— 413—waltete, die Sonne am Morgenhimmel hinauf“. Schon um 6 Uhrmorgens hatten 100 Kanonenſchüſſe den Eintritt des Gedächtnistagesverkündet, um 8 Uhr ertönte Muſik vom Turme der Stadtkircheund um 9 Uhr begingen die Schulen und Lehranſtalten ihre Feier.Beſonders feſtlich war die Erinnerungsfeier im Lyceum. In derAula führten ſämtliche Schulpräparanden einen von Kirchenrat Sonntagder Gelegenheit angepaßten erhebenden Geſang aus, worauf derDirektor, Kirchenrat Zandt, eine anſprechende Rede hielt, nach derenSchluß ein zweiter religiöſer Geſang und die Verteilung gedruckterExemplare der Rede und einer von Profeſſor Kärcher gedichtetenlateiniſchen und deutſchen Ode an die Schüler folgte. Um 11 Uhrbewegte ſich vom Rathauſe aus ein feierlicher Zug, aus den Mi—niſterien und übrigen Staatsbehörden und der Bürgerſchaft, jederGewerbsverein mit ſeinen Inſignien, beſtehend, nach dem äußerenSchloßplatze, zur Stelle, welche der Großherzog zur Errichtung desDenkmals ſeines verewigten Vaters ausgewählt hatte. Das Garde—bataillon und die Kadetten waren in Parade aufgeſtellt. Um ½12 Uhrkamen, von Zeremonienmeiſtern geführt, aus dem Schloſſe das diplo—matiſche Korps, das Staatsminiſterium, die Deputationen der beidenKammern, die Hofchargen und das Offizierskorps und endlich unterdem Geläute aller Glocken der Großherzog, gefolgt von den Prinzendes Hauſes, dem Herzog Wilhelm von Braunſchweig und dem Fürſtenzu Fürſtenberg, während die fürſtlichen Damen auf dem Balkon desSchloſſes erſchienen. Der Staatsminiſter Freiherr von Berckheimhielt eine der Bedeutung der Stunde angemeſſene Rede, worauf unterPauken⸗ und Trompetenſchall der Grundſtein gelegt wurde und dieBürgerſchaft im Feſtzug defilierte. Mittags fand große Tafel von130 Gedecken im Schloſſe ſtatt, wozu das diplomatiſche Korps, derErzbiſchof, der Hof, die Staatsbehörden, die Deputationen, die Stabs⸗offiziere, die Geiſtlichkeit beider Bekenntniſſe und der Oberbürger—meiſter der Reſidenzſtadt geladen waren. Abends im Hoftheater,wo in beleuchtetem Hauſe das Schauſpiel„Bayard, der Ritter ohneFurcht und Tadel“ von Kotzebue gegeben wurde, begrüßte den Groß—herzog bei ſeinem Eintritt der Jubel des Publikums. Den Feſttagſchloß eine freiwillige Beleuchtung der Straßen Karlsruhe's. DerFeſtbericht hebt als beſonders glänzend illuminiert, nebſt dem hell—ſtrahlenden Denkmal an der Stätte des Grundſteins, das große