transkribiert von rodev

Stuttgart : 9 May 1810.

Euer Wohlgeboren

Schreiben vom 1 sten Mai hat mir viel Vergnügen gemacht, so wohl wegen dem schmeichelhaften Anerbieten, als auch wegen dem Antheil, den Sie so gefällig daran zu nehmen geruhen.
Obwohl ich gar nicht abgeneigt bin dieses Erbieten anzunehmen, so möchte die Sache doch noch mancher Schwierigkeit unterliegen. Ich bin hier auf Lebenslang angestellt, und obschon gegenwärtig meine Lage hier von der Art ist, daß ich mir eine Aenderung derselben gerne gefallen lies[s]e, so müßte ich doch sehr behütsam dabei zu Werke gehen, daß ich, mit einer Familie, mich nicht, wie das Sprichwort sagt, zwischen zwei Stühle setze. Was meine Bedingungen anbelangt, so kann ich vor der Hand, eh ich weiß, was man in Karlsruhe eigentlich, als Dienst, von mir verlangt, nur von dem ökonomischen sprechen. Wenn man seine Lage verändert, so ist es doch eigentlich um sie zu verbeßern. Ich stehe hier in Diensten mit 1500 fl Besoldung, und freien Logis, das ich wenigstens auf 300 fl rechnen kann, worauf ich