ilontag, 31. Januar 1949
S AZ
Nummer 22 / Seit* t
Blick ins Ausland
Zweite Hauptpokalrunde in England
Nicht alle 16 Spiele der zweiten Pokalfunde "brachten die erwarteten Ergebnisse. Im Titanenkampf Derby County — Arsenal wurden die favorisierten Londoner knapp mit 1:0 besiegt. Zu den Ueberraschungen gehören aber auch die 1:2-Jdeimniederlage des sechsfachen Cupgewinners Aston Villa gegen das zweitklassige Cardiff und das 1:1, das Bradford beim Pokalhalter Manchester UTD herausspielte. Dt*?r Tabellenführer der ersten Division Portsmouth kam durch einen 2:1-Sieg über Sheffield Wednesday eine Runde weiter. Die übrigen Ergebnisse: Brentford — Torquai 1:0, Chelsea —p Everton 2$, Gateshead — Westbromwich Albion 1:3, Grimsby — Hüll 2:3, Leicester — Preston Northend 2:0, Liverpool — Notts County 1:0, Luton — Walsall 4:0, Newport — Huddersfield 3:3, Rotherham — Burnley 0:1, Sheffield UTD — Wolverhampton 0:3, Stoke City —- Blackpool 1:1, Yeovil Town — Sunderland 1:1.
Kurz und bunt
Bobexweltmeister Hans Kilian verzichtet« ln einem an die AAU gerichteten Telegramm auf die Teilnahme an den Bobweltmeisterschaften in Lake Placid . Di« Ablehnung durch das amerikanische Außenministerium war Kilian zur Zeit der Absendung des Telegramms noch nicht bekannt.
Die deutschen Meisterschaften im Zweier- und Vierer-Bob sind auf den 8. und 9. Februar, die süddeutschen Meisterschaften auf den 6. und 7. Februar vorverlegt worden.
HC Augsburg besiegte im Eishockey- Punktspiel den Oberliganeuling EK Köln nur knapp mit 3:2 Toren.
Marcel Cerdan , Boxweltmeister im Mittelgewicht, wird am 28. Februar in Lon don auf den britischen Meister Dick Tur- bin treffen. Der Kampf geht nicht um den Titel.
Die europäisch« Motorsportsaison wurde wie jedes Jahr mit der großen Sternfahrt nach Monte Carlo eingeleitel.
49 Wagen führten die 3000 km Sternfahrt ohne Strafpunkte durch. Insgesamt m erkannt. —
J. Trevonx und M. Lesurge (Frankreich ), die in Lissabonn starteten, wurden zu Siegern der Monte Carlo-Sternfahrt erklärt, waren 167 Wagen nach Monte Carlo gekommen, doch wurden allen übrigen Wagen nach Ueberprüfung Strafpunkte zu- Die Fahrer hatten bereits die Monte Carlo- Sternfahrt 1939 gewonnen.
26 Länder werden am diesjährigen Daviscup-Wettbewerb teilnehmen.
Die deutschen Elnsschnellauf-Melster- schaften werden am 5. und 6. Februar auf dem Tegernsee ausgetragen.
Jean P. Wimille tödlich verunglückt
Beim Training für das internationale Automobilrennen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires kam der bekannte französische Rennfahrer Wimille mit seinem neuen Simca-Rennwagen ins*, Schleudern und raste gegen eine Böschung. Dabei wurde das Fahrzeug vollständig zertrümmert. Wenige Stunden später starb Wimille an den Folgen, die er sich bei diesem schweren Sturz zugezogen hatte.
Mit Wimille verlor der internationale Rennsport einen seiner besten Fahrer. Seit Kriegsende gewann der Franzose folgende großen. Wettbewerbe: 1946 auf Alfa Romeo den «Großen Preis von Frankreich : 1947 auf Alfa Romeo den .Großen Preis der Schweiz “ und den .Großen Preis von Eu ropa " in Francochamps, wobei ihm auch eine Verbesserung des von Hermann Lang gehaltenen Rundenrekords gelang.
Die größten Erfolge aber errang er zweifelsohne im letzten Jahre. Den schönsten Sieg feierte er beim .Großen Preis von Italien “ in Turin , den er bei strömendem Regen, kühn und verwegen fahrend, mit der ihm eigenen Sicherheit gewann. Den .Großen Preis von Monza" und den .Großen Preis von Argentinien ’ konnte Wimille, der allgemein als unbestrittener Europameister 1948 betrachtet wird, ebenfalls gewinnen.
