416 Diplomatie und Militär. Eine ſowohl im politiſchen als im geſellſchaftlichen Leben ſehr hervortretende Stellung nahmen während der Regierung des Groß herzogs Ludwig die Vertreter der fremden Staaten ein, von denen hier namhaft gemacht ſeien die Geſandten Oſterreichs Freiherr von Hruby und Graf von Buol⸗Schauenſtein, Preußens Varnhagen von Enſe und Freiherr von Otterſtedt, neben dem, da er auch bei der Schweizer Eidgenoſſenſchaft beglaubigt war, Freiherr von Maltzahn als Geſchäftsträger fungierte, Rußlands die Herren von Struve und Moltke, Frankreichs der Graf von Montlezun, Großbritanniens und Hannovers Herr von Reden, der Niederlande Herr von Heldewier und Freiherr von Schimmelpenninck von der Oye, Bayerns Graf Reigersberg und Freiherr von Tautphoeus, Württembergs die Grafen von Mülinen und von Bismarck. Es iſt bekannt, daß Großherzog Ludwig mit großem Eifer und gründlicher Sachkenntnis ſich der Ausbildung ſeiner Truppen widmete. Faſt in jedem Jahr fanden größere Truppenübungen ſtatt. Am 27. September 1821 rückte an der Spitze der Karlsruher Garniſon der Großherzog in die Gegend von Offenburg aus, wo ſich das ganze badiſche Armeekorps zu einem Manöver vereinigte. Zur Be⸗ ſetzung der Wachen blieb die nötige Mannſchaft in Karlsruhe zurück. Das Brandpiquet aber und die ſonſt von dem Militär gegebenen Nachtpatrouillen verſah die Bürgergarde. Am 10. Oktober übernahm das Militär wieder den Garniſonsdienſt; der Bürgergarde ließ der Großherzog durch die Stadtkommandantſchaft ſeine vollkommene Zu⸗ friedenheit zu erkennen geben. 5 Mehrmals fanden die Truppenübungen in der Nähe von Karls⸗ ruhe ſtatt. So wurden im September 1823 ſämtliche Truppen des Armeekorps in der Nähe der Reſidenzſtadt zuſammengezogen, um über dieſelben allgemeine Muſterung zu halten und von ihnen mehrere Manöver ausführen zu laſſen. Als Haupttage für dieſe waren der 22., 24. und 26. September beſtimmt, worauf ſämtliche Truppen wieder in ihre Garniſonen zurückkehrten. Auch im Jahre 1825 war die letzte Periode der gewöhnlichen vierwöchentlichen Exerzierzeit der großherzoglichen Truppen den gemeinſamen Übungen aller Waffen gewidmet und hierzu ein Teil des Armeekorps bei Karlsruhe ver⸗ einigt. Das Manövergelände, teils nächſt Karlsruhe, teils längs