Seite 4 7 Nummer 157

S AZ

Montag. 15. August 1949

CDU führt im Landkreis Karlsruhe

Leonhard wird die Interessen des Kreises Karlsruhe-Land — Pforzheim im Bundestag vertreten Auch Bruchsals CDU -Kandidat mit grober Hehrheit gewählt

Vorläufiges Ergebnis des Wahlkreises Karlsruhe-Land—Pforzheim :

Wahlberechtigte 150171, abgegebene Stimmen 110 856, ungültige Stimmen 10 435. Davon erhielten CDU 34 663, SPD 28 706, DVP 13 090, KPD 8 092, Notgemeinschaft 15 870.

Vorläufiges Gesamtergebnis im Wahlkreis Bruchsal : Wahlberechtigte 83 492, abgegebene Stimmen 64 744, ungültige Stimmen 5 791. Davon entfallen auf CDU 28 712, SPD 12 575, DVP 5 532, KPD 2 586, Notgemeinschaft 9 514.

Ort

Auerbach

Berghausen

Blankenloch

Bruchhausen

Burbach

Busenbach

Eggenstein

Ettlingen Ettlingenweier

Etzenrot

Forchheim

Friedrichstal

Graben

Grötzingen

Grünwettersbach Hochstetten

Hohenwettersbach Jöhlingen

Kleinsteinbach Langensteinbach

Leopoldshafen Liedolsheim

Linkenheim Malsch

Mörsch Mutschelbach

Neuburgweier Neureut

Oberweier Palmbach

Pfaffenrot Reichenbach

Rußheim Schieiberg

Schluttenbach

Schöll bronn

Söllingen Spessart

Spielberg

Spöck

Staffort Stupferich

Sulzbach

Völkersbach

Weingarten

Wolfartsweier

Wöschbach

So wählte

Bauerbach

Bretten

Büchig

Diedelsheim

Dürrenbüchig

Flehingen

Gölshausen

Wahl-

berecht.

Abgegeb.

Stimmen

Ungült.

(CDU )

(SPD )

(DVP )

(KPD )

(Notgem.

456

266

17

89

80

13

18

49

2 406

1 848

274

278

827

109

224

136

2 317

1492

205

343

442

207

80

215

854

616

115

259

124

. 38

21

59

508

358

13

226

17

22

1

79

1 324

1 125

70

794

200

36

9

16

2 382

1483

150

178

388

453

84

230

10 025

8 428

728

3 154

2 062

700

462

1 322

787

640

77

330

98

21

12

102

568

568

58

243

90

30

8

50

2 387

2 063

228

914

565

84

102

170

1436

686

74

290

138

87

13

84

2158

1487

140

416

501

347

59

24

3 411

2 972

425

495

1 435

323

147

147

1 163

856

91

63

308

219

44

131

992

527 •

20

295

107

35

43

27

623

440

75

131

102

14

24

94

2 077

1 767

297

692

385

164

105

127

996

828

97

254

211

21

163

82

2 031

1 319

154

502

329

116

55

163

781

464

62

128

142

40

6

86

1859

1 255

103

590

439

74

23

26

2109

1 314

138

335

307

149

172

213

4 266

3 670

578

1 710

787

135

163

297

2 787

2 013

229

794

447

317

172

54

649

338

36

179

43

14

21

46

750

513

47

281

78

40

13

54

3 979

3 074

334

665

665

844

218

348

399

267

44

114

47

5

5

52

341

234

21

77

66

14

9

47

731

487

19

310

47

33

3

75

1 184

1 013

52

607

186

27

37

104

1 212

640

70

145

112

55

138

120

551

532

22

354

34

70

19

33

197

155

15

74

39

1

2

24

901

668

62

398

62

29

20

97

2 720

2 232

389

526

636

126

208

347

777

598

45

356

75

17

10

95

783

490

45

94

175

73

27

76

1 833

1 211

74

472

297

64

52

252

579

351

i 6

206

49

31

14

35

866

659

ÖO

360

59

70

7

103

345

275

18

167

10

10

13

57

635

466

16

368

31

8

9

34

4 409

8 635

426

1 270

1168

567

117

87

633

553

53

186

238

29

29

18

1 053

777

106

282

192

36

31

130

76 230

57 622

6 442

20 994

14 840

6 917

3 212

6 217

Bezirk Bretten (Wahlkreis Bruchsal )

