Seite
  

2. Jahrgang / Nr. 92

cmcme

Einzelpreis 20 Pig«

KARLSRUHER NEUE ZEITUNG

ÄTSchemungstage: Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Redaktion und Verlags- Abt. Karlsruhe , Waldslr. 28, Tel. 922/923. Anzeigen* u. Vertriebs-abteilung, Karlsruhe , Kaiserstraße 69, Telefon 6649. Bezugspreis monatlich DM 2.40 (inkl. Trägergebühr).

Samstag, 31. Juli 1948

Postzustellung DM 2.20 zuzüglich Zustellgebühr. Anzeigenpreise : Die 6-gespel- tene {46 mm breite) Millimeterzeile Millimeter-Grundpreis DM —.80, im übrigen siehe zur Zeit gültige Preisliste Nr, 3a. — Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 80535.

Trauer in der Pfalz

82 Tote identifiziert — Rund 2000 Verletzte in Ludwigshafen

Feste Haltung Großbritanniens

Bevin zur Berliner Krise — Churchill verspricht Unterstützung der Außenpolitik

Neustadt a. d. Haardt, 30. Juli. (DENA) Aus Anlaß der Explosions­katastrophe in Ludwigshafen wurden laut Südena in der Pfalz alle Lust­barkeiten bis zum 6. August unter­sagt. Die Behörden wurden beauftragt, ihre Dienstgebäude Halbmast zu be­flaggen.

Wie der Direktor der badischen 'Anilin- und Sodafabrik in Ludwigs­ hafen , Dr. Reinhard Goldberg, mit­teilte, können noch keine endgültigen Angaben über die Zahl der Todes­opfer gemacht werden, da bei den Räumungsarbeiten noch immer wei­tere Leichen geborgen werden.

Bis Freitagvormittag wurden 82 Tote identifiziert. Bei weiteren 38 war die Identifizierung unmöglich. Goldberg sagte ferner, daß sich nach den vorliegenden Angaben noch 391 Personen in Krankenhäusern befinden. Etwa 2000 seien schwer oder leicht verletzt worden.

Finanzielle Schwierigkeiten werden nach einer weiteren Bekanntgabe Goldbergs für das Werk voraussicht­lich nicht entstehen, da die Schäden durch Versicherujjgeen gedeckt wer­den. Der französische Generalsekre­tär der badischen Anilin- und Soda­fabrik, Roger Morange, soll, wie wei­ter verlautet, einem Pressevertreter erklärt haben, daß sich der durch die Explosion entstandene. Sachschaden auf etwa 50 Millionen DM belaufe. Eine Bestätigung dieser Angabe liegt noch nicht vor. Etwa 50 um das Werk liegende Wohnungen wurden durch die Explosion so stark beschädigt, daß die Bewohner an" anderen Stellen der Stadt untergebracht werden mußten.

Wie DENA weiter meldet, werden am Montag die Opfer des Unglücks be.geseizc. — Die -zur Unglücksutättc nach Ludwigshafen entsandten ameri­ kanischen Truppen sind nach Beendi­gung ihrer Aufgabe an ihre Standorte in der US -Zone zurückgekehrt, teilte das US -Hauptquartier am Donnerstag mit. Französische Soldaten setzten die Suche nach den Verschütteten fort.

Mark für den gleichen Zweck beschlossen hoben. Die Verwaltung für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat nach einer weiteren Mitteilung Dr. Pünders insgesamt sieben Tonnen hochwertiger Lebensmittel zur Verfügung gestellt. Die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung überwies als erste Hilfe einen Betrag von 2400 D-Mark.

