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neue baden* *

Nr. 57 / 21. 5,. 49

o aus Baffen

117 000 in der Vermißtenkartei

Die Zonenzentrale Rastatt des Vermißten- und Flüchtlingssuchdienstes

Rastatt . „Bin im Besitze Ihrer beiden Kar­ten mit den Adressen der Kameraden meines Mannes. Möchte Ihnen nur mitteilen, daß ich nunmehr die' Gewißheit habe durch einen Heimkehrer, daß mein Mann in russischer Gefangenschaft gestorben ist. Für Ihr 1. Be­mühen danke Ihnen bestens,,. . .“ Eine Frau aus Südbaden schrieb das an die Zonenzen­trale Rastatt des amtlichen Vermißten- und Flüchtlingssuchdienstes der französischen Be­satzungszone. Die Gewißheit, von der sie schrieb, ist keine schöne Gewißheit. Aber es ist eine Gewißheit, die Ungezählte noch immer nicht haben. Sie alle lassen, hoffend und bangend, nichts unversucht, eines Tages doch noch etwas über das Schicksal des Gatten oder Sohnes zu erfahren. In der Not ihrer schleichenden Verzweiflung schreiben sie auch an die Rastatter Zonenzentrale, von der sie wissen, daß alle Fäden des Suchdienstes der französischen Besatzungszone dort zusam­menlaufen. Was sie nicht wissen, ist, daß sie damit die Arbeit dieser Zonenzentrale nur stören und erschweren.

In staatlicher Hand

Die französische Besatzungszone ist die ein­zige, in welcher der Suchdienst verstaatlicht ist. Hierdurch unterscheidet sich die nach Ideen von Direktor Hellemeyer geschaffene Organisation, gefördert und unterstützt von der Besatzungsmacht, grundlegend von den drei anderen großen Suchdienstzentralen Hamburg , München und Berlin , bei denen das Ueberwiegen des Flüchtlingsproblems von vornherein zu anderen Arbeitsprinzipien füh­ren mußte. Die Anlehnung an den staat­lichen Verwaltungsapparat gestattet einen einfachen und klaren Aufbau, der den Such­dienst bei der Gemeinde als unterster Stufe beginnen läßt und ihn über die Kreis- und Landesämter in gerader Linie zur Zonen­zentrale in Rastatt führt. Ganz unten, beim Gemeindeamt für Suchdienst, das meistens vom Ratschreiber verwaltet wird, muß die Suche nach einem Vermißten begonnen, müs­sen seine Personalien und alle bekannten An­haltspunkte gemeldet werden. Von dort nimmt die doppelte Suchkarte ihren Weg über das Kreisamt zum Landesamt, wo eine Karte zurückbleibt und nur die zweite zur Zonenzentrale weitergeleitet und in die große Kartei der 117 000 vermißten Soldaten ein­gereiht wird. Nur eine Voraussetzung dafür besteht, daß nämlich der Suchende seinen Wohnsitz in der französischen Zone hat.

Die letzte Feldpostnummer

Die wichtigste Angabe wohl, um die Suche zu erleichtern oder in vielen Fällen über­haupt erst zu ermöglichen, ist die letzte Feld­postnummer. Denn über sämtliche 70 000 Feldpostnummern, die es in diesem Kriege in der deutschen Wehrmacht gegeben hat, wird in dar Zonenzentrale Buch geführt, jeder Heimkehrer wird in die bereits über 35 000 Nasnen umfassende Feldpostnummernkartei der Heimkehrer aufgenommen. Mit ihrer MÜfe war es in vielen Fällen möglich, Heim­kehreranschriften zu vermitteln und unge­wisse Schicksale zu klären. So wurden zum Beispiel im August dieses Jahres von der Zonenzentrale Rastatt über 5000 Suchende mit über 11 000 Adressen versehen. Ein einziger Heimkehrer brachte die Nachricht von 136 Toten, deren Namen ihm bekannt waren, und neun Familien erfuhren auf diese Weise zum erstenmal vom Tode ihres Angehörigen.