654

506

29

286

69

42

7

73

5 543

4 768

340

1 632

1 060

672

164

900

426

362

11

279

20

11

1

60

949

643

32

228

150

73

10

150

202

109

3

39

7

37

—

23

1451

1 099

94

529

97

99

24

256

600

409

54

99

144

32

11

69

13 104

10 103

735

3 746

2167

1 168

327

1960

Zweimal muhte der Möbelwagen fahren

Alphorn und Schweizer Wimpel in Karlsruhe

170 junge Eidgenossen freuten sich über die Karlsruher Gastfreundschaft

Wahlbeteiligung in Ettlingen betrug 83 Prozent

Als in den frühen Morgenstunden des gestrigen Sonntags die Wahl­lokale in den 58 Gemeinden des Landkreises, die zum größten Teil dem Wahlkreis Karlsruhe -Land — Pforzheim , im Brettener Bezirk dem Wahlkreis Bruchsal angeschlossen waren, ihre Tore öffneten, setzte der Betrieb nur sehr zögernd ein. Schein­bar hatten auch die zahlreichen Wahlversammlungen der vergange­nen Woche nicht dazu beitragen kön­nen, das Interesse der Bevölkerung nennenswert zu wecken. Erst in den frühen Nachmittagsstunden änderte sich das Bild. Vielleicht auch durch den Rundfunk, der laufend Reporta­gen und Stimmungsberichte brachte, neugierig geworden, strömten die Einwohner der einzelnen Orte in verstärktem Maße zur Wahlurne, um ihre Wahlpflicht als Staatsbürger zu erfüllen. In Ettlingen meldete man bereits um 15 Uhr eine Beteiligung von über 50 Prozent, die sich bis gegen Abend auf 83 Prozent erhöhte. Polizei, Rotes Kreuz und die politi­schen Parteien hatten zu tun, um Alte, Kranke und Gebrechliche mit Fahrzeugen an die Wahlurnen zu bringen. Auch in Bretten und ande­ren Gemeinden konnte man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein, denn die Beteiligung lag allgemein bei rund 70 Prozent.

Die CDU konnte im Bruchsaler und Pforzheimer Wahlbezirk einen beachtlichen Erfolg für sich verbu­chen und ihre Kandidaten in der Persönlichkeitswahl mit großem Stimmen vorsprung durchbringen. Auch die Notgemeinschaft, von allen Parteien auf das entschiedenste ab­gelehnt, sicherte sich — in der Haupt­sache auf Kosten der Linksparteien — eine beträchtliche Anzahl Stim­men, ohne jedoch zum Zuge zu kommen.

Trotz des harten vorangegangenen Wahlkampfes kam es nirgends zu Ausschreitungen oder Störungen. Die Menschen wußten, worum es ging und handelten danach. Jo

Aus dem Llnkenheimer Gemeinde­geschehen

In Anbetracht der starken Feld­mausplage werden künftig für ab­gegebene tote Feldmäuse 2 Pfennig pro Stück vergütet. — Die Sperlings­und Kartoffelkäferprämien werden mit sofortiger Wirkung eingestellt. — Der Obst- und Gemüsebauverein beabsichtigt in den nächsten Tagen eine Begehung der Spargelfelder vorzunehmen. Die Begehung soll in erster Linie dazu führen, bisherige Mängel zu erkennen und auszumer­zen, ebenso in der zukünftigen Ent­wicklung des Spargelbaues richtung­gebende Anleitungen zu geben. — Die Tabakbauern beginnen mit dem Brechen der Grumpen. — Mit Be­ginn des neuen Schuljahres wurden 25 Knaben und 19 Mädchen in die Volksschule aufgenommen.

. . . um die 120 kalten Platten der

Beim Fest der Köche im Stadt­garten konnte man am Samstag­abend eine „ausgewachsene“, nicht abreißende Menschenschlange be­obachten, wie man sie in den „besten“ R-Markzeiten gewohnt war. Tausende Schaulustige wurden des Anstellens nicht müde, um das kalte Büffet der Karlsruher Köche „genießen“ zu können, wenn auch nur mit den Augen. Der Genuß mit dem Gaumen blieb den etwa 120 glücklichen Losgewinnem Vorbehal­ten. Aber auch die anderen Be­sucher kamen auf ihre Kosten. Was da die Köche in dreitägiger, mühe­voller Arbeit geschaffen hatten, war vollendete Kochkunst. Man konnte kaum glauben, daß diese Gerichte, deren Vielfalt und Reich­haltigkeit man nicht schildern kann, ohne ein Buch zu schreiben, nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Essen hergestellt worden waren. Ein Möbelwagen mußte viermal fahren, um die Platten aus den Küchen herbeizuschaffen. Die Tafel war ein sichtbarer Beweis dafür, was uns in den letzten Jahren an kulinarischen Genüssen versagt blieb.

