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2. Jahrgang / Nummer 46

Freitag, den 23. April 19

finzelpreis 20 Pfennig

Deutsche in Paris

Frankfurt , 22. April (DENA). Auf An­regung der amerikanischen und briti­schen Militärregierungen werden in Kürze deutsche Sachverständige zu vor­übergehendem Aufenthalt zu der Pariser Marshall-Plan-Konferenz entsandt wer­den, gab der Verwaltungsrat der Zwei­zonen -Wirtschafts Verwaltung hier be­kannt. Als erste Delegierte sind Dr. Günther Kaiser von der Verwaltung für Wirtschaft, und Dr. Haffner von der Ver­waltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgesehen.

Die Sachbearbeiter, deren Mission sich nur auf wenige Tage beschränken werde, sollen den Delegationsführern der Mili­tärregierungen, die das vereinigte Wirt­schaftsgebiet im FRP vertreten, zu Aus­künften zur Verfügung stehen. Ferner wird, wie der Verwaltungsrat mitteilte, ein kleines ständiges Sekretariat des ver­einigten Wirtschaftsgebietes in Paris für die technischen Arbeiten zur Durchfüh­rung der ERP-Hil£e für die Bizone. ge­schaffen. Die personelle Zusammenset­zung steht noch nicht fest.

Deutsche Handelsflotte verstärkt?

Hamburg , 22. April (AP). Die deutsche Handelsflotte werde wahrscheinlich in Kürze verstärkt werden, um den Be­dürfnissen des europäischen Wiederauf­bauplanes Rechnung zu tragen, erklärte ein Beamter der britischen Schiffahrts­behörden in Hamburg .

In alliierten und deutschen Schiffahrts­kreisen der Nordseehäfen wird inoffiziell vorausgesagt, daß vielleicht in absehbarer Zeit Handelsschiffe mit deutschen See­leuten die Weltmeere befahren werden. Bevor diese Vorhersage jedoch Wirklich­keit werden kann, müßten die westlichen Alliierten eine sehr schwere Entschei­dung treffen — den Rücktritt von dem Potsdamer Abkommen mit Rußland .' Dieses Abkommen beschränkte die deut­ sche Handelsflotte auf den Küstenhandel.

Lewis gegen Proteststreik

Washington , 22. April (AP). John t. Lewis, der Präsident der amerikanischen Kohlenbergarbeiter-Gewerksehaften, f er­forderte die aus Protest gegen seine Schul­digsprechung streikenden Bergleute auf, an ihre Arbeit zurückzukehren.

Französische Bergleute streiken

Lille , 22. April (AP ). Wie die franzö­ sische Nachrichtenagentur berichtet, be­finden sieh in den nordfranzösischen Kohlengruben 130 000 Bergleute im Streik. Die Produktion liegt praktisch still. Der Streik hatte seit Mittwoch um sich ge­griffen, als die Bergleute in der Nach­barschaft der von dem Grubenunglück betroffenen Sallaumines-ZeChe wegen un­genügender Sicherheitsvorkehrungen die Arbeit niederlegten.

Präsident von Costarica tritt zurück

San Jose , 22. April (AP). Der Presse­chef des Rebellenführers Jose Figueres teilte der Associated Press in einer Bot­schaft mit, Präsident Teodoro Picado sei zurückgetreten. Der dritte Vizepräsident von Gostarica, Santos Leon Herrera, habe seine Nachfolge angetreten.

Welt-Rundschau

WASHINGTON , (Dena-INS). Präsident Tru­men und der ERP-Administrator Paul G. Hof- man, beschlossen, den amerikanischen Han­delsminister W. Avereii Hairiman zum Son­derbotschafter für den Marshallplan zu er- nennen.

WASHINGTON (Dena-Reuter). Präsident Tro- man bat dem früheren amerikanischen Bot­schafter in Belgien , Charles Sawyer angebo« ten, den Posten des amerikanischen Handels­ministers zu übernehmen. Sawyer nahm da« Angebot Trumans an.

RIO DE JANEIRO (Dena-INS). 32 kommuni­stische Verschwörer wurden in dem südbra­silianischen Staat Rio Grande de* Sul und 10 weitere in Maceio, der Hauptstadt des Staa­tes Alagoas , wie aus Bekanntmachungen des argentinischen Innenministeriums hervorgeht, verhaftet.

