KARLSRUHER NEUE ZEITUNG
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2. Jahrgang / Nr. 155
Karlsruhe, Dienstag, 9. November 1948
Einzelpreis 20 Pfennig
Tschiangkaischek will noch acht Jahre weiterkämpfen
Paris , 8. Nov. (UP) Die Delegierten der Staaten des Ostblocks versuchten gm Montagnachmittag im politischen Ausschuß der Vereinten Nationen , eine endgültige Abstimmung über die Griechenland -Resolution zu verhindern, in der Jugoslawien , Albanien und Bulgarien besohuldtigt werden, die griechischen Aufständischen zu unterstützen. Paul Henri Spaak (Bel gien ),. der Vorsitzende des Ausschusses, rief in den Saal: „Das ist ja eine systematische Sabotage unserer Arbeit!“ — Kaum hatte der Ausschuß damit begonnen, nach Eröffnung der
Militärberatiingen Montgomerys Melle, 8. Nov. (UP) Feldmarschall Lord Montgomery , der heute mehrere Stunden mit den drei Militärgouver- neuren Westdeutschlands und ihren militärischen Beratern konferierte, zeigte sich über das Ergebnis seiner Besprechungen sehr befriedigt.
Kommandowechsel in Berlin London , 8. Nov. (UP) Das britische Kriegsministerium gab bekannt, daß Generalmajor G. K. Bourne m'it 1 WUrkung vom 1. Januar 1949 zum Befehlshaber der britischen Streitkräfte in Berlin ernannt wurde. Die Abberufung des britischen Kommandanten von Berlin , Generalmajor O. E. Herbert, habe keinen politischen Hintergrund und werde die Haltung der britischem Militärregierung in Berlin in keiner Weise beeinflussen, erklärte laut DENA hierzu ein Beamter der britischen Militärregierung in Berlin .
Schutz für Berliner Bevölkerung Berlin , 8. Nov. (DENA) Der amerika nische Stadtkommandant Oberst Frank L. Howley sicherte am Montag der Bevölkerung der Berliner Westsektoren Schutz durch amerikanische Truppen und die Möglichkeit zur Durchführung der Wahlen zur Stadtverwaltung zu. In einer Konferenz mit den Bezirks-, bürgermeistern des amerikanischen •Sektors und Vertretern der demokratischen Parteien warnte Oberst Howley vor 'Störungsversuchen. Im ameri kanischen Sektor seien genügend amerikanische Truppen stationiert, um die Bevölkerung gegen einen Handstreich nach Präger Muster durch bewaffneten Mob oder bewaffnete Polizei zu schützen. Die Bewaffnung der Ostpolizei mit Gewehren und automatischen Waffen durch die Sowjets stehe im Widerspruch zu den alliierten Uebereinkommen.
Pressekonferenz abgebrochen Berlin , 8. Nov. (DENA) Die von dem amtierenden Oberbürgermeister Dr. Ferdinand Friedensburg für Montag einberufene Magistrats-Pressekonferenz mußte, nach wenigen Minuten abgebrochen werden, weil der sowjetische Verbindungsoffizier, Hauptmann Bagnysch, einen „unfreundlichen Akt“ darin sah, daß der Leiter der Abteilung Arbeit, Paul Flelsohmann, auf der Konferenz referieren wollte. Der neugewählte Stadtrat Paul Fleisch mann verließ auf Anraten Dr. Fri-e- densburgs sofort das Stadthaus, um weiteren Schwierigkeiten aus dem Wege zu gehen.
Gandhis Mörder über seine Tat New Delhi, 8. Nov. (UP) Gandhis Mörder Vinyak Godse erklärte vor Gericht, die Tat sei von ihm aus eigenem Entschluß verübt worden, nicht im Namen einer Gruppe. Er sagte: „Meine Schüsse wurden auf einen Mann abgefeuert, dessen Politik den Hindus Zusammenbruch und Zerstörung gebracht hat. Gandhi war nicht ehrlich genug, die Wirkungslosigkeit seines Grundsatzes der Gewaltlosigkeit anzuerkennen.
