transkribiert von rodev

Werthester Freund!

Sie werden beim Anblick dieser Zeilen sagen: “Schon wieder einmal Raff!” Ja wohl; ich bin meinen Gönnern insgesamt und überall ein lästiger Mensch. Immer productiv, behellige ich dieselben alle Augenblicke mit irgendeinem neuen Opus.
Eigentlich sollt’ ich mich schämen, heute bei Ihnen anzuklopfen. Aber wo will ich hin? Hier habe ich es mit “Ach” und “Krach” zu einem Concertinstitut mitbringen helfen. Allein da ich zugesagt habe, wo möglich (d. h. wenn rechtzeitig fertig) meine neue große Symphonie zu geben, so kann ich nichts anders nebenher bringen. In Mainz ists faul, ebenso in der Stadt des Darmes; und nach der Heimath des Mannes gehe ich augenblichlich nicht gern, weil ich höre daß Lachners Vinzenz sehr melancholisch gestimmt sein soll.
In Stuttgart machte man voriges Jahr mein C moll⹀Trio und mein C dur⹀Suite. Obgleich die Saison eben erst angeht, so ist das dortige Publikum doch schon mit der Cavatina in D, der Loreleij und der 1ten Sonate von mir regalirt worden, und andere Prüfungen von meiner Seite stehen ihm bevor. – Sie sehen wohl, daß Sie mir unter