„MUSIK-TOTO" MIT
.Toto* ist heute Trumpf, ist ein von magischen Geheimnissen umwobener. Begriff, in dem alles oder nichts, Verheißung oder Enttäuschung liegt. .Toto“ schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Es bietet Gewinnchancen und kitzelt somit unser Nervenbündel an der empfindlichsten Stelle, hält Tausende für Stunden in atemloser Spannung, in hoffnungsfreudigem Warten, um dann doch nur einige wenige zu beglücken und füllt dem Staat auf höchst einfache Art den Geldsäckel. „Toto" dient also allgemeinen wie persönlichen Interessen, ist eine Art Vergnügungssteuer, die einen kleinen Rabatt abwirft und ist als staatliche Finanzhilfe ein besserer und zugkräftigerer „Knüppel aus dem Sack*, als jede Einkommensteuererklärung.
Auch das Badische Staatstheater hat sich vergangene Woche nicht seines prickelnden Reizes entziehen können. Aber lag es nun an den zu geringen Gewinfimöglich- keiten oder auch daran, daß das Gefühl für Fußball in unserer Zeit eben doch ausgeprägter ist als das für Kunst, jedenfalls dürfte das „Musik-Toto" dem Badischen Staatstheater nicht den gleichen - Kassenerfolg gebracht haben, wie das Fußballtoto unserem lieben Vater Staat. Schade, wirklich schade, denn nach dem, was wir sahen und hörten, wäre das dem Theater zu gönnen gewesen. Arthur Chwalek hatte das kleine Preisraten mit sehr viel Humor und feinen Pointen aufgezogen, die allein schon — ganz abgesehen von den einzelnen Gesangs- und Tanzdarbietungen — manchen Heiterkeitserfolg für sich auslösten. Gespannt darf man allerdings darauf sein, wer die glücklichen Gewinner der Veranstaltung sind. Wer auf jeden • Fall der Meinung ist, daß Kenntnisse von Mozart bis Cocteau ausgereicht hätten, um sich aus diesem Labyrinth von Fragen herauszuknäulen, der irrt sich sehr, Zu-
Sandhofen — Durladi 1:0
Durlachs Krise ist immer noch nicht überwunden. Auch in diesem Spiel ließen sie jeglichen Kampfgeist vermissen und mußten den Einheimischen schon während der Asten Halbzeit immer mehr Boden überlassen. Bauder als Außenläufer und Sauermann als Stopper, waren für den mit prächtigen Paraden aufwartenden Klaas Vorderleute, auf die er sieh restlos verlassen konnte. Bei Durlach war kein Mann hervorzuheben. Stehlik und Uiaga waren diesesmal weit unter dem Durchschnitt und so ist es kein Wunder, daß der kampfkräftige Sandhofer Sturm dem Durlacher Strafraum immer wieder seine gefährlichen Besuche abstatten konnte. In der 15. Minute fiel aus einem Gedränge heraus das einzige Tor, das Samstag unhaltbar einschoß. Lustlos und ohne Einsatz absolvierten die Durlacherr Stürmer ihr Pensum und der knappe Sieg der Sandhofer Mannschaft muß daher als nicht unverdient angesprochen werden.
1. FC Pforzheim — Feudenheim 2:0-.
In einem sehr schnellen, manchmal aber etwas zu harten Spiel kam der Club im Brötzinger Tal gegen die Feudenheimer Gäste zu beiden Punkten. Es war ein Kampf, der von der ersten bis zu letzten Minute äußerst spannend verlief. Wenn auch die erste Halbzeit keine Torerfolge brachte, so gab es doch auf beiden Seiten oft recht gefährliche Momente, wobei der Sturm der Platzbesitzer aber mehr Chancen herausspielen konnte. Mit einem Bollwerk von acht bis neun Mann verteidigten die Gäste jedoch aufopfernd und erfolgreich und so ist es erklärlich, daß vor der Pause dem Tabellenführer Treffer versagt blieben.
