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ſolchen Schauſpiels habhaft zu werden. ezirk
ſo
pool gelang es ihm, eines Seine Freunde forderten ihn endlich auf, der Wahl im Weſtb von Morkſhire anzuwohnen, und wenn er da keinen row finde, werde nirgends einen antreffen. Zu Wakefield fand die Wahl ſta„Das Convoi“, ſchreibt er,„das uns nach Wakefield brad nahm auf jeder Station Hunderte von Wählern, mit blauen oder gelben Bändern, und ſämmtlich mit Stöcken verſehen, ein. gegneten wir einigen derben Pächtern auf ihren
er
Zuweilen be
Kleppern, die lieber zu ſpät kommen wollten, als daß ſie der Eiſenbahnen-Neuerung geopfert hätten. Etwa 60,000 Menſchen varen in Waͤkefield zuſammengeſtrömt. An den Häuſern wehten zahlloſe Fahnen; die Muſikbanden der Blauen und Gelben durch— zogen die Straßen unter Hurrahgeſchrei, und die Damen an den
enſtern ließen blaue oder gelbe Sacktücher wehen. Die Huſtings waren auf einer Ebene außerhalb der Stadt aufgeſchlagen. Als wir ankamen, ſtanden die Tories, die Blauen, bereits in Ord— nung, links von den Huſtings. Alle hatten am Hut eine blaue
Karte, mit den Namen ihrer Kandidaten, aufgeſteckt. Sie reihten ſich bis ans Ende der Ebene, unter mehr als hundert blauen Bannern mit allerhand Inſchriften. Ich ſollte nun alſo endlich
Meeting im Freien, 50,000 Men-
ein wahres Meeting ſehen, ein hen welche Mäuler! 100,000 Hände,
ſchen, 50,000 Mäuler, und
˖ elche Hände! 50,000 Prügel, und welche Prügel! Die Kandidate für die Gelben oder Whigs: Viscount Mor eth, Sohn des Grafen von Carlisle, Mitglied des Kabinetts und Generalſekretär für Irland , und nt Milton
des Grafen Fitzwilliam, eines der reichſten Grundeigenthümer
dem entſchiedenſter Gegner des Korngeſetzes iſt; für die Blauen: der ehrenwerthe Stuart Worthley, Sohn des Lord
Wharncliffe, und Hr. Edmond Deniſon. Nach den Blauen ka—
men die Gelben, und ſtellten ſich rechts von den Huſtings auf. Sie kamen in Haufen zu mehreren Hunderten, Muſik und Ban— ner voran, auf den Hüten gelbe Karten mit den Namen Mor— peth und Milton. Vor dem erſten Trupp zog ein von Kopf bis ß gelb gekleideter Menſch einher, tanzend, wie König David
der Bundeslade. Nach den Gelben kam noch eine dritte Farbe, die man nicht erwartet hatte: eine Schaar von 2—3000
mit einer grünen und einer dreifarbigen Fahne, mit käußen von grünen Blättern an den Hüten, oder, ſo weit ſie keine Hüte beſaßen, in den Knopflöchern, Muſik an ihrer Spitze,
ſtellte ſich zwiſchen den Blauen und den Gelben, in der Mitte der Ebene, auf. Ihre Fahnen trugen die Inſchrift:„„Allgemeines
Ab
Ab
Wahlrecht JGeheime ſtimmung!““ Es waren die Chartiſten. or dieſer grünen Schaar, in einer vierſpännigen Kaleſche mit
Jockeys in grünſeidenen Jacken, fuhren im Triumph einher die zwei grünen Kandidaten. Die Chartiſten kamen lärmend und die Prügel ſchwingend an. Das Geſchrei der Grünen beantworteten die Gelben ritten über die Ebene herbei Lord Morpeth und Lord Milton, erſterer in bürgerlicher Kleidung, letzterer in der Tracht der Knighis of the 1660(Ritter aus den Graf⸗ ſchaften, weil urſprünglich die Vertreter der Grafſchaften ſtets Glieder des niederen Landadels waren,) mit Degen und Federhut. Beide Kandidaten beſtiegen nun gleichfalls die Huſtings, wo wir
tzt drei Farben hatten, die Grünen in der Mitte. Der Sheriff Je
eröffnete die Handlung mit Verlefung des Writ und der Aufruhr⸗ akte. Der Writ iſt der k. Befehl zur Vornahme der Wahl und beginnt mit den altfranzöſiſchen Worten: Oyez! oyen! oyez!
Je zwei namhafte Mitglieder der betreffenden Partei ſe chlu⸗ gen einen Kandidaten vor, mitten unter Jubel, Klatſchen, und Hohn— geſchrei. Als die chartiſtiſchen Kandidaten(Pitkeithley und George Fulian Harney) vorgeſchlagen wurden, machten die Gelben eine Bewegung gegen die Grünen, es folgte eine Minute voll Verwir— rung, und ſchon ſahen wir hinten in der Ebene Tauſende von Männern und Weibern davon rennen. Man erwartete eine Schlä— gerei; aber der Schrecken war eitel, und die Flüchtlinge kamen unter ſchallendem Gelächter zurück. Von den Reden der Kandi—⸗ daten hörte man kein Wort. Am Fuße des Huſtings war eine kleine Kernſchaar von Chartiſten , welche kein Wort vorüberließen,
0 Hört!
ohne es mit Ziſchen, Brüllen, und Mißlauten aller Art zu über— tönen. In der ganzen Zeit von 11 bis 4 Uhr überbrüllten dieſe
50 Chartiſten die Redner, die Gelben und die Blauen, obwohl jeder von dieſen 20,000 Mann hinter ſich hatte; doch ſchienen
Verantwortlicher Redakteur: Dr. Friedrich Giehne.
