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KARLSRUHER NEUE ZEITUNG

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2. Jahrgang / Nr. 155

Karlsruhe, Dienstag, 9. November 1948

Einzelpreis 20 Pfennig

Ost-Staaten stören Balkan -Debatte Neue Inflation in China

Henri Spaak : „Das ist ja eine systematische Sabotage unserer Arbeit“

Tschiangkaischek will noch acht Jahre weiterkämpfen

Paris , 8. Nov. (UP) Die Delegierten der Staaten des Ostblocks versuchten gm Montagnachmittag im politischen Ausschuß der Vereinten Nationen , eine endgültige Abstimmung über die Griechenland -Resolution zu verhin­dern, in der Jugoslawien , Albanien und Bulgarien besohuldtigt werden, die griechischen Aufständischen zu unterstützen. Paul Henri Spaak (Bel­ gien ),. der Vorsitzende des Ausschus­ses, rief in den Saal: „Das ist ja eine systematische Sabotage unserer Ar­beit!“ — Kaum hatte der Ausschuß damit begonnen, nach Eröffnung der

Militärberatiingen Montgomerys Melle, 8. Nov. (UP) Feldmarschall Lord Montgomery , der heute mehrere Stunden mit den drei Militärgouver- neuren Westdeutschlands und ihren militärischen Beratern konferierte, zeigte sich über das Ergebnis seiner Besprechungen sehr befriedigt.

Kommandowechsel in Berlin London , 8. Nov. (UP) Das britische Kriegsministerium gab bekannt, daß Generalmajor G. K. Bourne m'it 1 WUrkung vom 1. Januar 1949 zum Be­fehlshaber der britischen Streitkräfte in Berlin ernannt wurde. Die Ab­berufung des britischen Kommandan­ten von Berlin , Generalmajor O. E. Herbert, habe keinen politischen Hin­tergrund und werde die Haltung der britischem Militärregierung in Berlin in keiner Weise beeinflussen, erklärte laut DENA hierzu ein Beamter der britischen Militärregierung in Berlin .

Schutz für Berliner Bevölkerung Berlin , 8. Nov. (DENA) Der amerika­ nische Stadtkommandant Oberst Frank L. Howley sicherte am Montag der Bevölkerung der Berliner Westsektoren Schutz durch amerikanische Truppen und die Möglichkeit zur Durchführung der Wahlen zur Stadtverwaltung zu. In einer Konferenz mit den Bezirks-, bürgermeistern des amerikanischen •Sektors und Vertretern der demokra­tischen Parteien warnte Oberst How­ley vor 'Störungsversuchen. Im ameri­ kanischen Sektor seien genügend ame­rikanische Truppen stationiert, um die Bevölkerung gegen einen Handstreich nach Präger Muster durch bewaffneten Mob oder bewaffnete Polizei zu schüt­zen. Die Bewaffnung der Ostpolizei mit Gewehren und automatischen Waffen durch die Sowjets stehe im Widerspruch zu den alliierten Uebereinkommen.

Pressekonferenz abgebrochen Berlin , 8. Nov. (DENA) Die von dem amtierenden Oberbürgermeister Dr. Ferdinand Friedensburg für Montag einberufene Magistrats-Pressekonfe­renz mußte, nach wenigen Minuten abgebrochen werden, weil der sowje­tische Verbindungsoffizier, Hauptmann Bagnysch, einen „unfreundlichen Akt“ darin sah, daß der Leiter der Abtei­lung Arbeit, Paul Flelsohmann, auf der Konferenz referieren wollte. Der neugewählte Stadtrat Paul Fleisch­ mann verließ auf Anraten Dr. Fri-e- densburgs sofort das Stadthaus, um weiteren Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen.

Gandhis Mörder über seine Tat New Delhi, 8. Nov. (UP) Gandhis Mörder Vinyak Godse erklärte vor Gericht, die Tat sei von ihm aus eigenem Entschluß verübt worden, nicht im Namen einer Gruppe. Er sagte: „Meine Schüsse wurden auf einen Mann abgefeuert, dessen Politik den Hindus Zusammenbruch und Zerstörung gebracht hat. Gandhi war nicht ehrlich genug, die Wirkungs­losigkeit seines Grundsatzes der Ge­waltlosigkeit anzuerkennen.

