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Etwas von dem Betragen der Einwohner von Durlach zur Zeit des sogenannten Bauernkriegs vom Jahr 1524—1525.
Im Jahr 1524 begann jener tollkühne Aufstand der Bauern wider die Bischöffe und Aebte, welcher in Schwaben, Elsaß, Franken, Thüringen und in andern Gegenden sehr viel Unheil und Blutvergießen verursachte.
Die Bauern, welche nämlich die um jene Zeit öffentlich verbreiteten Predigten des Doktors Luther von der christlichen Freiheit mißverstanden hatten , und eben dadurch irregeführt wurden, verlangten jetzt voll ihrer Obrigkeit, daß man das Recht, Prediger zu 'berufen, den Gemeinden überlassen, sie von der Leibeigenschaft, so wie auch von Frohndiensten befreien, ihnen den kleinen Behenden Nachlassen, nicht minder ihnen den freien Gebrauch und die Benutzung des Wilds, der Fischereien, der Wälder, auch der Gemeindsäcker und Wiesen gestatten, und ihnen überhaupt alle fle schwer drückende Lasten vermindern solle.
Diesen Bauernkrieg hielt man für eine Folge des sogenannten Bundschuhes, da die Bauern in unfern Gegenden einen derartigen Aufstand erregten.
In ihren Fahnen von blau und weißer Farbe hatten sie nämlich emesthcils einen Schuh und anderntheilS ein Kreuz, so wie einen vor demselben niederknieenden Bauern, mit der Ueberschrift: Nichts, denn die Gerechtigkeit Gottes!
IhreLoofung war die Frager „Was ist das vor ein Wesen?" worauf die Antwort folgen mußte: „Vor Pfaffen kann man nicht genesen'."