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Nr. 63 / 4. 8. 49

JB'AS 8TSÜE BADEN*

Neue Großschanze im Hochschwarzwald

Neustadt . Schon lange munkelte man in sportlich interessierten Kreisen von den Gründen, die wohl die Besuche der deutschen Springergarde mit Sepp Weiler , Heini Klop­ fer , Toni Brutscher und Günther Meergans im Anschluß an das Feldbergspringen in Neu­stadt gehabt haben mögen. Was bisher nur den Eingeweihten bekannt war, ist nun an die Oeffentlichkeit gedrungen. In aller Stille ist ein Plan ausgearbeitet worden, der den Um­bau der Hcchfirstschanze zu einer Großschanze ermöglicht. Mit diesem Umbau ist die Voraussetzung der Durchführung auch des Spezialsprunglaufes gegeben, wie ihn die deutsche Skimeisterschaft vorsieht. Als letz­tes Glied der Kette werden wir dann die deutschen Skimeisterschaften 1950/51 in un­serer Kreisstadt durchführen können.

Was dies für unsere Geschäftswelt, die Ju­gend und die Stadt bedeutet, kann nur der ermessen, der an den deutschen Skimeister­schaften 1949 in Isny teilnahm. Das Projekt des Umbaues ist durch Fachleute festgelegt, die Kosten sind mit DM 25 000.— veran­schlagt. Der Skiklub Neustadt, dem die bis­herigen Vorarbeiten zu danken sind, ist nun an den Gemeinderat wegen Uebernahme des Projektes herangetreten. Das Projekt stellt sich deshalb so billig, weil nur reine Erdbe­wegungen nötig werden. Der Aushub zur Planierung der Sprungbahn wird wieder ver­wendet für die an anderen Stellen notwendig werdenden Aufschüttungen.

Die neue Schanze wird an dem Blockhalde­weg entstehen und Sprünge bis zu 80 Meter Weite ermöglichen. Damit aber wird auch die Schanze international anerkannt. Der Blockhaldeweg garantiert Schneesicher­heit; denn sollte einmal nicht genügend Schnee für die Sprungbahn vorhanden sein, so kann über den Blockhaldeweg genügend Schnee von der Kappler Höhe oder der Scheu­ermatte schnell zugeführt werden. Der Ge­genhang aber zur Schanze bietet in nächster Nähe der Schanze Tausenden von Zuschauern beste Sicht für das Springen, und die Kassier­möglichkeiten des Eintritts sind nirgends ide­aler als an dieser Schanze.

Nun hat der Gemeinderat Neustadt das Wort. In einer Besprechung der Fraktion haben die Freien Demokraten das Unterneh­

men vorbehaltlos gutgeheißen und von ihren Mitgliedern die Unterstützung des der Stadt in jeder Weise dienlichen Projektes verlangt.

St.

Erstaufführung der Freilichtbühne in Hinter­ zarten

Alle Schwarzwaldfreunde kennen Hinter­ zarten und seine landschaftlichen Reize. Hier wird der neu ins Leben gerufene Verkehrs­verein diesen Sommer auf einer im schattigen Landhauspark angelegten Freilichtbühne ein lustiges Heimatspiel aufführen. Damit geht ein lange gehegter Wunsch nach großzügiger Verkehrswerbung in Erfüllung. Die Einstu­dierung des Stückes liegt bei dem am Ober­rhein bekannten und erfolgreichen Oberspiel­leiter Harry Sehaefer in besten Händen. Als geeignetes Dichtwerk wurde „Hansjörgs Brautschau" von Josef Sch leer, Freiburg , gewählt, ein lustiges Spiel, das in seiner ur­sprünglichen Fassung in Bayern und Oester­ reich große Erfolge errang und nun eigens

für Hinterzarten und seinen Kurbetrieb vom Autor neu bearbeitet wurde. Auch die drei Singdrosseln von Hinterzarten , durch ihre Gesangsleistungen im Rundfunk bekannt ge­worden, wurden in die Handlung einbezogen. Auch Trachtenreigen, von Helmut Segler ein­studiert, werden die Darbietungen farbenfroh beleben. Die Erstaufführung wird am Pfingst­montag stattfinden.