Welt'Rundschau

PARIS. Sämtliche Fernflüge der fran­ zösischen Luftfahrtgesellschaft „Air France “ von Montag, 8. November, ab mußten abgesagt werden, da das Per­sonal „auf unbestimmte Zeit“ die Ar­beit niederlegen wird. (UP) — ATHEN . Die griechische Regierung hat auf An­suchen der UN die für Montag ange­setzte Hinrichtung der zehn griechi­schen Gewerkschaftler verschoben. (UP) — ROM . Der österreichische Außen­minister Dr. Gruber hatte am Montag eine längere Unterredung mit dem italienischen Außenminister Graf Carlo Sforza über außenpolitische Fragen. (UP) — TEL AVIV . Der Sprecher der israelischen Armee dementierte die Berichte, daß Israel auf dem Luftwege über die Tschechoslowakei mit Waffen und Munition versorgt worden sei. — BATAVIA . Bei einem schweren Ge­fecht, etwa 60 km südöstlich von Ba­ tavia , wurden 60 indonesische Wider­standskämpfer und zwei holländische Soldaten getötet. — LIMA . Zehn füh­rende Diplomaten wurden aus dem Dienst entlassen, weil sie in Opposi­tion zur peruanischen Regierung stän­den. Unter ihnen befindet sich auch der Vertreter Perus bei der UN , Gar- cia Sayan. (UP).

(Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA)

Nachmittagssitzung die abschnittweise Abstimmung jiber die Resolution fort­zusetzen, als 'der jugoslawische Dele­gierte an den ^Berichterstatter des Ausschusses fünfzehn Fragen richtete, die alle beantwortet wurden. Bebler zeigte sich mit den Antworten jedoch unzufrieden und forderte eine 24stün- dige Unterbrechung der Sitzung, um dem Berichterstatter Gelegenheit zu geben, genaue Antworten vorzuberei­ten. Der Ausschuß lehnte diese For­derung Beblers jedoch ab. Daraufhin stand der polnische Delegierte auf und schlug eine 48stüfidige Unterbre­chung der Griechenlanddebatte vor.

Spaak richtete dann an die Dele­gierten der osteuropäischen Staaten die Frage, was sie denn von dieser Taktik erwarteten und fügte hinzu: „Mit diesen Methoden erringen Sie, gewiß keine Sympathie“. Aber Zeit gewinnen diese Staaten. Nachdem es ihnen am Samstagabend gelungen war, die Abstimmung über die Grie­ chenland -Resolution zu verhindern, war es am Montag noch näht zur ent­scheidenden Abstimmung gekommen.

Der politische Ausschuß der Voll­versammlung der Vereinten Nationen beschuldigte am Montag nach mehr­stündiger Debatte formell die Regie­rungen Albaniens , Bulgariens und Jugoslawiens der Unterstützung der griechischen Aufständischen. Mit 47 gegen 0 Stimmen bei einer Stimm­enthaltung nahm der Ausschuß einen Hauptabschnitt der Griechenland -Re­solution an, in der die vorgenannte Beschuldigung ausgesprochen wird. Obwohl über den Rest der Resolution noch abzustimmen ist, gilt die An­nahme derselben sowohl durch den politischen Ausschuß als auch durch die Vollversammlung! als gesichert.

Sofoulis tritt noch nicht zurück

Athen , 8. Nov. (UP) Der griechische Ministerpräsident Themistikles Sofou­lis hat sich, einem Ersuchen der Po­pulisten Rechnung tragend, bereit erklärt, 9eine Rücktrittsahsichten vor­läufig zurückzustOllen und bis zum Abschluß der Verhandlungen des politischen Ausschusses der UN -Voll- versammlung über Griechenland wei­ter im Amt zu bleiben.

Bunche dementiert

Paris , 8. Nov. Der amtierende UN -Ver- mittler für Palästina, Dr. Ralph Bunche , er­klärte am Montagabend nach einer langen Besprechung mit Mitgliedern der britischen UN -Delegation, weder er noch der Leiter der UN - Waffenstillstandkommission in Palästina, General Riley, hätten jemals den Vertretern der arabischen Staaten direkt erklärt, der Krieg in Palästina sei bereits von den Juden gewonnen und es bleibe ih­nen jetzt nur übrig, sich auf dem Ver­handlungswege mit den Juden zu einigen. Bunche gab bekannt, daß die Äußerungen