Als erste Geldspenden wurden von der Hamburger Bürgerschaft 25 000 und von der Stadt Frankfurt 10 000 D-Mark zur Verfügung gestellt. Auch der FDGB der Ostzone stiftete 50 000 Ost-Mark für die Opfer und ihre Angehörigen. Neben einem Beileidstelegramm der Vorstands­mitglieder der SED , Wilhelm Pieck und Otto Grotbewoh), und die Vorstandsmit­glieder der KPD der Westzonen, Max Rei- mann und Paul Kohlhöfer, überwiesen die beiden Parteien 50 000 D-Mark. Die Ame­ rika -Häuser in Bavern begannen am Don­nerstag mit einer Sammlung für die Opfer der Katastrophe. Die Gegenstände und der .gesammelte Betrag sollen dem Roten Kreuz in Ludwigshafen übergeben werden. Der bayerische Gewerkschaftsbund über­wies der Gewerkschaft in Ludwigshafen zur Linderung der ersten Not 10 000 D- Mark. Das HUfswerk der Evanqelischen Kirdien Deutschlands sandte 8500 kg Le­bensmittel und Kleider nach Ludwigs­ hafen . Der Oberbefehlshaber der franzö­sischen Besatzungszone, General Pierre König , hat laut SÜDENA am Freitag 50 000 D-Mark für die Opfer zur Verr fügung gestellt. (DENA)

•

Näher: Einzelheiten über die Ludwigs­ hafener Katastrophe bringen wir auf Seite 2 unserer heutigen Ausgabe.

Belgrad , 30. Juli (UP). Die Belgrader Donaukonferenz wurde von dem jugosla­wischen Außenminister Stanoje Simitsch eröffnet. Mit Ausnahme der ungarischen sind alle Delegationen ' eingetroffen. Die beiden wichtigsten Personen der Konfe­renz sind der stellvertretende russische Außenminister, Andrei Wyschinski , und der rumänische Außenminister, Frau Anna

London, 30. Juli (UP). Der britische Außenminister Ernest Bevin erklärte am Donnerstag vor dem Unterhaus, im Lichte der Berliner Krise unter­ziehe die britische Regierung ihre De­mobilisierungs-Politik einer neuerli­chen Erwägung. Die Regierung sei fest entschlossen, jegliche Maßnahmen zu treffen, die ihr im Hinblick auf die Lage erforderlich erscheinen. Bevin gab bekannt, daß die Entlassung ge­wisser Gruppen von Angehörigen der britischen Luftstreitkräfte auf Grund der herrschenden politischen Krise und der intensivierten Lufttransporte nach Berlin hiriausgeschoben worden sei. Aehnliche Maßnahmen, die eben­falls eine Verzögerung der Dgmobili- sation zum Ziele hätten, würden auch bei den anderen Waffengattungen ge­troffen, sofern sich dieses als ange­bracht erweise.

Ohne es direkt auszusprechen, deu­tete Bevin an, daß die sowjetische Politik in Berlin , wenn sie in der ge­genwärtigen Form weiter verfolgt werde, möglicherweise zu einem Kriege führen könne. Die britische Regierung sei daher entschlossen, alle Maßnahmen zu treffen, um der Lage gewachsen zu sein. Bevin deutete wei­ter an, daß die Westmächte bereit seien, eine Außenministerkonferenz der vier Großmächte einzuberufen, wenn die Blockade Berlins aufgehoben werde. Auf eine Anfrage aus dem Un­terhaus erklärte er, alles, was in Mos­ kau getan werden könne, sei, die Schwierigkeiten, die Verhandlungen im Wege liegen, aus dem Wege zu

auftragten angenommen, englisch we­nigstens als Arbeits-Sprache zuzulas­sen. Der britische Beauftragte stellte sodann den Antrag, englisch auch als offizielle Sprache anzunehmeh. Der Antrag wurde zur Diskussion gestellt, es wurde jedoch noch keine endgül­tige Entscheidung getroffen.

räumen und dann Verhandlungen an höherer Stelle zu führen. Die West­mächte hätten bei ihren kürzlichen Besprechungen in London vollständige Uebereinstimmung über zukünftige Verhandlungen mit der Sowjetunion erzielt.

. Winston Churchill versprach als Führer der konservativen Opposition, daß seine Partei die von Bevin vor­geschlagenen Richtlinien der Außen­politik unterstützen werde.

Molotow nicht in Moskau Moskau

, 30. Juli (DENA-REUTER). Au­ßenminister Molotow hält sich, wie die Presseabteilung des sowjetischen Außen­ministeriums einem Reuter-Korresponden­ten erklärte, gegenwärtig mdlt in der Stadt auf. Einer der Staatssekretäre des Außenministeriums hat auf die Dauer der Abwesenheit Molotöws dessen Geschäfte übernommen. Die Botschafter Großbritan­ niens , Frankreichs und der USA , die zur Erörterung der Berliner Situation bei Mo­lotow vorsprechen wollten, sind deshalb gegenwärtig nicht in der Lage, dies zu tun.

