Siegel, je 6 Punkte. Gilg, Kübarth 5V«, Carls, Hermann, Nürnberg , Nüsken und Wittenberg , je 4V«, Maicherczyk und Steger 4 Punkte. Markus 3 Punkte. Nonnenmacher 2»/« Punkte.

Durch diesen Sieg sicherte sieh Großmeister Bo- goljübow zum dritten Male den Titel (Swine­münde 1931 und 1933 Bad Aachen ).

- Sein Sieg war ebenso eindrucksvoll wie ver­dient. Er unterlag nur in einer Partie (L. Schmid, 8. Runde). Zwei Begegnungen — gegen seine schärfsten Rivalen (Kieninger, 10. Runde und Reil- stab 12. Runde waren zwar glatte Verluststel­lungen) steuerte er doch noch zum Gewinn. Der Stil des Großmeisters Ist von bestechender Klar­heit, hat jedoch sein Spiel gegenüber dem Vor­jahr — 2 . Südbadischer SchaChkongreß, Konstanz — an Sicherheit, Fantasie und Kraft bedeutend ge­wonnen, und sein stolzer Erfolg ist um so höher einzuschätzen, als die Meister, die in Pyrmont ver­treten waren, nicht schlechter gespielt haben, als in Essen .1948 und in Weidenau 1947.

Nach zwei Wochen Turnierschlacht setzten sich am Sonntag die Organisatoren aus allen Landes­verbänden an den Beratungstisch. Die Arbeits- gemeinschft übertrug dem Landesverband Süd­ baden die Ausrichtung der deutschen Schachmei­sterschaften 1950. Mit Nachdruck unterstrichen die Teilnehmer den unveränderlichen Willen aller deutschen Schachkreise in einträchtigem Zusam­menwirken über alle Zonengrenzen.

. Die vier Preisträger nehmen am ersten inter­nationalen Turnier in Heidelberg teil, das in der Zeit vom 6. bis 11. Juni stättfindet. Von inter­nationalen Meistern sind: Rosselimo, Frankreich der Sieger von Hastings, O’Kelly de Galway der englische Schachjournalist und Herausgeber von Cheß , London , Wood Wotkowsky, Polen der in Württemberg beheimatet und als starker Blind­spieler bekannt ist, vertreten. Mit Wade, Neu­seeland. der sich auf einer Tournee befindet sind die Verhandlungen wegen seiner Teilnahme noch nicht abgeschlossen. Es ist die erste Veranstal­tung, auf der sich unsere Meister Bogoljubow Dr

Tröger, Lothar Schmid, Kieninger und Paul Schmidt mit den Ausländem zu einem Kräftever­gleich stellen.

Die einzige Verlustpartie Bogoljubow*

Weiß: Bogoljubow: Schwarz: Lothar Schmid

1; e 4 e 5 2 . Sf 3Sc6 3. S c 3 S f 6 4. d 4 e:

d 4 5. S f 4; d 4 S f; e 4!! 6. S d: e 6 S e: c 3 7.

S c: d 8 s c: d l 8. s d: f 7 S d: f 2 9. S f: h 8

S f: hl (siehe Diagramm) 10. L d 3 L c 5 11.

Ld:h7Shl — i 2 12. L f 4 d 6 13. L g 6 +

Kf8 14. L g 3 S f 7 ? (Besser war 15. L e 4 und 16. S g 6 +) 15. ... S e 3 16. K d 2 L f 5 17. s g 5 ? L: g 6 18. S e 8 + K e 7 19. S: c 5 S:

a 1 23. S: g 6 Ta — e 8 24. L f 2 ? Sei 25 . S f 4 c 2 20. L h 4 + K e 81 21. S e 6 K d 71 22 . S f 4 S: S b 4. Hier gab Bogoljubow auf, der S a 1 (24. L g 3 — f 2 ? S a 1 — c 2) war auf keinem Wege zu gewinnen. Der Originalität wegen: „Springer­tanz um die Königin“ wäre diese Partie einen Schönheitspreis wert. Der weiße S f 3 schlug Dame, einen Turm, zwei Läufer, einen. Springer und zwei Bauern, der schwarze Antipode dagegen Dame, 2 Türme, einen Springer und drei Bauern.

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