Oberbürgermeister Topper er­klärte in seiner Eröffnungsansprache u. a., daß diese Leistungsschau ein Beispiel der Entwicklung in den letzten vier Jahren sei. Im vergan­genen Jahr wäre eine solche Aus­stellung nicht denkbar gewesen, und er hoffe, daß diese Leistungs­schau der Auftakt für eine bessere Zukunft sein werde.

Das Badische Konzertorchester unter der Leitung von Wolfgang Marzluff unterhielt am Nach­mittag und Abend die Besucher mit drei Operettenkonzerten, die Johann Strauß , Franz Lehar und Paul

Karlsruher Köche zu befördern.

Linke gewidmet waren. Ruth Lö­ser und Ernst August W a 11 z sangen bekannte Lieder der drei Operettenkönige und erhielten viel Beifall. Mit vier Liedern von Ger­ hard Winkler eroberte sich Magda Hain auch die Herzen der Karls­ ruher Zuhörer, besonders mit dem Lied, das sie vor 7 Jahren berühmt gemacht hatte: „Komm, Casanova, küß mich.“

Drei Tanzkapellen halfen den Tanzlustigen, sich bei der leichten Kühle des Abends mit Samba und Swing warmzutanzen. Das Wett­rennen zum Stadtgartensee galt dem sehr lauten, aber auch abwechslungs- und farbenreichen Feuerwerk, des­sen Prächtigkeit allgemein bewun­dert wurde. Im bunten Freilicht­kabarett vor Mitternacht fiel beson­ders Erik van A r o auf, der mit den Teilen seines Schlagzeuges jonglierte, als ob er einige Papp­ringe in der Hand hätte.

Die Karlsruher Köche hatten für ihr Jubiläumsfest ein so reichhal­tiges Programm aufgestellt, daß die 8—10 000 Besucher zweifellos auf ihre Kosten kamen. Wir hoffen, auch die Köche waren zufrieden.

Ho.

Aus den Rundfunkprogrammen

Montag, 15. August

Siidd. Rtmdf.: 14.00 Schulfunk: Mär­chen; 14.30 IRO-Suchdienst; 15.30 Bör­senkurse; 15.45 Kinderfunk; 16.45 Uber neue Bücher; 17.50 Zeitfunk; 18.00 Sport; 18.15 Fr d. Frau; 18.30 Alte Sommerlieder; 20.00 Virtuose Musik;

20.30 Sendg. d. Militärreg.; 21.00 Un­terhaltungskonz.; 22.00 Zeit u. Leben;

22.30 Opernmelodien; 23.00 „Stimmen aus d. Tiefe, d. Gottesfrage in d. heut, deutschen Dichtung“ (H. Roßmann).

Als am Sonntagmorgen die Bewoh­ner der Ludwig-Marum-Straße die Jalousien hochzogen, bot sich ihnen ein überraschendes Bild. Vor dem Heim der Pfadfinder standen vier Reiseombnibusse und ein Sattel­schlepper, Niederländische Wagen, aber mit roten Wimpeln mit dem weißen Kreuz im Feld, und auf dem Dach ein stilechtes Alphorn, also: Schweizer !

Gleich 170 Eidgenossen auf einmal hatte das gastliche Haus in der Ma- rumstraße während der Nacht aufge­nommen, übermüdete Fernfahrer, die

— vom internationalen Rover-Tref­fen in Norwegen zurückkommend, hier in Karlsruhe ihre letzte Station machten, um nach 15tägiger Fernfahrt über Luxetnburg, Belgien , Holland , Dänemark , Norwegen und Deutschland wieder nach Basel zurückzukehren. Die braungebrannten Gestalten, die bunten Halstücher über der Wander­kluft, hier und dort eine Kochstelle, dort und hier ein kleiner Kreis um eine muntere Klampfe oder Blockflöte

— die Morgensonne übergoldete ein bewegtes, farbenfrohes Bild. Volks­tümliche Weisen klangen auf, eng-

