Nummer 5, Seite 2

DER START

Freitag, 4. Januar 1946

ziehen können, sondern sie in Ge­meinschaft mit seinen Freunden zu finden versuchen. Das öffentliche Ge­spräch durch den Rundfunk, aber auch die Zeitung und Zeitschrift, der Vor­trag 'Und die Diskussion können dabei ■wertvolle Hiife leisten. In dem Radio­gespräch wurde übrigens auch mit- geteilt, daß die württembergischen Jugendvereine eine gemeinsame Zeit­schrift „Das Junge' Wort" heraus­geben, so daß unser „Start" drüben einen Kameraden bekommen hat Das Tagewerk ist mit Sorgen der Existenz, des Eerufs, der Angehörigen erfüllt. Unterhaltung und Sport sind gesunde Ausgleichsmomeute für den jungen Menschen, aber sie müssen ergänzt werden durch Besinnung, Nachdenken, Weiterbildung. Deshalb hört auch den Gesprächen zu, die Junge und Erwachsene für euch durch den Rundfunk senden.

Julius Ludwig

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Die protestantische Jugendarbeit

im Monat Dezember 1945

Die Arbeit im Berichtsmonat stand ganz unter dem Zeichen des Weih­nachtsfestes. Er wurde begonnen mit einer Monatsrüste über den Monats­spruch: „Doch es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind" (Jes. 8, 23) in der Christus­kirche. Dieser Spruch stand über der

gesamten Bibelarbeit des Monats und führte zum Weihnachtsfest hin.

Die Mädchen- und Buben- I kreise trafen sich weiter in der ge­wohnten Art regelmäßig zu Bibel­arbeit, Singen und Bastein. Es wurde eine Menge Christbaumschmuck selbst gefertigt, ebenso Krippen, Advents­sterne und kleine Weihnachts­geschenke. Die einzelnen Kreise ver­anstalteten unter sich Weihnachts­feiern. Die Geschenke, die jedem ge­geben werden konnten, wurden von den Kindern selbst zusammengebrächt:

Die Bubenschar der Markuskirche bereitete ein Krippenspiel vor. das zur Aufführung kam und außer­dem auch in einem hiesigen Gefan­genenlager . am ersten Weihnachts­feiertag gespielt wurde. Alle 19 Kin­dergärten bereiteten für die ein­zelnen Gemeinden Weihnachtsfeiern vor, die vor überfüllten Kirchen ge­boten wurden.

Die Singkreise sangen Ad­vents- und Weihnachtslieder in den Karlsruher Krankenhäusern. Für die Kriegsgefangenen wurden Betreu-: ungsprogramme für die Weihnachts­woche zusammengestellt und duTch- geführt Es beteiligte sich das Col­ legium Musicum und der M a d r i - gälverein unter Leitung von Kerm Kirchenmusikdirektor Rumpf, ein Duo mit einem Kammermusika­lischen Abend, der Karlsruher Posau­nenchor und Herr Staatsschauspieler Prüter mit einem Märchenabend.

Wesentlich durch Mitarbeit der

Jugendlichen wurden 2000 Päckchen mit Liebesgaben für Kriegs­gefangene zusammengebracht und verteilt. In der Weihnachtsnacht wurde mit einem Mädchenchor um Mitternacht auf dem Haupthahnhof eine Christfeier veranstaltet. Im An­schluß daran wurden ebenfalls Lie­besgaben an Durchreisende gegeben.

Für alleinstehende, alte Leute wurde unter Mitwirkung eines Kin­derchores, eine Weihnachtsfeier ge­staltet.

Zur Mithilfe in der männlichen Ju­gendarbeit für den Jugendpfarrer wird in allernächster Zeit ein in kirchlicher Jugendarbeit erfahrener Diakon ein­gesetzt werden. Er hat im vergange­nen Monat die ersten Eindrücke von der hiesigen Jugendarbeit gewonnen. Mit ihm zusammen wurde für alle Helfer in der männlichen Jugend­arbeit eine Rüstzeit zur Vorbereitung auf die Arbeit im Januar gehalten. In der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr wird die erste größere Freizeit für männliche Ju­gendliche in der Aschen- h ü 11 e und dem Wandererheim des Schwarzwaldvereins im Schwarzwald gehalten werden. Es werden sich 40 Buben beteiligen. Von solcher Frei­zeit wird eine innere Stärkung für die Gemeinschaft unter dem Wort der Heiligen Schrift und daneben auch eine gute Erholung für unsere Jungens erhofft.