Die dritte der großen Karteien im Rastatter Schloß gilt den Soldatengräbern in der fran­zösischen Besatzungszone. Mehr als 40 000 Gräber sind hier registriert. Etwa 70 Prozent der Angehörigen wissen nach den Erfah­rungen der Zonenzentrale, wo das Grab ihres Gefallenen liegt. Aber oft wissen die Fried­hofsverwaltungen nicht, wo die Angehörigen wohnen, und auch für die übrigen 30 Prozent, die das Grab nicht keimen, ist es eine Auf­gabe, die der Mühe lohnt.

Auch nach Flüchtlingen wird gesucht

Auch nach Flüchtlingen, di,e sich aus den Augen verloren haben, wird gesucht. Das kann jedoch meist schon auf einer der unte­

ren Stufen, auf den Kreisämtern für Such­dienst, in die Wege geleitet werden. Dort sind die Anschriften aller bestehenden Heimat­karteien bekannt, die für jede größere Stadt, für manche Kreise, vor allem aber für die ehemaligen Provinzen des Ostens jede er­reichbare Anschrift verzeichnen. Da sie von Ortskundigen gehandhabt werden, können sie in den meisten Fällen doch wenigstens Na­men aus der Nachbarschaft vermittfeln.

Ununterbrochen läuft die Post dureji die Räume der Rastatter Zonenzentrale. Jeder Tag bringt neue Suchkarten und neue Fra­gen, und jeden Tag auch nehmen zahlreiche Heimkehreranschriften, Hinweise und Mittei­lungen ihren Weg hinaus. Dies alles geschieht unaufgefordert und ohne Drängen und Nach­fragen. Nur beim heimatlichen Gemeindeamt für den Suchdienst muß der Stein ins Rollen gebracht werden. Dann rollt er weiter, und jede ungeduldige Frage, jedes drängende Schreiben an die Zonenzentrale kann seinen Lauf nur hemmen. Denn die Männer und Frauen im nördlichen Flügel des Rastatter Schlosses haben schon viel Leid und banges Fragen durch ihre Hände gehen sehen und wissen, was ein Jahr der Ungewißheit um das andere bedeutet. Sie tun, was sie können.

Erhöhtes Interesse am Bausparen

Landesbausparkasse Karlsruhe im Dienste des Wohnungsbaues

Die „Kleine Steuerreform“ lenkt die Auf­merksamkeit in verstärktem Maße auf das Bausparen, da die neuen Steuererleichterun­gen auch den Bausparens zugute kommen. Es sind aber nicht allein die Steuervergünstigun­gen, welche die Bausparkassen in den Vorder­grund des allgemeinen Interesses gerückt ha- bei. Auch die sichere Anwartschaft, das ver­briefte Recht des Bausparers auf ein un­kündbares Tilgungsdarlehen, das zu günstigen Bedingungen gegeben und in der Regel im Nachrang gesichert wird, bildet für viele Bau­willige und Wohnungsuchende den Anlaß zum Abschluß eines Bauparvertrages. So nimmt es nicht wunder, wenn die öffentlichen Bausparkassen über ein lebhaftes Neugeschäft berichten. Diese Institute sind in allen Län­dern der Westzonen als Einrichtungen der Sparkassenorganisation seit nunmehr 2Ö Jah­ren mit bestem Erfolg tätig. In enger Ver­bindung mit den örtlichen Sparkassen haben sie auch seit der Währungsreform den Woh­nungsbau tatkräftig gefördert. Die öffent­

lichen Bausparkassen haben von Anfang an der Pflege des zweitstelligen Hypothekarkre­dits ^ihre besondere Aufmerksamkeit ge­widmet. Gemeinsam mit den Sparkassen, die für die Gewährung der 1. Hypotheken in Frage kommen, geben sie in dieser Kombina­tion eine wertvolle Finanzierungshilfe, von der in wachsendem Maße Gebrauch gemacht wird. Freilich hängt der Einsatz der 4 Spar­kassen auf dem Gebiete des erststelligen Hypothekarkredits von Tempo und Umfang der Sparkapitalneubildung ab. Es setzt sich aber immer stärker die Erkenntnis durch, daß die Ansammlung des in jedem Falle unbe­dingt erforderlichen Eigenkapitals über einen Bausparvertrag, der schließlich zur Darlehens­gewährung führt, ein sehr empfehlenswerter, weil bequemer Weg ist. In der Reihe der 12 öffentlichen Bausparkassen der Westzonen steht auch die Badische Landesbausparkasse, Karlsruhe , die sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat, den Wohnungsbau im Lande mit allen Mitteln zu fördern.