Pfingstverkehr der Eisenbahn

Vom Pfingstsonntag, 5. Juni, 6.00 Uhr, bis Dienstag nach Pfingsten, 7. Juni, 6.00 Uhr, .wird im öffentlichen Verkehr im allgemeinen volle Güterzugruhe eintreten. Für die Be­förderung leicht verderblicher und dringen­der Sendungen ist gesorgt. Bei- und Entlade­zwang im Stückgut- und Ladungsverkehr, einschl. der Anschlüsse wird für die oben an­gegebene Ruhezeit aufgehoben. Während die­ser Vollruhe im Güterzugverkehr ruhen auch die Lade- und sonstigen Fristen.

Darüber hinaus werden über Pfingsten Sonderzüge mit 50 Prozent Fahrpreisermäßi­gung von den Abgangsbahnhöfen Karlsruhe . Freiburg , Rottweil und Metzingen an den Bodensee gefahren. Auskunft über Zugangs­bahnhöfe und Verkehrszeiten erteilen die Bahnhöfe dieser Strecken. Die Sonntagsrück­fahrkarten gelten über Pfingsten: zur Hin­fahrt von Samstag, den 4. Juni, 00.00 Uhr, bis Montag, 6. Juni, 24.00 Uhr, und zur Rück­fahrt von Samstag, 4. Juni, bis Dienstag, 7. Juni, 24.00 Uhr.

Vorbereitung der Bundeswablen

Freiburg . Nach Auskunft der zuständigen Abteilung des Innenministeriums ist in Ba­ den die Wahlkartei, d. h. die Erfassung der Wahlberechtigten, ständig weitergeführt wor­den, so daß die Wahlen zu jedem be­liebigen Zeitpunkt stattfinden können. Da­mit ist die wichtigste Grundlage für die Durchführung der Wahlen zum Bundestag in Baden geschaffen. Des weiteren ist von der Regierung die Vollzugsverordnung zum Bun­deswahlgesetz bereits fertiggestellt und dürfte in den nächsten Tagen veröffentlicht werden, sobald die Entscheidung über den Tag der Wahlen gefällt ist. Ueber die Bildung der Wahlkreise entscheidet ein besonderer Aus­schuß des badischen Landtages, der seine Ar­beit in diesen Tagen aufnehmen wird.

Neuregelung bei Ernälirungszulagen für Kriegsversehrte

Nach einer Mitteilung des Gewerbeauf­sichtsamtes Baden wird für die Kriegsver­sehrten und sonstigen Körperbehinderten in Zukunft auf die Vorlage von Anträgen auf

Einbruch im Bodensee ^Kirchlein

Oberuhldingen. In der Pfarrkirche in See­felden wurde ein gemeiner Einbruchsdieb - ,stahl begangen. Mit Hilfe des von den Tätern abgeschnittenen Glockenseiles stiegen diese in ein offenes Fenster ein. Der Tabernakel wurde erbrochen und zwei Monstranzen und zwei wertvolle Kelche entwendet. Da in der gleichen Nacht eine Gondel am See entwen­det Wurde, wird angenommen, daß die Täter mit dieser über den See geflüchtet sind.

Wegen Bigamie verhaftet

Radolfzell . Durch Radolfzeller Kriminal­polizei wurde ein Mann aus dem benachbar­ten Reute wegen Bigamie verhaftet. Er wurde in das Gefängnis in Singen eingeliefert. Er hatte im Jahre 1946 eine Ehe eingegangen, die noch nicht geschieden war. 1949 gab er eine eidesstattliche Erklärung ab, daß er le­dig ist, und hat darauf eine zweite Ehe mit einer Landwirtstochter eingegangen.

Schwerer Bankraub in Blumberg Blumberg

. Dieser Tage wurde bei der Blumberger Filiale der Spar- und Kreditbank ein Bankraub verübt. Wie wir erfahren konn­ten, ist der Raum der Spar- und Kreditbank in der Wohnung der Frau Leitz unterge- bracht. Gegen 18 Uhr vernahm Frau Leitz ein schwaches Rufen and Stöhnen aus dem Bank­raum. Bei ihrem Eintritt fand sie den Bankbeamten mit einer Kopfwunde am Bo­den liegend. Wie der Bankbeamte später aussagte, sei gegen 17.30 Uhr ein Mann zu ihm in die Geschäftsräume gekommen und habe in gebeten, einen Hundertmarkschein zu wechseln. Beim Vorzählen des gewechsel- tea Geldes habe ihn dann der Unbekannte aut den Kopf geschlagen und die Kasse aus- pplündert. Nach den bisherigen Feststel- mugen sind mehrere tausend DM geraubt .worden. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur.

