Heilige Geſpraͤch. 189 o= dringen/Rom· 12· und Chriſtus in Textworten Soll geſchehen beſcheiden⸗ lich/ daß man gleichwol in Goͤttliehen Dingen auß Fuͤrwitz nicht zu weit gruͤnde und gruͤble/ dann uns gebuͤhret nicht zu wiſſen/ was der Vater im Himmel ſeiner Macht hat vorbehalten Geſch. 1. Soll auch geſchehen zu ei⸗ nem guten End/ ein Gottsfoͤrchtiger redet allezeit/ was heilſam iſt/ Syt. 27. Nemůcch daß durch ſolch geiſtlich heilſam Geſpruͤch GOttes Ehr befoͤrdeit/ die Seel und das Gewiſſen befritdiget und rein behalten/ und der Nechſte/ der ſolches hoͤret/ dardurch gebeſſert werde. Und das ſoll ein jeder Chriſt thun/ uicht nur geiſtliche Perſonen/ ſondern Einjeder ein jeder ſoll auß dem guten Schatz ſeines Hertzens gutes herfuͤr bringen/ die Eltern und Herrſchafften mit ihren Kindern und Geſind/ Schul⸗ und Lehr⸗ meiſter mit ihren Schuͤlern/ ein Freund/ ein Nachbar mit dem andern/ ſollen ſolch geiſtlich Geſpraͤch anſtellen. Man kommt offt zuſamen/ und redt lang von ehrli⸗ von vergeblichen unnoͤthigen Dingen/ und gibt ein jeder ſein Wort darzu/ ſolt da nicht etwan ein frommer Alter/ oder ſonſt ein ehrlicher/ verſtaͤndiger Mann/ oder ehrliche Matron ein Riß in ſolch lahmGeſpraͤch machen/ und ſa⸗ gen: Ei es iſt gnug/ laßt uns auch einmal etwas von Gott und Goͤttlichen Dingen/ von Chriſto oder auß der Predigt etwas ſagen! An einem guten An⸗ faͤnger liegt viel! Folget dieſer guten Lehr/ es wird euch gewiß nicht ge⸗ reuen. doch daß man auch ſolche gute Wort hernach zu guten Wercken ma⸗ che/ man redt und hoͤrt offt gute Wort/ aber die Werck ſind nicht darnach be⸗ ſchaffen. Als Papſt Innocentius II. einsmals zu Rom in der Faſten ſelblten machen. eine Predigt thaͤt/ rieff ihme Johannes Capocius/ ehe der Papſt die Predigt beſchloſſen/ uͤberlaut zu/ und ſagt: Allerheiligſter Vatter/ deine Wort ſind himmliſche Wort/ aber deine Wercke ſind teuffliſch und deinen Worten gantz zu wider. Eben das moͤchte manihrer vielen auch mit Warheit fůrwerffen/ und fagen: deine Wort ſind gut/ du redeſt von GOtt und ſeinem Wort/ aber deine Werck ſind boͤß/ dein Leben und Wandel iſt kein nutz/ was verkuͤndi⸗ geſt du G Ottes Rechte/ und nimmft feinen Bundin deinen Mund/ ſo du doch Zucht haffeſt und wirffſt ſeine Wort hinter dich/ wann du einen Dieb ſieheſt/ ſo lauffſt du mit ihm/ und haſt Gemeinſchafft mit den Hurern und&he⸗ brechern/ dein Praul läfſet du Boͤſts reden/ und deine Zung treibet Falſch⸗ heit/ darum dich der HErr auch ſtraffen wird/ David Pfal. 50. Werden wir uns aber auf die erzehlte Weiß/ wie einem andaͤchtigen/ eiferigen Chriſten zuſteht/ ſolcher geiſtlichen Geſpraͤch von GOtt und Goͤttli⸗ chen Dingen befleiſſigen/ ſo haben wir ung darauf ſchließlich deſſen gewiß zu Schluß verſehen und zu troͤſten/ daß ſolch Geſpraͤch auch ſeinen erwuͤnſchten Nutzen und Troſt· haben wird/ zur Beſſerung in unſerem gantzen Chriſtenthum. Ja wir haben. uns zu erfreuen des himmliſchen Geſpraͤchs/ ſo wir dermaleins im ewigen Le⸗ ben mit GOtt/ mit den heiligen Englen und allen Außerwehlten/ in himmli⸗ Aas ſcher