Heilmittel-Messe im September in Karlsruhe

Unter dem . Protektorat des württember- gisch-badischen Wirtsehaftsministers, Dr. h. c. Veit, und mit Unterstützung der Stadtverwal­tung wird in Karlsruhe vom 3. bis 11. Sep­tember 1949 die Deutsche Heilmittel-Messe abgehalten. Zum ersten Male seit der Wäh­rungsreform ist damit der pharmazeutischen und verwandten Industrie sowie allen Be­trieben, die Klinik- und Krankenhausbedarf, Instrumente, Geräte usw. hersteilen, eine Ge­legenheit geboten, ihre Produktion im Rah­men einer Fachmesse und -ausstellung vor­zuführen. Auf Grund der eingeleiteten Maß­nahmen ist auch mit einem starken Besuch aus dem Ausland, besonders der Schweiz , zu rechnen. Gleichzeitig mit der Heilmittel- Messe findet der Therapiekongreß der deut­ schen Aerzteschaft und die Mitglieder-Gene- ralversammlung des Verbandes der leiten­den Krankenhausärzte Deutschlands in Karlsruhe statt. Es werden zu diesen beiden Kongressen über 3000 leitende Aerzte in Karlsruhe anwesend sein, so daß zusammen mit der Heilmittel-Messe die größte Aerzte- tagung dieses Jahres hier in Karlsruhe statt­finden wird. Die Deutsche Heilmittel-Messe ist für die Stadt Karlsruhe eine besondere Gelegenheit, ihren alten Ruf als Ausstellungs­und Kongreßstadt erneut unter Beweis zu

Wo kann die Jugend übernachten?

Ueberbliek über süddeutsche Jugendherbergen

stellen. Es besteht die Absicht, die Heilmit­tel-Messe zu einer ständigen Einrichtung und zu einem Begriff in der Stadt Karlsruhe zu machen, wozu die günstige Verkehrslage alle Voraussetzungen bietet.

Zur Villinger Theaterfrage

Villingen . Wie wir bereits berichteten, haben die Kreise Donaueschingen , Neustadt, Wolfach und Konstanz einen Zuschuß an das Neue Theater Villingen von insgesamt 6000 D-Mark bewilligt,' sofern der Kreis Villingen dazu noch weitere 2000 DM beisteuert. Da­mit wäre dann der Betrag von 8000 DM als einmaliger Zuschuß dem Theater ausgehän­digt worden, der zum größten Teil für rück­ständige Gagen Verwendung gefunden hätte. In seiner letzten Sitzung hat jedoch der Vil­linger Kreisausschuß zum zweiten Male eine ablehnende Haltung eingenommen. Ver­gangenen Samstag hat die Intendanz der Presse bekanntgegeben, daß trotz dieser Ab­lehnung das Weiterbestehen nicht in Frage gestellt sei. Es würde versucht werden, pri­vate und industrielle Kreise zu interessieren, die den auf Villingen entfallenden Anteil von 2000 DM. übernehmen. Doch dürfte damit die Angelegenheit noch keineswegs geklärt sein, da ja die anderen Kreise die Bewilligung ihres Zuschusses ausdrücklich davon abhängig gemacht haben, daß der Kreis Villingen sich mit weiteren 2000 DM beteiligt, nicht etwa private oder industrielle Personen.

