bin Anderer Auftritt. Daferne meine Noth dich zur Erbarmnis bringet/ Mir doch darzu Gelegenheit zu machen. Erg· Das iſt ein Wunſch/ den zwar die Lieb erzwinget/ Doch der in Todes Rachen Uns wenig hilfft/ und iſt nicht auſſer der Gefahr. Nehme dis ihr Bater wabr/ Und kriegt ihr Schwaͤher nur ein Wort davon zu wiſſen/ Daß Sie auf den Begehr gehoret deine Klagen: So wüuͤrde ſi erbarmlich buͤßen. Wer weiß ob nicht ihr Geiſt/ der dich hat meiden muͤſſen/ Mit dir igt leidet gleiche Plagen?: Denn/ viel eher als ein Mann iſt ein Weib zwar anzuſtecken: Soch wird Sie die Liebes⸗Brunſt beſſer auch/ als Er/verdecken; Liebt fie dich gleich fo mug fie dich doch meiden/ Denn wer nicht helſſen kan der hoͤret ohne Frucht/> Wer gegenwaͤrtig kraͤnckt/ denckt billig auf die Flucht. b Oie groͤſte Weisheit iſt/ daſſelbe bald zu laffen 3 Was uns unmuͤglich ſcheink ins kuͤnfftig zu uͤmfaſſen. AMir- Ich wolte/wuͤſt ich dis/ auch mit Vergnuͤgunß leiden/ Und lebte vieler Sorgen frey. Ach ſage mir doch bald wer dieſer Schaͤfer ſen/ Auf den der Himmel ſo mit Freundſchaft iſt entbrant?$ Erg. Iſt Silvio dir unbekant/ r Des Prieſters der Dianen Söhn? Der fuͤhrt/ von wegen ſeiner Gaben/ Itzt dieſen Schatz dabon. Alire. O Schaͤfer/ wie hat doch der Himmel dich erhaben/ Den bep fo fruͤher Zeit das Gluͤcke reiffen ſoll! Doch dieſes ſag ich nicht aus Neid/ Mich druͤckt mein eigen Leid! Erg. Dein Neid/ der waͤre hier getwiß auch Irrthums voll⸗ Beklagen ſoll man ihn und keines weges neiden. Airt. Beklagen/ wo kein Leiden? 675. Der leidet/ der nicht fühlt der Liebe ſůſſe Kertze. Mire. Nicht lieben? Wie iſt dis ben geben /Aug und Hertze? Doch zu ſagen: Waruͤm nichts ih Geſicht izt mehr entzundet~" 80