Hans Joachim Stein, Pfarrer.

Karlsruher Volksbildungskurse

Zum Beginn am 15. Januar 1946

Zu den Aktivposten ln der Bilanz über die vergangenen zwölf Jahre dürfen wir die durchaus ernst ge­meinte und, wie wir hoffen, dauer­hafte gegenseitige Annäherung rech­nen, welche die beiden christlichen Konfessionen vollzogen haben.. Nicht nur wurde in der Auseinandersetzung mit neuheidnischen Lehren die ge­meinsame Glaubenssubstanz schärfer erkannt und formuliert: auch der Sdhulter an Schulter geführte welt­anschauliche Kampf der evangelischen bekennenden Kirche und des militan­ten Flügels im deutschen Katholizis­mus hat ein über alles dogmatisch wie geschichtlich .Trennende hingweg steh durchsetzendes Verstehen be­wirkt, dessen Früchte die Jugend ernten soll. Die Jügend ist nämlich sehr wesentlich beteiligt dieser für die deutsche Zukunft so entschei­denden Annäherung der Konfessio­nen. Zahlreich und in opferbereiter Begeisterung hat sich die Jugend bei­der Bekenntnisse um die ehrwürdigen Namen geschart, die, wie Pastor Nie­möller, Landesbischof Wurm, Bischof Graf Gaten, Kardinal Fauihaber und andere das kämpferische Christentum verkörperten. Und viele aus der Ju­gend wie Anton Delp und Thomas Klausner sind in diesem Kampf als Blutzeugen gefallen.

Wir sind glücklich darüber, daß diese Entwicklung auch in Karlsruhe zu gemeinsamem Fühlen und Handeln der beiden Konfessionen geführt hat Die Evangelische und die Katholische Arbeitsgemeinschaften, die sich in un­serer Stadt gebildet haben, sind sich von vornherein darüber im Klaren gewesen, daß sich ihre Tätigkeit im Geist brüderlichen Zusammenwirkens auf allen dazu geeigneten Gebieten zu vollziehen habe. Deshalb wurde auch ein großzügiges Volksbildungs­werk gemeinsam geplant und wird in der allernächsten Zukunft Wirklich­keit werden.

Diese Volksbildungskurse wenden sich zwar an die gesamte Bevölke­rung der Stadt; aber man hat von Anfang an bei ihrer Einrichtung dar­auf Bedacht genommen, daß die Ju­gend ein besonderes Anrecht hat, nach den mancherlei Verzerrungen und Verfälschungen der vergangenen Jahre mit gediegenem Bildungsgut vertraut gemacht zu werden. Deshalb werden sich die Vorlesungen in hohem Maße mit Problemen aus­einandersetzen, die ausgesprochene Probleme der jungen Generation sind. Insbesondere ist dabei an Fragen ge­dacht worden, mit denen die Heim­kehrer von den Fronten und aus den Gefangenenlagern zu ringen haben.

Wir veröffentlichen im folgenden eine Übersicht über die Vorlesungen, die im Einzelnen noch durch An­schläge und ausführlichere Pro­gramme Erläuterung finden werden:

Katholische Arbeitsgemeinschaft I. Abt, für Katholische Theologie Pfr. J. S p i e g 1, Bulach :

Glaube und Unglaube im 19. Jahr­hundert.

Mittwoch 19.30 Uhr, Kolpingsaal.

P. H. Fruhstorfer S. J.:

Vom Sinn der 10 Gebote. Mittwoch 19.30 Uhr, Dentisten­schule.

Pfr. H. Jung:

Vom Beten der Kirche.,

Montag 19.30 Uhr, Fichteschuie.

n. Abt für Philosophie, Geschichte, Kunst und Sprachwissenschaften:

Prof. K. F1 u c k :

Geister von gestern — Mächte von heute (Philosophie und Philosophen des 19. Jahrhunderts).

Donnerstag 19.30 Uhr, Kolpingsaal.

Archivrat Dr. D. S i e b e r t:

Moderne Päpste weisen der Welt den Weg.

Mittwoch 19.30 Uhr, Fichteschule. Evangelische Arbeitsgemeinschaft I, Abt. für Evangelische Theologie : Prof. D. Delekat, Heidelberg : Grundfragen christlichen Denkens. Freitag 19.30 Uhr, Matthäuskirche, Gemeindesaal.