Düsseldorf , 8. Nov. (DENA) Der Vor­sitzende des DGB in der britischen Zone, Dr. h. c. Hans Böckler . erklärte vor seinem Abflug zum britischen Hauptquartier in Melle einem DENA- Korrespondenten, es bestehe durchaus die Möglichkeit, daß in den Bespre­chungen mit den Militärgouverneuren eine Kompromißlösung zur Verhinde­rung des für das Bizonengebiet ge­planten Generalstreiks gefunden wer-’ den kann. Sollten jedoch die in dem Zehnpunkteprogramm der Gewerk­schaften niedergelegten Forderungen nicht erfüllt werden, so würden auch die Verhandlungen mit den Militärgou­verneuren den Streik nicht abwenden.

Der DGB-Vorsitzende gab bekannt, daß die französische Zone nicht in die geplante Streikaktion einbezogen wer­den soll. Er kündigte an, daß sich auch die Ruhrbergarbeiter und die Metall­arbeiter an dem Streik beteiligen wer­den, wenngleich er persönlich bedauere, daß dadurch etwa 300 000 Tonnen Kohle und 15 000 Tonnen Stahl weniger ge­fördert und produziert werden. Zu den Erklärungen von Wirtschaftsdirektor Prof. Dr. Ludwig Erhard und Ober­direktor Dr. Hermann Pünder . daß die Forderung der Gewerkschaften nur zu einem gewissen Teil angenommen wer­den könnten, meinte Böckler, diese Zugeständnisse seien nicht diskutabel.

Die von den Gewerkschaften im Zu­sammenhang mit der Proklamierung des Proteststreiks aufgestellten For­derungen decken sich, nach Ausführun­gen des SPD -Vorstandes. mit denen, die die SPD -Fraktion im Wirtschafts­rat immer wieder angemeldet habe. Daß es sich bei der Ankündigung des Generalstreiks um eine Demonstration zur Unterstützung dieser Gewerkschafts­forderungen handele, gehe schon aus der kurzen Befristung dieser Maß­nahme hervor. In dieser Situation, so kritisiert der SPD -Vorstand. habe die CDU es für richtig gehalten, zu inter­venieren und damit ihre Mißachtung gegenüber der wirklichen Stellung der überwiegenden Mehrheit der Bevöl-» kerung zum Ausdrude zu bringen.

Rileys den arabischen Delegierten gegen­über .ungenau“ wiedergegeben worden seien und so zu Mißverständnissen führten.

Palästina vor Sicherheitsrat Paris , 8. Nov. (UP) DeT Sicherheits­rat der Vereinten Nationen wird am Dienstag zusammentreten, um zu ent­scheiden, ob die israelischen Truppen aus den neufoesetzten Gebieten in Galiläa zurückgezogen werden müssen.

Atlantikpakt im Januar London , 8. Nov. (UP) Eir. Sprecher des Foreign Office erklärte, daß aller Wahrscheinlichkeit nach in den er­sten Januartagen des nächsten Jahres S'ieben-Mäohte-Besprechungen über den geplanten Atlantik -Pakt stattftn- den werden. Tagungsort werde ver­mutlich Washington sein.

Sowjetunion rüstet Prag . 8. Nov. (DENA-Reuter) Der sowjetische Botschafter in Prag , Silin, erklärte auf einer Feier zum 31. Jah­restag der russischen Oktoberrevolu­tion, die Sowjetunion verstärke ihr Rüstungspotential. Die von den So­wjetvölkern nach Beendigung des Krie­ges erzielten Erfolge hätten die mili­tärische Macht des Sozialismus ge­stärkt und die zum Wohlstand führende Entwicklung der „Volksdemokratien“ garantiert.

Paris , 8. Nov. (DENA-Reuter) Die Anhänger General de Gaulles erran­gen nach den am Montag veröffent­lichten Ergebnissen der Wahlen für den Rat der Republik 114 von 269 Sitzen. Die übrigen Parteien sind bis­her wie folgt verteilt: Sozialisten 47, Radikalsozialisten 46. Unabhängige 19, Kommunisten 16, Volksrepublikaner 14, Republikanische Freiheitspartei 3, Split­terparteien 7. „ ..

Die Gaullisten beanspruchen 121 Sitze, da sie einige Kandidaten, die nicht aüf der Liste de Gaulles standen, aber sein Programm befürworten, für sich mitzählen.

