628 Wie ein Mann habe' Cap. 60. 1e AIG derſelben nach ſeiner Liebe unfaßlich/ ſondern nach ſeinem Zorn in der Gottloſen Seelen off enbahr und faßlich. 45. Dan das ewige ſprechen des Worts(nach der in⸗ faßlichkelt zur Natur und Creatur) wird nach dem Seell⸗ ſchen Willen bildlich/ davon die Schrifft faget: Bey den Heyligen biſtu heillg/ und bey den Verkehrten blſtu verkeh⸗ ret: Item/ welch ein Volck das iſt/ einen ſolchen Gott hat es auch. 46. Dan in den Thronen der hetligen Engel tt Gott in ſeiner Liebe offenbahr/ und in den Thronen der Teuffel iſt er mit ſeinem Grimme offenbahr/ als nach der Finſternuͤß und pPeinlichkett/ und iſt doch nur ein eintger Gott und niht| zween: Nach der Natur der Peinlichkelt wil er Heinlid 1 kett/ und nach der Liebe wil er Lebe/ gleichwie ein brennend Feuer nur hinwleder einen Hartzigten Schweffel begehret nach feines gleicher/ und das ttecht aug dem Feuer begeh⸗ Wmi ret nichts als nur eine offene Ståtte/darinnen es feinen mag: Es nimt nichts/ ſondern es glbet ſich ſelber zur Greus| de deg Lebens, es låffer fich nur nehmen/ und hat tenenan:| dern Willen in fich/ als das ſichs wil ſelber gebeni und wil gutes wircken: Aiſo hat auch Gott nach ſeiner Heyligkeit Feinen andern Willen in ſich/ als daß er wil eine Lebe. Krafft und Schein Cin der Ereatuͤrlichen Form) offenbah⸗ ren/ gieichwie ſich die Sonne in einem Kraute offenbahret und daffelbe tingiret und gut machet/ alfo auh von Got zuverſtehen iſt. 47. Darum iſts alles ein unnuͤtz Geſchweß und Crea⸗ tuͤrliche Bildlichkeit daß man fraget/ wie heiſſet Gott? 3 tem/ daß man viel ſaget/ er wil diß und das/ Bdſes und UR ity tletin Gutes/ und weiß aber nichts vom Grunde zu ſagen/ wie er Boͤſes und Gutes woll/ wie man dle Sruͤche der Schriſt verſtehen ſoll. 48. Dieſer Streit ům die Buchftaben iſt wol reche ie wn verwirrete Zunge auf dem hohen Thurne der Kinder Nims h roths zu Babel/ dan derſelbe hohe Thurn iſt eine Figur Wi der Facultaten der hohen Schulen/ da die einige Gittliche g Zunge verwirret und in viel Sprachen verkehret, wied/ daß ein Volck das ander nicht verſtehet/ daß man den einigen Gott zancket/ in dem wir ieben und