Die Berichte, daß Molotow sich gegen­wärtig nicht in Moskau befindet, und daß einer seiner Stellvertreter seine Geschäfte übernommen hat, haben in London Ent­täuschung hervorgerufen. Politische Beob­achter vertreten teilweise die Ansicht, daß Molotows Abwesenheit nicht nur absicht- lidie Zurückweisung gegenüber den West- mächten ist, sondern daß diesem Verhal­ten der Wunsch zugrunde liegt, die Ber­ liner Situation nur unter Voraussetzungen zu diskutieren, die für die sowjetische Regierung zufriedenstellend sind.

Berliner Frage vor die UN

New York , 30. Juli (DENA-REUTER). Die kolumbianische UN -Delegation wird wahr­scheinlich in der kommenden Woche die Lage in Berlin als .Bedrohung des inter­nationalen Friedens“ vor den Sicherheits­rat bringen. Die Delegation arbeitet gegen­wärtig poch-an dem endgültigen Entwurf einer • diesbezüglichen Resolution. — Laut UI forderte auch der syrische Delegierte im Sicherheitsrat der UN, Faris El Khouri,

Donau-Konferenz eröffnet

Gleich am ersten Tage Meinungsverschiedenheiten zwischen Ost und West

Ganz Deutschland hilft

Die Werksleitung der Badischen Anilin- und Sodafabrik hat als „Soforthilfe“ einen Betrag von 100 000 D-Mark für die Opfer der Katastrophe aus Werksmitteln zur Verfügung gestellt. Außer den bereits be­kannten Spenden sollen die drei Länder der französischen Zone der Stadt einen Hilfsbetrag von 200 000 D-Mark gewährt haben. Von der Provinzialregierung Pfalz gingen dem Werk Sachspenden zu. Der Verwaltungsrat in Frankfurt hat nach einer Mitteilung Dr, Hermann Pünders einen Betrag von 500 000 D-Mark zur Un­terstützung von Ludwigshafen gezeichnet. Gleichzeitig gab Dr. Pünder bekannt, daß die Finanzminister der Länder der Bizone ebenfalls die Bereitstellung von 500 000 D-

Pauker.

Die erste Meinungsverschiedenheit zwischen Ost und West ergab sich laut UP unmittelbar nach der Eröffnung der Donaukonferenz. Nachdem der jugoslawische Außenminister die Kon­ferenz mit einer Rede in russischer Sprache eröffnet hatte, entspann sich ein Streit um die Frage, ob englisch auch als offizielle und Arbeitssprache bei der Konferenz angenommen wer­den soll. Der stellvertretende sowje­tische Außenminister Andrei Wyschin­ ski setzte sich auf das entschiedenste dafür ein. daß nur russisch und fran­zösisch gebraucht werden sollen. Nach einer teilweise sehr hitzigen Debatte, die über eine Stunde dauerte, wurde der Antrag des amerikanischen Be-

König Georg eröffnet XIV. Olympische Spiele

6000 Teilnehmer und 82 000 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion

London , 30. Juli (DENA-REUTER). Mit den Worten „Ich erkläre die XIV. Olympischen Spiele der modernen Aera in London für eröffnet“, leitete König Georg VI. am Donnerstag, um 17.00 Uhr deutscher Sommerzeit, die größte Sportveranstaltung der Welt ein. Fast 6000 Teilnehmer marschier­ten gegen 16 Uhr in das von 82 000 Zuschauern umsäumte Oval des Wem­ bley -Stadions ein.