Tod auf dem Bodensee

Konstanz . Der Kunstgewerbler Zültorf aus Berlin hatte im Gondelhafen ein Boot gemie- et und war damit bis an Schweizer Ufer ge- ahren. Dort kippte das Boot um und der In­sasse ertrank.

Ein schwerer Bruder verhaftet

Konstanz . Einem wegen Diebstahls fest- no ® me ,nem Mann konnten nicht weniger 2n • f Diebstähle, darunter sechs Fahrrad-,

■ aelle un< i vier schwere Diebstähle nach­gewiesen werden.

Fünf Baracken durch Brand zerstört

RenÄ chofsl *eim. An der Baustelle am schnf»ii • t ^ ana ^ au f Gemarkung Rheinbi- Büro + Wurc * en fünf Baracken, die als Aufp’n+ih 6 , e ~ un ( f Arbeitsschuppen sowie als stört i}. sraum dienten, durch Feuer zer- Und str 1 r Baracken gehörten dem Wasser- Inventp^ 13611 , uamt Offenburg . Das gesamte sich auf iS rannte - Der Schaden beläuft 10 000 DM. Vermutlich ist der Brand

durch nasse Arbeitskleidung, die zürn Trock­nen aufgehängt war, entstanden. Bei Aus­bruch des Brandes befand sieh' der dienst­habende Wächter gerade auf einem Köntroll- gang auf der Baustelle.

Tödlicher Unglücksfäll

Gernsbach . Tödlich verunglückt ist Diens­tag früh der 19 Jahre alte Ernst Kuhs, der als Lehrling der Firma Jüngert am Bau des Dachgeschosses des Hotels Kreuz beschäftigt war. Nach den Ermittlungen ist beim Hoch­ziehen ein Balken auf den untenstehenden Kuhs zurückgefallen, wobei dessen Brustkorb eingedrückt wurde. Die erheblichen inneren Verletzungen verursachten den sofortigen Tod des Verunglückten, der als arbeitswilli­ger, freundlicher Junge allgemein beliebt ivar.

Unwetter im Lande

Denzlingen . Das Unwetter, das mit selten erlebter Stärke über unsere Gegend herein­brach, hat auch in hiesiger Gemarkung gro­ßen Schaden angerichtet. Wiesen und Getrei­defelder sahen wie gewalzt aus, Uebersehwem- mungen der Felder trat auf und zahlreiche Obstbäume wurden entwurzelt oder beschä- dgt. Besonders wurden die Kulturen an den Abhängen des Rebberges und des Einbol­len stark in Mitleidenschaft gezogen.

Heidelberg . Die Stadtverwaltung gab den Schaden der kürzlichen Unwetterkatastrophe mit mindestens 40 000 DM an. Ingesamt wur­den 300 Mann eingesetzt, um die Schlamm- und Geröllmassen im Innern der Stadt zu be­seitigen. Das Unwetter wird als das seit Jahr­zehnten schwerste bezeichnet, das auf Heidel­ berg niederging.

Karlsruher Kriegsverbrecher verhaftet

Karlsruhe . Der seit 1946 wegen Kriegsver- brechen gesuchte Martin Weiß aus . Karlsruhe wurde jetzt in Ochsenfurt verhaftet. Ihm wird zur Last gelegt, als Oberscharführer beim SD für die Vernichtung von hunderttausend Ju­den mitverantwortlich zu sein.

Neue Wohnungen für Karlsruhe Karlsruhe

. Rund 700 Wohnungen sollen nach den Plänen der Stadt Karlsruhe im Jahre 1949 neu hergestellt werden. Rund 4 500 Familien warten auf Zuweisung im Stadt­kreis Karlsruhe . Die für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellten Mittel von 3 440 800 DM werden je zur Hälfte von privaten Unter­nehmern und von Genossenschaften aufge­bracht werden.

50 Jahre Sunliehtwerk Rheinau

Mannheim . Das dem Unileverkonzern ange­schlossene Sunliehtwerk in Rheinau konnte in diesen Tagen sein 50jähriges Jubiäum feiern. Es wurde im Jahre 1899 von dem eng­lischen Kaufmann und späteren Lord Lever zusammen mit deutschen Interessenten ge­gründet. Das Werk beschäftigt zur Zeit rund 1000 Arbeiter und zählt zu den drei größten deutschen Seifen- und Waschmittelfabriken.

