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Ein stilles Haus in der Karlstraße in Frei­ burg beherbergt 40 bis 50 Blinde, Männer und Frauen, die teils von Kindheit an ohne Augenlicht leben, teils durch Krankheit oder Unfall erblindet sind. Ziel dieser Anstalt, die ein Heim für diese Menschen sein will, ist es, jedem seiner Bewohner das Gefühl der Voll­wertigkeit im Kreis der Gesellschaft zu ge- - ben. Und wirklich erleben wir' bei unserem ■? un ^ 2 ang durch die Aufenthaltsräume und die Werkstätten des Heims eine rastlos flei­ßige Arbeit, die selbstbewußt mit ruhiger Sachlichkeit vonstatten geht. Jeder arbeitet keiner will Mitleid! ’

In den Werkstätten stellen Frauen und Männer die bekannten Artikel handwerk­licher Blindenarbeit her, Bürsten, Besen und Körbe. Weiter widmen sie sich der Stuhl- Jlechterei, die gerade in jüngster Zeit durch Überwindung von Materialschwierigkeiten in Gang gekommen ist. Herstellungs­möglichkeiten bestehen auch für Drahtgeflech­te und Kokosmatten. Es werden auch Korb­flaschen hergestellt, ein Artikel, der gerade in Weinbaugebieten von Interesse sein dürf­te. In der Besen- und Bürstenmacherei wird meistens Ersatzmaterial verarbeitet. Pferde­haar ist noch knapp, statt dessen wird die Lonsafaser genommen. Elastonfasern nimmt manneben dem altbekanntenPiassavamaterial zu Straßenbesen und Scheuerbürsten. Kokos­besen können auch schon wieder hergestellt werden.

Zu der handwerklichen Schulung und Be­treuung kommt die Sorge um das geistige Wohl der Blinden . In den Aufenthaltsräu­men stehen mehrere Radioaparate und ein Klavier zur Verfügung. Ferner steht eine Schi-eibmaschine darin, an der die Blinden ihre Fertigkeit ständig vervollkommnen kön­nen. Jeder hat hier Gelegenheit, das soge- nante Braille-Alphabet, die Blindenschrift, zu erlernen. Damit werden ihm die Werke der Blindenschriftbibliotheken in Hamburg und Marburg zugänglich, die Bücher in allen Ge­schmacksrichtungen kostenlös an die Blinden ausleihen.

Dieses Haus führt viele Menschen ohne Augenlicht zu einem Wendepunkt aus oft verzweifelter Lebenslage zu ruhigem Aus­gleich durch das Leben und Erleben im Kreise tapferer Schicksalgenossen. Selbstverständlich ist diese Einrichtung weitgehend auf die Un­terstützung der Öffentlichkeit angewiesen. Diese sollte ihm in x-eichstem Maße zuteil werden. Anschrift: Staatliches Blindenheim, träge für handwerkliche Wertarbeit erbeten werden. Anschrift: Staatliches Blindenheim, Freiburg i.- Bis Karlstr-aße 40. H.G.

Sehende Hände

Besuch im staatlichen Blindenheim, Freiburg

wie auch aus der Inanspruchnahme der Bäder durch die Besatzungsmacht, die an vier Tagen des Monats zu verzeichnen war. Für den Monat September liegen noch keine end­gültigen Zahlen vor, jedoch dürfte natur­gemäß ein weiterer Rückgang der Badefreu­digkeit zu verzeichnen sein, zumal der Herbst mit einer Reihe von kühlen Tagen bereits seine Nächte ankündigte.

Von der Briefmarkenausstellung

Für das Interesse an der im Rottecksgym­nasium untergebrachten „Südwestdeutschen Briefmarkenausstellung“ spricht auch die seitherige Besucherzahl. Am Samstag, dem Eröffnungstag, zählte man ungefähr 250 Be­sucher, am Sonntag waren es über fünfhun­dert und am Montag wieder etwa 250. Dem tausendsten Besucher, Schüler einer höheren Lehranstalt, wurde von der Ausstellungs­

leitung ein sinniges Geschenk überreicht. Als eigenartige Sehenswürdigkeiten sind der Aus­stellung die hervorragenden Sammlungen von Georg Birk (Wyhlen ) angegliedert. Dazu ge­hört u. a. die Zeppelinsammlung, insgesamt 418 Stück, die auf der Ausstellung „Luft­posta“ 1932 in Danzig prämiiert wurde.

