mußte ihre Sorge darauf gerichtet ſein, ihrem alternden Gemahl fürſich und ihre Kinder die materielle Sicherſtellung abzuringen. Dazugehörte neben anderem die Schaffung eines eigenen HZeimes, die Er—bauung des Sochbergiſchen Palais. Die Finanzierung dieſes Bau—weſens war zunächſt keineswegs gelöſt. Die fürſtliche Sandkaſſewurde eben in Anſpruch genommen, und für Naturalleiſtungen hatman von allen herrſchaftlichen Einrichtungen Gebrauch gemacht.Schon bei der Einzäunung der dem Palaisbau vorangegangenenParkanlage wurde auf Srund Söchſter Willensmeinung angeord—net,„daß weil dieſe Mauer zugleich die Stadtmauer hieſiger Reſi—denz formirt, lein Teil dieſer Mauer an der Kriegsſtraße von derKreuzſtraße an gegen das ehemalige Ettlinger Tor hin ſteht heutenoch] jene Koſten aus der Landeskoſtenverrechnung erhoben undSereniſſimi Sand Caſſe, die den Vorſchuß geleiſtet, wieder erſetztwerden ſolle.““ Bei der Verſteigerung der lohnweiſen Beifuhrder Mauerſteine aus den herrſchaftlichen Steinbrüchen bei Durlachvom 34. Mai 3806 iſt den Steigerern der Söchſte Befehl bekanntgegeben worden, daß„die Chauſſeekoſten von gnädigſter Herrſchaftübernommen werden“.“ Am 2ꝛ0. Mai 3806 hat das Bauamt(gez.1 Weinbrenner, W. Frommel, Fiſcher) das Kurfürſtliche Gberſtall—meiſteramt dienſtergebenſt erſucht„zu Beſchaffung eines für denPalais Bau der Frau Reichsgräfin v. Sochberg Exzellenz erforder—lichen großen Stück Steins aus dem G. J. Fröhner'ſchen Steinbruchzu Maulbronn in Bälde die nöthige Fuhre abzuſchicken.“ Am 33.Sept. j80o9 hat der Narmorier Schwind,„dem der AuguſtenburgerSteinbruch zur Bearbeitung für herrſchaftliche Arbeiten übergebenwar,“„für Arbeiten am Palais“ eine Forderung von 8284 fl und„wegen der ſteinernen Haustreppe und einer runden Seitentreppe imFlügelbau“ eine ſolche von j80o fleeingereicht. Als der in der Spital—ſtraße(jetzt Markgrafenſtraße) an das Palaisgelände angrenzendeBäckermeiſter Philipp Schmidt, der ſeinen halben Brandgiebel, einStück ſeiner Mehlkammer und etwa 2 Ruthen der Sofreite ab—geben ſollte, ſich mit der ihm angebotenen Entſchädigung nicht zu—frieden geben wollte und es eine zeitlang den Anſchein hatte, daß dieAngelegenheit nur„legali modo rechtlich“ entſchieden werden könne,wurde der großherzogliche Kñammer-Procurator durch ein Decret desgeheimen Finanzrats zur Klageerhebung autoriſiert,„da der Bauauf höchſten Befehl Seiner Königlichen Hoheit geführt wird und————— 30—