Im Namen JEſu: An:I65 5» Nie V EA Tugend⸗ Predigt/ In der andern Abtheilung/ von denen Tugenden gegen uns ſelbſten. Die XIII. Tugend: Pflegung des Leibes. Text: Roͤm. c. 13. v. 14. Wartet des Leibes/ doch alſo/ daß er nicht gail werde, Eingang. Geliebte in Chrijto oem h Erren! gv Serzehlen die alte weiſe Lehrer ein feine Legend/ von zweyen Londi SREI Drýdern/deren der eine weiß und verſtaͤndig/ der ander aberet⸗ preeuen Dri A was alber und thoͤricht geweſen beyde nahmen eine Reiß mit Ss einander fuͤr/ zogen hinauß/ aber da ſie an eine Wegſcheide kamen/ wiuſten ſie nicht/ welchen Weg ſie erwehlen ſolten/ der verſtaͤndi⸗ ge Bruder hielt den harten und rauhen Weg fuͤr ſicherer/ dem Thoͤtichten aber gefiel der ſchoͤne ebene Weg beſſer/ da ſie ſich nun lang daruͤber gezanckt/ wolte endlich der weiſe/ verſtaͤndige Bruder dem thoͤrichten lieber weichen und nachgeben/ als ſich laͤnger alſo zerhadern und auffhalten/ ſie gerathen aber dar⸗ ůber beyde unter die Rauber/ von denen werden ſie gefangen/ und ein jeder in ein beſonder Loch oder Gefaͤngnuß geworffen. Da ſie nun fuͤr den Richter g⸗ fuͤhrt wurden/ klagt derverſtandige Bruder den Thörichten an/ und ſagt: In dieſen Jammer hat mich mein thoͤrichter Bruder gebracht/ wir ſeyn auffeinem guten/ ſicheren Weg gegangen/ er aber wolt nicht darauff verbleiben/ wolt ich ihn nun nicht verlaſſen/ ſo muſt ich ſeiner Halßſtarꝛigkeit nachgeben. Hinge⸗ gen gab der thoͤrichte Bruder dem Verſtaͤndigen die Schuld/ und ſagt: Wann mein Bruder ſo klug und weiſe iſt/ wie er ſich dafur außgibt/ ſo ſolt er die Sach beſſer verſtanden und mir nicht gefolget haben/ waͤre er auff dem ſichern Weg blieben/ ich haͤtte/ daß ich nicht allein waͤre/ ihm wol nachgehen muͤſſen. Der Richter oͤrt ſie beyde an fällt aberendlich ein folch Urtheil/und ſagt mit kurtzen Worten: Du Thoͤrichter/ weil du deinem verſtaͤndigen Bruder nicht geglaubt/ und du Verſtaͤndiger weildu deinem narꝛiſchen Bruder gefolgt/ ſeyd beyde ſtraffwuͤrdig und des Todes ſchuldig wie ſie dann darauff beyde widappli- hingerichtet wurden. Wann wir diefe Legend recht anſehen/ finden wir/ da cire auff de Darinnen der Menſch und deſſen Leben gar artig abgebildet iſt/ folgender Ge⸗ Selur ſtalt: Der Menſch beſtehet auß zweyen Stucken/ Seel und Leib/ die ſeyn kin⸗ = a. 224s 1 Se