Bewilligung von Ernährungszulagen an das Gewerbeaufsichtsamt verzichtet. Diese erhal­ten entsprechend der bisherigen Regelung Er­nährungszulagen der Gruppe 1 (Teilschwer­arbeiter). Bezüglich des Verfahrens ergeht noch nähere Weisung durch das Bad. Mini­sterium. Die bisherige Regelung für die An­gehörigen der Versehrtenstufe IV und diesen Gleichgestellten bleibt unberührt.

Der Bodensee als Reiseziel Etwa 1200 Reiselustige hatten von einer Sonderfahrt Gebrauch gemacht, die mit einer 50prozentigen Fahrpreisermäßigung Gelegen­heit gab, aus Mittelbaden und aus Freiburg dem Bodensee einen Frühlingsbesuch abzu­statten. Das Schwarzwald -Reisebüro Frei­ burg , das diese Fahrt veranstaltete, wird Pfingsten wieder eine Sonderfahrt mit 50 Prozent Fahrpreisermäßigung durchführen.

„Flüchtlingshilfe e. V.“ gegründet Karlsruhe . Ein Verein „Flüchtlingshilfe e. V.“ für die gesamte Trizone wurde in Karlsruhe gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Flüchtlingen, Aus­gebombten und Minderbemittelten der Tri­zone Gebrauchsgegenstände kostenlos zukom­men zu lassen. In erster Linie wird unter dem Motto „Jedem seih Bett“ eine Aktion

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Das Rundfunkprogramm

Südwestfunb

5. Juni: 7.00: Nachrichten; 7.15: Morgenkonzert; 8.00: Kurznachrichten; 8.05: Musik am Ffingstsonn- tagmorgen mit dem Mittelbad. Sängerbund; 8.45: Evangelische Morgenfeier; 9.30: Uebertragung des Pontifikalamtes aus dem hohen Dom zu Trier ; 11.00: Musik am Pfingstsonntag; 12.00: Nachrichten; 12.10: Operettenmusik; 12.45: Pater Diego. Götz, Wien , spricht; 13.00: Nachrichten; 13.15: Musik nach Tisch; 14.15: Frohe Melodien; 15.00: Kindermund: Gottes Lob aus Kindermund; 16.00: Unterhaltungsorchester; 17.15: Meister der kleinen Form: Zwei Tiergeschich­ten von Manfred Kyber ; 17.30: Musik und Sport; 18.45: . Reinhold Schneider : Politische Betrachtun­gen; 19.00: Sportnachrichten; 19.15: Kleine Abend­musik: Traute Rose singt Volkslieder; 19.30: Die Tribüne der Zeit; 20.00: Sinfoniekonzert; 22.00: Nachrichten; 22.15: Sport am Sonntag; 22.30: Tanz­abend am Pfingstsonntag; 24.00: Spätnachrichten.

6. Juni: 7.00: Nachrichten; 8.00: Kurznachrichten;

8.05: Musik; 8.45: Geistliche Musik; 9.30: Das Un­vergängliche; 10.15: Katholische Morgenfeier; 10.45: Nachrichten aus der Christlichen Weit; 11.00: Der Aachener Madrigalehor singt; 11.30: Werke von Jo­ hann Strauß ; 12.00: Nachrichten; 12.10: Mittagskon­zert aus Kaiserslautern ; 12.45: Pater Diego Götz, Wien , spricht; 13.00: Nachrichten; 13.15: Musik nach Tisch aus Koblenz ; 14.15: Frohe Melodien; 15.00: Kinderfunk: „Ein Sträußchen am Hute. . . 15.30:

„Stimme der Heimat“ aus Freiburg ; 16.00: „Mensch und Untermensch“. Lustige Verse von Eugen Roth mit Musik von Karl Sezuka; 16.15: Musik zur Kaf­feestunde; 17.30: Sport am Pfingstmontag; 18.00: „Volkstum und Unterhaltung". Vom Schellenmarkt der Schwarzwälder Hirtenbuben; 18.45: Sport am Pfingstmontag; 19.00: Kleine Abendmusik; 19.30: Die Tribüne der Zeit; 20.00: Aus der Welt der Gper; 22.00: Nachrichten; 22.30: Viel Musik und we­nig Worte; 24.00: Spätnachrichten.