Mineralogen tagten in Freiburg

Vom 29. August' bis 7. September fand in . Freiburg die Hauptversammlung der Deut­ schen Mineralogischen Gesellschaft statt. Es waren etwa 150 Teilnehmer, davon erfreu­licherweise viele des • jüngeren Nachwuchses erschienen. Auf der geschäftlichen Sitzung wurde der weltberühmte Züricher Mineraloge Paul Niggli , der selbst mit seiner Frau er­schienen war, zum Ehrenmitglied und Mit­glied des Beirates ernannt. Auch der Berner Mineraloge Professor Huttenlocher war er­schienen. Etwa 20 Vorträge aus Kritallogra- phie, Kristallstrukturlehre, spezieller Minera­logie, Gesteinskunde und Lagerstättenkunde wurden gehalten, und es entwickelte sich eine sehr rege und fruchtbare Diskussion. Im An­schluß an die wissenschaftlichen Sitzungen fanden 6 Tage lang Exkursionen statt, die von dem Freiburger Mineralogen . Professor Schneiderhöhn und seinen Mitarbeitern vor- bpreitet waren.

Was wird aus dem Villinger Theater?

Bilanz der Badefreude

Der überaus heiße Sommer trieb die Frei­burger in größer Zahl in die Hallen- und Freibäder. Schon der Monat Juni weist mit 44 238 Besuchern eine beachtliche Inanspruch­nahme der Städt. Bäder auf. Die Spitze hält mit 116 147 Besuchern der Monat Juli, wäh-’ rend der Ferienmonat August erkennen läßt, daß doch viele Ferienreisende an anderen Orten Erfrischungen suchten,. Der Rückgang auf 62 288 Badbesucher erklärt sich hieraus

Wer dem öffentlichen Diskussionsabend am Mittwoch beiwohnte,- könnte fast geneigt sein, diese Frage zu bejahen. Die Vorschläge, die Chefdramaturg Wolfram v. Zastrow dem al­lerdings nicht sehr zahlreichen Publikum un­terbreitete, wiesen einen ganz plausiblen Weg, das Theater auf eine solide finanzielle Grundlage zu stellen. Er schlug vor, man solle im ganzen Spielgebiet des Theaters ei­nen Verein der Theaterfreunde gründen, der das Theater durch Jahresbeiträge finan­ziell stützt, maßgebenden Einfluß auf die The­aterleitung ausübt und durch seine aktive Mitarbeit eines ehrenamtlichen Vorstandes die Angelegenheiten des Theaters zu einer allgemein öffentlichen macht.

Der Vorsitzende der Versammlung, Rechts­anwalt Schmitt, wies besonders auf die Not der fünfzig Mitglieder des Ensembles hin, denen durch eine Wiedereröffnung des The­aters geholfen werden könne.

In der Diskussion, die zuweilen recht herz­hafte Töne annahm, wurde weniger zu den Vorschlägen des Herrn v. Zastrow Stellung genommen, als zur Notwendigkeit eines Ope­rettentheaters überhaupt, die ebenso bezwei­felt wurde, wie erhoffte Gewährung staat­licher Unterstützung.

Auf die Verlautbarung hin, der Südwest­funk beabsichtige Unterstützungsgelder für Theater auszugeben, soll nun der Südwest­funk auf Grund einer Entschließung der Ver­sammlung gebeten werden,, einen Subventi- onsbetrag von 10 000 DM zu spenden.

Wie Intendant Metzger im Läufe seiner Rechtfertigungsrede mitteiite, wird er von der Leitung des Theaters zürücktreten, sobald die noch vorhandenen Schulden bezahlt sind.