Pfr. L. Dreher:

Was heißt „mit der Kirche leben"? Mittwoch 19.30 Uhr, Matthäus­kirche, Gemeindesaal.

n. Abt. für Philosophie, Geschichte, Kunst und Sprachwissenschaften: Prof. D. Delekat:

Erziehungsfragen der. Gegenwart. Freitag 18.00 Uhr, Matthäuskirche, Gemeindesaal.

Gemeinsame Vorlesungen: Prof. Eugen B r e s c h :

Geistige und politische Wege zu Hitler .

Donnerstag 19.30 Uhr, Dentisten­schule.

Prof. Rud. Raab, Durlach :

Das deutsche Schrifttum des bür­gerlichen Zeitalters.

Donnerstag 19.30 Uhr, Fichteschule. Dozent H. Bumanh und Dozent H. W. K 1111 an:

Das Wiedererwachen der religiösen Kunst im 19. Jahrhundert.

Freitag 19.30 Uhr, Kolpingsaal.

III. Abt für Medizin und Natur­wissenschaften

Gemeinsame Vorlesungen: Dr. med. F. Kappes:

Ein Gang an der Hand des Arztes durch die vergangene und die ge­genwärtige Zeit.

Montag 19.30 Uhr, Munzsaal. Oberstudiendirektor Dr. R. Eichel­berger:

Leben — Rätselraten des 19. Jahr­hunderts.

Freittag 19.30 Uhr, Fichteschule.

IV. Abt f. Reckt und soziale Fragen Katholische Arbeitsgemeinschaft Dr. Dr. habil. H. Hagen:

Die Kirche und die soziale Frage. Montag 19.30 Uhr, Kolpingsaal.

Evangelische Arbeitsgemeinschaft Pfr. E. Hamann:

Lebensbilder aus der Inneren Mis­ sion (Wiehern, Boddschwingh u. a.). Montag 19.30 Uhr, Mtthäuskirche, GemeindesaaL

Gemeinsame Vorlesung: Reg.-lnsp. R. Haibauer:

Soziale Bewegungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts.

Freitag 19.30 Uhr,- Dentistenschule.

V. Angegliedert: Gemeinsame Vorlesung: Dr. Dr. O. B. Roegele u. a.: Streiflichter auf das Karlsruher Kulturleben.

Samstag 19.30 Uhr, Matthäuskirche, Gemeindesaat.

(Diese Vorlesung bietet kein zu­

sammenhängendes Bildungsthema, sondern soll zu aktuellen Fragen und Erscheinungen im Karlsruher Kulturleben Stellung nehmen. Ein­führungsvorträge zu Konzerten, Theaterstücken usw.)

Wie aus dem Programm ersichtlich ist, steht die gesamte Arbeit dieses Winters unter .einem gemeinsamen Thema: in allen Sparten sollen die ' Gründe aufgezeigt werden, die zur Katastrophe von heute führen s muß­ten. Dabei wird insbesondere das 19. Jahrhundert mit seinen histori­schen, philosophischen, wissenschaft­lichen und künstlerischen Ergebnis­sen beleuchtet werden, da unsere Ge- • genwart am Erbe vornehmlich dieses 19. Jahrhunderts sich zu bewähren und zu entscheiden hat.

Die Volksbildungskurse werden durch die Evangelische Arbeitsgemein­schaft in einem Gottesdienst in der Christuskirche am 20. Januar 1946, 10 Uhr, durch die Katholische Arbeits­gemeinschaft mit einem Hochamt zum Heiligen Geist, gleichfalls in der Chri­stuskirche, am 15. Januar 1946, 8 Uhr, eröffnet. Am 15. Januar 1946 findet im Konzerthaus eine gemeinsame Kundgebung statt, bei der die Ver­treter der geistlichen und weltlichen Behörden in Kurzvorträgen über Auf­bau und Ziel der Volksbildungsarbeit in Karlsruhe unterrichten werden.

Die Leitung der Kurse haben Pfr. Ludwig Dreher, Hohenzollernstr. 14, und Oberstudiendirektor Josef Dol- land, Rüppurr , Hegaustraße 17, über­nommen.

An folgenden Stellen können Ein­zeichnungen für die Kurse vorgenom­men werden:

Evangelischer Gemeindedienst, Erb­prinzenstraße 5.