7. Juni: 7.00: Nachrichten; 7.15: Familienfunk: Aus Arbeit und Beruf; 7.30: Sing schon am Mor­gen; 8.00: Kurznachrichten, polit. Zeitungsschau; 11.30: Volksmusik; 11.45: Landfunk; 12.00: Nachrich­ten; 12.10: Mittagskonzert aus Koblenz ; 12.45: Die Viertelstunde der Gewerkschaften; 13.00: Nach­richten; 13.15: Musik nach Tisch aus Freiburg ; 14.15: Melodische Rhythmen; 16.00: Sinfoniekonzert des Südwestfunk-Orchesters; 17.00: Antabus, Kampf dem Alkoholmißbrauch; 17.30: TanzorChester Friedrich Meyer; 18.00: Nachrichten aus allen Zonen; 18.15: Wir blättern im Kalender: Hörfolge von Max Rieple ; 18.40: Reigen und Romanze für Klavier von Jos. Haas. Es spielt Margit Vogel; 18.55: Nach­richten aus Baden und Württemberg ; 19.00: Der Reehtsspiegel; 19.15: Kleine Abendmusik; 19.30: Die Tribüne der Zeit: 20.00: Operettenkonzert; 20.30: „Von Mäusen und Menschen “. Von John Steinbeck ; 22.00: Nachrichten; 22.30: Musik der Welt; 23.15: Frank Thieß : „Das Reich der Dämonen“; 23.30: Jazz 1949, „Bebop-Vocals“; 24.00: Spätnachrichten.

Beginn. Die Werkstätten für Schuhmacherei, Schreinerei und Schneiderei konnten bisher eine volle Tätigkeit nicht aufnehmen, weil entweder der richtige Meister oder Maschinen und Werkzeuge fehlen.

Drei Passagiere je Zug!

Konstanz . Auf der nur drei Kilometer lan­gen deutsch -schweizerischen Eisenbahnstrecke Konstanz—Kreuzlingen, die am 15. Mai er­öffnet wurde, sind während der ersten zehn Tage bei 100 Fahrten nur 33 Passagiere be­fördert worden. Diese niedrige Frequenz dürfte darauf zurückzuführen sein, daß* die Strecke nur für den kleinen Grenzverkehr, nicht aber für den deutsch -schweizerischen Fernverkehr geöffnet ist.

■Westdeutsche Eisenbahner unterstützen Berlin

gestartet, die das Ziel hat, jeden Mon8^ eine.,Karlsruhe . Die Gewerkschaft der Eisen-

Anzahl von Betten zur' Verteilung zu bringen. Aehnliche Aktionen sollen auch für Schuhe, Bekleidung und Möbel dufchgeführt werden. Um die vorgesehene Ausgabe von Betten schnellstens durchzuführen, bittet der Verein „Flüchtlingshilfe e. V." diejenigen Personen, die kein eigenes Bett besitzen, ihre genaue Anschrift der „Flüchtlingshilfe e. V.“, Karls­ruhe-Dur lach, Grötzinger Str. 31, unter Hin­zufügung von 0.50 DM Verwaltungskosten, mitzuteilen.

Pestalozzisiedlung Wahlwies berichtet

Wahlwies . Die Pestalozzisiedlung für Kin­der hat ihren Jahresbericht für 1948 heraus­gegeben, dem wir entnehmen, daß in der Siedlung 69 Kinder und Jugendliche von 3— 20 Jahren untergebracht sind, darunter 35 Vollwaisen, 17 Halbwaisen, 13 Kinder von Pflegeeltern und 4 Mitarbeiterkinder, deren Väter gefallen oder gefangen sind. Bedeutend sind die in der Zeit vom 1. April 1944 bis 31. März 1948 eingegangenen Geldspenden; die vielen Material- und Sachspenden lassen sich in Zahlen überhaupt nicht ausdrücken. Die handwerklichen Abteilungen der Sied­lung umfaßten eine Weberei mit zwei Web­stühlen, eine Kunstschmiede und Kunstschlos­serei, eine Goldschmiedewerkstatt, eine Töp­ferei. Die Plexiglaswerkstatt steht vor ihrem

bahner Deutschlands hat alle Eisenbahner der Bizone zur finanziellen Unterstützung der streikenden Westberliner Eisenbahner aufge- rufen. Auch die Eisenbahnergewerkschaft der französischen Zone hat sich nach dieser Mit­teilung zur finanziellen Hilfeleistung bereit erklärt.