An der Spitze aller Länder mar­schierte die Mannschaft Griechen­ lands in das Stadion ein, während als gastgebende Nation, Englands Sport­ler den Schluß des Aufmarsches bil­deten. Die vorbeimarschierenden We m -5>r>pfer grüßten den König und

Weit-ftundschau

WASHINGTON . Außenminister Marshal) und der brasilianische Botsdiafter Mau- ricio Nabaco Unterzeichneten ein Vierjah­resabkommen, nach dem die USA eine beratende Militärmission in Brasilien er­richten werden. / PHILADELPHIA (UP). Der ehemalige Gouverneur von Minnesota , Harold Stassen , wurde zum Präsidenten der Universität von Pennsylvania ernannt. / DEN HAAG . Königin Wilhelmlna wird nach Ihrer Abdankung am 4. September den Titel Prinzessin der Niederlande füh­ren. / BOLOGNA . Nach dem Attentat auf Togttaftl wurden hier 12t Egrsonen ver­haltet. / BUKAREST (UP). Zwei Generale und wettere sieben hohe Offiziere der ru­mänischen Armee wenen Mißbrauch ihrer Stellung hei der alliierten Waffenstitl- standskemmtsstnn zu hohen Gefängnisstra­fen verurteilt. / KUALA LUMPUR . 22 Auf­ständische wurden bei den britischen Ope­rationen gegen Terroristen In Batu Arang in Malaya getötet. .

(Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DfcNA.)

seine Gäste mit Blickwendung. Nach der offiziellen Eröffnung der XIV. Olympischen Spiele ertönten Fanfaren und Mitglieder der englischen Jugend­organisationen ließen 7000 Tauben auf­steigen. Gleichzeitig feuerte die eng­ lische Garde-Artillerie 21 Salutschüsse ab, und kurz danach erschien der Schlußmann des dlympischen Fackel­laufs. Stürmisch begrüßt von der Zu­schauermenge, lief er eine Ehren­runde im Stadion und entzündete dann das olympische Feuer, das wäh­rend der Spiele Tag und Nacht bren­nen wird.

Die ersten Goldmedaillen London , 30. Juli (DENA-REUTER). Micheline Ostermeyer , Frankreich , holte sich die erste Goldmedaille der 14. Olympischen Spiele durch einen Sieg im Diskuswurf von 41,90 Meter. — Emil Zatopek , Tschechoslowakei , gewann den 10 000-Meter-Endiauf und damit eine Goldmedaille. Er lief eine neue Weltrekordzeit von 29:59,6 Minu­ten. Die Goldmedaille im Hochsprung gewann J. Winter, Australien , mit 1,98 Meter.

Irland scheidet aus London , 30. Juli (UP). Wie offiziell bekannt gegeben wird, hat sieh die gesamte Olympia-Mannschaft Irlands am Freitag von den Wettkämpfen zu­rückgezogen. Wie DENA weiter mel­det, erfolgte sie auf Grund einer Ent­scheidung des Internat. Schwimmver­bandes, nachdem die Iren nicht die Erlaubnis erhielten, weiterhin an den Wettbewerben teilzunehmen, da einige Mitglieder ihrer Mannschaft in Nord- Irland und einige im Freistaat Irland geboren wurden. Der irische Dele­gierte erklärte, daß er daraufhin die ganze Mannschaft zurückziehen müsse.

Inhaltsreiche Sitzung des Landtages

Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft — Baus«* kritisiert Frankfurt

Stuttgart , 30. Juli (SAZ). Der Landtag ehrte am Freitag in seiner 84. Sitzung die Opfer der Ludwigshafener Explosionskata- strophe durch Erheben von den Plätzen und eine Minute des Schweigens und nahm einmütig den Aufruf der Staatsregie­rung und sämtlicher Wohlfahrtsorganisa­tionen zur Unterstützung der Hinterblie­benen des tragischen Unglücks an.

Die Landtagssitzung war mit Debatten über eine Reihe von Anträgen ausgefüllt, wie die Freigabe von Festkonten, Auszah­lung des restlichen Kopfgeldes, Nichtan- rechnung des Kopfbetrages auf Spargut­haben bis zu 1000 D-Mark für jeden Fa­milienangehörigen, Abbau des JEIA-Sy- stems, vornehmlich des Verrechnungs- Zwanges auf Dollarbasis, Herstellung von unmittelbarer Verbindung zwischen deutschen Exporteuren und deren aus- ländisdien Abnehmer. Sämtliche als Ge­such an die Staatsregierung gerichteten Anträge wurden mit großer Mehrheit an­genommen. Zu erstaunten Zwischenrufen von links kam es, als Abg. Bausch (CDU ) Kritik an der offensichtlich verfrühten Aufhebung der Preiskontrolle übte und sich dadurdi in Gegensatz zu seinen Frankfurter Parteifreunden stellte.