Grfindungsversammlung der „Neuen Heimat“

Villingen . Der Alte-Rathaus-Saal konnte am Montagabend die zur Gründungsver­sammlung der Baugenossenschaft „Neue Hei­mat“- aus Villingen und Umgebung erschiene­nen Interessenten kaum fassen. Inspektor Albert Haas, der seit langem die Vorarbeiten geleistet, leitete die Versammlung zielbewußt, so daß sie rasch ihren Zweck erreichte. Ein­leitend wußte der Landesgeschäftsführer Nad-

Emmendingen bekommt wieder ein Heimatmuseum

In Reiseführern und heimatkundlichen Schriften der Vorkriegszeit findet man noch heute rühmende Hinweise auf das Heimat­museum der Stadt Emmendingen , das in dem ehemaligen markgräflichen Schloß unterge­bracht war und 30 Jahre lang von der Em­ mendinger Heimatforscherin Rosa Hagen be­treut wurde. Im Kriege mußte es seine Pfor­ten schließen. Seine Sammlungen wurden ma­gaziniert und nach Kriegsschluß durch Plün­derung und Raub so mitgenommen, daß die (Stadt sich lange nicht entschließen konnte, sie wieder herzurichten. Auch hatte sie genug andere Sorgen. Nachdem nun aber, wenn schon kein Ende der Sorgen, so doch eine ge­wisse Normalisierung des Lebens eingetre­ten ist, haben die Stadtväter Emmendingens allen zeitbedingten Schwierigkeiten zum Trotz Mittel und Wege gefunden, das Heimatmuse­um wieder einzurichten, und zwar wiederum im Markgrafenschloß.

Wann es wiedereröffnet wird, läßt sich im Augenblick zwar noch nicht sagen — es wird sehr bald sein — doch steht bereits fest, daß es sich in erster Linie den Themen widmen wird, die für Emmendingen , die „Goethestadt Emmendirigen“ wesentlich sind: Cornelia Goethe und ihrem Gatten, dem Amtmann Schlosser und seinem Kreis. Zu diesem The­ma liegt dank der jahrelangen fleißigen und erfolgreichen Sammelarbeit von Hans Bührer, einem der eifrigsten Vorkämpfer für die Wie­dereröffnung des Museums, bereits soviel wertvolles Material vor, daß eine vielleicht grausame Sichtung nötig sein wird, soll diese Abteilung nicht von vornherein "an Raumnot leiden. Weiter wird man dem Emmendinger Landbaumeister Carl Friedrich Meerwein , der 1784 den ersten erfolgreichen Flug vollführte, eine eigene Abteilung widmen. Auch über diesen merkwürdigen Mann liegt, dank den Bemühungen des Verkehrsvereins Emmen­ dingen , bereits eine erfreuliche Fülle in­teressanten, bisher vielfach unbekannten Ma­terials vor. Als drittes Thema kommt der Weit über seine Heimatstadt hinaus bekannt gewordene, in Emmendingen gebürtige Zeich­ner und Maler Fritz Boehle in Betracht, des­sen umfangreiches Lebenswerk bisher keine

ausreichende Würdigung erfahren konnte.

Es wird erwogen, im Rahmen des Heimat­museums Sonderausstellungen zu zeigen, die den verschiedensten Themen gewidmet wer­den Sollen. So ist von berufenster Freiburger Seite bereits angeregt worden, eine Sonder­schau von alten Bucheinbänden zu veranstal­ten, in der dann auch die noch viel zu wenig bekannten, handwerklich wie künstlerisch gleich bedeutenden Schöpfungen des Emmen­ dinger Einbandkünstlers Oskar Blenkner ge­zeigt werden sollen. Auch kleinere Ausstel­lungen der einheimischen Künstler dürften in diesem Rahmen leichter zu bewerkstelligen seien als bisher.