Nach einjähriger mühevoller Auf­bauarbeit konnte die Neuapostolische Gemeinde ihre neue Kirche, die sie an Stelle der früheren an der Garten­straße erbaut hat, eröffnen. Wenn man das große Trümmerfeld rund um das Gebäude der Ortskrankenkasse kannte, weiß man, was die Angehöri­gen dieser Gemeinde in den vergan­genen zwölf Monaten geleistet haben, um ein so schönes Bauwerk in wür­digem Rahmen zu erstellen. Die Kirche, oder besser gesagt, das Gemeinde­haus — es sind nämlich noch mehrere Räume da. darunter auch ein zwei­hundert Personen fassender Saal — ist weit größer als das vorherige. Der Gottesdienstraum selbst, ein wei­ter, sehr geschmackvoll ausgestatte­ter Raum mit hohen Fenstern und einer gediegenen, aus einfach beschla­genen Läncgs- und Querbalken be­stehenden Deckenverkleidung. Als be­

fische — deutsche — französische, bis ein Trompetensignal plötzlich schnell und reibungslos Ordnung in das Kun­terbunt brachte und in wirkungsvol­ler Szene die Führer der Schweizer Pfadfinder ihren hilfsbereiten Gast­gebern in deutscher und französischer Sprache ihren Dank zum Ausdrude brachten. „Unsere schöne Fahrt geht zu Ende; wir haben dankbar erleben dürfen, wie gut es ist, in aller Welt Brüder zu haben, die einem weiter­helfen, wenn man übermüdet und hilfsbedürftig ist. Die meisten von uns betreten zum ersten Male nach dem Kriege wieder deutschen Boden, und was wir hier an Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft bei unseren Karlsruher Brüdern erleben durften, hat uns tief gerührt.“ —

Ein Neues berührte die Zuschauer, die dem Schauspiel beiwohnten, ein Neues spannte einen weiten Bogen über Länder und Grenzen hinweg und stimmte noch gedankenvoll, als der Abschiedsruf der Pfadfinder sowie ihr deutsches und französisches Abschieds- üedchen längst verklungen waren und die Reihe der Busse schon wieder ihre letzte Strecke gen Basel rollte. H.D.

sonderes Schmuckstück erhebt sich hinter dem von Bildhauer Hart­mann mit einem Relief verschöner­ten Altar eine neue Orgel.

Am gestrigen Vormittag fand nun die Einweihung des Hauses statt an der eine große Zahl von Mitgliedern aus der ganzen Stadt und der Um­gebung teilnahmen. Nach feierlicher musikalischer Einleitung und der Uebergabe des Schlüssels durch Archi­tekt Studinger hielt der Präsi­dent der Neuapostolischen Kirche Ba­dens, Apostel Karl Hartmann (Karlsruhe ) eine Festpredigt, die u. a. ein klares Bild über die Entwicklung der apostolischen Gemeinde in Karls­ ruhe vermittelte. Demnach kam die­sem Festtag doppelte Bedeutung zu. Mit ihm konnte nämlich zugleich das 50jährige Bestehen der Gemeinde in Karlsruhe gefeiert werden. Fr.

Beschlüsse des Grötzinger Gemeinderates

Zur Durchführung der Höherlegung und Kanalisation der Mühlstraße und zur Verbesserung des Viehweges ist die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 15 000 DM erforderlich. Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, daß an Stelle des in § 4 der Haus­haltssatzung vom 21. Juni 1949 fest­gesetzten Darlehensbetrages von 8280 DM ein Darlehen von 15 000 DM in Anspruch genommen wird. — Der Ge­meinderat genehmigte den Urlaub des Bürgermeisters Arheit vom 15. bis 30. August 1949. Die Urlaubsvertretung während dieser Zeit übernimmt der stellv. Bürgermeister Siegrist. — Für die Rechnungsjahre 1945, 1946 und 1947 lag der Prüfungsbericht des badischen Gemeindeprüfungsamtes vom 16. Mai 1949 vor. Dieser wurde dem Gemeinde­rat in seinem ganzen Umfange be­kanntgegeben und der Bürgermeister erläuterte die einzelnen Positionen. Zu den einzelnen Bescheidsanordnun­gen wird der Gemeinderat in einer späteren Sitzung nach Rückkehr des Bürgermeisters Arheit Stellung neh­men. In der anschließenden Aus­sprache brachten die Vertreter aller Parteien den Dank an die Gemeinde­verwaltung und das Rathauspersonal zum Ausdruck. Bürgermeister Arheit wies in seinem Schlußwort darauf hin, daß trotz der durch den Krieg und di« Kriegsfolgen bedingten Zu­nahme der Verwaltungsaufgaben

(Flüchtlingsfürsorge, Wohnungsproblem

und Kriegsschäden aller Art) diese mit einem Fersonalstand durchgeführt wurden, der unter demjenigen von 1939 liege. Dies sei nur möglich ge­wesen, weil jeder Bedienstete seine volle Arbeitskraft eingesetzt habe. Auch in Zukunft werde es das Bestre­ben der Verwaltung sein, ihre Auf* gaben zur Zufriedenheit der Gor meindebürger und der Aufsichts­behörde zu erfüllen. Jr -