In einer durch eine DVP -Anfrage über die Not der Studenten ausgelösten De­batte sprach man sich einmütig für alle notwendigen Hilfsmaßnahmen aus. Zu­gleich wurde aber wiederholt die Mah­nung laut, der Ueberfülhmg der studen­tischen Berufe energisch entgegenzuwir­ken. Ein Antrag des Abg. von Cam- penhausen (CDU ), der sich mit der äußerst ungünstigen finanziellen Stellung der jun- den Volontär- und Assistenzärzte be­faßt und die Staatsregierung ersucht, ge­eignete Maßnahmen zur Abhilfe dieser

Notlage zu ergreifen, wurde mit einem Zusatzantrag des Abg. Schloss (DVP ) nach kurzer Debatte dem sozialpolitischen Aus­schuß zur Beratung überwiesen. -fz

ERP-Vertrag überreicht

Frankfurt , 30. Juli (DENA). Die Gene­rale Clay und Robertson trafen hier am Freitag mit den Spitzen der Zweizonen­verwaltungen zusammen, um ihnen die Einzelheiten des in Berlin Unterzeichneten ERP-Vertrages der Bizone mitzuteilen. Die Militärgouverneure überreichten den deut­ schen Vertretern das offizielle Dokument über die Einbeziehung der Bizone in den Maishallplan, das am 14. Juli in Berlin unterzeichnet wurde. Von seiten der Alli­ierten wurde vorgeschlagen, das Doku­ment einer eingehenden deutschen Prü­fung zu unterziehen und gegebenenfalls Rückfragen mit dem Zweimäditekontroll- amt zu klären.

US -Gewerkschaftler nach Berlin

London , 30. Juli (UP). Der amerikanische Militärgouverneur, General Lucius D. Clay hat zwei leitende Persönlichkeiten der Gewerkschaftsbewegung der USA zu einem Besuch nach Berlin eingeladen, um mit ihnen über die Beziehungen der deutschen Gewerkschaften zum ERP zvf konferieren, wurde auf der Freitag-Sitzung der Inter­nationalen Gewerkschaftskonferenz mitge­teilt, die zur Zeit in London stattfindet. Bei den amerikanischen Gewerkschaftlern handelt es sich um David Dubinsky , den Voisitzenden der internationalen Vereini­gung der Trikotagearbeiter, und George Harrison , den Vorsitzenden der Union der Eisenbahnangestellten,

Urteilsverkündung im IG-Prozeß

Strafmaße von acht bis eineinhalb

Nürnberg , 30. Juli (DENA). Das amerikanische Militärgericht VI unter Vorsitz des Richters Curtis Grover Shake verkündete am Donnerstag und Freitag im IG-Prozeß die Schuld- Sprüche. Im einzelnen erhielten:

Walter Dürfeld und Otto Ambros Je 8 Jahre; Fritz Ter Mer 7 Jahre; Carl Krauch und Heinrich Buetefisch je 6 Jahre; Georg v. Schnitzler 5 Jahre; Hermann Schmitz 4 Jahre; Max Ugner 3 Jahre; Ernst Bürgin Paul Häfliger und Heinrich Oster je 2 Jahre; Fried­ rich Jähne und Hans Kugler je V'* Jahre. Die Angeklagten Ilgner und Kugler werden, da sie ihre Haft be­reits verbüßt haben, sofort entlassen.

Jahre verhängt — Elf Freispräche

Von allen Anklagenpunkten freige­sprochen wurden: Fritz Gajewski , Heinrich Hörlein , August v. Knieriem, Christian Schneider, Hans Kühne, Carl Lautenschläger , Wilhelm Mann , Karl Wurster , Heinrich Gattineau und Erich v. der Heyde. Das Gericht ord­nete die sofortige Freilassung sämtli­cher Freigesprochenen an und schloß damit das Verfahren ab. Als Sprecher der Gesamtverteidigung beantragte nach der Verkündigung der Strafmaße Rechtsanwalt Dr. Rudolf Dix die Auf­hebung des IG-Urteils. Der Gerichts­vorsitzende lehnte jedoch den Antrag ab.

die Großmächte auf, die Berliner Kris« vor den Sicherheitsrat zu bringen.