BOGOTA (Delta). Die USA , Chile , Peru und Brasilien haben laut AFP eine Erklärung ge­gen den Kommunismus unterzeichnet, die sie der panamerikanischen Konferenz vorlegen wollen.

SANTIAGO DE CHILE (Dena). Die chileni­sche Regierung veröffentlichte laut AFP ein Dokument, das angeblich genaue Instruktionen an die Mitglieder der kommunistischen Par­teien für revolutionäre Maßnahmen in Süd­ amerika enthalten soll.

WIEN , (Dena-INS). Flüchlinge, die aus Bu­ dapest in Wien elntretfen, erklärten, daß die ungarische Regierung zwangsweise Männer im Alter zwischen 23 und 28 Jahren zum Militär­dienst hei den griechischen Aufständischen einziehe.

WIEN (Dena-INS). Das österreichische Par­lament billigte ein Gesetz zur Wiederherstel­lung der vollen Bürgerrechte von 500 00Ö ehe- maligen Mitgliedern der Nazipartei, die als „Mitläufer" festgestellt worden sind.

BUDAPEST (AP). Aul der gemeinsamen Kon- lerenz der politischen Ausschüsse der komimi- nlstlschen und der sozialistischen Partei Un­ garns wurde beschlossen, der neuen vereinig­ten Partei den Namen „Partei der ungarischen Arbeiter" zu geben.

NANKING (Dena-Reuter). Die chinesischen Regierungsstreltkrälte haben, wie ein Spre­cher des Verteidigungsministerlums h e kann t- gab, die Stadt Yenan geräumt.

de Gasperi legt Programm iür Italien vor

Endresultate der Wahlen zeigen starken Vorsprung der Christlichen Demokraten — Togliatti: Die Wahlen waren nicht frei

Alcide de Gasperi

ist aus den Wahlen, in Italien als Sieger hervorgegangen, de Gasperi ist heute 67 Jahre alt und trotz seines hohen Alters als Ministerpräsident und Führer der Christlichen Demokraten voll politischer Aktivität. (Aufnahme: DENA-Bild)

Wien , 22. April (AP). Rußland ver­langte, die US -Behörden sollten den amerikanischen Soldaten, „der sidi pro­vozierender v HandIuri£en gegenüber so­wjetischen Offizieren zuschulden kom­men ließen", zur Rechenschaft ziehen. Täten sie es nicht, würde dies den Ab­bruch der russisdi-amerikanischen Zu­sammenarbeit' \h Atrien ,’h^ket‘führen. Die^ Fordefphg T bezieht sich' ;au^’ äefr^zJüsAih-- menstoß zwischen amerikanischen * und'- russischen ( Bes'atzungSmitgliedern, der" sich am Montag ereignete’ ‘als ’brei rus­ sische Offiziere in Zivil den erfolglosen. Versuch unternahmen, eine verschleppte Person in der amerikanischen Zone zu verhaften.

Hierzu erklärte ein amtlicher ameri­kanischer Sprecher, die Russen hätten praktisch sämtliche nur möglichen Ver­einbarungen verletzt, als sie unrecht­mäßigerweise versuchten, die Insassin eines Verschlepptenlagers aus der ame­ rikanischen Zone zu entführen.

Straße Wien —Graz gesperrt

Wien , 22. April (AP). Die Sowjets ha­ben auf der Straße Wien —Graz , die den britischen Truppen als Durchfahrtsstraße dient, eine neue Sperre errichtet, wie man von britischer Seite erfährt. Es ist

Frankfurt , 22. April (DENA). Nachdem die einzelnen Fraktionen- des Wirtschafts­rates sich auf der Donnerstagsitzung des Plenums ausführlich mit dem vom Ver­waltungsrat vorgelegten Vorschlag über die Einbeziehung der Bizone in das europäische Wiederaufbau-Programm (ERP) beschäftigt hatten, nahm das Haus mit Mehrheit einen SPD -Antrag auf Einsetzung eines siebenköpfigen Aus­schusses zur Behandlung der mit der Eingliederung, der Bizone in den Mar- shall-Plan in Zusammenhang stehenden Fragen an. t

