182 Die XX. Tugend⸗Predigt. Wunſch. zu unſerer Lehr und Nutzen werden zu behalten haben. Darzu uns Gotto HErꝛ ſein Gnad/ Geiſt und Segen verleihen wolle. Amen. Erklaͤrung deß Texts. Chriftus der OErꝛ ein herꝛlich Wunderwerck an einem beſeſſenen/ blinden/ tauben und ſtummen Menſchen gethan/ ihn vom boͤſen Giſt erlediget und alſo geheilet/ daß er lrieder geſehen/ gehoͤrt und geredt/ ha⸗ ben ſich ungleiche Urtheil unter den Zuſehern befunden/ beſonders laͤſterten die Phariſaͤer/ es geſchehe dieſes durch den Beelzebub der Teuffel Oberſten. Dawider aber der HerꝛChriſtus ein weitlãufftige Apolog oder Schutz Red ſtellet/ und zeiget unter anderen/ wie ſchwer ſich die Phariſaͤer hiemit wider den Heiligen Geiſt ſelber verſuͤndiget/ weiſet auch/ woher dieſeihre kaͤſier⸗ Weſ das Wort kofnen/ wañ er in den verleſenen Worten einen ſolchen Außſpruch thut/ Herh. und ſagt: Weß das Hertz voll iſt/ deß geht der Mund öͤber. Als wolt er ſagen: Die Red zeigt deß Hertzens Gedancken an; was ein Menſch in ſeinem Helten Guts oder Boͤſes hat/ das bricht in die Wort auß/ alſo daß man auß den auſ⸗ ſerlichen Reden deß Mundes dieinnerliche Gedancken deß Hertzens erkennen Ein aut mag. Gebraucht dabey dieſes Gleichnuß/ und ſagt: Ein gut Menſch/ bringt Mena Gules herfür/ auß dem guten Schatz deß Hertzens. Wie ein frommm ehtlich Mann/ der durch Gottes Segen zeitliche Guͤter mit Recht beſitzt/ auß ſeinem Vorrath gute/ geſunde Speiß und Tranck herfuͤr langt/ mit welchem erſſo wol ſeine Haußgenoſſen/ als auch frembde gaſt ehrlich empfangt und kraelittz alſo ein rechtſchaffener Chriſt/ der GOtt allezeit vor Augen undim Heitzen hat/ bringt in ſeinen Worten aus reinem /Gottſeligem Hertzen nichts als hei⸗ lige/ Chriſtliche Reden fuͤr/ womit er ſeinen Nechſten/ mit dem er zuſpreehe Applicatio. kommt/ erbauet und beſſeret. Und ſiehet der. HEre Chriſtus hierinnen beydes auff die Phariſaͤet und auffdas Volck; die Phariſaͤer ſtrafft Erwegenihres Hertzens Boßheit/ die ſie mit ihren Laͤſter⸗Worten an den Tag geben das Volck aber warnet Er/ daß ſie ſich nicht argern/ und durch der Phariſeer Wort und Triegerey nicht ſollen veꝛfuͤhren laſſen. Dann-fo lauten feie Wort: Ihr Otteꝛngezuͤchte/ wie koͤnnt ihr guts reden/ dieweil ihr böͤß ſehd/ weß das Hertz volliſt/ deß gehet der Mund uͤber. Ein guter Meuſch bringt gutes herfuͤr aus dem guten Schatz ſrines Hertzens/ und ein boͤſer Menſch bringt Boͤſes herfuͤr auß ſeinem boͤſen Schatz. 3 bee Le hr. ften fonter G Jerbey haben wir jetzo mit einander zulernen/ daß ein andaͤchtiger/ k⸗ m Iferiger Chriſt nicht allein einen guten Schatz heiliger gedancken und Bettachtungen in ſeinem Hertzen haben/ ſondern auch davon ſeinen Mund alſo uͤbergehen laſſen ſoll/ daß er in ſeinen Worten ſein fii