Die offiziellen Resultate der Wahlen für den Rat der Republik wurden von mehreren französischen Parteien und politischen- Gruppen angefochten. Die Radikalsozialisten behaupten, 50 Sitze errungen zu haben, während die Un­abhängigen Republikaner erklären, daß nach den Ergebnissen aus den über­seeischen Gebieten die Partei an die 60 Sitze haben wird. Die Sozialisten weisen in einem Kommunique darauf hin, daß die Partei ihre Stellung ver­stärken konnte. Die Ursache für den Mißerfolg der MRP und den Erfolg der Gaullisten auf Kosten der MRP sehen die Sozialisten im Einfluß der

Der Bundesvorstand des Bundesbei­rats sowie die Leiter der Ortsaus­schüsse des württemberg -badischen Ge­werkschaftsbundes treffen sich am Dienstag in Stuttgart , um die Durch­führung des vom bizonalen Gewerk­schaftsbund beschlossenen eintägigen Generalstreiks zu besprechen. Der Se­kretär des Gewerkschaftsbundes von Württemberg-Baden , Wilhelm Klein­ knecht , begrüßte die Maßnahme cte» Gewerkschaftsrates und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die aus württemberg -badischen Gewerkschafts­kreisen kommenden Forderungen be­rücksichtigt wurden.

Dr. Hans Boeckler , der erste Vorsit­zende des deutschen Gewerkschafts­bundes, erklärte am Montagabend nach seiner Rückkehr von den Verhandlun­gen mit den Militärgouverneuren Clay und Robertson im Schloß Ostenwalde bei Melle , die Militärgouverneure seien der Ansicht, daß der von den Gewerk­schaften beschlossene Generalstreik eine deutsche Angelegenheit sei, zu der sie sich noch nicht äußern wollten.

CDU/CSU gegen 25 Prozent

Frankfurt , 8. Nov. (DENA). Die CDU/ CSU-Fraktion im Wirtschaftsrat sprach sich mit Mehrheit gegen die allgemeine Ab­führung von 25 Prozent der Vorratsver­mögen aus, verlautet aus gut unterrich­teten Kreisen. Der Verwaltungsrat hatte bei seiner Beratung über den Gesetzent­wurf der Soforthilfe im Rahmen des La­stenausgleiches beschlossen, daß jeder Be­trieb 25 Prozent des Wertes der Waren abgeben muß, die er vor der Währungs­reform gegen Reichsmark eingekauft, und nachher gegen D-Mark verkauft hat.

Entlassung bis Jahresende?

Prag , 8. Nov. Nach vorliegenden Mel­dungen befindet sich ein weiterer Transport von 1580 Kriegsgefangenen aus Jugoslawien aut dem Wege nach österreich 'bzw Deutschland . Laut Be­schluß der jugos’awischen Regierung sollen bis zum Jahresende alle in Ju­ goslawien befindlichen Kriegsgefange­nen in ihre Heimat entlassen werden.

Schanghai , 8. Nov. (DENA) Noch nicht drei Monate nach Einführung seiner neuen Währung, des Goldyuan, steht China wieder mitten in einer neuen Inflation. In Schanghai ist am Montag laut Reuter der Reis fast völlig vom Markt verschwunden. Sein Preis betrug an diesem Tage das vierzigfache des Stoppreises der ver­gangenen Woche. Auch für die übri­gen Waren, von industriellen Rohstof­fen angefangen bis zu Streichhölzern sind die Preise gewaltig in die Höhe geklettert. Der Durohsehnittslohn des chinesischen Arbeiters beträgt zwi­schen 100 und 150 Goldyuan monatlich. Trotz der vielfach gezahlter. Prämien bis zu 300 Prozent des Tariflohnes bleiben die Arbeiter einkomm en durch­weg um mehrere hundert Prozent hinter den Preisen zurück.

Wie UP aus Nanking meldet, er­klärte Tsohiiangkaischek in einem Aufruf an das chinesische Volk, die Regierung sei entschlossen, den Kampf gegen die chinesischen Kommunisten weiterzuführen. Er müsse dem chine­sischen Volk mitteilen, daß es sieh auf „weitere acht Jahre des Kampfes“ gefaßt machen müsse.