Zustimmung für Enthortungsgesetz Frankfurt, 22. April (DENA). In der Mittwochsitzung des Zweizonenwirt­schaftsrates fand das am Dienstag be­reits in der gleichen Form vom Wirt­schaftsrat gebilligte Enthortungsgesetz in zweiter und dritter Lesung auch die Zustimmung der Vollversammlung, al­lerdings gegen die Stimmen der FDP . Es sieht für Warenhortungen in der ge­werblichen Wirtschaft Gefängnis- und Geldstrafen in unbegrenzter Höhe so­wie Zuchthausstrafen vor, enthält jedoch

Berlin , 22. April (DENA). Die deutsche Verwaltung für Volksbildung in der so­wjetischen Besatzungszone hat, wie vom Studentenrat der Berliner Universität ver­lautet. die drei Studenten cänd. phil.‘ et jur. Joachim Schwarz, stud. med. Otto Heß — Herausgeber des „Colloquium“ — und stud. phil. Otto Stolz vom weiteren Studium an der Universität ausgeschlos­sen, weil sie „durch ihre publizistische Tätigkeit Anstand und Würde der Uni­versität verletzt“ haben sollen.

Dieser Ausschluß hat zu einer tief­greifenden Erregung innerhalb der Stu­dentenschaft geführt. Die Hochschulgrup-

Rom, 22. April (DENA). Die Endergeb­nisse der italienischen Wahlen ergaben laut Agenturmeldungen für die vier größten Parteien folgendes abgerundetes Bild:

Senat: Christliche Demokraten: 10,7 Millionen Stimmen — 54,9 Prozent, 130 Sitze; Volksfront: 7 Millionen Stimmen — 31 Prozent, 74 Sitze; Saragat-Sozialisten: 1,6 Millionen Stimmen — 5 Prozent, 12 Sitze; Nationaler Block: 1,4 Millionen Stimmen — 4 Prozent, 9 Sitze.

Abgeordnetenkammer: Christliche De­mokraten: 12,7 Millionen Stimmen — 49 Prozent, 303 Sitze; Volksfront: 8 Millio­nen Stimmen — 31 Prozent, 178 Sitze; Saragat-Sozialisten: 1,9 Millionen Stim­men — 7 Prozent, 29 Sitze; Nationaler Block: 1 Million Stimmen 4 Prozent, 15 Sitze.

Der Generalsekretär der italienischen Kommunisten bezeichnete laut AFP in einem Interview mit der kommunistischen Zeitung „Unita“ die italienischen Wah­len als weder frei noch demokratisch. Togliatti erklärte, drei Einschüchterungs-, Täuschungs- und Fälschungselemente hät­ten die politische Freiheit der italieni­schen Wähler beeinträchtigt: die auslän­dische Intervention, die Einmischung des katholischen Klerus und der kirchlichen Organisation, sowie der Druck und die Einschüchterungsmethoden der Regierung gegenüber der Bevölkerung.

Der italienische Ministerpräsident Al­ cide de Gasperi , erklärte in einer Pres­sekonferenz der neuen italienischen Re-

die erste Beschränkung des britischen . Autoverkehrs seit neun Tagen. Ein eng­lischer Kurier-Jeep mit einem österrei­chischen Begleiter wirrte ’.iv'ückge- schickt mit der Begründung, daß die beiden Österreicher einen neuen sowjeti­schen Stempel auf ihren Personalaus­weisen benötigen.

Kairo , 22. April (DENA-REUTER). Die arabische Liga ist, wie ihr Generalsekre­tär Abdul Rahman Azzam Pascha hier erklärte, bereit, ein Waffenstillstandsab­kommen in Palästina einzugehen, sofern die uN die Küsten, Palästinas gegen eine jüdische Einwanderung schützen können. Da die UN die jüdische Kampforganisa­tion Haganah weder auflösen noch ent­waffnen könnten, führte Azzam Pascha aus, bleibe nur eine Möglichkeit, in Pa­lästina Frieden zu schaffen, nämlich die Einheiten dieser Organisation aus dem Lande zu vertreiben.