Welt'Rundschau
PARIS. Sämtliche Fernflüge der fran zösischen Luftfahrtgesellschaft „Air France “ von Montag, 8. November, ab mußten abgesagt werden, da das Personal „auf unbestimmte Zeit“ die Arbeit niederlegen wird. (UP) — ATHEN . Die griechische Regierung hat auf Ansuchen der UN die für Montag angesetzte Hinrichtung der zehn griechischen Gewerkschaftler verschoben. (UP) — ROM . Der österreichische Außenminister Dr. Gruber hatte am Montag eine längere Unterredung mit dem italienischen Außenminister Graf Carlo Sforza über außenpolitische Fragen. (UP) — TEL AVIV . Der Sprecher der israelischen Armee dementierte die Berichte, daß Israel auf dem Luftwege über die Tschechoslowakei mit Waffen und Munition versorgt worden sei. — BATAVIA . Bei einem schweren Gefecht, etwa 60 km südöstlich von Ba tavia , wurden 60 indonesische Widerstandskämpfer und zwei holländische Soldaten getötet. — LIMA . Zehn führende Diplomaten wurden aus dem Dienst entlassen, weil sie in Opposition zur peruanischen Regierung ständen. Unter ihnen befindet sich auch der Vertreter Perus bei der UN , Gar- cia Sayan. (UP).
(Alle nicht gezeichneten Nachrichten: DENA)
Nachmittagssitzung die abschnittweise Abstimmung jiber die Resolution fortzusetzen, als 'der jugoslawische Delegierte an den ^Berichterstatter des Ausschusses fünfzehn Fragen richtete, die alle beantwortet wurden. Bebler zeigte sich mit den Antworten jedoch unzufrieden und forderte eine 24stün- dige Unterbrechung der Sitzung, um dem Berichterstatter Gelegenheit zu geben, genaue Antworten vorzubereiten. Der Ausschuß lehnte diese Forderung Beblers jedoch ab. Daraufhin stand der polnische Delegierte auf und schlug eine 48stüfidige Unterbrechung der Griechenlanddebatte vor.
Spaak richtete dann an die Delegierten der osteuropäischen Staaten die Frage, was sie denn von dieser Taktik erwarteten und fügte hinzu: „Mit diesen Methoden erringen Sie, gewiß keine Sympathie“. Aber Zeit gewinnen diese Staaten. Nachdem es ihnen am Samstagabend gelungen war, die Abstimmung über die Grie chenland -Resolution zu verhindern, war es am Montag noch näht zur entscheidenden Abstimmung gekommen.
Der politische Ausschuß der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschuldigte am Montag nach mehrstündiger Debatte formell die Regierungen Albaniens , Bulgariens und Jugoslawiens der Unterstützung der griechischen Aufständischen. Mit 47 gegen 0 Stimmen bei einer Stimmenthaltung nahm der Ausschuß einen Hauptabschnitt der Griechenland -Resolution an, in der die vorgenannte Beschuldigung ausgesprochen wird. Obwohl über den Rest der Resolution noch abzustimmen ist, gilt die Annahme derselben sowohl durch den politischen Ausschuß als auch durch die Vollversammlung! als gesichert.
Sofoulis tritt noch nicht zurück
Athen , 8. Nov. (UP) Der griechische Ministerpräsident Themistikles Sofoulis hat sich, einem Ersuchen der Populisten Rechnung tragend, bereit erklärt, 9eine Rücktrittsahsichten vorläufig zurückzustOllen und bis zum Abschluß der Verhandlungen des politischen Ausschusses der UN -Voll- versammlung über Griechenland weiter im Amt zu bleiben.