Evangelisches Kirchengemeindeamt, Lnisenstraße 53.

Caritas-Verband, Sofienstraße. Zigarrenhaus , Holz, Karlstraße 64. Kunsthandlung Büchle, Ludwigsplatz.

Dort sind auch Abonnement-Karten für je eine Vorlesung (=12 Abende) zu RM 4 . — und für einen einzelnen Abend Zu RM 0.50 zu haben. Ände­rungen und Verschiebungen des Pro­gramms sind aus Anschlägen an die­sen Stellen zu entnehmen. Die Säle, in denen Vorlesungen stattfinden, sind geheizt.

Die beiden christlichen Konfessio­nen sind sich der Veroflichtung be­wußt, alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um als Mächte der Tradition und als Hüterinnen des abendländi­schen Geisteserbes am Wiederauf­bau im deutschen Volle mitzuwirken. Sie werden sieh dabei von aller Kon­junktur und von aller Zeltverfallen- heit freizuhalten suchen. Sie werden es außerdem als ihre Aufgabe be­trachten, gediegenes Bildungsgut in allgemeinverständlicher Form durch Fachleute darzubieten — und zwar so, daß ohne jede konfessionelle Pole­mik die Grundsätze des christlichen Glaubens sichtbar gemacht werden. Dabei soll besondere Sorgfalt auf die Neuerfüllung des Begriffes „deutsch " verwandt werden, da hier sowohl die Schäden einer verfälschenden Ge­schichtsauffassung und einer grenzen­losen nationalen Selbstüberschätzung abzutragen wie auch die Gefahren einer unwürdigen Entwertung und Preisgabe zu bannen sind.

Dr. Otto B. Roegele.

Ein grober Künstler aus den Reihen der Jugend

Etwas von dem jugendlichen Pianisten Carl Schwarz

Einer unserer besten und derzeit be­kanntesten Pianisten, ein Karlsruher, dem im «fngeren Kreis schon längst große Erwartungen entgegengebracht wurden und der sich kürzlich der Öf­fentlichkeit mit dem Lizt Es-Dur-Kon- zert vorgestellt hat. Und so unglaublich es klingt, er ist nicht mehr als 18 Jahre alt, geboren am 28. Mai 1927, Sohn eines hiesigen Kunstmalers.

Seine Karriere, war bisher ein ein­ziger, großartiger Erfolg. Wer ihn ge­hört hat wird sagen, „ein Genie, eine große Begabung, mit allen Hoffnungen für die Zukunft!" Wenn wir nun nodi wissen, daß er seine ersten Anfänge bereits mit 4 Jahren auf einem alten Tafelklavier machte, das er sich zum Spielzeug auserwählt hatte, und daß er seit jener Zeit mit unermüdlichem Eifer an seiner Vervollkommnung ge­arbeitet hat, dann ist Uns klar, daß dieser Erfolg nicht nur Talent, sondern vor allem ein Zeichen von unerhörtem Fleiß ist

Nicht zuletzt dem Verständnis seiner Eltern verdankt er den guten Verlauf

[ retischen Unterricht. Lieder von großer Schönheit, die er in dieser Zeit ver­tonte, sind vorläuäfig noch unbekannt. Dann folgten Studien bei einer unserer Besten, bei E1 1 y Ney, und gaben seinem großen Können eine weitere Steigerung.

Der totale Kriegseinsatz machte je­doch dann dem eigentlichen Weiterstu­dium ein Ende, er wurde Korrepetitor am Badischen,Staatstheater . Korrepetitor mit 16 Jahren! Auf diese Weise lernte er das Theater kennen und vor allem unseren großen Dirigen- I ten Otto Matzerath , dessen Zu- 1 neigung und Freundschaft ihm zuteil | wurde, und der ihm durch wertvolle , Anleitung wieder zu neuem Studium j verhalf. Er war es auch, der' ihn mit ! dem ungeheuer schweren Lizt-Konzert i groß „herausbrachte ‘ Nun, der glän-. ! zende Erfolg, der unserem Pianisten J herrliche Blumen, nicht endenwollenden Applaus und sehr freundliche Rezen­sionen schon durch den ersten Abend einbrachten, gaben Mazerath recht. Die*

seiner künstlerischen Entwicklung. Sie erkannten rechtzeitig die Bedeutung seiner „Spielerei", die er nach eigener Methode auf seinem Tafelklavier ver­anstaltete und sorgten für eine gute Ausbildung seiner Anlagen.