Im Gebiet von Haifa entspannen sich, wie das Polizeihauptquartier zufolge mit­teilt, heftige arabisch-jüdische Kampf­handlungen, nachdem die Juden großan-

eine Klausel, nach der alle diejenigen, die bei der ersten nach Verkündigung des Gesetzes zu erstattenden Meldung richtige Angaben über die vorhandenen Bestände machen, amnestiert werden können.

London , 22. April (DENA-REUTER). Die Delegierten bei den hier wieder auf­genommenen Deutschlandbesprechungen werden nach Ansicht gut unterrichteter Kreise in London sich direkt mit der Frage befassen, ob Maßnahmen zur Bil­dung einer westdeutschen Regierung be­schleunigt werden sollen oder nicht. Die Entschlossenheit der USA . innerhalb der nächsten zwölf Monate einen Plan für die Errichtung einer westdeutschen Re­gierung in allen ihren Phasen zu ent­werfen, bildete am ersten Sitzungstag den Schwerpunkt der Konferenz. Der Zeitpunkt^ an welchem die westlichen

pen der demokratischen Parteien Berlins wandten sich in einem Aufruf an die freiheitlichen Berliner Studenten, in dem sie gegen die Verletzung der Grundrechte der Studierenden protestierten und zugleich die Studenten auffordem. am Freitag den Vorlesungen fernzubleiben und an einer Protestkundgebung teilzu­nehmen. Die Zonenräte d^r Studenten­schaft der britischen und amerikanischen Zone haben über die technische Univer­sität Berlin-Charlottenburg ein Protest­telegramm an den Studentenrat der Ber­ liner Universität gerichtet.

gierung, daß er durchaus bereit sei, mit anderen demokratischen Parteien, wie die gegenwärtig in der Regierung ver­tretenen zusammenzuarbeiten. Zu den Vorwürfen sagte de Gasperi , Togliatti habe erklärt, die Wahlen seien nicht frei gewesen und hätten den Wunsch des Volkes nicht zum Ausdruck gebracht. Dies sind schwere Anschuldigungen von den Lippen eines Mannes, der der Vor­sitzende einer großen Partei ist. de Gasperi ging u. a. auf die Beschuldigung ein, die Wahlen seien nicht frei gewe­sen, und erklärte, es sei doch merk­würdig, daß der Stimmenzuwachs . der Christlichen Demokraten im ganzen Land so einstimmig erfolgt sei, wenn die Wahlen gefälscht worden wären. Sämt­liche Parteien hätten eine völlig gleich­berechtigte Kontrolle über die Wahler­gebnisse gehabt. f

de Gasperi legte dann ein Programm mit folgenden Punkten für die Zukunft

Berlin , 22. April (DENA). Die sowje­tische Kommission zur Untersuchung des Flugzeugzusammenstoßes über Berlin- Gatow hat, wie SNB am Mittwoch offi­ziell bekannt gibt, ihre Arbeit beendet. Mit der Veröffentlichung der Untersu­chungsergebnisse und Schlußfolgerungen der sowjetischen Kommission, die, wig es in dem Bericht heißt, „sensationelle Enthüllungen“ bringen soll, sei am Don­nerstag zu rechnen.

In dem vom sowjetischen Nachrichten­büro inzwischen verbreiteten amtlichen Bericht dar sowjetischen Untersuchungs­kommission Über die Ursache des Flug­zeugzusammenstoßes bei Gatow werden die britischen Behörden beschuldigt, in der Zeit vom 5. bis 10. April, in der die Uebevreste des zerstörten sowjetischen Flugzeuges nur durch britische Soldaten bewacht wurden, beabsichtigte Verände­rungen in der Lage einzelner Teile des Sowjetflugzeuges vorgenommen zu haben

gelegte Angriffe mit dem Ziel der Be­setzung strategischer Punkte im Hafen­gebiet vorgetragen hatten, wird aus Je­ rusalem gemeldet. Die Eisenbahndirek­tion von Haifa und andere Gebäude stehen in Flammen. Die Araber sollen schwere Verluste erlitten haben. Britische Trup­pen im Hauptgeschäftsviertel, das die arabischen und jüdischen Stadtteile ver­bindet, zogen sich auf ihre Verteidigungs­stellungen zurück, nachdem jüdische Kräfte die arabischen Vorposten Über­wältigt hatten. Wie der INS-Korrespon- dent Benn Feiler aus Jerusalem berich­tet, befinden sich etwa 20 000 arabische Frauen und Kinder auf dem Seewege auf der Flucht in nördlicher Richtung nach den Häfen Acre, Jaffa und Beirut .