Doch in der zweiten Hälfte war es dann besser. Der Club kam nun erst richtig in Fahrt. Flüssige Kombinationen und technisch schöne Kopfballpässe wirbelten den Gegner durcheinander, und so war es nicht verwunderlich, daß es , bereits sieben Minuten nach Wiederbeginn durch Ganzhorn .1:0 hieß. Kurze Zeit später konnte ein Feudenheimer Verteidiger einen Eckball nur noch mit der Hand aus dem Tor schlagen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Schradi mit plaziertem Schuß zum zweiten Treffer. Die Gäste ließen sich jedoch durch diesen Vorsprung nicht beeindrucken und kämpften mit letztem Einsatz offensiv weiter. Ihre mitunter gefährlichen Vorstöße wurden jedoch stets eine Beute der standfesten Clubverteidigung. Schiedsrichter Walter, Zuf fenhausen , leitete korrekt. W. B.
Lediglich dem Umstand, daß der vorzügliche Schwetzinger Torhüter Knörzer 20 Minuten vor Schluß mit einer Handverletzung nur noch als Statist mitwirken konnte, war es zu verdanken, daß Neckarau um eine durchaus in der Luft gelegenen Niederlage herum kam. Schnepf und Hölig erzielten vor der Pause für Neckarau zwei Tore, aber auch Philipp konnte für Schwetzingen erfolgreich sein, nachdem in kurzen Abständen einmal Pfosten und Latte Neckarau zur Seite stand. Nach Wiederanspiel drängte Schwetzingen di« Gäste mit raumgreifenden Angriffen zeitweilig ln die Abwehr und der Ausgleich lag in der Luft. Dann aber kam das Verhängnis in Form der Verletzung von Knörzer. Damit bekam Neckarau immer mehr Oberwasser. In den letzten 20 Minuten fielen vier Tore, die auf Konto von Gramminger Karl (2), Preschle und Gramminger Martin kommen. Neckarau spielte wiederum ohne Balogh und“ Schwet zingen mußte auf Feth verzichten. S-r.
Friedrichsfeld — Viernheim 1:0
Friedrichsfeld diktierte eindeutig das Spielgeschehen und ließ es nicht zu, daß
der Viernheimer Angriff : zur Entfaltung kam. Schußpech und vor allen Dingen die stabile Hintermannschaft dgr Gäste verhinderten einen eindeutigen Sieg der Friedrichsfelder. In der 8. Minute nutzte Dietz einen krassen, Verteidigungsfehler entschlossen aus Jind sicherte seiner Mannschaft damit die Punkte.
VfL Neckarau
M
44:10
24:4
1. FC Pforzheim
14
38:8 .
24:4
ASV Durladi
15
33:19
22:8
Germ. Brötzingen
14
21:16
17:11
ASV Feudenheim
14
28:23
15:13
Germ. Friedridisfeld
14
19:25
14:14
Phönix Karlsruhe
14
27:25
13:15
15
22:26
13:17
14
28:36
12:16
SV Sandhofen
13
15:28
10:16
VfR Pforzheim
13
17:26
9:17
SV Schwetzingen
14
13:32
6:22
VfB Knielingen
14
10:34
3:25
Bayerische Landesiiga VfL Ingolstadt — Spvg Landshut 1:1 Bayern Hof — TuS Straubing 3:1
Spvg Fürth — TuS Regensburg 9:0
FC Lichtenfels — Wacker München 1:2
FC Bamberg — Gostenhof/Nürnberg 3:0
Jahn Regensburg — FC Rötenbach 2:0 Spvg Weiden — FC Haidhof 2:1
Bayern Kitzingen — MTV Ingolstadt -3:1 Hessische Landesliga
Hessen Kassel — 03 Kassel 1:2
FSV Bebra — VfL Kassel 1:2
Rotweiß Frankfurt — VfB Großauheim 1:0
SV Wiesbaden — UnioD Niederrad 2:2 Borussia Fulda — SV Darmstadt 2:2
Vikt. Aschaffenburg — Germ. Bieber 1:0
Württembergische Landesliga Stuttgarter Sportel. — Stuttgarter SpFr 2:0 SG Üntertürkheim — TSG Oehringen 3:2 FV Zuffenhausen — VfR Aalen 0:2
