744 Die LXXXIV Tugend⸗Predigt/ gern nichts zu wider thun/ ſondern ſie ſegnen ſolle. Und darauff ſetzt er jetzo un⸗ ginih ſere Text⸗Wort/ als ein allgemeine Regel/ wie ſich die Chriſten gegen Freunden Fichde unb Feinden verhalten ſollen: Segnet und fluchet nicht. Das Woͤrtlein Se⸗ Ifohl gen /und ſegnen hat in H. Schrifft unterſchiedlichen Verſtand/ allhie aber in nenii unſerem Text heiſt es ſo viel/ als einem Gutes wuͤnſchen/ auß einem liebreichen/ MiS bruͤderlichen/ getreuen/ wolmeinenden Hertzen/ wie im Gegentheil/ fluchen pM allhie ſo viel heiſt/ als auß bitterem Haß und Neid/ Jorn und Rachgier/ dem gogh Nechſten alles Ubel und Unheil anwuͤnſchen. Jenes /nemlich das Segnen oder i Gutes ſagen/ will St. Paulus von uns haben/ dieſes aber/ nemlich das Siu: 4 chen verbeut er mit allemErnſt und ſagt: Segnet die euch verfolgen/ ja ſegnet/ ſage ich/ und fluchet nicht. Mme - aeae i @in Chrif yer haben wir nun wiederumb ein ſchöne Tugend/ ſo auff den Nechſten lei tu sa gehet/ mit einander zu lernen/ nemlich das Segnen/ daß ein Chriſt dem fnm anderen von Hertzen alles Gutes wünſchen ſolle/ welches geſchehen fM moahi umb nachfolgender vier Urſachen willen. Limi Wegen L Wegen des Goͤttlichen Befehls. In unſeren erklaͤrten Worten be⸗ .fihlt uns der Apoſtel Paulus das Segnen/ auß Goͤttlicher Eingebung/ und Defe dingets gar eigentlich auß: Segnet/ ja ſegnet und fluchet nicht Im 3. Moſ.19. ſpricht der HErz: Du ſolt deinen Nechſten lieben als dich ſelbſt. Das iſt/ wie es in unſerem Kirchen⸗Geſang erklaͤrt wird: Du ſolt ihm wunſchen alles Gut/ p im wie dir dein Hertz felber thut /J. Moſ.6. Dat Gott der HeErꝛ Aaron und ſei⸗ a M nen Söhnen befohlen/ ſiehollen die Gemein offentlich fegnen und ſagen.Der D HEr fegne dich und behúte dich/ der HEr laffe fein Angeſicht leuchten uͤber a hy dir/ und ſey dir gnaͤdig/ der HEr: hebe ſein Angeſicht über dich/ und gebe dir mi Friede. In welchen Segen alles begriffen/ was uns hier und dort an Seel und ii i Leib gut ſeyn kan. David fagt: Wunſchet Jeruſalem Gluͤck/ es muͤſſe wol ge⸗ hen denen/ die dich lieben/ es muͤſſe Fried ſeyn inwendig in deinen Mauren/ und y Gluck in deinen Pallaͤſten/ um meiner Bruder und Freunde willen/ will ich dir a Friede wünfchen und dein beſtes ſuchen/ Pſ.122. Der HErꝛ Chriſtus ſagt: Ke⸗ M m W bet euere Feind/ ſegnet die euch fluchen/ thut wol denen dieeuch haffen/bittetfár-r ni die/ ſo euch beleidigen und verfolgen/Matth.J. Und Petrus ſagt: Vergeltet vA i nicht Wifes mit Böſem/ oder Sheltwort mit Sheltwort/fondern dagegeti Wih ſegnet/ und wiſſet/ daß ihr dazu beruffen ſeyd/ daß ihr den Segen beerbet/ l. Ep. Ma WED TON 3. Dieſem Goͤttlichen Befehl ſeyn wir alle ſchuldig nachzukommen. A Crampa 11. Soll ein Chriſt den anderen ſegnen/ und ihm alles Zutes waͤnſchen/-om wegen der ſchoͤnen Exempel der Heiligen Gottes/ die ſolchen Befehl in poed » Acht genommen/ und ihren Nechſten geſegnet haben/ deren uns dannin H. Wto Schrift gar vici feynauffaesrichnet worden 7 wir roolien allein etliche da⸗ a von NY