Die ersten 56 der etwa 500 Beamten der palästinensischen Regierung, die vor dem 15. Mai, dem Termin der Beendigung des britischen Palästinamandats in Kyrena (Cypern) erwartet werden; trafen in Fa- magusta an Bord des Dampfers „Corin- tia“ ein. Wie verlautete, soll in Cypern ein „Liquidations-Büro“ der palästinensi­schen Regierung eingerichtet werden, das die letzten Aufgaben nach Beendigung des britischen Mandats erledigen soll.

Besatzungsmächte nach Rücksprache mit den Benelux-Staaten die nächsten Schritte zur Errichtung eines Westdeutschlands ergreifen werden, stellt die Hauptfrage dar, der sich die Konferenz gegenüber­sieht.

Die notwendigen Phasen in der Reor­ganisation Westdeutschlands sind bereits klar, sie sind: 1 . Ausdehnung der Macht­befugnisse des bizcnalen Wirtschaftsrates in Frankfurt auf politische Fragen. 2 . Währungsreform. 3. Verschmelzung der französischen Besatzungszone mit der Bi­zone. 4. Proklamierung einer vorläufigen Regierung für Westdeutschland . 5. Wah­len in Westdeutschland . 6. Verkündung einer neuen von einer gewählten verfas­sungsgebenden Versammlung entworfe­nen Verfassung und die schließliche Er­setzung dieser Körperschaft durch eine westdeutsche Regierung, die durch ein neu aufgestelltes Besatzungsstatut mit den alliierten Mächten in Beziehung steht.

Außer technischen Fragen muß die Konferenz Entscheidungen über zwei Hauptfragen treffen: 1. Ob mit der Bil­dung einer westdeutschen Regierung fortgeschritten weiten soü ohne weitere Schritte zur Wiederaufnahme, der Arbeit des alliierten Kontrollrats für Deutsch­ land zu unternehmen. 2. Ueber den Grad des Ausgleiches zwischen der Zentralisie­rung und dem Föderalismus, der von französischer Seite im Hinblick auf ein« zukünftige westdeutsche Verfassung stark unterstützt wird.

Italiens vor: 1 . Land- und Soziaireform. 2. Finanzreformen. 3. Eine stabile Re­gierung ohne ständige öffentliche Un­ruhen oder Streiks. 4. Bekämpfung des Analphabetentums. 5. Fundierung der italienischen Außenpolitik auf das Prin­zip der internationalen Solidarität. 8. Weitere dringende Forderung auf Re­vision des Friedensvertrages.

Nenni-Sozlalist fordert Trennnng

Rom, 22. April (DENA-REUTER). Giu­ seppe Romita , ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten und führender Po­litiker bei den linksgerichteten Nennl- Sozialisten gab bekannt, daß die Sozia­listen sowohl im Senat als auch ln der Abgeordnetenkammer eine unabhängige Parlamentsfraktion bilden müßten, die von den anderen politischen Parteien der demokratischen Volksfront abge­trennt sein müßte.

Fälschung

Berliner Flugzeugunglück

Die Lage des abgestürzten Jagdflugzeu­ges habe bei der gemeinsamen Besichti­gung durch die britisch-sowjetische Kom­mission am 10. April ganz und gar nicht der Lage entsprochen, die auf den von sowjetischer Seite unmittelbar nach der Katastrophe gemachten Photoaufnahmen festgehalten worden sei.

Auch die UdSSR will Schadenersatz

Berlin , 22. April (DENA). Gegen das völlig unbefriedigende allgemeine He- gime, das gegenwärtig für die Flüge der amerikanischen , britischen und französi­ schen Flugzeuge auf den Flugrouten über der sowjetischen Besatzungszone besteht, wendet sich die sowjetische Untersu­chungskommission unter Vorsitz von Ge­neral Al exandrow ln dem Untersuchungs­bericht über die Ursachen der Luftkata­strophe von Gatow .

