414 Kanzleigebäude(an der Stelle, wo Karl Friedrich vor 100 Jahren in der achten Abendſtunde geboren worden), das Portal des Markgräflichen Palais, das Rathaus, die Kirchen, das Miniſterium der auswärtigen Angelegenheiten, das Haus des preußiſchen Geſandten, das Kadettenhaus, die Ingenieurſchule, das Haus des Kunſthändlers Velten hervor. Das für Sonntag den 23. November angeordnete Kirchenfeſt war ſchon am Vorabend von 5 bis 6 Uhr von allen Glocken ein⸗ geläutet worden. Wieder ertönte um 8 Uhr morgens Choralmuſik vom Stadtkirchenturm. Bald nach 9 Uhr zogen die Staatsbehörden und die Bürgerſchaft von ihren Verſammlungsorten zum Rathauſe, an deſſen Eingang ſie ſich nach Bekenntniſſen trennten, um in die katholiſche und evangeliſche Stadtkirche ſich zum Feſtgottesdienſte zu begeben. Deputationen von allen Behörden, dem Magiſtrat und der Bürgerſchaft gewählt, verfügten ſich in die Schloßkirche, wo das diplomatiſche Korps, das Staatsminiſterium, der Hof, das Offiziers⸗ korps u. ſ. f. ſich verſammelt hatten und eine angemeſſene Inſtru⸗ mentalmuſik den um 10 Uhr mit der ganzen großherzoglichen Familie eintretenden Großherzog empfing. Nach der von Kirchenrat Hüffel gehaltenen Rede und nach Verleſung der denkwürdigen Antwort Karl Friedrichs auf die Dankſagungen für die Aufhebung der Leibeigen⸗ ſchaft ſtimmte ein Singchor dasHerr Gott dich loben wir an. In der katholiſchen Stadtkirche hielt der Erzbiſchof von Freiburg ein Pontifikalamt. Auch in der Garniſonskirche fand ein Feſtgottes⸗ dienſt ſtatt und in der Synagoge predigte der Rabbiner Willſtätter als Subſtitut des Ober⸗Landrabbiners über Pfſalm 112. Mittags fand im Schloſſe Familientafel ſtatt, das diplomatiſche Korps und die Deputationen vereinigten ſich zu einem Feſtmahle bei dem Staats⸗ miniſter Freiherrn von Berſtett und in vielen Häuſern feierten frohe Geſellſchaften den feſtlichen Tag bei heiterem Mahle. Von 3 bis 5 Uhr nachmittags wurde auf dem Marktplatz Speiſe, Trank und warme Winterkleidung unter den Klängen der Muſik an die Armen verteilt. Im Hoftheater wurde bei beleuchtetem Hauſe die OperDie Dame von Avenel von Boieldien aufgeführt, und öffentliche Luſt⸗ barkeiten beſchloſſen den Tag.Anſtand, Ordnung, Sitte, ſagt der Feſtbericht,verſchönerten überall ſeine Feier. Am 24. November war große Tafel beim Markgrafen Leopold, am 25. beim preußiſchen Geſandten, Freiherrn von Otterſtedt.