die Grünen beſſer zu ſtehen mit den Blauen, als mit den Gelben und ihr Gebrüll war namentlich gegen Morpeth und Milton ge richtet. Milton, der erſt am Beginn ſeiner politiſchen Lauf bahn ſteht, und nicht zum Redner geboren zu ſeyn ſcheint, las ſeine
N Lord
Rede in ſchleppendem Ton ab; die Grünen akkompagnirten ihm indem ſie blöckten, wie Schafe, ſangen, pfiffen, und ſchrien:„„Fort mit dir, Junge!““ und ähnliche Liebkoſungen. Und als er die Anrede:„„Gentlemen ““, gebrauchte, ſchrien ſie:„„Willſt du
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chartiſtiſche Alsbald er⸗ ift
Als der Gelben
Gentlemen rüllten ihn die
ſchweigen! Wir ſind kein Kandidat reden wollte, überb
hoben die Grünen ihre Ras und ſchwangen ſie in der L ie Gelben machten die gleiche Demonſtration, die Blauen folgten, und in einer Sekunde war auf der Ebene ts zu ſehen, als geſchn
hieß es
Knüttel, und Nichts zu hören, al iches Geſchrei. Nur allenthalben:„„Jetzt kommt es zum Schlagen.““ Nichts weniger Die erhobenen Knüttel fielen wieder nieder, ohne daß ein Streich erfolgt war. Von nun an gab ich die Hoffnung auf, einen rou zu ſehen. Aber ein Schauſpiel, das ich nie vergeſſen werde, iſt das Händeaufheben(show of hands). D ch el iſt un⸗ beſchreiblich, und gleicht einer Szene des jüngſten Der Anblick dieſer 100,000 unbeweglichen, empor ſtarrenden H
hatte
wie Hände von 2 odten/ aus dem Grabe herausragend,
etwas Ergreifendes, Schauerhaftes. Dem Händeaufheben folgen dreimal drei Hurrahs mit Hut- und Sacktücher-Schwingen Die in die Luft geworfenen H mögen fallen, wohin ſi ol U Niema komt kach die ſer Salve kommt das 1, womit die Ovation endet. De Sheriff erklärte, Lord Morpeth und Lord Milton ſeyen durch das Handmehr ernannt. Sofort verlangten die zwei Tories einen
Die Kandidaten ziehen ab, und der
Poll, der zwei Tage dauert. zwar nicht ohne Lärm, aber
ganze unzählige Haufe verläuft ſich,
in Ordnung. Von neuem ziehen Wrozeſſtonen durch die Straßer und die Gin- und Alehäuſer gießen unentgeldlich ganze Ströme von Flüſſigkeiten für die durſtigen Wähler
XVon der ſerbiſchen Gränze, 1. Juli. Die neuſten Nachrithten aus Niſſa(vom 26. Juni) melden, daß Jakub Pa ſcha von Adrianopel und Tefkib Effendi, mit großherrlichen Voll machten verſehen, den dortigen Paſcha(Muſtapha Paſcha) ſeines Amtes endlich entſetzt haben. Er hatte ſich ohne Widerſtand in ſein Schickſal gefügt, und ſoll ſich jetzt nach Konſtantinopel bege rr Jakub Paſcha hat, wie bereits gemeldet, 10,000 Mann bei
Niſſa zuſammengezogen, mit denen er, im Verein mit dem Weſſir
von Bosnien , die Ruhe in Bulgarien -und Bosnien herzuſtellen beauftragt iſt.— In dem benachbarten Serbien hatte die Mutter des Fürſten , die Fürſtin Lubiza, eine Verſchwörung zu Gunſt
ihres Gemahls an lt, welck doch gänzlich geſcheitert iſt Sie ſelbſt iſt unter Aufſicht ellt, und wird ſtündlich in Sem lin erwartet, wohin ſie verbannt iſt. Die unruhige Fürſtin hätte
keinen unglücklicheren Gedanken haben können, als in demſelben Mometn, wo ſich eine türkiſche Armee an der Gränze zuſammen⸗ zieht, und die Beſorgniſſe von ganz Serbien erregt, in ihre ei gene Familie und unter die einheimiſchen Parteien die Fackel der Zwietracht zu—* L Glücklicher— hat dieſer tolle Ver⸗ ſuch gerade das Gegentheil von Dem herv vas er beab⸗ ſichtigen die Parteien haben ſich ſchne ſämmtliche Rädelsführer ſind feſtgenommen. alte Fürſt Miloſch im Einverſtär das Gelingen derſelben rechnete; denn er zu Anfang des Monats Juni, und hielt Reiſe nach Wien begriffen, in der Konſtantinopel ſcheint der ru tigte Verſchwörung Winke.hrd
Baden. Karlsruhe , 14. Juli. Se. Hoh. der Erb⸗Großherzog hat heute zum erſten Mal als Grenadierlieutenant die Wache bezogen Eine große Menſchenmaſſe war zuſammengeſtrömt, um den Für⸗ ſtenſohn ſeine militäriſche D Dienſtpflicht üben zu ſehen.— Der k. 8 öſterreichiſche Generalmajor und Präſident der Bundes⸗Militär⸗ kommiſſion in Frankfurt , Frhr. v. Rodiczky, iſt heute dahier ein⸗ getroffen und zur großherzogl. Tafel gezogen worden.
daß der der Verſchwörung auf verließ Bukareſt ſchon ſich, angeblich auf der Nähe von Temeswar auf. In iſſiſche Botſchafter über die beabſich ot zu haben.
Verleger und Drucker: A. Knittel.