VfL Kirchheim — Spvgg Feuerbach 2:0 VfL Neckargartach — SSV Ulm 3:1
Normannia Gmünd — Union Bückingen 3:3
<• Bezirksklasse St. 1
Eggenstein — Wiesental
2:0
Mühlburg II. — Südstern
3:3
Hagsfeld — KFV
0:1
2:2
Heidelsheim — Neureut
0:3
Ettlingen — Forst
8:1
Staffel 2
Grötzingen — Eutingen
0:3
Dillweißenstein — Durlach-Aue
4:2
Mühlacker — Königsbach
4:1
Kreisklasse A St. 1
Rüppurr — FC 21 Karlsruhe
7:1
Stupferich —; Kleinsteinbach
0:0
Frankonia Karlsruhe — Bulach
5:2
Staffel 2
Grünwinkel — Friedrichstal
1:1
Spfr Fordiheim -— Hochstetten
1:1
Mörsch — Rußheim
1:3
Spöck — FrT Forchheim
3:3
Karlsruhe-West — Malsch
3:2
Waldhof wieder geschlagen
Verbandsliga
Beiertheim *
- Weinheim
6:12
Neckarau —
Bulach
16:5
Rot — Waldhof
7:5
Birkenau —
Bretten
7:4
Beiertheim — Weinheim 6:12 Beide Mannschaften lieferten sich ein ausgeglichenes Spiel und nur die schlechte Markierung der Beiertheimer Abwehr, gepaart mit einem reichlichen Sehußpech war für diesen Kampf von ausschlaggebender Bedeutung. Feldmann war für Beiertheim der erfolgreichste Torschütze, konnte '-aber die groben Verteidigungsfehler, die fast restlos zu Toren für Weinheim führten, nicht gutmachen.
Neckarau — Bulach 16:5 Neckaraus Sieg stand in keiner Weise in Frage, denn bereits beim Seitenwechsel lagen die Gäste mit 9:2 Toren im Hintertreffen. Zeiher war auch in diesem Spiel wieder die treibende Kraft bei Neckarau , der mit Glück und Vetter neben Kneppau die Tore erzielte. Landsberger , Bohnert, Klein und Ölhauser warfen die Treffer für Beiertheim.
Rot -— Waldhof 7:5 ' 2000 Zuschauer verfolgten mit Spannung ein faires, aber kampfbetontes Spiel, das Rot dank der größeren Schnelligkeit zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Immerhin stand das Spiel beim Wechsel mit 8:2 noch völlig offen, doch Tore von Vetter und Lang brachten einen Vorsprung, den die Waldhofer nicht mehr aufho- len konnten. Klotz (4) und Kretzler erzielten die Erfolge der Gäste.
Bretten zeigte während der ersten 30 Minuten die bessere Mannschaftsleistung und konnte mit einer 2:3- Führung die Seiten wechseln. Nach Wiederanspiel stellte es sich aber heraus, daß sie dem eigenen Tempo zum Opfer gefallen waren und damit immer mehr ins Hintertreffen - kamen. Die Gebrüder Guldner waren auch heute wieder die Spielmacher, die mit ihren Toren den Kampf entschie
VfL Neckarau
15
139:74
25:5
SKG Birkenau
17
101:84
23:11
SG St. Leon
15
113:80
22:8
TSV Rot
15 .
123:77,
20:10
SpVgg Ketsch
15
105:89
17:13
62 Weinheim
15
94:86
16:12
15
106:92
13:17
16
82:131
8:24
TuS Beiertheim
16
80:131
7:25
TSV Buladi
15
71:162
2:28
Gruppenliga Süd
'
Rlrrtheim — Linkenheim
9:3
Blankenloch —
Durlach
4:9
Rintheim — Linkenheim 9:3
Rintheim hatte in seinem Torhüter ein schlecht zu nehmendes Hindernis, der mit prächtigen Paraden aufwartete und an dem Erfolg wesentlichen Anteil hatte. Kunle und Grimm waren neben Göckel und Oehler die erfolgreichsten Torschützen. Süß und Günther verbuchten die Tore für Linkenheim . ^
Blankenloch — Durladi 4:9 Trotz 3 Mann Ersatz kam Durlach dank der überragenden Wurfkraft seines Stürmers Schneider bei ausgeglichenem Feldspiel zu diesem Punktegewinn.
