dem Gebirge zwiſchen Durlach und Ettlingen, bot vermöge ſeiner Be ſchaffenheit die Gelegenheit zu den mannigfaltigſten und zweckmäßigſten Übungen. Die Truppen erfreuten ſich der beſten Geſundheit und der Krankenſtand war ungewöhnlich gering. Die über den gewöhn⸗ lichen Dienſtſtand einberufen geweſene Mannſchaft kehrte am 1. Ok⸗ tober wieder in ihre Heimat zurück. Auf der Forchheimer Heide oberhalb Bulach fanden faſt alljährlich Übungen der Artilleriebrigade ſtatt, die dort ein Lager bezog. Dieſes war das Ziel vieler Aus⸗ flüge der Karlsruher. Im Jahre 1826 finden wir in den Zeitungen Einladungen des Reſtaurateurs Lips und des Hirſchwirts Müller in Beiertheim zum Beſuch ihrer Wirtſchaften nebſt der Anzeige, daß am Mühlburger und Ettlinger Thor Wagen zur Fahrt nach dem Lager bereit ſtehen. Im September und Oktober 1826 verſammelten ſich die verſchiedenen Truppengattungen wieder in der Umgegend von Karlsruhe, am 15. Oktober wurde das ganze Korps von dem Groß herzog in großer Parade geſehen und rückte hierauf in die Gegend von Raſtatt, wo es unter den Befehlen des Markgrafen Leopold ein Revuemanöver und mehrere Feldmanöver ausführte. Bei dieſen letz teren wurden die gegen einander fechtenden Abteilungen von den Markgrafen Leopold und Wilhelm und die Kavallerie des angreifen den Korps von dem Markgrafen Max geführt. In großer Zahl eilten die Einwohner von Karlsruhe auf das Manövergelände und bezeugten in jeder Weiſe ihr lebhaftes Intereſſe für die vaterlän diſchen Truppen. Aber trotz dieſem Intereſſe wurde doch die Einquartierungslaſt, welche die Einwohnerſchaft von Karlsruhe erheblich beſchwerte, ſobald eine den gewöhnlichen Dienſtſtand der Garniſon überſchreitende Truppen⸗ zahl eingezogen ward, oft recht hart empfunden. Der Bau der Infanteriekaſerne auf einem ſeitens des Staates durch einen Kauf- und Tauſchvertrag vom 16. April 1809 von der Stadt erworbenen Gelände war im gleichen Jahre begonnen worden, kam aber mit den beiden Seitenflügeln erſt im Jahre 1813 zur Voll⸗ endung. Zu den Baukoſten hatte die Stadt einen Zuſchuß von 30 000 fl. geleiſtet, welche durch beſondere Umlagen gedeckt wurden. Um zu erreichen, daß künftig keine zur Garniſon von Karlsruhe, ein⸗ ſchließlich Gottesaue, nach ihrem damaligen completen Stande gehörige Mannſchaft in die Stadt einquartiert werde, beſchloß die Stadtver⸗ 27