Mitglieder de® Zentralrates schlugen laut Reuter eine stärkere proameri- kanisohe und antisowjetische Haltung

katholischen Kirche , die in verschie­denen Gegenden des Landes die Gläu­bigen aufgefordert haben soll, für de Gaulle zu stimmen. Der neue Rat der Republik steht nach Ansicht der Sozia­listen nicht in systematischer Opposi­tion zur Nationalversammlung. 'Sowohl die Kommunisten als auch die Volksrepublikaner haben bei den Wahlen für den Rat der Republik schwere Verluste zu beklagen. Außer der Partei de Gaulles (RPF) haben die Sozialisten und die Radikalsozialisten Gewinne zu verzeichnen. Es wird er­wartet, daß die „Mittel-Parteien“ bei der Wahl der 51 Ratsmitglieder der „Union Francaise “, die noch vor dem neuen Jahr stattfinden wird, weitere — wenn nicht alle 51 Sitze — erringen werden, so daß sie gemeinsam über die Stimmenmehrheit verfügen werden.

Maßgebende Männer der Partei de Gaulles (RPF) gaben nach ihrem Er­folg in den Wahlen zum Rat der Republik zu verstehen, daß die Partei die Regierung der „dritten Kraft“ durch systematische Vereitelung ihrer Gesetzesvorlagen im Rat der Republik zur Demission zwingen werde. Die Anhänger des Generals erklären, daß sie und ihre Verbündeten stark genug seien, um eine solche Taktik ein- schlagen zu können. Pierre de Gaulle , ,der Bruder des Generals und Vor­sitzende des SHadtrats von Paris , der selbst in den Rat der Republik ge­wählt wurde, äußerte vor der Presse die Ansicht, daß sich ein unter dem beherrschenden Einfluß der RPF ste­hendes Oberhaus im ständigen Kon­flikt mit der Nationalversammlung und der dortigen Mehrheit der Mittel­parteien befinden und der Regierung die Gesetzgebung fast unmöglich machen werde.

Regierungskrise in Syrien

Damaskus , 8. Nov. (UP) Der am Mon­tag erfolgte Rücktritt von drei Mini­stern der Nationalen Partei hat in Sy­ rien die Gefahr einer Regierungskrise heraufbeschworen. Obwohl der Rück­tritt nicht im unmittelbaren Zusam­menhang mit der Palästinafrage steht, fürchtet man den Rücktritt der ge-

Stuttgart , 8. Nov. (DENA) Der Sech­serausschuß zur Vorbereitung eines Staatsvertrages über die Vereinigung der drei südwestdeutschen Länder, der erstmalig am Mittwoch in Tübin­ gen Zusammentritt, wird sich ledig­lich mit grundsätzlichen Fragen des vorgesehenen Staatsvertrages befas­sen. Es! wird zumindest als sehr frag­lich bezeichnet, ob dabei greifbare Ergebnisse erzielt werden. Auch der Vorsitz dieser Konferenz steht bis zur Stunde noch nicht fest.

Die Aussichten der Beratungen des Sechserausschusses werden laut £Jü- dena in unterrichteten Kreisen teil­weise pessimistieh beurteilt. Südbaden wolle, so heißt es, nach seinen bis­herigen Verlautbarungen den Lan­desbezirken Baden und Württemberg in dem neuen Staatswesen eine so selbständige Stellung bewahren, daß bezweifelt werden könne, ob der Süd­weststaat überhaupt ein wirksames Staatsleben zu entwickeln ir. der Lage sei. Die beiden anderen Län­der dagegen stellten sich den Süd­weststaat zwar dezentralisiert, aber

vor, um die Unterstützung und Sym­pathie der Welt für China zu sichern. Der Generalissimus erwiderte darauf, bei der Behandlung der auswärtigen Beziehungen müsse man Vorsicht wal­ten lassen, und wies damit indirekt die Anregung zurück, daß China den chinesisch-sowjetischen Freundschafts-. und Beistandspakt annullieren solle.

Gut ausgerüstete Regierungs truppen ' verstärkten inzwischen den Verteid'i- gungsgürtal um das wichtige Gebiet' von Hsuetschou—Pengpu, etwa 360 km ' nordöstlich von Nanking. Nach chine­sischen Berichten eroberten Regie­rungstruppen zwei der größten kom­ munistischen Stützpunkte im Norden der Provinz Anhwei und die Stadt' Szehsien, 95 km südöstlich von Hsue- tsehou, zurück. Auch aus Nordehin*' werden Erfolge der Regierungstrup­pen gemeldet. Der Eisenbahnknoten- ■ Punkt Tschangli, 65 km südwestlich der großen Mauer, und die Stadt Sanhaikuan wurden ohne Kampf ge­nommen. Damit soll die gesamte Bahnstrecke zwischen T'entsin und der großen Mauer gesäubert sein.