FrSpuSpv Karlsruhe — TV Brötzingen 8:5 Brötzingen hatte keinen seiner besten Tage'und mußte sich nach abwechslungsreichem Spielverlauf geschlagen geben. Die Spielvereinigung welche im Vorspiel hoch unterlegen war, hatte sich allerhand vorgenommen und nützte die Fehler des Gegners geschickt aus. Erst in der 14. Minute fiel durch Calmbach der erste Treffer. Die Gäste dirigierten das Spielgeschehen, scheiterten jedoch immer wieder an dem überragenden Torhüter der Platzelf. Drei Strafwürfe gegen den TV Brötzingen führten kurz vor der Pause überraschend zum 3:1. Ais* Rechtsaußen Valle nach dem Seitenwechsel das 4. Tor schoß, schien die Niederlage der Gäste bereits besiegelt, abm Calmbach verkürzte noch einmal auf 4:3. Mit erhöhtem Einsatz kämpften beide Mannschaften um den Sieg. Die Spielvereinigung hatte Glück und einen ausgezeichneten Torhüter und gewann schließlich mit 8:5. Brötzingens bester Mannschaftsteil war diesesmal die Hintermannschaft.
Ringen
Grötzihgen mußte sich Germania Karlsruhe beugen
Bei den Kämpfen der Landesliga galt das größte Interesse der Begegnung ASV Grötzingen — Germania Karlsruhe. Di« Karlsruher traten außer ihrem Fliegenqe- wichtler voll an und gewannen den Kampf verdient mit 5:3 Siegen. Im Fliegengewicht kam Grötzingen zu einem schnellen Sieq durch Kirsamer, der Beierl« (K) durch Halbnelson schulterte. Zwei alt« Mattenfüchse standen sich im Bantamgewicht mit Klink (K) und Schnäbele (G) gegenüber. Klink war diesmal auf der Hut und ließ sich nicht überraschen. In der Bodenlage gelanqen dem Karlsruher zwei Aufreißer, die ihm den Punktsieg einbrachten. Volz (G) setzlfe Schäfer (K) stärk» sten Wiederstand entgegen und dem sieggewohnten Schäfer gelang nur ein Punktsieg. Im Leichtgewicht war Kunzmann (G) gegen Hagendorn (K) sehr gefährlich. In dg- Bodenlage aber verrichtete Hagendorn seine Zermürbungsarbeit und schulterte Kunzmann in sieben Minuten. Eine knappe Entscheidung gab es im Weltergewicht zwischen Schäfer (G) und Schiehle (K). Schiehle erhielt eine Verwarnung, wodurch Schäfer zu einem Punktvorsprung kam. Häberer (K) und Pfeifer (G) konnten durch ihre flotte Ringweise gut gefallen. In der fünften Minute siegte Häberer entscheidend. Im Halbschwergewicht gab es ein schnelles Ende. In 1,5 'Minuten lag Hartmann (G) von Hornfeck (K) besiegt auf den Schultern. Den dritten Sieg für Gröt zingen errang Arheidt über Franz im Schwergewicht.
Die übrigen Ergebnisse der Landesliga: ASy Heidelberg — ASV Ladenburg 5:3 (4:4), Germania Rohrbach — Germania Ziegelhausen 3:5, SG Hemsbach — ASV Eppelheim 5:3. v
Nach dem 5:3-Erfolg der Bruchsaler Ringer am Vorsonntag gegen Brötzingen hätte man Bruchsal gegen Kirrlach einen Sieg Zutrauen können. Die Kirrlacher setzten aber diesmal Dampf auf und errangen im Feder-, Leicht-, Weiter- und Schwergewicht durch Steinle über Schmidt, Stassen über Seeburger Fr., Heger über Hiller und Groß über Lehmann vier Siege und damit ein Unentschieden gegen die Bruchsaler Germania, die durch Grassel , Seeburger A. und Seeburger sen. erfolgreich waren. Den vierten Sieg erhielt Siedlar EUgesprochen, da Heiler (K) zu schwer auf die Waag« kam.
Hockey:
KTV 46 — VfR Mannheim 0:3
Nach ausgeglichenem Spiel unterlagen die Gastgeber erst in den letzten Spielminuten, als die erfahreneren und stocktechnisch besseren Gäste durch zwei Ueberraschungstore aus der 0:1 Führung heraus einendem Spielverlauf nach zu hohen Sieg erzielten. Sch.