Britischer Donauschlepper auf dem Rhein

Mannheim . Der Dönauschlepper „Princess Elizabeth“ der englischen Donau-Schiffahrts­gesellschaft hat den Passagier-Vergnügungs­verkehr zwischen Mannheim und Rüdesheim aufgenommen. Das Schiff war nach Kriegs­ende über das Mittelmeer auf den Rhein gebracht worden und zunächst als Schlepper für die Oberrheinstrecke vorgesehen. Da für Schleppboote zur Zeit nur geringe Beschäfti­gung vorliegt und die Köln-Düsseldorfer ihre Rheinfahrten erst in Mainz beginnen läßt, wurde das englische, 700 Personen fas­sende Motorschiff in der Personenschiffahrt eingesetzt.

Diamantene Hochzeit

Unteralpfen (Kreis Waldshut ). Am 13. Juni feiern Sägereibesitzer Jos. Ebner und Frau Marie, geb. Feldmann, ihre Diamantene Hoch­zeit. Es wird ein Festtag für die gesamte Ein­wohnerschaft.

Neue Filmpläne in Freiburg

Die A. G. F. in Freiburg , deren erster in Freiburg unter der Regie des Intendanten des Berliner Schloßpark-Theaters, Boleslaw Bar­ log , gedrehter Film „Wohin die Züge fahren“ in diesen Tagen angelaufen ist (wir berichten darüber im nächsten „Echo“), hat weitere Pläne zur Herstellung von Filmen in Freiburg ent­wickelt. Die A. G. F. hat in der Erkenntnis, daß eine einzelne Firma unter den heute herrschenden Umständen nur sehr schwer die vielen organisatorischen und materiellen Auf­wendungen, die mit der FilmherStellung ver­bunden sind, allein tragen kann, Verhandlun­gen mit anderen befreundeten Produktions­firmen auf genommen, mit dem Ergebnis, daß bereits mit der Borkum-Film-GmbH., Baden- Baden , ein Vertrag abgeschlossen wurde mit dem Ziel, in gemeinsamen Anstrengungen einen regelmäßigen Turnus von Filmvorhaben in Freiburg durchzuführen Außerdem stehen ähnliche Verhandlungen mit der UKA-Film- GmbH in Wasserburg am Bodensee vor dem Abschluß. Da es außerordentlich schwierig ist, die für diese Vorhaben erforderlichen Kapita­lien hier zu erhalten, muß vorläufig auf Finanzierungsmöglichkeiten aus anderen Städten zürückgagriffen werden. Die zu er­wartenden Umsätze dürften für die Stadt Freiburg eine nicht unwesentliche Belebung des Handwerks und der Gaststätten zur Fol­ge haben. Wenn man bedenkt, daß für einen Film ein Aufwand von etwa 500 000 bis eine

Million DM notwendig ist, ergibt sich die Konsequenz, daß dadurch erhebliche Geld­mittel den in Freiburg ansässigen Unter­nehmen zufließen.

Bei den vielfältigen Schwierigkeiten, die sich bei den Dreharbeiten eines Films ergeben, ist eine entgegenkommende Haltung der Be­hörden von großem Vorteil. Besonders bei kurzfristigen Bauvorhaben und der Ueberlas- sung von Grundstücken ist eine entsprechende wohlwollende Haltung der Behörden äußerst wünschenswert. Es ist erfreulich, daß der Oberbürgermeister der Stadt Freiburg , Dr. Hoffmann, seine Unterstützung im weitesten Sinn den Leuten vom Film zugesagt hat.

Der neue Film der A. G. F., der sich zur Zeit in Vorbereitung befindet, wird bereits in Zusammenarbeit mit der Borküm-Film- GmbH. hergestellt werden. Das Thema ist durchaus unpolitischer Natur und bewegt sich mehr auf dem Gebiet eines komischen Stoffes. Das Drehbuch schreibt der bekannte Autor Jo Hans Röster. Die männliche Hauptrolle soll Axel von Ambesser übernehmen. Unter der Regie von Erich Kobler , der gerade in Mün­ chen die Dreharbeiten zu einem neuen Film abgeschlossen hat, soll der neue Film der A. G. F. in der Umgebung von Freiburg und in Freiburg selbst gedreht werden. Voraus­sichtlich beginnen die Dreharbeiten zwischen dem 1. und 15, Juli. hm.

ML