Rekord-Flugtransport nach Berlin Berlin , 30. Juli (UP). Die amerikani­ schen Luftstreitkräfte stellten innerhalb der letzten 24 Stunden mit 322 Flügen nach Berlin einen Rekord auf. Sie beför­derten dabei 1895 Tonnen Kohle, Lebens­mittel und andere lebenswiditige Güter. Mit den britischen Luftstreitkräften zu­sammen wurden insgesamt 571 Flüge in­nerhalb der' letzten 24 Stunden dnrdige- führt und 3189 Tonnen nach Berlin ge­schafft.

Es scheint, niemand mag uns?

Bur ck in „The Chicago Times"

Unsichere Zonengrenze

Kassel , 30. Juli (DENA). Die britisch­sowjetische Zonengrenze wird in einer Uebersidit der Landpolizei Braunlage über ihre Tätigkeit in den Jahren 1945 bis 1948 als ein „Unsicherheitsgebiet erster Ord­nung“ bezeidmet. Die PolizeidienststeUen in Braunlage Und Watkehried haben in der genannten Zeit an dem rund 30 Kilo-, meter langen Zonengrenzstveifen 22 Morde und Raubmorde, 117 Raubüberfälle, 352 CFebstähle und 132 Schmuggelvcrsudie so­wie zahlreiche andere Verbrechen regi­striert.

Neues finnisches Kabinett

Helsinki , 30. Juli (UP). Die neue fin­nische Regierung Karl August Fager- holms, nur aus Mitgliedern der So­zialdemokratischen Partei und zwei parteilosen Ministem zusammenge­setzt, wurde Donnerstagabend be­kanntgegeben.

Regierungskrise auch in Ungarn

Budapest , 30. Juli (DENA). Der un­garische Staatspräsident Zoltan Tildy ist laut Reuter afri Freitag zurückge^- treten. Zuvor wurde sein Schwieger­sohn, Victor Csornoky, der am Don­nerstag als ungarischer Gesandter in Kairo zurückgetreten ist, Reuter zu-

Heute Beilage _.

der kleine Weltbürger

eine richtige zeitüngfür alle guten kindcr

folge, von der Sicherheitspolizei ver­haftet und des Hochverrats und an­derer schwerer Verbrechen beschul­digt. Als eventueller Nachfolger Til- dys wird außer dem gegenwärtigen ungarischen Gesandten in Prag , Graf Michael Karoly, noch der Vorsitzende der kommunistisch beherrschten un­garischen Arbeiterpartei, Arpad Sza- kasits, genannt.

Deutschland -Rundschau

VEREINTE WESTZONEN:

MÜNCHEN (xh). Bet der Bayernpartei Pasing suchten vier amerikanische Studen­ten um Aufnahme als Mitglieder nach. I ln einem Altersheim bet Altötting 40 neue Fälle von Typhuserkrankungen. — BAY­ REUTH . Die Spruchkammer Stadtsteinadi entlastete den ehemaligen General der In­fanterie Hermann Förtsch . — STUTTGART (fzl. Am 2. August beginnt vor der Spruch­kammer des Interniertenlagers 77 tud- v'igsburg die Berufungsverbandlung gegen Dr. Hjalmar Schacht . — HAMBURG . Der erste nach dem Kriege neugebaute Ftsch- dampfer von '400 Tonnen Uef am Donners­tag vom Stapel.

FRANZÖSISCHE ZONE :

BADEN-BADEN . In der französischen Zone können lt. SÜDENA alle Zeitungen dreimal wöchentlich erscheinen. V1ERZONENSTAOT BERIIN;

BERLIN . Zwei Arbeitsgruppen der Fal­ken helfen freiwillig eine Woche lang bet den Entladearbeiten auf dem Flugplatz Tempelhof / Der Bunker am Tiergarten wurde lt. UP endgültig gesprengt.

(Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA.)