— 420—nahmen, nach und nach zu befreien und den chriſtlichen Staatsbürgernnäher zu bringen. Von Eiſenlohr rührte eine Motion auf„zeit⸗gemäße, mit den Grundſätzen unſerer freiſinnigen Verfaſſung überein⸗ſtimmende Reform des Zunftweſens“ her, er war Mitglied derKommiſſionen für die Motion des Abgeordneten Ziegler auf Offent⸗lichkeit des Kriminalverfahrens und Einführung der Geſchworenen⸗gerichte, für den Geſetzentwurf die Landſchaftsſchulden betreffend undfür die Motion des Abgeordneten Duttlinger auf Trennung der Juſtizvon der Verwaltung und Einführung des öffentlichen und mündlichenVerfahrens in Civilſachen, ſowie Berichterſtatter der Kommiſſion fürBeratung des Geſetzentwurfes über die Aufhebung alter Abgaben.Am umfangreichſten und am meiſten eingreifend war die Thätigkeitdes Abgeordneten Griesbach. Gleich zu Beginn der Tagung hatteer den Kommiſſionsbericht über den Bau des Ständehauſes zu er⸗ſtatten. Die Leitung dieſes Baues war von dem im Jahre 1820durch die Kammern niedergeſetzten Ausſchuß, wegen anderweitiger In⸗anſpruchnahme des Oberbaudirektors Weinbrenner und trotz deſſenWiderſpruch, dem Hauptmann und Militärbaumeiſter Arnold über⸗tragen worden und ſchon jetzt, noch ehe der Bau vollendet war, ergabſich die Notwendigkeit, die Erhöhung der Baukoſten von 80000 auf100 000 Gulden zu beantragen und zu genehmigen.Als Mitglied der Kommiſſion für den Entwurf einer Gemeinde⸗ordnung, in welcher ſeine Kenntniſſe und Erfahrungen auf demGebiete des Gemeindelebens ſich als ſehr nützlich erwieſen, erſtatteteGriesbach den Bericht über die durch die erſte Kammer vorgenom—menen Abänderungen der Beſchlüſſe der zweiten Kammer. Er war fernerBerichterſtatter des landſtändiſchen Ausſchuſſes über die Prüfung derRechnung der Amortiſationskaſſe und der Kommiſſion für die Prüfungder Zunft⸗ und Gewerbeordnung. In dieſer Frage ſtand er auf einemſtreng konſervativen Standpunkt, indem er nicht einmal eine An⸗näherung an die unbedingte Gewerbefreiheit für das Staatslebenförderlich hielt. Trotzdem war er für die im Zunftweſen eingeriſſenenMißſtände keineswegs blind, ja ſtimmte ſogar für die Aufhebungder Zünfte und ſchloß ſich der Bitte um Erlaſſung einer zeitgemäßen Ge—werbeordnung an. Eigene Gewerberäte hielt er nur in größeren Städtenfür zweckmäßig und wollte nicht, daß ſolche für Diſtrikte gebildetwürden, ſondern befürwortete die Übertragung ihrer Funktionen in