Direktor Franz Philipp , dem er seine selbstgefundene Technik vor­führte, brachte ihn in die Klasse Rosa Lukkas (Konservatorium und Musik­hochschule Karlsruhe ), wo er in zehn­jährigem, ausdauerndem Studium eine hervorragende Ausbildung fand. Direk­tor Philipp und Professor Casimir erteilten ihm einen gründlichen theo-

ses leichte brillante Spiel erfreute un* alle und riß die Hörer mit.

Am 9. Dezember kam die Wieder* - holung des Konzerts in Baden- Baden im Kurhaus. Bei den Badnern, von denen wir wissen, daß sie ein recht verwöhntes Publikum sind, fand er herzlichen und begeisterten An-i klang, ebenso beim Publikum der Be­satzung.

Carl Schwarz, ein aufgehender! Stern am Himmel der Kunst, ein ganz großer aus den Reihen der Jugend; wir wünschen ihm Glück auf seinem Wege

Sdiw.

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Neujahrsfeier

im KarlstuherTurnu. Sportverein \8k6

Es war ein guter Gedanke, daß die Vereinsleitung die Mitglieder zur Neujahrsfeier in das Vereinsheim ein­geladen hatte. Fleißige Hände hatten es schön und sinnvoll geschmückt und ein großes Transparent mit der Aufschrift „100 Jahre KTSV 1846" prangte den Eintretendefi entgegen. Die Morgenfeier, zu der sich die Alten und Aeftesten des KTSV 46 und des Rheinclubs Alemannia zusammen­gefunden hatten, ließ erkennen, daß die ernsthaft sportbeseelten Männer den Geist der neuen Zeit längst her­beigesehnt hatten. So konnte es nicht wundernehmen, daß die 'Ausführun­gen des Vereinsvorstandes Franz Müller mit Beifall und Begeiste­rung aufgenommen wurden. Begin­nend mit dem Wunsche, daß das kom­mende Jahr die vielen Wunden des unseligen Krieges heilen möge, und zwar mit Hilfe all der Menschen, die guten und ernsthaften Willens sind, am Aufbau einer neuen Weltordnung teilzunehmen, ging er dazu über, auf die Bedeutung des Sportes hinzuwei­sen, wie gerade er dazu berufen sei, diesen großen und edlen Gedanken verwirklichen zu helfen. Seine Schluß­sätze klangen in der Forderung aus, ideenmäßig und tatkräftig mitzuarbei­ten, eingedenk der hundertjährigen Arbeit des KTSV 46 auf dem Gebiete der körperlichen Erholung und der Förderung zur Gesundheit zum Wohie alles Guten, Edlen und Wahren.

Zur Nachmittagsveranstaltung hat­ten sich Alt und Jung d*’ „46er" zu

Frohsinn und Heiterkeit versammelt Viel zu klein erwiesen sich die Räume des schönen Vereinsheims. Trotzdem oder gerade deswegen entwickelte sich bald eine feine Stimmung echten Tum- und Sportgeistes. Die Darbie­tungen, die sich in bunter Reihenfolge vor dem sich immer mehr staunen* den Auge des Beschauers abwickel­ten, trugen das ihre dazu bei. Da* gesamte Programm in seiner Vielheit die einzelnen Programmnummem in ihrer Kunstfertigkeit und Vollendung, hätten es verdient' auf der Konzert­hausbühne vor der großen Oeffent- lichkeit aufgeführt zu werden. .An­erkennend stellen wir fest, daß es den Veranstaltern Gustav Jenne, Willi Brauer und Eugen Detscher glänzend gelungen ist, der großen KTSV-Fami* Ile nach dem Motto: „Von den Mit­gliedern — für die Mitglieder” einen herrlichen Nachmittag und schönen Neujahrsanfang geboten zu haben. Alle Ausführenden halfen natürlich dabei mit. In heiterem Kunterbund wechselten Humor und Satire mitein­ander ab. Aber auch mit Tanz und Stepp und komischem Bodenturnen boten die Turner und Turnerinnen meisterhaftes, Können. An musikali­scher Umrahmung fehlte es auch nicht und die verbindenden, selbst­verfaßten Worte plauderte geschmack­voll und gediegen der unermüdliche Gustav Jenne. Die frohen Weisen des Vereinsorchesters hielt die froh­gestimmte KTSV-Familie noch lange beieinander.