Johann Peter Hebel zu Ehren

Nur noch wenige Wochen trennen uns vom letzten Schultag. Dann aber geht es fröh­lich in die Ferien. Viele von euch werden wieder wie jedes Jahr ihr treues Stahlroß besteigen und auf große Fahrt gehen. Auch letztes Jahr gingen unzählige Jungen und Mädel auf Fahrt, aber vielfach wurde ein­fach drauflosgestrampelt ohne zu wissen, ob und wo Möglichkeiten zum Uebernachten vor­handen waren. Das Ergebnis solcher Fahr­ten war oftmals bittere Enttäuschung. Unser w-Mitarbeiter hat nun für alle unsere jungen Leser und Leserinnen, die sich dafür interessieren, eine Zusammenstellung aller süddeutschen Jugendherbergen gemacht. Vor­aussetzung zum Uebernachten in einer Ju­gendherberge ist der Besitz eines Herbergs­ausweises, den man sich zweckmäßigerweise möglichst bald besorgt. Wir veröffentlichen diese Zusammenstellung so zeitig, daß sich jeder sein Fahrtenprogramm vorher über­legen kann. Fahrtengruppen sei geraten, sich möglichst schon vorher mit den entsprechen­den Jugendherbergen in Verbindung zu setzen, da während der Ferienmonate erfah­rungsgemäß die Jugendherbergen weit über­belegt sind und eine Unterbringung dann nicht mehr möglich ist.

Jugendherbergen In Nordwürttemberg-Baden Backnang, Blaubeuren , Creglingen (Mer­ gentheim ), Eßlingen , Schwäb.-Gmünd , Göp­ pingen , Schwäb.-Hall, Heidenheim (Brenz ), Heubach (Gmünd ), Hohenstaufen (Göppingen ), Horleuaoh (Hall), Kirchheim (Teck), Kün- «eisau.. Lengenburg, Maulbronn , Neuhaus (Crailsneim), Nürtingen , Rechenberg (Crails- heisni, Schorndorf , Ulm (Donau ), Wiesensteig .

Judgendherbergen in Südwürttemberg-Baden

Balingen, Biberach , ,Buhlbach (Murgtal ), Ebingen , Horb , Rottweil , Roßberg bei Gönnin­ gen , Urach , Tübingen , Wildenstein bei Kloster Beuron (Donautal), Vogelhof bei Ehingen , Freudenstadt , Brandeck-Lindie bei Ohlsbach , Darmstätter Hütte bei Seelbach , Fleinerhaus bei Todtnauberg , Ailmannshöhe bei Konstanz , Küssaburg bei Waldshut , Freiburg -Ebnet, Luginsland bei Freiburg i. Br., Menzen­ schwand bei St. Blasien , Platzhof bei Kan- dern, Sulzburg bei Müllheim , Singen am Ho­hentwiel, Villingen , Todtmoos -Lehen, Ruden­berg bei Neustadt . \

Jugendherbergen in Obeibayern und Schwa­ ben ,

Bergen bei Traunstein , Füssen-Faulenbach, Garmisch-Partenkirchen , Hemhof am Chiem­ see , Hindelang im Allgäu, Jägersbrunn am Maisinger See bei Starnberg , Kempten im All­gäu, Lochen bei Holzkirchen , München , Nat­tersberg-Alm bei Reit im Winkel , Oberstdorf - Kornau , Scharling am Tegernsee , Schwan­ gau bei Füssen , Steinebach am Wörthsee , Uffing am Staffelsee.

Jugendherbergen im Bayer. Wald und Franken

Frauenberg bei Heidmühle, Furth im Wald , Kelheim (Donau ), Saldenburg , Waldhäuser, Weiden (Opf.), Coburg , Burg Feuerstein bei Ebermanstadt , Gunzenhausen , Hartenstein bei Velden, Kissingen-Garitz, Kitzingen a. M., Krausenbach im Spessart , Mellrichstadt , Mün- nerstadt, Pottenstein , Rudolfshof bei Lauf (Mfr.)

