Karlsruhe ein Plafond-Stück von etwa 36 Quadratmeter Flächen—ausdehnung herabgefallen. Wenn der Beamte, der ſonſt hier ar—beitete, an ſeinem Schreibtiſch geſeſſen hätte, wäre er totgeſchlagenworden; denn die herabgeſtürzte Gipsdecke hatte die auffallendeund unvernünftige Stärke von 33 Zentimeter. Die Gipſerarbeit iſtvon Tirolern ausgeführt worden, mit denen Weinbrenner beſon—ders zufrieden geweſen ſein muß, da er ſie im Juli 381j zum Ver—putz des Innern der Stephanskirche ganz beſonders empfohlenhat.“ Das zermürbte Schilfrohr, das dieſem mächtigen Sipsauf—trag Halt geben mußte, war mit einem ſehr dünnen und durch Roſtzerſtörten Draht an das Gebälk aufgehängt, und dieſes Gebälk iſt inwohl behauener ebener Fläche als ein ſog. Dübbelgebälk zum Vor—ſchein gekommen.„Die Dübbelbodendecken beſtehen— ſo ſchreibtGottgetreu“— aus dicht nebeneinander gelegten verdübbeltenBalken und bilden nicht nur ſehr ſtarke, ſondern auch ſehr warmeDecken. Erfordern ſie auch ſehr geringe Arbeit und geben dadurchzu einer Art Erſparnis Anlaß, ſo kann das Gleiche vom Solzauf—wand keineswegs behauptet werden, obwohl die Deckenverſchalungund der ſogenannte Fehlboden wegfallen; gegenüber der im übrigen10 Deutſchland verwendeten Deckenkonſtruktion wird den Dübbelböden0 auch ein ſtärkeres Schwingen zugeſchrieben.“ Wach Breymann? iſtein Dippelgebälk ein ſolches, bei dem die Balken dicht aneinandergereiht und mit hölzernen Dippeln, Diebeln oder Dübeln mit einan—der verbunden werden. Srimm? ſagt:„Döbelboden, Düppelboden,Dippelboden, m. man ſagt auch Schrotboden, Zimmerdecke, inſo—weit ſie aus Balken beſteht, die durch Döbel zuſammengefügt ſind.“Als„Modifikation“ erwähnt Gottgetreu das Dübbelgebälk, dasaus ſtarken Saupttragbalken beſteht, zwiſchen denen ſchwächereBalken als Füllhölzer liegen. Dieſer Modifikation entſprechenwenn auch in etwas anderer als der dort abgebildeten Form, dieDübbelgebälke des markgräflichen Palais. Die vierſeitig beſchla—genen Haupttragbalken ſind 20 Zentimeter hoch und zo Zentimeterbreit. In dem zwiſchen o,8o bis 55o0s Meter ſchwankenden Zwiſchen—20 Uathol. Uirchenvorſtands-Protokolle in der Stephanskirche in Karlsruhe.21. Lehrbuch der Hochbau-Uonſtruktionen. 2. Teil. Die Arbeiten des Simmermannes.Berlin 1882.22 Allgem. Baukonſtruktionslehre Bd. II, Die Konſtruktionen in Holz, 6. Aufl. von Warth,Leipzig 1900.28 Das deutſche Wörterbuch. Leipzig 1860.