Paris , 8. Nov. Der amtierende UN -Ver- mittler für Palästina, Dr. Ralph Bunche , erklärte am Montagabend nach einer langen Besprechung mit Mitgliedern der britischen UN -Delegation, weder er noch der Leiter der UN - Waffenstillstandkommission in Palästina, General Riley, hätten jemals den Vertretern der arabischen Staaten direkt erklärt, der Krieg in Palästina sei bereits von den Juden gewonnen und es bleibe ihnen jetzt nur übrig, sich auf dem Verhandlungswege mit den Juden zu einigen. Bunche gab bekannt, daß die Äußerungen
Düsseldorf , 8. Nov. (DENA) Der Vorsitzende des DGB in der britischen Zone, Dr. h. c. Hans Böckler . erklärte vor seinem Abflug zum britischen Hauptquartier in Melle einem DENA- Korrespondenten, es bestehe durchaus die Möglichkeit, daß in den Besprechungen mit den Militärgouverneuren eine Kompromißlösung zur Verhinderung des für das Bizonengebiet geplanten Generalstreiks gefunden wer-’ den kann. Sollten jedoch die in dem Zehnpunkteprogramm der Gewerkschaften niedergelegten Forderungen nicht erfüllt werden, so würden auch die Verhandlungen mit den Militärgouverneuren den Streik nicht abwenden.
Der DGB-Vorsitzende gab bekannt, daß die französische Zone nicht in die geplante Streikaktion einbezogen werden soll. Er kündigte an, daß sich auch die Ruhrbergarbeiter und die Metallarbeiter an dem Streik beteiligen werden, wenngleich er persönlich bedauere, daß dadurch etwa 300 000 Tonnen Kohle und 15 000 Tonnen Stahl weniger gefördert und produziert werden. Zu den Erklärungen von Wirtschaftsdirektor Prof. Dr. Ludwig Erhard und Oberdirektor Dr. Hermann Pünder . daß die Forderung der Gewerkschaften nur zu einem gewissen Teil angenommen werden könnten, meinte Böckler, diese Zugeständnisse seien nicht diskutabel.
Die von den Gewerkschaften im Zusammenhang mit der Proklamierung des Proteststreiks aufgestellten Forderungen decken sich, nach Ausführungen des SPD -Vorstandes. mit denen, die die SPD -Fraktion im Wirtschaftsrat immer wieder angemeldet habe. Daß es sich bei der Ankündigung des Generalstreiks um eine Demonstration zur Unterstützung dieser Gewerkschaftsforderungen handele, gehe schon aus der kurzen Befristung dieser Maßnahme hervor. In dieser Situation, so kritisiert der SPD -Vorstand. habe die CDU es für richtig gehalten, zu intervenieren und damit ihre Mißachtung gegenüber der wirklichen Stellung der überwiegenden Mehrheit der Bevöl-» kerung zum Ausdrude zu bringen.
Rileys den arabischen Delegierten gegenüber .ungenau“ wiedergegeben worden seien und so zu Mißverständnissen führten.
Palästina vor Sicherheitsrat Paris , 8. Nov. (UP) DeT Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird am Dienstag zusammentreten, um zu entscheiden, ob die israelischen Truppen aus den neufoesetzten Gebieten in Galiläa zurückgezogen werden müssen.
Atlantikpakt im Januar London , 8. Nov. (UP) Eir. Sprecher des Foreign Office erklärte, daß aller Wahrscheinlichkeit nach in den ersten Januartagen des nächsten Jahres S'ieben-Mäohte-Besprechungen über den geplanten Atlantik -Pakt stattftn- den werden. Tagungsort werde vermutlich Washington sein.
Sowjetunion rüstet Prag . 8. Nov. (DENA-Reuter) Der sowjetische Botschafter in Prag , Silin, erklärte auf einer Feier zum 31. Jahrestag der russischen Oktoberrevolution, die Sowjetunion verstärke ihr Rüstungspotential. Die von den Sowjetvölkern nach Beendigung des Krieges erzielten Erfolge hätten die militärische Macht des Sozialismus gestärkt und die zum Wohlstand führende Entwicklung der „Volksdemokratien“ garantiert.
Paris , 8. Nov. (DENA-Reuter) Die Anhänger General de Gaulles errangen nach den am Montag veröffentlichten Ergebnissen der Wahlen für den Rat der Republik 114 von 269 Sitzen. Die übrigen Parteien sind bisher wie folgt verteilt: Sozialisten 47, Radikalsozialisten 46. Unabhängige 19, Kommunisten 16, Volksrepublikaner 14, Republikanische Freiheitspartei 3, Splitterparteien 7. „ ..
Die Gaullisten beanspruchen 121 Sitze, da sie einige Kandidaten, die nicht aüf der Liste de Gaulles standen, aber sein Programm befürworten, für sich mitzählen.