Heidelberg — Phönix Karlsruhe 2:1
Die Hockeyabteilung des FC Phönix Karlsruhe durfte nach ihrer Neugründung erst an der Rückrunde der Verbandsspiele teilnehmen. Im ersten Spiel trafen die Karlsruher auf den süddeutschen Meister HCH, der in stärkster Besetzung antrat, und es darf als eine große Ueberraschung bezeichnet werden, daß die Karlsruher dem großen Gegner ein jederzeit offenes, glänzendes Treffen lieferten. HCH ging in der 13. Minute durch Torbuly von Peters in Führung. Kurz vor Halbzeit jedoch konnte Kunz nach schöner Vorlage durch Schlenzen ausgleichen. Nach der Pause versuchte der HCH mit aller'Macht einen Punktverlust zu vermeiden. Peters und Klotz bauten aus der Läuferreihe überlegen auf. Da aber Phönix ebenso energisch angriff, blieb es bei einem weiteren Tor von Peters, der in der 55. Minute den überragenden Phönix-Torwart Rosenbaum überwinden konnte.
KOPFZERBRECHEN
mindest mußte man ein ebenso guter Theater- und Kinobesucher sein. Vor allem mußte njan aber auch gut hören können, hinhören können auf die jedes Vortragsstück begleitenden Kommentare, die Arthur Chwalek und sein aus „Untergrom bach am Fuße des Michelsberges" herbeigerufener Musikwissenschaftler mit soviel durchsichtiger Hintergründigkeit bestritten.
Rö.
KABARETT DER PROMINENTEN „Im Harem sitzen lieulend die Eunuchen .. .* erzählte Peter I fr 1h o f f am Samstagabend im Konzerthaus in seiner liebenswürdigen, selbstbewußt-saloppen Art und setzte mit dieser immer wieder ergötzlichen Geschichte — ebenso wie mit zahlreichen anderen seiner populären oder noch populär werdenden Schlager — die wenigen Zuhörer in eine Stimmung, die derjenigen der Eunuchen durchaus entgegengesetzt war. Daran war er allerdings nicht allein beteiligt, sondern noch einige andere Prominente von Rundfunk ‘‘‘und Brettl, die diesesmal — wie das Motto der Veranstaltung schon versprochen hatte — die Angelegenheit unter sich ausmachten. Da war namentlich Helmuth Krüger, der wiederum ein brillantes Feuerwerk von Geist und Witz aufsteigen ließ, einer der wenigen ganz großen Conferenciers bester alter Schule. Micky Weiß ist das, was man in Karlsruhe eine „ulkige Nudel* — ein Prädikat vorbehaltloser Anerkennung — zu nennen pflegt, und seine Partnerin Gisi von Hall steht ihm darin kaum nach. $ast not least die sympathische Gerty G o d d e n, die mit Charme und köstlicher mimischer Ausdrucksfähigkeit „die Frau von heute* parodierte. Alles in allem eine Veranstaltung, die jeden Besucher auf seine Kosten kommen ließ. H. H.
findet heute im Großen Haus um 19.30 Uhr eine geschlossene Vorstellung des „Zigeu nerbaron " für den Kulturbund (3. Reihe) statt.
Das 5. Symphoniekonzest der Badischen Staatskapelle findet unter Leitung von Otto Matzerath , wie vorgesehen, am 3. und 4. Februar, statt. Zur Aufführung kommen die II. Symphonie in C-dur für Streichorchester von Jean Rivier (Erstaufführung) und die IV. Symphonie f-moll von Tschaikowsky . Der Solist des Konzerts ist Paul Tortelier , einer der bedeutendsten französischen Cellisten, der das Cellokonzert von Lalo spielt. — Das IV. Symphoniekonzert, das verlegt werden mußte, wird voraussichtlich im Laufe des Monats Februar nachgeholt.
Wieder einmal wurde im Civic Center Zimmertheater gespielt. Es waren zwar weder Schauspieler, die sprachen, noch Stücke deutschen Geistes, die zur Aufführung kamen. Die Freude indessen, die das Publikum jedem Akt der von Schülern der Privaten Fachschule für das Dolmetscherwesen in Originalsprache aufgeführten Stücke entgegenbrachte, hätte in keinem Falle größer sein können. Wirklich, was hier an sprachlicher Gewandtheit Reife und — bei Laiendarstellern erstaunlich — an gutem schauspielerischem Vermögen gezeigt wurde, hätte an sich schon genügt, Bewunderung hervorzurufen. Daß darüber hinaus die Wiedergabe des zweiten Aktes der Racine 'sthen ,,Athalie ", des ,,1'habit vert" von Müsset und des sehr delikat wiedergegebenen Schwankes von A. Carriere ,,It s about time" dem Abend auch zu einem gewissen literarischen Wert verhalt (wie man ihn sich in dieser Form eigentlich öfter einmal wünschen möchte), muß besonders anerkannt werden, -'—ck.