Malsch beanstandet zu hohe Gaspreise

Der Bürgermeisterstellvertreter gab zu Anfang der letzten öffentlichen Ge­meinderatsitzung einen Bericht über die Sitzung des Verwaltungsrates der Gasfernversorgung Karlsruhe-Süd. Die Sitzung selbst hatte für die Gemeinde Malsch insofern Bedeutung, als dabei über die nicht mehr tragbar hohen Gaspreise verhandelt wurde. Insbe­sondere stellte der Bürgermeisterstell­vertreter heraus, daß der Preisunter­schied zwischen Malsch und Ettlingen dermaßen groß ist, daß hier eine Aen- derung baldigst eintreten muß. Es geht nicht an, daß Ettlingen den Ku­bikmeter Gas um 11 Pfennig billiger geliefert erhält als Malsch , obwohl es sich hier um dieselbe Lieferfirma han­delt. Die Gemeinderäte stimmten den Ausführungen einstimmig zu und wün­schen, daß sich die Gasfernversorgung Karlsruhe-Süd recht bald besinnt und die Gaspreise herabsetzt. — Der näch­ste Beratungspunkt „Feldbereinigung“ brachte wiederum erregte Debatten. Diesmal handelte es sich um den In­dustrieplan, der in das Umlegungsver-" fahren eingebaut werden soll. Mit nur geringer Stimmenmehrheit wurde die­ser Plan genehmigt. Die innerhalb dieses Planes vorgesehene Begradi­gung des Bietigheimer Weges wurde jedoch abgelehnt. — Die Aufsichtsbe­hörde hat mit der Genehmigung des Bebauungsplanes im Gewann Fisch­weier die Auflage erteilt, daß das Gelände nunmehr in der Natur mit Vermarkungssteinen abgegrenzt wer­den soll. Dieser Auflage stimmte der Gemeinderat nicht zu, da diese Maß­nahme als verfrüht erachtet wird. Es wird noch etliche Jahre dauern, bis das große Gelände restlos für die Be­bauung erschlossen ist. Deshalb ist es auch jetzt noch nicht erforderlich, daß die Vermarkung durchgeführt wird. Die Gemeind® hätte dadurch zwei­malig die Vermarkungskosten zu tra­gen. — Für einige Industriebetriebe beim Bahnhof soll die Gemeinde auf Vorschlag des Badenwerkes eine 'neue Trafostation errichten. Diesem Vor­schlag wurde nicht zugestimmt. Das Badenwerk soll durch Verstärkung der beim Gaswerk stehenden Trafo­station die Stromversorgung dieser Betriebe sicherstellen. — Für das nun­mehr beziehbare Zwölffamilrenhaus wurden die Mieten für eine Wohn­einheit im 1. und 2. Stock auf je 35 DM und im 3. Stock auf 30 DM festgesetzt. — Der Vertragsentwurf über einen mit dem Hüttenwerk Alb abzuschließenden Erbbaurechtsvertrag wurde mit einigen kleineren Aende- rungen als abschlußreif anerkannt. — Die Bestellung eines Gemeindevoll­ziehers wurde vorgenommen, das Amt wurde dem Ratsdiener Bechler übertragen.

Die Getränkesteuer wurde zur Be­ratung auf die nächste Sitzung zurück­gestellt. Ebenso wurde die Aenderung des Almendgenusses zurückgestellt, da hier noch einige Verfahrensfragen zu klären sind. — Die Grundsteuerfällig- keitstermine wurden zusammengelegt und dadurch eine erhebliche Verein­fachung im Kassengeschäft erreicht. — Der Beitritt zum Waldbesitzerverband Nord Württemberg - Nordbaden wurde von den Gemeinderäten abgelehnt. — Dem derzeitigen Pächter der Ge­meindesandgrube U. Burkart wurde gestattet, bei der Gemeinderatsitzung seine Wünsche zu äußern, pie Aus­sprache war wohl reichlich und oft auch heftig, doch konnte eine Eini­gung nicht erzielt werden. Die wei­teren Verhandlungen soll nunmehr der Bürgermeister vornehmen, um das erzielte Ergebnis dem Gemeinderat später vorzutragen. -r-

Marbach (Id). Die Herbstregatta des Bundes Württembg. Ruderver­eine findet hier am 11. September statt. Bei dSn rudersportlichen Wett­kämpfen ist mit einer großen Betei­ligung zu rechnen.

Ein Festfag der apostolischen Gemeinde

Neuapostolische Kirche an der Gartenstraße wurde wiedereröffnet