Die offiziellen Resultate der Wahlen für den Rat der Republik wurden von mehreren französischen Parteien und politischen- Gruppen angefochten. Die Radikalsozialisten behaupten, 50 Sitze errungen zu haben, während die Unabhängigen Republikaner erklären, daß nach den Ergebnissen aus den überseeischen Gebieten die Partei an die 60 Sitze haben wird. Die Sozialisten weisen in einem Kommunique darauf hin, daß die Partei ihre Stellung verstärken konnte. Die Ursache für den Mißerfolg der MRP und den Erfolg der Gaullisten auf Kosten der MRP sehen die Sozialisten im Einfluß der
Der Bundesvorstand des Bundesbeirats sowie die Leiter der Ortsausschüsse des württemberg -badischen Gewerkschaftsbundes treffen sich am Dienstag in Stuttgart , um die Durchführung des vom bizonalen Gewerkschaftsbund beschlossenen eintägigen Generalstreiks zu besprechen. Der Sekretär des Gewerkschaftsbundes von Württemberg-Baden , Wilhelm Klein knecht , begrüßte die Maßnahme cte» Gewerkschaftsrates und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die aus württemberg -badischen Gewerkschaftskreisen kommenden Forderungen berücksichtigt wurden.
Dr. Hans Boeckler , der erste Vorsitzende des deutschen Gewerkschaftsbundes, erklärte am Montagabend nach seiner Rückkehr von den Verhandlungen mit den Militärgouverneuren Clay und Robertson im Schloß Ostenwalde bei Melle , die Militärgouverneure seien der Ansicht, daß der von den Gewerkschaften beschlossene Generalstreik eine deutsche Angelegenheit sei, zu der sie sich noch nicht äußern wollten.
CDU/CSU gegen 25 Prozent
Frankfurt , 8. Nov. (DENA). Die CDU/ CSU-Fraktion im Wirtschaftsrat sprach sich mit Mehrheit gegen die allgemeine Abführung von 25 Prozent der Vorratsvermögen aus, verlautet aus gut unterrichteten Kreisen. Der Verwaltungsrat hatte bei seiner Beratung über den Gesetzentwurf der Soforthilfe im Rahmen des Lastenausgleiches beschlossen, daß jeder Betrieb 25 Prozent des Wertes der Waren abgeben muß, die er vor der Währungsreform gegen Reichsmark eingekauft, und nachher gegen D-Mark verkauft hat.
Entlassung bis Jahresende?
Prag , 8. Nov. Nach vorliegenden Meldungen befindet sich ein weiterer Transport von 1580 Kriegsgefangenen aus Jugoslawien aut dem Wege nach österreich 'bzw Deutschland . Laut Beschluß der jugos’awischen Regierung sollen bis zum Jahresende alle in Ju goslawien befindlichen Kriegsgefangenen in ihre Heimat entlassen werden.
Schanghai , 8. Nov. (DENA) Noch nicht drei Monate nach Einführung seiner neuen Währung, des Goldyuan, steht China wieder mitten in einer neuen Inflation. In Schanghai ist am Montag laut Reuter der Reis fast völlig vom Markt verschwunden. Sein Preis betrug an diesem Tage das vierzigfache des Stoppreises der vergangenen Woche. Auch für die übrigen Waren, von industriellen Rohstoffen angefangen bis zu Streichhölzern sind die Preise gewaltig in die Höhe geklettert. Der Durohsehnittslohn des chinesischen Arbeiters beträgt zwischen 100 und 150 Goldyuan monatlich. Trotz der vielfach gezahlter. Prämien bis zu 300 Prozent des Tariflohnes bleiben die Arbeiter einkomm en durchweg um mehrere hundert Prozent hinter den Preisen zurück.
Wie UP aus Nanking meldet, erklärte Tsohiiangkaischek in einem Aufruf an das chinesische Volk, die Regierung sei entschlossen, den Kampf gegen die chinesischen Kommunisten weiterzuführen. Er müsse dem chinesischen Volk mitteilen, daß es sieh auf „weitere acht Jahre des Kampfes“ gefaßt machen müsse.