Offizielle Kreise Nankings demen­tierten laut AFP Berichte, wonach die Stadt Schanghai zu einer inter­nationalen Zone erklärt und unter ausländische Kontrolle gestellt wird.

samten syrischen Regierung, da sich das gegenwärtige Kabinett Dschemil Mardam Beys nur mit Unterstützung der Unabhängigen und der Nationalen Partei halten kann.

Südwestfunk in deutsche Hände

Baden-Baden , 8. Nov. (DENA) itit zwei Verordnungen hat laut Süden® die französische Militärregierung den Rundfunk in der französischen Zone in deutsche Verwaltung übergeben. Durch die Verordnung Nr. 187 wurde eine selbständige Gemeinnützige Rund­funk-Anstalt des öffentl. Rechts unter dem Namen „Südwestfunk “ errichtet, deren Tätigkeitsbereich sich über die gesamte französische Zone erstreckt. Die Selbstverwaltung der Anstalt ob­liegt einem Rundfunkrat, einem Ver­waltungsrat und dem Intendanten.

Internierte fordern Freilassung

Nürnberg , 8. Nov. (DENA) Die 250 Insassen des einzigen bayerischen In­ternierung®- und Arbeitslager® Nüra- berg-Langwasser forderten in einer der Presse am Montag übergebenen Resolution, die an das Gewissen der Welt, der Besatzungsmacht und der bayerischen Regierung gerichtet ist, mit einer Entnazifizierung Schluß zu machen, die nichts mehr von ihrem ursprünglichen Sinn habe. Die Inter­nierten baten, zu ihren Familien ’zu- rückkehren und am Wiederaufbau Deutschlands endlich wieder Mitarbei­ten zu dürfen. — Bei den im Lager Langwasser befindlichen Personen handelt es sich ausnahmslos um sol­che, die auf Grund ihrer früheren hohen Funktionen schwer belastet sind oder bereits durch die Spruch­kammer als Hauptschuldige bzw. Ak­tivisten eingestuft wurden.

Ludwigsburg , 8. Nov. (DENA) Der oberste Kläger des württemberg -badi­schen Intemiertenlagers Ludwigs­ burg , De. Helmut Leitenberger, er­klärte, daß es in Württemberg-Baden keine Internierten mehr gebe, son­dern lediglich Personen, die rechts­kräftig zu Arbeitslager verurteilt wurden oder solche, die auf Grund eines Haftbefehls festgehalten werden.

doch als ein leistungsfähiges Staats­wesen vor.

20 Jahre Zuchthaus

Rastatt , 8. Nov. (SAZ) Das Gericht der 1. Instanz zur Aburteilung von Kriegsverbrechern bestrafte den ehe­maligen Hilfsgendarmen Friedrich Höne aus Nottuln (Westfalen ) wegen Mordes zu 20 Jahren Zuchthaus. Höne hatte Anfang 1945 einen abgesprun­genen französischen Flieger in einer Gefängniszelle erschossen. Der Ange­klagte gab an, der Kriegsgefangene habe unter Anwendung von Gewalt einen Ausbruchsversuch unternom­men. so daß er von seiner Waffe Ge­brauch machen mußte. Tatzeugen wa­ren nicht vorhanden. tk.

Neue Münzen

Frankfurt , 8. Nov. (DENA) Nach Mitteilung der Bank deutscher Län­ der werden in absehbarer Zeit neue Kleingeldmünzen in Westdeutschland io Umlauf gebracht. Die neuen Mün­zen gleichen den vor dem Krieg in Umlauf befindlichen Kupfermünzen.

Heute Entscheidung über Generalstreik

Durchführung von möglicher Kompromißlösung abhängig

Gaullisten führen im Rat der Republik

Schwere Verluste der Volksrepublikaner und Kommunisten— Wahl wird angefochten

Pessimistische Vorzeichen der Tübinger Tagung

Bleibt Südbaden auf seinen Forderungen nach Selbständigkeit bestehen?