Entscheidend ist jedenfalls, daß die aufstre­bende Kreisstadt Emmendingen sich nunmehr mit ihrem Heimatmuseum so etwas wie ei­nen kulturellen Kristallisationspunkt schafft, der auch nach außenhin sichtbar dokumen­tiert, daß die Stadt entschlossen ist, die kul­turellen Werte zu pflegen und zu fördern, selbst in dieser Zeit, die dafür doch geldlich, räumlich, zeitlich geringe Möglichkeiten läßt.

ler aus Freiburg zu berichten, daß in Süd­ baden schon fast in allen Kreisen solche Ge­nossenschaften am Werke sind und im lau­fenden Jahre bereits 664 Siedlungshäuser er­stellt werden, während für das kommende Jahr schon für 720 Bauten die Planlegung fertiggestellt ist. Im ganzen sind in Südba­den bereits für 55 Millionen DM Bauspar­verträge abgeschlossen worden. Nachdem nochmals die Hauptpunkte der Satzungen er­klärt- und die Höhe eines Geschäftsanteils auf 200 DM festgelegt worden war, fanden die nach der Mustersatzung für Baugenossen­schaften ausgearbeiteten Satzungen einhellige Billigung. 95 Interessenten meldeten sich als­bald zur Genossenschaft an. Die Wahl der 12 Mitglieder des Verwaltungsrates hatte fol­gendes Ergebnis: Landrat Dr. Astfäller, Bür­germeister Faster-Triberg, Zimmermeister Götz-Bad Dürrheim, Stadtpfarrer Hettler- St. Fidelis, Stadtrat Heuft-Villingen als Vor­sitzender des Gewerkschaftsbundes, Bankbe­vollmächtigter Huger-Villingen . Stadtpfarrer Metzger-Villingen (Evang. Gemeinde), Bür­germeister Nägele, Buchhändler Schiek-Vil- lingen als Vertreter der Angestellten und des Einzelhandels, Treuhänder Eugen Schrade- Villingen als Verbindungsmann zur Industrie, Dekan Weinmann-Münsterpfarrei, Ingenieur Fischer-Villingen als Vertreter der Heimat­vertriebenen.

Beschlüsse des Engener Stadtrats

Engen. Neben dem Stadtrat konnte der Bürgermeister in der letzten Stadtratssitzung den Chefarzt des Krankenhauses, Dr. Steffen, und den Verwalter begrüßen. Der Bürger­meister ging gleich zur Tagesordnung über und erteilte Dr. Steffen das Wort. Der Red­ner führte aus, daß die Zusammenarbeit zwischen der Ärzteschaft und Verwaltung eine vorzügliche sei und daß es seit seiner Amts­einführung als Chefarzt noch keine Bean­standungen irgendwelcher Art gegeben habe. Der Bürgermeister dankte Dr. Steffen, für seine Ausführungen. Um die Arbeiten in ärzt­licher Hinsicht weiter auszubauen-, wurde ein weiterer Assistenzarzt eingestellt, und zwar Dr. Mauch von Konstanz . Diese Kraft wurde im Aufträge des Bürgermeisters von Dr. Steffen selbst ausgesucht und empfohlen. Verschiedene Angelegenheiten des Kranken­hauses wurden dann noch besprochen und Beschluß gefaßt. — Um dem Wohnungsman­gel entgegenzutreten, wurde das Baugesuch der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Engen zur Erstellung eines Wohnhauses mit 15 Woh­nungen befürwortet. Ein Grundstückstausch wurde bis zu einer Ortsbesichtigung zurück­gestellt. Von dem Antrag auf Niederlassung einer Autoreparaturwerkstätte und Fabrika­tionsbetriebes von Autozubehörteilen einer Frankfurter Firma wurde Kenntnis genom­men. Da bereits drei leistungsfähige Autore­paraturwerkstätten am Platze sind, dürfte unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl für eine weitere kein Bedarf bestehen. Die Stadtverwaltung ist aber an der Eröffnung eines leistungsfähigen Fabrikationsbetriebes interessiert.

