Von den Tugenden insgemein. ———— Worſchrifft des Goͤttlichen Worts geſchehen/ die ſollen ſie/ ſagt Petrus/ in ih⸗ rem Glauben darreichen/ ſollen ihren Glauben damit vor den Leuten bezeugen/ mie ate ja dazu ſollen ſie allen Fleiß dran wenden/ mit Chriſtlichem Eyfer und allem me Fleiß und Ernſt ſollen ſie dran ſeyn/ daß ſie ihren Glauben mit allerhand ſchoͤ⸗ nen Tugenden/ die einem Chriſten gebuͤhren/ erweiſen. Lehr, lehr. Aben hierbey insgemein zu reden von den Tugenden/ deren wir Chri⸗ Von den ſten uns in unſerem deben befleiſſigen/ und unſeren Glauben damit DUAE eanan. Ogen ſollen/ wie Petrus allhie ſagt: wendet allen euren Fleiß daran/ und reichet dar in turem Glauben Tugend. Tugend hat in unſerer Teutſchen Sprach den Namen bom ÚG O? Der Name der taugen/ weil ſie wohl taugt/ und in viel Weg nutzlich und vortraͤglich iſt: In Lateiniſcher Virtus, 4 Viro vondem Mann/ weil die Tugend bey mann⸗ hafften/ dapfferen Seuten gefunden wird: Jm Griechiſchen ayer, wie St. Pe⸗ trus in unſerem Text eben ſolch Wort auch ſetzt/ hat den Namen entweder lena⸗ vom erwehlen/ weil ein jeder die Tugend erwehlen und begehren ſoll oder vom eligo» gefallen/ weil ſie einem jeden gefallen ſoll:oder vom lieben/ durch Verſetzung der aele Buchſtaben/ weil ſie einen jeden zu lieben; oder vom Auffheben/ weil die Tu⸗ aco· gend des Menſchen Gemuͤth von dem Irdiſchen/ Zergaͤnglichen zu dem Him⸗Sene⸗ melbeſtaͤndig erhebet. ipoh 3 Und wird die Tugend/ in dem Verſtand/ wie wirs jetzo in vorhabender err? Materie gebrauchen/ insgemein alſo umſchrieben/ daß ſie ſey alles das jeni⸗ in. ge/ das dem heiligen Wort und Geboten Gottes der vechten Vernunfft/ Zucht Sfor und Erbarkeit gemaͤß iſt/ deſſen ſich ein Chriſt in ſeinem gantzen Reben und"S Shriftenthumb durch Trieb des gutenGeiftes in wahremGlauben befteiffiget/ daß dadurch GOttes Ehr geſucht/ der Nechſte gebeſſert/ ſein eigen Glaube er⸗ wieſen und ſein Heil und Wohlfarth befürdert werde, Wind unterſchiedlich abgetheilt/ die Philoſophinennen etliche Cardi⸗ uu nal⸗oder Haupt⸗Tugenden/ denen die andere alle anhangen/ und ſeyn dieſe Abiheung vier: Foͤrſichtigkeit/ Dapfferkeit/ Gerechtigkeit/ Maͤſſigkeit. Sanet Paulus erzehlt die vornehmſte Tugenden alſo: Die Frucht des Geiſtes iſt Liebe/ Freude/ Friede/ Gedult/ Freundlichkeit/ Gůtigkeit/ Glaub/ Sanfftmuth/ Keuſchheit/ Gal. 5. Sanct Petrus ſagt in unſerm Text und denen nechſtfolgenden Wor⸗ ten alſo: Wendet allen euren Fleiß daran/ und reichet dar in eurem Glauben Tugend/ und in der Tugend Beſcheidenheit/ und in der Beſcheidenheit Maͤſ⸗ ſigkeit/ und in der Maͤſſigkeit Gedult/ und in der Gedult Gottſeligkeit/ und in der Gottſeligkeit Brüderliche Liebe und in der Bruͤderlichen Liebe gemeine Liebe/ a. Petr.. Sonſten werden dit ii am ordentlichſten abgethellt 2 alſo⸗
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