Von den Tugenden insgemein. 7 Gott und allen ehrliebenden Menſchen geliebt/ geehrt und befurdert/ daß wir die Frucht unſerer Werck eſſen/ Eſ. 3. dann die Gottſeligkeit iſt zu allen Din⸗ gen nutz/ und hat die Verheiſſung dieſes und des zukuͤnfftigen Lebens/ ſTim.4. uvnd wird Ehriſtus der HErr/ an jenem groſſen Gerichts⸗ Tag/ die fruchtbrin⸗ gende Geſellſchafft/ nemlich ſeine glaubige Benedictiner oder Geſegneten zur rechten Hand/ nicht nur ihrer tugendlichen Wercke halber offentlich ruͤhmen und bekennen/ ſondern nach ſeiner Gnad auch einweiſen in das ewige deben/ wie E. L. bekannt auß Matth. 2. Haben alſo zum Eingang unſerer kuͤufftigen Tugend⸗Predigten mit ein⸗Sunma ander in gemein geredt von den Tugenden deren wir Chriſten uns in un⸗ ſerem Leben befleiſſigen/ und unſeren Glauben damit bezeugen ſollen. Nach Anleitung unſers erklaͤrten Spruͤchleins/ da Sanct Petrus in ſeiner 2. Cap. t. ſagt? Wendet allen euren Fleiß daran/ und reichet dar in eurem Glauben Tugend. Gebrauch dieſer Lehr. 1 Traffund Wiederlegung unſers Gegentheils der pPapiften/ L Kie unverſchãmt wider unſeren CoangelifchenGlauben liften und zungderhe⸗ uns außſchreien/ als ob wir nicht viel von den Tugenden UND GULEN pisten Affe» Wercken halten/ ja durch unſer Lehr die gute Werck mehr perbieten und hin: 2s dern als befoͤrdern: Welches ein offentliche Unwarheit iſt/ wie ihnen unſere Theologi in ihren Schrifften ſolches auff die Haut hinaufferwieſen/ auch ein jedes unter uns auß unſern offentlichen Symbolis/ der Augſpurgiſchen Con⸗ feſſion/ Catechiſwo⸗ Chriſtlichen Geſaͤng und Predigten/ davon Zeugnuß ge⸗ ben kan. Fuͤr dißm ahl haben wir uns gnugſam erklaͤrt/ wie hoch wir von den Chriſtlichen Tugenden halten/ und gelehrt/ daß wann wir anderſt unſerm Chriſtenthum wollen gnug thun/ wir nicht nur recht glauben/ ſondern auch tu⸗ gendlich leben ſollen; ja ſollen allen leiß daran wenden⸗ und in unſerem Glauben darreichen Tugend/ auß den Worten Petri/ z. Ep. 1. Il. Warnung/ wir wollen zwar/ wann man uns hoͤrt/ alleſamt Kern⸗n. gute Chriſten ſeyn/ ber wann man auf das Leben kommt/ und daſſelbe exami⸗ n nii tfo- fimmt es bey vielen wenig em mit dem wahren Chriſtenthum. D roit saften, viel ruchloſe Leut findet man/ die kein Zeichen der Tugend beweiſen/ Weiß.5. alle Tugend /Chriſtliche Zucht/ Ehr und Redlichkeit außihrem Hertzen/Ge⸗ müͤth/ Willen und Augen hindan ſetzen/ dagegen allerley Suͤnden/ Schand und Laſter/ Boßheit und Uppigkeit ſich ergeben/ und darinnen ohne einige Reu und Scheu ihr Leben und Wandel zu bringen/ wollen noch all ihr Untugend für Tugenden gehalten haben/ und růhmen ſich daher ihrer Suͤnd/ wie die Sodom/ und verbergen ſich nicht/ Eſ.3 Wanns wohlgeraͤth/ ſo legen ſie ei⸗ nen 4