Engen . Letzte Woche brach in der Mö­belschreinerei Willauer ein Brand aus, der noch rechtzeitig gelöscht werden konnte. — Bei dem letzten Schweinemarkt wurden von 97 aufgetriebenen Schweinen ca. 60 Stüde verkauft. Das Paar kostete 55 — 80 DM. Der Handel ging nur langsam vor sich. — Die Murger Musikkapelle stattete der hiesi­gen Stadtmusik einen Besuch ab. Die beiden Kapellen veranstalteten auf dem Marktplatz ein Konzert und ernteten reichen Beifall. — In der „Sonne “ wurde ein Gewerbeverein gegründet, - zu dessen ersten Vorsitzenden Bäckermeister Kübel gewählt wurde. Zum zweiten Vorsitzenden wurde Kraftfahrzeug­meister Fritz Flaig und zum Schriftführer Architekt Heinrich Müller einstimmig ge­wählt. Kassierer wurde Josef Heilig. Der Ge­werbeverein hat die Aufgabe, die Interessen der hiesigen Handwerker zu vertreten.

Gemeiiideratssitzung in St. Georgen

St. Georgen. Nach einer Besichtigung des Schulhauses gab Bürgermeister Rie- mensperger in der anschließenden Gemeinde- ratssitzüng den Beschluß des Gemein-derates bekannt, wonach der Ausbau eines weiteren Klassenzimmers im Dachgeschoß zurückge­stellt werden soll. Das Progymnasium erhält nach Vereinbarung zwischen Rektor Riester und Studienrat Dr. Meyer den Lehrmittelsaal im 1. Stock, während die Volksschule den Raum im. Dachgeschoß bekommt. Auf Grund der bei Besichtigung des Gebäudes festge- stellten Mängel in der Badeanstalt im Schul­haus wurde das Stadtbauamt beauftragt, ei­nen Kostenvoranschlag für eine Generalüber­holung des Wannenbades auszuarbeiten. Dem Antrag des Karl Blum, Peterzeller Landstraße, um Anschluß an das St. Georgener Wasser­leitungsnetz wurde im Hinblick auf die gut­nachbarlichen Beziehungen zur Peterzeller Gemeinde entsprochen. Ein gleicher Antrag des Christian Fichter, Sommeräuer Straße, konnte aus Gründen eines späteren Bebau­ungsplanes der Heide nicht entsprochen wer­den. Stadtbaumeister Weißenberger gab das Gutachten des Wasserwirtsehaftsamtes Do- naueschingen über die neu anzuschaffende Tieftauchpumpe bekannt, die in etwa vier Wochen eingebaut werden soll und eine Stundenleistung von 15 Sek.-Liter hat, wäh­rend die seit 15 Jahren in Betrieb befind­liche Pumpe, die nur noch eine Sekunden­leistung von 10 Litern aufweist, bei einfem unverhältnismäßig hohen Stromverbrauch von monatlich 2 300 DM einer Generalüberholung unterzogen werden soll. Zu der Frage der Erweiterung des Hochbehälters führte Bür­germeister Riemensperger aus, daß dieser einen Aufwand von 100 000 DM erfordere. Wichtiger sei, die natürlich fließenden Wasser

wieder der Stadt zuzuführen, wobei vor allem an die Quellen im Rehlinwald und an die Friedhofquelle gedacht ist.

Das Strandbad wurde in dieser Saison von 18 190 Personen besucht, davon waren 10 680 Kinder. Die Einnahmen betrugen 4 594 DM, (davon 960 DM für Bootsverleih), die Aus­gaben 2 656 DM. Beachtenswert ist, daß die Besucherquote des Strandbades seitens der St. Georgener zu wünschen-übrig läßt, wäh­rend zahlreiche Gäste aus der weiteren Um­gebung — sogar Zürich wurde genannt — festgestellt werden konnten, von denen übri­gens die Anlage als ideal bezeichnet wurde. Eine Menge Verbesserungsvorschläge wurde vom Bademeister gemacht und soll über­prüft werden, z. B. Anlegung eine Park­platzes für Autos und Fahrräder, einer Rutsch­bahn, eines Planschbeckens für Kleinstkinder, einer Schutzhecke zur Brigachseite gegen Wind, Beseitigung der Bodenglätte im Nicht­schwimmerteil, Überprüfung des Sees nach Schlingpflanzen, Anschaffung von Liegestüh­len, Bekanntgabe der Wasserwärme und anderes. Um die Besucherfrequenz weiter zu heben, denkt man daran, an den Ortsein­gängen Hinweistafeln aufzustellen und Strandfeste größeren Stils zu veranstalten.