Lörrach Die Lörracher Stadthalle bot sich dem Besucher des „Schatzkästleins“ in neuem Gewand, das der Zukunft der Stadt Lörrach einen würdigen Rahmen durch die kulturel­len Veranstaltungen gibt. Für die erste Ver­anstaltung hat es wohl keinen besseren An­laß gegeben, als gerade das „Schatzkästlein“ zu Ehren Hebels. Mag Hebel auch nicht als Lörracher im eigentlichen Sinn gelten, so ge­hört der Dichter doch zu Lörrach , genau so, wie Lörrach einen Ehrenplatz in seinem Her­zen einnahm. Redakteur Uhl, der Archivar des Hebelbundes, brachte das in seiner Begrü­ßungsansprache deutlich zum Ausdruck. Er dachte aber auch daran, der Stadt Lörrach und den am Umbau bis kurz vor der Veran­staltung tätigen Arbeitern zu danken für das Werk, das gewissermaßen eine Gegengabe der Stadt Lörrach für das „Schatzkästlein“ dar­stelle. Diesen Dank hat im Zeichen der Stadt­verwaltung eingangs Bürgermeister B r a y e schon in seiner kurzen Begrüßungsansprache zum Ausdruck gebracht. Staatspräsident Woh­ieb mußte sich infolge seiner Reise nach Paris durch Ministerialdirektor Dr. F1 e i g vertreten lassen, der die Wünsche und Grüße des Staatspräsidenten zum Hebeltag überbrachte. Leider konnte auch der Hebelpreisträger 1949, Prof. Wilhelm Hausen st ein, nicht der Veranstaltung beiwohnen. Für ihn sprach sein badischer Vorgänger von 1947, Franz Schneller .

Der erste Teil seiner geistvollen und doch

Das Rundfunkprogramm

Südwestfunk

22. Mai: 8.00: Nachrichten; 8.05: Es singt der Lindauer Jugendchor; 9.30: Das Unvergängliche; ll.oo: Nürburgring, Uebertragung vom Eilel-Pokal- Rennen; 12.00: Nachrichten; 12.10: Mittagskonzert; 13.00: Nachrichten; 13.15: Musik nach Tisch; 14.15: Frohe Melodien; 15.00; Kinderfunk, Reise in das Märchenland; 15.30: Uebertragung vom Nürburg­ring; 16.15: Das Südwestfunk -Unterhaltungsorche­ster; 17.15: Dichtung der Zeit; 17.30: Musik und Sport; 18.45: Alfred Döblin — Kritik der Zeit; 19.00: Eigenprogramm der Studios, Sportnachrichten; 19.15; Kleine Abendmusik; 19.30: Die Tribüne der Zeit; 20.00: 1 Sinfoniekonzert; 21.15: Politische Wochen­schau; 21.30: Wir tanzen; 22.00: Nachrichten; 22.15: Sport am Sonntag; 22.30; Jedem das Seine! 24.00: Spätnachrichten.

23. Mai: 7.00: Nachrichten; 7.15: Familienfunk; 7.30: Sing’ schon am Morgen!; 8.00: Kurznach­richten; 8.15: Eigenprogramm der Studios; 11.30: Unterhaltungsmusik; 12.00: Nachrichten; 12 . 10 : Mit- tagskorizert; 12.45: Eigenprogramm der Studios; 13.15: Operettenmelodien; 14.15: „Wien bleibt Wien "; 16.00: Musik am Nachmittag: 17.00: Die Welt der Frau; 17.30: Solistenkonzert; 18.00: Nachrichten aus allen Zonen; 18.15: Plauderei und Kurzweil; 19.00: Bücherschau; 19.15: Musik und Sport; 19.30: Die Tribüne der Zeit; 20.00: „Die Zauberflöte “, Oper von W. A. Mozart ; 22.00: Nachrichten; 22.30:' Ein­kehr im Geist; 22.15: Es spielt das Helmut- Zacharias -Quintett.

Sonderzug nach Freiburg am Sonntag zum Fußballspiel Fortuna — Kaiserslautern

Die Eisenbahn führt am nächsten Sonntag einen Sonderzug zu dem großen Zonenliga­kampf Fortuna Freiburg gegen Kaiserslau­ tern . Der Zug fährt um 12.02 Uhr in Offen­ burg ab und trifft in Freiburg -Littenweiler um 14 Uhr ein. 50 Prozent Fahrpreisermäßi­gung. Rückfahrt um 17.30 Uhr. Der Zug hält in Schutterwald , Niederschopfheim, Lahr - Dinglingen, Kippenheim , Herbolzheim , Ken- ' zingen, Riegel, Emmendingen und Denz­ lingen und hat Anschluß vom Kinzigtal und Renchtal. Zu dem um 15 Uhr beginnenden Spiel ist im Bahnhof Littenweiler eine Vor­verkaufsstelle für Eintrittskarten eingerichtet.