Im Gloria-Palast:
„KAMPF DEM KREBS 1 *
Dem ausgezeichnet fotografierten Film- „Kampf dem Krebs", den Dr. M. Schanker wissenschaftlich und szenisch gestaltet hat (Kamera Ady Lumpert), gelingt es, einen doppelten Zweck zu erfüllen: Er warnt ebenso eindringlich vor Gleichgültigkeit, wie er Aengstliche beruhigt. Lebendige Trickaufnahmen erklären die zerstörende Ausbreitung der Krebszellen und ihr vernichtendes Werk an besonders gefährdeten Teilen im menschlichen Organismus. Als roter Faden geht ein Vortrag vor Studenten durch den ganzen Ablauf, während anschaulich und aus der Praxis der Krebs-
Nach den verschiedenen, teilweise ziemlich heftigen Erdbeben, die im Sommer des vergangenen Jahres die Bevölkerung unseres Gebietes beunruhigten, war es nur zu verständlich, daß der vom Naturwissenschaftlichen Verein veranstaltete Vortrag über die „Erdbebentätigkeit in Südw^stdeutsch- land“ größtem Interesse begegnete.
Zu Beginn seiner Ausführungen stellte Dr. W. Hiller (Stuttgart ) fest, daß gerade das Gebiet um Karlsruhe das erdbebenreichste in ganz Deutsch land ist. Die Beben im Juni vorigen Jahres seien von einem 5—6 km südwestlich von Karlsruhe entfernten und zirka 20 km tief gelegenen Herd ausgegangen und hätten durchschnittlich die „Stärke 6“ erreicht, was die einzelnen Erschütterungen noch in 150 km Entfernung deutlich spürbar gemacht habe. Durch ein gut angelegtes Meßstationennetz könne man die Lage eines Erdbebenherdes mit sehr großer Genauigkeit bestimmen. Es sei nur zu begrüßen, wenn die Karlsruher
bekämpfung heraus die Forschungsarbeit mit Hilfe von Versuchstieren gezeigt wird und die sehr eindrucksvolle, unmittelbare Bekämpfung der Krebsgeschwülste auf operativem Wege durch Radiumbestrahlung oder durch Strahlentherapie. Hier wird durch die Eindruckskraft des Films in einer inl besten Sinne des Wortes populärwissenschaftlichen Form das Gewissen der Oeffentlichkeit aufgerufen. Es gilt, die Bemühungen der Aerzte in großem Stile zu unterstützen, damit die Zahl der ungehalten Krebsfälle sinkt, die Heilerfolge aber sich erhöhen lassen. Dr. R. V.
Der Film wird täglich während der ganzen Woche um 11 Uhr im Gloria-Palast vorgeführt.
Erdbet?enstation in Bälde wieder ihren Betrieb aufnehmen könnte.
An Hand einiger Lichtbilder erklärte der Vortragende die wechselseitige Tätigkeit der scheinbar voneinander abhängigen Bebenherde, die sogenannte Koppelung, wie sie 'im Jahre 1933 im Zusammenhang mit dem Ra statter Beben beobachtet wurde. Die verschiedenen Richtungen der Erdbebenwellen ließen aber keinen Schluß auf irgendwelche neueren Schichtverschiebungen zu. Es handle sich hier lediglich um Nachwirkungen des im Tertiär durch die Alpen nach Norden ausgeübten Druckes.
Das Problem der Vorhersage eines Bebens sei noch sehr umstritten. Man habe wohl in den letzten 50 Jahren festgestellt, daß die variierende Sonnenfleckentätigkeit mit der Erdbebentätigkeit in eine gewisse Beziehung gebracht werden könne. Diese Beobachtungszeit sei aber für eine endgültige Feststellung viel zu kurz. Fr.
4
t