Der Kurbetrieb brachte in der kurzen Sai­sonzeit 7162 Übernachtungen, davon im April 610, Mai 767, Juni 1151, Juli 1759, Au­gust 2699, dazu 176 Privatunterkünfte. Ein erneuter Antrag der ASV, der Turnabteilung um Genehmigung einer Wasserzuleitung für die Brausanlage beim Umkleideraum auf dem Sportplatz wurde genehmigt unter der Bedingung, daß 1. die Tunabteilung die Kosten trägt, 2. die Brauseanlage eine Blickschutzwand erhält und 3. für das Abwasser eine Sicker­grube angelegt wird.

Altsimonswald. Die Eröffnung des Sport- Platzes auf der Schloßmatte gestaltete sich zu einem wirklichen Volksfest. Im glänzenden Sonnenschein begab sich der Festzug unter den fx*öhlichen Klängen der Musikkapelle zum Sportplatz. Jung und alt schloß sich dem Festzug an. Vorsitzender Nopper be­grüßte die Gäste und übergab den Sportplatz den „Simiswälder Grashoppers“.

Breisacher Münsterbergrennen Breisach a. Rh. Im Rahmen einer „Bunten Woche“, verbunden mit einer Leistungsschau der Breisacher Geschäftsleute und sonstigen interessanten Veranstaltungen in der Zeit vom 12. bis 20. November werden sich auf dem althistorischen Münsterberg sportbegei­sterte Buben treffen, um ein zünftiges Berg­rennen mit ihren selbsterbauten Fahrzeugen durchzuführen. Eine kurz vor dem Kriege in neuzeitlicher Bauweise gepflasterte Berg­straße mit Kurven der verschiedensten Art wird an die Rennfahrer große Anforderun­gen stellen.

I. Sinfoniekonzert in Freiburg

Der hervorragende Violinvirtuose Gerhard Taschner (und wohl auch das klassisch­romantische Programm) hatte ein sehr zahl­reiches Publikum zum Besuch dieses Konzerts angelockt. Taschner, durch früher überschäu­mendes, in den letzten Jahren gezügeltes Temperament sowie souveräne Finger- und Bogentechnik sich auszeichnend, spielte den Solopart des D-dur-Konzerts von Brahms in großliniger Darstellung und mit hinreißender Musikalität. Der sinfonische Charakter die­ses Violinkonzerts weist dem Orchester einen gewichtigen Anteil zu, der trotz kultivierter Tongebung und schöner Einzelleistungen (So­lo-Oboe, Hörner) bei geschmeidigerem Ein­gehen seitens des Dirigenten auf die Inten­tionen des Solisten noch wirksamer in Er­scheinung getreten wäre.

Hauptwerk des Abends war die Sinfonia eroica, deren Ausführung freilich nur teil­weise befriedigte. Sicherlich war die Sinfonie sorgfältig vorbereitet und ebenso sorgfältig

der Notentext vorgetragen, es fehlte abe vielfach, und hauptsächlich in dem gewalti gen 1- Satz, der lebendige Geist. Es war der Dirigenten GMD Schleunirig nicht ge geben, von diesem, unsagbare Tiefen un Höhen aufreißenden Satz mehr als die bloß Klangmaterie zu geben. Besser geriet ihm de Trauermarsch; hier gelangten der C-dur-Mil telteil und die Doppelfuge des 3. Teils zu ar sprechender Wirkung, die auch dem Scherz gesichert war. Im Finale störte zunächst d: Zerstückelung des Hauptthemas durch di Zäsuren nach den beiden Fermaten, sodan die unbegreifliche Zerdehnung des Andant« Teils (der Variierung des 2. Themas). Die Ir terpretation der beiden Variationen-Reihe und des abschließenden Prestos darf im gai zen als gelungen bezeichnet werden. Der a Beginn gespielten Kleinen B-dur-Sinfon von Schubert wäre ein beschwingteres Temj im 1. Satz und eine blühendere Verlebend gung des Andante-Melos zu wünschen gt wesen- m &oö*a%