In dem sowjetischen Bericht wird er­neut behauptet, daß die Luftkatastrophe vom 5. April einen tragischen Unglücks­fall darstellt, bei dem die Schuld auf britischer Seite liegt. Deshalb müßten Ansprüche auf Versorgung der Familie des (verunglückten sowjetischen Garde­majors Akulenko an die Engländer ge­richtet werden. Ferner sei es notwendig, Schadenersatzansprüche im Zusammen­hang mit dem Verlust des sowjetischen Jak-Jägers an diese zu stellen.

Keine Neuwahlen in Berlin ?

Berlin , 22. April (AP). Mitglieder der amerikanischen Militärregierung in Ber­ lin äußerten, die sowjetische? Militärver­waltung werde wahrscheinlich den Ver­such machen, die am 20. Oktober fälligen Neuwahlen für den Berliner Magistrat zu vereiteln, um eine Niederlage zu ver­meiden, die eindeutiger als die vom Herbst 1946 sein würde.

Kraftwerk West Im Aufbau

Berlin , 22. April (AP). Die britischen Behörden haben den Wiederaufbau des Kraftwerks West in Berlin zur höchsten Dringlichkeitsstufe erklärt, was die West- Sektoren Berlins für den elektrischen Strom so gut wie unabhängig vom so­wjetischen Sektor machen kann.

Milderung im I.G.-Farben-Prozeß

Nürnberg , 22. April (AP). 23 I.G.-Far- ben-Direktoren sind von dem amerikani­ schen Gericht in Nürnberg von der An­klage der Ausplünderung Österreichs und der Tschechoslowakei freigesprochen wor­den. Die Anklagepunkte über die Aus­beutung Polens , Norwegens , Frankreichs und Rußlands sowie andere gegen die 23 Angeklagten erhobenen Beschuldigun­gen stehen noch zur Entscheidung.

Bestialisches Verbrechen gesühnt

Berlin , 22. April (DENA). Ein Berliner Schwurgericht verurteilte den 56jährigen Maler Paul Köhler wegen Totschlags in einem Falle zu 10 Jahren und wegen Mordes in einem weiteren Falle zu le­benslänglichem Zuchthaus.

Der Angeklagte hatte am 3. Juni vori­gen Jahres in seiner Wohnung in Neu­ kölln die 32jährige Anna Dahlke im Streit um Schiebergeschäfte mit einem Beil erschlagen. Die Leiche der Ermorde­ten zerstückelte er mit einer Bügelsäge und warf die einzelnen Tefile in den Mülleimer. Da es ihm nicht gelang, die Tote restlos zu beseitigen, behielt er sie drei Wochen lang in seiner Wohnung. Nach etwa vier Wochen, als die Leiche bereits in Verwesung übergegangen war, zerstückelte er sie noch weiter. Bei die­ser Tat wurde er von der «jährigen Wally Diesener überrascht. Köhler ergriff wieder das Beil und zertrümmerte auch ihr den Schädel. Dann sägte er dieser Toten die Beine ab und floh, wie er aus­sagte — von Ekel gepackt — aus der Wohnung.

Nachdem er seinem ersten Opfer die Wohnung ausgeplündert und sein erbeu­tetes Gut auf dem schwarzen Markt ge­gen Nahrungsmittel verschoben hatte, verbrachte er dfe folgende Zeit in den Wäldern der Umgebung Berlins , bis ar am 7. August verhaftet wurde.

Rußland fordert Bestrafung von US -Soldaten

Die Sowjetunion droht mit Abbruch der Zusammenarbeit in Wien

Wirtschaftsrat nimmt zum ERP Stellung

Plenum beschließt Einsetzung eines Marshallplan-Ausschusses

Drei Studenten vom Studium ausgeschlossen

Erregung unter der Berliner Studentenschaft — Am Freitag Proteststreik

«tciuci wuiieu unter vor Denan naengeoen

Haifa von Juden besetzt — Palästinensische Regierung nach Kyrena (Cypei

Kommt eine westdeutsche Regierung?

Londoner Deutschlandkonferenz vor zwei Hauptfragen gestellt

Sowjets beschuldigen Briten der

SNB verbreitet sowjetischen Bericht über das