Anhi vuit Heilige Geſpraͤch. Sm Namen FEM! T Die XX. Tugend⸗Predigt. In der erſten Abtheilung/ von denen Tugenden gegen GOtt dem HErrn/ Die XIX. Tugend: Heilige Geſpraͤch. Tert: Matth. t12. V. 34.35» Weß das Hertz voll iſt/ deß gehet der Mund uͤber. Ein gut Menſch bringt gutes herfůr/ gu feinem guten Schatz deß Hertzens. Eingang. Geliebte in Chrifto dem HErrn! aufudt und beſchleuſſt eins und das ander bey ſich ſelbſten/ mit der Sprach aber eröͤffnet er hernach ſeine gedancken andern Leuten/ und unterreöt ſich mit ihnen/ was in dieſem oder jenem ſeine Meynung/ Will und Begeh⸗ ren ſeye. Beyder Stucken/ nemlich der Vernunfft und der Sprach ſeyn die unvernöͤnfflige Thier beraubt/ darum daß ein Menſch/ beſonders aber ein wi⸗ dergeborner Chriſt/ ſolchen tummen und ſtummen Thieren/ Roß und Maͤuler nicht gleich werde/ ſo wird erfordert/ daß ein jeder feine Veruunfft und deren Gedancken/ wie auch ſeine Sprach und Reden wohl in aht nehme/ und dahin ichkt/ daß alles zu G Ottes Ehr/ ſein und ſeines Naͤchſten Exrbau⸗ und Beſſe⸗ rung gereiche. Von dem erſien/ wie nemlich ein Chriſt in all ſeinem Thun und Vor haben heilige gedancken/ geiſtliche Meditationes und Betrachtun⸗ gen haben foll Davon haben wir vor 8. Tagen gerodt auß Syrachd. Betrach⸗Summa⸗ te immerdar G Ottes Gebott/ und gedenck ſtaͤts an ſein Wort: Von dem and ern nun/ wie ein Ch iſt auch viel und offt von GOtt und Soͤttlichen Dingen reden ſol/ wollen wir fór difmal reden und handlen/ jenes mag mit Fug Bialectica, dieſes aber Khetorica Sacra heiſſen/ und das auß den Worten e D ſelbſt/ da er ſpricht: Weß das Hertz voll iſt/ deß gehet der Mund ůber. Dieſe Wort wollen wir tꝛſtlich mit wenigem erklaͤren/ darnach gnzeigen/ was wir Pon heiligen Geſpraͤchen/ 83 p D© úbertrifft der Menfh die unverngafftige Thier in zweyen BOr Ruim ser nehmen€ tucfen/ Die beifen Rato und Oratio, Vernunfft Vofore und Sprach. Mit der Vernunfft ſinnet und dichtet der Menſch/ und Syrach⸗