Die Simonswälder Tracht — gestern und heute

Die Simonswälder Tracht ist bei den Mäd­chen noch in voller Blüte. Seit alten Zeiten her bildet sie einen Hauptbestandteil von der Eigenart des wunderschönen Tales. Anno 1746 schuf eine Mission durch die Verordnung des Bußpredigers dahin Wandel, daß an die kur­zen Röcke sofort längere Plegen gemacht werden mußten, andernfalls 5 Kronen Strafe für die Trachtenträgerin und 1 Krone für Schneider und Näherin verhängt wurden. Im Lauf des 19. Jahrhunderts erfuhr die Tracht mannigfache Veränderung, so wurde von den großen gelben Zylinderhüten Abstand ge­nommen. Leider sind im Wandel der Zeiten auch wertvolle Trachtenstücke eingegangen. Der hohe Perlenkranz (Schäppel) ist ganz verschwunden, und der mit feinen Goldplätt­chen bestickte Haismantel wird nicht mehr getragen. Ebenso bei den Burschen die schön gestickten bunten Hosentiäger sind außer Gebrauch gekommen, und bei den Männern ging der stolze Manchesterrack verloren. Die Männertracht ist ganz außer Kurs geraten. Der neu gegründete Heimat- und Trachten­verein bemüht sich die Tracht wieder aufs neue zu fördern, und wenn es einmal wieder möglich wird, auch bei den Männern wieder ein neue Tracht, welche die Nfuzeit und das alte Herkommen verbinden soll, ins Leben zu rufen. Die Simonswälder Tracht - der Mädchen und Frauen ist heute noch die schönste Zierde des Simonswälder Tales und wird von den Fremden an Sonn- und Fest-

* tagen sehr bewundert.

Auch die Simonswälder Trachtentänze sind wieder in neuen Schwung gekommen. Zwar bedarf es unermüdlicher zäher Arbeit, um sich bei den modernen Tänzen, Schieber und Fox durchzusetzen, allein der Hansjakob-Tag in Haslach im Kinzigtal und die einheimi­schen Veranstaltungen bei der Kunkelstube, Scheibenschlagen und auch bei den Volks­schauspielen gaben Anlaß, die alten Trachten- tänz wieder aufs neue aufleben zu lassen, wobei die Bauernkapelle und auch das Streichorchester die alten Weisen aus der Väterzeit dazu spielte.

leicht verständlichen Ansprache galt Hebel und seiner Heimat. Dann umriß er das bensbild des Dichters und Menschen Prof. Wilhelm Hausenstein . Die abschließenden Worte sprach der Präsident des Hebelbundes, Pfarrer Nutzinger. Er dankte allen an der Gestaltung der Feier Beteiligten und konnte als besondere Ueberraschung dem bekannten Heimatmaler und Hebel-Illustratoren Adolf Glattacker den erstmals gestifteten He­beldank in Form eines Bildes überreichen.

Das Orchester des Südwestfunks unter Lei­tung von Franz H a u c k führte in musika­lische Umrahmung aus. Der Sängerchor un­ter Leitung von E. F. Böhler bewies, daß besonders das Heimatlied wieder gut ge­pflegt wird. Nicht vergessen soll auch der Schülerchor der Hebelschule werden, der zwei Lieder des Dichters zu Gehör brachte (Lei­tung Ludwig H a g m a i e r) und das „Vre- neli“, das Hebels „Sonntagsfrühe“ so wieder­zugeben verstand, wie J. Peter Hebel sich es vielleicht einmal von seiner „Vreneli“ vor­tragen ließ. K.

Berichtigung

Zu unserem Sehachartikel „Bravo ! BogoliuboW Sieger in Bad Pyrmont “ möchten wir eine kleine Berichtigung geben. In der Partie Bogoli ubou’ ist durch ein technisches Versehen im 14. Zug L G 3 dev schwarze Zug vergessen worden. Es muß heißen: 14. L G 3 S G 4 usw. Außerdem wurden die Zeilen 9 und 10 verwechselt.