vor alten Zeitendie Werre." Der daran befinde lich gewesene Thurm war eigentlich der Grenz, und Schutzpunkt für die damals dort aufgestellte Wache, o wie zugleich auch für die Durkachischen und Pfäl­zischen Deserteurs.

So fand sich z.B. ein Baden-Durlachifcher Soldat, wenn er als Deserteur die nach Meingarten hinzie­hende Seite des Werrenhäuschens glücklich erreich­te, von aller weitern Nachsetzung frei, und eben so auch im umgekehrten Fall ein Pfälzischer Deserteur, sobald er den Baden - Durkachischen Grund und Boden daselbst betrat. Genug, wer nur das Wer- renhauschen von der linken oder rechten Seite her, auf seiner Flucht erreichte, der fand dort eben so seine sichere Zufluchtsstätte, wie ehemals noch vor den Zeiten der Reformation jede Art von Verbre­cher die ihrige in den Kirchen und Klöstern immer­hin gefunden hatten.

Nicht minder war bei jenem Werrenthurm zu­gleich eine Geleitswache zur Sicherheit der Rei­fenden und der Frachtwägen anfangs aufgestellt. Wie aber in der Folge allerlei Raubgesindel in je­nem Thurme sich aufzuhalten, und um die vorüber- ziehcnden Wanderer plötzlich überfallen, und sie dann ungestört plündern zu können, dort auf der geheimen Lauer zu stehen es wagten, so ward zur Beseitigung dieses Unwesens von Polizey wegen dieser sogenannte Werrenthurm, von welchem man noch jetzt die Ruinen sieht, in der Folge gänzlich medergerissen und zerstört. *)

«) Diese Nachricht ist grosttentheils aus dem Nachlast der Pariere des verstorbenen Bürgermeisters Sebastian Steinmetz in Durlach entlehnt worden.