Mitglieder de® Zentralrates schlugen laut Reuter eine stärkere proameri- kanisohe und antisowjetische Haltung
katholischen Kirche , die in verschiedenen Gegenden des Landes die Gläubigen aufgefordert haben soll, für de Gaulle zu stimmen. Der neue Rat der Republik steht nach Ansicht der Sozialisten nicht in systematischer Opposition zur Nationalversammlung. 'Sowohl die Kommunisten als auch die Volksrepublikaner haben bei den Wahlen für den Rat der Republik schwere Verluste zu beklagen. Außer der Partei de Gaulles (RPF) haben die Sozialisten und die Radikalsozialisten Gewinne zu verzeichnen. Es wird erwartet, daß die „Mittel-Parteien“ bei der Wahl der 51 Ratsmitglieder der „Union Francaise “, die noch vor dem neuen Jahr stattfinden wird, weitere — wenn nicht alle 51 Sitze — erringen werden, so daß sie gemeinsam über die Stimmenmehrheit verfügen werden.
Maßgebende Männer der Partei de Gaulles (RPF) gaben nach ihrem Erfolg in den Wahlen zum Rat der Republik zu verstehen, daß die Partei die Regierung der „dritten Kraft“ durch systematische Vereitelung ihrer Gesetzesvorlagen im Rat der Republik zur Demission zwingen werde. Die Anhänger des Generals erklären, daß sie und ihre Verbündeten stark genug seien, um eine solche Taktik ein- schlagen zu können. Pierre de Gaulle , ,der Bruder des Generals und Vorsitzende des SHadtrats von Paris , der selbst in den Rat der Republik gewählt wurde, äußerte vor der Presse die Ansicht, daß sich ein unter dem beherrschenden Einfluß der RPF stehendes Oberhaus im ständigen Konflikt mit der Nationalversammlung und der dortigen Mehrheit der Mittelparteien befinden und der Regierung die Gesetzgebung fast unmöglich machen werde.
Damaskus , 8. Nov. (UP) Der am Montag erfolgte Rücktritt von drei Ministern der Nationalen Partei hat in Sy rien die Gefahr einer Regierungskrise heraufbeschworen. Obwohl der Rücktritt nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Palästinafrage steht, fürchtet man den Rücktritt der ge-
Stuttgart , 8. Nov. (DENA) Der Sechserausschuß zur Vorbereitung eines Staatsvertrages über die Vereinigung der drei südwestdeutschen Länder, der erstmalig am Mittwoch in Tübin gen Zusammentritt, wird sich lediglich mit grundsätzlichen Fragen des vorgesehenen Staatsvertrages befassen. Es! wird zumindest als sehr fraglich bezeichnet, ob dabei greifbare Ergebnisse erzielt werden. Auch der Vorsitz dieser Konferenz steht bis zur Stunde noch nicht fest.
Die Aussichten der Beratungen des Sechserausschusses werden laut £Jü- dena in unterrichteten Kreisen teilweise pessimistieh beurteilt. Südbaden wolle, so heißt es, nach seinen bisherigen Verlautbarungen den Landesbezirken Baden und Württemberg in dem neuen Staatswesen eine so selbständige Stellung bewahren, daß bezweifelt werden könne, ob der Südweststaat überhaupt ein wirksames Staatsleben zu entwickeln ir. der Lage sei. Die beiden anderen Länder dagegen stellten sich den Südweststaat zwar dezentralisiert, aber
vor, um die Unterstützung und Sympathie der Welt für China zu sichern. Der Generalissimus erwiderte darauf, bei der Behandlung der auswärtigen Beziehungen müsse man Vorsicht walten lassen, und wies damit indirekt die Anregung zurück, daß China den chinesisch-sowjetischen Freundschafts-. und Beistandspakt annullieren solle.
Gut ausgerüstete Regierungs truppen ' verstärkten inzwischen den Verteid'i- gungsgürtal um das wichtige Gebiet' von Hsuetschou—Pengpu, etwa 360 km ' nordöstlich von Nanking. Nach chinesischen Berichten eroberten Regierungstruppen zwei der größten kom munistischen Stützpunkte im Norden der Provinz Anhwei und die Stadt' Szehsien, 95 km südöstlich von Hsue- tsehou, zurück. Auch aus Nordehin*' werden Erfolge der Regierungstruppen gemeldet. Der Eisenbahnknoten- ■ Punkt Tschangli, 65 km südwestlich der großen Mauer, und die Stadt Sanhaikuan wurden ohne Kampf genommen. Damit soll die gesamte Bahnstrecke zwischen T'entsin und der großen Mauer gesäubert sein.
Offizielle Kreise Nankings dementierten laut AFP Berichte, wonach die Stadt Schanghai zu einer internationalen Zone erklärt und unter ausländische Kontrolle gestellt wird.
samten syrischen Regierung, da sich das gegenwärtige Kabinett Dschemil Mardam Beys nur mit Unterstützung der Unabhängigen und der Nationalen Partei halten kann.
Baden-Baden , 8. Nov. (DENA) itit zwei Verordnungen hat laut Süden® die französische Militärregierung den Rundfunk in der französischen Zone in deutsche Verwaltung übergeben. Durch die Verordnung Nr. 187 wurde eine selbständige Gemeinnützige Rundfunk-Anstalt des öffentl. Rechts unter dem Namen „Südwestfunk “ errichtet, deren Tätigkeitsbereich sich über die gesamte französische Zone erstreckt. Die Selbstverwaltung der Anstalt obliegt einem Rundfunkrat, einem Verwaltungsrat und dem Intendanten.
Internierte fordern Freilassung
Nürnberg , 8. Nov. (DENA) Die 250 Insassen des einzigen bayerischen Internierung®- und Arbeitslager® Nüra- berg-Langwasser forderten in einer der Presse am Montag übergebenen Resolution, die an das Gewissen der Welt, der Besatzungsmacht und der bayerischen Regierung gerichtet ist, mit einer Entnazifizierung Schluß zu machen, die nichts mehr von ihrem ursprünglichen Sinn habe. Die Internierten baten, zu ihren Familien ’zu- rückkehren und am Wiederaufbau Deutschlands endlich wieder Mitarbeiten zu dürfen. — Bei den im Lager Langwasser befindlichen Personen handelt es sich ausnahmslos um solche, die auf Grund ihrer früheren hohen Funktionen schwer belastet sind oder bereits durch die Spruchkammer als Hauptschuldige bzw. Aktivisten eingestuft wurden.
Ludwigsburg , 8. Nov. (DENA) Der oberste Kläger des württemberg -badischen Intemiertenlagers Ludwigs burg , De. Helmut Leitenberger, erklärte, daß es in Württemberg-Baden keine Internierten mehr gebe, sondern lediglich Personen, die rechtskräftig zu Arbeitslager verurteilt wurden oder solche, die auf Grund eines Haftbefehls festgehalten werden.
doch als ein leistungsfähiges Staatswesen vor.
20 Jahre Zuchthaus
Rastatt , 8. Nov. (SAZ) Das Gericht der 1. Instanz zur Aburteilung von Kriegsverbrechern bestrafte den ehemaligen Hilfsgendarmen Friedrich Höne aus Nottuln (Westfalen ) wegen Mordes zu 20 Jahren Zuchthaus. Höne hatte Anfang 1945 einen abgesprungenen französischen Flieger in einer Gefängniszelle erschossen. Der Angeklagte gab an, der Kriegsgefangene habe unter Anwendung von Gewalt einen Ausbruchsversuch unternommen. so daß er von seiner Waffe Gebrauch machen mußte. Tatzeugen waren nicht vorhanden. tk.
Neue Münzen
Frankfurt , 8. Nov. (DENA) Nach Mitteilung der Bank deutscher Län der werden in absehbarer Zeit neue Kleingeldmünzen in Westdeutschland io Umlauf gebracht. Die neuen Münzen gleichen den vor dem Krieg in Umlauf befindlichen Kupfermünzen.
Heute Entscheidung über Generalstreik
Durchführung von möglicher Kompromißlösung abhängig
Gaullisten führen im Rat der Republik
Schwere Verluste der Volksrepublikaner und Kommunisten— Wahl wird angefochten